zur
Landkreiskarte ausführl.Beschreibg
Kirchen
im Stadtgebiet Dachau
Pfarrkirche St. Nikolaus und St.Maria in MITTERNDORF
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Kurzbeschreibung Die Pfarrkirche St.Nikolaus
und Maria steht im Dachauer Ortsteil Mitterndorf, im Westen der Stadt.
In der Konradinischen Matrikel von 1315 war die Kirche schon als Pfarrkirche mit den Filialen Günding und Steinkirchen beschrieben. Seit 1524 ist auch der hl.Nikolaus als Patron der Kirche genannt.
Im Nordwesten der Kirche steht das im Jahr 2002 erbaute sog. Sphärenkreuz mit vier waagerechten Kreuzbalken. |
Inneneinrichtung
Der Altarraum und das Langhaus sind von einem
gut erhaltenen Netzgewölbe überzogen, das in Pilastern
an den Seitenwänden endet. Die Vielzahl der Rippenbögen im Netzgewölbe
ist nicht - wie z.B. beim Kreuzrippengewölbe- allein durch die Statik bedingt,
sondern dient auch der Zierde.
Vier der Fenster im Altarraum sind mit
Glasgemälden in neugotischem Stil ausgestattet.
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Der Hochaltar wurde u.a. .vom Dachauer
Künstler Constantin Pader um 1630 gestaltet. Seit 2006 ist
in seiner Mitte wieder das Altarblatt mit der Kreuzigungsdarstellung zu
sehen (Maler Georg Lachner um 1850/70).
An der Chornordwand ein vom Landrichter Georg Pettenbeck gestiftetes Fresko der Schutz-mantelmadonna und der hl. Dreifaltigkeit aus dem 16. Jh. In den Mauernischen beidseits des Choraltars sind Reliefs mit Darstellungen der Hl.Familie (18.Jh) und der Beweinung Jesu nach der Kreuzabnahme (1912) angebracht. |
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Am Chorbogen hängt das große Steinkirchner Kreuz, das 1902 aus Steinkirchen nach Mitterndorf kam.
Die Kirche hat seit den 1950er Jahren keine Seitenaltäre mehr. An deren Stelle sind heute Figuren angebracht. Links das frühere Gnadenbild, eine sitzende Muttergottes aus dem Jahr 1460. Rechts die Figur von Johannes d.Täufer mit Kreuzstab.
Die barocke Kanzel ist eine der ältesten noch erhaltenen Holzkanzeln im Dachauer Land und stammt aus dem Jahr 1630
Unter der Empore steht der Taufstein aus Graumarmor (18.Jh). Auf dem bauchigen Holzdeckel sind sehr schöne Figuren von Johannes dem Täufer und Jesus zu sehen.
Die Empore aus dem Jahr 2000 ist sehr modern gestaltet.
Die Eingangstüre
der Kirche an der Westseite dürfte noch aus dem Ende des 19.Jh stammen.
Der Türklopfer ist um 100 Jahre älter.
Prämiert wurde der hochmoderne Eingangsbereich aus
dem Jahr 2000.
Mitterndorf ist eine der wenigen gotischen Kirchen des Dachauer Landes, die
sich als Bau noch relativ unverfälscht erhalten haben.
Die Gottesdienstordnung finden Sie hier....
Ausführliche
Beschreibung
mit ikonographischen
und kunsthistorischen Hinweisen
Geschichte der Kirche
Erste Kirche
Die erste Erwähnung Mitterndorfs dürfte in einer um 930 ausgestellten
Freisinger Urkunde enthalten sein. Der Vogt der Freisinger Domkirche, der Edle
Jakob, erhielt damals den Besitz der Freisinger Domkirche in Dachau überschrieben.
Darunter war neben einem kleinen Herrenhof, sechs Kolonnenhöfen und einer
Mühle (=Steinmühle) auch eine Eigenkirche, der Vorgängerbau
der heutigen Mitterndorfer Kirche. Dieses kleine Gotteshaus wird wohl-wie damals
allgemein üblich - aus Holz gebaut gewesen sein.
Mehr zum Aussehen mittelalterlicher
Kirchen......
Die Dachauer Urpfarrei lag wahrscheinlich in Steinkirchen, auch Mitterndorf
gehörte dazu. So gegen 1300 wurde die Pfarrei Steinkirchen geteilt.
Ein Teil wurde zur Pfarrei Dachau-St.Jakob, der andere zur Pfarrei Mitterndorf.
Nun war aus der Pfarrkirche Steinkirchen eine Filialkirche und aus der Filialkirche
Mitterndorf die Pfarrkirche geworden.
Pfarrerliste
Bis zum Jahr 1314 zurück reicht die Liste der Mitterndorfer Pfarrer, wenn
auch nicht lückenlos. Wenn Sie interessiert sind, klicken Sie hier...
Beschreibung von 1315
In der Konradinischen
Matrikel von 1315 ist Mitterndorf als Pfarrkirche mit den Filialkirchen
Günding und Steinkirchen beschrieben (Mitterndorf habet 2 filias: Gundingen
et Steinkirchen cum sepult et Wegkirchen sine sepult (Mitterndorf hat zwei Filialen
Günding und Steinkirchen mit Friedhof und die Rotschwaige ohne Friedhof).
Die Kirchenpatronin "unsere liebe Frau" wurde erstmals 1436 erwähnt. 1524 wurde St.Nikolaus als weiterer Patron genannt.
Aus dem Jahr 1460 ist eine
Urkunde überliefert, die ein Übereinkommen zwischen dem Mitterndorfer
Pfarrer Hans Lod und dem Kloster Indersdorf enthält. Danach sollte der
Indersdorfer Propst ein unbeschränktes Recht auf das Stockopfer der neugebauten
Capelle in der Schwaig haben, um es zum Unterhalte und Schmucke des Gotteshauses
zu verwenden. Würde der Fond hinreichend sein, um eine Wochenmesse zu stiften,
so sollte der Propst "diese zuerst dem Pfarrer anbieten, ob er sie übernehmen
wolle". Nimmt er sie nicht, so mag der Prälat mit Rath des Pfarrers
sie einem anderen Herrn empfehlen. Dem Mitterndorfer Pfarrer bleiben jedoch
"in Andern seine billigen pfarrlichen Rechte". Dieses Übereinkommen
wurde vom Freisinger Bischof Johann IV. Tulbeck am 29.6.1460 und von Papst Paul
am 16.9.1464 bestätigt.
Die Rothschwaigkapelle war 1124 von der Gräfin Beatrix zu Dachau zu Ehren
des hl.Jakobus errichtet worden. Als sie 1454 ruinös wurde, hat Propst
Rothut von Indersdorf sie neu und schöner erbaut, wie es heißt. 300
Jahre später wurde sie von Propst Gelasius wieder von Grund auf renoviert
und größer erstellt, als es vorher war (1764). Doch es stand keine
40 Jahre mehr: Im Zuge der Säkularisation wurde 1802 "das niedliche
Kirchlein ganz demolirt"
| Um das Jahr 1500 wurde auf dem Hügel
über dem Ampermoos eine neue Kirche gebaut. Baumeister war Hanns Widerl.
Eine kleine unscheinbare Büste am dritten Geschoss des Turmes erinnert
an ihn. Der Altarraum wurde im Jahr 1496 errichtet, wie einer Inschrift an der Chorschlusswand zu entnehmen ist. Das Kirchenschiff wurde 1515 fertiggestellt. Auch dies ist in einer Inschrift (am Chorbogen) zu lesen. |
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Sunderndorfer'sche Matrikel
von 1524
In der Sunderndorfer'schen
Matrikel von 1524 wird die Pfarrei Mitterndorf mit
vier Filialkichen (s.Viti in Ginding mit Friedhof, s.Leonard in Webling, s.Michaelis
in Stainkirchen und B.Virginis in Schwaig, jeweils ohne Friedhof) vorgestellt.
Die Pfarrei hatte 160 Communicantes (d.s. Gläubige nach der Erstkommunion).
Mitterndorf gehörte somit zu den etwas kleineren Pfarreien (Durchschnitt
im Dachauer Land: 233 Communicantes).
Visitationsbericht
von 1560
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz
von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine
Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien
angeordnet. Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche
Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation
Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen
des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch
die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse
Situation der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob
die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholischen Lehre vertraten oder
der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung
der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse.
Im Bericht über die Pfarrei Seligste Jungfrau in Mitterndorf heißt
es, die Pfarrei umfasse 250 Communicanten, alle gut katholisch,
die sich mit Opfergaben nicht zurückhalten, den Zehent bereitwillig zahlen
und an Kircheweih eine besondere Spende entrichten.
Probleme gebe es nur mit Hans Schabl aus Günding, der von seiner Frau verlassen
wurde, weil er nicht beichten wolle ["wöll nit peichten, darumb das
im sein weib entloffen"). Der bauliche Zustand der Kirche
war gut, aber über die Innenausstattung machten der Kirchenverwalter
und der Visitator unterschiedliche Angaben. Das Pfarrhof wurde gerade renoviert.
Der Pfarrer in hieß Augustinus
Gebhart. Er dürfte gegen 60 Jahre alt gewesen sein. Er war
gut katholisch geblieben und konnte auf die Fragen der Visitatoren zur Glaubenslehre
und zur kirchlichen Praxis ausgezeichnet Auskunft geben. Seine Einnahmen lagen
bei 100 Gulden. Er hatte eine Lebensgefährtin aber keine Kinder. Dennoch
waren sich alle einig, dass er einen ehrbaren Lebenswandel pflege [" Pfarrer
sey aines erbern gueten wandels"). Wenn Sie ganzen Bericht lesen
möchten, klicken Sie hier...
30jähriger
Krieg
Den 30jährigen Krieg schein der Kirchenbau einigermaßen gut
überstanden zu haben. Jedenfalls ist Mitterndorf nicht in der 1671 erstellten
Liste der von den Schweden entweihten Altäre zu finden. Nur von eingeschlagenen
Fenstern wird berichtet. Allerdings ist die Hälfte aller Pfarrangehörigen
(!) im Krieg umgekommen. Deshalb erhielt der Mitterndorfer Pfarrvikar Georg
Schäbl, der die seelsorgerischen Aufgaben für den offiziellen Pfarrherrn
Salomon Höß verrichtete, einen Nachlass auf den Absent. Statt 85
Gulden musste er nur noch 45 Gulden von den Mitterndorfer Pfarreinkünften
an den Pfründeinhaber Salomon Höß abgeben.
Pfarrhofbrand 1673
Zu allem Unglück brannte am 16.Mai 1673 der Pfarrhof mit den Ökonomiegebäuden
ab. Damit waren auch alle Bücher und Archivalien aus der Zeit vorher vernichtet.
Umbau 1730
Im Jahr 1730 wurde eine größere Renovierung für 183 Gulden durchgeführt.
Damals erhielt die Kirche einen neuen Glockenstuhl und eine neue Kirchendachdeckung.
Bauleiter war der Maurermeister Gregor
Glonner aus Dachau; Zimmererarbeiten führte Melchior Purckhardt aus
Günding aus. Glonner lieferte 1733 auch einen Kostenvoranschlag zur Kirchenmauererhöhung
und Dacherneuerung; diese Baumaßnahmen werden wohl in den folgenden Jahren
durchgeführt worden sein.
Schmidt'sche Matrikel
von 1738/40
In den Jahren 1738 bis 1740 hat der Freisinger Kanonikus Schmidt alle Pfarreien
der Diözese Freising besucht und in der nach ihm benannten Schmidtschen
Matrikel kurz beschrieben. Bei der Pfarrei Mitterndorf berichtet er, dass das
Präsentationsrecht (Vorschlagsrecht für die Besetzung einer Pfarrerstelle)
monatlich zwischen dem Bistum Freising und dem bayerischen Kurfürsten in
München wechselt (=Monatspfarrei; dabei konnte der Bischof einen neuen
Pfarrer bestellen, wenn der Vorgänger in den sog.päpstlichen Monaten-ungeraden
Monaten wechselte oder verstarb, andernfalls der Herzog).
Der damalige Pfarrer hieß Franc.Damianus Mair, der seit 1717 installiert
war. Das Pfarrhaus war aus Holz gebaut und war in gutem baulichen Zustand. Das
galt auch für die landwirtschaftlichen Nebengebäude. Die Zahl der
Gläubigen hatte sich in den vergangenen 200 Jahren trotz der schrecklichen
Verluste im Dreißigjährigen Krieg von 160 auf 297 fast verdoppelt.
Die Pfarrei hatte damals vier Filialen "nempe in Stain-Kirchen, Webling,
Gündting und Weeg-Kirchen vulgo auf der rothen Schwaig". Die Pfarrkirche
wird als schöner und guter Bau beschrieben. In ihr standen drei Altäre:
der Hochaltar war dem hl.Bischof Nikolaus geweiht. Auf ihm stand über dem
Tabernakel eine Statue der Jungfrau Maria, zu welcher in der Pfingstzeit Bittgänge
aus anderen Pfarreien führten. Die Seitenaltäre hatten die hl.Anna
sowie die Apostelfürsten Petrus und Paulus als Patrone. Die Sonntagsgottesdienste
fanden zweimal in der Pfarrkirche und einmal in der Filialkirche Günding
statt. Das Kirchweihfest wurde am ersten Sonntag im Oktober gefeiert. Im Friedhof
stand ein Beinhaus. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken. Die Einkünfte
der Kirche verwalteten der Pfarrer und der Landrichter aus Dachau. Der Bericht
schließt mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das völlige
Vermögen dises Pfarr-Gottshauses wirdet diser Zeit gegen 700 fl. (=Gulden)
betragen". Das war nicht viel, wenn man das Vermögen von Günding mit
1000 Gulden und von Steinkirchen mit 3000 Gulden betrachtet.
1810, am hl.Kreuztag, schlug ein Blitz ein und beschädigte neben dem Turm auch die Kanzel, die Altäre und das Chorgestühl. Die Reparatur dauerte wohl einige Zeit. Jedenfalls bezeichnete Pfarrer Richhuber alle drei Altäre noch 1817 als "uralt und vermodert". Erst 1847 hat man die Renovierung der zwei Seitenaltäre bewilligt.
Beschreibung 1874
Kirche und Pfarrei Mitterndorf sind auch in der "Statistischen Beschreibung
des Erzbisthums München-Freising" aus der Zeit um 1874-84 enthalten,
die zunächst der Benefiziat Anton Mayer und später Pf. Georg Westermayer
als Buch veröffentlicht haben:
Geographie: "
Die Pfarrei hat 463 Seelen in 71 Häusern. Davon wohnen 88 Gläubige
(in 14 Häusern) in der Ortschaft Mitterndorf selbst, die Übrigen in
Günding 189 (31), Gündinger Moos 110 (12), Udlding 17 (5), Webling
32 (5) sowie in 4 weiteren Weilern und Einöden. 4 Häuser in Webling
gehören zur Pfarrei Dachau. Der Umfang der Pfarrei beträgt 2 Stunden.
In Mitterndorf gibt es keine Schule.
Pfarrei: "Mitterndorf ist eine Wechselpfarrei. Wie auch andere Pfarreien
in Bayern war auch Mitterndorf am 26. Juli 1830 von einer Monatspfarrei in eine
Wechselpfarrei umgewandelt worden. Das Präsentationsrecht wechselte nun nach
jedem Erledigungsfall zwischen dem Bischof in Freising und dem Kurfürsten in
München). Die Kirchenrechnung weist bei 1645 Mark Einnahmen und 94 Mark Lasten
einen jährlichen Reinertrag von 1551 Mark aus. Das Widum (=der Pfarrbauernhof)
umfasst Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 95 Tagwerk (= 31 ha)
der Bonität 12. Das geräumige Pfarrhaus wurde im Jahr 1756 erbaut.
Die Ökonomiegebäude sind hinreichend groß".
Pfarrkirche: "Erbauungsjahr unbekannt, gothischer Stil, aber die
Fenster sind verzopft (=barock). Geräumigkeit genügend. Sattelthurm
mit 3 Glocken, worunter 2 neue. 3 Altäre. Gottesdienste Zwei Sonntage nacheinander
und an allen Hauptfesten sowie 15 Rorateandachten, Kreuzwegandachten und 9 Rosenkränze
in der Allerseelenoktave. Kreuzgänge: Am 4.Sonntage nach Ostern gehen die
Mitterndorfer zur hl.Edigna nach Puch. Den Meßnerdienst versieht ein Gütler,
dessen Sohn z.Zt. als Cantor fungirt. Kirchenvermögen: 9.300 Mark".
Beschreibung 1893
Die Mitterndorfer Kirche ist auch im Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreiches
Bayerns enthalten, die Gustav von Bezold und Dr.Berthold Riehl im Auftrage des
kgl.Staatsministeriums des Innern, für Kirchen- und Schulangelegenheiten
erstellt haben. Im Bericht heißt es:
| Architektur: Kirche spätgotisch,
16.Jh, im 18. etwas umgestaltet. Da einschiffige Langhaus umfasst vier Gewölbejoche von ungleicher Länge, der eingezogene Chor ein Langjoch und Schluss in fünf Seiten des Achtecks. Thurm an der Nordseite, Sakristei an der Südseite des Chores. Vorzeichen südlich. Die Wände sind durch rechteckige Pfeiler mit abgefassten Ecken gegliedert, welche ohne Kapitell oder Kämpfergesimse in die spitzen Schildbögen übergehen. Diesen Pfeilern sind im Langhause dreikantige Pilaster mit einfach profilierten Rippen und runden Schlusssteinen. Die Grundform des Gewölbes ist ein rundbogigiges Tonnengewölbe mit spitzbogigen Stichkappen. Chorbogen halbkreisförmig, seine Dekoration, wohl auch seine dermalige Gestalt aus dem 17.Jh. Fenster im Segmentbogen geschlossen (modern), mit Ausnahme derjenigen auf der Südseite des Langhauses, welche oben und unten abgerundet sind (17.Jh). Innenausstattung: Als Antependium des Choraltars dient ein jüngst aus dem Friedhof hierher versetztes Holzrelief, in Halbfigur denn die Wundmals weisenden Christus darstellend; Engel halten beiderseits den Mantel. 16.Jh. An der Ostwand des Chores zwei Reliquiarien mit in Kupfer (?) getriebenen versilberten Reliefs, die Himmelfahrt und die Krönung Mariä, in altarartigem Aufbau von Holz. Ziemlich unbedeutend. Um 1670. H.98 cm. An der Südwand des Chores S.Nikolaus, bemalte gute Holzfigur. Um 1500. H. 93 cm. An der Nordwand des Chores Johannes der Täufer, im härenen Gewand und rothem Mantel, in der L.das Kreuz haltend. Bemalte Holzfigur. Um 1500. H. 90 cm. Eine gute Arbeit aus der Mitte des 15.Jh. ist die bemalte Holzfigur der Maria an der Nordwand des Schiffes, auf einem Thron sitzend, mit dem rechten Arm das Jesuskind haltend; letzteres hält in der R. eine Traube, während es mit der L. nach dem Apfel greift, dan Maria entgegen hält. H. 83 cm. In die Ostwand des Chores ist ein zinnenbekrönter Kasten aus Holz eingelassen, der von flachgeschnittenen spätgotischen Blattornamenten umrahmt ist H.170 br. 118 cm. Innen an der Südwand Epitaph des Georg Pettenpeckh, Landrichter und Kastner in Haag von 1600. Solenh(ofener) Stein. H. 54 br 45 cm. |
Restaurierungen
fanden in den Jahren 1849, um 1860, 1908 (Innen), 1938, 1962, 1977 (Außen)
und 1978-87 (Innen) statt. 1999 wurde der statisch gefährdete Bau
unterfangen.
Bittgänge
Die Mitterndorfer wallfahrteten alljährlich u.a. auch nach Andechs. Das
wissen wir, weil für den "Herrn Pfarrer auf den heyll.Berg eine Zöhrung"
( Verpflegung) bereitgestellt und deren Wert in der Kirchenrechnung mit 30 Kreuzern
verbucht wurde.
Ziel der Wallfahrt nach Andechs war der "Heilthumschatz". Unter diesem
Begriff wurden die vielen verschiedenen Reliquien zusammengefasst. Es handelte
sich dabei um die Herren-Reliquien, die die Grafen von Andechs (darunter auch
der hl.Rasso) von den Kreuzzügen und Wallfahrten aus dem Heiligen Land
mitgebracht hatten. Darunter waren Kreuzpartikel, Teile der Dornenkrone Christi,
ein Stück vom Tischtuch des Letzten Abendmahles und viele weitere Erinnerungsstücke
an das Leben und Leiden Christi. Dazu kamen noch Blut- bzw. Gregoriushostien
(Dreihostienmonstranz) sowie das Brautkleid und Brustkreuz der hl.Elisabeth
und ein Kopfreliquiar der hl.Hedwig. Auch ein Stück aus dem Gewand des
hl.Nikolaus und das Siegeskreuz Karls des Großen gehörten zum Heilthumschatz.
Die Reliquien waren in einzelne Monstranzen aufbewahrt, die den Pilgern vom
Fenster der heutigen Hedwigskapelle aus einzeln gezeigt wurden (Weisung der
Heilthümer). Dazu wurden unterschiedliche Gebete und Litaneien gesprochen
und Lieder gesungen, je nachdem, ob es sich um das Reliquiar eines Heiligen
oder eine Herrenreliquie handelte.
Zeitungsberichte
aus dem Pfarrleben
Die Dachauer Zeitungen haben in den letzten 120
Jahren immer wieder aus dem Pfarrleben berichtet. Diese Berichte befassen sich
nicht unmittelbar mit den Kirchengebäuden, vermitteln aber einen ergänzenden
Eindruck aus der damaligen Zeit. Dabei handelt es sich um Berichte von Abschiedsfeierlichkeiten,
Jubiläenund Installationsfeiern von Pfarrern usw.
Wenn Sie sie lesen möchten, klicken sie
hier...
Die Kirche liegt im Südwesten
von Dachau auf einem Hügel nahe der Amper und des Mooses in einem ummauertem
Friedhof. Es handelt sich um eine Saalkirche, deren Decke ohne tragende Zwischensäulen
den gesamten Raum überwölbt.
Der spätgotische Bau aus dem Ende des 15. Jahrhunderts verfügt über
einen kaum eingezogenen, einjochigen Chor, der mit drei Seiten eines
Achtecks schließt. In die südlichen Außenwand sind zwei Epitaphe
eingelassen.
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Für
Ludwig Withmann, Lehrer in Schleißheim,
Im Tympanon des Steins eine Figurengruppe (als Relief), ein Mann unterrichtet zwei Kinder. |
Hier
ruht in Gott Ludwig Duval-Stelzl,
Kapellmeister,geb. 18.Aug. 1886 in München, gestorben 4.Mai 1950 und
seine liebe treue Gattin Frau Barbara Stelzl-Duval, geb. 15.Febr.1895, gest.5.Mai 1974. Unter der Inschrift ist eine Violine eingraviert. |
| Der Turm steht an der Nordseite. Er ist mit dem rechteckigem Grundriss (4,9 x 3,7 m) der älteste Teil und könnte sogar noch vom Vorgängerbau stammen. Seine sechsgeschossige Fassade ist durch Lisenen, vertiefte, rechteckige Mauerblenden und zwei an Lisenen durchlaufende Bänder gegliedert. Unter der Uhr eine Doppelarkade mit Rundsäule. Der östliche Giebel zeigt bandartiges Stabwerk. Bedeckt ist der Turm mit einem Satteldach mit vier Giebelansätzen. |
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Schon im
Jahr 1730 befand sich am Turm eine Uhr. In der Kirchenrechnung
dieses Jahres sind neben den Kosten auch die Gründe für eine
Reparatur dieser Uhr enthalten. |
Im Turm hing bis 1924 als älteste Glocke
eine 1481 von Ulrich von Rosen gegossene, der Jungfrau Maria gewidmete
Glocke; sie befindet sich heute in der Weblinger Kirche. Eine zweite Glocke,
1486 vom gleichen Glockengießer hergestellt, wurde 1897 dem Bayerischen
Nationalmuseum verkauft. Um
1730 wurde eine neue Glockenstube in den Turm eingebaut. Damals wurden
die beiden Glocken von "Glocken Umbhenger aus dem Salzburger Landt"
gedreht damit der Klöppel an anderer Stelle anschlägt.
Derzeit hängen in der Glockenstube
drei 1924 in Bochum gegossene Stahlglocken. Über die Glockenweihe 1924
hat sich noch ein Zeitungsbericht erhalten, den Sie hier...
lesen können.
| Am Volkstrauertag 2002 wurde das neue Kriegerdenkmal im Friedhof eingeweiht. An einer frei stehenden Betonwand sind unter dem Kreuz eine Reihe von Tafeln mit den Namen der Gefallenen angebracht. |
Innenausstattung
Der eingezogene,
einjochige Chor (4 x 3,30 m) und das vierjochige
Langhaus (13,7 x 6 m) sind von einem schönen Netzgewölbe
überzogen, das sich auf Wandvorlagen und dreikantige Pilaster
an den Seitenwänden stützt. Neben den oben halbrund geformten Fenstern
sind drei Rundfenster eingebaut.
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Der frühbarocke Hochaltar mit Säulen
und Pilastern wurde um
1630 gestaltet. Nach der Kirchenrechnung führte Hannß Pillmayr
die Schreinerarbeiten aus; der über Dachau hinaus bekannte Künstler
Constantin Pader schnitzte für den Altar 10 Figuren, die von
Christoph Pfaab gefasst, d.h. bemalt wurden. Bei der Restaurierung und
dem Umbau des Altars 1887 blieben aber nur wenige Originalteile erhalten.
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| Hinweise: Jakobus der
Ältere war der Sohn des Fischers Zebedäus und der ältere Bruder des Jüngers
Johannes. Er zählte neben seinem Bruder und Petrus zu den drei bevorzugten
Jüngern, die bei der Verklärung Jesu und in seiner Todesangst im Garten
Gethsemane zugegen waren. Der Überlieferung nach verkündete er nach Pfingsten
in der Gegend um Samaria und Jerusalem das Evangelium, bis er durch König
Herodes Agrippa I. von Judäa im Jahr 43 geköpft wurde; Jakobus war somit
der erste Märtyrer unter der Aposteln (Ap 12, 1 - 2). Johannes der Evangelist und Johannes der Apostel werden in der Überlieferung und in der Kunst häufig gleichgesetzt, obwohl es sich um zwei verschiedene Personen handelt. Der Evangelist Johannes lebte wohl erst um das Jahr 95. Auf die Insel Patmos verbannt, schrieb er dort die Apokalypse, das Buch der "Offenbarung". Die Schlange im Kelch erinnert an den Versuch, Johannes in Ephesus zu vergiften. Das Gift entwich dem Kelch in Form der Schlange. |
| Die zweiflügelige Tür im erhöhten mittleren Teil ist mit vergoldeten Trauben- und Ährenreliefs geschmückt, die auf den dahinter aufbewahrten Leib und das Blut Christi hinweisen. Vor der Tabernakeltüre steht ein Kruzifix mit vergoldetem Kreuzesstamm (18.Jh.). | In seitlichen Nischen, die durch kleine, kannelierte Säulchen abgetrennt sind, und unmittelbar neben dem Tabernakel, sind Figuren der vier Evangelisten angebracht. Sie halten eine offene Bibel in der Hand; zu ihren Füßen ist ihr jeweiliges Attribut (St.Markus/Löwe, St.Lukas/Stier, St.Johannses/Adler, St.Matthäus/Mensch) zu sehen. |
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Hinweis: Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die seit dem 12. Jh übliche Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit (unter anderem Namen) zur Aufbewahrung verwandelter Hostien für die Sterbenden. Seit dem hohen Mittelalter wurde er auch Ort der Anbetung und Verehrung Christi in der Gestalt dieses eucharistischen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545-63) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Doch diese Vorschrift wurde in Deutschland, wo man lange daran festhielt, die heiligen Hostien in Wandschränken und Sakramentshäuschen aufzubewahren, erst im 18. Jahrhundert umgesetzt. Das 2. Vatikanische Konzil (1962-65) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder modernisierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen frei auf einer Säule. |
| Das 1887 bei der großen Altarrestaurierung von Josef A.Müller aus München geschaffene Antependium des Hochaltars ist in drei Felder gegliedert. In den beiden äußeren Feldern sind Engelsköpfe angebracht. Das mittlere Feld ist mit einem Holzrelief aus dem 16.Jh verziert, das den aus der Grabkufe aufsteigenden, wundenweisenden Christus ["lmago pietatis'') zeigt. Jesus wird von zwei Engeln begleitet, die den Mantel offen halten. Vor 1887 befand sich das Relief auf dem Friedhof. |
| Hinweis: Der Figurentypus des lmago pietatis geht der Überlieferung zufolge zurück auf Papst Gregor den Großen, dem bei einer Messe über dem Altar die Leidenswerkzeuge Christi und der lebend aus der Grabkufe aufsteigende Schmerzensmann erschienen sein soll. Aus den Wundmalen habe sich das Blut in den auf dem Altar stehenden Kelch ergossen. Die Figur wird auch Erbärmdechristus genannt. Der aufrecht stehende, mit einem Lendentuch bekleidete und oftmals die Dornenkrone tragende Christus zeigt seine Wunden. Aus dieser Darstellung des Erbärme-Heilands entwickelte sich der Salvator Mundi, der Welterlöser oder der Auferstandene mit der Siegesfahne in der Hand, dessen Gesichtszüge mehr die Glorie als die Schmerzen widerspiegeln. |
| An der Rückseite des Altaraufbaus ist ein sehr schönes barockes Kruzifix angebracht. Es dürfte sich hier sicher nur einen vorübergehenden Aufbewahrungsort handeln. Wo das Kruzifix früher stand, ist mir leider nicht bekannt. | Bei diesem Kruzifix handelt es sich um einen sog.Viernageltypus. Die Beine liegen nebeneinander am Kreuzstamm auf, jeder Fuß ist von einem Nagel durchbohrt, zusammen mit den Nägeln der Arme also vier, daher die Bezeichnung "Viernageltypus". Diese Darstellung war in den ersten 1200 Jahren des Christentums üblich. Seit der Gotik |
| werden die Beine des Gekreuzigten auf Darstellungen im Allgemeinen nicht mehr nebeneinander, sondern übereinandergeschlagen wiedergegeben. Die Füße sind nur mit einem Nagel am Kreuz befestigt, daher heißt die Gestaltungsweise "Dreinageltypus". |
Bilder
und Fresken an den Wänden des
Altarraums
|
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In
den Mauernischen beidseits des Choraltars sind Reliefs angebracht:
Auf der linken Seite sind die Heilige Familie mit Josef und Maria, dazwischen Jesus und darüber die Hl.Geist-Taube dargestellt und von einem ausladenden, vergoldeten Rokokorahmen umgeben. Das Relief stammt aus dem Anfang des 18.Jh. Auf der rechten Seite ist die Beweinung Jesu nach der Kreuzabnahme, umgeben von Eichenlaubschnüren zu sehen. Dieses mit "Hoerhager und Maurer, Mch" signierte Holzrelief stiftete entsprechend einer Aufschrift "Familie Deichl, Wenger dahier am 1.3.1912. Der Rahmen ist neugotisch. Hinweis: Die Beweinung Christi wird in der Bibel nicht erwähnt. In der Kunst finden sich die ersten Darstellungen erst rd. 1000 Jahre nach Christi Tod, nachdem Symeon Metaphrastes dieses Ereignis in seinem Buch beschrieben hat. Nördlich der Alpen kommt die Darstellung erst im 13. Jh auf. |
| An der Chornordwand ist ein vom Landrichter Georg Pettenbeck gestiftetes Fresko aus der Zeit um 1600 zu sehen. Im oberen, spitzbogig zulaufenden Teil ist die Hl.Dreifaltigkeit beim Jüngsten Gericht zu sehen. Im darunter liegenden rechteckigen Feld ist die Schutzmantel-Madonna dargestellt. Zu Füßen der Madonna knien betend der Richter Pettenbeck und seine zahlreiche Familie, während Engel einen weiten Mantel schützend um sie halten. |
| Hinweis:Der Bildtypus der Schutzmantelmadonna
ist bei uns seit dem 14.Jh verbreitet. Er wurde vor allem von den Zisterziensern
und Dominikanern gefördert. Die Darstellung geht auf den Mantelschutz im
alten Rom (lateinisch velamentum) zurück, den man Verfolgten gewähren
konnte. Abgeleitet davon, entstand die Darstellung der Schutzmantelmadonna.
In alten Schriften wird das Motiv der Schutzmantelmadonna mit dem lateinischen
Terminus auch als |
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In acht Detailbildern werden bedeutende Stationen des Lebens von der Geburt
bis zur Krönung im Himmel dargestellt. Darunter sind auch Begebenheiten,
die nicht in der Bibel, sondern nur in Legenden beschrieben werden. Die Gemälde (Öl auf Leinwand) dürften aus der 1.Hälfte des 18.Jh stammen. |
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Im Einzelnen sind von links oben bis rechts
unten zu sehen: |
| Zugang zum Turm an der Nordseite des Altarraums besitzt noch die schöne Spitzform, die auf die Erbauungszeit der Kirche in der Zeit der Gotik (1496) hinweist. |
Das Gewände ist durch fünf hintereinander liegenden Pilastern profiliert (gut zu sehen auf dem vergrößerten Bild, das Sie durch einen Klick auf das kleine Bild rechts erhalten). |
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Vier
der Fenster im Altarraum sind mit Glasgemälden ausgestattet. Die darin dargestellten
Heiligen sind -dem Zeitgeschmack um die Jahrhundertwende vom 19. ins 20.Jh entsprechend-
von vielen neugotischen Verzierungen umgeben.
| Links
ist Maria, die Mutter Jesu
dargestellt, mit dem Kind auf dem linken Arm. Maria ist in das traditionelle
rot-blaue Gewand gekleidet. Sie trägt eine Krone auf dem Haupt und
ein Zepter in der Hand. Das Jesuskind hält den Reichsapfel auf dem
Schoß und segnet den Betrachter. Der Text unter dem Bild lautet: "Zum
Andenken an Maria Kleber, 1888". |
Rechts ist der Vater Jesu, der hl.Josef zu sehen. Er ist ebenfalls in ein sehr kostbares Gewand gekleidet und hält in der Hand eine Lilie. Seit dem Mittelalter gelten weiße Lilien als Symbol für Reinheit und Keuschheit. In der Hand Josefs soll diese Blume letztendlich besagen, dass Josef eine nach ihm benannte "Josefsehe" führte und er deshalb nicht der natürliche Vater Jesu gewesen sein kann. Der Text unter dem Bild lautet: "Gestiftet im Jahre des Heils 1890 von J. und S. Kleber". |
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| Das dritte Fenster zeigt eine hl.Sofia mit Kelch und Kreuz in den Händen. Im Heiligenkalender gibt es zwei hl.Sofias: Die Märtyrerin von Rom um 304, deren Fest am 15.Mai gefeiert wird ["kalte Sophie") und die Gründerin des Ordens vom Heiligsten Herzen (1779-1865). Das Fenster wurde 1896 ebenfalls von der Fam. Kleber, Josef und Sophia, gestiftet und von der Kgl. Bay. Hofglasmalerei Franz X.Zeltler, Mch ausgeführt. | Das vierte Fenster ist dem hl.Nikolaus gewidmet. Er ist im Bischofsornat dargestellt, in der Hand eine Bibel, auf der drei goldene Kugeln liegen. Die Kugeln soll er der Legende nach heimlich einer armen Familie gegeben haben, damit der Vater seine drei Töchter nicht zur Prostitution bewegen musste. |
| An den Wänden des Kirchenschiffs ist seit 2006 wieder das renovierte Chorgestühl aus der Zeit der 2.Hälfte des 19.Jh angebracht. Der Mittelteil der Rückwand sind Türen eingearbeitet, hinter denen die Hl.Öle aufbewahrt werden können. |
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Am halbkreisförmigen,
im 17.Jh veränderten Chorbogen hängt das große Steinkirchner
Kreuz, das im Jahre 1902 aus Steinkirchen nach Mitterndorf kam. Es
handelt sich um ein spätgotisches Kunstwerk (um 1600).
Hinweis: In den frühchristlichen Kirchen wurde das Kreuz ohne den Corpus des Gekreuzigten angebracht. Dann aber wurde Christus am Kreuz als lebender und über den Tod triumphierender, göttlicher Sieger mit geöffneten Augen und in aufrechter Haltung dargestellt. Erst im hohen Mittelalter (etwa seit dem 12. Jh) setzte sich die Abbildung des leidenden und toten Gekreuzigten, die Betonung des Menschseins Jesu durch, wie wir es von unseren Kirchen kennen. |
| Seit
2006 steht in der Kirche ein neuer Zelebrationsaltar
und ein neues Ambo. Sie waren zusammen
mit dem neuen Priestersitz am 1.Oktober vom Weihbischof Dr.Haßlberger
geweiht worden. Das dreiteilige Ensemble ist aus patinierter Bronze gefertigt
und wurde von den Künstlern Toni und Hannah Stegmayer aus Kiefersfelden
geschaffen. Nach ihrer Aussage wirken Altar und Ambo durch ihre Schlichtheit
und Eleganz. Die Kosten von 60.000 Euro teilten sich Pfarrei und Bistum. |
| Hinweis: Das Ambo (griech. ámbon = erhöhter Rand) war im Frühchristentum und Mittelalter eine erhöhte Plattform an der altchristlichen Chorschranke in der Kirche zum Vorlesen und Vorsingen liturgischer Texte (Epistel, Evangelium); ab dem 13. Jahrhundert wurde die Funktion des Ambos von der Kanzel übernommen. In neuester Zeit ist das Ambo wieder fester Bestanteil in der Ausstattung der Kirchen. Von hier aus werden Lesungen, Evangelium, Predigten und Kantorengesänge vorgetragen. |
| Auch das Langhaus ist von dem beeindruckenden Netzgewölbe überzogen, das an den Seitenwänden in Pilastern endet. Die Rippen des Gewölbes sind noch sehr gut erhalten. Einziger zusätzlicher Schmuck ist die Abdeckung des sog. Heilig-Geist-Lochs, auf der eine Hl.-Geist-Taube vor goldenem Hintergrund gemalt ist. | Das sog.Heilig-Geist-Loch oder Pfingstloch in der Decke dient in erster Linie der Entlüftung der Kirche. An Pfingsten wurde es früher aber auch für eine Art Schauspiel genutzt: Während des Gottesdienstes wurde von oben entweder eine lebende weiße Taube freigelassen oder eine hölzerne Taube als Symbol für den Hl. Geist an einer Schnur hinuntergelassen. |
Die Kirche hat keine Seitenaltäre mehr. Wann sie entfernt wurden ist nicht bekannt. 1560 waren 3 Seitenaltäre beschrieben. 1817 wurden sie als uralt und vermodert bezeichnet, beschädigt durch einen Blitzschlag am hl.Kreuztag im Jahr 1810. Erst vierzig Jahre später, im Jahr 1849 (und noch einmal 1885), wurden sie restauriert. Im Jahr 1910 klagte der Generalkonservator Georg Hager, "das Innere der aus der spätgotischen Zeit stammenden Pfarrkirche hat durch die neuen modernen Renaissancealtäre und die modernen Glasmalereien an Wert verloren". Die letzte Spur ist ein Privatfoto von 1950, auf dem beiden Seitenaltäre noch zu sehen sind."
| An der Stelle des linken Seitenaltars ist nunmehr eine Muttergottesfigur zu sehen. Die Holzplastik aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts zeigt Maria thronend, mit einer Krone auf dem Haupt, als "zweite Eva''. Mit dem rechten Arm trägt sie das Jesuskind, das in seiner rechten Hand eine Traube hält, während es mit der linken Hand nach dem auf den Sündenfall im Paradies bezogenen Apfel greift, den ihm seine Mutter zeigt. Die Geste symbolisiert seine Bereitschaft zum Erlösungswerk. Die Muttergottes von Mitterndorf war in den Jahren 1626, 1636 und 1648, also während des Dreißigjährigen Krieges, das Ziel von Kreuzgängen der Marktgemeinde Dachau. |
An der rechten Seite steht die Figur von Johannes dem Täufer mit einem Kreuzstab in der Hand, um den ein Schriftband mit dem Text "Ecce Agnus Dei" (seht das Lamm Gottes) geschlungen ist . Die Figur wurde um 1500 (andere Quelle: 17.Jh.) geschnitzt.
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Hinweis: In der Fastenzeit wird in sogenannten Kreuzwegandachten der Leidensweg Jesus anhand der Bilder in der Kirche betend und meditierend "nachgegangen". Wenn Sie mehr über den Kreuzweg und seine Darstellungen in Kirchen des Landkreises erfahren wollen, klicken Sie hier...
Hinweis: Die Apostelleuchter erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlische Jerusalems. |
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Die Kirchenbänke haben
spätklassizistische Wangen und dürften somit aus dem Beginn des
19.Jh stammen. Die Muster (Blüte und waagrechte Kette) gleichen jenen,
die in der Welshofener und in der Rumeltshausener Kirche zu sehen sind.
In den Kirchen des Landkreises Dachau gibt es an den Wangen der Kirchenbänke viele verschiedene Muster. Wenn Sie daran interessiert sind, klicken Sie hier... |
| Die Figuren St.Nikolaus und Korbinian, das Lamm und die Taube an der Kanzel sollen von Constantin Pader stammen. St.Augustinus ist als Bischof mit seinem Attribut, einem kleinen Engel mit Schöpfgefäß, dargestellt. |
Auch St.Korbinian ist
in Bischofsgewänder gekleidet. Zu seinen Füßen leckt sich
ein Bär seine Tatzen. Das Herz Jesu ist von einer Dornenkrone, das
Herz Marias von einem Kranz aus Rosen umwunden.
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| Hinweis:
Augustinus war um das Jahr 40 Bischof von Hippo. Nach der Legende sah er
ein Kind, das mit einer Muschelschale das Wasser des Meeres auszuschöpfen
versuchte. Als Augustinus das Kind auf die Aussichtslosigkeit seines Tuns
aufmerksam machte, erwiderte es, dass sein Tun nicht weniger aussichtslos
sei als der Versuch, das Wesen der Dreifaltigkeit Gottes zu ergründen. Der Bär bei St.Korbinian, dem Bischof von Freising (um 720) ist auf die Legende zurückzurühren, nach der auf einer Romreise Korbinians ein Lasttier von einem Bären angefallen wurde. Korbinian zwang daraufhin den Bären, selbst die Last zu ragen. |
| Gegenüber der Kanzel an der Südwand hängt ein großes Kruzifix aus dem 18.Jh. Das Kruzifix wird Kanzelkreuz genannt, weil es in der Regel der Kanzel gegenüber an der Wand angebracht ist. Es erinnert den Prediger an den 1.Korintherbrief (1,3), in dem der hl.Paulus schreibt: "Wir predigen Christus als den Gekreuzigten". Die Ansprache soll nicht weltliche Dinge, sondern den Tod und die Auferstehung Christi zum Inhalt haben. | Unter dem Kreuz steht die Mater dolorosa, die sog. schmerzhafte Muttergottes. Durch ihre Brust dringt ein großes Schwert, das an das Simeonwort im Lukasevangelium (Kap 2,35) bei der Darstellung im Tempel erinnert: "Dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen". |
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Unter der Empore steht der 119 cm hohe Taufstein aus Graumarmor (18.Jh). Er besteht aus einem balusterförmig gestalteten Unterteil und einem nicht dazu passenden, bauchigen Holzdeckel. Dieser Deckel ist in acht Felder gegliedert und blau-violett (wie der Tabernakel) marmoriert. Auf dem Deckel stehen sehr schöne Figuren von Johannes dem Täufer, der den vor ihm knienden Jesus tauft. Im Hintergrund ein Baumstumpf, auf dessen Spitze die strahlenumglänzte Heilig-Geist-Taube erscheint. Nach der Bibel (Mtt 3,16) "tat sich der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabsteigen und auf ihn kommen". |
| Hinweis: Die Taufe der frühen Christen fand ursprünglich im Freien statt, überall dort, wo fließendes oder stehendes Wasser vorhanden war. Mit der Verlegung der Taufe in den Kircheninnenraum schuf man dort eigene Taufbecken. Als sich im 11.Jh die Praxis der Kindertaufe weitgehend durchsetzte, begann man mit der Errichtung erhöhter Taufgefäße; die Bodenbecken erwiesen sich für die Kindertaufe als weniger geeignet. Das Taufbecken ist meist aus Stein. Es hat in der Regel eine achteckige Form, weil die Zahl acht und das Achteck als Symbol für Erneuerung, Wiedergeburt und Herrschaft angesehen werden. Taufbecken und Deckel sind meist mit ornamentalem oder architektonischem Zierrat geschmückt. In der Barockzeit wurde auf dem Deckel häufig die Taufe Jesu figürlich dargestellt. |
Die Empore aus dem Jahr 2000 ist sehr modern gestaltet (Pläne Arch.Kießling). Die Vorgängerempore, eine Doppelempore aus der Zeit um 1910 musste damals wegen statischer Probleme abgebrochen werden. Die Frage der Harmonie mit den alten Teilen der Kirche wurde auf den Leserbriefseiten der örtlichen Zeitungen sehr kontrovers diskutiert. Machen Sie sich selbst ein Bild.
1846 war vom Mammendorfer Orgelbauer Peter Moser eine Orgel aufgestellt worden.Sie war in einem dreiteiligen Gehäuse mit einfachen, klassizistischen Formen untergebracht. Sie hatte folgende Disposition:
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Manual
(C-c'", kurz): CO 8', Flöte 4', Principal 2', Qu 1 1/2, Mixtur 2fach
1' |
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Manual
(C-f "): Gamba 8', Dolce 8', Gedeckt 8', Principal 4', Flöte 4', Octav
2', Mixtur 3fach 1 1/3'. |
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Die heutige Orgel
ist ein Werk der Firma Christoph Kaps in Eichenau. Sie wurde am 14.10.2001
eingeweiht. Die Orgel Sie besitzt jedenfalls neben dem Pedal zwei Manuale
und hat die |
Früher befand sich an der Südseite ein Kalkstein Epitaph des Landrichters und Kastners von Haag Georg Pettenpeck aus dem Jahr 1600 mit einem Dreipass-Relief, in dem das Wappen des Verstorbenen abgebildet war. Es bestand aus Solnhofener Stein und hatte eine Breite von 45 cm und eine Höhe von 54 cm. Pettenbeck hatte das Schutzmantelmadonnen-Fresko im Chor in Auftrag gegeben; er ist dort mit seiner Familie auch abgebildet.
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Die Eingangstüre
der Kirche an der Westseite dürfte noch aus dem Ende des 19.Jh stammen.
Sie ist mit Profilbrettern mit neugotischen Mustern verziert und besitzt
auch noch die neugotischen Beschläge. Der Türklopfer ist um
100 Jahre älter und stammt aus dem 18.Jh. |
| Fast schon futuristisch mutet der um das Jahr 2000 nach Plänen des Architekten Kießling neu gestaltete Eingangsbereich mit der Treppe von der Straße aus an. Er wurde vor einigen Jahren als besonders gelungenes Bauwerk prämiiert. |
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Mitterndorf
besitzt einen der ältesten und schönsten Pfarrhöfe.
Der zweigeschossige Satteldachbau steht am Berg oberhalb der Kirche. Erbaut
wurde er 1752 von Anton Glonner (1723-1797) aus Dachau, auch am Bau der
Kirchen in Breitenau, Vierkirchen, Dachau-St.Jakob, Sulzrain und Rudelzhofen
beteiligt war. Wenn Sie noch andere Pfarrhöfe im Landkreis sehen möchten, klicken Sie hier.... |
| Im Jahr 1893 befanden sich an der Ostwand des Chores zwei etwa 1m hohe Reliquiarien aus Holz. Sie hatten einen altarartigem Aufbau und waren mit in Kupfer getriebenen versilberten Reliefs verziert, die die Himmelfahrt und die Krönung Mariä zeigten. Sie waren um 1670 geschaffen worden. Riel/Bezold bezeichneten sie in ihrem Bericht von 1893 als: Ziemlich unbedeutend. |
Heiliges Grab
An Karfreitag und Karsamstag stand auch in Mitterndorf früher ein Heiliges Grab "mit Blattpflanzen und Blumen reich geschmückt", wie es in einem Bericht des Amperboten von 1933 heißt. Tagsüber sei das ganz verdunkelte Gotteshaus ständig von den Gläubigen besucht worden. Am Abend sei als hervorragender musikalischer Genuss für die Gläubigen eine Grabmusik geboten worden, die aus der Karfreitagskantate "Am Kreuz Jesu auf Kalvaria" für Chor, Soli und kleine Orchesterbesetzung bestand. Wenn Sie den Zeitungsbericht lesen möchen, klicken Sie hier...
Hans Schertl
Quellen:
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums
Freysing, 1849/50
Bezold/Riel, Kunstdenkmale
des Königreichs Bayern, 1893
Amperbote vom 12.08.1924, 04.07.1931,
29.09.1931, 10.04.1933,
3.7.1934
Dachauer Nachrichten vom 07.02.1953 ,
30.10.2003, 5.10.2006
Max Gruber, Konstantin Pader als Bildhauer, Amperland 1965/1
Max Gruber,
Die Dachauer Schloßmaurerfamilie Glonner, Amperbote 1966 (Gregor Glonner)
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/3
Georg Brenninger, Orgeln in Altbayern, 1978
Georg Brenninger, Kunsttopographie des Erzbistums München und Freising,
1982
Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres
1560, 1986
Josef Mass, Geschichte
des Erzbistums München und Freising, 1986
(Wallfahrt Andechs)
Max Gruber, Im Amperland tätige Zimmermeister, Amperland 1986/4
Robert Böck,Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des Dachauer
Landes, 1991
Dr. Manfred Kudernatsch, Hubert v.Bonhorst, 500 Jahre Pfarrkirche Mitterndorf,
1996
Robert Böck, Kirchenrechnungen Landgericht Dachau, 1996 (Umbau 1730)
Internetseite Erzbistum München und
Freising, Geschichte unserer Kirchen, Mitterndorf 2007 (Alter Joh.Bapt.)
Vier Pfarreien verbünden sich, Dachauer Nachrichten vom 20.7.2011
Eckart Bieger, Das Bilderlexikon der christlichen Symbole, 2011
(Netzgewölbe)
53 Bilder: Hans Schertl
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14.7.2011
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Wie hat man sich einen Kirchenbau im Frühmittelalter in unserer Region vorzustellen?
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Er war meist aus Holz gebaut und die Größe des Innenraumes betrug, je nach Größe der Gemeinde, 80 bis max. 150 qm. Man betrat die Kirche in der Regel durch einen einzigen Eingang. Der Innenraum war durchwegs von rechteckigem Grundriss. Das Kircheninnere war durch eine querverlaufende Schranke in einen Laienraum und in ein dem Klerus vorbehaltenes Presbyterium geteilt. |
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Im Laienraum gab es keine feste Bestuhlung im Sinne von Kirchenbänken. In dem einen oder anderen Fall konnte eine an der Wand entlangführende Bank festgestellt werden.
Das Presbyterium (Altarraum), das häufig ein Drittel der Kirche ausmachte, wurde in der Regel durch eine halbrunde oder rechteckige Apsis nach Osten zu abgeschlossen. Zwischen Apsis und dem einfachen Steinaltar mit dem Reliquienkästchen befand sich -halbrund aufgestellt- die Priesterbank.
Dr. Manfred Kudernatsch
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Pfarrer
seit
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Name |
Sonstiges |
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1314
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Heinrich | in einer Urkunde als Zeuge genannt |
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1452 |
Ulrich Stampfrock | |
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1460 |
Hans Lod | |
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1485
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Georg Lackhner | |
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1493-98
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Sigmund Stigler | |
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1502-24
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Wilhelm Wylzinger | |
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1524-28
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Thomas Lämpl | |
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1546
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Augustin Gebhard | aus Polling |
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1570-1575
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Andreas Kaiser | danach Pfr. in Einsbach |
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1575-1579
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Salomon Heß | danach Pfr. in Dachau |
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1579-1592
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Vitus Lauchner | auch Pfr. in Dachau/Jakob |
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1597-1607
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Johannes Praun | Vicar |
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1605
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Michael Popp | auch Pfr. in Dachau/Jakob |
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1609
|
Abraham Gindter | Vicar |
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1612
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Georg Wagner | auch Pfr. in Dachau/Jakob |
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1619-1658
|
Georg Schäbl | Vicar |
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1622
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Caspar Khölbl | auch Pfr. in Dachau/Jakob |
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bis 1652
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Bartholomäus Holzner | auch Pfr. in Dachau/Jakob |
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1659
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Marcus Weber | |
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1659-1665
|
Joh.Bapt. de Paulis | |
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1665
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Johann Kuttendreyer | |
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1669-1677
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Joh.Caspar Erhardt | ist vor dem St.Annaaltar begraben |
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1677-1690
|
Georgius Schädl | |
|
1690
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Matthias Schmidtner | Provisor |
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1690-1711
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Michael Schädl | im Altarraum begraben |
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1705-1711
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Balthasar Rambsmayr | |
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1711-1736
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Franz Damian Mayr | in der Kirche begraben |
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1736-1773
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Joseph Adam Öfele | gest. 1775 |
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1773-1776
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Corbinianus Widmann | Provisor |
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1776-1784
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Joseph Hüttinger | später Pfr. von Anzing |
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1784-1793
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Joseph Stoeger | später Pfr. von Dachau, gest.1816 |
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1793-1827
|
Bartholomäus Reichhuber | gest. 2.4.1827 |
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1828-1840
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Balthasar Weiler | aus Erding, gest. 1844 |
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1840-1841
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Schöttl | Vicar |
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1841-1858
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Peter Gabler | aus Arrach, gest. am 13.2.1858 |
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1858-1875
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Carl August Grill | danach Benefiziat in Nymphenburg |
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1875-1884
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Dr. Aloys Gintersberger | aus Weikertsheim, danach Pfr. in Oberbergkirchen |
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1884-1891
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Dr. jur.Theodor August Müller | aus Köln, danach Pfr. in Forstinning |
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1891
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Franz Rolef | Vikar |
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1891-1896
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Sebastian Endl | aus Albaching, danach Pfr. von Sittenbach |
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1897-1901
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Georg Schneller | aus Ampertshausen, danach Benefiziat in Höhenkirchen |
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1902-1923
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Ludwig Wittmann | aus Gachenbach, danach Pfr. von Oberweikertshofen |
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1923
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Josef Bauer, | Pfarrvikar |
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1923-1931
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Joh.Bapt.Gress | aus München, danach Pfr. v. Wiesent /Diöz.Regensbg |
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1931-1961
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Ludwig Eicher | aus Jägersdorf |
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1969-1994
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Dr.Joseph Magobeko | Pfarradministrator |
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1994-
|
Johannes v.Bonhorst | Pfarradministrator |
|
derzeit
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Richard Nowik | Pfarradministrator |