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Renovierung 1935
Außenrenovierung

Die Pfarrer Niklas und Endres haben zur Renovierung 1935 folgenden Bericht verfasst:

"Die Kirche in Sigmertshausen, ein Bauwerk des großen Meisters des kirchl. Rokoko, in ihrem Äußeren sehr heruntergekommen. Das ganze Turmdach (Kuppel) sehr schadhaft, ebenso die Nordseite des Kirchendaches, Dachrinnen- und Mauerwerk weisen die größten Schäden auf. Die Turmgesimse waren abgebröckelt. Ein Schreiben des Landesamtes für Denkmalpflege in Bayern, das vom Jahr 1926, mahnt, die Kirche nicht weiter herunterkommen zu lassen. Gleichwohl war bis 1935 nicht das geringste zur Behebung der Schäden geschehen. Der Zahn der Zeit, die Ungunst der Witterung taten das ihre zu weiterem Verfall".

Aber die Sigmertshauser sammelten schon fleißig Geld für die Renovierung.

"Der Pfarrer trat nun zunächst an seinen Vorgänger, den H.H. geistl. Rat Lex, der in Buch bei Kirchseeon kommoriert, heran, mit der Bitte, ein Scherflein für die Außenrenovierung des Sigmertshauser Gotteshauses beisteuern zu wollen. Die Bitte schlug nicht fehl. Herr GeistlRat Lex schenkte
1.) 300 RM, welche kein Pfarrnachfolger laut Abrechnung ihm herauszahlen musste, für die Restauration des Kirchenäußeren.
2.) überließ er der Kirche einen Schuldschein über 500 RM bzw. über 100 und 50 RM. Schließlich schickte er noch 500 RM in bar für denselben Zweck.
Der Steuerverband der Erzdiözese gewährte RM 1000. Schließlich wurde noch -nach Vollendung der Arbeiten- ein Reichszuschuß für "Instandsetzungsarbeiten" von RM 380 gewährt, und zwar vom Bezirksamt Dachau. Im Winter hielt H.H. Prälat Domkapitular Dr. Michael Hartig, München, im Gasthaus zu Sigmertshausen einen Vortrag mit Lichtbildern über Kirchenbauten des Johann Michael Fischer (+ 1766). Er sollte zur Aneiferung der Leute dienen.

Im Sommer kam es zur Ausführung der Arbeiten. An denselben beteiligten sich: Leonhard Hof Zimmerpolier in Sigmertshausen, "beim Maurerschuster Nr. 27". Ein in der ganzen Gegend ob seiner Tüchtigkeit und Ehrlichkeit begehrter Zimmermann. Er besorgte das "Aufgerüsten" des Turmes und der Kirche, das Decken des Daches mit Schindeln, das Auflatten des Dachstuhles an der Nordseite der Kirche. Leider zogen sich (die Arbeiten), durch mancherlei mißliche Umstände, als da waren notwendige Bauarbeiten bei Bauern, (hin). So hatte z.B. ein wütender Sturm einen Getreidestadl eingerissen... Diese Bauarbeiten waren ob der bevorstehenden Ernte sehr dringend, so daß das Eindecken der Sigmertshauser Kirchenkuppel hinausgeschoben werden musste.

Die Maurerarbeiten wurden vom Maurerpolier Georg Lederer, Bürgermeister in Sigmertshausen, zum "Goodenschuster", ausgeführt. Wie Leonhard Hof, gilt auch dieser ob seiner guten und fleißigen Arbeiten im weiten Umkreis als sehr tüchtig. Er machte auch seine Arbeiten recht gut.
Schmiedemeister Josef Käser und Schreinermeister Johann Fesenmair, beide in Sigmertshausen, hatten kleine Aufträge zu erledigen. Der erstere das Verlöten der von Gewehrschüssen (!) durchbohrten Turmkugel, der letztere das Vergolden des Turmkreuzes und der Turmkugel, sowie das Neubemalen der Uhr-Zifferblätter. Spenglermeister Wiendl von Dachau besorgte die Neuanlage der Dachrinnen.

An den Zimmermannsarbeiten waren beteiligt: 1.) Hof Georg, Sohn des Leonhard Hof, 2.) Furtmayr v. Karpfhofen3.) Mairhanser v. Niederroth. Helfer war Schmidl .... von Sigmertshausen. Jederzeit hilfsbereit zeigte sich der Nachbar der Kirche, der "Jagerbauer" Martin Gruber. Der "Schellbauer", Georg Hörl, stellte für das Türmgerüst sein Bretterlager bereitwilligst zur Verfügung. Bei Beginn des Abdeckens der Turmkuppel zeigte sich das ganze Turmgebälk als total morsch, so daß es gezimmert und neu aufgebaut werden musste. Sämtliche Arbeiten gingen ohne jeglichen Vorfall vorüber. Als besonders schneidig erwies sich die Tochter Katharina, des Zimmerpoliers Hof, welche sich zu höchst auf den Turm hinauf wagte.


Renovierung 1943
Innenrenovierung

Beschlussfassung
2. August 1942 - Die Kirchenverwaltung Sigmertshausen beschließt heute, die Renovierung der Filialkirche in Angriff zu nehmen. Ein Kostenvoranschlag von Faßmaler Eixenberger-München sieht 3497,50 RM Unkosten vor, dazu ein Kostenvoranschlag von Kunstmaler Albrecht-München mit 2940.- RM, außerdem muß noch mit 2000.- RM für Entfeuchtung der Kirche gerechnet werden. Nicht eingerechnet sind Gerüst, Kalk, Sand, Kies, Hand- und Spanndienste, die von der Gemeinde geleistet werden sollen. Geldmittel stehen vorerst noch nicht bereit. Auch der Zeitpunkt ist für die Renovierung nicht günstig (Durch den Krieg bedingte Unsicherheit, Mangel an Material und Arbeitskräften.), aber mit lauter Zuwarten werden die Schäden an der Kirche immer schlimmer. Möge das Werk gelingen!

Finanzierung
21. Oktober 1942 - Renovierung der Filialkirche Sigmertshausen: Nachdem die Kirchenverwaltung Sigmertshausen hierüber am 2.8.1942 Beschluß gefaßt hatte, wurde beim Erzb. Ordinariat und über den Landrat Dachau bei der Regierung um Genehmigung nachgesucht. Das Landesamt für Denkmalpflege wurde ersucht, die Kostenvoranschläge und die Arbeiten zu überprüfen. Zugleich wurde der Diözesansteuerausschuß um einen Zuschuß zur Kostendeckung ersucht. Am 14.9.1942 teilte das Erzb. Ordinariat mit, daß gegen die Renovierung keine Erinnerung erhoben wird, und daß in der Sitzung des Ordinariates zur Kostendeckung ein Zuschuß von 5000.- RM genehmigt wurde. Am 17.9.1942 teilte das Landesamt für Denkmalpflege mit, daß es zu den Voranschlägen Stellung genommen habe und die Arbeiten, sobald sie beginnen, an Ort und Stelle mit den in Frage kommenden Kräften durchbesprochen werde. Am 7.10.1942 übersandte der Landrat Dachau die staatsaufsichtliche Genehmigung des Regierungs-Präsidenten. Am 21. Oktober wurde zwischen der Kirchenverwaltung Sigmertshausen und dem Faßmaler Eixenberger bzw. Kunstmaler Albrecht der Vertrag abgeschlossen.

 

Bericht über die Kirchenrenovierung
an das Baubüro im Erzb. Ordinariat v. 3. Dezember 1943

1. Innenrenovierung:
Der Beginn der Arbeiten war für das Frühjahr vorgesehen. Die "Totalmobilmachung der Arbeitskräfte", von der auch Faßmaler Eixenberger erfaßt wurde, machte das ganze Vorhaben zunächst fraglich. Nach wiederholten Rücksprachen mit Herrn Eixenberger und anderen Stellen konnte dem Baubüro am 6.5.1943 mitgeteilt werden, daß am 10.5.1943 mit der Innenrenovierung begonnen wird.
Das Innere der Kirche wurde in 2 Tagen von ortsansäßigen Handwerkern eingerüstet und am 10.5.1943 begannen Kunstmaler Albrecht und Faßmaler Eixenberger mit ihrer Arbeit. Herr Albrecht war bis zum Juli 1943 mit seiner Arbeit fertig. Herr Eixenberger wurde wiederholt zur Behebung von Fliegerschäden in München herangezogen, so daß seine Arbeiten eine bedeutende Verzögerung erfuhren.
Folgende Arbeiten sind bis jetzt durchgeführt:
Vom Faßmaler Eixenberger, München: Neutönung des Innenraumes (552,50 RM); Anmalen der Apostelkreuze (36.- RM); Marmorierung des Hochaltars (285.- RM); Vergoldung des Hochaltars (390.- RM); 2 Figuren vom Hochaltar: Joachim u. Anna (250.- RM); Engelsköpfe am Hochaltar (55.- RM); Fassung des rechten Seitenaltars (290.- RM); Fassung des linken Seitenaltars (290.- RM); Fassung der Kanzel (165.- RM); Wandkreuz mit Madonna (90.- RM); Dekorationsmalereien im Kirchenraum (885.- RM).
Von Kunstmaler Albrecht: Deckengemälde im Chorraum (590.- RM); Deckengemälde im Kirchenschiff (750.- RM); 4 Evangelisten (1120.- RM); Wappen (70.- RM); Glaube (70.- RM); Hoffnung (70.- RM); Liebe (200.- RM; das alte Bild war durch Feuchtigkeit beinahe ganz zerstört); Hochaltarbild (70.- RM; wurde von Eixenberger renoviert). Noch nicht ausgeführt sind folgende Arbeiten: 4 hölzerne Altarleuchter (104.- RM); Chorgestühle und Sakristeitüre (70.- RM); Orgel (35.-RM).

2. Trockenlegung der Kirche:
Mit der Trockenlegung der Kirche wurde am 11. Oktober 1943 begonnen. Die Arbeiten wurden verzögert durch den Mangel an Zement und durch die Erntearbeiten. Die Arbeiten wurden nach Angaben von Herrn Göttler, der einen Plan vom Erzb. Baubüro hat, von Herrn Lederer, Sigmertshausen, durchgeführt. Wegen eintretender Kälte mussten die Arbeiten am 27.11.1943 eingestellt werden; es sind jedoch nur noch die Eisengitter an den Luftkanälen anzubringen.

3. Besondere Arbeiten:
Von Silberschmied Gasser, München, wurden .... große und 6 kleine Leuchter vom Hochaltar neu versilbert. Das elektrische Licht wurde neu eingerichtet, und zwar im Kirchenschiff Pendellampen, im Hochaltarraum 2 Reflektoren; in der Sakristei, im Glockenhaus und an der Orgel je eine gewöhnliche Lampe.

 

Feier zum Abschluss der Renovierung
24. Oktober 1943 - Heute ist ein großer Freudentag für die Gemeinde Sigmertshausen. Die Renovierung der Kirche in Sigmertshausen ist im großen und ganzen vollendet. In drei Abendpredigten hat H.H. P. Schönmetzler SJ die Gläubigen von Sigmertshausen auf den hohen Festtag seelisch vorbereitet.

Am Sonntag 24.10.43 fand bei starker Anteilnahme ein Bittgang der Gemeinde zum Festgottesdienst nach Sigmertshausen statt. Um 9 Uhr begann in der neu renovierten Kirche in Sigmertshausen, die bis zum letzten Platz von Gläubigen gefüllt war, die Festpredigt, gehalten von H.H. Prälat Domkapitular Dr. Michael Hartig Darauf folgte die feierliche Weihe des neuerrichteten Kreuzweges durch H.H. P. Auer O.F.M. Das levitierte Hochamt vor ausgesetztem Allerheiligsten hielt H:H: Prälat Dr. Hartig, Levitendienste leisteten H:H: P. Auer und der Pfarrer von Röhrmoos. H.H. P. Schönmetzler spielte die Orgel, während der Kirchenchor von Sigmertshausen unter der Direktion des Wagnermeisters Martin Troll die Feier mit einer musterhaft gesungenen Messe verschönte. Den Abschluß bildeten ein Te Deum und der oberhirtliche Dank, den H.H. Prälat Dr. Hartig im Namen von Sr. Eminenz der Gemeinde und allen Mitwirkenden an der Renovierung zum Ausdruck brachte.
Abends 5 Uhr war noch eine feierliche Segensandacht, bei der die neu renovierte Kirche im Lichte der neu eingerichteten elektrischen Beleuchtung sich besonders prachtvoll zeigte. Die Freude der Sigmertshausener war übergroß; einige sprachen ihre Freude mit den Worten aus: Wir meinten, wir seien im Himmel.

 

Nachschlag und Kostenrechnung
15. Juni 1944 - Die Renovierung der Kirche in Sigmertshausen ist auf dem toten Punkt angelangt. Die Zeitverhältnisse sind daran schuld. Geld wäre genug vorhanden, aber es fehlt an Material und Arbeitskräften. Alles muß für den Krieg eingesetzt werden. Gott sei Dank ist die Renovierung trotz des Krieges und der damit verbundenen Schwierigkeiten so weit vorangeschritten, daß nur kleinere Arbeiten (Kirchenstühle, Leuchter der Seitenaltäre u. dergl.) noch unerledigt sind.
In den letzten Wochen hat Herr Eixenberger auch noch die zwei Engelsköpfe für die Seitenaltäre gebracht. Diese Engelsköpfe mussten neu geschnitzt werden, da die alten verloren gegangen waren; sie kosteten 150.- RM und dazu noch Butter und Eier (Kriegswährung! Abgesehen von diesen zwei Engelsköpfen kam nur noch der Kreuzweg neu in die Kirche hinein. Der Kreuzweg ist nach dem Meister Führlich von .....(Angabe des Ortes fehlt) gemalt und wurde von H.H. Prälat Dr. Hartig der Kirche geschenkt. Die Kreuzwegrahmen sind ein Geschenk des Schreiners Fesenmair. Der alte Kreuzweg, unansehnliche Bilder aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts, war eine Renovierung nicht mehr wert.

Mit dem alten Kreuzweg verschwanden aus der Kirche auch die unschönen Gipsfiguren (Hl. Josef und Mutter Anna) und verschiedene kitschige Heiligenbilder, die in einem Bauernhaus noch eine Zierde sein können, aber in eine Kirche nicht hineinpassen. So wurde die Renovierung zugleich benützt, um die Kirche zu entrümpeln. Nur schade, daß die Kriegergedächtnistafel, die in ihrer harten, schweren Form mit dem leichten, luftigen Stil der Kirche gar nicht zusammenstimmen will, nicht auch noch entfernt und durch etwas Passenderes ersetzt werden konnte.
Auf Anregung von H.H. Prälat Dr. Hartig sollte die weiße Fläche der Brüstung an der Orgelempore mit gemalten musizierenden Engeln ausgeschmückt werden. Diese Anregung kam aber nicht zur Ausführung, weil man sich sagte, die Sigmertshausener Kirche ist so am schönsten, wie sie ihr Erbauer, Johann Michael Fischer, ausgestaltet hat; jedes spätere Beiwerk wäre der Kirche nur zum Schaden.

Aus der Renovierung ergab sich bisher folgender Kostenaufwand:
An Herrn Eixenberger, Faßmaler, wurden insgesamt (einschließlich Engelsköpfe) 4195,70 RM bezahlt; an Herrn Albrecht, Kunstmaler, 2126.- RM; die Einrichtung des elektrischen Lichtes kostete 354,05 RM; das Versilbern der Hochaltarleuchter 74,05 RM. Die Ausgaben für Gerüstaufstellen, Material, Arbeitslohn an Hilfskräfte, Entfeuchtungsanlage, u.s.w. waren 2649,27 RM. Alle Ausgaben zusammen belaufen sich auf 9399,07 RM. Vom Erzb. Ordinariat (Diözesansteuerausschuß) wurde ein Zuschuß von 5000.- RM gewährt. An Spenden für die Renovierung sind vom 4.8.1942 bis 15.6.1944 4724,22 RM eingegangen. Die Gesamtsumme der für die Renovierung bestimmten Mittel beträgt also 9724,22 RM sodaß noch für weitere Renovierungsarbeiten 325,15 RM zur Verfügung stehen. Eine Einzahlung von Stiftungskapital, wie ursprünglich vorgesehen und von der Regierung bereits genehmigt, ist nicht erfolgt.

 

Neue Glocken für die Kirchen der Pfarrgemeinde Röhrmoos
Ersatz für die eingeschmolzenen Glocken im 2.Weltkrieg
Auszug aus der Pfarrchronik - Einträge vom 8. Juni 1949 bis 2. Juli 1950

Eintrag vom 8. Juni 1949

Auf Ortsversammlungen in Röhrmoos, Sigmertshausen und Riedenzhofen wurde unter allseitiger Billigung der anwesenden Bürger beschlossen, die 1942 abgenommenen Glocken durch neue in gleichem Gewicht und in gleichem Ton wie die alten zu ersetzen. Den bereits eingeholten Kostenvoranschlägen der Glockengießerei Czudnochowsky (früher J. Bachmair) in Erding wurde allgemein zugestimmt und zur Aufbringung der notwendigen Geldmittel der Vorschlag gemacht, die Grundbesitzer sollten nach der Zahl ihrer Tagwerke und die übrigen Gemeindemitglieder bei einer Haussammlung ihre Spenden abgeben. Heute hat der Pfarrer mit dem Kirchenpfleger in Sigmertshausen, Herrn Leonhard Hof, die Glockengießerei in Erding aufgesucht und die Verträge mit der Glockengießerei abgeschlossen. Dabei wurde für Röhrmoos und Sigmertshausen die Hälfte der Gesamtkosten anbezahlt. Riedenzhofen leistet seine Anzahlung erst im Oktober.
Die Gesamtkosten für die zwei Röhrmooser Glocken belaufen sich auf 4360.- DM, die Gesamtkosten für die zwei Sigmertshausener Glocken auf 1680.- DM, und für die Riedenzhofener Glocke auf 1400.- DM. Die neuen Glocken werden Euphon-Glocken, d.h. Glocken aus zinnfreier Bronze. Euphon-Glocken sollen, wie in verschiedenen Gutachten festgestellt wird, schöner, klangvoller und lauter ertönen als Glocken in Bronze. Auch sollen Euphon-Glocken unzerbrechlich und nicht mehr kriegsgefährdet sein. Die Ersatzglocken für die Schönbrunner Dorfkirche würden 4615.- DM kosten. Die Glocken wurden aber vorerst noch nicht bestellt, denn 1.) sind die Geldmittel an und für sich sehr rar, 2.) ist Schönbrunn, von der Anstalt abgesehen, als Gemeinde nicht genug zahlungskräftig (nur ein Bauer und ein paar Gütler gehören zur Filiale Schönbrunn), 3.) musste Schönbrunn erst in den letzten Wochen eine Glaserrechnung von 1000.- DM (Sturmschäden an der Kirche) begleichen und 4.) ist das neue Glockengeläute der Anstaltskirche auch für jene, die nicht zur Anstalt gehören, hörbar.

Eintrag vom 24. Juni 1950
Gestern wurden die 5 neuen Glocken von der Glockengießerei Czudnochowsky in Erding durch den Bauer Michael Reischl von Schillhofen auf dem Lastwagen abgeholt und in der Anstalt Schönbrunn hinterstellt. Heute nachmittags, 2 Uhr, wurden dann die neuen Glocken von Schönbrunn her feierlich in die Pfarrei eingeholt. Der Festzug reichte in seiner Länge von Schönbrunn bis Röhrmoos. Es nahmen am Festzug teil die Schulen von Röhrmoos und Sigmertshausen, die Kirchen- und Gemeindeverwaltungen und viele Gläubige. Den 3 vierspännigen Glockenwagen gingen 42 Reiter und ein Musikwagen voraus. Im ganzen waren 58 schön geschmückte Pferde vertreten. Bevor der Zug sich in Bewegung setzte, wurde im Ökonomiehof der Anstalt Schönbrunn noch eine kleine Feier gehalten, bei der der Pfarrer eine Ansprache hielt und Kinder Gedichte und Lieder zum Vortrag brachten, während die Blaskapelle zwischenhinein Musikstücke spielte.

Eintrag vom 2. Juli 1950
Die feierliche Weihe der Glocken von Sigmertshausen wurde am 2. Juli nachmittags 3 im Hofe des Jagerbauern durch H.H. Prälat Dr. Michael Hartig gehalten. Am 4. Juli wurden die neuen Glocken in Röhrmoos, Riedenzhofen und Sigmertshausen auf den Turm gezogen.

In Sigmertshausen wiegt die große Glocke (Ton c) 192 kg, die kleinere Glocke (Ton f) 76 kg. Die mittlere Glocke (Marienglocke, Bronze, 210 kg , aus dem Jahr 1472) blieb vom Kriege verschont. [Anmerkung: am 25. Februar 1942 ohne Gewichtsangabe als "mittlere Glocke" bezeichnet, da die beiden anderen 283 bzw. 82 kg wogen.]
Das Gutachten über die Glockenprüfung durch Prof. Berberich lautet: Schlagton Prim Terz Quint Oberoktav Unteroktav 1.) c - 4/16 c - 3/8 es- 6/16 g - 11/16 c - 5/16 h - 2/16 2.) f - 2/16 f - 2/16 as - 1/16 c + 1/8 f - 1/8 f - 1/8 [S. 104*] Es stimmen also die Schlagtöne als einzig maßgebende Klänge des Geläutes in einem sehr reinen TeDeum Motiv: c es f. mit den Schlagtönen fallen gut zusammen: Prim, Oberoktav und Unteroktav. Bei der c-Glocke ist die Unteroktav merklich tiefer. Die Terzen sind Mollterzen, die Quinten sehr rein. Also ein liebliches Dreigeläute ohne jede Mißstimmung.

In Sigmertshausen ist von den beiden neuen Euphonglocken die große dem Hl. Vitalis, die kleine dem Hl. Michael geweiht.


Quelle:
Röhrmooser Pfarrchronik 1933 - 1953

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

9.2.2013