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Landkreiskarte Kirchen
in Dachau
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Würmmühl-Kapelle in DACHAU
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Beschreibung Die Kapelle liegt im Gelände der Würmmühle
zwischen Hebertshausen und Dachau-Ost, nicht weit entfernt von der KZ-Gedenkstätte.
An der Stelle der Würmmühle war in antiken Zeiten der Übergang (keine Brücke sondern eine Furt) der von Salzburg nach Augsburg führenden Römerstraße über die Amper.
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Bei der jetzigen Kapelle dürfte es sich
-nach Ausstattung und Bildprogramm- um eine Marienkapelle handeln.
Doch das alte Salvatorpatrozinium ist noch vorhanden, auch wenn es zwei Kilometer
weiter nach Nordwesten gewandert ist.
Die neue, im Jahr 1961 errichtete Pfarrkirche in Hebertshausen
hat es -in deutscher Übersetzung- übernommen: sie ist dem Heiligsten
Welterlöser geweiht.
| 1693 wurde die Kapelle erweitert
oder neu errichtet und bekam einen neuen Altar.
Erbauer der Kapelle war Erasmus Reismüller (1671/72-1727), der Stammherr
eines Reismüllergeschlechts, das einige Jahrhunderte auf der Würmmühle
gesessen ist. Seit 1956 ist in Dachau eine Straße entlang der Würm
nach ihm benannt. Im 17. u. 18. Jh gehörte die Würmmühle
zum Pfarrsprengel (Pfarrgebiet) der Pfarrei Mitterndorf. An der Innen-Rückseite der Kapelle ist über dem Fenster das Wappen von Erasmus Reismüller zu sehen (s.Bild oben rechts). Es zeigt inmitten ausladender heraldischer Verzierungen das blau-weiße Wappen mit dem Mühlenrad. Unter dem Wappen sind die Buchstaben "E" und "R" sowie die Jahreszahl 1705 zu sehen. In diesem Jahr war wohl der Neubau der Kapelle abgeschlossen. Stuck und Deckenfreskos sollen um 1800 entstanden sein. |
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Baubeschreibung
| Die Kapelle schließt mit
drei Seiten eines Achtecks. Ihre Außenfront ist durch bis auf den
Boden reichende Nischen gegliedert. In ihnen befinden sich Fenster,
Wandtafeln und Gemälde.
Die Fenster haben eine ovale Form, die in der Barockzeit besonders beliebt
war. Die Kapelle ist mit Ziegeln gedeckt. Sie hat keinen Turm oder Dachreiter. Über dem Fenster an der Rückseite ist ein Regenschutz für die Besucher angebracht, die in der Kapelle keinen Platz mehr finden und vor dem Fenster draußen stehen müssen. Eine große, rundbogige Türe führt in das Innere. |
Innenausstattung
Deckenstuck und Deckengemälde
| Die gewölbte Kapellendecke
ist mit Stuck verziert, der
vor allem die Gemälde umgibt. Die Einfassung der Rundgemälde und
die Begrenzung der Felderungen über dem Altar besteht aus Blattgirlanden;
in den Felderungen sind stilisierte Stuckblumen. Hinter dem Altar ist auf blauem Hintergrund eine Herz-Jesu-Darstellung im Strahlenkranz zu sehen. Das Herz ist von einer Dornenkrone umwunden; aus ihm schlagen Flammen, aus denen sich ein Kreuz erhebt. |
Gemälde
Die Deckengemälde bestehen aus
vier Rundgemälden, die ein Rechteckgemälde umgeben.
Zunächst ist man geneigt, die Deckengemälde als Bilderzyklus des Glorreichen
Rosenkranzes anzusehen. Vier Gemälde entsprechen vier Gesätzen aus
diesem Rosenkranz. Doch das 5.Bild (Verkündigung) passt nicht dazu. So
stellen die Gemälde wohl allgemeine Szenen aus dem Leben von Jesus und
Maria dar.
Leider sind die Gemälde nicht mehr gut erhalten.
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| Maria, in Gewänder mit den traditionellen Marienfarben Rot und Blau gekleidet, schwebt mit ausgebreiteten Händen und nach oben gerichtetem Blick auf einer Wolke. Sie wird von Engeln nach oben geschoben. Dies ist ein Hinweis darauf, dass Maria -anders als Christus- nicht aus eigener Kraft in den Himmel aufgefahren ist, sondern in den Himmel aufgenommen wurde. |
| Im größeren Zentralgemälde ist die Heiligste Dreifaltigkeit zu sehen: Gottvater mit der blauen Erdkugel und Christus halten einen Lorbeerkranz über das Haupt der sitzende Maria. Der Heilige Geist in Gestalt einer weißen Taube sendet Gnadenstrahlen herab. |
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Ein Altaraufsatz ist nicht vorhanden.
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| An der Wand links vom Altar hängt ein Kruzifix. Es ist von einem großen Rosenkranz umgeben. | In die rechte Seitenwand
ist ein Epitaph für Martin
Wittmann eingelassen. Text: Jüngling Martin Wittmann, Würmmüllerssohn, geboren am 23.Sept. 1890......Bei Ausbruch des Weltkrieges am 1.VIII. 1914 zur Fahne gerufen, zog er am 8.VIII. 1914 als Gefr. d. 3.Kp ins Feld. Beteiligte sich an den Kämpfen b. Cirey, Metz, ...Givenchy, wo er am 14. XI. 15, von einer Granate getroffen, fiel. Er ruht im Soldatenfriedhof zu Avion. |
Hans Schertl
Quellen:
Dr.Eisenmann/Prof.Dr.Hohn, Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche
Bayern, 1832 S. 1141 (Pfrr.Mitterndf)
Dachauer Anzeiger vom 7.6.1956
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971 (Deckenfresken
1800)
Wilhelm Störmer, Adelige Eigenkirchen u.Adelsgräber-Denkmalpflegerische
Aufgaben,1975, ZBLG 38, S.1142-58 (1.Erwähng)
16 Bilder: Hans Schertl
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