zur
Landkreiskarte Ausführliche
Beschreibg. Kirchen
in der Gemeinde Pfaffenhofen
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Filialkirche St. Ulrich in OBERUMBACH
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Der Ort Oberumbach wurde 814
als Ominpach (Siedlung des Omo am Höfaer Bach) erstmals urkundlich
erwähnt. Eine Kirche taucht erstmals in der Konradinischen
Matrikel von 1315
unter der Bezeichnung "Umbach" als Filialkirche (mit Friedhof)
von Sulzemoos auf.
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Der Eingang liegt auf der Südseite
unter einem kleinen Vorbau. An der Langhaussüd-seite ein Missionskreuz.
Im Satteldachturm mit den 2 First- und
4 Seitenzinnen hängen zwei Glocken aus den Jahren 1853 und 1949.
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Am Gewölbe des eingezogenen, fünfseitig geschlossenen Altarraums ist Modelstuck mit Rahmenfeldern und Blatt-, Perl- und Eierstableisten angebracht. Die Altäre sind raumhohe Säulenkonstruktionen
aus der Zeit um 1680/90. Am Chorbogen ist eine Marienfigur im Rosenkranz befestigt. Die Seitenaltäre sind der Muttergottes und dem hl. Wolfgang geweiht. Auf den Altarblättern sind die Patrone bildlich dargestellt (Maria als Passauer Mariahilfbild, Wolfgang im Bischofsornat mit Kirchenmodell). |
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Ausführliche
Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen
Hinweisen
Die erste schriftliche Erwähung des Ortes
Oberumbach (Siedlung des Omo am Höfaer Bach) und der Kirche könnte
aus dem Jahr 814 stammen. Am 18.September 814 übereignete der Priester
Freido seinen Besitz nebst Kirche zu Ominpach dem Freisinger Bischof . Dies
ist in der Urkunde Nr. 324 der Sammlung Freisinger Traditionen belegt. Ob es
sich dabei aber um Unterumbach oder um Oberumbach handelte, ist ungewiss. Sollte
damit Oberumbach gemeint sein, läge die erste Erwähnung einer Kirche
in Oberumbach zwei Wochen vor der der Kirche in Odelzhausen (2.10.814). Dagegen
spricht das Patrozinium des hl.Ulrich, der ja erst 100 Jahre später gelebt
hat und im Jahre 997 heilig gesprochen wurde. Möglich wäre allenfalls
ein späterer Patronatswechsel.
Dr.Walter Kick aus Dachau hat die Urkunde aus dem Lateinischen übersetzt;
wenn Sie sie lesen möchten, klicken Sie hier...
Die Kirche St. Ulrich wurde erstmals in der Konradinischen Matrikel von 1315 unter der Bezeichnung "Umbach" als Filialkirche (mit Friedhof) von Sulzemoos genannt. Allerdings schreibt Franz Keiner in seiner Odelzhausener Chronik, der Priester Freido, ein Mitglied der Othold-Sippe, habe auch in Ominpah (Umbach) eine kleine Kirche gebaut und sie mitsamt seinem Haus und allem was sonst von Rechts wegen dazugehörte, dem Freisinger Bischofsstuhl übereignet. Dies sei einer Urkunde vom 18.September 814 zu entnehmen.
Der heutige Kirchenbau stammt zumindest im Chor- und Turmbereich aus der Spätgotik um 1480.
Die Sunderndorferischen Matrikel von 1524 schrieb bereits "St. Udalrici in Oberumbach"; es war die erste Nennung des Patrons St.Ulrich.
Pfarrbeschreibung
1575
Eine Matrikel aus dem Jahr 1571 bescheibt die im damaligen Landgericht
Friedberg gelegenen Kirchen. Dazu gehörte von der Pfarrei Sulzemoos auch
die Kirche in Oberumbach. Von dieser Filiale berichtet die Beschreibung, sie
habe ihr "eigenes Begräbnis". Der Pfarrer von Sulzemoos lese
hier alle Jahr dreizehnmal eine Messe und halte in der Fastenzeit eine Besinnung
ab (rechne manchmal auch die Besinnung auf die Zahl der Messen an). Den Zehent
aus Oberumbach habe er für 80 Gulden an die Nachbarschaft verkauft. Das
kleine Widum, der Pfarrbauernhof, sei für ein Schaff Roggen und ein Schaff
Hafer jährlich verpachtet. Da der Pfarrer in Sulzemoos sehr weit entfernt
wohne, würden die Oberumbacher für Beerdigungen und Kindstaufen aber
häufig die Nachbarpfarrer in Pfaffenhofen und Egenburg rufen.
Ein größerer Umbau - möglicherweise mit Erweiterung des Langhauses - fand um 1666 statt.
In den Jahren 1738/40 hatte der Freisinger Kanonikus (Domherr) Schmidt alle Pfarreien der Diözese Freising besucht und in der nach ihm benannten Matrikel auch die Filialkirchen und Kapellen kurz beschrieben. Zur "Ecclesia filialis s.Udalrici in Oberumbach" bemerkt er, die Kirche sei von ansehnlicher Bauweise. Sie habe nur einen Altar, der dem Bischof Ulrich geweiht sei. Gottesdienste fänden hier an Weihnachten, am Stephanustag (26.12.) und am Blasiusfest (3.3.)statt. Ferner am Oster- u. Pfingstmontag, am Montag in der Bittwoche vor Christi Himmelfahrt, am Kirchweihfest (Sonntag vor dem Fest des hl.Gallus -16.Okt.) und am Patrozinium (4.Juli). In der Sakristei wurden ausreichende Messgewänder aufbewahrt. Am Friedhof stand ein Beinhaus. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken. Die Einnahmen der Kirche verwalteten der Pfarrer von Sulzemoos und der Landpfleger von Friedberg. Der Bericht endet mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das Vermögen dises Gottshauses solle sich diser Zeit geen 550 fl. (=Gulden) zeigen".
Beschreibung
1874
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising vom
Beneficiaten an der Domkirche Anton Mayer aus dem Jahr 1874 ist im Kapitel über
die Pfarrei Sulzemoos auch die Kirche von Oberroth als Nebenkirche der Expositur
Odelzhausen enthalten. Zu ihr gehörten 84 Dorfbewohner (Seelen), die in
12 Häusern wohnten. Über die
Kirche schreibt er: "Erbauungsjahr unbekannt. Stillos. Baupflicht hat die
Kirche, am Cemeterium (=Friedhof) die Gemeinde. Sattel-Thurm mit 2 Glocken.
3 Altäre. Gottesdienste: am Patrozinium, Stephanusfest (=26.12.), Oster-u.Pfingstmontag.
Stiftungen: 12 Jahrtage. Kirchenvermögen: 1800 Gulden.
Renovierung
Im Jahr 2009 wurde die Kirche außen renoviert. Renzo Guidi, Heinrich und
Konrad Heiß, Ludwig Ableitner und Erwin Burgmair haben unter fachkundiger
Anleitung von Malermeister Hubert Breitsameter der Kirche einen neuen Anstrich
gegeben.
Die Filialkirche St. Ulrich liegt
-leicht erhöht - inmitten des Dorfes und ist vom ummauerten Friedhof umgeben.
Der spätgotische, eingezogene Chor mit Rundbogenfenstern wird durch dreifach
abgetreppte Strebepfeiler
gestützt. Das Langhaus/Kirchenschiff besitzt nur zwei Achsen
(Joche) mit barocken Rundbogenfenstern. Es ist durch Ecklisenen
und Wandvorlagen gegliedert. Unter dem Traufgesims
ist ein umlaufendes Zahnfries
(Deutsches Band) zu sehen. An der Südwand des Langhauses ist unter der Traufe
ein Medaillon mit dem Jesuszeichen "IHS" angebracht. Ebenfalls auf der Südseite
ist eine kleine Portalvorhalle mit quergestelltem Satteldach angebaut.
Turm
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Der gotische, viergeschossige
Turm auf der Nordseite hat hellgrün abgesetzte Ecklisenen und profilierte
Gesimse als Geschoßunterteilung. Im kreuzgratgewölbten Turmuntergeschoss
liegt der Durchgang zur Sakristei. Der mächtige Turm wird bedeckt von einem
längs gestellten Satteldach mit Treppengiebel und zwei First- und vier Seitenzinnen.
Darunter rundbogige Schalllöcher. An der Südseite ist unter der Traufe in
einem runde eingesenkten Wandfeld ein Marienmonogramm zu sehen. Im Turm hängen zwei Glocken. Die kleinere Glocke hat einen Durchmesser von 51 cm und wurde von Andreas Schmidt, Augsburg 1853 gegossen. Die größere mit einem Durchmesser von 64 cm (von der Gießerei Halm und Hahn, Landshut) stammt aus dem Jahr 1949. Beide Glocken ersetzten ältere Glocken; nach der Beschreibung der Kirche in der Schmidt'schen Matrikel von 1739 waren schon damals zwei Glocken vorhanden ("in turri sunt canpanae duae benedictae"). |
Östlich an den Turm schließt sich ein eingeschossiger und pultdachgedeckter Sakristeianbau an, der eine leichte Krümmung nach Süden aufweist; die Wände sind neu in gebrochenem Weiß verputzt.
An der Langhaus-Südseite Missionskreuz, Korpus Gusseisen farbig gefasst, ca. 100 cm, um 1880/1900. Mehr über die Volksmission finden Sie hier...
Die letzte Renovierung fand 1985-87 statt
Inneneinrichtung
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Der spätgotische, stark eingezogene Chor besitzt zwei Achsen (Joche), schließt mit fünf Seiten eines Achtecks und ist gegenüber dem Langhaus um eine Stufe erhöht. Er wird von einem Tonnengewölbe
mit Stichkappen
über den Rundbogenfenstern überdeckt.
Am Gewölbe ist Modelstuck mit Rahmenfeldern und Blatt-, Perl- und Eierstableisten
und Wandkonsolen aus dem letzten Drittel des 17. Jh angebracht (siehe
Bild rechts). |
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Der nur 2,10 Meter breite, aber raumhohe barocke Säulen-Hochaltar ist grau und rot marmoriert und teilweise vergoldet. Er wurde 1740/50 unter Verwendung von Teilen eines früheren Altars errichtet. Die Stipes, der Altarunterbau, hat eine marmorierte Holzverkleidung in Sarkophagform. Zwei glatte Säulen mit korinthischen Kapitellen stützen das geschwungene Gebälk mit zwei Rocaillekartuschen und Cheruben (um 1680/90).
| Der Altar wird beherrscht von einer 162 cm hohen Figur des sitzenden hl. Ulrich (mit Bischofsstab, Buch und Fisch) aus dem beginnenden 17.Jh. Ulrich, der von 890-973 lebte, war Bischof von Augsburg. Berühmt wurde er als Sieger über die räuberischen Ungarn auf dem Lechfeld bei Augsburg im Jahr 955. | Hinweis: Die Fischlegende berichtet: Als er an einem Donnerstagabend mit dem Bischof Konrad von Konstanz zu Tisch saß, vertieften sich beide die Nacht über ins Gespräch, bis am Morgen des Freitag ein Bote des Herzogs, dem Ulrich früher Unrecht vorgehalten hatte, einen Brief brachte.Ulrich reichte als Botenlohn den beim Nachtessen nicht verzehrten Rest des Bratens, ein Gänsebein. |
| Der Bote brachte dies dem Herzog, um zu demonstrieren, dass der Bischof am Freitag Fleisch esse. Als der Herzog das Gänsebein aus der Umhüllung nahm, hatte es sich in einen Fisch verwandelt. |
| Rechts ein unbekannter, traurig
blickender heiliger Bischof im
vollen Ornat mit Bischofsstab und Mitra (Bischofsmütze), Handschuhen und
Handkreuz. Auf der anderen Seite die Figur von hl.Leonhard im Ordensgewand. Leonhard liest in einem Buch; in der linken Hand hält eine Viehkette. St.Leonhard gehört in Bayern zu den 14 Nothelfern. Er lebte um das Jahr 500 als Einsiedler und später als Abt in Frankreich. Regelmäßig besuchte er die Gefangenen und erreichte für viele beim König Clodwig I.ihre Freilassung. Deshalb galt er ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen", also der Gefangenen - und der Geisteskranken, die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete; nach der Reformation wurde er Schutzpatron der Haustiere, weil man die Ketten, mit denen er abgebildet wurde, als Viehketten deutete. |
Im Auszug zwischen zwei seitlichen Voluten und Volutengiebeln die Halbfigur von Gottvater und einer darüber schwebenden Hl.-Geist-Taube im Strahlenkranz (1740/50).
| Hinweis: Gottvater wurde in der christlichen Kunst wegen der Weisung im Alten Testament (Exodus 20, 3-4) kein Schnitzbild von Gott zu machen, viele Jahrhunderte nicht als Person dargestellt. Meist wurden Symbole wie der Lebensquell, die Hand Gottes oder das Auge Gottes im Dreieck verwendet. Personifiziert, als würdiger alter Mann mit langem Bart, wird Gottvater erst seit dem Barock (17.Jh). Diese Darstellung wird dem Gottesbild in unserer Zeit nicht mehr gerecht. |
Der Tabernakel wurde um 1910/20 in neubarockem Stil aus marmoriertem Holz gebaut. Er besitzt einen breiten Aufbau mit seitlichen Voluten und Cheruben.
| An der Wand des Altarraums hängt ein großes Ölgemälde, das den vielfach gefesselten Jesus an der Geißelsäule zeigt. Um seine Oberarme und seinen Hals sind Eisenketten gelegt und an der Wand befestigt. Seine Hände sind mit Seilen an die Geißelsäule gebunden. Das 123 x 85 cm große Bild ist dem Gnadenbild aus der Wieskirche bei Freising nachempfunden und wurde mit Ölfarbe auf Holzuntergrund gemalt. Der Signatur links unten ist das Erstellungsjahr zu entnehmen: "1757, renov.1856)". |
| Hinweis: Die ersten Darstellungen von Jesus an der Geißelsäule entstanden zwar schon im Mittelalter. In den Landkreis Dachau gelangten vereinzelte Bilder jedoch erst im 17.Jh. Die große Verbreitung dieser Darstellungen setzte noch 100 Jahre später, nach dem Wunder in der Wies (1738) ein. Der Heiland auf dem Bild beim Wiesbauern bei Steingaden soll Tränen vergossen haben. Daraufhin setzte eine Wallfahrt ein und die berühmte Wieskirche wurde gebaut. Die meisten der rd. 15 Geißelheiland-Darstellungen im Landkreis Dachau wurden nach dem Vorbild des Wies-Heilands gestaltet; so auch in Oberumbach. |
| Am Chorbogen ist eine Marienfigur im Rosenkranz aus der Zeit um 1690 befestigt. Der Rosenkranz um die Figur mit einem Durchmesser von rd 1,50 m stammt jedoch aus neuerer Zeit. | Die Muttergottes im Strahlenkranz ist mit einem roten Kleid und einem goldenen Mantel mit blauer Innenseite bekleidet. Sie ist mit den Insignien einer Königin geschmückt: auf dem Haupt eine Krone, in der Hand ein Szepter. |
Das Langhaus ist ein zweiachsiger, flachgedeckter Saalraum mit nördlich und südlich je zwei Rundbogenfenstern. An der Decke sehr schlichter, barocker Rahmenstuck (siehe oben Bild des Innenraums).
Die nur 1,80 Meter breiten aber Raum hohen barocken Säulen-Altäre (um 1680/90) sind blau marmoriert. Das Schnitzdekor ist vergoldet. Die Altäre besitzen je zwei glatte Säulen mit aufgesetzten vergoldeten Blattranken an den Sockeln und mit korinthischen Kapitellen. Über der Mittelnische befindet sich jeweils eine Akanthus-Kartusche mit der Widmung für den Altarheiligen. In den sprenggiebelartigen Aufsätzen sitzen je zwei Engel (Holz, bunt gefasst, um 1680/90).
| Hinweis: Engel (von griechisch angelos=Bote) waren in der Kunst des Frühchristentums immer Männer ohne Flügel. Sie sollten sich von den antiken Göttern wie Nike oder Hermes unterscheiden, die Flügel trugen. Erst als das Christentum im 4.Jh Staatsreligion wurde, bekamen die Engel Flügel; dazu einen Heiligenschein und sogar Hoftracht. Bis zu den ersten weiblichen Engeln dauerte es aber noch 800 Jahre. Erst Giotto malte Engel mit weiblichen Zügen. Wahrscheinlich hat der damals beginnende Marienkult die Verweiblichung verstärkt. In der Renaissance und vor allem im Barock setzten sich die Putten (geflügelte Knaben, die auf heidnische Eroten = Liebesgötter zurückgehen) und die geflügelten Engelsköpfchen durch, die in kaum einer der Barockkirchen unseres Landkreises fehlen. Erst in der Romantik wurden die Engel wieder erwachsener. Die Malerschule der Nazarener prägte die Engel mit großen Flügeln, Anmut und Hoheit, die uns als Schutzengel von den Bildern im Schlafzimmer oder den Heiligenbildchen des 20.Jh bekannt sind. |
| Mittelpunkt des rechten Seitenaltars
ist das Altarblatt mit einer von vielen Engeln und einem Kranz aus Rosen-
und Lilienblüten umgebenen Muttergottesdarstellung
(Öl auf Leinwand, 130 x 85 cm). Es handelt sich dabei um eine Nachbildung
des Passauer Marienbildes, das interessanterweise selbst eine Kopie ist.
Das Original malte um 1530 Lucas Cranach d.Ä. Die etwas verspielt-neckische
Darstellung voll idyllischer Intimität kam der gefühlsbetonten Frömmigkeit
des späten Rokoko besonders entgegen, sodass allenthalben weitere neue Kopien
ehrfürchtigen Zulauf fanden. Mehr zum Gnadenbild aus Passau...... |
Im Auszug ein ovales Bild mit einer Darstellung der Hl.Dreifaltigkeit aus der Zeit um 1700. Auf Gewölk sitzen Gottvater (mit Zepter) und Christus (mit Kreuz) und halten zusammen die Weltkugel in den Händen. Darüber schwebt die Heilig-Geist-Taube im Strahlenkranz.
| Hinweis: Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach fuhr der heilige Geist in leiblicher Gestalt auf ihn hernieder wie eine Taube (Lk, 3,22). Obwohl dies nur bedeutet, dass sich der Geist bewegte sich wie eine Taube, nicht aber aussah wie ein Vogel, hat man die Taube als Symbol für die sonst nur schwer greifbare dritte Person Gottes gewählt. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 hat dies sogar empfohlen. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam. |
Linker Seitenaltar
| Der linke Seitenaltar ist dem hl.Wolfgang geweiht. Sein Bild ist auf dem 132 x 75 cm großen Altarblatt (um 1700) zu sehen. Der Heilige schwebt in Bischofsornat auf Wolken, unterstützt von zwei Putten, die auch sein Attribut, ein Kirchenmodell, halten. | Hinweis: Wolfgang lebte im 10.Jh erst als Mönch in Einsiedeln, dann ab 972 als Bischof von Regensburg. Die Legende erzählt dass das Einsiedlerleben durch den Teufel gestört wurdet, der immer wieder versuchte, Wolfgang zu vernichten, so dass Wolfgang beschloss, sich an einem freundlicheren Ort eine Klause zu erbauen. Er warf seine Axt ins Tal hinab und gelobte, |
| an dem Ort, an dem er sie wieder finden werde, eine Kirche zu erbauen. Deshalb wird Wolfgang auch häufig mit Axt oder (wie in Oberumbach) mit einem Kirchenmodell abgebildet. |
Im Auszug wird in einem ovalen Gemälde (auf Leinwand) aus dem 20.Jh die hl.Barbara mit Märtyrerpalme, Kelch und Turm gezeigt.
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Hinweis:Barbara ist eine legendäre Person. Das bildschöne Mädchen soll von ihrem heidnischen Vater, dem reichen Dioskuros von Nikomedia, während einer längeren Geschäftsreise in einen Turm geschlossen worden sein, um sie am Heiraten zu hindern. Barbara ließ im Turm ein Bad bauen, aber nicht wie vom Vater angeordnet mit zwei, sondern mit drei Fenstern, als Zeichen der Dreieinigkeit. Als der Vater zurückkam und merkte, dass sie Christin geworden war, ließ er sie geißeln, mit Keulen schlagen, die Brüste abschneiden und mit Fackeln brennen. Vor dem Tod bat Barbara Gott, dass alle, die der Passion Christi gedenken, vom Gericht Gottes verschont werden. Schließlich enthauptete der Vater die Tochter selbst, worauf er von Blitz getroffen wurde. Barbara gehört zu den 14 Nothelfern. Sie ist Patronin der Bergleute und -wegen des präzisen Blitzschlags- der Artilleristen. Der Kelch in ihrer Hand versinnbildlicht die einem Sterbenden gereichte letzte Kommunion (Viatikum) und verweist auf ihre Funktion als Sterbepatronin. |
| In der Predella des linken Seitenaltars steht die Figur von Jesus auf der Rast. Sie soll im 18. Jh. von einem Künstler namens Eberle oder Öberle (? Johann Kaspar Eberle/Oeberle aus Friedberg ?) geschnitzt worden sein. Sie stellt Jesus dar, der sich, sein Haupt mit der linken Hand stützend, vor der Kreuzigung ausruht. |
| Hinweis:Figuren von "Christus in der Rast" sind nicht selten in den Kirchen des Landkreises Dachau. Ähnliche Figuren stehen auch in Asbach, Bergkirchen, Biberbach, Kleininzemoos, Kollbach, Röhrmoos, Rumeltshausen und Westerholzhausen. Die Darstellung Christus auf der Rast geht zurück auf die heimlichen Leiden Christi. Das sind Schilderungen und bildliche Darstellungen von Martern Christi vor seiner Kreuzigung, die nicht in den Evangelien erwähnt werden. Sie entsprangen der Passionsmystik des Mittelalters und wurden in der Barockzeit von den Jesuiten und Franziskanern für Zwecke der Gegenreformation wieder belebt. Zu diesen heimlichen Leiden gehören Darstellungen von Christus im Kerker, von Maria mit ihrem toten Sohn Jesus auf dem Schoß (Vesperbilder) und Christus auf der Rast. Letzteres stellt Jesus dar, der nach dem Kreuzweg, kurz vor seiner Kreuzigung auf einem Stein oder dem Kreuz sitzt, seinen Ellbogen an den Schenkeln aufstützt und das Kinn bzw. eine Wange mit einer Hand hält. Eine uralte Geste der Klage. Diese Art der Gestaltung heißt im Volksmund manchmal auch "Zahnweh-Herrgott". |
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Die 14 Kreuzwegbilder
hängen vorwiegend im hinteren Bereich der Kirche. Es handelt sich
um Öldrucke auf Leinwand, die um 1870/80 entstanden sind. In manchen Kirchen
gibt es 15 Kreuzwegstationen. Wenn Sie mehr darüber erfahren und
andere Darstellungen von Kreuzwegstationen in Kirchen des Landkreises
wollen, klicken Sie hier...
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| Hinweis:In den frühchristlichen Kirchen wurde das Kreuz ohne den Corpus des Gekreuzigten angebracht. Dann aber wurde Christus am Kreuz als lebender und über den Tod triumphierender, göttlicher Sieger mit geöffneten Augen und in aufrechter Haltung dargestellt. Erst im hohen Mittelalter (etwa seit dem 12. Jh) setzte sich die Abbildung des leidenden und toten Gekreuzigten, die Betonung des Menschseins Jesu durch, wie wir es von unseren Kirchen kennen |
| Gegenüber, an der rechten Außenwand steht zwischen Leuchterengeln die große Figur einer schwarzen Madonna mit Kind. Es handelt sich um eine Kopie des Gnadenbildes von Altötting und zeigt die stehende, mit einer Krone in Form einer flachen Mütze gekrönte Muttergottes, die das Kind auf dem rechten Arm trägt. Das Zepter in der linken Hand fehlt; der Rosenkranz an dieser Stelle ist eine Verlegenheitslösung. Das Jesuskind hält in seiner Hand einen Apfel, die Vorläuferform des Reichsapfels. |
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Viele der Kirchenbänke (13 Doppelreihen)
haben alte Eichenwangen
mit geschnitztem Gitterwerk |
Die Kirche besitzt keine Orgel. Auf der
Holzempore mit geringer Kopffreiheit steht ein Harmonium.
| Der außergewöhnlich schöne Opferstock ist aus Eichenholz geschnitzt und mit schmiedeeisernen Beschlägen versehen. Er ist 94 cm hoch und stammt wohl aus der Mitte des 18. Jh. | Wenn Sie auch Opferstöcke aus anderen Kirchen sehen möchten, klicken Sie hier... |
| Nicht mehr in der Kirche untergebracht
ist eine besondere Rarität, die aus einem Holz geschnitzte Darstellung
der Beweinung Christi
(Trauer nach der Kreuzabnahme). Die Schnitzerei zierte früher die Predella
des linken Seitenaltars. |
| Hinweis: Die Beweinung Christi wird in der Bibel nicht erwähnt. In der bildenden Kunst finden sich die ersten Darstellungen erst rd. 1000 Jahre nach Christi Tod, nachdem Symeon Metaphrastes dieses Ereignis in seinem Buch beschrieben hat. Nördlich der Alpen kommt die Darstellung erst im 13. Jh auf. |
Gottesdienstzeiten erfahren
Sie auf der Internetseite des Erzbistums München und Freising.
Klicken Sie hier....
Hans Schertl
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Quellen:
Dr.Martin v. Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
H. Carl Roth, Örtlichkeiten des Bissthums Freising aus Kozrohs Handschrift in
ganzen Sätzen ausgehoben, München 1856/57
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising,
1874
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.324, 605,
692, 1239)
Kirschbaum, Lexikon der Christlichen Ikonographie, 1968
Infomaterial von Herrn Metzger aus Egenburg (1975)
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München
und Oberbayern, 1990
Robert Böck, Rosenkranzandacht und Rosenkranzbruderschaften der Barockzeit
im Dachauer Land, Amperland 1991/2
Robert Böck, Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des
Dachauer Landes 1991
Dr.Stefan Nadler, Kunsttopographie des Erzbistums München und Freising,
1992
Franz Keiner, Dorf und Hofmark Odelzhausen 814-1914, 1992
Dachauer Nachrichten vom 10.7.2009
22 Bilder: Hans Schertl (2003)
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22.6.2010