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Pfarrkirche St. Peter und Paul in RANDELSRIED

zum Kirchenpatron St.Pauluszum Kirchenpatron St.Petrus
Navi-Adresse: 85250 Altomünster, Kirchbergstraße 13
Lage der Kirche auf der Landkarte ...


Kurzbeschreibung

Die westlich von Tandern gelegene Ortschaft  Randelsried wurde erstmals 1190 als "Randoltsried" (Rodung des Rantolf) urkundlich erwähnt. Sie dürfte aber schon im 9.Jh vom Edlen Randolf angelegt worden sein

Randolf hatte an seinem Herrenhof in Randelsried auch eine Eigenkirche errichtet und dafür die Kirchenpatrone der Urpfarrei Tandern, Petrus und Paulus, übernommen. Später stattete er diese Kirche zur eigenen Pfarrei aus.

Die Pfarrkirche St.Peter und Paul der Pfarrei Randelsried in liegt auf einer Anhöhe über dem Dorf. Der heutige Bau besteht noch aus Teilen einer früheren romanischen Kirche (13./14. Jh).

Darauf weist ein romanischer Zahnfries hin, der auf der nördlichen Außenwand des Lang-hauses angebracht ist und ungefähr 2/3 der Wand ziert.

Die Kirche wurde in gotischer Zeit verbreitert und verlängert und 1843 nochmals umgebaut. Im Turm hängen vier Glocken


Gesetzestafeln auf dem 
Schalldeckel der Kanzel

Die Pfarrei Randelsried (mit den beiden Pfarrkirchen Randelsried und Haag) gehört zum Dekanat Aichach-Friedberg im Bistum Augsburg. Sie umfasst die Ortschaften Randesried, Amberg, Asbach, Buxberg (seit 1890), Haag und Schmelchen 05) .
Seelsorgerisch wird sie von der Pfarrei Schiltberg mitbetreut. ... mehr dazu...
Die Gottesdienstordnung finden Sie hier...

Inneneinrichtung

Der Chor ist eingewölbt und mit reichen Stuckmalereien auf rosa Grund verziert. Die zentrale Deckenmalerei aus barocker Zeit zeigt den hl. Joseph.

Die drei Altäre im Innern sind neubarock und dürften beim Umbau von 1843 geschaffen worden sein. Im Choraltar stellt ein Gemälde die Übergabe der Himmelsschlüssel an Petrus dar.
Flankiert wird das Bild von zwei spätgotischen Figuren der Patrone der Kirche, St.Petrus (wiederum mit Himmelsschlüsseln) und St.Paulus (mit dem Schwert).
Im Altaraufsatz wiederum St.Josef.

Der linke Seitenaltar ist der Marienaltar. Eine große Glasfläche bedeckt das Gemälde der gekrönten Muttergottes mit dem Jesuskind auf dem Arm.
Der rechte Altar  ist dem hl. Josef geweiht.

Rechts neben dem Hochaltar steht der Taufstein aus Rotmarmor. Auf ihm ist eine Figur des hl. Johannes des Täufers angebracht. 

Josefsaltar Marienaltar Hochaltar Deckengemälde Epitaphe Fenstergemälde Kanzel Taufstein
Vergrößerung von 9 Details (Altäre, Kanzel, Decke, Taufstein, Kreuz) 
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Die Kanzel an der Südwand stammt aus dem 19.Jh.
Am Kanzelkorb sind Bilder der vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes mit ihren Attributen angebracht.

Die interessanten Kreuzwegbilder aus dem 19. Jh. sind als Relief gestaltet.

In der Kirche sind erstaunlich viele  Epitaphe angebracht. Eine Grab- oder Gedenkplatte vor dem linken Seitenaltar in Randelsried erinnert an den 1440 verstorbenen Ulrich Eisenreich und seine Frau Anna Frizinger, eine weitere an den 1741 verstorbenen Pfarrer Andreas Essigkrug.


Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen


 Altarraum  Apostelleuchter  Baubeschreibung  Choraltar  Epitaphe
 Fenster  Geschichte  Kanzel  Kanzelkreuz  Kreuzweg
 Mater dolorosa  Orgel  Sakristei  Seitenaltäre  Taufstein
   Turm      

Geschichte

Die westlich von Tandern gelegene Ortschaft  Randelsried dürfte im 9.Jh entstanden sein. Urkundlich wurde sie erstmals 1190 als "Randoltsried" (Rodung des Rantolf) erwähnt, als ein Herr Imbrico von Patershusen einen Hof an das Kloster Scheyern gab.

Man geht aber davon aus, dass Randelsried nach dem Edlen Randolf benannt ist, der mit Bischof Anno von Freising um das Jahr 860 Feldgründe in der Urmark Tandern getauscht hat. Randolf hatte an seinem Herrenhof in Randelsried auch eine Eigenkirche errichtet und dafür die Kirchenpatrone der Urpfarrei Tandern, Petrus und Paulus, übernommen. Später hat er diese Kirche zur eigenen Pfarrei ausgestattet.

Das Kloster Scheyern verkaufte am 23.Mai 1283 ein Gut in Randolzried an Ludwig von Schmarnzell (Smergincelle). Am 17.11.1327 wird erstmals ein Pfarrer von Randelsried (Herr Heinrich) genannt. Von einem weiteren, berühmten Pfarrer berichtet Anton v. Steichele: Anton Michl, Professor der Kirchengeschichte und des Kirchenrechtes an den Universitäten Ingolstadt und Landshut, war vor seiner Professorentätigkeit acht Jahre lang, von 1791-1799, Pfarrer von Randelsried gewesen.  02)

Das Präsentationsrecht für die Pfarrei stand den Besitzern der Hofmark Eisenhofen zu, ging aber im Jahr 1622 mit Ankauf dieser Hofmark an das Hochstift Freising über wo sie bis zur Säkularisation verblieb. Danach ging es aufgrund eines Übereinkommens mit dem Freisinger Bischof v. 11.3.1854 auf den bayerischen König über: Die Kirchen der Hofmark Eisenhofen wurden aufgeteilt; die zum Bistum Freising gehörenden Kirchen (Randelsried, Hohenzell, Ruppertszell) kamen wieder zum Bischof, die Kirchen im Bistum Augsburg zum König.  02)

Bautätigkeit
In der romanischen Zeit des 13./14.Jahrhunderts hat man eine neue Kirche aus Stein errichtet. Die vorherige dürfte aus Holz bestanden haben. Einige Teile dieses romanischen Baus haben sich bis in die heutige Zeit erhalten.

In gotischer Zeit (15.Jh) wurde die Kirche verbreitert und verlängert. Dabei dürfte auch der Turm im oberen Teil neu errichtet worden sein. 1717 wurde eine Glocke beschafft.

Ein größerer Umbau der Kirche fand 1843 statt. Dabei wurde das Kirchenschiff verlängert. Eine Quelle spricht sogar von einem Neubau des Kirchenschiffs.
1886 musste der Turm erneuert werden.


Pfarrbeschreibung 1864  02)
Im Jahr 1864 verfasste der Kirchengeschichtler Anton von Steichele ein kirchen- und lokalgeschichtliches Monumentalwerk "Das Bisthum Augsburg", das die Grundlage für die geschichtlichen Daten der Kirchen Randelsried und Haag bildet.
Anton von Steichele (1816-1889) war nach seiner Priesterweihe 1838 und einer Tätigkeit als Hauslehrer in Landshut Domvikar u. Dompropst und bischöflicher Archivar in Augsburg. Er veröffentlichte mehrere kirchengeschichtliche Werke, darunter die berühmte, auf zehn Bände angelegte Augsburger Bistumbeschreibung, von der er nur ein Drittel fertigstellen konnte; darunter die Beschreibung des Landkapitels Aichach, zu dem Randelsried damals gehörte.
Von 1878 bis 1889 war von Steichele Erzbischof von München und Freising. Er ist in der Frauenkirche München begraben.
Der Pfarrer von Randelsried hatte damals aus beiden Pfarreien ein jährliches Einkommen von 1176 Gulden.
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Die Pfarrei (mit den beiden Pfarrkirchen Randelsried und Haag) gehört zum Dekanat Aichach-Friedberg im Bistum Augsburg . Sie umfasst die Ortschaften Randelsried, Arnberg, Asbach, Buxberg (erst seit 1890, davor Aufhausen), Haag und Schmelchen. 05)
Sie wird seelsorgerisch von der Pfarrei Schiltberg mitbetreut.

Neuere politische Entwicklung
Randelsried war von 1818 bis 1976 eine selbstständige Gemeinde im Landkreis Aichach mit den Orten Asbach, Lauterbach, Reichertshausen, Randelsried und Schmarnzell sowie Buxberg, Winterried und Weitenwinterried (alle drei seit 1.1.1976 bei Tandern). Seit 1.1.1976 gehört es zur Marktgemeinde Altomünster. 05)

1876 hatte die Gemeinde "Randelsried/Randoltsried" (mit 8 Ortschaften) insg. 348 Einwohner (alle Katholiken), die in 68 Häusern wohnten. Im Hauptort Randelsried selbst wohnten 94 Einw. in 38 Gebäuden.


Baubeschreibung

Die Pfarrkirche St. Peter und Paul der Pfarrei Randelsried (zu der noch die Filialkirche Asbach gehört), liegt, vom Friedhof umgeben, auf einer Anhöhe über dem Dorf. Der heutige Bau besteht noch aus Teilen einer früheren romanischen Kirche (13./14. Jh), zum anderen Teil wurde er im Jahr 1843 errichtet.

Auf die Romanik weist ein Zahnfries  -auch Deutsches Band genannt- hin, der auf dem alten Teil der nördlichen Außenwand des Langhauses angebracht ist (ungefähr 2/3 der gesamten Wand).
Das Muster des Zahnfrieses wird dadurch erreicht, dass Ziegelsteine schräg eingesetzt werden.

Deutsches Band

Der gotisch wirkende Turm mit dem 6-fach getreppten Giebel wurde vermutlich im 15. Jahrhundert errichtet und 1886 erneuert. Auch er dürfte -zumindest im unteren Teil- noch romanische Bauteile enthalten.
In Turm hängen heute vier Glocken, darunter eine alte Glocke des Gießers
Langenegger aus dem Jahr 1717.
1864 waren es zwei Glocken.

Eine Auflistung der ältesten Glocken im Landkreis finden sie hier.....



Innenausstattung

Altarraum

Der Chor schließt mit drei Achteckseiten und ist eingewölbt.
Die Deckenmalerei aus barocker Zeit zeigt den hl. Joseph in wallendem Gewand auf Wolken sitzend. Im rechten Arm hält der seinen kleinen Sohn Jesus, in der linken Hand die Lilie der Keuschheit.


St.Josef im Himmel
Seit dem Mittelalter gelten weiße Lilien als Symbol für Reinheit und Keuschheit. In der Hand Josefs soll diese Blume letztendlich besagen, dass Josef eine nach ihm benannte "Josefsehe" führte und deshalb nicht der natürliche Vater Jesu gewesen sein konnte.

Im Übrigen ist das Gewölbe mit reichem Stuckmalereien auf rosa Grund verziert.

 

Hochaltar / Choraltar

Die drei Altäre im Innern sind neubarock und dürften beim Umbau von 1843 aufgestellt worden sein. Es sollen aber noch einige ältere Teile mitverwendet worden sein.
Im Altaraufsatz ist in einer kleinen Nische ein Bild  des hl. Josef mit dem Jesuskind auf dem Arm zu sehen. Zwei Putten sitzen links und rechts davon auf den mit großen Herzen geschmückten Sprenggiebeln. 

St.Josef
 

Mittelpunkt des Choraltars ist ein Altarblatt, das die Übergabe der Himmelsschlüssel an Petrus (auch "donatio clavis" genannt) zeigt.

Petrus wird an diesem Altar nochmals geehrt, denn eine spätgotische Figur von ihm steht links vom Altarblatt als Assistenzfigur auf dem Sockel. Er hält die ihm gegebenen Schlüssel schon in der Hand.
Auf der rechten Seite des Altars ist die Figur von St.Paulus zu sehen, der sich auf ein Schwert stützt.
Das Schwert soll daran erinnern, dass Paulus bei seinem Martyrium im Jahr 67 enthauptet worden ist.



Choraltar

Die sog.Himmelsschlüssel, die der Künstler der Petrus-Darstellung in die Hand drückte, haben den Heiligen im Brauchtum zum Himmelspförtner gemacht. In der christlichen Symbolik repräsentieren die Schlüssel aber die Vollmacht auf Erden und im Himmel zu lösen und zu binden. Deshalb hält Petrus zwei Schlüssel. Nach Matthäus 16,19 sagte Jesus zu Petrus: "Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was du binden wirst auf Erden, wird gebunden sein im Himmel, und was du lösen wirst auf Erden, wird gelöst sein im Himmel". Diese Vollmacht wurde in weiterer Folge auf den Kreis der Jünger und den Klerus übertragen

 

Fenster

St.Josef
Die Glasmalereien an den beiden Chorfenstern hinter dem Altar stiftete 1903 und 1906 die Familie Kneißl, aus der der berühmt-berüchtigte Räuber Kneißl (1875-1902) stammt. Allerdings scheint die Fensterstiftung nichts mit dem Räuber zu tun zu haben. Denn die Fenster wurden - so der Text unter dem Josefsbild- zum Gedenken an die Eltern des Magisters Kneissl gestiftet. Im Fenster auf der linken Seite ein Marien-Glasbild.

 

Taufstein

Rechts neben dem Hochaltar steht der Taufstein aus Rotmarmor. Auf ihm ist eine Figur des hl. Johannes des Täufers angebracht. Die Darstellung der Taufe Jesu am Taufort in der Kirche als Vorbild für das Taufsakrament war vom Konzil von Trient (1545 bis 1563) vorgeschrieben.

 

Die Taufe der frühen Christen fand ursprünglich im Freien statt, überall dort, wo fließendes oder stehendes Wasser vorhanden war. Mit der Verlegung der Taufe in den Kircheninnenraum schuf man dort eigene Taufbecken. Als sich im 11.Jh die Praxis der Kindertaufe weitgehend durchsetzte, begann man mit der Errichtung erhöhter Taufgefäße; die Boden-becken erwiesen sich für die Kindertaufe als weniger geeignet. Das Taufbecken ist meist aus Stein.
 

Taufbecken und Deckel sind meist mit ornamentalem oder architektonischem Zierrat geschmückt. In der Barockzeit wurde auf dem Deckel häufig die Taufe Jesu figürlich dargestellt; dies geht auf Empfehlungen des Konzils von Trient (1545 bis 1563) zurück.

 

Seitenaltäre


linker Seitenaltar
Marienaltar

Die Seitenaltäre sind wie der Hochaltar neubarock und dürften beim Umbau von 1843 aufgestellt worden sein.
Sie haben jeweils zwei glatte, sehr farbig marmorierten Säulen, die ein Gebälk mit Sprenggiebeln tragen. Darauf sitzen je zwei gestenreiche Engel. In der Mitte des Aufsatzes zwei Bilder. Am oberen Abschluss ein gleichschenkeliges Kreuz.
Die dem Geschmack der Zeit entsprechenden süßlichen Altarbilder sind in einen blauen Rahmen mit vergoldeten Leisten gesetzt. Darüber und darunter weitere blaue Felder mit versilberten floralen Schmuckelementen und Texten. Die gesamte Installation ist von von einer Glasplatte abgedeckt.


rechter Seitenaltar
Josefsaltar


Linker Seitenaltar

Der linke Seitenaltar ist der Marienaltar.
Im Altarauszug ein rundes Gemälde, auf dem die Krönung Mariens durch die Heilige Dreifaltigkeit dargestellt wird.

Gottvater
Gottvater (rechts mit blauer Weltkugel) und Christus mit Zepter halten beide eine Krone bzw. ein Diadem über die in den Himmel aufgenommene Maria. Darüber schwebt in Gestalt einer Taube der Heilige Geist im Lichtschein.
Im Mittelteil bedeckt die Glasfläche das Gemälde der gekrönten Muttergottes mit dem Jesuskind auf dem Arm. Es handelt sich um eine freie Nachbildung des Gnadenbildes "Maria Hilf" in Passau, das interessanterweise selbst eine Kopie ist.

Madonna

Das Randelsrieder Bild unterscheidet sich in einigen Details vom Original: Maria und Jesus haben eine Krone auf dem Haupt, das Jesuskind ist bekleidet, Maria trägt einen blauen (statt einen roten) Mantel, Jesus berührt Maria am Hals statt am Kinn.

  Hinweis: Das Original des Maria-Hilf-Bildes malte um 1540 der Lutherfreund Lucas Cranach d.Ä. für den sächsischen Kurfürsten (was charakteristisch für die damals noch recht diffusen Konfessionsunterschiede war). Als Geschenk gelangte es 1611 nach Passau, 1625 nach Tirol, wo es heute noch in der Innsbrucker Stadtpfarrkirche hängt. Für Passau wurde 1622 die erwähnte Kopie gefertigt und schon bald in der Kirche "Maria Hilf als wundertätiges Gnadenbild hoch verehrt; besonders wurde es angerufen zur Abwendung der Türkengefahr und der Pest. Im Gefolge seiner Verehrung entstanden im 17./18.Jh zahlreiche "Maria-Hilf-Bruderschaften" um die Zentren Innsbruck, Passau und Wien. Die etwas verspielt-neckische Darstellung voll idyllischer Intimität kam der gefühlsbetonten Frömmigkeit des späten Rokoko besonders entgegen, sodass allenthalben weitere neue Kopien hergestellt wurden, die ehrfürchtigen Zulauf fanden. Weitere Mariahilfbilder in den Landkreiskirchen finden Sie hier...

Auf dem Altartisch steht eine Madonnenfigur.

 

Rechter Seitenaltar 

Im Altaraufsatz ein Bild der Heiligen Familie.
Maria hält den mit Windeln bekleideten Jesus auf dem Schoß. Josef hält sich -wie meist auf Gemälden der früheren Zeit - im Hintergrund.

Heilige Familie
Hinweis: In der katholischen Tradition beginnt eine Verehrung der "Heiligen Familie" erst in der Neuzeit. Höhepunkt war das 19. Jh., in dem das Bild in Randelsried entstand. Besonders Papst Leo XIII. (1878 bis 1903) war ein großer Förderer dieser Verehrung.


Der rechte Altar  ist dem hl. Josef geweiht. Sein Bild ist auf dem Altarblatt zu sehen. Er hält eine Lilie  (seit dem Mittelalter Symbol für Reinheit und Keuschheit) in der Linken Hand und das Jesuskind auf dem Schoß. Beide sind mit Heiligenscheinen in Form von goldenen Reifen versehen.
Jesus liest aus der Bibel vor.
Es ist die dritte Josefsdarstellung in der Kirche, nach dem Hochaltar-Aufsatzbild und dem Deckengemälde.


St.Josef

Auch die Verehrung des hl.Josef ist in unserer westlichen Kirche erst ab dem 14.Jh. festzustellen.
Sie wurde insbesondere von den Franziskanern stark gefördert. Das beliebteste ikonographische Thema war der Tod Josefs. Da die Bibel Josef -anders als Maria- während des öffentlichen Wirkens Jesu nicht mehr erwähnt, geht man von einem frühen Tod aus. Deshalb war Josef früher Schutzpatron der Sterbenden. Patron der Handwerker und Arbeiter wurde er erst später. Insbesondere im 20.Jh. ist
  seine Verehrung gestiegen. Keinem anderen Heiligen wurden im 20.Jh mehr katholische Kirchen geweiht - Maria ausgenommen. Zum Patron der Arbeiter wurde er 1955 ernannt.


Kanzel

Die Kanzel an der Südwand stammt aus dem 19.Jh. Am Kanzelkorb sind Bilder der vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes mit ihren Attributen angebracht.

Hinweis: Die vier Symbole geflügelter Mensch, geflügelter Löwe, geflügelter Stier und Adler reichen zurück bis in den babylonischen Mythos. Dort stellten sie die vier Astralgötter Nergal (Flügellöwe), Marduk (Flügelstier), Nabu (Mensch) und Mimurta (Adler) dar, die vor den Heiligtümern Wache hielten. Im Alten Testament werden sie in den Gottesvisionen Ezechiels (Ez 1,1-14), im Neuen Testament in der Offenbarung des Johannes (Kap.4 Vers 7) als die vier Lebewesen, die rings um Gottes Thron stehen, erwähnt. Zuerst hat man sie nur im Zusammenhang mit dem thronen-den Christus abgebildet. Als Evangelistensymbole dienen sie erst seit dem frühen Mittelalter (durch die Kirchenväter Irenäus und Hippolyt um das Jahr 200).

Seit Hieronymus (347-420) werden sie wie folgt gedeutet: 
- Der geflügelte Mensch (nicht Engel !) bei Matthäus
  weist auf den Stammbaum Jesu und auf dessen
  Geburt (mit deren Bericht das Matthäusevangelium
  beginnt) hin. 
- Der geflügelte Löwe ist Sinnbild für Markus, weil
  das Markusevangeliums mit der Predigt des Johannes
  in der Wüste, dem Lebensraum des Löwen, beginnt
  und weil sein Evangelium die Kraft der Auferstehung
  und Todesüberwindung betont.
- Der geflügelte Stier (als Opfertier) des Lukas galt
  als Zeichen für den Beginn des Lukas-Evangeliums,
  das mit dem Opfer des Zacharias einsetzt und das
  am innigsten auf den Opfertod Christi hindeutet.
- Den Adler des Johannes versteht man als Symbol
  für den spirituellen Höhenflug des Johannes-
  Evangeliums, das mit den Worten beginnt "Im Anfang
  war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott
  war das Wort".

Gesetzestafeln
auf der Kanzel

Der reich verzierte Schalldeckel der Kanzel ist auf der Unterseite mit einer Heilig-Geist-Taube, auf der Oberseite mit den Tafeln der zehn Gebote geschmückt. Der Hl.Geist wird seit dem Konzil von Nicäa (325) als Taube gezeigt. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt.
Die Predigt wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem Ambo aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962 werden sie nicht mehr benutzt.

EpitapheEpitapheEpitaphe Apostelleuchter Apostelleuchter Epitaphe Kanzel Kreuzwegbilder Kreuzwegbilder Kreuzwegbilder Orgel
Vergrößerung von 6 Details (Orgel, Kreuzweg,Kanzel,Kreuz, Epitaphe) 
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Kanzelkreuz und Mater Dolorosa

An der Nordseite gegenüber der Kanzel ist ein Kruzifix mit einer darunter stehenden schmerzhaften Muttergottes  angebracht. Beide wurden im 19.Jh geschnitzt. Das Kreuz heißt Kanzelkreuz, weil es in der Regel der Kanzel gegenüber an der Wand angebracht ist.

Kanzelkreuz

Das Kreuz erinnert den Prediger an den 1.Korintherbrief (1,3), in dem der hl.Paulus schreibt: "Wir predigen Christus als den Gekreuzigten". Die Ansprache soll nicht weltliche Dinge, sondern den Tod und die Auferstehung Christi zum Inhalt haben.

Kreuzwegbilder
Die interessanten Kreuzwegbilder aus dem 19. Jh. sind als Relief gestaltet. Sie hängen nicht nur an den Außenwänden, sondern auch an der Emporenbrüstung.
Mehr über den Kreuzweg und seine Darstellungen in Kirchen des Landkreises erfahren Sie hier...

Apostelleuchter

An den Außenwänden, über den Kirchenraum verteilt, befinden sich, ausgehend von den Apostelkreuzen, die Apostelleuchter. Sie sind in den Stilformen des Historismus gestaltet und dürften im 19. Jh. gefertigt worden sein.

Apostelleuchter und -kreuze erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems.


Apostelleuchter

Epitaphe

In und an der Kirche sind erstaunlich viele  Epitaphe angebracht. Epitaphe gibt es in unseren Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt wird. Epitaphe (griech. Grabinschrift) wurden für diesen Zweck eigens angefertigt; sie sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch kein Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet.


1440

Eine Grab- oder Gedenkplatte vor dem linken Seitenaltar in Randelsried erinnert an den 1440 verstorbenen Ulrich Eisenreich und seine Frau Anna Frizinger. Eines der Wappen im unteren Teil des Grabsteins zeigt das Mühleisen der Eisenreich. Der Verstorbene war Pfleger zu Schiltberg und besaß daneben noch die Hofmark Asbach. Nach Ansicht von Prof. Liebhart kann der Stein seiner Schrift und seiner Gestaltung nach nicht aus dem 15. Jahrhundert stammen, sondern dürfte mindestens 100 Jahre jünger sein. Vielleicht entstand er als Kopie oder Ersatz für den ursprünglichen Stein.

1441
Ein anderer Stein erinnert an den Pfarrer Andreas Essigkrueg, (gest. 7.5.1741), der in seinem Pfarrhof überfallen und beinahe totgeschlagen worden war. Über dem Kelch steht der Text "Virtute vixit, memoria vivit, gloria vivet (Tugendhaft hat er gelebt, in der Erinnerung lebt er noch, sein Ruhm möge weiterleben). 
Dieser Text ist -so Prof.Liebhart - immer wieder auf Grabsteinen in ganz Europa zu finden. Die älteste Fassung stehe auf dem Epitaph des aus Mailand stammenden Kardinals Francesco Alciati (1523-1580) in der römischen Kirche St.Maria della Angeli.

An der Außenwand:

1835
Epitaph für Pfarrer Jakob Schmid, gest. 1835. Im Aufsatz ein nicht mehr erkennbares Wappen.
Text: "Neben diesem Steine liegt begraben der Hochwürdige und Hochgelehrte Herr Jakob Schmid, gebohren zu Aspach in der Pfarrey Randelsried den 16ten Februar 1796, zum Priester geweiht den 19ten Sept.1818, gestorben 39 Jahr alt, den 14ten Merz 1835. Er war 7 Jahre Kaplan in Tandern, 9 Monate Vikar in Adelzhausen, 5 jahre Pfarrer in Ädelsried und 4 Jahre Pfarrer in Randelsried. Sein grosser Eifer in der Seelsorge,seine Sorgfalt für die Erziehung der Jugend, sein stilles ruhiges Benehmen, besonders seine Christliche Geduld wehrend seiner Krankheit erwarben ihm die Achtung und Liebe aller, die ihn kannten. Gott wolle seiner armen Seele gnädig und barmherzig seyn."

1840
Epitaph für Pfarrer Peter Joseph Simon, gest. 1840
Oben die Gravur eines Kelches mit Hostie.
Text: Hier ruhet der wohlgeborne hochwürdige Herr Peter Joseph Simon, Jubelpriester und Pfarrer zu Randelsried. Geboren zu Unterschweiler im Bisthum Basel den 22. März 1765, gestorben dahier den 19.März 1840. R.I.P. Treu befolgend die Lehre unsers göttlichen Heilands verzieh er gerne die Beleidigungen seiner unwissenden Feinde".



Orgel

Die Orgel (8 Register, 2 Koppeln) wurde von der Münchner Orgelbauerfirma Willibald Siemann erstellt. Sie soll im Aufbau der Orgel in Kreuzholzhausen entsprechen. Der Orgelprospekt ist mit einem Teil der Pfeifen an der Emporenbrüstung angebracht. Die übrigen Pfeifen befinden sich im Hintergrund.
Siemann-Orgeln stehen übrigens auch in Ainhofen, Arnbach, Kreuzholzhausen, Giebing und Sulzemoos.
Die Firma zählte seinerzeit zu den ersten Adressen im bayerischen Orgelbau.
  Allgemeines zur Orgel - Mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht die Orgel meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirchen, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes (weltliches) Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung fast jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt sie zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde früher meist durch Künstler gestaltet. Im Barock und im Klassizismus, deren Epochen unsere ältesten Orgeln im Landkreis Dachau angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt.

 

                                         Sakristei

In der hohen, zweistöckigen Sakristei versieht noch ein alter, aber gut erhaltener Sakristeischrank
seinen Dienst.


Sakristeischrank

Hans Schertl

Quellen :
01) Vollständiges Ortschaften-Verzeichnis des Köngreichs Bayern 17, 1876
02) Anton v.Steichele, Das Bistum Augsburg, historisch und statistisch beschrieben, Zweiter Band, Augsburg 1864 S.155 ff
03) Kreisheimatpfleger Josef Kreitmeir, Beiträge aus der Geschichte der ehemaligen Gemeinde Randelsried, Amperland 1976
04) Fritz Mayer/Rudolf Wagner, Der Altlandkreis Aichach, 1979
05) http://wiki-de.genealogy.net/Altomünster#Katholische_Kirchen, Zugriff 2016
06) Wilhelm Liebhart, ALTOMÜNSTER KLOSTER, MARKT UND GEMEINDE, 1999
07) Wilhelm Liebhart, Markt Altomünster 2002
08) Prof.Wilhelm Liebhart, Kirchenführung 2002
09) Prof.Wilhelm Liebhart, Grab-und Gedenkinschriften aus Oberbayern, Amperland 2012/4 (Alciati)

28 Bilder: Hans Schertl

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

29.7.2017

 


Aus dem kirchen- und lokalgeschichtliche Monumentalwerk "Das Bisthum Augsburg"
von Dr.Anton von Steichele
 
23)

Pfarrei Randoltsried und Hag ( 265 Seelen)

Patron Seine Majestät der König (vormals der Fürstbischof von Freising)
Bezirksamt Aichach; Landgericht Aichach

I.Pfarrsitz
Randoltsried, Dorf, 15 Häuser (darunter 4 Höfe), 98 Seelen, 3 Stunden südöstlich von Aichach in einem Thale; Hügellandschaft.

II. Pfarrgeschichte
Randoltsried wird im 13.Jahrh. gelegenheitlich der Schenkung eines Hofes daselbst an Kloster Scheiern das erste Mal genannt.
  Imbrico de Patershusen (bei Hirschausen) contulit nobis mansum in villa Randoltsried cum hominibus per manum sororii sui Chounr. de Estingen, M.B. 10, 410
Randoltsried = Rodung des Randolt. In der verderbten neuern Schreibung heißt der Ort Randelsried, beim dortigen Volke aber gewöhnlich Rieden.

Ein Prädium in Randolzried verkauft dieses Kloster am 23.Mai 1283 an Ludwig von Schmarnzell (Smergincelle). Ein Orthsantheil gehörte als Wittelsbach'sches Lehen zur Herrschaft Ausenhofen (Eisenhofen an der Glan); denn jenes Rattolsried, welches im Ausenhofen'schen Theilbriefe von 1298 vorkommt, ist sicher unser Ort. Im Jahr 1327 November 17. erscheint Herr Heinrich, Pfarrer zu Randolzried. Anton Michl, Professor der Kirchengeschichte und des Kirchenrechtes an den Universitäten Ingolstadt und Landshut, war, bevor er im Jahr 1799 zu dieser Lehrkanzel berufen wurde, acht Jahre lang Pfarrer hier gewesen. Auch das Präsentationsrecht zur Pfarrei stand den Besitzern der Hofmarke Eisenhofen zu, ging aber im Jahr 1622 mit Ankauf dieser Hofmarke an das Hochstift Freising über, wonach bis zur Säcularisation die Bischöfe von Freising auf Randoltsried präsentirten. In Folge Uebereinkommens zwischen Seiner Majestät dem Könige und dem Erbischofe von München und Freising über das Besetzungsrecht bei den sämmtlichen ehemals Eisenhofen'schen Pfarreien wurde Randoltsried dem königlichen Patronate zugewiesen.
  Diesem Uebereinkommen gemäß wurde durch königl. Entschließung vom 11.März 1854 das freie Collationsrecht auf die in der Diöcese München-Freising gelegenen Pfarreien der vormaligen Hofmarke Eisenhofen, nämlich: Hirtelbach, Kleinberghofen und Walkertshofen anerkannt, dagegen aber das landesherrliche Präsentationsrecht auf die in der Diöcese Augsburg gelegenen Pfarreien der genannten ehemaligen Hofmarke, nämlich: Hohenzell, Randolzried und Ruppertszell vorbehalten (bisch.Archiv).

III. Pfarrkirche
Sie trägt den Titel SS.Petri et Pauli app. und liegt, vom Gottesacker umgeben, auf einem Hügel an der Südseite des Dorfes. Ihr Langhaus stammt zum größten Theile aus dem Jahr 1843; der alte Sattelthurm trägt 2 Glocken.
- Der Vormittags-Gottesdienst an den Sonntagen und an den hohen Festen des Herrn und die Abendandacht in der Fronleichnamsoktave wechselt mit Hag; die übrigen Feste und die Nachmittagsgottesdienste werden in Randoltsried gefeiert.
- Gestiftete Jahrtage 59
- Rentierliches Vermögen 2962 fl. Kap.

Nach Randoltsried ist eingepfarrt:

Aspach
Weiler, 13 Häuser (4 Höfe), 83 Seelen, 1/4 Stunde südlich in einem Thale; Kapelle S.Crucis.
In Aspach (= entweder Espen-Ahe; Wasser mit Espenbäumen, oder Platz mit Espe) besaß im 13. Jahrh. (das) Kloster Altomünster eine Hube (oberbayr.Archiv 21, 209). Im 14. und 15. Jahrh. hatten die Eisenreiche einen Edelsitz zu Aspach. Die Kirche von Randoltsried bewahrt den Grabstein des im Jahr 1440 gestorbenen Ulrich Eisenreich von Aspach. Später ist der Ort Eisenhofisch. Die Kapelle ließ nach dem letzten Willen Joh. Kaspar Grimming's von Niederrain, Pflegers zu Eisenhofen, im Jahr 1654 dessen Wittwe an der Stelle einer ältern in größerer Form neu bauen (bisch.Archiv).

IV. Pfarrei Hag
Hag, Weiler mit 4 Häusern (zwei ganze, 2 halbe Höfe), 40 Seelen, 1/2 Stunde westlich in hoher Lage.
Jener Ort Haga und Hage (= Hag, Gehege, Einfriedung. Später sagte man zum Hag), welcher öfter in den ältesten Urkunden des Klosters Scheiern erscheint, wird zwar zum Theile auf Hag im Gebirge zu beziehen sein; doch ist vielleicht jenes Haga, in welchem Kloster Scheiern im 12. und 13. Jahrh. Güter erwarb, unser Ort, von wo sich auch ein Edelgeschlecht Scheiern-Wittelsbach'scher Dienstmänner schrieb, welches vom 11.bis 14. Jahrh. in Urkunden des Klosters Scheiern häufig genannt wird. Nach den Hagern erscheinen im 15.Jahrh. die Nordhofer als Inhaber eines Edelsitzes zu Hag (bisch.Archiv), später aber wurde der Ort Eisenhofisch.

Hag ist eine alte Pfarrei unter dem Patronate der Ortsherrn von Hag, konnte aber, weil ihre Einkünfte gering waren, einen eigenen Pfarrer nicht beibehalten, und erscheint daher schon im 15. Jahrh. der Pfarrei Thalhausen beigegeben. Ja, nach urkundlichen , wenn schon vielleicht nicht ganz genau gefaßten Notizen, hätte Johannes Nordhofer zu Hag nicht nur seinen Großzehent zu Hag und Schiellach am 13. Juni 1445 an den Pfarrer Beringer Weißenburger zu Thalhausen und die dortige Pfarrei verkauft, sondern auch seiner Rechte an die Pfarrei Hag sich begeben und diese Pfarrei dem Domkapitel zu Augsburg, damit sie durch den domkapitel'schen Pfarrer von Thalhausen versehen würde, überlassen, wonach Bischof Peter am 5.Juli 1460 beide Kirchen, Thalhausen und Hag, mit einander vereinigt habe. Diese Vereinigung löste sich aber wieder; denn vom Jahr 1597 an erlangte Hag durch Präsentation der Herrn v.Furtenbach als Hofmarksherrn von Eisenhofen wieder eigene Pfarrer und behielt dieselben bis zum Schwedenkriege. Nach den Verwüstungen dieses Krieges aber ließ sich die Selbstständigkeit der Pfarrei nicht wieder herstellen; daher sie, jedoch ohne kanonische Unirung, gegen Ende des 17.Jahrh. der Pfarrei Randoltsried beigegeben wurde, von welcher sie heute noch mit Seelsorge und Wechselgottesdienst versehen wird.

Die Kirche S.Margarethae nördlich über dem Orte, im 17. oder18. Jahrh. gebaut, mit einem Sattelthurme und 2 Glocken (die eine trägt die Inschrift: "In manus tuas Domine commendo spiritum meum 1799"), hat Sepultur, den vormittägigen Pfarrgottesdienst jeden zweiten Sonn- und Festtag des Herrn, die Abendandacht jeden zweiten Tag in der Fronleichnamsoctave und eine hl. Messe unter der Woche.
Gestiftete Jahrtage: 21
Rentierliches Vermögen: 1448 fl. Kap.

Zur Kirche von Hag gehören:

1. Arnberg
Weiler, 5 Häuser (3 Höfe), 31 Seelen, 3/4 Stunden südöstlich.
Am 2.Jan. 1450 gab Johannes Nordhofer zu Hag seinen Großzehent zu Arenberg an die Kirche Thalhausen zur Stiftung eines Jahrtages. Später ist der Ort Eisenhofisch.

2. Schmelchen
großer Bauernhof, 13 Seelen, 3/4 Stunden südlich
Im 13.Jahrh. gibt Friedrich von Thalhausen sein Gut Schmelchen (patrimonium quod habebat in Simelha) an Kloster Scheiern. In demselben Jahrh. besitzt Kloster Altomünster in Smelha ein Lehen. Der Hof ist später Eisenhofisch.

V. Gemeinde- und Schulverband
Randoltsried bildet mit Aspach (Lauterbach und Buchsberg der Pfarrei Aufhausen, Reichertshausen der Pfarrei Pipinsried, Bockhöfe, Schmarnzell und Winterried der Pfarrei Tannern) eine politische Gemeinde. Hag, Arnberg und Schmelchen gehören zu Thalhausen. Für alle genannten Orte besteht eine Schule in Randoltsried.

VI. Pfarrdodation
Der Pfarrer genießt die Widdumgüter beider Pfarreien, sowie den größten Theil des Großzehents, während ein kleinerer Theil des letztern benachbarten Pfarreien zugeht. Gegenwärtig ist das Pfarr-Einkommen folgendes:

Einnahmen
fl.
kr.        
1. Aus Grundstücken: Gärten 0,54, Aecker 77,58, Wiesen 15,98, Wald 4,55
327
  15
2. von der Ablösungs-Kasse aus Zehentrechten (21,285 fl. 10 kr. Kap.)
851
  24 
3. für gestiftete Gottesdienste
40
  34
4. an Stolgefällen
28
  48 6/8
5. herkömmliche Gaben
12
  40
(zus.)
1260
  41 6/8
Lasten
1. Auf Staatszwecke
78
   1 1/8
2. wegen des Diöcesan-Verbands
6
  13
(zus.)
84
  14 1/8
Rein-Ertrag
1176
  27 2/8

Superrevision Fassion v. 17.Juni 1859

Der Pfarrhof, nahe der Kirche, ist alt und nicht besonders geräumig; eigene Oekonomie-Gebäude.