zur
Landkreiskarte Ausführl.Beschreibg Kirchen
in der Gem.Vierkirchen
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Filialkirche St. Nikolaus in JEDENHOFEN
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Das zur Pfarrei Vierkirchen
gehörende Jedenhofen liegt zwischen Ebersbach und Pasenbach. Die erste Kirche St. Nikolaus wird 1315 in der Konradinischen Matrikel erwähnt. 1479 wurde ein neues Gotteshaus im spätgotischen Stil errichtet.Die älteste der vorhandenen Glocken stammt aus dem Jahr 1569.
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Innenausstattung Die Innenausstattung stammt überwiegend aus der Zeit nach dem 30jährigen Krieg. Der prächtige Barockaltar wurde 1739 geweiht. Gedrehte Säulen tragen ein Gebälk mit Voluten-Sprenggiebeln, auf denen Engelsfiguren sitzen. Die Engel dürften in neuerer Zeit im barocken Stil geschnitzt worden sein. In der Mittelnische sitzt eine Figur des Kirchenpatrons Nikolaus im Bischofsornat mit Krummstab, Buch und drei Goldkugeln. Die Assistenzfiguren am Altar
stellen St.Joseph und seinen Schwiegervater St.Joachim dar. Die Figuren
sind Kopien für die 1980 gestohlenen Originalfiguren. |
![]() Details (Prozessionsstangen-Engel, Hochaltar, Nikolausfigur) per Mouseklick |
Weitere Skulputuren -zumeist aus dem 20.Jh. - befinden sich an den Wänden der Kirche: St.Sebastian (an den Marterbaum gefesselt und von Pfeilen durchbohrt), eine Muttergottesstatue (Jesuskind auf dem Arm und mit Königsinsignien), ein Kruzifix und schließlich über dem Eingang eine alte Engelsfigur von beachtlicher Ausdruckskraft.
In der Kirche werden nur noch selten Gottesdienste gefeiert. Bis 2010 fand wenigstens zum Patrozinium am 6.Dezember eine Messe statt. Dies endete 2011 mit dem Ruhestand von Pfarrer Reichl.
Jedenhofen gehört zur Pfarrei Vierkirchen und zum Pfarrverband Weichs/Vierkirchen, der vom Jetzendorfer Pfarrer als Pfarradministrator mitbetreut wird.
Ausführliche
Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen
Das zur Pfarrei Vierkirchen gehörende Jedenhofen liegt zwischen Ebersbach und Pasenbach. Es ist erstmals im Jahre 948 als "Uotinhovun" (bei den Höfen des Uto) beurkundet. Später wird es Uetenshoven, Jetenhouen oder Jetenhoven genannt. Mundartlich sagen die Leute heute "Ianhof".
Geschichte der Kirche
Konradinische
Matrikel 1315
Die Kirche St. Nikolaus
wird 1315 in der Konradinischen
Matrikel des Freisinger Bischofs Konrad III. Sendlinger (unter der
Bezeichnung "Uetenshoven") erstmals als Filiale von Vierkirchen genannt. Ein
Friedhof fehlte schon damals.
Gotische Kirche 1479
1479 wurde ein neues Gotteshaus im spätgotischen Stil errichtet. Näheres
ist mir leider nicht bekannt.
Sunderndorfer'sche
Matrikel 1524
In der Sunderndorfer'schen
Matrikel von 1524 wird Jedenhofen als Filiale "s.Nicolai in Jetenhouen
sine sepult. (=ohne Friedhof)" erwähnt.
Visitationsbericht
von 1560
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz
von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation,
eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet.
Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte
durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517)
entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur
Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation
wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation
der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer
und die Gläubigen noch die katholischen Lehre vertraten oder der neuen
Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung
der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse.
Im Bericht über die Pfarrei Vierkirchen ist auch die Filialkirche "St.Nicolaus
in Jetenhoven" erwähnt. Sie gehörte nicht zum Landgericht
Dachau, sondern zum Landgericht Kranzberg ("Crantsberger Gerichts").
Das eigene Einkommen der Kirche (neben dem der Pfarrei) betrug nur 1 Gulden.
Gottesdienste wurden hier nur 3 mal im Jahr gefeiert ("Helt im Jar 3 meß
alda"). Weiter heißt es unmissverständlich: "Ist ain arm
gottsheusel. Hat kain kelch".
Verlängerung der Kirche 1716
Größere Eingriffe in die Bausubstanz erfolgten im 17. und 18. Jahrhundert
durch Einzug einer Flachdecke und Verlängerung der Kirche um zwei Meter
nach Westen (1716). Aus dieser Zeit stammt auch der Dachreiter;
die Jahreszahl ist im Dachstuhl zu finden.
Schmidt'sche
Matrikel 1738/40
In den Jahren 1738
bis 1740 hatte der Freisinger Kanonikus Schmidt alle Pfarreien der Diözese Freising
besucht und in der nach ihm benannten Schmidt'schen
Matrikelauch die Filialkirchen
kurz beschrieben. Zur "Ecclesia filialis s.Nicolai in Jedenhoffen"
bemerkte er, sie sei ein einfacher, etwas ärmlicher und schon alter Bau
(die Arbeiten 1716 scheinen nicht viel gebracht zu haben). Sie hatte
wie heute einen Altar, der dem Patron St.Nikolaus geweiht war. Das Kirchweihfest
fiel auf den Sonntag nach St.Michaeli (29.Sept). Die Messgewänder in der
Sakristei waren ärmlich; deshalb wurden die Paramente in der Regel von
der Pfarrkirche mitgebracht. Ein Friedhof war nicht vorhanden. Im Turm hingen
zwei geweihte Glocken. Die Einnahmen verwalteten der Pfarrvikar von Vierkirchen
und der Landpfleger von Kranzberg. Der Bericht schließt mit dem einzigen
Satz in deutscher Sprache: "Das Vermögen so in wenigen bestehen wirdet,
ist aus Abgang der Rechnungs-Extracten dermahlen nit wüsslich".
Rd 30 Jahre später wurde eine Instandsetzung durchgeführt. Der Turm wurde neu eingedeckt. Diese Arbeit wurde vom Petershausener Schäffler Jakob Grueber 1768 übernommen.
Abrissplan
1804
Im Zuge der Säkularisation
war die Kirche für den Abriss vorgesehen. Der Vierkirchner Pfarrer Prof.Markus
Wankerl (1804-1829) beantragte am 19.9.1804 den Abbruch, um kostenloses
Baumaterial für eine neue Schule in Vierkirchen zu gewinnen. Er hielt die Kirchen
in Jedenhofen und (Rettenbach) "wegen der nahen Lage an der Mutterkirche ganz
entbehrlich". Dieses Vorhaben wurde aber wegen des Widerspruchs der Ortsbewohner
nicht ausgeführt.
Beschreibung
1874
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising vom
Beneficiaten an der Domkirche Anton Mayer aus dem Jahr 1874 ist auch die Kirche
von Jedenhofen als Nebenkirche von Vierkirchen enthalten. Zu ihr gehörten
65 Dorfbewohner (Seelen), die in 10 Häusern wohnten. Mayer schreibt zur
Kirche: "Erbauungsjahr unbekannt. Stillos. Geräumigkeit genügend.
Sumpfige Lage. Kuppel-Thurm mit 2 Glöckchen. 1 Altar, keine Orgel. Gottesdienst
nur am Patrocinium (6.12.). Meßner ist ein Gütler, Cantor der Lehrer.
Das Vermögen betrug 1870: rd. 600 Gulden.
Auch im Verzeichnis der Kunstdenkmale
Bayern, das 1893 Prof. von Betzold und Dr. Riehl im Auftrag des Königl.Bayer.
Innenministeriums erstellten, finden sich ein Satz über die Jedenhofener
Kirche. Dort ist zu lesen:
Ausstattung mit Altar und den Figuren S.Nikolaus, Maria, Joseph etc. von ca.
1600. Handschriftlich ist ergänzt: Renov. Seibold, Glocken Wolf Steger
1561 und Massengrab.
Die nächste erwähnte Renovierung fand erst 1968/70 statt. Im Jahr 1998 wurde die barocke Fassung wieder hergestellt.
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Der kapellenartige Bau liegt in einem Gehöft. Dies erschwert den Zugang, zumal zur Kirche nur der Grund und Boden gehört, auf dem sie steht.
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Innenausstattung
| Das kleine Gotteshaus hat an
der Flachdecke Felderungen mit Stuckrahmung
aus der Zeit um 1700. Sie besteht aus fünf Kreisen mit Doppelrahmen.
Im größeren mittleren Rahmenfeld ist ein kleiner Cherub im Modelstuck
zu sehen. Die Innenausstattung stammt überwiegend aus der Zeit um 1660, also kurz nach dem 30jährigen Krieg. Der Altar wurde 1739 geweiht. |
| Der rd. 2 Meter breite und 3,30 m hohe Barockaltar wurde wohl schon um die Zeit 1680 geschaffen. Man nimmt an, dass er vorher in einer anderen Kirche stand und erst 1739 nach Jedenhofen kam. Dabei dürfte der Altaraufsatz etwas gekürzt worden sein. Das Holz des Altars ist rot, grau und grün marmoriert (= mit Marmormuster bemalt). | Im Antependium des holzverkleideten Altartisches ist ein vergoldetes Rahmenfeld mit Mittelkreuz angebracht. Gedrehte Säulen tragen ein Gebälk mit Voluten-Sprenggiebeln, auf denen Engelsfiguren sitzen. Die Engel dürften in neuerer Zeit im barocken Stil geschnitzt worden sein. |
In der Mittelnische des Altars, in der sich ursprünglich wohl ein Altarblatt befunden hat, sitzt seit der Aufstellung des Altars in Jedenhofen eine Figur des Kirchenpatrons, des heiligen Nikolaus', im Bischofsornat mit Krummstab, Buch und drei Goldkugeln. (Frau Barbara Deger hat einen Vergleich zwischen den Nikolausfiguren in Jedenhofen und Rettenbach gezogen. Interesse ?....)
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Hinweis: Nikolaus,
der Patron der Kirche, war um das Jahr 300 Metropolit von Myra. Während
der bald darauf einsetzenden Christenverfolgung wurde er um 310 gefangen
genommen und gefoltert. Er überlebte und nahm 325 am 1. Konzil von
Nicäa teil.
Der Legende nach konnte er durch Geldgeschenke (Goldkugeln), die er heimlich durchs Fenster und durch den Kamin in die darin aufgehängten Socken warf, verhindern, dass ein armer Vater seine drei Töchter zur Prostitution bewegen musste. |
Die mit Rankendekor und Zopffestons verzierten Kanontafeln am Altar sind aus Messing getrieben und versilbert. Auf die Rückseite der mittleren Tafel ist folgende Widmung geschrieben: "Der Pfarrkirche Vierkirchen gewidmet von Franz Seraph Zeiller. 1866. Renov. anno 1877". Die Tafeln kamen wohl erst später nach Jedenhofen.
| Die
Assistenzfiguren am Altar stellen St.Joseph
und seinen Schwiegervater St.Joachim
dar. Josef hält einen Zimmererwinkel in der Hand, Joachim eine Schäferschaufel. Beide Attribute weisen auf die Berufe der Heiligen hin. Die Figuren sind aber keine Originale aus der Barockzeit. Sie wurden vielmehr vom Bildhauer Georg Sellmeier aus Zolling im Jahr 1984 angefertigt. Die Originale waren 1980 gestohlen worden. Da keine Bilder dieser alten Figuren vorhanden waren, konnte Sellmeier die Figuren nur nach den mündlichen Beschreibungen der Jedenhofener nachschnitzen. |
| Hinweis: Der hl.Joachim
wird in der Bibel nicht erwähnt. Nach dem apokryphen
Protoevangelium des Jakobus aus der 2. Hälfte des 2. Jh war er der
Vater Marias. Im 5. und 6. Jahrhundert wurden sein Name und der seiner Frau
Anna in Marienlegenden weiterverbreitet. Besonders die Orden der Karmeliten
und Kapuziner förderten die Verehrung von Joachim und Anna. St.Josef war früher Patron der Verwalter und Kaufleute, weil der für die rechte Finanzierung der hl.Familie sorgte. In der Barockzeit wurde er zum vielverehrten Patron eines guten Todes. Erst in neuerer Zeit wird er als Patron der Handwerker und Arbeiter verehrt (Fest seit 1955) Deshalb hält die Josefsfigur in Jedenhofen den Zimmererwinkel in der Hand. |
| Im Altaraufsatz (Altarauszug) wird Gottvater dargestellt. Er hält mit der linken Hand eine blaue (Welt)kugel, das Symbol für den Schöpfergott. Die rechte Hand hat er zum Segnen erhoben. Die drei abgespreizten Finger stellen den westlichen Segensgestus dar. | Um das Jahr 400 hatte sich in Rom das Ausstrecken von Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger und das Zurückbiegen der beiden anderen Finger durchgesetzt. In unserer lateinischen Kirche hat sich Papst Innocenz III. (1198-1216) schrieb diesen Segensgestus vor. Die drei gestreckten Finger weisen auf die Dreifaltigkeit hin. In der Ostkirche berühren sich Ringfinger und Daumen, während die übrigen drei Finger ausgestreckt bleiben. |
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Harmonium
Der Gesang der Gläubigen bei den wenigen Gottesdiensten wird von einem Harmonium begleitet, das neben dem Altar steht. Es besitzt bereits Fußpedale; die Luft für die Pfeifen wird durch einen Elektromotor erzeugt. |
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Die Stangen werden bei Prozessionen und Bittgängen mitgetragen. Die übrige Zeit dienen sie dem Schmuck der Kirche. Die beiden heutigen Figuren wurden 1985 von Georg Sellmeier geschnitzt, nachdem die älteren Leuchterengel bei dem Kirchenraub von 1980 gestohlen worden waren. |
| - St.Sebastian
ist an den Marterbaum gefesselt und von mehreren Pfeilen durchbohrt. Die
farbig (polychrom) gefasste Figur wurde -wie die Assistenzfiguren am Hochaltar,
die Leuchterengel und die Muttergottesfigur- 1985 vom Bildhauer Georg Sellmeier
aus Zolling geschnitzt. Die frühere Figur war beim Einbruch in die
Kirche 1980 gestohlen worden. Hinweis: Sebastian soll im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde gewesen sein. Auf Befehl des Kaisers Diokletian wurde er wegen seines Glaubens mit Pfeilen durchschossen. Er erholte sich aber durch die Pflege der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein. Der heilige Sebastian wird deshalb als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron der Schützenbruderschaften verehrt. |
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| - Auch die Muttergottesstatue
mit Jesuskind auf dem Arm stammt von Bildhauer Georg Sellmeier (1985). Maria und Jesus tragen die königlichen Insignien, Krone, Szepter und Reichsapfel. Marias Fuß ruht auf einer Mondsichel. Diese Mondsichel erinnert an Maria als der Frau aus der Offenbarung des Johannes (Offb 12,1) "von der Sonne umkleidet, den Mond zu ihren Füßen". |
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| - An der Wand hängt auch
ein Kruzifix, das etwa 100
Jahre alt sein soll. Es zeigt in drastischer Formensprache das Leiden Christi am Kreuz. |
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| - An der Westseite der Kirche
(über dem Eingang) ist eine Figur
angebracht, die in der Nähe der Kirche gefunden wurde. Es handelt sich
um einen früheren Leuchterengel, der beim Kirchenraub 1980 gestohlen
worden war. Die Diebe hatten ihn auf der Flucht verloren. Der Engel besitzt -wie die heutigen Leuchterengel auf den Stangen- keine Flügel. Der Kerzenleuchter ist nicht mehr vorhanden. Bei der Figur handelt es sich um ein einfaches bäuerliches Schnitzwerk von beachtlicher Ausdruckskraft. |
| Die Bilder der
Kreuzwegstationen
sind 1787 entstanden. Es sind noch die ersten Kreuzwegbilder der Kirche.
Pfarrer Steinberger schreibt in seiner Chronik, dass der damalige Pfarrer
von Vierkirchen, Joh.Baptist Graf von Edling die Jedenhofener Kirche erstmals
mit einem Kreuzweg ausstatten ließ. Vorher waren Kreuzwegstationen
nur im Freien üblich. Die 54 x 30 cm großen Bilder wurden mit
Ölfarbe auf Holzuntergrund gemalt. Der Maler ist mir nicht bekannt.
Wenn Sie sich Kreuzwegbilder aus den Kirchen des Dachauer Landes in unterschiedlicher Gestaltung im Stil und Material anschauen wollen, klicken Sie hier...... |
| Die Apostelleuchter wurden zu Beginn des 18.Jh aus Schmiedeeisen gefertigt. Sie erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems. An den Apostelkreuzen wurde die Kirche bei ihrer Weihe mit Chrisam gesalbt. Am Kirchweihfest oder bei anderen hohen Festen werden die Apostelkerzen angezündet. |
Die Apostelkreuze
sind von alters her von einem Kreis umgeben (Nimbuskreuz). In der Barockzeit
hat man diesen Kreis -wie hier in Jedenhofen- als Lorbeerkranz mit Schleifchen
gestaltet. |
Die Apostelkreuze in Jedenhofen sind ähnlich
gestaltet wie die Kreuze in Mittermarbach, Indersdorf, Webling, Petershausen
und Vierkirchen. Wenn Sie die Apostelleuchter und Apostelkreuze in den Kirchen
unseres Landkreises vergleichen möchten, klicken Sie hier....
Weihwasserkessel
| An
den hintersten Bänken, ganz in der Nähe des Eingangs, ist ein
Weihwasserkessel aus
Messing befestigt. Dem Weihwasser kommt in der katholischen Kirche große Bedeutung zu. Es vermittelt Heilung, Segen, Reinigung und Gesundheit. Schon seit frühester Zeit wird mit ihm eine bewusste Erinnerung an das Wasser der Taufe verbunden. |
| Am
Portal der Kirche ist neben noch das alte Schloss
zu sehen. Es ist von einem Metallmantel umgeben. Die Kirche ist inzwischen mit einer modernen Schließ- und Alarmanlage gesichert. |
Nicht mehr in der Kirche ist das Reliquienostensorium (= Schaugefäß). Es wurde Mitte des 18.Jh als Gürtlerarbeit aus Messing getrieben und vergoldet. Der querovale Fuß ist mit Rocaillendekor verziert. Das von einem gezackten Strahlenkranz umgebene Schaugefäß beherbergt Reliquien des hl.Apostels Jakobus, des Patrons der Pfarrkirche. Jedenfalls ist dieser Name auf die Cedulae, den Pergamentstreifen geschrieben.
Die Kirche war bis in die 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts eine kleine Wallfahrtsstätte.| Hinweis: Einer Wallfahrt liegt die Überlegung zugrunde, dass an einem bestimmten Ort Gott mit seinen Gnadenkräften dem hilfsbedürftigen Menschen besonders nahe steht. Schon die Christen der ersten Jh. begannen das durch die irdische Pilgerschaft Jesu für sie heilige Land von überall her zu erwandern. Das früheste Wallfahrtsziel war das Heilige Grab, das damals als "Mittelpunkt der Erde" angesehen wurde. Dazu kamen bald die Gräber der Märtyrer und Heiligen, über die man Kapellen errichtete. |
Hans Schertl
Quellen:
Dr.Martin v.Deutinger, Die
älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising,
1874
Mathias Steinberger, Die Pfarrei Vierkirchen, 1879
Bezold/Riel,
Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1893
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Dr.Gerhard Hanke, Festschrift 1200 Jahre Vierkirchen, 1979
Andreas Berthold, Die Orte der früheren
Gemeinde Vierkirchen, 1979
Max Gruber, Die
Pfarrkirche Vierkirchen und ihre Filialkirchen sowie die Pfarrkirche Giebing,
1979
Georg Brenninger, Zur kirchlichen Kunsttätigkeit des 18.Jh im Freisinger
Raum, Amperland 1983/3
Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres
1560, 1986
Georg
Brenninger, Kunsthandwerker der Barockzeit in den Kirchen des Gerichtes Kranzberg,
Amperland 1987/2
Dr.Stefan
Nadler, Kunsttopographie des Erzbistums München und Freising, 1992
Dr.G.Brenninger,
Kirchenabbrüche im Gebiet des Amperlandes als Folgen der Säkularisation
v.1803, Amperland 1992/1
Dachauer Nachrichten 2001
Dachauer SZ 2001
Kreisbote 2001
Martin Sellmeier, Obersüßbach,
2011 (Georg Sellmeier)
23 Bilder: Hans Schertl
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4.1.2012
St. Nikolaus
Namenspatron der Filialkirchen in Jedenhofen und Rettenbach
betrachtet von Barbara Deger
Sie haben vieles gemeinsam - die beiden Gestalten, die den heiligen Nikolaus
darstellen. Aber beim näheren Betrachten habe ich auch markante Unterschiede
festgestellt.
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Gemeinsamkeiten Gemeinsamkeit herrscht bei der Darstellung der Heiligen: Die Legende von den 3 goldenen Kugeln (oft sind es auch vergoldete Äpfel) verbindet beide. Diese hält jede der zwei Figuren in der rechten Hand. Die St.Nikolaus-Statue von Jedenhofen trägt in der rechten Hand noch ein dickes |
![]() Nikolaus von Rettenbach - ganz links |
Unterschiede
Als Hauptfigur, in einer Rundbogen-Nische sitzend "thront" der hl. Nikolaus in Jedenhofen. Mit lockig gewelltem Haar, das unter der Mitra hervorschaut und dem ebenfalls gewelltem Vollbart, sieht er so manchem "unechtem Nikolaus von heute sehr ähnlich. Seine Gesichtszüge sind sehr markant und der Ausdruck sehr lebendig. Ich habe versucht, ihm in die Augen zu schauen - doch sein Blick geht in die Weite. Er sitzt locker mit gekreuzten Beinen. Die Knie und die rechte Hand mit dem Stab ragen aus der Nische heraus; damit wirkt er für den Betrachter noch plastischer. Seine ganze äußere Erscheinung macht auf mich einen selbstbewussten, bodenständigen Eindruck.
Wenn ich mir dazu seinen "Namensvetter" aus Rettenbach anschaue, wirkt dieser eher "zart besaitet". Die schlanke Figur, das schmale Gesicht geben diesem Nikolaus etwas "Jünglingshaftes". Weil ich gerne Menschen ins Gesicht sehe, mache ich dies auch beim "meinen" beiden Nikoläusen. Ich verstehe dabei den Ausdruck des "jugendlichen" Nikolauses nicht. Wenn jemand so viel Gutes tat, wie dieser Heilige, dann ist er im Grunde doch ein fröhlicher Mensch. Doch die herabgezogenen Mundwinkel und die traurigen Augen dieser Heiligenfigur stimmen mich nachdenklich. Auch hätte ich noch große Lust, dem "Jedenhofener thronenden Nikolaus" fest in die Augen zu sehen; wenn dieser nicht immer über hinweg schauen würde.
Der 6. Dezember ist ihr großer Tag - um diesen Termin bekommen sie viele Menschen während des Patroziniums-Gottesdienstes zu sehen.
Barbara Deger
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