zur
Landkreiskarte ausführliche
Beschreibg. Kirchen
in der Gemeinde Pfaffenhofen
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Filialkirche St. Martin in UNTERUMBACH
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Obwohl die Ortschaft Unterumbach
zusammen mit der Gemeinde Pfaffenhofen/Glonn bis 1972 in Schwaben lag,
gehörte die Kirche nicht zum Bistum Augsburg, sondern schon immer
zum Bistum Freising.
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Innenausstattung Der halbrund schließende Altarraum wird von einem Tonnengewölbe überspannt. Es ist mit einem Fresko "Hl.Martin über Unterumbach" bemalt. Auf dem prächtigen, um 1712 entstandenen Säulen-Hochaltar steht eine Reiterfigur des hl.Martin mit Bettler, daneben Skulpturen des hl. Hieronymus (links) und des hl. Korbinian mit einem Bären. Über der Mittelnische eine vertikale Darstellung der Dreifaltigkeit. Auch das Gemälde an der Flachdecke
des Kirchenschiffs befasst sich mit dem Kirchenpatron (Tod des hl.Martin).
In den Kartuschen sind vier Tugenden
des hl.Martin als Persifikationen mit ihren Attributen dargestellt. |
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Gottesdienstzeiten erfahren Sie auf der
Internetseite des Erzbistums München und Freising. Klicken Sie hier....
Ausführliche
Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen
Hinweisen
Die Ortschaft
Unterumbach kam zusammen mit der Gemeinde Pfaffenhofen/Glonn 1972 zum Landkreis
Dachau (vorher Lkr.Friedberg / Schwaben).
Der
Überlieferung nach soll Unterumbach bis zum 12. Jh. Sitz eines herzoglichen
Pfleggerichts und zudem einer Pfarrei gewesen sein (es gibt noch ein altes Pfarrhaus);
dann habe der Pfarrsitz nach Pfaffenhofen gewechselt, wo er sich heute noch
befindet. Über diese Zeit hat Anton
Mayer in seiner Beschreibung des Erzbistums Mch-Freising einen Bericht verfasst.
Wenn Sie ihn lesen möchten, klicken Sie bitte hier...
Geschichte der Kirche
Erste Nennung 814
Sicher ist, dass am 18.September 814 der Priester Freido, die Kirche,
sein Haus daneben und seinen übrigen Besitz in Ominpach dem Freisinger
Bischof übereignete. Dies ist in der Urkunde Nr. 324 der Sammlung Freisinger
Traditionen belegt. Ob es sich dabei aber um Unterumbach oder um Oberumbach
handelte, ist ungewiss. Für Unterumbach spricht das Patrozinium. Der hl.Martin
war Patron der Franken, die ja kurz zuvor die Macht in Bayern übernommen
hatten und die die Benennung von Kirchen nach ihrem Heiligen förderten.
Der hl.Ulrich, der Patron von Oberumbach, hatte damals noch nicht gelebt. Er
wurde erst 76 Jahre später geboren.
Dr. Walter Kick hat die Urkunde vom 18.9.814
aus dem Lateinischen übersetzt; wenn Sie sie lesen möchten, klicken
Sie hier...
Freido übereignete übrigens 14 Tage später auch die die
(von ihm erbaute ?) Kirche einschließlich seines Bauernhofs in Odelzhausen
dem Mariendom des Bistums Freising.
Konradinische
Matrikel 1315
Die Filialkirche St. Martin gehörte
mit der Pfarrkirche Pfaffenhofen trotz der politischen Orientierung nach Schwaben
schon immer zum Bistum Freising. Deshalb wird eine Kirche in Unterumbach erstmals
im Jahr 1315 in der Konradinischen
Matrikel, dem ersten Verzeichnis der Kirchen in der Freisinger Diözese
unter dem Namen "Nidernumpach cum sepultura" mit Friedhof als Filialkirche
von Pfaffenhofen erwähnt. Ein Friedhof war zur damaligen Zeit Ausdruck
einer gewissen regionalen Bedeutung. Dies ist die erste sichere schriftliche
Nennung der Unterumbacher Kirche.
Nicht ausgeschlossen ist aber auch, dass die Kirche in Unterumbach schon erheblich früher urkundlich genannt wurde. In einer Urkunde vom 18.September 814 wird berichtet, dass der Priester Freido, ein Mitglied der Othold-Sippe, eine Kirche Ominpah (Umbach) dem Freisinger Bischofsstuhl übereignet hatte. Allerdings ist der Urkunde nicht eindeutig zu entnehmen, ob mit Umbach die Ortschaft Oberumbach oder Unterumbach gemeint war. Für Unterumbach spricht, dass Martinskirchen in der Regel sehr alt sind, dagegen spricht, dass auch die Konradinischen Matrikel von 1315 unter "Umbach" die Kirche in Oberumbach versteht.
Sunderndorfer'sche
Matrikel von 1524
In der Sunderndorfer'schen
Matrikel von 1524 wird erstmals das Patron der Kirche, der hl.Martin
erwähnt (Pfaffenhoven habet unam filialem ecclesiam cum sepultura, videlicet
s.Martini in Nidernumbpach").
Die heutige Kirche wurde unter Pfarrer Dionysius von Lampfritzham nach dem Abbrennen des Vorgängerbaues im Spanischen Erbfolgekrieg (Bayern gegen Österreich) in den Jahren vor 1716 unter Verwendung alter Mauerreste errichtet.
Schmidt'sche
Matrikel 1738/40
In den Jahren 1738/40, hatte der Freisinger Kanonikus (Domherr) Schmidt alle
Pfarreien der Diözese Freising besucht und in der nach ihm benannten Schmidt'schen
Matrikel auch die Filialkirchen kurz beschrieben. Zur "Ecclesia
filialis s.Martini in Unterumbach" bemerkte er, die Kirche sei nach dem
feindlichen Brandangriff wieder renoviert. Sie habe drei Altäre: der Hochaltar
sei dem Kirchenpatron St.Martin geweiht, ein Seitenaltar dem hl.Innocenz und
der andere (noch nicht geweihte) Seitenaltar der Jungfrau Maria. (Offenbar
war bei dem Brand nur ein Altar vollständig vernichtet worden). Gottesdienste
würden an jedem vierten Sonntag, an Oster- und Pfingstmontag, an St.Innozenz
(22.Sept), am Patrozinium (11.Nov) und am Kirchweihfest gefeiert, das auf den
Sonntag vor Matthäi (21.Sept) falle. In der Sakristei seien die notwendigen
Kelche und Messgewänder vorhanden. Im Friedhof stehe ein Beinhaus und im
Turm hingen zwei geweihte Glocken. Die Einnahmen und Ausgaben der Kirche verwalteten
der Pfarrer in Pfaffenhofen und Landpfleger von Friedberg. Der
Bericht schließt mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das
Vermögen dises Gottshauses wirdet sich in diser Zeit gegen 2200 fl (=Gulden)
bezeigen ". Das war für so eine kleine Kirche sehr viel Geld.
Beschreibung
1874
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising vom
Beneficiaten an der Domkirche Anton Mayer aus dem Jahr 1874 ist auch die Kirche
von Unterumbach
als Filiale von Pfaffenhofen enthalten. Zu ihr gehörten
177 Dorfbewohner (Seelen), die in 31
Häusern wohnten.Unterumbach
war damals größer als der Pfarrort. Mayer beschreibt die Kirche St.Martin
wie folgt:
"Sehr alt. Erbauungsjahr unbekannt. Unansehnlich und durch bauliche Veränderungen
stillos geworden. Geräumigkeit genügend. Etwas feucht. Kuppel-Thurm
mit 2 Glocken. 3 Altäre, eine Orgel mit 4 Registern. Gottesdienste jeden
vierten Sonntag. Stiftungen: 8 (3) Jahrtage, 15 Jahrmessen. Meßner ist
ein Gütler, Cantor der Lehrer. Kirchenvermögen: 5700 Gulden".
Im Jahr 1927 wurde das Kirchenschiff um eine Achse nach Westen verlängert.
Renovierungen:
1982: Malereien, neue Kirchenbänke und eine neue Orgel beschafft (450.000
DM)
2011: Dachsanierung, Außenanstrich,Turmuhr.
2012: Innensanierung
Die Kirche liegt
am Ortsrand inmitten eines ummauerten Friedhofs. Die Außenmauern sind gelb verputzt.
Der nicht eingezogene
Chor schließt halbrund
und wird von zwei Rundbogenfenstern erhellt.
Die beiden Vorbauten
mit Schleppdach auf der Südseite der Kirche sind:
links: das Vorhaus (Eingang) rechts: die doppelgeschossige Sakristei.
Auf dem Westgiebel sitzt als Turm
ein Dachreiter; im unteren Teil quadratisch, oben ins Achteck übergehend.
Das Zwiebeldach ist mit Kupfer gedeckt. An drei Seiten sind über dem ovalen
Schallloch Ziffernblätter der Uhr angebracht, die im Jahr 2004 neu vergoldet
wurden.
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Hinweis: Woher die so typisch bayerisch-barock anmutende Zwiebelform kommt, ist erstaunlicherweise nicht geklärt. Einige der Experten vermuten, dass sie eine Nachahmung und Weiterentwicklung der im 7.Jh errichteten Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem (Felsendom) und somit arabischen Ursprungs ist. Damals glaubten europäische Baumeister, die Kuppel stamme noch vom Tempel Salomons und verbanden mit ihr die Vision vom himmlischen Jerusalem. Andere Kunstexperten sehen in der Zwiebel eine Weiterentwicklung der byzantinischen Kuppel, die auch in Russland großen Anklang fand. Fest steht jedoch, dass die ältesten zwiebelförmigen Kuppeln in Bayern die der Münchner Frauentürme sind (1525). Weite Verbreitung fand die Zwiebel als Bauform aber erst im Italien der Renaissance und bei uns in der Barockzeit nach dem 30jährigen Krieg. Ihre Form -unten bauchig, oben spitz- passte wunderbar zur Kunstauffassung und zum Lebensstil des Barocks und galt "als Synthese aus der Bewegung ins Übersinnliche und dem Verharren in den Wölbungen des Sinnlichen". |
An der Langhaus-Südwand ein gusseisernes
Missionskreuz, das im Zuge der Volksmission
um 1880/90 angebracht wurde. An diese Volksmission erinnern auch Kreuze an der
Pfarrkirche in Pfaffenhofen und an der anderen Filialkirche in Oberumbach.
| Hinweis: Die Volksmission geht auf das Konzil von Trient (1545-1563) zurück und war Teil der kath. Gegenreformation. Sie wurde in regelmäßigem zeitlichen Abstand in allen Pfarreien abgehalten. Das kirchliche Gesetzbuch von 1917 schrieb z.B. vor, dass wenigstens alle zehn Jahre eine Volksmission durchgeführt werden solle. Heutzutage wird die Volksmission durch neuen Formen der Schulungs- und Missions- bzw. Evangelisationsarbeit ersetzt. |
Innenausstattung
Der halbrund schließende, fünf Meter hohe Altarraum besitzt zwei Rundbogenfenster und ist etwas breiter (und zwei Stufen höher gelegen) als das Langhaus. Er wird von einem Tonnengewölbe mit angedeuteten Stichkappen und gemalten Pilastern überspannt.
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Der 2,60 m breite, um das Jahr 1712 entstandene hochbarocke Säulen-Hochaltar ist beige und rot marmoriert (mit Marmor-Maserung bemaltes Holz); das Schnitzdekor ist vergoldet. Der prächtige Aufsatz über den vier Säulen wird von zwei Volutenengeln gesäumt. |
| In der Mitte des Altars steht in einer durch die Säulen und das Gebälk gebildeten Nische mit blauem Hintergrund eine Figur des hl Martin Der Heilige sitzt mit gezogenem Schwert auf dem Pferd; am Boden kniet ein Bettler und streckt seine Hand hilfesuchend zu Martin empor. Darüber ist in einem Halbkreis Gewölk mit einem Putto angebracht. | Auf den seitlichen Postamenten stehen außerhalb der Säulen Skulpturen des hl. Hieronymus (links) und des hl. Korbinian mit einem Bären zu seinen Füßen. Sie dürften Ende des 19.Jh geschnitzt worden sein. |
| Hinweise:
St. Hieronymus (347-420) war Einsiedler. Er übersetzte das Alte
Testament aus dem Hebräischen und Griechischen und das Neue Testament aus
dem Griechischen ins Lateinische. Nach der Legende hat Hieronymus einem
Löwen einen Dorn aus seiner Tatze gezogen, worauf das Tier aus Dankbarkeit
bei ihm blieb. St.Korbinian (um 670 in Frankreich geboren) war der erste Bischof von Freising. Von hier aus missionierte er Südbayern. Als bei einer Romreise ein Bär seinen Esel tötete, band Korbinian die Traglast dem Bären um. Deshalb wird er - so wie in Unterumbach- meist mit einem Bären abgebildet. |
Über der Mittelnische eine vertikale Darstellung der Dreifaltigkeit: Im Auszug die Heilig-Geist-Taube. Darunter -in einem vergoldeten Rahmen- eine Skulptur von Gottvater, die fast vom roten Gewand des auferstandenen Christus verdeckt wird. Die Füße Jesu ragen in die Nische mit St.Martin hinein. Hinweis: Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament.Danach fuhr der heilige Geist in leiblicher Gestalt auf ihn hernieder wie eine Taube (Lk, 3,22). Obwohl dies nur bedeutet, dass sich der Geist bewegte sich wie eine Taube, nicht aber aussah wie ein Vogel, hat man die Taube als Symbol für die sonst nur schwer greifbare dritte Person Gottes gewählt. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 hat dies sogar empfohlen. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam. |
Der Barocktabernakel (1720) wird von zwei vergoldeten Säulchen eingerahmt. Sein Holz ist rot marmoriert, mit Akanthusdekoration versehen und mit einem Segmentbogengiebel überdeckt. Auf seiner Türe aus Stahlblech sind Ornamente und das Jesuszeichen "IHS" aufgesetzt.
| An
der Chordecke ein Fresko in gemalter Rahmung: Hl.
Martin über Unterumbach. Das Bild wurde von Johann Leibrecht 1777 (sign.) erstellt. Lebensdaten über den Maler sind mir nicht bekannt. Das runde Gemälde mit einem Durchmesser von zwei Metern wird umrahmt von einem gemalten Blattkranz. Im Bild kniet der hl.Martin in Bischofsornat auf einem wuchtigen Wolkenkranz. Neben ihm liegt sein Bischofsstab ; hinter ihm lugt sein Attribut, eine Gans hervor. Im unteren Teil des Bildes sind die Kirche von Unterumbach und einige Häuser rundum von Südwesten her gesehen abgebildet. |
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Das von fünf Fenstern
auf der Südseite und drei Fenstern auf der Nordseite erhellte Langhaus
besitzt eine Flachdecke.
Deckenfresken im Kirchenschiff
Die Deckenfresken zeigen im Hauptgemälde den Tod des hl. Martin, in den vier umgebenden Roccaille-Kartuschen die Personifikationen von Tugenden, die dem hl.Martin zugeschrieben wurden. Wie das Chorgemälde wurden auch die Langhausfresken von Johan Leibrecht 1777 gemalt. Sie sind eingerahmt von gemalten Stuckprofilen, die von einer dünnen Girlande umwunden sind.| Im Hauptgemälde "Tod des hl. Martin" liegt der Heilige auf seinem Totenbett, in einem Raum, umgeben von hochaufragender Palastarchitektur. Sein Haupt ist von einem Heiligenschein (Nimbus) in Form eines Strahlenkranzes umgeben. In der Hand hält er die Sterbekerze. Um Sein Bett stehen fünf Personen, unter anderen ein Priester (links neben der Vase über der Signatur) mit dem Gesicht des damaligen Pfarrers Johann Bapt.Sieß. Auf einem Hocker am Fußende des Bettes sitzt ein Mönch; daneben steht ein Herr in vornehmer Kleidung. Auf einer Treppe im unteren Teil des Bildes kniet ein Ministrant. Unter einem Bogen an der Treppe lugt ein Drache hervor. Dieser Drache erinnert an die Legende, dass Martin drei Tage vor seinem Tod, am 8.11.397, eine Teufelserscheinung zurückgewiesen habe. Über der Szene sieht man auf Wolken zwei Engel, die die Attribute des hl. Martin, den Bischofsstab und die Gans halten. |
| Hinten links: Devotio (Frömmigkeit) mit Schriftrolle und Fackel | hinten rechts: Fortitudo (Tapferkeit) mit Löwe, Keule und Säulenstumpf | vorne links: Justitia (Gerechtigkeit) mit verbundenen Augen, Waage und Schwert. | vorne rechts: Innocentia (Reinheit) mit Palmzweig und Lamm. |
Die 158 cm breiten, rot marmorierten Seitenaltäre sind im Jahr 1712 nach einem Brand angefertigt worden, wie eine Konsekrationstafel in der oberen Sakristei aus dem gleichen Jahr für den rechten Seitenaltar belegt. Die Altartische sind mit Holz verkleidet. Die glatten Säulen mit korinthischen Kapitellen tragen ein verkröpftes Gebälk mit Sprenggiebeln, auf dem zwei Engel sitzen.
Linker Seitenaltar|
Der linke Seitenaltar ist ein Marienaltar. Auf dem 122 x 72 cm großen Altarblatt (Öl auf Leinwand, 1720) ist die Muttergottes mit dem Jesuskind dargestellt. Die noch relativ junge Maria ist in ein modernes Gewand gekleidet; auf dem Kopf trägt sie einen Haarreif. Sie blickt hinab auf das nackte Jesuskind, das mit einem Kreuz unter dem Arm auf ihrem Schoß liegt. Im Altaraufsatz ist ein ovales Gemälde mit dem Thema Mariä Heimsuchung (Maria trifft ihre Base Elisabeth und deren Mann Zacharias, die Eltern von Johannes dem Täufer) zu sehen. |
| Hinweis: Maria hatte bei der Verkündigung durch den Erzengel Gabriel erfahren, dass auch ihre betagte Kusine Elisabeth guter Hoffnung war. Sie machte sich daraufhin auf den Weg, um Elisabeth zu besuchen (Lied: Als Maria übers Gebirge ging). Bei der Begrüßung durch ihre Kusine wurde Elisabeth offenbar, dass sie der Mutter des Gottessohnes begegnete, denn es heißt in der Bibel bei Lukas: Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, da hüpfte das Kind in ihrem Leib und Elisabeth wurde erfüllt vom Heiligen Geist. Sie erhob laut ihre Stimme und rief: "Gebenedeit bist du unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes!" Maria antwortete darauf mit dem Magnifikat, das mit den Worten beginnt: Magnificat anima mea Dominum (= Hoch preiset meine Seele den Herrn..) |
| In der Weihnachtszeit steht auf dem Altartisch des linken Seitenaltars eine Krippe. | Wenn Sie sich für Krippen in den Kirchen des Dachauer Landes interessieren, klicken Sie hier.. |
Rechter Seitenaltar
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Der rechte Seitenaltar befasst sich
mit der frühesten Jugend Jesu. Im Altaraufsatz ein Bild mit einer
Darstellung der Geburt Jesu (Heilige
Familie im Stall mit Hirten). |
An der Südwand ist die grau und rot marmorierte Kanzel angebracht. Der Zugang liegt neben dem eigentlichen Kanzelkorb, dessen Brüstung dadurch an Länge gewinnt. Die Brüstung ist mit fünf gedrehten Säulchen versehen, die vier Bilder umrahmen.
| Am Kanzelkorb sind in Kartuschen
die Bilder der vier lateinischen Kirchenlehrer gemalt: Hieronymus
(mit Löwe), Augustinus
(mit brennendem Herzen), Papst Gregor
der Große und Ambrosius (mit Bienenstock). An der Rückwand ein Bild von Jesus Christus mit einem offenen Buch, in dem er den Betrachtern die Buchstaben Alpha und Omega zeigt. Die Kanzel ist mit einem Schalldeckel versehen, an dessen Unterseite ein Heilig-Geist-Taube im Strahlenkranz befestigt ist. |
Zwischen Ziervasen sitzt ein Posaune spielender Engel. Das Motiv des Posaunenengels geht auf Papst Leo I. (440-461) zurück, der schreibt, dass von der Kanzel die Posaune des Evangeliums ertönt. Der Posaunenengel ist auch Zeichen für das jüngste Gericht.Der Engel bläst nicht zu den Kirchenbesuchern, sondern in Richtung Altarraum, also nach Osten. Aus dieser Richtung wird Christus am Weltenende erwartet. |
| Hinweise:
Die beiden Buchstaben Alpha und Omega sind der erste und letzte Buchstabe
des griechischen Alphabets. Sie beziehen sich auf Kap.1 Vers 8 der Offenbarung:
"Gott der Herr sagt, ich bin das Alpha und das Omega, der ist und der war
und der kommt, der Herr der ganzen Welt." Die frühchristliche Kunst
hat die Alpha- und Omegazeichen im Besonderen auf Christus bezogen; zum
einen, weil er nach Offb 22,13 als kommender Richter dasselbe aussagen wird
und zum anderen, um die von den Arianern bestrittene Wesensgleichheit (Göttlichkeit)
von Christus mit Gottvater zu betonen. Die Darstellung der vier lateinischen Kirchenväter an den Kanzeln sollte im Sinne der "Gegenreformation" die Kontinuität der Tradition, auf die sich die katholische Kirche zusätzlich zur Bibel beruft, unterstreichen. |
![]() Vergrößerung von 7 Details (Deckengemälde, Kreuzwegbilder, Beichtstuhl, Opferstock, Orgel) per Mouseklick |
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| An den Wänden des Kirchenschiffs sind die kunstvollen Apostelleuchter vor den gemalten Apostelkreuzen befestigt. Sie erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. |
| Im Kirchenschiff stehen auf
Konsolen eine Josefsfigur mit
Beil und Hobel (südlich, um 1920) und eine Muttergottesstatue - Maria mit Krone auf dem Haupt und Szepter in der rechten Hand. Auf dem Handteller der linken Hand sitzt das segnende Jesuskind (nördlich, um 1680). |
Die Kirchenbänke
(13 Reihen links und 12 Reihen rechts) wurden in neuerer Zeit gefertigt.
Auf der Nordseite steht unter der Treppe zur Empore ein geschlossener dreiteiliger Beichtstuhl. |
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| Hinweis: Über Jahrhunderte hinweg wurde das Bekenntnis der Sünden offen im Kirchenraum beim Sitz (Kathedra) des Bischofs, später bei dem des Priesters im Altarraum abgelegt. Dieser besonders hervorgehobene Sitz des Beichtvaters war die Ausgangsform des Beichtstuhls. Durch die irisch-schottischen Mönchen wurde die Beichte im 10.Jh privatisiert, d.h., nicht mehr öffentlich abgelegt. Dazu bedurfte es nicht nur einer größeren Zahl von Priestern, sondern auch neuer Einrichtungsgegenstände. Der heutige Beichtstuhl entwickelte sich allerdings erst ab dem 16.Jh. zu einem feststehenden, meist dreiteiligen, mehr oder weniger geschlossenen Beichtgehäuse mit dem Mittelteil für den Priester (in dem der Priester sitzt - deshalb Beichtstuhl) und mit der Trennung von Priester und Beichtenden durch eine Zwischenwand mit Sprechgitter. Die Beichtenden knien abwechselnd in den Seitenteilen. Damit wurden bessere Bedingungen für einen anonymen Vollzug der Beichte geschaffen. In neuerer Zeit bieten sogenannte Beichtzimmer mit ihrer persönlichen Atmosphäre eine räumliche Alternative für Beicht- und Glaubensgespräche. Die Beichte geht auf das Bibelwort "Er hauchte sie an und sprach zu ihnen: Wem Ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem Ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh 20,22) zurück. |
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In unmittelbarer Nähe wird
an einem hölzernen Opferstock
um Gaben für die Kirchenrenovierung gebeten. |
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Die Empore ist im Zuge der Kirchenerweiterung
von 1927 entstanden: zwei Holzsäulen, rückwärtiger Treppenaufgang, Brüstung
mit Holzkassetten, an der Emporenunterseite expressionistischer Rippendekor.
An der Westseite hängt in einer Wandnische ein Kruzifix aus neuerer Zeit.
| Auf der Empore steht ein dreiteiliger Orgelprospekt in neubarockem Stil mit seitlich erhöhten Teilen. Das Holz ist rot und grau marmoriert. Der Spieltisch steht nicht vor der Orgel, sondern an der Nordwand. | Die Orgel mit 11 Registern wurde um 1980 von der Fa. Offner aus Kissing erbaut (Kosten 48.000 DM) und ersetzte eine 1929 von Leopold Nenninger erbaute Orgel mit einem Manual und fünf Registern. Der Orgelbauer Offner hat auch die Orgel in den Kirchen von Egenburg, Gumpersdorf, Hilgertshausen und Hohenzell gebaut, sowie die Orgel in Arnzell restauriert. |
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Hans Schertl
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Quellen:
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
H. Carl Roth, Örtlichkeiten des Bissthums Freising aus Kozrohs Handschrift in
ganzen Sätzen ausgehoben, München 1856/57
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising,
1874
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.324, 605,
692, 1239)
Kirschbaum, Lexikon der Christlichen Ikonographie, 1968
Infomaterial von Herrn Metzger aus Egenburg (1975)
Dachauer Nachrichten vom 13./14.11.1982
Dr.Wilhelm Liebhart, Klosterbesitz von St.Ulrich und Afra in Pfaffenhofen a.d.Glonn,
Amperland 1983/1
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München
und Oberbayern, 1990
Dr.Stefan Nadler, Kunsttopographie des Erzbistums München und Freising,
1992
Franz Keiner, Dorf und Hofmark Odelzhausen 814-1914, 1992 (Urkunde 814)
Bauer/Rupprecht, Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, 1996
Orgelbauer Maximilian Offner, 2003
Dachauer Nachrichten vom 16.11.2004, v. 2.11.2011 (Renovierung 2011)
Katharina Axtner 2008 (Urkunde 814)
33 Bilder: Hans Schertl (2002,2003)
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31.3.2011
| Wechsel
des Pfarrsitzes von Unterumbach nach Pfaffenhofen |
Erste Nennungvon
Umbach im Jahr 814 Urkunde Nr. 324 |
Die
Schenkung des Priesters Freido
zu Ominpach
Übersetzt von Dr. Walter Kick, Dachau
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Dum et omnibus non habetur incognitum, qualiter ego Freido presbiter tradidi propriam hereditatem meam in loco Ominpach ad domum sanctae Mariae in loco Frigisinga, hoc est ecclesiam cum domo vel omnia quicquid ad ipsam ecclesiam legibus pertinebat, ego enim Freido presbiter eo modo hanc traditionem feci. Contigit autem mihi, ut ego valida infìrmitate depressus vocavi ad me proximos et vicinos meos quorum nomina Hadolt, Adalleoz, Kysalrih, Cunzo, Ekkyhart, Kerhart, Ermanrih, et in manus
illorum totam dictam rem meam per uuadium posui, si ego Freido in ipsa
infìrmitate defunctus fuissem, ut ipsi perfecissent traditionem, quam
ego ante dispositum vel cogitatum habui; hoc autem cum eis firmiter condixi
et in illorum potestate indubitanter constitui. Hoc peractum praevalente
infìrmitate et die exitus animae illius adpropinquante defunctus est Freido
presbiter ipsique supradicti aliquantum tempus detardaverunt hoc agere
quod Freidóni presbitero promiserunt. |
Alle mögen es auch wahrgenommen haben, wie ich, der Priester Freido, meinen eigenen Erbbesitz in der Ortschaft Ominpach an das Haus der Heiligen Maria im Orte Freising übergeben habe, nämlich die Kirche mit Haus und auch alles, was gesetzmäßig zur Kirche selbst gehört; ich also, der Priester Freido, habe dergestalt diese Schenkung gemacht. Es hat mich nämlich betroffen gemacht, daß ich von einer heftigen Krankheit danieder gedrückt zu mir meine Nächsten und Nachbarn gerufen habe. Ihre Namen waren Hadolt, Adalleoz, Kysalrih, Cunzo, Ekkyhart, Kerhart, Ermanrih.
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Unter- oder Oberumbach?
Zum Zeitpunkt der Schenkung wurde noch nicht unterschieden zwischen Ober- und
Unterumbach. Wie soll man sich nun erklären, welcher von den beiden Orten gemeint
war? Nach einer Hypothese von Anton Haschner waren um 700 – 800 Siedlungen und
Kirchen getrennt: es gab also den Ort Ominpach (Umbach), dessen damals noch
hölzerne Kirche etwa 1 km flußabwärts erbaut war. Als der Platz bei der Kirche
später auch besiedelt wurde, gab es Probleme der Unterscheidung und richtigen
Zuweisung. Da die erste Siedlung flußaufwärts liegt, erhielt sie den Beinamen
Ober- (umbach) und die ehemalige Kirchenstelle den Zusatz Unter- (umbach). Gewiß
war die Kirche Freidos in Unterumbach und daß sein Wohnhaus neben der Kirche
lag, ist wahrscheinlich, da die wörtliche Übersetzung lautet „Kirche mit Haus“.
Unterumbach wird auch von C. Roth und E. Wallner favorisiert. Wir müssen davon
ausgehen, daß Freido ein Bauernhaus neben der Kirche besaß im Sinne dessen,
was später als Widum bezeichnet wird, oder noch moderner ausgedrückt: ein Ökonomiepfarrsitz.
Wo aber hatte Freido dann seine „Nachbarn“? Hatten auch sie bereits ein Haus
im Bereich der Kirche oder waren es Ortsnachbarn in Oberumbach oder gar in Odelzhausen,
weil in einer weiteren Urkunde (Bitterauf Nr. 327) hingewiesen wird auf seine
zusätzlichen dortigen Besitzungen. Im Endeffekt läßt sich sein Wohnort nicht
hundertprozentig festlegen, die Kirche ist aber mit großer Sicherheit in Unterumbach
anzunehmen.
Dr.Walter Kick, Dachau