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Landkreiskarte ausführliche
Beschreibung
Kirchen i.d.Marktgem. Altomünster
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Pfarrkirche St. Peter und Paul in RANDELSRIED
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Die westlich von Tandern gelegene Ortschaft Randelsried wurde erstmals 1190 als "Randoltsried" (Rodung des Rantolf) urkundlich erwähnt. Sie dürfte aber schon im 9.Jh vom Edlen Randolf angelegt worden sein Die Pfarrkirche St.Peter und Paul der Pfarrei Randelsried in liegt auf einer Anhöhe über dem Dorf.
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Inneneinrichtung
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Der Chor ist eingewölbt und mit reichen Stuckmalereien auf rosa Grund verziert. Die zentrale Deckenmalerei aus barocker Zeit zeigt den hl. Joseph. Die drei Altäre im Innern sind neubarock
und dürften beim Umbau von 1843 geschaffen worden sein. Im Choraltar
stellt ein Gemälde die Übergabe der Himmelsschlüssel an
Petrus dar. Flankiert wird das Bild von zwei spätgotischen Figuren
der Patrone der Kirche, St.Petrus (wiederum mit Himmelsschlüsseln)
und St.Paulus mit dem Schwert. Im Altaraufsatz wiederum St.Josef. Rechts neben dem Hochaltar steht der Taufstein aus Rotmarmor. Auf ihm ist eine Figur des hl. Johannes des Täufers angebracht. |
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Die Kanzel an der Südwand stammt aus dem 19.Jh. Am Kanzelkorb sind Bilder der vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes mit ihren Attributen angebracht
Die interessanten Kreuzwegbilder aus dem 19. Jh. sind als Relief gestaltet.
In der Kirche sind erstaunlich viele Epitaphe angebracht. Eine Grab- oder Gedenkplatte vor dem linken Seitenaltar in Randelsried erinnert an den 1440 verstorbenen Ulrich Eisenreich und seine Frau Anna Frizinger, eine weitere an den 1741 verstorbenen Pfarrer Andreas Essigkrug.
Ausführliche
Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen
Hinweisen
Geschichte
Die westlich von Tandern gelegene Ortschaft Randelsried dürfte im 9.Jh entstanden sein. Urkundlich wurde es erstmals 1190 als "Randoltsried" (Rodung des Rantolf) erwähnt, als ein Herr Imbrico von Patershusen einen Hof an das Kloster Scheyern gibt. Man geht aber davon aus, dass Randelsried nach dem Edlen Randolf benannt ist, der mit Bischof Anno von Freising um das Jahr 860 Feldgründe in der Urmark Tandern getauscht hat. Randolf hatte an seinem Herrenhof in Randelsried auch eine Eigenkirche errichtet und dafür die Kirchenpatrone der Urpfarrei Tandern, Petrus und Paulus, übernommen. Später hat er diese Kirche zur eigenen Pfarrei ausgestattet.
In der romanischen Zeit des 13./14.Jahrhunderts
hat man eine neue Kirche aus Stein errichtet. Vorher dürfte sie aus Holz
bestanden haben. Einige Teile dieses Baus haben sich bis in die heutige Zeit
erhalten.
In gotischer Zeit (15.Jh) wurde die Kirche verbreitert und verlängert.
Dabei dürfte auch der Turm im oberen Teil neu errichtet worden sein. 1717
wurde eine Glocke beschafft.
Ein größerer Umbau der Kirche fand 1843
statt. Dabei wurden das Kirchenschiff verlängert. Eine Quelle spricht sogar
von einem Neubau des Kirchenschiffs.
1886 musste der Turm erneuert werden.
Baubeschreibung
Die Pfarrkirche St. Peter und Paul der Pfarrei
Randelsried (zu der noch die Filialkirche Asbach gehört) in liegt auf einer
Anhöhe über dem Dorf. Der heutige
Bau besteht noch aus Teilen einer früheren romanischen Kirche (13./14. Jh).
Darauf weist ein romanischer Zahnfries hin, der auf der nördlichen Außenwand
des Langhauses angebracht ist und ungefähr 2/3 der Wand ziert.
Der gotisch wirkende Turm mit dem 6-fach
getreppten Giebel wurde vermutlich im 15. Jahrhundert errichtet und 1886 erneuert.
Auch er dürfte -zumindest im unteren Teil- noch romanische Bauteile enthalten.
In Turm hängen vier Glocken, darunter eine alte Glocke des Gießers Langenegger
von 1717 (eine Auflistung der ältesten Glocken im Landkreis finden
sie hier....).
Inneneinrichtung
Altarraum
Der Chor schließt mit drei Achteckseiten und ist eingewölbt.
Die Deckenmalerei aus barocker
Zeit zeigt den hl. Joseph in wallendem Gewand auf Wolken sitzend. Im rechten
Arm hält der seinen kleinen Sohn Jesus, in der linken Hand die Lilie der
Keuschheit. Seit dem Mittelalter gelten weiße Lilien als Symbol für Reinheit
und Keuschheit. In der Hand Josefs soll diese Blume letztendlich besagen, dass
Josef eine nach ihm benannte "Josefsehe" führte und er deshalb nicht der natürliche
Vater Jesu gewesen sein kann.
Im Übrigen ist das Gewölbe mit reichem Stuckmalereien auf rosa Grund
verziert.
Hochaltar / Choraltar
Die drei Altäre im Innern sind neubarock und dürften beim Umbau von 1843 aufgestellt worden sein. Sie sollen noch einige ältere Teile mitverwendet worden sein.
Mittelpunkt des Choraltars ist ein Altarblatt, das die Übergabe der Himmelsschlüssel an Petrus (auch "donatio clavis" genannt) zeigt.
Flankiert wird das Bild von zwei spätgotischen
Figuren der Patrone der Kirche, St.Petrus ( mit zwei Himmelsschlüsseln)
und St.Paulus mit dem Schwert.
Die sog.Himmelsschlüssel, die der Künstler der Petrus-Darstellung
in die Hand drückte, haben den Heiligen im Brauchtum zum Himmelspförtner
gemacht. In der christlichen Symbolik repräsentieren die Schlüssel aber die Vollmacht auf Erden und im Himmel zu lösen und zu binden. Deshalb die beiden Schlüssel.
Nach Matthäus 16,19 sagte Jesus zu Petrus: "Dir will ich die Schlüssel
des Himmelreiches geben. Was du binden wirst auf Erden, wird gebunden sein im
Himmel, und was du lösen wirst auf Erden, wird gelöst sein im Himmel".
Diese Vollmacht wurde in weiterer Folge auf den Kreis der Jünger und den
Klerus übertragen.
Im Altaraufsatz ist in einer kleinen Nische ein Bild des hl. Josef mit dem Jesuskind auf dem Arm zu sehen. Zwei Putten sitzen links und rechts davon auf den mit großen Herzen geschmückten Sprenggiebeln.
Fenster
Die Glasmalereien an den beiden Chorfenstern hinter dem Altar stiftete 1903 und 1906 die Familie Kneißl, aus der der berühmt-berüchtigte Räuber Kneißl (1875-1902) stammt. Allerdings scheint die Fensterstiftung nichts mit dem Räuber zu tun zu haben. Die Fenster wurden nach dem Text unter dem Josefsbild zum Gedenken an die Eltern des Magisters Kneissl gestiftet. Im Fenster auf der linken Seite ein Marien-Glasbild.
Taufstein
Rechts neben dem Hochaltar steht der Taufstein aus Rotmarmor. Auf ihm ist eine Figur des hl. Johannes des Täufers angebracht. Die Darstellung der Taufe Jesu am Taufort in der Kirche als Vorbild für das Taufsakrament war vom Konzil von Trient (1545 bis 1563)vorgeschrieben.
Seitenaltäre
Der linke Seitenaltar mit zwei glatten, marmorierten Säulen, ist der Marienaltar. Eine große Glasfläche bedeckt das Gemälde der gekrönten Muttergottes mit dem Jesuskind auf dem Arm. Im Altarauszug ein ovales Gemälde mit der Heiligen Dreifaltigkeit und Maria. Auf dem Altartisch steht eine Madonnenfigur.
Der rechte Altar ist dem hl. Josef geweiht. Sein Bild ist auf dem Altarblatt zu sehen. Er hält eine Lilie (seit dem Mittelalter Symbol für Reinheit und Keuschheit)in der Linken Hand und das Jesuskind, das ein Buch in der Hand hält, auf dem Schoß. Im Altaraufsatz ein Bild der Heiligen Familie.
Kanzel
Die Kanzel
an der Südwand stammt aus dem 19.Jh. Am Kanzelkorb sind Bilder der vier
Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes mit ihren Attributen
angebracht. Hinweis: Die vier Symbole geflügelter
Mensch, geflügelter Löwe, geflügelter Stier und Adler reichen
zurück bis in den babylonischen Mythos. Dort stellten sie die vier Astralgötter
Nergal (Flügellöwe), Marduk (Flügelstier), Nabu (Mensch) und
Mimurta (Adler) dar, die vor den Heiligtümern Wache hielten. Im Alten Testament
werden sie in den Gottesvisionen Ezechiels
(Ez 1,1-14), im Neuen Testament in der Offenbarung des Johannes (Kap.4 Vers
7) als die vier Lebewesen, die rings um Gottes Thron stehen, erwähnt. Zuerst
hat man sie nur im Zusammenhang mit dem thronenden Christus abgebildet. Als
Evangelistensymbole dienen sie erst seit dem frühen Mittelalter (durch
die Kirchenväter Irenäus und Hippolyt um das Jahr 200).
Seit Hieronymus (347-420) werden sie wie folgt gedeutet:
- Der geflügelte Mensch (nicht Engel !) bei Matthäus weist
auf den Stammbaum Jesu und auf dessen Geburt (mit deren Bericht das Matthäusevangelium
beginnt) hin.
- Der geflügelte Löwe ist Sinnbild für Markus, weil das
Markusevangeliums mit der Predigt des Johannes in der Wüste, dem Lebensraum
des Löwen, beginnt und weil sein Evangelium die Kraft der Auferstehung
und Todesüberwindung betont.
- Der geflügelte Stier (als Opfertier) des Lukas galt als Zeichen
für den Beginn des Lukas-Evangeliums, das mit dem Opfer des Zacharias einsetzt
und das am innigsten auf den Opfertod Christi hindeutet.
- Den Adler des Johannes versteht
man als Symbol für den spirituellen Höhenflug des Johannes-Evangeliums,
das mit den Worten beginnt "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei
Gott und Gott war das Wort".
Der reich verzierte Schalldeckel der Kanzel ist auf der Unterseite mit
einer Heilig-Geist-Taube, auf der Oberseite mit den Tafeln der zehn Gebote geschmückt.
Der Hl.Geist wird seit dem Konzil von Nicäa (325) als Taube gezeigt. Papst
Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person
in Menschengestalt. Die Predigt wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich
wie heute- von einem Ambo
aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im
Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier
aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere
Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962
werden sie nicht mehr benutzt.
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Kanzelkreuz und Mater Dolorosa An der Nordseite -gegenüber der Kanzel ist ein Kruzifix mit einer darunter stehenden schmerzhaften Muttergottes angebracht. Beide wurden im 19.Jh geschnitzt. Das Kreuz heißt Kanzelkreuz, weil es in der Regel der Kanzel gegenüber an der Wand angebracht ist. Es erinnert den Prediger an den 1.Korintherbrief (1,3), in dem der hl.Paulus schreibt: "Wir predigen Christus als den Gekreuzigten". Die Ansprache soll nicht weltliche Dinge, sondern den Tod und die Auferstehung Christi zum Inhalt haben. Kreuzwegbilder Die interessanten Kreuzwegbilder aus dem 19. Jh. sind als Relief gestaltet. Sie hängen nicht nur an den Außenwänden, sondern auch an der Emporenbrüstung.Kreuzwegbilder in unseren Kirchen sind erst seit 1700 üblich. Wenn Sie mehr über den Kreuzweg und seine Darstellungen in Kirchen des Landkreises erfahren wollen, klicken Sie hier... |
Apostelleuchter
An den Außenwänden, über den Kirchenraum verteilt, befinden die Apostelleuchter. Sie erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems.
Epitaphe
In der Kirche sind erstaunlich viele Epitaphe
angebracht. Epitaphe gibt es in unseren
Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form
einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt
wird. Epitaphe (griech. Grabinschrift) wurden für diesen Zweck eigens angefertigt;
sie sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch kein Grabmal,
weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet.
Eine Grab- oder Gedenkplatte vor dem linken Seitenaltar in Randelsried erinnert
an den 1440 verstorbenen Ulrich
Eisenreich und seine Frau Anna Frizinger. Eines der Wappen im unteren
Teil des Grabsteins zeigt das Mühleisen der Eisenreich. Der Verstorbene war
Pfleger zu Schiltberg und besaß daneben noch die Hofmark Asbach. Nach
Ansicht von Prof. Liebhart kann der Stein seiner Schrift und seiner Gestaltung
nach nicht aus dem 15. Jahrhundert stammen, sondern dürfte mindestens 100 Jahre
jünger sein. Vielleicht entstand er als Kopie oder Ersatz für den ursprünglichen
Stein.
Ein anderer Stein erinnert an den Pfarrer Andreas Essigkrueg, (gest. 7.5.1741), der in seinem Pfarrhof überfallen und beinahe totgeschlagen worden war. Über dem Kelch steht der Text "Virtute vixit, memoria vivit, gloria vivet (Tugendhaft hat er gelebt, in der Erinnerung lebt er noch, sein Ruhm möge weiterleben).
Orgel
Die Orgel (8 Register, 2 Koppeln) wurde von der Münchner Orgelbauerfirma Willibald Siemann erstellt. Sie soll im Aufbau der Orgel in Kreuzholzhausen entsprechen. Der Orgelprospekt ist an der Emporenbrüstung angebracht. Siemann-Orgeln stehen übrigens auch in Ainhofen, Arnbach, Kreuzholzhausen, Giebing und Sulzemoos; die Firma zählte seinerzeit zu den ersten Adressen im bayerischen Orgelbau.| Allgemeines zur Orgel - Mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht die Orgel meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirche, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes (weltliches) Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung fast jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt sie zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde früher meist durch Künstler gestaltet. Im Barock und im Klassizismus, deren Epochen unsere ältesten Orgeln im Landkreis Dachau angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt. |
Sakristei
In der hohen, zweistöckigen Sakristei versieht noch ein alter, aber gut erhaltener Sakristeischrank seinen Dienst.
Hans Schertl
Quellen:
Kirschbaum, Lexikon der Christlichen Ikonographie, 1968
Kreisheimatpfleger
Josef Kreitmeir, Beiträge aus der Geschichte der ehemaligen Gemeinde Randelsried,
Amperland 1976
Fritz Mayer/Rudolf Wagner,
Der Altlandkreis Aichach, 1979
Wilhelm Liebhart, ALTOMÜNSTER KLOSTER, MARKT UND GEMEINDE, 1999
Wilhelm Liebhart, Markt Altomünster 2002
Prof.Wilhelm Liebhart, Kirchenführung 2002
21 Bilder: Hans Schertl (2001,2002)
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14.6.2010