zur Landkreiskarte ausführl.Beschreibg
Kirchen
in der Gem.Odelzhausen
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Filialkirche St. Leonhard in Roßbach
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Roßbach wurde urkundlich
erstmals 957 als Rossapach im Rahmen eines Tauschhandels erwähnt.
Der mit lebhafter Außengliederung versehene Zwiebelturm mit Holzschindel-Deckung ist im unteren Teil rechteckig, darüber oktogonal (als gleichmäßiges Achteck) aufgebaut.
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Die letzte Renovierungen wurden in den Jahren 1976-79 und 2010 durchgeführt.
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Innenausstattung Der rechteckige Altarraum ist eingezogen. Er ist von einem Tonnengewölbe überdeckt, das mit Stuckornamenten geschmückt ist. Auf dem Hochaltar eine Holzplastik
des thronenden St.Leonhard mit aufgeschlagenem Buch, Abtsstab, Ketten
und Bischofsmütze. Zu seinen Füßen knien zwei Pilger in devoter
Haltung. Am Tabernakel Bilder von Opfer des Melchisedek und dem Opfer
Abrahams. Die Seitenaltäre sind der hl. Katharina und der Muttergottes geweiht, die auf den großen Altarblättern abgebildet sind. Die Auf den Altartischen stehen Muttergottesfiguren "Maria Königin" und "Mater dolorosa" mit einem großen Schwert in der Brust. |
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Im Kirchenschiff ein Kruzifix
mit Mater dolorosa (1880).
Die Orgel mit 6 Registern stammt aus der Werkstatt von August Behler,
München und wurde 1912 eingebaut.
Ausführliche
Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen
Hinweisen
Der Ortsname Rossa- oder Rossepach (= Roßweidebach) erscheint erstmalig in den Jahren zwischen 957 und 972 anlässlich von Tauschhandlungen mit dem Bistum Freising. Der Freisinger Bischof Abraham 957-994) tauschte von dem Edlen Isangrim Besitz zu Rossabach und Bergkirchen ein und gab dafür anderen Besitz zu Biburg. Die Urkunde hat sich in Freising in der Sammlung "Freisinger Traditionen" über die Jahrhunderte erhalten.
Ältere
Matrikel
Wann die erste Kirche in Roßbach errichtet
wurde, ist nicht zweifelsfrei zu bestimmen. In der Konradinischen
Matrikel von 1315 ist
eine Kirche in Rossbach zwar nicht namentlich enthalten. Doch die Pfarrei Sittenbach
wird mit vier nicht näher bezeichneten Filialkirchen ("habet
IIII filias") erwähnt. Wenn
man berücksichtigt, dass auch die Sunderndorfer'sche
Matrikelvon 1524
von "quatour filiales" spricht und als eine der vier Filialen "s.Leonardi
in Rospach" nennt, ist es nicht unwahrscheinlich, dass auch schon 1315
in Roßbach
eine Kirche gestanden hat. Dafür spricht
auch, dass der einzige noch erhaltene Teil dieser Kirche, die frühere Apsis,
die heute als Sakristei dient, in romanischem Stil gebaut worden ist. Die erste
Kirche dürfte somit im 13. oder 14.Jh errichtet worden sein.
Schon bei der ersten Erwähnung des Patrons (1524) wird St.Leonhard
genannt. Obwohl Leonhard einer der beliebtesten Heiligen im Dachauer Land war
und von ihm in fast jeder Kirche ein Bild hängt bzw. eine Figur steht, ist er
nur in zwei Kirchen, in Rossbach und in Pasenbach Patron.
Schmidtsche
Matrikel von 1738
In der Schmidt'schen
Matrikel von 1738/40 ist auch die Kirche von Rossbach
kurz beschrieben. Kanonikus Schmidt bezeichnet sie als eines der schöneren
Gotteshäuser im ländlichen Bereich. In der Kirche standen drei Altäre:
Der Choraltar mit dem Patron S.Leonard. Im Altar Reliquien dieses Heiligen.
Die Seitenaltäre waren der Jungfrau Maria und der hl.Katharina d.Großen
geweiht. In der Sakristei waren schöne Messgewänder aufbewahrt. Im
Turm hingen zwei geweihte Glocken. Im Friedhof stand ein Beinhaus. Die Einnahmen
der Kirche verwalteten der Pfarrer von Sittenbach und der Landrichter in Friedberg.
Der Bericht schließt mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das
Vermögen dises Gottshauses ist aus Abgang der Rechnungs-Extracten nit wüßlich".
Beschreibung 1884
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising von
Anton Mayer und Georg Westermayer aus dem Jahr 1884 ist im Kapitel über
die Pfarrei Sittenbach auch die Kirche St.Leonhard in Roßbach enthalten.
Im Dorf selbst wohnten 137 Seelen (in 30 Häusern). Dazu kamen noch Gläubige
in St.Johann 10 (1). Über die Kirche schreibt er:"Roßbach
liegt imGlonntal an der Glonn und an der Vicinalstraße von Sittenbach
nach Odelzhausen. Erbauungsjahr unbekannt. Renaissancestyl. Geräumigkeit:
zureichend. Kuppelthurm mit 2 Glocken: a) Zu Gottes Ehr goss mich nach Rosspach
J.M.Langenegger in München 1706
b) Dieselbe Inschrift, nur Jahreszahl 1710. 3 Altäre; Orgel mit 7 Reg(istern).
Stiftungen: 5 Jahrtage, 5 Jahrmessen. Meßner: ein Bauer von Roßbach,
Cantor der Lehrer von Sittenbach. Kirchenvermögen: 25.100 Mark"
Die letzte Renovierung fand
von 1976-1979 statt.
Die
gelb verputzte Kirche steht im Dorf inmitten eines ummauerten Friedhofs.
Der zweiachsige Chor isteingezogen
und schließt gerade.
| Das
sehr hohe Kirchenschiff besitzt drei Joche/Achsen
und wird von vier Fenstern erhellt. Die westlichen Fenster auf der Süd- und Nordseite sind zugemauert und durch eine Blende ersetzt. Darin ist an der Südseite ein großes Kruzifix angebracht. Die neuromanischen Verzierungen an den Kreuzbalken zeigen deutlich, dass es aus der Zeit des Historismus, Ende des 19.Jh, stammt. Bei diesem Kruzifix handelt es sich um einen sog. Viernageltypus. Die Beine Jesu liegen nebeneinander am Kreuzstamm auf, jeder Fuß ist von einem Nagel durchbohrt; zusammen mit den Nägeln der Arme also vier, daher die Bezeichnung "Viernageltypus". Diese Darstellung war in der Zeit der Romanik bis zum 12.Jh üblich und war deshalb auch in der neuromanischen Kunst wieder beliebt |
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Hinweis: Woher die so typisch bayerisch-barock anmutende Zwiebelform kommt, ist erstaunlicherweise nicht geklärt. Einige der Experten vermuten, dass sie eine Nachahmung und Weiterentwicklung der im 7.Jh errichteten Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem (Felsendom) und somit arabischen Ursprungs ist. Damals glaubten europäische Baumeister, die Kuppel stamme noch vom Tempel Salomons und verbanden mit ihr die Vision vom himmlischen Jerusalem. Andere Kunstexperten sehen in der Zwiebel eine Weiterentwicklung der byzantinischen Kuppel, die auch in Russland großen Anklang fand. Fest steht jedoch, dass die ältesten zwiebelförmigen Kuppeln in Bayern die der Münchner Frauentürme sind (1525). Weite Verbreitung fand die Zwiebel als Bauform aber erst im Italien der Renaissance und bei uns in der Barockzeit nach dem 30jährigen Krieg. Ihre Form -unten bauchig, oben spitz- passte wunderbar zur Kunstauffassung und zum Lebensstil des Barocks und galt "als Synthese aus der Bewegung ins Übersinnliche und dem Verharren in den Wölbungen des Sinnlichen". |
Renovierungen:
Eine umfassende Renovierung wurde in den Jahren 1976-79 durchgeführt.
Im Jahr 2010 hat man die Aussenfassade und den Kirchturm saniert. Die Kosten
betrugen 80.000 Euro, die zur Hälfte durch Arbeitsleistung der Pfarrangehörigen
abgegolten wurden.
Innenausstattung
Der eingezogene und gerade schließende Altarraum hat ein auf Gesimsen ruhendesTonnengewölbe, in das Stichkappen hineinreichen. Die um 1680 eingebauten Stukkaturen bestehen aus Rahmenfeldern mit Fruchtgehängen, Bändern,Akanthusformen und kleinen Engeln.
Der Choraltar/Hochaltar aus der Zeit um 1680/90 ist ein barockes Säulenretabel. Das Holz ist graublau und rot marmoriert (=mit Marmormuster bemalt). Er ist 3,50 Meter breit und raumhoch. Die Stipes, der Altarunterbau, ist mit Holz verkleidet. Die Retabel, der Altaraufbau wird von vier gedrehten Säulen mit Kompositkapitellen und Weinrankenbesatz gestützt. Die beiden äußeren Säulen wurden später nach vorne geschoben; daher ist das Gebälk, das sie tragen, starkverkröpft . Die inneren Säulen sind mit einem seitlichen Volutendekor geschmückt. Zwischen dem Altar und den Chor-Aussenwänden stehen Durchgänge mit geschweiften Flachbögen.
Mittelpunkt des Choraltares ist die von 10 Putten umgebene Holzplastik des thronenden St. Leonhard aus der Zeit um 1500.| Der Heilige ist in ein vergoldetes Mönchsgewand gekleidet; sein Haupt ist von einem Heiligenschein (Nimbus) in Form eines Strahlenkranzes umgeben. Mehrere Putti umschweben ihn mit ihren weißen Flügeln wie Vögel. Leonhard hält mit seiner linken Hand den Abtsstab, in seiner Rechten ein aufgeschlagenes Buch. Am Handgelenk baumeln Viehketten. Zu seinen Füßen steht die vom Haupt genommene Mitra (Bischofsmütze) Ein Teil der Engel stammt noch aus der Erbauungszeit des Altars (um 1680) die übrigen Engel wurden im 20.Jh hinzugefügt. | Hinweis: Die Kopfbedeckung des Bischofs, die Mitra, ist seit dem 11.Jh Kopfbedeckung und Würdezeichen der Bischöfe, Päpste, Kardinäle und Äbte. Zunächst war sie halbkugelige oder dreieckige Haube mit zwei hinten herabhängenden Zierbändern, den Infulae (lat. = Binde, altes röm. Symbol für Obrigkeit). Bald schon bekam sie hornförmige Ausbuchtungen, die zunächst seitlich abstanden, dann aber über Stirn und Nacken verschoben wurden. Sie nahmen dabei die Form eines Dreiecks an, wurden bald immer höher und schildförmiger. |
| Zwischen den inneren und äußeren
Säulen schweben zwei Engel. Darunter knien zwei bäuerliche Pilger in devoter Haltung. Die Gruppe ist Figuren in St. Leonhard in Inchenhofen nachgestaltet, wohin die Gemeinde Roßbach nachweisbar seit 1661 alljährlich einen Kreuzgang unternahm. |
| Hinweis: Nikolaus war um das Jahr 300 Metropolit von Myra. Während der bald darauf einsetzenden Christenverfolgung wurde er um 310 gefangen genommen und gefoltert. Er überlebte die Tortur und nahm 325 am 1. Konzil von Nicäa teil. | Hinweis: Martin wurde gegen seinen Willen im Jahr 371 auf Drängen des Volkes Bischof von Tours. Die Legende berichtet, er habe sich in einem Stall versteckt, um der Wahl zu entgehen, doch hätten ihn die Gänse durch ihr Schnattern verraten. |
| Links von Opfer des Melchisedek.
Hinweis: Melchisedek war zu Zeiten Abrahams Priesterkönig von Salem (=Jerusalem). Er segnete den Abraham, als der von seinem Sieg über Kedor-Laomer zurückkehrte und brachte im anschließenden Dankopfer für den Sieg Brot und Wein als Opfergaben dar (Gen. 14,18-20). Wegen der Übereinstimmung der Opfergaben wurde er im Christentum als Vorläufer von Christus angesehen. In der christlichen Kunst soll die Darstellung des Opfers des Melchisedek auf die lange Tradition des Messopfers mit Brot und Wein hinweisen. |
Rechts ist das Bild
von der Opferung Isaaks
durch Abraham zu sehen.
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| Der hohe Altaraufsatz
zeigt zwischen den sog.gesprengten Segmentgiebeln
ein Muttergottesbild nach
Art des Passauer Gnadenbildes Maria Hilf. Links und rechts ein Säulenpaar
und zwei Engel. In einer stark verzierten Textkartusche ist der Patron der
Kirche "St.Leonhard" genannt. ...mehr über das Passauer Maria-Hilf-Bild... |
Das Langhaus besitzt eine Flachdecke, die wie das Gewölbe im Chorraum durch ein Blenden- und Vorlagenmuster gegliedert und mit ornamentartigen Stuckmustern auf hellgrünem Hintergrund und mit Perl- und Eierstableiste verziert ist.
Auch
die beiden rd. 2 Meter breiten und zu zwei Dritteln raumhohen Seitenaltäre sind
prächtige Säulenretabel
mit hohen Altaraufsätzen. Sie sind aber rd. 70 Jahre jünger als der Choraltar
und wurden um 1750/60 aufgestellt. Die Stipes sind mit Holz verkleidet. Die
Predella schmücken aufgesetzte Rocaillen. Die Mittelnischen sind mit Blüten
und Ornamentik dekoriert.
Rechter Seitenaltar
| Hinweis: Katharina,
die Königstochter aus Zypern, ist eine legendäre Gestalt. Sie soll im Jahr
306 wegen ihres Glaubens und ihrer großen Überzeugungskraft ausgepeitscht
und gerädert und -als das Rad zerbrach- enthauptet worden sein. Seit dem
ausgehenden Mittelalter gehört sie zu den beliebtesten Heiligen und wurde
deshalb im 15. Jh der Gruppe der 14 Nothelfer zugerechnet. |
Linker Seitenaltar
| Die Muttergottes, mit einer Krone auf dem Haupt, thront auf Wolken. Sie ist in ein rotes Kleid und einen blauen Mantel gehüllt. Rot und Blau sind die traditionellen Marienfarben. Rot für den königlichen Anspruch, Blau für die hohe Wertschätzung (im Mittelalter brauchte man für die Herstellung der blauen Malfarbe Lapislazuli). In ihrem linken Arm trägt sie das Jesuskind, das segnend die Hand erhebt. Ein Engel zu ihren Füßen hält eine Lilie als Symbol der Reinheit. Zwei Putten reichen Rosen zu Maria. Im Altaraufsatz ist im Strahlenkranz ein brennendes Herz als Relief dargestellt, ebenfalls umkränzt von Gewölk und zwei Putten. |
Im Altaraufsatz ist im Strahlenkranz zwischen
zwei Putten das flammende Herz Jesu zu sehen.
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Unter dem Kreuz steht eine Madonnenfigur aus der gleichen Kunstepoche. Bei ihr handelt es sich nicht -wie sonst üblich- um eine Darstellung der schmerzhaften Muttergottes mit dem Schwert in der Brust. |
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Eine Kanzel ist nicht vorhanden.
Unter den Kreuzwegbildern sind die Apostelleuchter
aus grün und gold gefasstem Schmiedeeisen angebracht (18.Jh); sie erinnern
an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen
Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet
sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlische Jerusalems |
| Unter
dem Emporenaufgang steht noch ein alter, reich verzierter Beichtstuhl.
Er wird nicht mehr genutzt, sondern dient nur noch der Zierde. Der offene
Beichtstuhl (175 breit, 62 cm hoch) wurde schon im späten 18.Jh aus Fichtenholz
gefertigt. |
| Hinweis: Über Jahrhunderte hinweg wurde das Bekenntnis der Sünden offen im Kirchenraum beim Sitz (Kathedra) des Bischofs, später bei dem des Priesters im Altarraum abgelegt. Dieser besonders hervorgehobene Sitz des Beichtvaters war die Ausgangsform des Beichtstuhls. Durch die irisch-schottischen Mönchen wurde die Beichte im 10.Jh privatisiert, d.h., nicht mehr öffentlich abgelegt. Dazu bedurfte es nicht nur einer größeren Zahl von Priestern, sondern auch neuer Einrichtungsgegenstände. Der heutige Beichtstuhl entwickelte sich allerdings erst ab dem 16.Jh. zu einem feststehenden, meist dreiteiligen, mehr oder weniger geschlossenen Beichtgehäuse mit dem Mittelteil für den Priester (in dem der Priester sitzt - deshalb Beichtstuhl) und mit der Trennung von Priester und Beichtenden durch eine Zwischenwand mit Sprechgitter. Die Beichtenden knien abwechselnd in den Seitenteilen. Damit wurden bessere Bedingungen für einen anonymen Vollzug der Beichte geschaffen. In neuerer Zeit bieten sogenannte Beichtzimmer mit ihrer persönlichen Atmosphäre eine räumliche Alternative für Beicht- und Glaubensgespräche. Die Beichte geht auf das Bibelwort "Er hauchte sie an und sprach zu ihnen: Wem Ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem Ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh 20,22) zurück. |
Die Orgel
mit 6 Registern stammt aus der Werkstatt von August Behler, München und
wurde 1912 eingebaut. Sie ist in einem Neubarockgehäuse hinter einem dreiteiligen,
rundbogigen Flachfelderprospekt mit überhöhtem Mittelteil untergebracht.
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| Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt die Orgel zur Verherrlichung Gottes bei. Die Pfeifen sind verschieden groß. Die kleinsten Metallpfeifen sind rd. sechs Zentimeter lang, während manche Holzpfeifen mehrere Meter hoch sein können. Die verschiedenen Register fassen bestimmte Pfeifen zusammen und erzeugen verschiedene Klangfarben (z.B. Flöten, Hörner). Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde meist durch Künstler gestaltet. Im Barock, dem unsere ältesten Orgeln angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt. |
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Die Eingangstüre besitzt zwei sehr schöne Türblätter mit Kassettenfüllung. |
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Im Vorraum hängt ein großes Kruzifix, das an die Toten der Weltkriege erinnert. Über dem Kreuz ist an die Wand der Text gemalt: "Den Toten zum Andenken, den Lebenden zur Erinnerung". Das Kreuz ist in barockem Stil gearbeitet. Das vergoldete Lendentuch flattert im Wind.
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| bewusst erniedrigen. Ob wegen des jüdischen Empfindens Ausnahmen vom Gebot der Nacktheit galten, ist nicht bekannt, sodass wohl auch Jesus nackt gekreuzigt worden ist. Früher gab es auch Darstellungen mit dem nackten Jesus. Der Legende nach soll Maria mit ihrem Schleier die Blöße Jesu bedeckt haben. Das Lendentuch, das dem Gekreuzigten heute von den Künstlern als Blickschutz für die Blöße beigegeben wird, soll der Würde Jesu Rechnung tragen. Es ist Bestandteil der künstlerischen Darstellung geworden, flatternd im Wind, nur von einer Kordel gehalten. |
Hans Schertl
Quellen:
Dr.Martin v. Deutinger,
Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Anton Mayer /Georg
Westermayer : Statistische Beschreibung des Erzbistums München-Freising.
München 1874-1884
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr. 1161,
1202)
Jakob Mois, Geschichtliche Notizen über einige Kirchen im Lkr Dachau, unveröffentlicht,
um 1950
Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/4
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, 1990
Robert Böck,Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des Dachauer
Landes , 1991
Dr.Stefan Nadler, Kunsttopographie des Erzbistums München und Freising,
1992
Karl Grüner, "Unten bauchig, oben spitz", Münchner Kirchenzeitung,
v. 25.9.2005 und vom 2.10.2005
Dachauer Nachrichten vom 23.6.2010 (Renovierung)
25 Bilder: Hans Schertl
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3.7.2010