zur Landkreiskarte      ausführl.Beschreibung    Kirchen i.d.Gem.Schwabhausen


Filialkirche Unsere Liebe Frau in MACHTENSTEIN


85247 Schwabhausen Ortsstraße 5
Lage der Kirche auf der Landkarte ...
zur KirchentürKelchbecherTurm 32 m hochChor-spätgotisch

 
K
Kurzbeschreibung

Die Ortschaft Machtenstein wurde im Jahr 1083 (als Machtinstaine) erstmals urkundlich erwähnt.

Die Filialkirche zu unserer Lieben Frau ist jünger; sie wurde um 1560 erstmals auf einer Landkarte von Apian eingezeichnet. Machtenstein gehörte bis 1896 zur Pfarrei Sulzemoos; seitdem ist es Filiale der Pfarrei Kreuzholz-hausen. Seit 2012 gehört es zum Pfarrverbands Bergkirchen-Schwabhausen.
Die von Apian gezeichnete Kirche war wohl kurz vorher, um 1550, im gotischen Stil errichtet worden. Das Gotteshaus wurde aber im 30-jährigen Krieg zerstört und danach -dem Zeitgeschmack entsprechend- als kleiner flachgedeckter Saalbau in den Ausmaßen 14 x 6,5 Metern wieder aufgebaut. Von der gotischen Kirche hat man nur noch einige Mauerteile verwendet.

In der Zeit der Säkularisation, um 1803, wurde ein Abbruch der Kirche erwogen; dies scheiterte aber am Widerstand der Ortsbewohner.

Der nicht eingezogene Chor schließt mit drei Seiten eines Achtecks.


Der 20 m hohe barocke Turm mit schöner Zwiebelhaube ist in 6 Stockwerke gegliedert. Er besitzt im unteren Teil einen quadratischen Grundriss; der Oberbau ist -wie bei den meisten Zwiebeltürmen- achteckig.
Hinter den schmalen Schallfenstern hängen zwei Glocken.
In einer kleinen Nische unter der Sonnenuhr ist ein Bild der Unbefleckten Empfängnis (20. Jh.) angebracht, an deren Fest am 8.12. die Machtensteiner bis heute das Patrozinium mit einem festlichen Gottesdienst als "Kloane Kirta" feiern.

 
Bild der unfbefleckten Empfängnis

Letzte Renovierungen: 1948 und zwischen 1977 und 1981.

Innenausstattung

Der barocke Altar stammt aus der Zeit um 1700. 
Er wird geprägt von einer schönen Darstellung der Pieta in einer rundbogigen Mittelnische. Hinter der Gottesmutter mit ihrem Sohn auf dem Schoß stehen der hl. Johannes und zwei Frauen.

Die um 1550 geschnitzten Assistenzfiguren sind
- die hl. Barbara mit Turm und Kelch (links) sowie
- die hl. Katharina von Alexandrien mit dem Schwert.

Im Altaraufsatz ist das Schweißtuch der Veronika mit dem Antlitz Jesu abgebildet, flankiert von Engeln, die die Leidenswerkzeuge tragen.


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Im Altarsockel ist Platz für den Heilig-Grab-Christus.

An der Westseite der Kirche hängt ein Bild von Anton Huber mit der Darstellung des "Heiligen Wandels" (1879).

Figurenausstattung der Kirche:

- St. Wendelin mit Hirtentasche und Schäferschaufel (um 1700)
- St. Leonhard im Abtsornat (um 1700). 
- St. Rasso in Ritterrüstung mit gezogenem Schwert (um 1700),
- eine Madonna im Rosenkranz (1700),
- St. Sebastian am Marterbaum, von Pfeilen durchschossen (1600),
- St. Josef mit Jesuskind und Lilie (18.Jh),
- St. Antonius, ebenfalls mit Jesuskind und Lilie (18.Jh),
- St. Anna als Anna selbdritt mit dem Jesuskind auf dem Arm; zu ihren Füßen steht die Tochter Maria (um 1700),
- St. Ottilie mit Äbtissinnenstab und einem Buch mit darauf liegenden Augäpfeln (um 1700)



Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen

Die Ortschaft Machtenstein wurde im Jahr 1083 (als Machtinstaine) erstmals urkundlich erwähnt. Der Dachauer Landpfleger Wiguläus Hundt schrieb um 1560 in seinem Buch "Metropolis Salisburgensis", der Bischof Norbert von Chur habe 1083 aus seiner Schenkung an das Kloster Habach bei Weilheim die Ortschaft Machtenstein herausgenommen. Kurze Zeit später wird Machten-stein nochmals in einer Urkunde erwähnt, die in der Zeit zwischen 1104 und 1122 entstanden sein muss: Vocholt von Trigilpach übergab sein Gut zu Holzburg und zu Mahtinginstan (Machtenstein) dem Hochstift Freising.


G
eschichte der Kirche

Erste Kirche
Wann die Kirche erbaut und von wem sie gestiftet wurde, ist unbekannt. Erstmals dokumentiert ist ein Gotteshaus von Machtenstein auf der Landkarte von Philipp Apian aus dem Jahre 1568, auf dem die Kirche noch einen gotischen Spitzhelm hat. Die Zeichnungen von Apian werden im Allgemeinen als detail-treu angesehen.
Ein Teil des Mauerwerks der heutigen Kirche stammt jedenfalls aus dem späten Mittelalter, aus gotischer Zeit. Die Kirche hatte wohl nie einen eigenen Friedhof; lediglich die Pesttoten sollen um die Kirche begraben worden sein, weil die nicht auf dem für die Machtensteiner zuständigen Pfarrfriedhof in Sulzemoos beerdigt werden durften (so Alois Angerpointner).

Apiankarte 1568

Pfarreizugehörigkeit
1599 wird die Kirche erstmalig urkundlich erwähnt (nach anderer Quelle bereits 1445). Sie gehörte, so wurde damals berichtet, zur Pfarrei Sulzemoos (3/4 Stunden Weg). Doch in Machtenstein wurde jeden Samstag eine hl. Messe gefeiert. Die Kirche blieb bei der Pfarrei Sulzemoos bis zum 23.05.1896. An diesem Tag wurden nach längeren Bemühungen die Machtensteiner nach Kreuz-holzhausen umgepfarrt. Ursachen waren: Die Weigerung des Pfarrers von Sulzemoos, die wöchentliche Samstagsmesse unent-geltlich zu feiern, die Errichtung einer neuen Gemeinde Kreuzholzhausen unter Einbeziehung von Machtenstein und schließlich die Tatsache, dass seit 1869 die Schulkinder nicht mehr in Sulzemoos, sondern in Kreuzholzhausen zur Schule gingen.



Neubau der heutigen Kirche ab 1719


Ansicht von Westen

Die wohl um 1550 gebaute Kirche wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und danach im Jahre 1654 von den inzwischen zuständigen Hofmarksherren "von Hundt zu Lauter-bach" wieder aufgebaut. Den Verputz der Kirche hat damals Jonas Winckhler aus Wessobrunn angebracht, denn es heißt in den Quellen: "Kirchenverputz Herrn Hundts von Lauterbach gebrauchter Maurermeister von Wessepronnen".

Um das Jahr 1719 war das Kirchengewölbe eingefallen. Es wurde durch eine Flach-decke ersetzt, die mit Stuck (einfache Feldereinteilung mit Quadraten und Kreisen) versehen ist. Gefertigt wurde die Decke vom Kistler und Maler Hans Leder (auch Loder oder Lod genannt) aus Tödtenried (Leder/Loder war auch in Sulzemoos -am Pfarrhof- tätig). Eine andere Quelle vermutet den Maurermeister Balthasar Mayr als Stuckateur.
Der Kistler Johann Sporr lieferte nach der Kirchenrechnung jedenfalls ein Postament, einen Antritt und zwei eichene Fensterrahmen für das Gotteshaus.
Dieser Bau von 1711 wurde später nur noch unwesentlich verändert; er bestimmt noch heute das Erscheinungsbild der Kirche.
1739
wurde die das Gotteshaus erstmals in den Matrikeln des Bistums Freising (Schmidt'sche Matrikel) erwähnt und dabei das Patrozinium für das Fest "Unbefleckte Empfängnis" (8. Dezember) angegeben.


Abbruchpläne 1807

Kurz nach der Säkularisation, war die Kirche in Machtenstein laut Pfarrer von Sulzemoos so arm und mittellos, dass die Gemeinde aufgefordert werden musste, sie

selbst zu erhalten. Es war sogar ein Erwägung gezogen worden, sie abbrechen zu lassen, was wegen der großen Gegenwehr der Machtensteiner dann doch nicht  geschehen ist. Die Pfarrangehörigen setzten sich immer wieder für ihre Kirche ein.

Beschreibung 1874
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising vom Beneficiaten an der Domkirche Anton Mayer aus dem Jahr 1874 ist im Kapitel über die Pfarrei Sulzemoos auch die Kirche von Machtenstein enthalten. Zu ihr gehörten 56 Dorfbewohner (Seelen), die in 12 Häusern wohnten. Über die Kirche schreibt er: "Erbauungsjahr unbekannt. Stillos. Baupflicht hat die Kirche. Kuppel-Thurm mit 2 kleinen Glocken. 1 Altar. Gottesdienste: wöchentlich 1 Messe sowie am Patrozinium. Eigener Meßner. Kirchenvermögen: 510 Gulden.

Beschreibung 1895
Die Kirche St.Maria in Machtenstein ist auch im Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreichs Bayern erwähnt, dessen Dachauer Teil 1888 von Prof. Gustav von Bezold und Dr. Georg Hager bearbeitet und 1895 von Betzold und Dr. Riehl im Auftrag des Königl.Bayer. Innenministeriums herausgegeben wurde. Dort heißt es:
   
"Kirche. Altar aus dem Ende des 17. Jh. An der Nordwand bemalte Holzstatue des hl. Sebastian; der Heilige, nur mit
     Lendentuch bekleidet, an den Pfahl gebunden. (Soll ehemals in Grossberghofen gewesen sein.) H. ca. 100 cm.
     Anfang des 17. Jh."


Im Jahre 1891 stiftete z.B. der Bichlerhof neue Kirchenstühle (Aufschrift an der ersten Bank).


Renovierungen
:
1948 wurde die Kirche innen und zwischen 1977 und 1981 innen und außen renoviert.

Baubeschreibung

Die Kirche liegt in der Dorfmitte, dicht an der Hauptstraße.
Sie ist innen 10,45 m lang, 5,17 m breit und 4,39 cm hoch. Als Außenmaße werden eine Länge von 14 Metern (mit Turm) und eine Breite von 6 1/2 Metern angegeben.
Der innen nicht abgeschiedene Chor schließt in drei Achteckseiten.
An der Außen-Südseite des dreiachsigen Kirchenschiffs steht in einer kleinen Nische unter der Sonnenuhr ein Bild der Unbefleckten Empfängnis (20. Jh.), an deren Fest am 8.12. die Machtensteiner bis heute das Patrozinium mit einem festlichen Gottesdienst als "Kloana Kirta" feiern (Bild siehe oben rechts..).

Zwischen Sonnenuhr und Eingangsportal ist ein Missionskreuz angebracht. Es stammt wohl aus dem 19. Jh., und ist mit einem Blechdachung geschützt. Die Vorderseite des Bleches ist gezackt. Dies hat eine über die reine Verzierung hinausgehende Bedeutung: Die Zacken beschreiben den täglichen Lauf der Sonne vom Aufgang im Osten bis zum Niedergang im Westen. So wie die Sonne wieder aufgeht, so ist auch Christus auferstanden und so wird auch der Mensch vom Grabe auferstehen.


Südwand

Der 20 m hohe barocke Zwiebelturm mit seinem quadratischen Grundriss und achteckigen Aufbau ist an der Ostseite an den Chor angebaut. Unter seinem Schindeldach hängen zwei Glocken, die gleiche Anzahl wie schon nach der Beschreibung in der Schmidt'-schen Matrikel von 1739: "in turri sunt campanae duae benedictae". Im Erdgeschoss des Turms ist die Sakristei untergebracht.



Hinweis: Woher die so typisch bayerisch-barock anmutende Zwiebelform kommt, ist erstaunlicherweise nicht geklärt. Einige der Experten vermuten, dass sie eine Nachahmung und Weiterentwicklung der im 7.Jh errichteten Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem (Felsendom) und somit arabischen Ursprungs ist. Damals glaubten europäische Baumeister, die Kuppel stamme noch vom Tempel Salomons und verbanden mit ihr die Vision vom himmlischen Jerusalem. Andere Kunstexperten sehen in der Zwiebel eine Weiterentwicklung der byzantinischen Kuppel, die auch in Russland großen Anklang fand. Fest steht jedoch, dass die ältesten zwiebelförmigen Kuppeln im alten Baiern die der Münchner Frauentürme sind (1525). Weite Verbreitung fand die Zwiebel als Bauform aber erst im Italien der Renaissance und bei uns in der Barockzeit nach dem 30jährigen Krieg. Ihre Form -unten bauchig, oben spitz- passte wunderbar zur Kunstauffassung und zum Lebensstil des Barocks und galt "als Synthese aus der Bewegung ins Übersinnliche und dem Verharren in den Wölbungen des Sinnlichen".

Innenausstattung

Der Kirchenraum ist architektonisch nicht in Chorraum und Kirchenschiff geteilt. Er schließt auf der Ostseite (hinter dem Altar) in drei Achteckseiten. Die Decke wird durch Profilrahmen aus Stuck strukturiert. Über dem Altar ist ein Rundfeld angebracht, das sehr gut mit dem Altar harmoniert und auf den Betrachter wie ein Nimbus wirkt. Im hinteren Teil befand sich bis 1719 ein Deckengemälde des Friedberger Malers Johann Reismüller, das die Verkündigung Mariens zum Inhalt hatte.

Altar

Der Altar stammt aus der Barockzeit, der Zeit des Wiederaufbaus der Kirche um 1719.
Der Altaraufbau, das Retabel, wird von zwei Säulen gestützt.
In der Mitte befindet sich eine große Nische mit einer Figurengruppe. Außerhalb der Säulen stehen zwei Assistenzfiguren auf Podesten unter Hängebaldachinen.

Altar
In der Predella steht der große Tabernakel, der optisch in die Mittelnische hineinreicht.
Neben dem Tabernakel sind noch zwei weitere Heiligenfiguren angebracht.
Die Stipes, der Altartisch, ist kein einheitlicher sarkophagähnlicher Block; er enthält eine große, auf allen vier Seiten offene Nische.
Altaraufsatz
Im Altaraufsatz ist das Schweißtuch der Veronika mit dem Antlitz Jesu dargestellt. Das Bild wurde 1719 angeblich von Hans Leder (Loder) aus Tödtenried gemalt, der auch die Kirchendecke gefertigt hat.

Schweißtuch d.Veronika
Das Nach der Legende erhielt Veronika von Jesus auf ihre Bitte ein Tuch mit seinem wahren Abbild als Andenken, nachdem er sie von Blutfluss geheilt hatte. Zunächst gab es in der Veronika-Legende noch keinen Zusammenhang zur Kreuztragung; auf Veronikabildern aus der Zeit vor 1400 ist das Bild von Jesus deshalb ohne Dornenkrone wiederge-geben. Erst nach 1400 wurde das Veronika-Motiv
  mit der Passion in Verbindung gebracht. Der Name Veronika geht wahr-scheinlich auf das lateinische"vera icon" = wahres Bild (Jesu) zurück.

Das Bild wird von Engeln, flankiert, die die Leidenswerkzeuge (Nägel, Lanze, Hammer, Ysoprohr mit Schwamm) tragen.
Hinweis zum Ysop-Schwamm mit Essigwasser:
Der 60 cm hohe Ysop ist ein aromatisch duftender Halbstrauch mit meist blauen Blüten. Er gehört zu den Mysterien-pflanzen des Altertums und wird im Mittel-meerraum seit etwa 2000 Jahren als Heilpflanze ver-wendet. Personen und Dinge, die mit einem Leichnam in Berührung gekommen waren, wurden mit dem Ysopbüschel besprengt. "Reinige mich mit Ysop und ich werde frei von Schuld sein" steht in der Bibel (Psalm 51,7).


Engel mit
Leidenswerkzeugen
Dass dem sterbenden Jesus am Kreuz Wasser mit Essig vermischt gereicht wurde, war für diese Zeit üblich. Leicht gesäuertes Wasser wurde viel ge-trunken. So erhielten z.B. die Soldaten auf ihren Fußmärschen größere Mengen verdünnten Weines oder Weinessigs.
In der Passionsgeschichte ist deshalb davon auszugehen, dass die Soldaten Jesus das Getränk reichten, das sie gerade zur Verfügung hatten.
Mittelteil
In einer rundbogigen Nische zwischen dem Säulenpaar befindet sich eine Figur der Pieta (Vesperbild).
Die gekrönte Maria trauert um ihren toten Sohn Jesus, der auf ihrem Schoß liegt. Hinter ihr stehen der Apostel Johannes und zwei Frauen. Darüber die Inschrift: "Du Mutter der Schmerzen, bitte für uns." (um 1550).
Der Leichnam Jesu ist nach leicht vorne gedreht, als wollte Maria ihn dem Betrachter zeigen. So werden auch alle fünf Wunden (an Händen, Füßen und der Seite) sichtbar. Dies war wegen der früher verbreiteten Verehrung der Wunden Christi wichtig.

Die Muttergottes trägt eine große Krone. Sie dürf-te der Figur erst später aufgesetzt worden sein und stört etwas den gotischen Gesamteindruck

Pieta
Die Darstellung der Muttergottes mit ihrem toten Sohn auf dem Schoß entspricht keinem Bibel-bericht. Nach dem Johannesevangelium stand Maria zwar unter dem Kreuz; ihre Anwesenheit bei der Kreuzabnahme ist aber nicht belegt.
Den Namen Vesperbild erhielten diese Darstellung, weil die Zeit, die im Stundengebet der Mönche und Nonnen der Trauer um den Tod Jesu gewidmet ist, der Sonnenuntergang ist, die Zeit der Vesper.

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Assistenzfiguren

St.Barbara
Auf Volutenkonsolen stehen neben der Pieta die Assistenzfiguren Auch sie stammen aus der Zeit der Spätgotik, um 1500 (andere Quelle: um 1600).
- Links steht hl. Barbara mit einem Kelch in der Hand, zu ihren Füßen ein Turm.
- Die Figur rechts, stellt die hl. Katharina von Alexandrien dar, die sich auf ein Schwert stützt.

St.Katharina
  Katharina, die Königstochter aus Zypern, ist eine legendäre Gestalt. Sie soll im Jahr 306 wegen ihres
Glaubens und ihrer großen Überzeugungskraft ausgepeitscht, gerädert und -als das Rad zerbrach- enthauptet worden sein. Seit dem ausgehenden Mittelalter gehört sie zu den beliebtesten Heiligen und wurde deshalb im 15. Jh der Gruppe der 14 Nothelfer (Patronin der Theologen, Lehrer und Frisöre; Helferin bei Migräne) zugerechnet.
Festtag: 25.November
Barbara
ist eine legendäre Person. Das bildschöne Mädchen soll von ihrem heidnischen Vater, dem reichen Dioskuros von Nikomedia, während einer längeren Geschäftsreise in einen Turm geschlossen worden sein, um sie am Heiraten zu hindern. Barbara ließ im Turm ein Bad bauen, aber nicht wie vom Vater angeordnet mit zwei, sondern mit drei Fenstern, als Zeichen der Dreieinigkeit. Als der Vater zurückkam und merkte, dass sie Christin geworden war, ließ er sie geißeln, mit Keulen schlagen, die Brüste abschneiden und mit Fackeln brennen. Vor dem Tod bat Barbara Gott, dass alle, die der Passion Christi gedenken, vom Gericht Gottes verschont werden. Schließlich enthauptete der Vater die Tochter selbst, worauf er von Blitz getroffen wurde. Barbara gehört zu den 14 Nothelfern. Sie ist Patronin der Bergleute und -wegen des präzisen Blitzschlags- der Artilleristen. Der Kelch in ihrer Hand versinnbildlicht die einem Sterbenden gereichte letzte Kommunion (Viatikum) und verweist auf ihre Funktion als Sterbepatronin.
Festtag: 4.Dezember
Tabernakel
Der dreiteilige Tabernakel besitzt eine Säulchen-gliederung mit vier Nischen. Die Verzierungen und Säulchen wurden 1949 durch den Maler Eixen-berger teilweise erneuert. Die vergoldete Taber-nakeltüre ist mit barocken Formen in Scheren-schnittmanier verziert.

Tabernakel
Das 41 cm große Tabernakelkreuz aus der Zeit um 1900 besteht aus Messingblech. Der Fuß des Kreuzes ist mit Bandelwerk-Ornament verziert, das Kreuz selbst mit farbigen Steinen besetzt. Der Korpus Jesu ist gegossen und aufgeschraubt. Das Kruzifix wurde in sog. Treibarbeit, durch Hämmern auf der Rückseite des Metalls, hergestellt.

St.Wendelin
Neben dem Tabernakel und unterhalb der Säulen stehen zwei sog. Bauernheilige.

- links der hl.Wendelin (18. Jh.) mit Hirtentasche und Schäferschaufel. Er ist Schutzpatron für
   Flur und Vieh und Helfer, wenn Pest und Krankheit drohen,
- rechts der hl. Leonhard (um 1700) im Abtsornat. Leonhard ist einer der 14 Nothelfer und
  ebenfalls Vieh- und Pferdepatron.

St.Leonhard
  Wendelin (555-617, ein schottischer Königssohn, war Schafhirte bei einem Edelmann in der Nähe
von Trier. Später wurde er (ohne Priesterweihe) Abt des nahegelegenen Klosters Tholey. Während seiner Hirtenzeit kam der als räuberisch geschilderte Edelmann eines Tages unerwartet zur Herde und war erzürnt, dass Wendelin sich so weit entfernt hatte, dass er keine Befehle annehmen konnte. Doch als der Erboste in seinen Hof zurückkam, war Wendelin bereits dort. Tief erschrocken, bat der Edelmann Wendelin um Vergebung, baute ihm eine Zelle in der Nähe des benachbarten Klosters Tholey, dessen Mönche Wendelin zum Nachfolger ihres verstorbenen Abtes wählten, ohne dass Wendelin je Priester geworden wäre. Festtag: 10.Februar
Leonhard (in Bayern einer der 14 Nothelfer) lebte um das Jahr 500 als Einsiedler und später als Abt in Frank-reich. Regelmäßig besuchte er die Gefangenen und erreichte beim König Clodwig I., dass viele von ihnen freige-lassen wurden. Deshalb galt er ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen", also der Gefangenen - und der Geisteskranken, die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete. Als die Leonhardsverehrung nach Deutschland kam, hat man ihn wegen der Ketten, mit denen er in Frankreich abgebildet war, als Patron der Haustiere verehrt, weil man diese Ketten als Viehketten missdeutete. In Bayern erreichte die Leonhardsverehrung im 19.Jh ihren Höhepunkt. Man nannte ihn auch den "bayerischen Herrgott". Am Leonhardstag, dem 6. November werden Leonhardiritte abgehalten und Tiersegnungen vorgenommen. Festtag: 6. November
Die Stipes, der Altarblock unter der Altarplatte, ist verputzt, mit spitzbogigen Öffnungen auf allen vier Seiten.

Öffnung unter dem Altar
Früher war dort die Grablegung Christi dargestellt. 
Heute wird die Öffnung durch ein mit floralen und ornamentalen Stickereien verziertes Tuch geschlossen.


Chorgestühl
Die Bank neben dem Altar in Form eines Chorstuhls an der Südwand neben dem Altar diente als Sitzgelegenheit für Mesner und Altardienst . Er besitzt drei hochklappbare Sitze und wurde um 1891 gefertigt (gestiftet vom Bichlerhof).

Chorstuhl

 

Ewig-Licht-Ampel

Die neuromanische Ewig-Licht-Ampel hängt an der südlichen Chorwand. Sie besteht aus Messing und ist vergoldet (2.H.19. Jh).
Hinweis: Das rote Öllämpchen, das stets im Altarraum brennt, gilt oft als Erkennungsmerkmal eines katholischen Gotteshauses. Es entspricht uralter Tradition, an heiligen Stätten Licht brennen zu lassen als Zeichen der Verehrung und als Sinnbild des Segens, der von diesem Ort ausgeht. Früher gab es solche Lichter nur an den Märtyrergräbern. Mit der wachsenden Verehrung der aufbewahrten Eucharistie hat sich etwa seit dem 13. Jh der Brauch des "Ewigen Lichtes" vor dem Tabernakel, in dem das Allerheiligste aufbewahrt wird, herausgebildet. Durch sein dauerndes Brennen weist es darauf hin, dass in der Kirche geweihte Hostien aufbewahrt werden. Meist sind die von der Decke herabhängenden Ampeln aus Silber oder versilberten Material gebaut, in eleganten Formen und mit vielen grazilen Verzierungen versehen.


Ewig-Licht-Ampel



Hinter dem Altar ist der Zugang zur Sakristei, die im Untergeschoss des Turmes eingerichtet ist.


Fenstergemälde

Das Glasbild im Fenster rechts hinter dem Altar ist von den Dachauer Künstlern Hermann Stockmann (Entwurf) und von Syrius Eberle (Ausführung) gestaltet (1935).
Es zeigt die hl. Notburga mit Krug und in der Luft hängender Sichel. Als der Dienstherr seine Magd, die Heilige Notburga, zwingen wollte, nach dem Feierabendläuten noch auf dem Feld zu arbeiten, warf sie die Sichel in die Luft, die dort zum Entsetzen des Gutsherrn hängen blieb. Festtag: 14.Sept.
Der Maler Hermann Stockmann arbeitete häufig mit dem Glaser Eberle zusammen; er entwarf auch auch Glasbilder in Palsweis und Oberbachern.
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St.Notburga


K
irchenbänke

Die Kirchenbänke (rechts vier, links acht Reihen beiderseits des Mittelganges) wurden 1891 von Thomas und Maria Haas (Sichler) gestiftet.

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Vortragekreuz

An der ersten Kir-chenbank ist ein relativ großes Kruzifix auf einer rot-weiß gestri-chenen Stange angebracht. Es dürfte aus dem 19.Jh. stammen.
Vortragekreuz

Hinweis:
Vortragekreuze werden bei Prozessionen, Wallfahrten oder Beerdigungen vorangetragen. Dies geht zurück auf das Jesuswort "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach".
Vortragekreuze gibt es seit dem 6.Jahrhundert.


Apostelleuchter

An den Wänden sind die auf Holztafeln aufgemalten Apostelkreuze mit den Apostelleuchtern angebracht. Die an der Wand angebrachten stuckierten Kreuze sind von einem aus stilisierten Pflanzen gebildeten Kranz umgeben. Die Kreuze selbst sind in zwei verschiedenen Ausführungen gestaltet:
- zumeist mit glatten Kreuzbalkenenden,
- eines oder zwei mit lilienförmigen Enden. Lilien und Kreuz sollen Schöpfung und Erlösung symbolisieren.

Hinweis: Apostelkreuze erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems.


Apostelkreuz


Figurenausstattung

An den Wänden der Kirche stehen mehrere Heiligenfiguren

Nordwand


St.Rasso

In einer Nische ist der hl. Rasso in Ritterrüstung mit gezogenem Schwert (um 1700) dargestellt, ein großer Wohltäter der Kirche aus dem Grafengeschlecht der Huosi, der die Klosterkirche von Grafrath gestiftet hat.

Hinweis: Rasso (900-954), nach der Überlieferung 2 Meter 50 groß, war Ritter, berühmter Feldherr und unternahm einen erfolgreichen Feldzug gegen die Ungarn. Aus Dankbarkeit für den Sieg wallfahrtete er nach Rom und ins Heilige Land, brachte von dort wertvolle Reliquien mit und ließ hierfür in Wörth (dem heutigen Grafrath) ein Benediktinerkloster bauen. Er trat - kinderlos geblieben - selbst als Laienbruder in dieses Kloster ein. Rasso wurde in der Klosterkirche bestattet, seine Gebeine werden heute im Glasschrein des Hochaltars aufbewahrt.
Die von Rasso mitgebrachten Reliquien werden heute in der Wallfahrtskirche Andechs am Ammersee gezeigt.
Die Wallfahrt in den nach Rasso umbenannten Ort Grafrath - Graf von Rathenburg - hatte im Mittelalter großen Zulauf. Fest: 19.Juni


Madonna im
Rosenkranz
Darüber hängt eine Madonna im Rosenkranz (um 1700; andere Quelle: um 1600) mit dem Jesuskind auf dem Arm, einem Zepter in der Hand und einem Mond unter ihren Füßen. Das Rosenkranzfest wird am 7. Oktober gefeiert.

Hinweis: Ich habe eine Sonderseite zu den Rosenkranzmadonnen in den Kirchen Dachauer Landes zusammen-gestellt. Wenn Sie interessiert sind, klicken Sie hier...

St.Sebastian
Die mit fast zwei Metern größte Figur ist die des beliebten Volksheiligen St. Sebastian (Anfang 17.Jh). Er ist an den Marterbaum gefesselt und von vielen Pfeilen durchbohrt. Manche deuten diese Figur als Hinweis auf das Wüten der Pest im 30-jährigen Krieg auch in Machtenstein (1634/1635). Da um die Kirche herum jedenfalls keine Gräber gefunden wurden, hätte wohl ein Pestfriedhof angelegt werden müssen. Auch der konnte aber bisher noch nicht entdeckt werden. Eine einfache Erklärung bietet da Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreichs Bayern von 1895: Die Figur soll früher in der Kirche von Großberghofen gestanden haben und hat deshalb mit der Pest in Machtenstein nichts zu tun.
Festtag: 20.Januar  

Die Figuren des hl. Josef und des hl. Antonius aus dem 18. Jh., jeweils mit Jesuskind und der Lilie der Keuschheit dargestellt, waren ursprünglich für die Pfarrkirche in Kreuzholzhausen bestimmt.
Hinweis: Seit dem Mittelalter gelten weiße Lilien als Symbol für Reinheit und Keuschheit. In der Hand Josefs soll diese Blume letztendlich besagen, dass Josef eine nach ihm benannte "Josefsehe" führte und er deshalb nicht der natürliche Vater Jesu gewesen sein kann.

St.Josef

Joseph war der Vater Jesu - oder Ziehvater Jesu, da nach altchristlicher Überzeugung Jesus der Sohn Gottes ist und durch den Heiligen Geist im Schoß der Jungfrau Maria gezeugt wurde. Joseph stammte aus dem Geschlecht des Königs Davids, aus dem nach dem Zeugnis des Alten Testaments der Messias hervorgehen werde. Er lebte als Zimmermann in Nazareth. Gedenktag: 19. März


St.Antonius
von Padua

Antonius lebte im 13.Jh und war ein begnadeter Redner, der sich gegen die Sekten der Katharer, Albigenser und Waldenser wandte. Seine Fastenpredigten in Padua 1231 hatten einen sensationellen Erfolg, denn die ganze Region schien danach wie umgewandelt: Schulden wurden erlassen, zerstrittene Familien versöhnten sich, Diebe gaben das gestohlene Gut zurück, unrechtmäßige und überhöhte Zinsen wurden den Schuldnern zurückerstattet. Bis heute gilt in Italien ein damals erlassenes Gesetz, dass niemand mit seinem Leben und seiner Freiheit für eine Schuld haften solle, sondern nur mit seinem Eigentum. Antonius wird als Hilfe zum Wiederauffinden verlorener Gegenstände angerufen und gilt deshalb als "Patron der Schlamperer". Dies geht auf zwei Legenden zurück: Als ihm ein Manuskript gestohlen worden war, betete er so lange, bis der Dieb damit zurückkehrte. Schöner ist die zweite Legende, nach der er einem Geizhals half sein Herz zu suchen und es in einer Geldtruhe fand. Die Darstellung mit dem Jesuskind auf seinem Arm ist bei uns erst seit dem 17.Jh verbreitet; sie verweist auf eine seiner Visionen, die er beim Bibellesen hatte. Festtag: 13.Juni

Südwand
Neben dem Altar steht eine Anna selbdritt-Figur (um 1700): Maria steht als junges Mädchen vor ihrer 
Mutter Anna, die wiederum das Jesuskind (mit Apfel) auf ihrem Arm trägt. Alle drei Personen tragen einen Heiligenschein (Nimbus) in Form eines Strahlenkranzes.
  Hinweis: Das Motiv der Anna selbdritt kam erst im 15. Jh. nach Bayern, kurz bevor Papst Sixtus IV. 1481 den Festtag der Anna in den römischen Kalender aufnahm. Die Verehrung Annas als Mut-ter der Jungfrau Maria erreichte damals ihren Höhepunkt. Die Bezeichnung Anna selbdritt gibt an, dass Anna selbst wiedergegeben ist und dass sie zu dritt sind. Anna, die Mutter Marias, wird meistens als reife Frau dargestellt; häufig mit grün-roter Kleidung, um den Kopf ein Tuch als Zeichen der verheirateten Frau und um den Hals den Goller, den breiten weißen Frauenkragen. Meist hat Anna das Jesuskind und Maria auf dem Arm; manchmal steht Maria zu ihren Füßen, so

Anna selbdritt
  wie hier in Machten-stein. Fast immer wird Maria als Kind oder als junges Mädchen dargestellt.
Diese Komposition gehört zu den anachronistischen Bildern, weil bewusst zeitliche Abfolgen außer Betracht gelassen werden. Das Motiv der Anna selbdritt ist ein Sinnbild für die Entwicklung, Kontinuität und Weitergabe des Lebens, für den ewigen Kreislauf der Natur. Die drei Personen Anna, Maria und das Kind umfassen den gesamten Lebenszyklus von Jugend über Reife bis hin zum Alter. Sie beinhalten das Gewesene, das Jetzige und das noch Kommende. Anna-Festtag: 26.Juli


Im Kirchenschiff ist eine Figur der hl. Äbtissin Ottilie (um 1700, andere Quelle: 1500), dargestellt mit den Attributen Äbtissinnenstab und einem Buch mit daraufliegenden Augäpfeln angebracht.
Die Legende berichtet, dass ihr Vater seine blind geborene Tochter Odilia töten lassen wollte, die Mutter Bethsvinda sie aber retten konnte und durch eine Amme in das Kloster "Palma" - wohl das heutige Baume-les-Dames - bringen ließ. Dort wurde Odilia das Augenlicht geschenkt, als der durch einen Engel zu ihr gewiesene Wanderbischof Erhard von Regensburg sie taufte. Ein Kelch, aus dem Ottilia die letzte Kommunion empfangen hatte, wurde noch 1546 auf dem Odilienberg gezeigt, lange Zeit gab man den Pilgern aus ihm zu trinken. Auf dem Odilienberg liegt Odilia bestattet; er gilt als der "heilige Berg des Elsass", Odilias Grab ist eine der bedeutendsten Wallfahrtsorte in Frankreich. Festtag: 13.Dezember

St.Ottilia

An der Südwand hängt Kruzifix mit einem wundenübersäten Corpus (möglicherweise aus dem Ende des 17. Jh.). Die Zahl der Wunden ist außergewöhnlich hoch. Die Hände und Füße haben Übergröße. Der Nimbus besteht aus einem dreistrahligen Schein.   

Hinweis: In den frühchristlichen Kirchen wurde das Kreuz ohne den Corpus des Gekreuzigten angebracht. Dann aber wurde Christus am Kreuz als lebender und über den Tod triumphierender, göttlicher Sieger mit geöffneten Augen und in aufrechter Haltung dargestellt. Erst im hohen Mittelalter (etwa seit dem 12. Jh) setzte sich die Abbildung des leidenden und toten Gekreuzigten, die Betonung des Menschseins Jesu durch, wie wir es von unseren Kirchen kennen.

altes Kruzifix


Opferstock

Der 49 cm hohe Opferstock auf einem Holzpflock, ist am Gestühl angebracht.
Er ist mit Schmiedeeisen beschlagen und mit
zwei Schlössern gesichert (wohl 19. Jh).

Opferstock
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Empore

Die Kirche hat keine Kanzel und keine Orgel. Die Emporenbrüstung ist in Holz natur gearbeitet und stammt wohl aus der Zeit des barocken Umbaus um 1719.

Auf der Empore stehen zwei urige Holzschragen als Sitzgelegenheit. Allerdings hat man auch den Besuchern auf der Empore ein Sitzpolster zugestanden.


Holzschragen


W
andbild
An der Rückwand der Kirche unter der Empore hängt ein Bild der hl. Familie, die in einem Spruch darunter um Sterbebeistand angerufen wird ("Jesus, Maria u. Joseph stehet uns bei, in unserem letzten Ende !").
Das Bild zeigt Maria und Josef und das Jesuskind sind beim Spazierengehen; diese Darstellungsart wird auch
"Heiliger Wandel" genannt.

Hl.Familie
Der Heilige Wandel symbolisiert das Schreiten auf dem Lebensweg und soll zu christlicher Lebensführung mahnen. Das Fest der Heiligen Familie wird am Sonntag nach Weihnachten gefeiert.

Das 117 x 104 cm große Ölgemälde (auf Leinwanduntergrund) wurde 1879 von Anton Huber dem Jüngeren
(1830 -1889) aus Dachau gemalt.
Mehr über das Schaffen von Anton Huber und seines gleichnamigen Vaters in den Kirchen des Dachauer Landes finden Sie hier...


K
riegerdenkmal und Totengedenken


Gefallene und Vermisste
Neben dem Bild sind die Gedenkplatten für die Ge-fallenen beider Weltkriege angebracht. Darauf stehen auch die Namen der fünf Burschen und Männer, die am 12. Juli 1944 durch den Notabwurf einer Bombe der Amerikaner in Machtenstein ums Leben kamen.
Bei diesem Unglück wurde auch der Kirchendachstuhl verschoben.
 

Auf einer großen Holztafel an der Westseite sind die Sterbebilder der in den letzten Jahren verstorbenen Einwohner aus Machtenstein zum Gedenken ausgestellt.
Früher hatte man die Sterbe-bilder in die privaten Gesangs-bücher gelegt, als "Einmerkerl".
Heute gehören die Gesangs-bücher meist der Kirche und werden allen Besuchern zur Verfügung gestellt.


Sterbebilder


Reliquiar

Die Kirche besitzt noch ein Reliquiar mit einer Kreuzpartikel. Sie wird nur um die Pfingstzeit in die Kirche gebracht, wenn nach der Messe der Wettersegen erteilt wird. Das Reliquiar besteht aus Silber und ist teilvergoldet (neuversilbert). Das klassizistische Dekor spricht für eine Herstellung um 1790. Über dem runden Fuß mit breiter, durchbrochener Zarge durchbrochen erhebt sich der Schaft mit einem Nodus in klassizistischer Vasenform. Im hochovalen Schaugefäß ist der Kreuzsplitter in ein Glaskreuz eingebettet. Umgeben wird der das Schaugefäß von Blattwerk mit farbigen Steinen. Dahinter ein Strahlenkranz. Goldschmiedezeichen, die auf den Künstler schließen lassen, sind nicht mehr sichtbar. Interessant ist, dass die Reliquienkästchen durch das bischöfliche Ordinariat offiziell versiegelt werden mussten, um den Reliquiendiebstahl zu verhindern.

Hans Schertl


Quelle:
Dr. Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874
Bezold/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1895, S.293
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.1683)
Max Gruber, Stuck im Dachauer Land, Amperland 1966/1 (Stuck v.B.Mayr)
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Max Gruber, Kistler, Schreiner und Drechsler aus dem Amperland, Amperland 1975/4 (Loder, Sporr)
Heinrich u.Margarete Schmidt, Die vergessene Bildersprache christlicher Kunst, 1981 (Pieta 5 Wunden)

Max Gruber, Für Dachau tätige Architekten und Maurermeister, Amperland 1982/3 (Winckhler)
Alois Angerpointner, 900 Jahre Machtenstein, Amperland 1983/3
Putz/Niederle, Kirchen und Kapellen im Gemeindebereich Schwabhausen, 1988
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, 1990
Maria Thanbichler in der Reihe "Die Kirchen im Pfarrverband Bergkirchen" ca.2000
Karl Grüner, "Unten bauchig, oben spitz", Münchner Kirchenzeitung, v. 25.9.2005 und vom 2.10.2005
Eduard Kopp in Chrismon 06.2007 (Essigwasser)
Manfred Bergmeister, Grabkreuzausstellung Hebertshausen, 2007 (Missionskreuz-Überdachung)

36 Bilder: Hans Schertl

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

9.3.2018

Machtenstein feiert Flurbereinigung
Eine mustergültige Tat einer kleinen Ortschaft - Weihe von Gedenkstein und Kreuz
Dachauer Nachrichten vom 10.08.1962

Machtenstein - Die kleine Ortschaft im lieblichen Tal zwischen Kreuzholzhausen und Puchschlagen hatte am Sonntag ihren großen Tag. Mit der Beendigung der Flurbereinigung wurde ein Feldkreuz eingeweiht und zugleich auch eine neue Straße eröffnet, die nun eine gute Verbindung zur Bundesstraße bei Oberroth schafft. Mit Regierungsrat Dr. Pestenhofer, Oberbaurat Pokius, Landwirtschaftsrat Zerbst waren viele bekannte Persönlichkeiten aus dem Landkreis und Angehörige der Gemeinden aus dem ganzen Umkreis zu dieser Feier gekommen

Schon seit Jahren bemüht sich die Ortschaft Machtenstein um die Flurbereinigung. Sie liegt wohl in einer landschaftlich sehr schönen von Tälern, Hügeln und Wäldern umsäumten Gegend, aber abseits des Verkehrs und der Hauptstraßen. Als im vergangenen Winter der Sturm die Bäume des Waldes entwurzelte, war es wirklich ein Problem, zu dem kleinen Ort mit der Kirche zu kommen. Monate hindurch war das Gelände auch Planungsobjekt eines Flugplatzes. Es gab einen richtigen "Wirbel" deswegen, nun ist es aber deswegen wieder still geworden. Eifrig war man dagegen in der Zwischenzeit für die Flurbereinigung tätig. Die moderne Zeit mit ihrer weitgehenden Technisierung in der Landwirtschaft verlangt zur Bearbeitung große Flächen. Die verschiedenen kleinen Streifen Ackerland, wahllos über das Gelände verstreut, sind heute nicht mehr tragbar. Einst war es Gewohnheit, auf die verschiedenen kleinen Felder fahren zu müssen mit dem Pferde- oder Ochsengespann, um dann dort mühelos in zeitraubender Handarbeit die Bewirtschaftung durchzuführen. Aber sinngemäß vollzieht sich diese Arbeit nur, wenn große Flächen zusammenhängen. Wieviel Streit hat es auch früher einst um die verschiedenen Grenzen der Grundstücke gegeben? Immer wieder wurde irgendwo ein Markierungsstein "umgefahren" und damit das gute nachbarliche Verhältnis getrübt.

Alle sind zufrieden Wenn nun in Machtenstcin die Flurbereinigung zur Zufriedenheit aller Beteiligten vorgenommen werden konnte, so lag dies vor allem am gegenseitigen Verständnis und an der Initiative, die sowohl Ortsführer Gemeinderat Josef Meier als auch Oberbaurat Pokius und seine Mitarbeiter vom Flurbereinigungsamt aufbrachten. Das schönste sichtbare Zeugnis dieses Gemeinschaftssinnes ist wohl das Feldkreuz an der Straße zwischen Puchschlagen und Machtenstein, das am Sonntag geweiht wurde. An der dicht daneben stehenden 300 Jahre alten Eiche hatte man einen Feldaltar errichtet. Pfarrer Kersten hielt die Feldmesse, nachdem in einem feierlichen Zug die Bewohner der Ortschaft Machtenstein und die Gäste mit der Dachauer Knabenkapelle von der Kirche des Ortes dorthin gezogen waren. In besinnlicher Weise erinnerte der Pfarrer an den Gedenkstein, das Feldkreuz und an die Flurbereinigung. Der Gemeinschaftssinn habe über den Eigennutz und den Egoismus gesiegt und das sichtbare Zeichen sei dieses Kreuz, hob er hervor. Dieses Abwenden vom Egoismus bringe die Menschen aber auch dem Herrgott näher. In diesem Sinne solle man auch das Kreuz und die Arbeit auf den Fluren um dieses herum betrachten.

Nach der Weihe des Feldkreuzes sprach Josef Meier. Er dankte allen, die zu dieser Feier an diesem herrlichen Sonntag kamen und begrüßte Regierungsrat Dr. Pestenhofer, Oberbaurat Pokius, Landwirtschaftsrat Zerbst, Kreisfachberater Mertl, die Bürgermeister und Kreisräte sowie alle Gemeindeangehörigen herzlich. Vorstand Meier dankte ganz besonders Oberbaurat Pokius und seinen Mitarbeitern vom Flurbereinigungsamt München für ihre unermüdliche Arbeit, die vor allem dazu führte, dass in Machtenstein eine so mustergültige Flurbereinigung durchgeführt werden konnte, ebenso galt Meiers Dank Bauingenieur Gurne und seinen Mitarbeitern vom Wasserwirtschaftsamt München für die in allen Einzelheiten gut durchgearbeitete Planung der Entwässerung. Mit größter Anerkennung sprach sich der Vorstand dann über die Akkordleistungsarbeiten der Firma Hagen aus Esting aus, die sämtliche notwendigen Erdbewegungen ausführte und einen Straßenunterbau schuf, der von gediegener Qualität ist. Ebenso arbeitete auch die Firma Streitle aus Augsburg, die für eine stabile Teerdecke sorgte.
Erfreut war Meier auch darüber, dass das Zementbüro Dachau so prompt lieferte. Für die 10 000 DM, die die Gemeinde Kreuzholzhausen als Zuschuss zur Teerdecke gab, dankte Meier Bürgermeister Haas und dem Gemeinderat von Kreuzholzhausen. Vor allem aber durfte auf keinen Fall die Raiffeisenkasse Schwabhausen vergossen werden, die ja erst die Durchführung der Flurbereinigung durch die sichergestellte Finanzierung ermöglichte.

Eine ganz besondere Freude erfuhren die Machtensteiner jedoch durch die vorbildliche Nachbarschaftshilfe der Gemeinde Oberroth, die 1300 Meter Straße in Richtung Machtenstein schuf, womit die Verbindung zwischen Machtenstein und Oberroth nunmehr sehr gut ist. Zu diesem großen Entgegenkommen trug gerade Bauingenieur Danzl viel bei. Ohne die Machtensteiner selbst wäre es natürlich nicht gegangen, daher dankte Vorstand Meier allen, die von Anfang an in so verständnisvoller Zusammenarbeit bereit waren, eine Flurbereinigung anzustreben, die getragen war vom Geist bürgerlichen Gemeinsinns und im Gedanken an die künftigen Generationen, denen schließlich diese Aktion ganz besonders zukommen wird. Meier meinte daher, es würde heute jeder Machtensteiner bestätigen können, dass durch die Flurbereinigung der Staat das Beste für die Landwirtschaft getan hätte. Natürlich traten auch Schwierigkeiten auf, aber dann war es immer Oberbaurat Pokius, der sie aus dem Wege räumte und zur Zufriedenheit aller Beteiligten regelte. Der Dank galt in besonderer Weise Pfarrer Kersten, der die kirchliche Ausgestaltung der Feier in eindrucksvoller Weise vorgenommen hatte, denn der Dankgottesdienst inmitten der heimatli-chen Fluren war für alle ein Erlebnis, das Machtenstein sicher nicht wieder in den kommenden Jahrzehnten in dieser erhebenden Weise erleben wird. Dann sprach Oberbaurat Pokius vom Flurbereinigungsamt. Er gab seiner großen Befriedigung Ausdruck, dass nun die Flurbereinigung in Machtenstein zur Zufriedenheit aller abgeschlossen werden konnte. Er wies darauf hin, dass die moderne Zeit in der Landwirtschaft eine erhebliche Umstellung erfordere. Im Jahr 1959 habe man mit der Flurbereinigung begonnen und acht Hauptbeteiligte aus Machtenstein und 20 Teilnehmer aus den angrenzenden Ortschaften wurden einbezogen. Es gab Schwierigkeiten, aber nun könne man mit gutem Recht sagen, dass die Flurbereinigung zum Nutzen für alle abgeschlossen sei. Erhebliche Erdmassen mussten bewegt werden, wobei die Beteiligten mit gutem Gemeinschaftssinn mitgeholfen hätten. Besonders dankte der Oberbaurat Josef Meier, der sich so aktiv und unermüdlich eingesetzt hatte. Die Flurbereinigung habe nun auch in Machtenstein dazu beigetragen, dass die Landwirtschaft in ihren neuen Aufgaben in der Europäischen Wirtschafts-Union bestehen könne.

Recherchiert von Hubert Eber, Bergkirchen