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  St.Stephanus
-Darstellungen in den Kirchen des Landkreises Dachau -

Texte vom 
Ökumenischen Heiligenlexikon

Gedenktag katholisch,evangelisch: 26. Dezember 
Gedenktag orthodox: 27. Dezember
Name bedeutet: die Krone (griech.)
Archidiakon, Erzmärtyrer
* um 0 (?) in Jerusalem (?)     
+ um 36/40 bei Jerusalem
St.Stefan-Kirchen im Lkr.Dachau: Aufhausen, Egenburg, Hilgertshausen, Hohenzell , Ottershausen, Steinkirchen

 
in Bogenried

 Stephanus war der erste von sieben Diakonen der urchristlichen Gemeinde in Jerusalem; diese Diakone waren von den Aposteln durch Handauflegung geweiht worden. Sie waren zugleich für die Glaubensverkündigung zuständig wie auch für die sozialen Belange der Gemeinde und hatten den Rang von Gemeindeleitern, die in ihrer Bedeutsamkeit nahe an die Apostel heranreichten (Apostelgeschichte 6, 1 - 7). Stephanus galt als herausragender Prediger.


in Prittlbach (mit Stein auf dem Buch)

Durch eine seiner Predigten geriet Stephanus mit den hellenistischen Juden Jerusalems in Konflikt. Sie brachten ihn unter dem Vorwurf der "Reden wider die heiligen Stätten und das Gesetz" vor den Hohen Rat (Apostelgeschichte 6, 8 - 15). Er durfte seine Verteidigungsrede, in der er seinen christlichen Glauben bekannte, nicht zu Ende führen. Die Richter sahen sein Antlitz wie das eines Engels strahlen, hielten sich aber die Ohren zu vor seiner flammenden Verteidigungsrede, mit der er sein Bekenntnis durch Berufung auf Mose und die Propheten ablegte. Die in  Apostelgeschichte 7, 2 - 53 wiedergegebene, eindrucksvolle Rede belegt, dass Stephanus noch vor Paulus den universellen Anspruch des Christentums verkündete. 

Stephanus wurde als Lästerer verurteilt und von der aufgebrachten Menge vor den Stadttoren - nach der Überlieferung beim Damaskus-Tor - gesteinigt. Stephanus sah den Himmel offen, kniete, seinen Widersachern vergebend, im Gebet nieder und starb (Apostelgeschichte 7, 54 - 60). Saulus von Tarsus, der spätere Paulus, stimmte nach eigenem Bekunden der Hinrichtung zu und bewachte die Kleider der Zeugen, die gegen Stephanus ausgesagt hatten. 

Stephanus'Steinigung war der Auftakt zu einer großen Christenverfolgung in Jerusalem Apostelgeschichte 8, 1 - 3).

Von Nikodemus und Gamaliel wurde Stephanus nach der Überlieferung in einem neuen Grab des Ackers von Gamaliel begraben.


in Hohenzell

Hier setzen die besonders gefeierten Ereignisse der Legende ein: Einem Priester Lucianus erschien zur Zeit des Kaisers Honorius um 417 dreimal Gamaliel als würdiger Greis im weißen, goldgestickten Gewand; er forderte ihn auf, die Gebeine aus den verwahrlosten Gräbern zu überführen, die an vier Körben zu erkennen seien: an einem goldenen Korb mit roten Rosen das Grab des Stephanus, an zwei weiteren goldenen Körben mit weißen Rosen die Gräber des Nikodemus und des Gamaliel, an einem silbernen Korb mit Saffran schließlich das Grab von Gamaliels Sohn. Lucianus und die Bischöfe von Jerusalem fanden die Gräber und bestatteten Stephanus in der Zionskirche von Jerusalem.

Jahre darauf starb ein Senator aus Konstantinopel in Jerusalem und ordnete an, neben Stephanus begraben zu werden, dem er eine Kapelle hatte bauen lassen. Als nun dessen Frau nach Konstantinopel zurückkehren und den Sarg ihres Mannes mitnehmen wollte, verwechselte sie ihn mit dem des Stephanus.


in Aufhausen

Auf dem Schiff hörte man erst der Engel Gesang, dann aber das Wüten der Dämonen, die dem Schiff mit Untergang drohten, aber vom Erzengel Michael in den Abgrund gedrängt wurden. Der Sarg des Stephanus wurde in Konstantinopel in einer Kirche beigesetzt. Wieder Jahre darauf wurde Eudoxia, die Tochter des Kaisers Theodosius, schwer von Dämonen besessen, die ihr andeuteten, nur Stephanus könne sie heilen.

Ihr Vater ließ Eudoxia nach Konstantinopel kommen, dort forderte der böse Geist die Überführung der Gebeine des Stephanus nach Rom, was 425 ausgeführt wurde, worauf ihre Heilung erfolgte. 560 sollte er in der Krypta von S. Lorenzo fuori le mura in Rom neben dem Leichnam des römischen Diakons Laurentius bestattet werden, worauf dessen Leichnam zur Seite gerückt sei, um seinem Vorbild Stephanus Platz zu machen.


in Röhrmoos

In der Krypta dieser römischen Kirche enthält ein antiker Sarkophag die Gebeine von Stephanus und Laurentius. Ein Mosaik der unter Papst Pelagius II. um 585 erweiterten Kirche stellt Stephanus mit Pelagius, Laurentius mit Hippolytus dar. Stephanus und Laurentius gelten als die Stadtpatrone von Rom, seitdem wurden die beiden Erzdiakone und Erzmärtyrer häufig zusammen dargestellt. Sie gehörten zu den im Mittelalter am meisten verehrten Märtyrern.

Stephanus wurde im Osten schon im 4. Jahrhundert, im Westen seit dem 5. Jahrhundert verehrt. Das Fest des Stephanus am Tag nach dem der Geburt Jesu wurde schon seit der Einführung des Weihnachtsfestes begangen, wodurch die Freude über die Geburt und die Trauer über die Bedrohtheit des Lebens ganz nahe zusammen gesehen wurden.

Im Mittelalter förderten besonders die deutschen sowie die ungarischen Könige und Kaiser seinen Kult. Besondere Bedeutung erlangte Stephanus für Pferde, die in seinem Namen gesegnet wurden, am Stephanstag wechselten Pferdeknechte und Kutscher ihren Arbeitgeber. Gesegneter Rotwein, in den ein Stein versenkt wurde, galt als Heilmittel. An Arme wurde am Stephanstag Brot ausgeteilt, womit die ursprüngliche Tätigkeit der Diakone nachvollzogen wurde. Kinder zogen singend von Haus zu Haus und baten um Gaben, dieser Brauch ist dann auf den 6. Januar übergegangen. Das früher reiche Brauchtum ist heute vergessen.  

Attribute: Diakon, Steine
Patron von Rom; der Pferde, Pferdeknechte, Kutscher, Steinhauer, Maurer, Zimmerleute, Weber, Schneider, Böttcher und Küfer; gegen Besessenheit, Steinleiden, Seitenstechen und Kopfweh; für einen guten Tod
Bauernregel: "Bringt St. Stephan Wind, / die Winzer nicht fröhlich sind."
Bauernregel:
"Regnet's an St.Veit , / Gerste nicht leid's"


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