zur
Landkreiskarte Ausführl.Beschreibg
Kirchen i.d.Gem. Bergkirchen
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Filialkirche St.Nikolaus in DEUTENHAUSEN
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Kurzbeschreibung Die Ortschaft Deutenhausen wird erstmals 789 als "Tetinhova", 895 als "Tutinhusa" erwähnt, was so viel heißt wie "Haus des Te(u)to". Bis zum Jahr 1848 bildete Deutenhausen mit dem nahegelegenen Schlosssitz Eisolzried eine Hofmark.
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Inneneinrichtung Die barocke Altarausstattung in schwarz-goldener Fassung stammt aus der Zeit um 1670 oder 1680. Auf dem Hochaltar stehen die Figuren von Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm (beide bekrönt), flankiert von den Heiligen Nikolaus mit Bischofsstab, Buch und drei goldenen Kugeln sowie des hl. Sebastian (mit Pfeilen in der Hand und dem flachen Fürstenhut auf dem Kopf). Außen stehen Skulpturen der Heiligen St.Blasius (mit Kerze) und St.Florian (mit Fahne und Wasserschaff). Der Tabernakel ist eine viersäulige, spätbarocke Intarsienarbeit. An den Chorwänden befinden
sich: |
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Auf den Seitenaltären
stehen links gotische Figuren von Maria Magdalena (mit Salbbüchse)
und den Wetterheiligen Johannes und Paulus (mit Schwertern). Auf dem
rechten Seitenaltar eine Figur von St.Leonhard (mit Ochs und Pferd) und
ein Gemälde des hl.Vitus (im Ölkessel).
An der Nordwand ist die spätbarocke Kanzel von 1780 angebracht.
Auf der Brüstung die Attribute der vier Evangelisten.
Die Orgel
ist neu, sie wurde am 20. Dezember 1998 eingeweiht.
Eine Besonderheit sind die außergewöhnlich schönen und großen
Apostelleuchter.
In der Sakristei ist noch ein Lavabo zu sehen.
Ausführliche
Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen
Hinweisen
Deutenhausen wird erstmals 789 als "Tetinhova", 895 als "Tutinhusa" erwähnt, was so viel heißt wie "Haus des Te(u)to". Bis zum Jahr 1848 bildete Deutenhausen mit dem nahegelegenen Schlosssitz Eisolzried eine Hofmark; eine frühere Inschrift in den Kirchenbänken wies darauf hin, dass die erste Bank links und rechts in der Kirche für das "Schlossgut Eisolzried" bestimmt waren. Das Schloss Eisolzried wurde 1889 -zusammen mit der Schlosskapelle St.Leonhard - abgebrochen. Aber auch in Deutenhofen selbst soll eine Burg bestanden haben. Jedenfalls wird solch ein Bauwerk der Herren von Deutenhausen um 1155 erwähnt. Von ihr ist aber nichts mehr erhalten. auf jeden Fall ist die Gegend um Deutenhofen schon in der Römerzeit besiedelt gewesen. Denn man hat 1911 auf dem Wolfsacker nördlich von Deutenhausen einen römischen Ziegelofen freigelegt (dazu ein Zeitungsbericht).
Konradinische Matrikel von 1315
Die Kirche wird erstmals 1315 in der Konradinischen
Matrikel als "Tävtenhausen" genannt. Sie soll bereits
im gotischen Stil erbaut gewesen sein und kann damit nicht lange vorher errichtet
worden sein. Damit wäre Deutenhausen wohl eine der ältesten gotischen
Kirchen im Landkreis. Nach anderen Quellen wurde die jetzige Kirche erst in
spätgotischer Zeit (16.Jh) errichtet. Von dieser Kirche, ob um 1300
oder 1550 erbaut, stammen noch der heutige Chorraum und der untere Teil
des Turms.
Sunderndorfer'sche Matrikel
von 1524
In der Sunderndorfer'sche
Matrikel von 1524 wird erstmals das Patrozinium der Kirche genannt
("s.Nicolai in Deuttenhausen").
Visitationsbericht von 1560
Im Jahr 1560 hatte
der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs
Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer
und Pfarreien angeordnet. Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch
herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die
Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls
in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt
hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten Einblick
in die religiöse Situation der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte
festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholischen
Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer
die Lebensführung der Pfarrer (der in Bergkirchen hatte 12 Kinder) sowie
Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse. Im Bericht über
die Pfarrei Bergkirchen ist auch die Filiale "s.Nicolaus in Deutenhausen"
kurz erwähnt. Leider fehlt die Aussage des Kirchenpflegers. Nur der Bericht
über die Inaugenscheinnahme des Visitators ist noch erhalten. Darin steht,
dass das
Allerheiligste wurde "wol beschlossen und beleucht", aber liturgisch
unrein aufbewahrt werde. Das Taufwasser befinde sich in einem Krug ["Baptismus
ist in aim kruegl"]. An liturgischen Geräten waren vorhanden: 2 Kelche,
eine kleine Monstranz aus Messing, 2 Messbücher, 1 Liturgiebuch, ain Kantorenbuch
und 3 Messgewänder ["3 ornät"]. Der kurze Bericht über
Deutenhausen schließt mit dem Satz "sonst kain mangel".
Wenn Sie ganzen Bericht über die Pfarrei Bergkirchen -in heutigem Deutsch-
lesen möchten, klicken Sie hier...
Schmidt'sche Matrikel von 1738/40
In den Jahren 1738 bis 1740, hatte der Freisinger Kanonikus Schmidt
alle Pfarreien der Diözese Freising besucht und auch die Filialkirchen kurz
beschrieben (Schmidt'sche
Matrikel). Zur "Ecclesia
filialis s.Nicolai in Deutenhausen" bemerkt er, die Kirche sei ein durchschnittlicher
Bau, der eine Reparatur nötig habe. In der Kirche stünden drei Altäre,
die dem hl.Nikolaus, den Heiligen Martyrern Johannes und Paulus sowie dem hl.Georg
geweiht seien. Sonntagsgottesdienste würden
abwechselnd mit Oberbachern gefeiert. Außerdem fänden Messen an vielen
Marienfesten und am Thomastag statt. Das Kirchweihfest falle auf den Sonntag
nach Michaeli (29.9.). Außerdem gebe es eine Wochenmesse; dies gehe aus
einer Visitationsakte von 1705 hervor, schreibt Schmidt. In der Sakristei würden
die notwendigen Messgewänder aufbewahrt. Im Friedhof stehe ein Beinhaus
(in das die Gebeine der Toten nach der Exhumierung einige Jahre nach der
Beerdigung gebracht worden sind). Im Turm hingen zwei geweihte Glocken.
Die Einnahmen der Kirche verwalteten der
Pfarrer von Bergkirchen und der Hofmarksherr in Eisolzried, der Herr von Ruffini.
Der Bericht schließt mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das
völlige Vermögen dises Gottshauses wirdet sich diser Zeit gegen 700
fl. (=Gulden) belauffen".
Umbau
1792
Im späten 18. Jh. wurde das Langhaus von Grund aus umgebaut. Vielleicht
war das 1792 der Fall; diese Jahreszahl ist auf eine der Sollnhofer Platten
an der Chortreppe geschrieben ist. Dabei wurden im Chor die Rippen des Gewölbes
abgeschlagen. Das Langhaus bekam ein einfaches Tonnengewölbe und rundbogige
Fenster. Der Turm wurde durch einen achteckige Aufsatz erhöht.
Beschreibung 1874
Um das Jahr 1870 hat der Dombenefiziat Anton Mayer eine Statistische Beschreibung
des Erzbisthums München-Freising erstellt und 1874 als Buch veröffentlicht.
Über Deutenhausen ist zu lesen, dass
in dem an der Vicinalstraße (Ortsverbindungsstraße) nach
Kreuzholzhausen gelegenen Ort 201 Gläubige in 36 Häusern lebten (ebensoviele
wie in Bergkirchen). Über die Kirche schreibt Mayer: "Alter unbekannt.
Ursprünglich gothischer Stil. Zu klein und ruinos. Baupflicht am Kirchengebäude
die Kirche, am Cemeterium (Friedhof) die Gemeinde. Kuppelthurm mit 2
Glocken. Drei Altäre. Orgel mit 5 Registern. Gottesdienste:an den Sonntagen
abwechselnd mit Oberbachern und an manchen Festtagen. Stiftungen: 8 Jahrtage,
8 Jahrmessen und 11 Monatsmessen. Bittgang um die Felder cum Sanctissime (mit
dem Allerheiligsten) mit 4 Evangelien(stationen) am Dreifaltigkeits-Sonntag.
Meßner ein Gütler, Cantor der Lehrer. Kirchenvermögen: 5782
Gulden".
1933 wurde die Friedhofsmauer
neu errichtet (siehe Bericht...)
1935 hat man das Dach erneuert.
Berichte
aus dem Pfarrleben
Die Dachauer Zeitungen
haben in den letzten 120 Jahren immer wieder aus dem Leben der Pfarreien im
Landkreis berichtet. Diese meist in blumiger Sprache geschriebenen Berichte
befassen sich nicht unmittelbar mit dem Kirchengebäude, vermitteln aber
einen ergänzenden Eindruck aus der damaligen Zeit. Ein Zeitungsbericht
vom 20.5.1932 schildert den Pfingstausflugs des Kath.Burschenvereins.
Wenn Sie Interesse an den Berichten haben, klicken Sie
hier....
Die Filialkirche liegt am südwestlichen
Dorfrand auf einer Anhöhe inmitten eines 1974 neu ummauerten Friedhofs.
Der einjochige Chor (Länge 8 Meter) schließt in drei Seiten
eines Achtecks.
Das 10 Meter lange Langhaus, das Kirchenschiff, erstreckt sich über
drei Achsen.
An der Außenwand
ist ein Epitaph für
die Famile Andräe eingemauert. Es erinnert an die Toten der Familie,
die in der Zeit zwischen 1884 und 1930 gestorben sind.
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Hinweis: Woher die so typisch bayerisch-barock anmutende Zwiebelform kommt, ist erstaunlicherweise nicht geklärt. Einige der Experten vermuten, dass sie eine Nachahmung und Weiterentwicklung der im 7.Jh errichteten Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem (Felsendom) und somit arabischen Ursprungs ist. Damals glaubten europäische Baumeister, die Kuppel stamme noch vom Tempel Salomons und verbanden mit ihr die Vision vom himmlischen Jerusalem. Andere Kunstexperten sehen in der Zwiebel eine Weiterentwicklung der byzantinischen Kuppel, die auch in Russland großen Anklang fand. Fest steht jedoch, dass die ältesten zwiebelförmigen Kuppeln in Bayern die der Münchner Frauentürme sind (1525). Weite Verbreitung fand die Zwiebel als Bauform aber erst im Italien der Renaissance und bei uns in der Barockzeit nach dem 30jährigen Krieg. Ihre Form -unten bauchig, oben spitz- passte wunderbar zur Kunstauffassung und zum Lebensstil des Barocks und galt "als Synthese aus der Bewegung ins Übersinnliche und dem Verharren in den Wölbungen des Sinnlichen". |
Innenausstattung
| Der eingezogene
Chor (Altarraum) mit seinem Spitzbogengewölbe und den spitzbogigen Fenstern
stammt noch von der früheren gotischen Kirche. Die
Konsolen der Gewölberippen sind mit interessanten Figuren
und Symbolen geziert. Eine Konsolenfigur zeigt einen zierlichen
Kopf; vielleicht hat sich darin der damalige Baumeister verewigt.
Weitere Konsolen sind als Wappenschilde gestaltet. Wenn Sie sich für weitere Konsolenfiguren in Kirchen des Dachauer Landes interessieren, klicken Sie hier... |
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Links vom Altar hängen an der Chorwand ein Kruzifix und -darum herum gruppiert- Reliquienbehältnisse unter Glas. Sie wurden in der Barockzeit in Klosterarbeit erstellt und sind wahre Schmuckstücke geworden. Bei der letzten Renovierung wurden sie auf dem Speicher der
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| Die Kirche besitzt eine hochbarocke Altarausstattung aus der Zeit um 1670 bis 1680. Das schwarz-gold gefasste Retabel des Hochaltars wird von zwei weinlaubumrankten Säulen eingerahmt, die auch das Gebälk mit dem Aufsatz stützen. | Die Stipes, der Altarblock, ist gemauert und verputzt. vom ehemaligen Antependium hat sich nur noch ein Kreuzornament erhalten. |
| In der Mitte steht eine bekrönte Muttergottes mit einem ebenfalls bekrönten Jesuskind auf dem rechten Arm und einem Zepter in der linken Hand. Um das Haupt Mariens ein Kranz mit zwölf Sternen. |
Assistiert werden sie vo
etwas kleineren Figuren des hl. Nikolaus
mit Bischofsstab,
Buch und drei goldenen Kugeln sowie des hl. Sebastian
mit einem Pfeil in der Hand und dem flachen Fürstenhut auf dem Kopf,
der ihn üblicherweise in den Darstellungen bedeckt, in denen er nicht
am Marterpfahl abgebildet ist.
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Hinweise: Nikolaus war um das Jahr
300 Bischof von Myra. Während der bald darauf einsetzenden Christenverfolgung
wurde er um 310 gefangen genommen und gefoltert. Er überlebte und nahm
325 am 1.Konzil von Nicäa teil. Eine Legende über Nikolaus erzählt: In
einer verarmten Familie konnte er durch gezielte Geldgeschenke (Goldkugeln),
die er heimlich durchs Fenster und durch den Kamin in die darin aufgehängten
Socken warf, verhindern, dass der Vater seine drei Töchter zur Prostitution
bewegen musste. |
| An den Außenseiten des Altars stehen auf den Postamenten neben den gewendelten Säulen um 1670 geschnitzte Figuren des hl.Blasius mit Kerze und Bischofsstab (links) und des hl. Florian in römischer Rüstung mit Wasserkrug und einem brennenden Haus zu seinen Füßen. |
| Blasius war von Beruf Arzt und wurde um das Jahr 300 Bischof von Sebaste (heutige Türkei). Unter Kaiser Licinius erlitt er das Martyrium. Der Legende nach erhielt eine arme Frau, die durch Blasius' Gebet ihr vom Wolf geraubtes Schwein zurück erhalten hatte, von ihm den Auftrag, jährlich in seinem Namen eine Kerze zu seinem Gedächtnis zu opfern (deshalb die Kerze in der Hand). Bekannter noch ist folgende Legende: Vor der Hinrichtung betete Blasius darum, dass alle, die ein Übel an der Kehle oder sonst ein Siechtum haben, Erhörung fänden, wenn sie in seinem Namen um Gesundung bäten. Eine Stimme vom Himmel versicherte ihm die Gewährung dieser Bitte. Ein Junge wurde durch seine Anrufung vor dem Erstickungstod durch eine Fischgräte bewahrt (deshalb der Blasiussegen am 3.Febr). Florian war um das Jahr 304 Offizier der zweiten italienischen Legion des römischen Heeres. Wegen seines Glaubens wurde er verhaftet und nach vielen Martern mit einem Mühlstein um den Hals in die Enns geworfen. In seiner Jugend soll er ein brennendes Haus durch sein Gebet gerettet haben. |
| Den Altar krönen im Auszug Figuren von Gottvater mit Bart in einer Nische und ganz oben vom Hl. Geist als Taube (ebenfalls 1670). Der Auszug ist mit einem Volutengiebel bedeckt und wird von zwei Säulchen flankiert. Daneben sitzen Anbetungsengel auf dem Gebälk. |
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Hinweise: Gottvater wurde in der christlichen Kunst wegen der Weisung im Alten Testament (Exodus 20, 3-4) kein Schnitzbild von Gott zu machen, viele Jahrhunderte nicht als Person dargestellt. Meist wurden Symbole wie der Lebensquell, die Hand Gottes oder das Auge Gottes im Dreieck verwendet. Personifiziert, als würdiger alter Mann mit langem Bart, wird Gottvater erst seit dem Barock (17.Jh). Diese Darstellung wird dem Gottesbild in unserer Zeit nicht mehr gerecht. |
| Der
einen Meter hohe Tabernakel
aus der Zeit um 1740 ist eine viersäulige, spätbarocke Intarsienarbeit,
die 1938 nach der Beseitigung der Goldfassung wieder zum Vorschein kam.
Die Frauenfiguren unter den Muschelkalotten
in den seitlichen Nischen stellen die göttlichen Tugenden Glaube (Kreuz)
und Hoffnung (Anker) dar. Die Liebe ist nicht figürlich dargestellt;
sie wird durch die Hostien im Tabernakel verkörpert. Die drei Tugenden erhalten das Attribut "göttlich", weil die christliche Lehre davon ausgeht, dass sie nicht von Menschen erbracht, sondern durch den Geist Gottes geschenkt werden. Dem Glauben wird die Farbe Blau, der Hoffnung die Farbe Grün und der Liebe die Farbe Rot zugeordnet. |
| Hinweise: Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die seit dem 12. Jh übliche Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit (unter anderem Namen) zur Aufbewahrung verwandelter Hostien für die Sterbenden. Seit dem hohen Mittelalter wurde er auch Ort der Anbetung und Verehrung Christi in der Gestalt dieses eucharistischen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545 - 63) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Doch diese Vorschrift wurde in Deutschland, wo man lange daran festhielt, die heiligen Hostien in Wandschränken und Sakramentshäuschen aufzubewahren, erst im 18. Jahrhundert umgesetzt. Das 2. Vatikanische Konzil (1962 - 65) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder modernisierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen frei auf einer Säule. |
| In die nördliche Chorwand sind knapp unter dem Gewölbe zwei Reliefmedaillons (15. Jh.) aus Sandstein eingelassen, wohl ehemalige Gewölbe-Schlusssteine (= runde Steine am Treffpunkt der Gewölberippen in der Mitte der Decke) | Die Medaillons (mit einem Durchmesser von 31 cm) sind mit Darstellungen der Heiligen Nikolaus (mit 3 Kugeln) und Georg als Ritter geschmückt. |
| Hinweise: Die Schlusssteine
der Gewölberippen sind im Scheitelpunkt eine Bogens oder im Knotenpunkt
von Rippen eingefügt. Sie verkeilen das gebogene Mauerwerk und geben dem
statischen Gefüge den entscheidenden Halt. Neben seiner bautechnischen Aufgaben
hat der Schlussstein auch eine religiöse Bedeutung. Denn Paulus schreibt
im Epheserbrief: "Ihr seid das Fundament der Apostel und Propheten gebaut.
der Schlussstein ist Jesus Christus selbst. Durch ihn wird der ganze Bau
zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn (Eph 2,20-22).
Georg war Soldat des römischen Heeres zur Zeit Kaiser Diokletians und wurde um ca. 304 in Nikodemien oder Lydda enthauptet. Bei uns wird der hl. Georg vor allem als Patron der Pferde verehrt (Georgiritt). Meist wird er als Ritter dargestellt, der einen Drachen tötet. Nach der Legende hauste in einem See vor der Stadt Silena in Lybia ein Drache, dem die Einwohner täglich Lämmer und später Kinder opfern mussten. Da erschien St.Georg, nachdem er alle Martern überstanden hatte, gevierteilt und vom Erzengel Michael wieder zum Leben erweckt worden war. Als der Drache auftauchte, schwang Georg mit dem Zeichen des Kreuzes die Lanze und durchbohrte das Untier, das zu Boden stürzte. |
An der Nordwand des Altarraums steht ein Beichtstuhl in Formen der Neurenaissance. Das Holz ist braun lackiert. Der Beichtstuhl wurde 1914 erstellt.
Noch um 1980 stand am Übergang zwischen Altarraum und Kirchenschiff die Kommunionbank aus dem 19.Jh. mit balusterartigen Docken.
| Vom
Chorbogen hängt eine Ewig-Licht-Ampel
aus der Zeit um 1900. Sie besteht aus Messing und ist versilbert. Hinweis: Das rote Öllämpchen, das stets im Altarraum brennt, gilt oft als Erkennungsmerkmal eines katholischen Gotteshauses. Früher gab es solche Lichter nur an den Märtyrergräbern. Mit der wachsenden Verehrung der aufbewahrten Eucharistie hat sich etwa seit dem 13. Jh der Brauch des "Ewigen Lichtes" vor dem Tabernakel, wo das Allerheiligste aufgewahrt wird, herausgebildet, nachdem der Johanniter-Ritterorden das Ewige Licht von den Kreuzzügen aus dem Heiligen Land mitgebracht hatten. Durch sein dauerndes Brennen weist es darauf hin, dass in der Kirche geweihte Hostien aufbewahrt werden. Meist sind die von der Decke herabhängenden Ampeln aus Silber oder versilberten Material gebaut, in eleganten Formen und mit vielen grazilen Verziehrungen versehen. |
Das Kirchenschiff besitzt ein einfaches Tonnengewölbe und vier rundbogige Fenster.
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Das Deckengemälde im Langhaus entstand
1947 durch Richard Holzner aus München (er malte 1937 auch in der
Bergkirchner Kirche) und stellt die Krönung
Mariens dar. |
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Die Seitenaltäre sind, wie der Choraltar, hochbarocke Retabel mit zwei Säulen. Säulen in der Kirche haben nicht nur statische Aufgaben. Sie sind auch Symbol für den Zusammenhang von Oben und Unten, sie verbinden Himmel und Erde. Deshalb ist die Säule vor allem an Altären eine beliebte Bauform.
Linker Seitenaltar| Am nördlichen Seitenaltar stehen drei sehr alte Figuren von 1520, allerdings in einer seltenen Gruppierung: in der Mitte Maria Magdalena mit einer Salbbüchse, links der hl.Johannes und rechts Paulus, beide mit einem Schwert in der Hand. | Bei den männlichen Heiligen handelt es sich um Märtyrer des 4. Jh. Sie waren Brüder, die hohe Beamtenstellungen am Hofe Kaiser Konstantins inne hatten. Unter Kaiser Julian dem Abtrünnigen wurden sie wegen ihres Glaubens um das Jahr 361 enthauptet (deshalb das Schwert). Seit dem 6. Jahrhundert werden sie als Märtyrer verehrt. |
| Im Auszugsbild
zwischen gewendelten Säulchen ist
Jesus mit Kreuz und Zepter in der Glorie dargestellt, der von zwei
auf dem Gebälk sitzenden Engeln flankiert wird. Hinweis: Engel (von griechisch angelos=Bote) waren in der Kunst des Frühchristentums immer Männer ohne Flügel. Sie sollten sich von den antiken Göttern wie Nike oder Hermes unterscheiden, die Flügel trugen. Erst als das Christentum im 4.Jh Staatsreligion wurde, bekamen die Engel Flügel; dazu einen Heiligenschein und |
| sogar Hoftracht. Bis zu den ersten weiblichen Engeln dauerte es aber noch 800 Jahre. Erst Giotto malte Engel mit weiblichen Zügen. Wahrscheinlich hat der damals beginnende Marienkult die Verweiblichung verstärkt. In der Renaissance und vor allem im Barock setzten sich die Putten (geflügelte Knaben, die auf heidnische Eroten = Liebesgötter zurückgehen) und die geflügelten Engelsköpfchen durch, die in kaum einer der Barockkirchen unseres Landkreises fehlen. Erst in der Romantik wurden die Engel wieder erwachsener. Die Malerschule der Nazarener prägte die Engel mit großen Flügeln, Anmut und Hoheit, die uns als Schutzengel von den Bildern im Schlafzimmer oder den Heiligenbildchen des 20.Jh bekannt sind. |
Rechter Seitenaltar
| Der südlichen Seitenaltar
ist ähnlich aufgebaut, jedoch schlichter und wohl aus einer etwas späteren
Zeit. In der Mittelnische ist der hl. Leonhard (19. Jh.) als relativ junger Mönch zu sehen; neben ihm auf der selben Konsole, kleine Figuren einer Kuh und eines Pferd - wie aus dem Spielzeugladen. Das Auszugsgemälde zeigt den heiligen Vitus im Ölkessel (18. Jh.). Früher soll der Altar dem hl.Georg geweiht gewesen sein. |
| Hinweise:
Leonhard
(in Bayern einer der 14 Nothelfer) lebte um das Jahr 500 als Einsiedler
und später als Abt in Frankreich. Regelmäßig besuchte er die Gefangenen
und erreichte für viele beim König Clodwig I. ihre Freilassung. Deshalb
galt er ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen", also
der Gefangenen - und der Geisteskranken, die man bis ins 18. Jahrhundert
ankettete; nach der Reformation wurde er Schutzpatron der Haustiere, weil
man die Ketten, mit denen er abgebildet wurde, als Viehketten deutete. In
Bayern erreichte die Leonhardsverehrung im 19.Jh ihren Höhepunkt. Vitus wurde schon als Kind von seinem heidnischen Vater wegen seines christlichen Glaubens vor Gericht gestellt. Den Folterknechten verdorrten die Arme, aber Vitus heilte sie. Der Kaiser Diokletian wollte ihn mit schweren Eisenplatten erdrücken, in einem heißen Ölkessel sieden oder ihn den Löwen vorwerfen. Nichts gelang. Dann wurde er mit Haken zerfleischt. Er ist auch Schutzpatron gegen das Bettnässen, weil man in früheren Jahrhunderten den Ölkessel als großen Nachttopf deutete. |
| An die Rückwand sind die Gesetzestafeln des Mose aus dem Alten Testamten gemalt. Der Schalldeckel prächtig verziert; an der Unterseite, direkt über dem Kopf des Predigers, die Heilig-Geist-Taube im Strahlenkranz angebracht. Ganz oben auf den Voluten sitzt ein Flötenengel. | Der Kanzelkorb ist mit golden gerahmten Feldern verziert. An der trichterförmigen Konsole sind die Symbole der vier Evange-listen plastisch dargestellt sind: ein Engel für Matthäus, ein Löwe für Markus, ein Stier für Lukas und ein Adler für Johannes. Neben jedem Symbol ist ein offenes Buch angebracht. |
| Hinweis: Die vier Symbole geflügelter
Mensch, geflügelter Löwe, geflügelter Stier und Adler reichen
zurück bis in den babylonischen Mythos. Dort stellten sie die vier
Astralgötter Nergal (Flügellöwe), Marduk (Flügelstier),
Nabu (Mensch) und Mimurta (Adler) dar, die vor den Heiligtümern Wache
hielten. Im Alten Testament werden sie
in den Gottesvisionen Ezechiels (Ez 1,1-14), im Neuen Testament in der Offenbarung
des Johannes (Kap.4 Vers 7) als die vier Lebewesen, die rings um Gottes
Thron stehen, erwähnt. Zuerst hat man sie nur im Zusammenhang mit dem
thronenden Christus abgebildet. Als Evangelistensymbole dienen sie erst
seit dem frühen Mittelalter (durch die Kirchenväter Irenäus
und Hippolyt um das Jahr 200). Seit Hieronymus (347-420) werden sie wie folgt gedeutet: - Der geflügelte Mensch (nicht Engel !) bei Matthäus weist auf den Stammbaum Jesu und auf dessen Geburt (mit deren Bericht das Matthäusevangelium beginnt) hin. - Der geflügelte Löwe ist Sinnbild für Markus, weil das Markusevangeliums mit der Predigt des Johannes in der Wüste, dem Lebensraum des Löwen, beginnt und weil sein Evangelium die Kraft der Auferstehung und Todesüberwindung betont. - Der geflügelte Stier (als Opfertier) des Lukas galt als Zeichen für den Beginn des Lukas-Evangeliums, das mit dem Opfer des Zacharias einsetzt und das am innigsten auf den Opfertod Christi hindeutet. - Den Adler des Johannes versteht man als Symbol für den spirituellen Höhenflug des Johannes-Evangeliums, das mit den Worten beginnt "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort". |
Kanzelkreuz mit Mater
Dolorosa
Gegenüber der Kanzel hängt das sog. Kanzelkreuz mit einer darunter stehenden Mater dolorosa.
| Beide Figuren stammen wie die Kanzel aus der Zeit um 1780. Der blutüberströmte Körper von Christus hat neben der Dornenkrone auch eine prachtvolle Königskrone auf dem Haupt. Die Dornenkrönung im Rahmen der Verspottung Jesu ist in den Evangelien genannt (z.B. Mtth 27, 28-30). Ob Jesus auch am Kreuz die Dornenkrone getragen hat, ist der Bibel nicht zu entnehmen. Dies wird aber in den Apokryphen erwähnt. In der Kunst ist des Öfteren die Dornenkrone durch die Königskrone ersetzt. Damit soll auf die Überwindung der Sünde (=Dornen) durch Christus hingewiesen werden. Hier in Deutenhofen trägt Christus beide Kronen übereinander. |
| Hinweis: Das Kreuz heißt Kanzelkreuz, weil es in der Regel der Kanzel gegenüber an der Wand angebracht ist. Es erinnert den Prediger an den 1.Korintherbrief (1,3), in dem der hl.Paulus schreibt: "Wir predigen Christus als den Gekreuzigten". Die Ansprache soll nicht weltliche Dinge, sondern den Tod und die Auferstehung Christi zum Inhalt haben. In den frühchristlichen Kirchen wurde das Kreuz ohne den Corpus des Gekreuzigten angebracht. Dann aber wurde Christus am Kreuz als lebender und über den Tod triumphierender, göttlicher Sieger mit geöffneten Augen und in aufrechter Haltung dargestellt. Erst im hohen Mittelalter (etwa seit dem 12. Jh) setzte sich die Abbildung des leidenden und toten Gekreuzigten, die Betonung des Menschseins Jesu durch, wie wir es von unseren Kirchen kennen. |
| Unter dem Kreuz steht die ausdrucksstarke Figur der leidende Muttergottes (mater dolorosa), mit Schwert in ihrer Brust, einer Krone auf dem Haupt und von 12 Sternen umkränzt. Das Schwert in Marias Brust erinnert das Simeonwort im Lukasevangelium (Kap 2,35) bei der Darstellung im Tempel: "Dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen". |
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Schmuckstücke. Original sind noch zwei davon; die übrigen wurden nachgefertigt. Die Apostelleuchter erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems.
Wenn Sie mehr darüber erfahren und andere Darstellungen von Kreuzwegstationen in Kirchen des Landkreises sehen wollen, klicken Sie hier... |
| Die Kirchenbänke
(jeweils neun Reihen beidseits des Mittelganges) mit den blumenbemalten
Wangen stammen aus dem 19.Jh.
In ihrer Form gleichen sie den für die Dachauer Gegend typischen Barockwangen,
die in 15 Kirchen des Landkreises zu finden sind. Wenn Sie sich auch die Stuhlwangen in anderen Kirchen des Landkreises ansehen möchten, klicken Sie hier... |
| An den ersten Bänken sind
schöne, in den Farben Blau, Rot und Gold gestrichene Prozessionslaternen
befestigt. |
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An den hinteren Bänken
stehen zwei Vortragekreuze. Das blau-weiß gestrichene Vortragekreuz
mit einem Corpus aus Messingblech (18.Jh) dient bei Prozessionen; das
schwarz-weiß bemalte Kreuz
wird bei Beerdigungen benutzt. Bei letzterem sind unter dem Kreuzbalken
ist ein geschnitzter Totenschädel (mit der Jahreszahl 1772) und Oberschenkelknochen
eingefügt. Die Oberschenkelknochen
versinnbildlichen die abgestorbene Kraft der Lenden, der Schädel
den entschwundenen Geist. Ein Korpus
fehlt am Kreuz. Seine Stelle nimmt eine Plakette ein. Dahinter bilden
Grabhacke und Spaten (die zum Ausschaufeln des Grabes notwendig waren)
ein weiteres Kreuz.
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| Hinweis: Das Vortragekreuz in Deutenhausen ist ähnlich gestaltet wie das Kreuz in Breitenau. Vortragekreuze werden beim Kirchenein- und Auszug, Prozessionen, Wallfahrten sowie bei Beerdigungen vorangetragen. Dies geht zurück auf das Jesuswort "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach". Bei Gebetsprozessionen (Bittgängen, Kreuzweg) wird der Corpus des Kreuzes zu den nachgehenden betenden Menschen gedreht, damit sie den Gekreuzigten vor Augen haben. Bei anderen Prozessionen, z.B. an Fronleichnam und beim Ein- und Auszug zeigt der Corpus in die Gehrichtung, d.h., er weist ihnen den Weg. Diese Kreuz ist „das Zeichen unserer Hoffnung, das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus, das über deinem Grab aufgerichtet sei“ wie der Pfarrer bei der kath. Beerdigung betet. |
| Bis
1918 hatte die Kirche zwei Emporen. Bei der damaligen Renovierung
wurde die obere Empore abgebaut und die untere etwas höher wieder eingebaut.
Die Orgel ist neu, sie wurde am 20. Dezember 1998 eingeweiht. Früher wurde der Gesang der Kirchenbesucher von einem Harmonium der Fa. Steinmeyer aus Oettingen aus der Zeit um 1900 begleitet. |
| Hinweis: Mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht die Orgel meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirche, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes (weltliches) Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung fast jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt sie zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde früher meist durch Künstler gestaltet. Im Barock und im Klassizismus, deren Epochen unsere ältesten Orgeln im Landkreis Dachau angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt. |
| In einer Nische befindet sich
ein 80 cm großer Heilig-Grab-Christus
(18.Jh) mit angedeuteten Öllämpchen an der Wand. Wenn Sie sich
für Heilige Gräber interessieren, klicken Sie hier... In der zweiten Nische steht eine Statue von Jesus an der Geißelsäule (18.Jh) mit dem Text in der Schriftkartusche: "O Mensch, steh still und schau mich an". |
| Hinweis: Die ersten Darstellungen von Jesus an der Geißelsäule entstanden zwar schon im Mittelalter. In den Landkreis Dachau gelangten vereinzelte Bilder jedoch erst im 17.Jh. Die große Verbreitung dieser Darstellungen setzte noch 100 Jahre später, nach dem Wunder in der Wies (1738) ein. Der Heiland auf dem Bild beim Wiesbauern bei Steingaden soll Tränen vergossen haben. Daraufhin setzte eine Wallfahrt ein und die berühmte Wieskirche wurde gebaut. Die meisten der rd. 15 Geißelheiland-Darstellungen im Landkreis Dachau wurden nach dem Vorbild des Wies-Heilands gestaltet; so auch in Deutenhausen. |
| In der Sakristei ist noch das alte Lavabo erhalten, ein Zinnfässchen, in dem vor dem Bau der Wasserleitungen das für die hl.Messe benötigte Wasser aufbewahrt wurde. Durch einen kleinen Hahn kann das Wasser entnommen werden. Solche Wasserbehälter sind mir im Landkreis Dachau nur noch aus Rumeltshausen und Bergkirchen bekannt. Der zum Lavabo gehörige Zinnteller stammt aus dem Jahr 1792. Möglicherweise ist dies auch das Entstehungsjahr des Lavabofässchens. |
Hans Schertl
Quellen
:
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising,
1874
Bezold/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1893
Amperbote vom 20.04.1933 (Kirchenmauer)
Kirschbaum, Lexikon der Christlichen Ikonographie, 1968
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Süddeutsche
Zeitung, Beilage Landkreis Dachau, 20.4.1979 (Schlosskp Eisolzried)
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres
1560, 1986
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, 1990
Maria Thanbichler in der Reihe "Kirchen im Pfarrverband Bergkirchen"
Frau Ludwig, Mesnerin, 2003
Georg Brenninger, Die Glocken der Kirchen im Dekanat Dachau, Amperland 2005/1
Karl Grüner, "Unten bauchig, oben spitz", Münchner Kirchenzeitung,
v. 25.9.2005 und vom 2.10.2005
Dr.Peter Dorner, Burgen und Schlösser in Deutschland und deutschsprachigen Ländern
und Regionen (www.burgeninventar.de)
43 Bilder: Hans Schertl
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15.9.2010