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Pfarrkirche Allerheiligsten Erlöser in HEBERTSHAUSEN



Lage der Kirche auf der Landkarte ...


Beschreibung

Die Pfarrkirche "Zum allerheiligsten Erlöser" (= Salvator Mundi) wurde 1960 bis 1961 nach dem Entwurf von Architekt Georg Berlinger errichtet.

Sie steht unterhalb der alten Pfarrkirche St.Georg, die damals wegen Baufälligkeit gesperrt werden musste. Außerdem war St. Georg für die stark angewachsene Gemeinde zu klein geworden.

Einzelheiten über die Pfarrgeschichte können sie auf der Seite der alten Pfarrkirche St.Georg erfahren.  

Das Salvator-Patrozinium ist wohl auf die Würm-mühlkapelle zurück-zuführen, die -als ältestes Gotteshaus der Gegend- dem Salvator Mundi geweiht war.


Fenster auf der Südseite


An der Ostseite der Kirche wurde 2004 im Rahmen von Renovierungsarbeiten ein großes Holzkreuz aus dem Zeit um 1700 angebracht (siehe Bild oben links). Zum Schutz vor Nässe ist es an der Oberseite mit einem Bronzeblech versehen. Es handelt sich dabei um das Kreuz, das früher vor dem Altartisch von der Decke hing. Der Korpus ist jetzt am Kanzelkreuz angebracht.

Eine Besonderheit des Kirchenbaus sind die runden Fenster an der Süd-, Nord- und Westseite. Sie wirken wie Bullaugen eines Schiffes. Der Architekt hat insoweit den Begriff "Kirchenschiff" sehr wörtlich umgesetzt. Die Fenster auf der Westseite bilden zudem die Gestalt eines Engels (siehe Bild rechts).
Das Dach der Kirche ist mit Titan-Zinkblech eingedeckt. Der Ziegelbetonbau ist auf trapezförmigem Grundriss errichtet. Die Gesamtlänge der Kirche beträgt 30 Meter. Das Kirchenschiff verjüngt sich in der Breite zum Altarraum hin von 21,5 m auf 11,50 m, während es in der Höhe von 10,90 m (hinten) auf 13,10 m (vorne) ansteigt.

Der sechseckige Turm an der nordwestlichen Seite ist 25 Meter hoch. Die vier Glocken mit den Tönen d'-f'-g'-b'goss 1961 Karl Czudnochowsky in Erding.


Westseite mit "Engelsfenstern"

Die Sakristei mit einem kleineren Saal im Obergeschoss ist an die Nordseite der Kirche angebaut.

Die letzte Renovierung fand in den Jahren 2003 und 2004 statt. Dazu schreibt die Kirchliche Denkmalpflege im Bericht Kultraum/KulturRaum 2011: "Dabei hat man den ursprünglichen Raumeindruck wieder hergestellt. Unpassende Ausstattungen wurden entfernt und die Skulptur des Welterlösers wurde an ihren vorgesehenen Platz zurück gebracht. Zudem erneuerte man -nach Beheben von Schäden unsachgemäßer Renovierungen- die künstlerischen Ritzungen an Wänden und Decke in der für die 1960er-Jahre charakteristischen Ziegelschlämme. Durch das Herauspräparieren der dezenten und zurückgenommenen Gestaltung im Sinne der Entstehungszeit kann sich die Wirkung des Raums nun wieder entfalten".

Die Kirche steht seit 1998 unter Denkmalschutz.

Die Pfarrei Hebertshausen hat auch eine Internetseite, auf der Sie die Gottesdienstzeiten erfahren können. Klicken Sie hier....
Die Gottesdienstordnungen aller Pfarreien im Landkreis Dachau finden Sie hier zusammengefasst...

Innenausstattung

Die Inneneinrichtung der Kirche war vom Architekten Berlinger als "ein Raum von schlichter Klarheit" entworfen worden. Nur wenige Figuren und Gemälde lenken von der Konzentration auf die gemeinsame Gottesdienstfeier ab. Die einzigen vom Architekten vorgesehenen Bildwerke sind die Kreuzwegstationen und die Skulptur des Erlösers an der Chorwand.
Schon ein Zugeständnis an den Geschmack der Gemeinde ist die Kreuzigungsgruppe an der Seiten-wand. Zwar sind Christus und Maria aus barocker Zeit, doch die Gestaltung des Kreuzes wurde an die Scherenschnitt-Architektur der Chorwandfigur und des Kreuzwegs angepasst.

Der Chor/Altarraum und das Langhaus sind architektonisch nicht getrennt. Der Altarbereich liegt aber 4 Treppenstufen höher.
An der vorderen Südseite lässt ein großes Glasbausteinfenster mit einigen bunten Gläsern Licht in den Chor.
Die Decken- und Altarwandbemalung mit vielen geometrischen Formen stammt vom Kunstmaler Seemüller. Das Muster der Seitenwände wird durch Lochsteine erzielt.

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Das Altarbild an der Ostwand -eine himmelwärts strebende Kerzenflamme oder nach anderer Auffassung eine Engelsfigur- und die Deckenverzierungen sind in Freskotechnik ausgeführt.


Auferstandener
Seit einiger Zeit ist an der Wand hinter dem Altar wieder die in Scheren-schnitt-Manier gestaltete Bronzefigur "der Auferstandene" angebracht. Der nur in Umrissen dargestellte Christus hält in der linken Hand die Siegesfahne und hebt die rechte Hand zum Segensgruß. Die Figur stammt aus der Werkstatt von Erich Popp (1963). Sie wurde schon bald wegen künstlerischer Mängel (schlechte Proportionierung der Figur) entfernt und erst 2003, nach der Überarbeitung durch eine Künstlerwerkstatt, wieder angebracht.
Hinweis: Die Fahne gilt seit dem 10./11. Jh. als Zeichen des Sieges über den Tod. In der Barockkunst erfreute sie sich als Attribut großer Beliebtheit. Insbesondere in der Kunst des süddeutschen Raums gehört die Fahne zur Ostersymbolik.
09)
  Hinweis: Die Darstellungsform des Auferstandenen wird auch Salvator Mundi genannt und erinnert an das Patronat der Kirche. Der Figurentypus entwickelte sich aus dem Erbärmde-Heiland. Dieser wiederum geht der Überlieferung zufolge zurück auf Papst Gregor den Großen, dem bei einer Messe über dem Altar die Leidenswerkzeuge Christi und der lebend aus der Grabkufe aufsteigende Schmerzensmann erschienen sein soll. Aus den Wundmalen habe sich das Blut in den auf dem Altar stehenden Kelch ergossen. Die Figur wird auch Erbärmdechristus oder lat.imago pietatis genannt. Der aufrecht stehende, mit einem Lendentuch bekleidete und oftmals die Dornenkrone tragende Christus zeigt seine Wunden. Aus dieser Darstellung des Erbärmde-Heilands entwickelte sich der Salvator Mundi, der Welterlöser oder der Auferstandene mit der Siegesfahne in der Hand, dessen Gesichtszüge mehr die Glorie als die Schmerzen widerspiegeln.

Frühere Ansicht

Während der Zeit, in der die Savatorfigur entfernt war (ca. 1970-2003), war die Chorwand mit einem Kruzifix und zahlreichen (bis zu neun) Figuren aus der Barockzeit aber auch mit Schnitzwerken des 20.Jh. gefüllt. Kunstexperten schrieben dazu: "Der Raum wird durch eine konzeptlose Füllung sinnentleert".

Der Hochaltar war durch ein großes, von der Decke hängendes Kreuz sowie den aus der Zeit um 1700 stammenden Figuren einer Mater dolorosa und des spätgotischen hl. Georg (rechts) gestaltet. Georg in Ritterrüstung mit Schwert und Speer blickte ernst in die Ferne, während sein Fuß auf dem getöteten Drachen (Sinnbild für das Böse an sich) mit heraushängender Zunge ruhte.
Die Figur des hl.Georg wurde in zwischen in die alte St.Georgskirche gebracht; der Kreuzesstamm ist an der östlichen Außenseite angebracht, der Corpus Christi und die Mater dolorosa sind die Figuren am neuen Kanzelkreuz an der südlichen Innenseite dieser Kirche.
Wenn Sie die Ansicht der Kirche vor 2003 sehen möchten, klicken Sie auf das kleine Bild rechts.

alte Ansicht

 

Altar

Die Kirche zum Allerheiligsten Erlöser wurde 1961, also vor dem 2.Vatikanischen Konzil gebaut (und noch früher geplant). Damals war der Volksaltar, an dem der Priester die Messe zur Gemeinde hin gewendet feiert, noch nicht üblich. Doch der Architekt Berlinger hatte die kommenden Veränderungen der Liturgie schon erkannt und den Choraltar der Kirche in zwei einzelne Altäre getrennt, die von den Kirchen-bänken aus aber wie ein Altar wirken sollten.

Zelebrationsaltar mit Tabernakelaltar dahinter

Im Vordergrund steht frei im Chorraum der große Zelebrationsaltar. Die Altarplatte aus Granitstein ist um 5 Grad zu den Gläubigen hin geneigt. So können die Gläubigen, die 4 Stufen tiefer sitzen, das Geschehen auf dem Altartisch (Mensa) genauer verfolgen.

Aus der Sicht der Gläubigen dahinter, an der Chor-Schlusswand, der viel kleinere Tabernakelaltar. Auf ihm stehen der Tabernakel und eine Leuchtergruppe. Das Antependium dieses Tabernakelaltars wird mit einem Tuch in der jeweiligen liturgischen Farbe geschmückt. Das Tuch (im oberen Bild von grüner, im rechten Bild von violetter Farbe) ist zwischen den Füßen des Zelebrationsaltars hindurch von den Gläubigen gut zu erkennen.

Tabernakelaltar
Tabernakelaltar

 

Hinweis: Die liturgischen Farben hatten in den ersten Jhh des Christentums keine Bedeutung. Erste Anzeichen dafür finden sich erst ab dem 9. Jh. Allgemein gebräuchlich sind sie seit dem 12. Jh. Damals gab es neben den heute gebräuchlichen Farben auch braun, blau und gelb. Erst ab Mitte des 16. Jh wurden die heute üblichen Farben und ihre Bedeutung festgelegt.

In der katholischen Kirche gilt

 Weiß als die Farbe der Freude und Sinnbild der Reinheit und Unschuld; sie wird verwendet an den Festen Christi oder Mariä, an den Tagen um Ostern und Weihnachten und an den Festen jener Heiligen, die keine Märtyrer waren.
  Rot ist die Farbe der Liebe, des Feuers und des Blutes (Palmsonntag, Pfingsten, Herz-Jesu-Messen und Feste der Märtyrer).
  Grün ist die Farbe der Hoffnung und des Paradieses (an allen Sonn- und Wochentagen im Jahreskreis, an denen kein bestimmter Anlass gefeiert wird.
  Violett ist die Farbe der Buße ( Advent, Fastenzeit, oft auch bei Totenmessen und Begräbnissen).
  Schwarz ist die Farbe der Trauer (Allerseelen, Totenmessen und Begräbnisse).
  Rosa gekleidet ist der Priester nur zweimal im Jahr und zwar am 3. Adventsonntag und am 4. Fastensonntag. Es soll die Vorfreude auf das bevorstehende Weihnachts- bzw. Osterfest symbolisieren.
Die Verwendung der richtigen liturgischen Farbe gilt für folgende Paramente (priesterliche Gewänder): Messgewand, Dalmatik, Pluviale (Vespermantel) und Stola.

Auch in den evangelischen Kirchen gibt es liturgische Farben, die wie folgt definiert werden:
 Weiß Farbe der Reinheit, Festtage Christi;
  Rot Farbe des Blutes und des Feuers ( Pfingsten, Reformation);
  Schwarz Farbe der Demut, Bescheidenheit und Trauer (Karfreitag);
  Violett Farbe der Buß- und Fastenzeiten
  Grün Farbe des Lebens, der Vegetation

Der Tabernakel steht auf dem kleinen Tabernakelaltar an der Wand unter der Salvatorfigur. Die Tabernakeltüre ist mit einer Abendmahldarstellung verziert: Vor einem großen Kreuz im Hintergrund sitzt Jesus am Tisch mit Kelch und Broten. Die 12 Edelsteine versinnbildlichen die 12 Apostel, die mit Jesus das Mahl feierten.
Tabernakel
Damit der Tabernakel von den Gläubigen aus den Bänken über dem Zelebrationsaltar zu sehen ist, wurde er auf einen Sockel gestellt. Vier in den Sockel integrierte Leuchter umgeben den Tabernakel.
 
Hinweis: Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die seit dem 12. Jh übliche Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit (unter anderem Namen) zur Aufbewahrung verwandelter Hostien für die Sterbenden. Im hohen Mittelalter wurde er auch Ort der Anbetung und Verehrung Christi in der Gestalt dieses eucharistischen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545-63) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Doch diese Vorschrift wurde in Deutschland, wo man lange daran festhielt, die heiligen Hostien in Wandschränken und Sakramentshäuschen aufzubewahren, erst im 18. Jahrhundert umgesetzt. Das 2. Vatikanische Konzil (1962-65) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder modernisierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen frei auf einer Säule.

Neben dem Altar steht eine 1 1/2 Meter hohe hölzerne Schmucksäule. Auf ihr soll der Blumenschmuck, der sonst vor oder neben dem Altar steht, platziert werden. Auf dem Altar -als dem Opfertisch- soll allein ein kleines Kreuz und kein Blumenschmuck stehen.
Ministrantensitze
Priestersitz
Die Priester- und Ministrantensitze aus Bronzeträgern, mit Eichenbrettern belegt, können umgeklappt und dann als Holzpodium genutzt werden. Seit dem II.Vatikanischen Konzil hat der Priestersitz wieder an Bedeutung gewonnen. In der Liturgiekonstitution Sacrosanctum concilium heißt es: "Der Priestersitz bringt nunmehr die Aufgabe und den Dienst der Leitung zum Ausdruck und ist ein wichtiger Orientierungspunkt im Gottesdienstraum (SC 124). 05)


Neben dem Altar befestigt ist das neue Vortrage-kreuz, das der Ebersberger Kunstschmied Matthias Larasser gestaltet hat. Es besteht aus Bronze und ruht auf einem runden Eichenschaft. Das Kreuz hat -wie das Kanzelkreuz an der Wand- die sog. Tau-Form, das ist die Form des griechischen Buchstabens tau (entspr. dem westeuropäischen T).
Die Kontur des Gekreuzigten entspricht dem Korpus am Kanzelkreuz. Sie ist aus dem Bronzekreuz ausgeschnit-ten; die Innenränder sind mit einem erhabenen Silber-band nachgezogen.
Vortragekreuz
Vortragekreuz mit ausgeschnittenem
Corpus
Der Künstler Larasser erklärt die Symbolik seines Werks so:
"Der im Kanzelkreuz vorhandene Korpus wir als Kontur aufgenommen und als Licht und somit auch als Auferstehungsgedanke eingebracht. Die Grundform des 'Tau' schließt den Kreis des Kreuzweges, Kanzelkreuzes und des Auferstandenen an der Altarwand mit der Formensprache der neuen Ausstattungsgegenstände."


Grundstein

Grundstein
Grundstein 1960
Am Übergang vom Kirchenschiff zum Altarbereich befindet sich auf der Südseite eine Türe, die früher von den Kindern in den ersten Reihen benutzt wurde. Nunmehr ist geplant, hier eine kleine Marienkapelle an die Kirche anzubauen. Neben der Türe ist der Grundstein (der erste Stein eines Gebäudes) eingemauert. Im ihm befindet sich eine Kassette/Schatulle, in die typische Gegenstände für die Zeit der Grundsteinlegung eingeschlossen werden. Bei der Renovierung im Jahr 2003 wurde eine weitere Kassette in den Grundstein eingebracht (siehe Bild rechts).


Grundstein-
Kassette

Hier in Hebertshausen befinden sich in der ersten Kassette von 1960: zwei Lokalzeitungen (SZ, Merkur) v. 27./28.8.1960, die aktuelle Kirchenzeitung, die Gründungsurkunde, ein Satz Münzen und Briefmarken, der Entwurf eines neuen Katechismus, Bilder von Kardinal Wendel und Pfarrer Berger, eine Ansichtskarte von Hebertshausen und der Plan der Kirche.
Gründungsurkunde
In der zweiten Kassette von 2004:
aktuelle Zeitungen und Münzen, der aktuelle Pfarr-brief, das Pfarrblatt Weihnachten 2003, die Sanie-rungsurkunde mit allen Daten zur Renovierung und eine CD mit Bildern der Grundsteinlegung.


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Kanzel

An der linken Seite steht die Kanzel, die nunmehr vor allem als Lesepult (Ambo) Verwendung findet.

Sie ist nicht mehr -wie früher vorgeschrieben- an der Kirchenmauer befestigt, sondern steht frei im Raum; nur der Schalldeckel über ihr ist mit dem Mauer-werk verbunden.

Ambo und Kanzel
Kanzel

An der Vorderseite des
Kanzelkorbs ist das Pfingstwunder abgebildet, die Heilig-Geist-Taube, umgeben von den feurigen Zungen. So wie der Geist den Aposteln die Zunge gelöst hatte, sodass sie sogar in fremden Sprachen reden konnten, so soll er den Predigern in Hebertshausen die rechten Worte eingeben



K
reuzweg

Den schönen, aus Bronze in Scherenschnittmanier gestalteten Kreuzweg schuf 1963 der Münchener Kunstschmiede-Meister Erich Popp, der auch den Auferstandenen über dem Hochaltar gestaltet hat. Die vierzehn Kreuzwegstationen und die Hochaltarfigur gehören nach Auffassung des Künstlers zusammen. Der Auferstandene sei als 15.Station zu sehen: Jesus hat den Tod überwunden.

1. Station
Jesus wird von Pilatus
zum Tod verurteilt
2. Station
Jesus nimmt das Kreuz
auf seine Schultern
3. Station
Jesus fällt zum ersten Mal
unter dem Kreuze
4. Station
Jesus begegnet
seiner Mutter Maria
5. Station
Simon v.Cyrene hilft Jesus
das Kreuz tragen

Kreuzweg
von
Erich Popp

6. Station
Veronika reicht Jesus
das Schweißtuch dar
7. Station
Jesus fällt zum zweiten Mal
unter dem Kreuze
8. Station
Jesus tröstet die
weinenden Frauen
9. Station
Jesus fällt zum dritten Mal
unter dem Kreuze
10. Station
Jesus wird seiner
Kleider beraubt
11. Station
Jesus wird ans
Kreuz geschlagen
12. Station
Jesus stirbt am Kreuz
13. Station
Jesus wird vom Kreuz
abgenommen
14. Station
Jesus wird ins Grab gelegt

Wenn Sie mehr über Kreuzwegstationen in Kirchen des Landkreises erfahren wollen, klicken Sie hier...

Über dem Bild der 12. Kreuzwegstation ("Jesus stirbt am Kreuz"), ist das sog. Kanzelkreuz befestigt. Der Korpus stammt von dem Kreuz aus der Zeit um 1700, das früher über dem Hochaltar hing und nun an der Ostseite der Kirche angebracht ist.

Beim Kanzelkreuz handelt es sich um ein Bronzekonturenkreuz mit T-förmigen Kreuzbalken , das die künstlerische Darstel-lungsform der Kreuzwegstationen (Scheren-schnittmuster) aufgreift. Das Kreuz stammt von Matthias Larasser aus dem Kunstschmied-betrieb Bergmeister aus Ebersberg (2004).
An diesem Kreuz hängt ein barocker Korpus Jesu, der noch vom Kanzelkreuz der alten Pfarrkirche stammt.
Kanzelkreuz
Kanzelkreuz 1700/2004

Darunter steht eine Figur der Schmerzensmutter, (Mater dolo-rosa), aus der Zeit um 1700 mit einer barocken Krone auf dem Haupt und einem langen Schwert in ihrer Brust. Die Marienfigur war 1952 aus den Beständen des Bayerischen Nationalmuseums München gegen die Seitenaltäre der alten Kirche aus dem Jahr 1710 getauscht worden.

 

Mater dolorosa
Mater dolorosa

 
Hinweise: Das Kreuz heißt Kanzelkreuz, weil es in der Regel der Kanzel gegenüber an der Wand angebracht ist. Es erinnert den Prediger an den 1.Korintherbrief (1,3), in dem der hl.Paulus schreibt: "Wir predigen Christus als den Gekreuzigten". Die Ansprache soll nicht weltliche Dinge, sondern den Tod und die Auferstehung Christi zum Inhalt haben.
Das Schwert in Marias Brust erinnert an das Simeonwort im Lukasevangelium (Kap 2,35) bei der Darstellung im Tempel: "Dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen".

Hinter den Kreuzwegbildern sind übrigens die Lautsprecher -verdeckt- in die Wand eingelassen.
In der Kirche ist auch eine Induktionsschleife verlegt, damit auch Schwerhörige mit Hörgeräten dem Gottesdienst folgen können.

 

Muttergottesstatue

Madonna beim Kerzenständer
Muttergottesfigur
Im hinteren Teil des Kirchenschiffs ist eine ungefasste Muttergottesstatue aufgestellt mit einem Kerzenständer für Votivkerzen.
Früher ware in die Mauer vergoldete Medaillons eingefügt, auf denen wichtige Stationen im Leben Mariens dargestellt sind: Verkündigung, Kreuzestod Jesu und Mariens Krönung im Himmel.

Medaillon - Verkündigung Marasvergoldetes
Medaillon

 

Opferstock

 

An einer Holzsäule ist ein kleiner Opferstock
aus Metall befestigt.  


 


Fenster
Die querovalen Fenster an der Süd-, Nord- und Westseite wirken wie Bullaugen eines Schiffes; sie sind mit Glasgemälden geschmückt.

Bullaugen-Fenster


Empore

Die Emporenbrüstung ist mit einem Muster verziert, das (einmal als Positiv, daneben als Negativ) stilisierte Engelsfiguren darstellen soll.
Bilder an der  Emporenbrüstung
Engelsmuster an der Empore
 
 
Hinweis: Engel (von griechisch angelos=Bote) waren in der Kunst des Frühchristentums immer Männer ohne Flügel. Sie sollten sich von den antiken Göttern wie Nike oder Hermes unterscheiden, die Flügel trugen. Erst als das Christentum im 4.Jh Staatsreligion wurde, bekamen die Engel Flügel; dazu einen Heiligenschein und sogar Hoftracht. Bis zu den ersten weiblichen Engeln dauerte es aber noch 800 Jahre. Erst Giotto malte Engel mit weiblichen Zügen. Wahrscheinlich hat der damals beginnende Marienkult die Verweiblichung verstärkt. In der Renaissance und vor allem im Barock setzten sich die Putten (geflügelte Knaben, die auf heidnische Eroten = Liebesgötter zurückgehen) und die geflügelten Engelsköpfchen durch, die in kaum einer der Barockkirchen unseres Landkreises fehlen. Erst in der Romantik wurden die Engel wieder erwachsener. Die Malerschule der Nazarener prägte die Engel mit großen Flügeln, Anmut und Hoheit, die uns als Schutzengel von den Bildern im Schlafzimmer oder den Heiligenbildchen des 20.Jh bekannt sind.


Orgel

Auf der Empore steht seit 27.April 2008 eine neue Orgel. Sie ist mit zwei Manualen und 26 klingenden Registern ausgestattet und besitzt über 1500 Einzelpfeifen. Das Instrument wurde von Reinhard Frenger und Roland Eder aus Bruckmühl erbaut. Die neue Orgel wurde an die Südseite gerückt, damit die 28 Rundfenster in der Mitte der Westseite, die eine Engelsfigur bilden, auch von innen zu sehen sind. Außerdem soll der Klang von dieser Stelle aus besser zur Geltung kommen. 08)

Orgel von 1980
Orgel von 2008

Die Orgel steht -nach Aussage des Architekten Eilsberger- als Skulptur im Kirchenraum ist sowohl vom Klang wie auch vom Aussehen her ein integraler und selbstverständlicher Bestandteil der Gesamt-ausstattung. Sie besteht aus drei kompakten Türmen mit Haupt-, Pedal- und Schwellwerk, bei dem durch schließbare Lamellen die Lautstärke der Orgel geregelt werden kann und besitzt eine mechanische Spiel- und elektrische Registertraktur. 11)
Die Kosten für die Orgel in Höhe von 300.00 Euro trugen das erzbischöfliche Ordinariat (130.000) und die Pfarrei (130.000 Euro aus Spenden).


Frühere Orgel

Orgel von 1980
Orgel von 1980
Nur 20 Jahre hatte die Vorgängerorgel ihren Dienst getan. Sie war 1980 von Hubertus Graf von Kerssenbrock aus Grünwald erstellt worden. Ihre Technik war aber sehr anfällig und funktionierte seit Beginn der Renovierungs-arbeiten 2001 überhaupt nicht mehr. Außerdem war das Instrument akustisch sehr ungünstig im Kirchenraum positioniert und verdeckte die als Rosette angeordneten, farbigen Fenster, die Teil der abstrakten Engelsfigur der Westseite sind. Die alte Orgel hatte zwei Manuale und 30 Register in schön gestaltetem modernem Prospekt. 01)

  Allgemeines zur Orgel - Die Orgel mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirchen, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt die Orgel zur Verherrlichung Gottes bei. Sie soll, so die Liturgiekonstitution des II.Vatik.Konzils, "den Glanz der kirchlichen Zeremonien wunderbar steigern und die Herzen mächtig zu Gott und den Himmel emporheben".
Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde meist durch Künstler gestaltet. Im Barock, dem unsere ältesten Orgeln angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt. 


W
eihnachtskrippe

An Weihnachten steht in der Kirche eine einzelne Krippe mit einem lebensgroßen Jesuskind auf Stroh vor dem Altar.

Weihnachtskrippe
In den Kirchen des Landkreises sind in der Weihnachtszeit oftmals große Krippenanlagen zu sehen. Wenn Sie Interesse haben, klicken Sie hier...



Kapelle im Turm

 

Im Turm der Kirche ist eine kleine Kapelle eingerichtet. Sie war wohl als Taufkapelle bestimmt; denn in ihr steht noch immer der Taufstein.


Taufstein
Sein Bronzedeckel ist mit einem Kreuz verziert.


'Kapelle im Turm
Tatsächlich wird sie aber mehr als Lagerraum genutzt, in dem Heiligenfiguren oder Gegenstände, die nur während bestimmter Festzeiten in der Kirche aufgestellt werden, Platz finden.

Von Karfreitag Nachmittag bis Karsamstag Mittag ist in der Turmkapelle ein Hl.Grab aufgebaut. Der Brauch des "Hl.Grabes" und des sog. "Graberlschauns" stammt aus der Barockzeit und diente der Veranschaulichung des Heilsgeschehens. In den letzten Jahren werden -auch aus Gründen des wieder auflebenden Brauchtums- in immer mehr Kirchen unserer Gegend Hl.Gräber aufgebaut. Ein hl.Grab war jedenfalls schon 1654 vorhanden, für das man damals 200 Halbnägel für 20 Kreuzer gekauft. 07)
Wenn Sie noch weitere sog. Heilige Gräber in den Kirchen des Landkreises sehen möchten, klicken Sie hier....

Hl.Grab
Heiliges Grab

Herz-Jesu-Statue
Herz-Jesu-Figur
In der Turmkapelle wird auch eine süßliche, sehr farbige Herz-Jesu-Figur aus dem 20.Jahrhundert aufbewahrt. Jesus, in wallende Gewänder gehüllt, deutet auf sein mit dem Dornenkranz umwundenes Herz, das die Erlöserliebe Christi symbolisiert.
In einer Ecke lehnt ein Kruzifix im barocken Stil, bei dem es sich um ein Vortragekreuz handeln dürfte.


Kruzifix in der Turmkapelle


Im Turm sind auch die Karfreitagsratschen aufbewahrt. Sie warten dort auf ihren zweitägigen Einsatz pro Jahr. Diese Einrichtungsstücke sind handwerkliche Arbeiten neueren Datums und sollen hier vor allem wegen des damit verbundenen Brauchtums erwähnt werden:
Karfreitagsratsche
Karfreitagsratsche
Am Karfreitag und Karsamstag schweigen
einem alten Brauch zufolge die Kirchenglocken. Ihre Funktion nehmen die Holzratschen ein, die an diesen Tagen von Ministranten durchs Dorf gezogen werden und mit lauten Klappergeräuschen auf die Gottesdienstzeiten aufmerksam machen.

 


Pfarrhaus

Neben der Kirche steht das alte dreistöckige Pfarrhaus mit den vielen Fenstern. Es wurde im 18.Jh errichtet. Die Gebäude der Pfarrökonomie stammten vom Zimmermann Simon Burghart aus Günding (1758). 1794, kurz vor den Franzosen-kriegen hat Melchior Hechensteiner einen Plan mit Überschlag für einen Pfarrpferdestall und eine Remise (Geräteschuppen) erstellt.
Im 19.Jh hat man das Pfarrhaus umgebaut.
1920 wurde der Ökonomiestadel abgebrochen und die Ziegelsteine zur Instandsetzung der Friedhofmauer verwendet. 12)
Pfarrhaus Hebertshausen
Pfarrhaus 18.Jh.
1980 wurde das Pfarrhaus letztmals restauriert. Heute befinden sich darin das Pfarrbüro und eine Wohnung für den Pfarrer. Im Gang hängen zwei Leinwandgemälde des Ebersberger Historienmalers Anton Rick (1820-1895), die Hl.Familie und die Steinigung des hl.Stephanus. Beide Gemälde waren früher Seiten-altarblätter in der Schönbrunner Klosterkirche.

Steinigung des hl.Stephanus
Steinigung des hl.Stephanus
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Ein Liste der Hebertshausener Pfarrer finden Sie hier...


Hebertshausen hat auch eine Internetseite, auf der Sie die Gottesdienstzeiten erfahren können. Klicken Sie hier....

Hans Schertl

Quellen:
01) Georg Brenninger: Orgeln in Altbayern. Bruckmann, München 1982, ISBN 3-7654-1859-5.
02) Max Gruber, Baugeschichte der Kirchen im Bereich der Gemeinde Hebertshausen, Amperland 1985
03) Max Gruber, Im Amperland tätige Zimmermeister, Amperland 1986/4 (Burghart,Hechensteiner)
04) Dachauer Nachrichten v. 7.8.2001
05) Dachauer SZ vom 31.3.2003
06) Der Bogen, Zeitschrift des Pfarrverbands Hebertshausen-Ampermoching, Weihnachten 2004
07) Maria Hildebrandt, Sabine John, Dr.Stefan Nadler, Dokumentation zur Bau-,Ausstattungs-u.Restaurierungsgeschichte, 2000
08) Die neue Orgel der Pfarrkirche zum Allerheiligsten Welterlöser Hebertshausen, 2008
09) Eckard Bieger, Das Bilderlexikon der christlichen Symbole, 2011 (Osterfahne)
10) J.Dennemarck u. Norbert Jocher, KultRaum/KulturRaum, Kirchliche Denkmalpflege im Erzbistum Mch/Freising, 2011
11) Erzbischöfliches Ordinariat, Neue und restaurierte Orgeln in der Erzdiözese von 2007 - 2015
12) Maria Hildebrandt, Sabine John, Dr.Stefan Nadler, Dokumentation zur Bau-,Ausstattungs-u.Restaurierungsgeschichte, 2000
13) Dachauer Nachrichten v. 28.2.2004
14) Dachauer Nachrichten v. 04.3.2004
15) Dachauer Nachrichten v. 17./18.4.2004
16) Dachauer Nachrichten v. 08./09.4.2004
17) Dachauer Nachrichten v. 31.8.2004
18) Prälat Dr. Werner Gross, Kirche und Denkmalpflege-Die Erneuerung der Liturgie durch das Zweite Vatikanische Konzil



48 Bilder: Hans Schertl (28), Pfarrei Hebertshausen (2)

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

9.3.2018

 

Weiße Farbe oder Fresko
Hebertshauser Pfarrkirche wird innen saniert

Von Dorothea Friedrich

Hebertshausen - Ein ungewohntes Bild bietet derzeit (2001) die Hebertshausener Pfarrkirche" Zum Allerheiligsten Welterlöser". In dem seit 1998 unter Denkmalschutz stehenden Gotteshaus wird unter den Kirchbänken ein Holzfußboden als Podest eingebaut. Danach werden Gottesdienstbesucher auch bei Minus-Graden keine kalten Füße mehr bekommen. Gleichzeitig werden die Bänke saniert.

Wie Pfarrverbandbeauftragter Bernhard Skrabal der Dachauer SZ sagte, ist dies Teil einer Generalsanierung der 1961-geweihten Kirche. Bereits 1998 ist eine neue so genannte Luftsäulenheizung eingebaut worden. Sie sorgt für gleichmäßige Temperierung. Der Pfarrsaal wurde bereits einer überholt, wie das Dach auch.

"Noch offen" sei der nächste Schritt im Sanierungsplan, sagte Skrabal. Auch wenn die Diözese "die Hauptlast" trage, sei die Gemeinde "gehalten, sich mit Eigenleistungen zu beteiligen". Die werden zum großen Teil aus Spenden der Gemeindemitglieder aufgebracht und betragen etwa zehn bis zwölf Prozent der Kosten. Dringend notwendig sei die Renovierung des Innenraums, meinte Skrabal beim Rundgang durch die Kirche. Da müssten aus akustischen Gründen Lochsteine im Gemäuer freigelegt werden. Die seien "einfach übergeweißelt" worden, weil man habe sparen wollen. Auch die in Fresko-Technik ausgeführte Altarwand und die Empore müssten gereinigt werden. Hier habe man ohne Rücksicht ebenfalls "mit normaler Farbe" überstrichen, sodass der von Architekt Georg Berlinger gewollte Gesamteindruck teilweise verloren gegangen sei.

Bei den Gemeindemitgliedern finden die Baumaßnahmen überwiegend Zustimmung. Einige seien aber etwas ungeduldig und fragten immer wieder nach, warum die Kirche noch nicht geweißelt sei, berichtete Skrabal weiter. Beim Pfarrfest am 7. Juli werden sie sich vom Fortschritt der Arbeiten überzeugen können. Dann wird auch der Pfarrhof gesegnet.

Dachauer SZ vom 29.6.2001