zur Landkreiskarte            ausführl.Beschreibg              Kirchen i.d.Marktgem. Altomünster


Filialkirche Mariä Himmelfahrt in OBERZEITLBACH


Adresse: 85250 Altomünster, Dorfstraße 8
Lage der Kirche auf der Landkarte ...

Kurzbeschreibung

Zeitlbach wurde als "Zidalpah" ( "Bach als Tränke wilder Waldbienen") schon 772 urkundlich erwähnt. Am 26. September 812 schenkte eine Frau namens Hiltimeri de Zidalpach ihren Besitz in Zeitlbach dem Freisinger Bischof. Von zwei getrennten Ortschaften Ober- und Unterzeitlbach ist aber erst 500 Jahre später, um 1260 die Rede.
 
Die der Muttergottes geweihte Filialkirche Oberzeitlbach ist seit jeher Teil der Pfarrei Altomünster. Patroziniumstag ist Mariä Himmelfahrt, der 15.August.

Wie bei so vielen Kirchen im Dachauer Land stammt der außen mit hohen Stützpfeilern verstärkte Altarraum noch aus dem 15. Jahrhundert.
Das Langhaus wurde 1613 errichtet und 1730 umgestaltet, obwohl 1707 der Fürstbischof noch zwei neue Altäre geweiht hatte.

Der Turm erhielt 1864 an Stelle einer Barockzwiebel einen Spitzhelm aufgesetzt.
In ihm hängen drei Glocken aus dem 20.Jh.


St.Leonhard in der Nische 

1947/1948 wurde das Kirchenschiff um vier Meter nach Westen erweitert. Es war eine der letzten Erweiterungen im Dachauer Land und besagt viel über die Erwartungshaltung kurz nach dem 2.Weltkrieg.


Oberzeitlbach ist seit 800 Jahren eine Filiale der Pfarrei Altomünster. Zum Filialkirchenbezirk gehören auch Oberndorf, Plixenried, Radenzhofen, Röckersberg und Übelmanna. Manche glauben, dass Oberzeitlbach früher eine eigenständige Pfarrei war.

Inneneinrichtung 

Der prächtige Rokokoaltar mit Säulenaufbau wird von einem Baldachin überdeckt. Der Altar ist der Muttergottes geweiht. Mittelpunkt ist eine Skulpturengruppe, die die "Krönung Mariens" darstellt.

Assistenzfiguren am Altar sind der hl. Josef mit der Lilie und einem Zimmermannswinkel in der Hand (links) sowie der hl. Joachim, der Vater Marias, mit Buch und Schäferschaufel.  

Die beiden Seitenaltäre sind dem hl. Gallus
(links- Figur mit Buch, Bären und Bischofsstab) und der Schmerzhaften Muttergottes (rechts, Figur mit 7 Schwertern) gewidmet. Auf den Altären stehen schöne Reliquienschreine.

Das Deckengemälde stellt Christus dar, der mit dem Kreuz in seinen Händen über dem Dorf Oberzeitlbach auf Wolken schwebt und es segnet.

Weitere Heiligenfiguren und Bilder in der Kirche stellen St.Rochus, Magdalena, SS.Alto und Birgitta, St.Sebastian und St.Leonhard dar.

 

Gottesdienstzeiten finden Sie hier...


per MouseklickSt.Sebastianzu  St Rochuszu den Beschreibungen des rechten SeitenaltarsSt.JosefSt.Joachim mit der Schäferschaufelzu den Beschreibungen des ChoraltarsSchreinVerzierung  am ChorbogenMaria Magdalenazu Madonnazu den Beschreibungen des linken Seitenaltarszur Beschreibung des Zelebrationsaltarszu den Beschreibungen der Deckengemälde zu den Beschreibungen

 


Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen


Geschichte: Frühe Geschichte Altarweihe 1707 Beschreibg 1880  
   
Ausstattung: Altarraum Apostelleuchter Choraltar Chorbogen
  Deckengemälde Empore Figuren im Schiff Kanzel
  Kirchenschiff Kreuzweg Kreuzigungsgruppe Orgel
  Reliquiare Seitenaltäre Tabernakel Wandfresken
  Zelebrationsaltar      

Der Ort Zeitlbach wurde als "Zidalpah" ( "Bach als Tränke wilder Waldbienen") schon 772 urkundlich erwähnt. Am 8.September dieses Jahres übergaben ein gewisser Helzuni und sein Sohn Silvester ihr Eigentum in Oberzeitlbach dem Freisinger Dom. Am 26. September 812 schenkte eine Frau namens Hiltimeri de Zidalpach ihren Besitz in Zeitlbach dem Freisinger Bischof. Von zwei getrennten Ortschaften Ober- und Unterzeitlbach ist aber erst 500 Jahre später, um 1260 die Rede. 

Geschichte der Kirche

Die der Muttergottes geweihte Filialkirche Oberzeitlbach (zu der die Siedlungen Oberndorf, Plixenried, Radenzhofen, Röckersberg und Übelmanna gehören), liegt am Ortsrand inmitten eines ummauerten Friedhofs. Sie ist seit jeher eine Filiale der Pfarrei Altomünster.  Patroziniumstag wird an Mariä Himmelfahrt, am 15.August gefeiert.

Wie bei so vielen Kirchen im Dachauer Land stammt der außen mit hohen Stützpfeilern verstärkte Chor noch aus dem 15. Jahrhundert. Das Langhaus wurde 1613 errichtet, wie die Jahreszahl in der Inschriftenkartusche über dem Chorbogen zeigt (Einweihung am 13.Oktober) und um das Jahr 1730 umgestaltet.


Apiankarte

 
Kartograph Philipp Apian hat in seiner Bayerischer Landtafel Nr. 13 in der Zeit um 1568 auch den Ort und die Kirche von Oberzeitlbach unter der Bezeichnung "Zeidlpach" dargestellt
(siehe Landkarte links). Damals hatte die Kirche möglicherweise einen Sattelturm. Apians Zeichnungen sind, wie Dr.Peter Dorner schreibt, authentische Ansichten der dargestellten Gebäude. Spitztürme hat er mit höherer Bedeckung gezeichnet.

Philipp Apian war der bedeutendste bayerische Kartograph seiner Zeit. Er wurde 1531 in Ingolstadt als Sohn des aus Sachsen stammenden Mathematikprofessors Peter Bienewitz (latinisiert:Apian) geboren und trat die Nachfolge seines Vaters an der Universität Ingolstadt an. Sein Lebenswerk war die erste Landesaufnahme des Herzogtums Bayern. 1563 schon hatte er eine erste große Karte des Herzogtums im Maßstab von ca. 1:45.000 fertig gestellt. Eine Verkleinerung dieser sehr unhandlichen Karte stellen die "24 Bairischen Landtaflen" (jeweils 40 mal 30 Zentimeter) im Maßstab von ca. 1:140.000 dar, die 1568 vom Züricher Formschneider Jost Amman in Holz geschnitten und vom Maler Bartel Refinger koloriert wur-
den. Die Genauigkeit der Landkarten wurde erst im 19. Jh übertroffen; noch Napoleon benutz-te sie für den Einmarsch in Bayern. Apian musste noch im Jahr des Erscheinens seines Werkes (1568) nach Tübingen emigrieren, weil er "der Reformation zugetan" war. Er starb dort 1589.

 

Altarweihe 1707
Der 20. Juli 1707 war ein großer Feiertag für die Filialkirchengemeinde Oberzeitlbach. An diesem Tag war der Fürstbischof Johann Franz von Eckher zu Gast. Er weihte zwei Altäre in der Kirche. Das Weihedatum bedeutet aber nicht zwingend, dass die Altäre erst kurz vorher neu beschafft oder renoviert worden wären. Es könnte auch sein, dass 60 Jahre vorher - im 30jährigen Krieg - die Altäre von Soldaten entweiht und in den Jahren danach wieder hergestellt worden sind. Doch ab 1652 saßen nacheinander zwei nachgeborene Wittelsbacher Prinzen (Albrecht Sigismund von Bayern und Joseph Clemens von Bayern) auf dem Freisinger Bischofsthron, die mangels Bischofsweihe das geistliche Amt des Bischofs nicht ausüben konnten; Albrecht Sigismund besaß nicht einmal die Priesterweihe. Nach 40 Jahren kam 1695 mit Franz Eckher wieder ein echter Bischof an die Regierung, für den nach so langer Zeit ohne Kirchenweihen und ohne Firmungen viel zu tun war. Dieser kunstsinnige Bischof regierte sein Bistum von der Reisekutsche aus; er unternahm viele Pastoralreisen selbst in kleinste Dörfer seines Bistums. Die Weihe der Altäre am 20.7. in Oberzeitlbach war Teil einer intensiven Weihewoche, die den Bischof innerhalb der 7 Tage vom 19.bis 25.7. in die Kirchen von Altomünster, Oberzeitlbach,Kleinberghofen, Westerholzhausen, Niederroth, Weyhern, Oberroth, Armetshofen, Schwabhausen Edenzholzhausen und Welshofen führte. Dabei weihte er die Kirche in Oberzeitlbach sowie in den anderen Kirchen 24 Altäre und spendete fünfmal die Firmung (an 416 Firmlinge).

Um 1755 wurden die zweigeschossige Sakristei mit abgeschlepptem Pultdach (mit dem Dach der Kirche verbunden) angebaut, das Kirchendach mit Ziegeln gedeckt und der Eingang von der Nord- auf die Westseite verlegt.

1864 hat man den Turm renoviert: an Stelle der Barockzwiebel wurde ihm ein der Gotik nachempfundener Spitzhelm aufgesetzt und unter der Traufe ein Fries angebracht.

Beschreibung 1880  04)
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising vom Beneficiaten an der Domkirche Anton Mayer aus dem Jahr 1880 ist im Kapitel über die Pfarrei Altomünster auch die Kirche von Oberzeitlbach enthalten. Zu ihr gehörten 129 Dorfbewohner (Seelen), die in 21 Häusern wohnten. Über die Kirche schreibt er: "Erbauungsjahr unbekannt. Restaurirt 1864. Presbyterium gothisch, Schiff mit Flachdecke. Geräumigkeit für die Filialisten zureichend. Baupflicht das Staatsärar. Spitzthurm mit 3 Glocken, gegossen von Ignaz Böck 1844 und Joseph Schmidt 1874 in Augsburg. Consecrirt (=geweiht) am 16.Okt.1613. 3 Altäre. Orgel mit 6 Registern. Gottesdienste: an allen Sonn- und Festtagen. Stiftungen 5 Jahrtage, 1 Jahrmesse. Den Meßner- und Cantorendienst versieht ein eigens aufgestellter Meßner. Kirchenvermögen: 3300 Mark.

1947/1948 wurde das Kirchenschiff um vier Meter nach Westen erweitert.


Renovierungen, Umbauten, Ausstattung

15.Jh. ....... Bau einer neuen gotischen Kirche
1630 ........ Errichtung eines neuen Kirchenschiffs
1707 ........ Weihe von 2 Altären durch Fürstbischof Johann Franz von Eckher
1730 ........ Umbau und Ausstattung der Kirche
1755 ........ Anbau der zweigeschossige Sakristei
1780/1800 Wandfresken im Chor, neue Kanzel
1844 ........ neue Glocke
1864 ........ Turmreparatur; Spitzturm statt Zwiebelturm
1874 ........ neue Glocke
1900 ........ Deckenstuck
1910 ........ Anschaffung der Herz-Jesu-Figur
1912 ........ neue Glocke
1914 ........ Ankauf des Kreuzwegs
1917 ........ Glockenablieferung (3 Glocken) und neue Orgel
1921 ........ neue Glocke
1942 ........ Glockenablieferung (2 Glocken)
1947/1948  Erweiterung des Kirchenschiffs um vier Meter
1949 ........ zwei neue Glocken
2011 ........ Große Renovierung (Dachreparatur, Außensanierung, Orgel). Kosten 150.000 Euro; dazu 1500 frwllg.Arbeitsstunden


Statistik
In den alten Matrikeln, Beschreibungen und Zeitungsberichten werden immer wieder Zahlen genannt, die sich auf die Bevölkerung, die Seelen (Pfarreiangehörige), Häuser, Anwesen, Gebäude oder Familien beziehen. Leider ist die Bezugsgröße dieser Zahlen sehr unterschiedlich; sie sind deshalb nicht immer vergleichbar. So beziehen sich die Werte teils auf die Ortschaft oder die Gemeinde, teils auf die Pfarrei bzw. den Filialkirchenbezirk.
1852: Gemeinde mit 58 Familien und 395 Einwohnern 03)

1876: Gemeinde mit 416 Einwohnern (davon 1 Protestant) in 72 Wohngebäuden
         Ortschaft mit 138 Einwohnern in 65 Häusern 05)

1874: Filialkirche mit 129 Gläubigen in 21 Häusern
1933: Gemeinde mit  427 Einwohnern
1939: Gemeinde mit  400 Einwohnern



Baubeschreibung

Das Kirchenschiff besitzt nun drei Achsen (Joche). Der Chor ist etwas eingezogen; er wird durch bis zur Traufe hochgezogene, geknickte Stützpfeiler ohne Abtreppung gestützt.

Epitaphe
An der nordwestlichen Außenwand ist ein Epitaph für den ehem. Oberlehrer Wilhelm Thoma (Lehrer von 1906-1935) und seine Frau Käthi eingelassen.   Ein weiteres Epitaph ist dem
"ehrengeachtete Herrn Mathias Ernst, Bedienter des k.k. Staats E.B. gewidmet, der am 22.Jänner 1867 im 37.Lebensjahr gestorben ist.

An der Nordseite ist ein schlanker Turm angebaut. Er besitzt im unteren Teil einen quadratischen Grundriss, der etwa in Traufhöhe in einen achtseitigen Aufsatz übergeht. Bedeckt ist er seit 1864 mit einem achteckigen Spitzhelm; vorher bildete eine Zwiebel den oberen Abschluss.

Glocken
Über die Glocken in Oberzeitlbach hat Prof.Dr. Klaus Peter Zeyer zwei interessante Aufsätze 14)
geschrieben, in denen er alles Wissenswerte im Detail präsentiert. Sie sind im Kulturspiegel Altoland 2015 und im Aichacher Heimatblatt, 2015 17) veröffentlicht. Den Aufsatz im Kulturspiegel können Sie hier lesen...

Derzeit hängen in der Glockenstube mit den vier spitzbogigen Schalllöchern drei Glocken aus dem 20.Jh.
Sie haben übrigens den gleichen Dur-Dreiklang wie die Altomünsterer Pfarrkirche, aber eine Oktave höher (b-d-f).

Patronat
Gießerei

Herstell.
Datum

Gewicht
Schlag-
Ton
Durch-messer
 Aufschriften
Hl.Dreifaltigkeit
Glocken- u. Metallgießerei Bruckberg
1949
390 kg
b '
86 cm
"Oberzeitlbach 1949";
"O Heiligste Dreifaltigkeit// Sei gnädig uns hier allezeit
//Schenk Glück und Frieden für und für//
Wir preisen Dich und danken Dir".
Relief: Hl.Dreifaltigkeit
St.Maria
Glocken- u. Metallgießerei Bruckberg
1949
180 kg
d ''
67 cm
"Oberzeitlbach 1949";
"Maria, oh Koenigin schütze mit Mach(t)//
Bayern vor Stürmen und drohender (Gefahr)"
St.Josef
G.Oberascher, München,
1921
ca. 120
f ''
58 cm
"Oberascher München MCMXXI".
"SANTE JOSEPH PATRONE// MORIENTIUM
 ORA PRO NOBIS!"
(= St.Josef, Patron der Sterbenden, bitte für uns") Sterbeglocke

Läuteordnung
Angelus (Gebetläuten): Marienglocke und Josefsglocke, Zeit: 5 Uhr -12 Uhr -18 Uhr im Winter / 20 Uhr im Sommer
Freitag 15 Uhr (Todesstunde Jesu): Marienglocke
Samstag: 15 Uhr (Feierabendläuten): Marienglocke
Messfeiern: Wochentags: Marienglocke und Josefsglocke, an Sonn-u.Feiertagen: alle Glocken


Frühere Glocken

 Zeit
kg
Schlagton
 Gießer
 Bemerkung
1844-1917
180
cis
Ignaz Beck, Augsburg (Wetterglocke) eingeschmolzen im 1.Weltkrieg
1874-1917
80
fis
Joseph Schmidt, Augsburg eingeschmolzen im 1.Weltkrieg
18?? -1917
30
gis
unbekannt (Sterbeglocke) eingeschmolzen im 1.Weltkrieg
1912-1942
325
b
Ulrich Kortler , München, eingeschmolzen im 2.Weltkrieg
1921-1942
200
Georg Oberascher, München eingeschmolzen im 2.Weltkrieg
1921-heute 175/110
f''
Georg Oberascher, München St.Josef (Josef Patron d.Sterbenden) s.oben


Innenausstattung

Altarraum

Der eingezogene Altarraum schließt in drei Seiten eines Achtecks. Er ist mit einem Gewölbe überzogen, mit Stichkappen über den Rundbogenfenstern.

Wandfresken
An den Chorwänden wurden bei der Renovierung alte Fresken entdeckt. Sie sind jedenfalls älter als die Fenster, weil mit den Fenstern ein Teil der Fresken herausgebrochen wurden. Die etwas unbeholfen und grob ausgeführten Wandmalereien dürften in der Zeit um 1780/1800 entstanden sein.
  
Mariä Heimsuchung - Beschneidung Jesu- Mariä Tempelgang
Sie zeigen Szenen aus dem Marienleben: An der Nordwand die Beschneidung Jesu im Tempel sowie Mariä Heimsuchung, den Besuch Mariens bei ihrer Base Elisabeth. An der Südwand sind Mariä Himmelfahrt und ein weiteres Gemälde (Mariä Tempelgang) zu sehen.
  Hinweis: Das Fest "Mariä Tempelgang" (auch als "Mariä Opferung" oder "Unserer Lieben Frauen in Jerusalem" bekannt) erinnert an die Legende, nach der Maria im Alter von drei Jahren von ihren Eltern in den Tempel nach Jerusalem gebracht wurde, damit sie unter den Tempeljungfrauen erzogen werde (Fest am 21.November).

Die Decke im Altarraum ist reich stuckiert. Der um das Jahr 1900 tätige Künstler ist nicht bekannt. Der Stuck wurde im Stil und in der Form der Zeit um 1720 (Akanthusformen, Kartuschenrahmungen, Bandlwerk) angebracht (Neubarock).
Im Chorscheitel sind drei Cheruben im Strahlenkranz zu sehen.

Choraltar

Der prächtige Rokokoaltar besitzt einen 2,70 m breiten und raumhohen Säulenaufbau. Er ist rot-grau marmoriert. Zwei Säulen und zwei Pilaster umgeben eine große Nische, die von einem Baldachin im Aufsatz überdeckt wird. Der Baldachin symbolisiert schon seit dem Altertum Würde und Heiligkeit der darunter stehenden Gestalt. Neben dem Baldachin sitzen Engel auf den Voluten (1730/40).
Altarpatronin ist die Kirchenpatronin, die Muttergottes. Mittelpunkt ist eine Skulpturengruppe, die die "Krönung Mariens" darstellt. Gott Vater (rechts) und Jesus (links) halten über Maria die himmlische Krone, während der Heilige Geist in Form einer Taube im Strahlenkranz darüber schwebt.

Krönung Mariens
Zwei Leuchterengel mit füllhornartigen Kerzenleuchtern (17.Jh) schweben über der Gruppe. Die Marienfigur wurde um 1910 geschnitzt, die Figuren der Dreifaltigkeit sind fast 200 Jahre älter (um 1730).

St.Josef

Assistenzfiguren am Altar sind der hl. Josef mit der Lilie (oder dem blühenden Aaronstab) und einem Zimmermannswinkel in der Hand (links) sowie St.Joachim mit Buch und Schäferschaufel.  Beide Figuren wurden um das Jahr 1730 geschnitzt.
Hinweis: Die Schäferschaufel Joachims führt zum apokryphen Jakobusevangelium, nach dem ihm ein Engel erschien, während er auf dem Feld die Herden hütete.


St.Joachim
Der hohe, neubarocke Tabernakel ist aus Holz gearbeitet und marmoriert. Die geschwungene Türe besitzt eine vergoldete Füllung mit dem Jesuszeichen "IHS" im Strahlenkranz, umgeben von vergoldeten Voluten mit Blattranken.

Tabernakel

Der Aufsatz des Tabernakels hat die Form einer halbrunden Nische mit Baldachindach. Dort steht das Altarkreuz, umringt von mehreren Engelsfiguren im barocken Stil (20.Jh).

  Hinweis: IHS das ist das Namenssymbol Jesu. Es kann auf zwei Arten gedeutet werden: Es sind einerseits die Anfangsbuchstaben des in griechischen Großbuchstaben geschriebenen Namens Jesu (JHSOUS); andererseits werden diese Buchstaben auch als Anfangsbuchstaben von "Jesus, hominum salvator" das bedeutet: "Jesus, Erlöser der Menschen" verstanden.

Auf den marmorierten Holzblenden, die den Altar mit den Chorwänden verbinden, stehen kleinere Figuren des hl. Rochus, der mit der Hand auf seine Beinwunde weist (links) und des hl. Sebastian, der an den Baumstamm gebunden und mit Pfeilen durchbohrt ist. Beide Figuren stammen aus dem 17.Jh.


St.Rochus

Hinweis: Rochus (1295-1327), ein Franziskanermönch begab sich auf Pilgerfahrt nach Rom; unterwegs half er bei der Pflege von Pestkranken. Er wurde selbst pestkrank (Pestbeule am Oberschenkel) und zog sich in eine Hütte im Wald zurück. Dort pflegte ihn ein Engel und ein Hund brachte ihm Brot, bis er genesen war und heimkehren konnte. Daheim wurde er für einen Spion gehalten und bis zu seinem Tod eingekerkert.
Sebastian war im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde, der auf Befehl des Kaisers Diokletian mit Pfeilen durchschossen wurde. Er erholte sich aber durch die Pflege der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein. Deshalb wird er als Pestpatron verehrt.


St.Sebastian


Zelebrationsaltar

Ende des 20.Jh. erhielt die Kirche einen neuen Zelebrationsaltar (Volksaltar), der in Form und Farbe den übrigen barocken Altären angepasst ist. Er ist/war blau-rot marmoriert mit einer Kartusche im goldenen Rahmen auf der Vorderseite.

Auf dem Gesamtbild des Inneren oben ist ein anderer/neuer (?) Volksaltar zu sehen. Leider ist mir dazu nichts bekannt.


Chorbogen

Der halbrunde Chorbogen ist an der Innenseite und an der Langhausseite mit reichem Akanthusstuck verziert.

Text: AD 1613
Eine Kartusche enthält den Text: Anno Domini MDCXIII (1613). Das Jahr dürfte den Zeitpunkt des Langhausbaues benennen.


St.Maria
Am Chorbogen stehen auf Podesten die Statuen der Madonna (nördlich) sowie von Maria Magdalena mit Totenkopf in den Händen und zu sehen. Maria tritt als neue Eva mit dem Fuß auf den Kopf der die Weltkugel umschlingenden, das Böse verkörpernde Schlange.  Magdalena, die legendäre Büßerin, wird in der Kunst durch die Attribute Kreuz und Totenschädel dargestellt. Der Totenkopf ist Symbol für die Vergänglichkeit des Irdischen, vom dem sich der Büßende abwenden soll. Das Kreuz verweist darauf, dass Magdalena bei der Kreuzigung anwesend war.

M.Magdalena



Kirchenschiff / Langhaus

Die Bezeichnung des Langhauses als Kirchenschiff ist darauf zurückzuführen, dass die Kirchenväter die Gemeinschaft der Glaubenden als Schiff bezeichneten, das die Gläubigen aus dem Sturm der Zeit und den gefährlichen Wogen des Schicksals rettet.

Deckengemälde

Die flache Langhausdecke über dem umlaufenden Gesims ist mit mehreren Gemälden geschmückt, die von reichen Stuckverzierungen umrahmt werden.

Christus über
Oberzeitlbach
Das Hauptgemälde stellt Christus dar, der mit dem Kreuz in seinen Händen über dem Dorf Oberzeitlbach auf Wolken schwebt. Die Gemälde wurden um 1910 geschaffen.
An den Ecken sind in kleineren Rundbildern Heilige dargestellt:
Im Nordwesten (links hinten): St.Mechthildis,
im Nordosten (links vorne): St.Birgitta,
im Südwesten: (rechts hinten): St.Augustinus,
im Südosten (rechts vorne): St. Bernhard.  

Seitenaltäre

Die beiden Seitenaltäre haben einfachere Säulenaufbauten. Sie sind -wie der Hochaltar- rot/weiß marmoriert. Im Zentrum jeweils eine große Nische, die im oberen Teil mit einer vergoldeten Muschelverzierung verkleidet ist. Die Kartuschen über den Nischen sind leer. 

Linker Seitenaltar

Der linke Seitenaltar ist dem hl. Gallus geweiht. Seine in der Mitte des 18.Jh geschnitzte Figur, mit Buch und Bischofsstab, steht in der Altarnische. Zu seinen Füßen ein Bär mit Holzscheit.
Gallus (550-640) zog über Frankreich nach Alemannien. Er zerstörte in der Schweiz heidnische Stätten und lehrte das Christentum. Er gründete in Steinach ein Bethaus, aus dem später (710) das Kloster Gallen entstand.

St.Gallus
Nach der Legende kam wurde er auf einer Wanderung in der Nacht von einem Bären überrascht, der sich über die Reste des Abendessens hermachte. Gallus hatte keine Angst; er befahl dem Bären, zur Strafe Holz für Feuer und für den Bau einer Zelle herbeizuschaffen. Dann werde er dem Tier jeden Tag ein Brot geben. Er erwarte aber, dass der Bär seine Zelle schütze und alle anderen wilden Tiere abwehre.

St.Alto

Im Altarauszug des linken Seitenaltars ist in einem hochovalen Bild (Öl auf Leinwandbild) St.Alto mit Kelch dargestellt; darüber schwebt Christus. Im Hintergrund sind Vögel zu sehen. Sie verweisen auf die Legende, nach der Vögel dem Heiligen in Altomünster bei der Rodung des Waldes für einen Kapellenbau geholfen haben, indem sie Äste und Zweige mit den Schnäbeln weggetragen haben. Das Gemälde stammt aus der 1.Hälfte des 18.Jh.
Rechts das Gemälde vor, links nach der Renovierung.


St.Alto
Auf dem Altartisch stehen Reliquienschreine in Pyramidenform aus versilbertem Messing. Sie enthalten u.a. mit Perlen und Goldlahn gefasste Reliquien und gemalte Miniaturen.In einem Schrein ist die hl.Birgitta mit Schreibfeder zu sehen. Auf den Cedulae, den Pergamentstreifen mit den Namen der Reliquien, ist vermerkt: "St.Perpetuae, St.Bonifici M., St.Theordorae M., St.Incognito M., S.Birgittae".

Reliquienschrein
Im anderen Schrein ist die hl. Katharina von Vadstena, die Tochter von St.Birgitta,mit einem Hirschen (als Schutz gegen aufdringliche Verehrer) abgebildet. Text auf den Cedulae: "St.Clementis, M., St.Thebeorum M., St.Coelestin M., St.Incognito M., Tisch S.Birgittae". Das "M" bedeutet Martyrer.
Die Reliquienschreine dürften aus Altomünster stammen, wo sie evtl. bei einem Umbau nicht mehr berücksichtig wurden.


Rechter Seitenaltar


St.Birgitta

Im Altarauszug des rechten Seitenaltars ist in einem hochovalen Bild (Öl auf Leinwandbild) St.Birgitta, die Gründerin des Birgittenordens dargestellt. Das Bild stammt aus der 1.Hälfte des 18.Jh. und wurde -wie auch sein Pendant auf dem linken Altar- im Jahr 2011 restauriert. Rechts das Gemälde vor, links nach der Renovierung.


Birgittabild alt
Der rechte Seitenaltar -früher ein Magdalenenaltar- ist nunmehr der Schmerzhaften Muttergottes geweiht.
Ihre von 7 Schwertern durchbohrte Figur steht in der Altarnische. Die Figur wurde wohl in der 1.Hälfte des 18.Jh geschnitzt.

7 Schmerzen Mariens
Hinweis: Die Darstellung der 7 Schmerzen Mariens geht ebenfalls auf das Simeonwort bei der Darstellung im Tempel zurück, auch wenn dort von keiner Zahl gesprochen wird. Es sind dies
1.die Darstellung im Tempel
2. die Flucht nach Ägypten
3. die Suche nach dem 12jährigen im Tempel
4. die Begegnung Mariens auf dem Kreuzweg
5. die Kreuzigung
6. die Kreuzabnahme und
7. die Grablegung Jesu.
Wenn Sie mehr über die historischen Wurzeln der 7 Schmerzen Mariens erfahren wollen, klicken Sie hier....

Auch an der Predella des rechten Seitenaltars befinden sich zwei barock verzierte Reliquiare. Sie sind aus grau und rosa marmorierten Holzgehäusen in Retabelform gearbeitet, mit vier glatten Säulchen, Gebälk und Auszug. Jedes Reliquiar besteht aus drei Schaukästen, in denen die Reliquien in Klosterarbeit mit Goldlahn (= mit Goldfaden umwickelter Metalldraht) und Perlen gefasst sind. In den mittleren Schaukästen befinden sich hochovale Wachsmedaillons. Die handbeschriebenen Cedulae aus Pergament enthalten die Namen der Heiligen, von denen die Reliquien stammen:

Im linken Reliquiar:
oben: "De lac.B.V.M., Mariae Opferung im Tempel, Mariae haimsuch., Ely,
         wo u.l.F. gebohren",
Mitte: "S.Clemens M.(siehe Bild rechts), S.Columbani M., S.Basileus M.,
          S.Christina M., S.Concordia M., S.Caelestinus M., S.Benedictus M.,
          S.Clementia M."
unten: "von Flus Iortan, wo S.Joannes gebohren, in der wyeste S.Joannis"

Im rechten Reliquiar:


Reliquie von St.Clemens
oben: "wo das Ecce homo, von perg syon, von Oelperg, wo Christus gebettet.",
Mitte: "S.Deusdetit M.,S.Benedicta M.,S.Coronata M.,S.Clarus M., S.Bonosa M., S.Diodora M.,S.Christiana M.,S.Caelestina M."
unten: "wo S.Petrus geweiht, wo die himmelfahrt Christi, von haus DAVID"

Interessant ist, dass die Reliquienkästchen durch das bischöfliche Ordinariat offiziell versiegelt werden mussten, um den Reliquiendiebstahl zu verhindern. 13

MadonnenfigurDeckengemäldeKanzelHerz-Jesu-FigurMaria MagdalenaOrgelEmporenbildKreuzwegbilder
Vergrößerung von 8 Details (Figuren, Gemälde, Kreuzweg, Kanzel, Orgel) 
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Kanzel

Die Rokoko-Kanzel ist -wie die Altäre- grau und rot marmoriert. Sie wurde um 1770/80 errichtet und später verändert.
Der vierseitige Kanzelkorb mit sparsamen Dekor ruht auf einem glockenförmigen Unterteil. An die Rückwand mit dem Blumenmuster sind seitliche Voluten gesetzt.
Der Schalldeckel hat die in dieser Kirche mehrfach verwendeten Form eines Baldachins mit Lambrequins (Querbehang) und Quasten. An der Innenseite eine Heilig-Geist-Taube, oben Zopfgehänge mit dem Jesuszeichen IHS.
  Hinweis: Die Predigt wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem Ambo aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962 werden Kanzeln nicht mehr benutzt.


Figuren im Langhaus

An der Nordwand des Langhauses, zwischen Kanzel und Empore, steht auf einem Postament noch eine große Herz-Jesu-Figur aus dem Jahr 1910.  Das Herz Jesu ist Symbol für die Erlöserliebe Christi. Diese Darstellung verbreitete sich in unseren Kirchen insbesondere nach der Einführung des Herz-Jesu-Festes durch Papst Clemens XIII.(1758 - 1769) im Jahr 1765.


Herz-Jesu-Figur

Unter der Empore ist an der Südwand ein Geißelheiland, an eine rot-marmorierte Geißelsäule gebunden, zu sehen. Die Figur stammt aus der Zeit um 1700.

Geißelheiland
Hinweis: Die ersten Darstellungen von Jesus an der Geißelsäule entstanden zwar schon im Mittelalter. In den Landkreis Dachau gelangten vereinzelte Bilder jedoch erst im 17.Jh. Die große Verbreitung dieser Darstellungen setzte noch 100 Jahre später, nach dem Wunder in der Wies (1738) ein. Der Heiland auf dem Bild beim Wiesbauern bei Steingaden soll Tränen vergossen haben. Daraufhin setzte eine Wallfahrt ein und die berühmte Wieskirche wurde gebaut.

Zwischen dem linken Seitenaltar und der Kanzel steht in einer kleinen vergitterten Nische eine Figur des hl. Leonhard. Der Heilige hält Bischofsstab und Gefangenenkette in den Händen. Es handelt sich um die älteste Figur der Kirche; sie wurde im 14. oder 15. Jahrhundert geschnitzt.
St.Leonhard
Hinweis: Leonhard (in Bayern einer der 14 Nothelfer) lebte um das Jahr 500 als Einsiedler und später als Abt in Frankreich. Regelmäßig besuchte er die Gefangenen und erreichte beim König Clodwig I., dass viele von ihnen freigelassen wurden. Deshalb galt er ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen", also der Gefangenen - und der Geisteskranken, die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete. Als die Leonhardsverehrung nach Deutschland kam, hat man ihn wegen der Ketten, mit denen er in Frankreich abgebildet war, als Patron der Haustiere verehrt, weil man diese Ketten als Viehketten missdeutete. In Bayern erreichte die Leonhardsverehrung im 19.Jh ihren Höhepunkt. Man nannte ihn auch den "bayerischen Herrgott". Am Leonhardstag, dem 6. November werden Leonhardiritte abgehalten und Tiersegnungen vorgenommen.

Kreuzigungsgruppe

Wie in den meisten Kirchen hängt der Kanzel gegenüber das sog. Kanzelkreuz mit darunter stehender Figur der Schmerzhaften Muttergottes (Mater dolorosa) mit einem Schwert in der Brust. Beide Figuren wurden um 1700 oder etwas später geschnitzt.

Kanzelkreuz
Der Corpus Jesu ist als Inkarnat (=fleischfarbig) gefasst. Die Adern schimmern blau unter der Haut hindurch. Jesus hat sein dornengekröntes Haupt im Tode nach rechts geneigt; es ist von einem dreistrahligen Heiligenschein umgeben, der den göttlichen Personen vorbehaltenen ist. Aus den Wunden der Hände, der Füße, der Knie, der Seite und an der Stirn unter der Dornenkrone tropft Blut. Das um die Hüften geschlungene Lendentuch, in der Kunst auch Perizoma genannt, ist vergoldet und wird nur durch ein dünnes Band gehalten. Die Beine Jesu sind seitlich nach rechts gebeugt; dadurch ergibt sich eine S-förmige Körperlinie. Die Füße sind, wie im Barock üblich, überkreuzt mit einem Nagel an das Holz geheftet (sog. Dreinageltypus).

Mater dolorosa
  Hinweis: Das Kreuz heißt Kanzelkreuz, weil es in der Regel der Kanzel gegenüber an der Wand angebracht ist. Es erinnert den Prediger an den 1.Korintherbrief (1,3), in dem der hl.Paulus schreibt: "Wir predigen Christus als den Gekreuzigten". Die Ansprache soll nicht weltliche Dinge, sondern den Tod und die Auferstehung Christi zum Inhalt haben.
Das Schwert in Marias Brust erinnert an das Simeonwort im Lukasevangelium (Kap 2,35) bei der Darstellung im Tempel: "Dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen".

Kreuzweg
Vor allem im hinteren Bereich des Kirchenschiffs hängen die 14 Stationsbilder des Kreuzwegs. Es sind 35 x 45 cm große geschnitzte Holzreliefs mit polychromer (mehrfarbiger) Fassung. Eingerahmt werden sie durch Akanthuskartuschen mit Stationsbezeichnungen als Aufsatz. Die Reliefbilder stammen aus der Zeit um 1700.
Auf der Rückseite der 14.Station ist zu lesen, dass der Kreuzweg 1914 angekauft und vom Maler Michael Gottschalk aus Altomünster renoviert wurde.


Apostelkreuze
Zwischen den Kreuzwegbildern sind die Apostelkreuze als Fresko an die Wand gemalt. Die acht Kreuzbalken sind wie Zungen geformt. Die daran befestigten Apostelleuchter sind aus Schmiedeeisen.
Hinweis: Die Apostelkreuze erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems. 

 

Empore
Die tiefe Empore steht auf vier Holzstützen. Die heutige Größe ist wohl durch die Verlängerung im Jahre 1864 entstanden. Die konvex ausschwingende Emporenbrüstung ist verputzt.
Dort sind Wandmalereien zu sehen:

Emporenbild
Im großen Mittelbild wird die Kirche von Oberzeitlbach noch mit Zwiebelturm dargestellt. Darüber schweben die Dreifaltigkeit und -etwas unterhalb- die Muttergottes.
Die flankierenden Rundbilder zeigen an der Südseite die Evangelisten Johannes und Lukas, an der Nordseite Matthäus und Markus. Die Bilder an der Brüstung waren viele Jahre lang übermalt und wurden erst bei der letzten Renovierung entdeckt. Sie sind der bäuerlichen Kunst zuzurechnen und dürften aus dem 18.Jh stammen.

Orgel

Die Orgel mit einem dreiteiligen, grau-rot marmorierten Prospekt im Stile des (Neu)Rokoko fügt sich harmonisch in den Kirchenraum ein.
Sie wurde von Willibald Siemann aus München im Jahr 1917 als zweimanualiges Werk mit 9 Registern errichtet. Siemann zählte seinerzeit zu den ersten Adressen im bayerischen Orgelbau.

Disposition der Siemann-Orgel von 1917(nach Brenninger): 07
I.  Manual: (C-f''''): Principal 8', Gambia 8', Gedeckt 8', Octav 4',
II. Manual: (C-f''''): Salicional 8', Aeoline 8',  Vox Coelestis 8',
Pedal:       (C-d'):   Subbaß 16',Zartbass 16'
Koppeln:
               Ok I, Ok II-I, Uk II-I, II-I, I-P, II-P

  Allgemeines zur Orgel - Mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht die Orgel meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirchen, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes (weltliches) Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung fast jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt sie zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde früher meist durch Künstler gestaltet. Im Barock und im Klassizismus, deren Epochen unsere ältesten Orgeln im Landkreis Dachau angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt.

Hans Schertl

Quellen:
01)  Maurus Gandershofer, Kurzgefaßte Geschichte des Birgitten-Klosters Altomünster, 1830 (13.10.1613)
02)  Dr. Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
03)  Pleickhard/Stumpf, Bayern ein geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreiches 1852 (Statistik)
04)  Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874
05)  Vollständiges Ortschaftenverzeichnis des Köngreichs Bayern, 1876 (Ergebnis der Volkszählung v. 1.12.1875)
06)  Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.48, 1202)
07)  Georg Brenninger: Orgeln in Altbayern. Bruckmann, München 1982, ISBN 3-7654-1859-5.
08)  Klaus Kiermeier, Dachauer Land, Die Landschaft in den Jahreszeiten, 1982
09)  Jakob Mois,Konsekrationsbuch des Fürstbischofs Eckher, 1982 (Altarweihe 1707)
10)  Dr.Stefan Nadler, Kunsttopographie des Erzbistums München und Freising, 1990
11)  Wilhelm Liebhart, ALTOMÜNSTER KLOSTER, MARKT UND GEMEINDE, 1999
12)  Dr.Wolf-Arnim Frhr.v.Reitzenstein, Miszelle zur Namenskunde, Amperland 2003/1
13)  Andreas Estner/Matth. Morgenroth, Heilige Gebeine, BR-2, 1.11.2011, 18:05 Uhr
14)  Klaus Peter Zeyer, Die Glocken von Oberzeitlbach und Unterzeitlbach, Kulturspiegel Altoland, Februar 2015
15)  Dr.Mich.Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte 1871-1990, www.verwaltungsgeschichte.de/, 2015 (Statistik 33,39)
16)  Gisela Huber, Zwei große Feste für einen kleinen Ort, Dachau Nachr. v. 13./14./15. 8.2016 (eigPfarrei)
17)  
Klaus Peter Zeyer, Aichacher Heimatblatt, 2015, 63. Jahrgang/Nr. 5, S. 17-19.

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