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Filialkirche Maria Verkündigung in GLONNBERCHA

KelchbecherTurm 32 m hochChor-spätgotischzur Kirchentür

Navi-Adresse: 85238 Petershausen, Freisinger Str. 18
Lage der Kirche auf der Landkarte ...

Kurzbeschreibung

Die Kirche Mariä Verkündigung der Pfarrei Kollbach (Pfarrverband Petershausen) in Glonnbercha ist mit wertvollen Fresken ein besonderer Anziehungspunkt in der Gemeinde Petershausen.

Die Ortschaft Glonnbercha wird erstmals im Jahr 815, die Kirche aber erst 1361 erwähnt.

Die ursprünglich romanische Kirche wurde in spätgotischer Zeit (15.Jh) umgebaut und 1626 teilweise (Fenster, Langhaus und Innenausstattung) barockisiert.
Im Turm hängt noch eine 540 Jahr alte Glocke.

 Blumengemälde in Ziervasen auf den Seitenaltären

Die Besonderheit der Kirche sind die im Jahr 1960 wieder freigelegten Fresken im Altarraum aus der Zeit um 1465. Sie sind die besterhaltenen Fresken aus gotischer Zeit im Dachauer Land.

Zu sehen sind unter anderem der Tod Mariens, eine Kreuzigungsgruppe mit den beiden Stiftern des Bildes und - an der Decke- Christus als Salvator Mundi und Bilder von den Zeugen seiner Erlösungstat.
Die Fresken haben ich auf einer eigenen Seite ausführlich beschrieben. Klicken Sie hier...

Um die Fresken besser zur Geltung zu bringen, hat man den barocken Hochaltar an die rechte Seitenwand des Langhauses gestellt. Dieser Altar ist ein Marienaltar mit einer Muttergottesstatue aus dem 15. Jh. (früheres Gnadenbild).

Die Seitenaltäre sind dem hl. Augustinus (rechts) und der hl. Anna (links) geweiht.

An der Emporentreppe sind weitere alte Fresken zu sehen, die aber nicht mehr gut erhalten sind. Die Emporenbrüstung aus dem Jahr 1577 ist mit Rankenmotiven geschmückt.

SebastianGnadenbildSt.AnnaSt.AugustinusMarienfigur am AltarGottvater im AltaraufsatzAntoniusRochusJohannes der TäuferJohannes Evangelist
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Neben der Eingangstüre wurde 1960 ein perspektivisches Gitter angebracht, das in die barocke Kirche gotische Pfeiler und Kreuzgewölbe hineinzaubert (Bild siehe weiter unten).

weiter zu den Fresken...


Lieber Besucher, Sie können sich Bilder aus der Kirche in Glonnbercha auch
als Gesamtschau ansehen. Klicken Sie hier....

Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischenHinweisen


Geschichte: Erste Kirche Gotische Kirche Matrikel 1524 Visitation 1560 Barockisierung 1626
Matrikel 1740 Beschreibung 1884
Ausstattung: Altarraum Empore Fresken Ehem.Hochaltar Kirchenschiff
Karfreitagsratsche Kreuzreliquien Kreuzweg Kruzifixe Opferstock
Seitenaltäre Türschloss Vorhaus Ziergitter

Geschichte

Der Ort Glonnbercha wird in einer Schenkungsurkunde vom 24.Sept. 815 als "Perc iuxta fluvium Clana" (Perch am Fluss Clana) erstmals schriftlich erwähnt. Damals übergab der Edle Herr Folrat ein Gut in Glonnbercha dem Freisinger Bischofskirche. Von einer Kirche ist dabei nicht die Rede. Selbst in der  Konradinischen Matrikel, dem Verzeichnis aller im Jahr 1315 bestehenden Kirchen des Bistums Freising, ist Glonnbercha nicht enthalten.
Die erste Kirche dürfte aber kurz danach errichtet worden sein, weil ihr Name in einer Urkunde des Klosters Indersdorf aus dem Jahr 1361 erscheint. Am Sankt-Pauls-Tag des Jahres 1361 räumten Ulrich der Allinger und seine Hausfrau Gertraud für ihr Gut zu Asbach ein Vorverkaufsrecht zu Gunsten "unser Frauen ze Perichach" ein. Die damalige romanische Kirche in Glonnbercha war also bereits der Muttergottes geweiht. Reste dieser Kirche wurden bei der Restaurierung um 1960 gefunden.

Gotische Kirche
Die heutige Kirche wurde wahrscheinlich 100 Jahre später, in der 2.Hälfte des 15.Jh im gotischen Stil erweitert.
Nach Aussage von Robert Böck (siehe Quellen) wurde an das bestehende romanische Kirchenschiff ein Altarraum mit Sterngewölbe angebaut und mit Wandfresken geschmückt. Einer der Stifter dürfte der Indersdorfer Propst Johannes I. Prunner, genannt Rothuet (Amtszeit 1442 bis 1470) als Inhaber der Pfarrei Asbach gewesen sein. Möglicherweise hängt die Übertragung des Besetzungsrechts für die Pfarrei Asbach, zu der Glonnbercha
damals gehörte, an das Kloster Indersdorf im Jahr 1464 mit der Baumaßnahme zusammen. Auch das Herstellungsdatum der ältesten Glocke (1462) spricht für ein Erbauungsjahr um 1460. 
Seit 16.9.1464 (Bestätigung durch Papst Paul II.) war Glonnbercha mit der Pfarrei Asbach in das Stift Indersdorf inkorporiert und zwar in der Weise, dass das Stift von der Pfarrei jährliche Abgaben beziehen und nach Belieben einen Welt- oder Ordenspriester präsentieren (vorschlagen und einsetzen) durfte.


Matrikel 1524

In der
Sunderndorfer'sche Matrikel von 1524 ist Glonnbercha als Filialkirche der Pfarrei Asbach aufgeführt ("habet unam filiam ecclesiam B.Virginis in Glanperchach").


Visitationsbericht von 1560

Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet.
Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholischen Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse. Im Bericht über die Pfarrei Asbach ist auch Glonbercha als "Glanperchen" kurz erwähnt. Die Filialkirche beata Virgo habe ein eigenes (sehr geringes) Einkommen (neben dem der Pfarrei) in Höhe von 18 Schilling und 4 Pfund Wachs. Das Geld wird in Kerzen und Baumaßnahmen gesteckt ("wirt jerlich verprent und verpaut"). Die Kirchenrechnung erstellt das Gericht in Kranzberg und verlangt dafür wohl hohe Gebühren, weil der Kirchenverwalter klagt: "wirt damit zum hechsten beschwert"). Ein Mesnerhaus war nicht vorhanden; der Mesner war wohl einer der Bauern. Insgesamt zeichnet der Bericht ein schlechtes Bild der Kirche. Es heißt, "die kirch sambt andern dingen haben durchaus grossen mangel". Positiv ist noch, dass ein ewiges Licht vor dem Sakramentshaus brennt und das Allerheiligste und die heiligen Öle liturgisch rein behandelt werden. Aber das Sakramentshaus ist nicht verschlossen ("Sacramentsheusel ist nit wol beschlossen"). An liturgischen Geräten waren 2 Kelche und 2 Messgewänder sowie 2 Messbücher, ein Liturgiebuch und er zerrissen Gesangbuch vorhanden. Es fehlt aber an einer Monstranz ("hat kain Monstranz"). Der Gottesdienst wurde so wenig wie bei der Pfarrkirche in Asbach verrichtet, das kirchliche Leben war nahezu zum Erliegen gekommen. Das lag weniger an den Wirren konfessioneller Auseinandersetzungen, als an Pfarrer Johann Haller, der "gar alt ist und gern trinckht". Die Asbacher starteten, wohl unterstützt von den Gläubigen aus Glonnbercha, eine Bürgerinitiative forderten einen neuen Pfarrer.



Barockisierung 1626

Wie die meisten Kirchen im Landkreis Dachau entging auch das Gotteshaus in Glonnbercha nicht der Barockisierung. Im Jahr 1626, kurz bevor der 30jährige Krieg Bayern erreichte, wurden im Schiff eine Flachdecke eingezogen, die Fenster vergrößert und der Innenraum neu eingerichtet. Damals wurden auch weitere Wandgemälde angebracht, von denen noch Reste über dem Sakristeieingang zu sehen sind. Nicht auszuschließen ist, dass die Wandfresken im Altarraum schon damals übermalt wurden, weil sie mit dem barocken Altar nicht mehr harmonierten. Diese Fresken wurden -wie erwähnt- erst 1960 wieder entdeckt und vom Pfarrer Hans Hinterreiter in 600-stündiger Freizeitarbeit eigenhändig und nach Expertenmeinung sogar mustergültig freigelegt.


MDCXXVI - 1626


Beschreibung 1738/40

In den Jahren 1738 bis 1740, hatte der Freisinger Kanonikus Schmidt alle Pfarreien der Diözese Freising besucht und in der nach ihm benannten Schmidt'schen Matrikel auch die Filialkirchen kurz beschrieben. Zur "Ecclesia filialis s.Bmae Virginis in Glonpercha" bemerkt er, die Kirche sei ein edler Bau. Sie habe drei Altäre. Der Hochaltar sei der Jungfrau Maria geweiht. Im Tabernakel sei im Frühjahr, bis die Saat reif sei, das Allerheiligste aufbewahrt (wohl wegen der Bittgänge). Die beiden anderen Altäre hätten die Heiligen Anna und Augustinus als Patrone. Gottesdienste wurden damals jeden dritten Sonntag gefeiert, außerdem an den Marienfesten außer an Lichtmess. Außerdem gebe es eine Wochenmesse, schreibt Schmidt; dies gehe aus einer Visitationsakte von 1705 hervor. Das Kirchweihfest werde am Sonntag nach Mariä Geburt (8.Sept) gefeiert. In der Sakristei würden gute Messgewänder aufbewahrt. Im Friedhof stehe ein Beinhaus, in das die Gebeine der Toten nach der Exhumierung einige Jahre nach der Beerdigung gebracht worden sind. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken.


Beschreibung 1884
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising von Anton Mayer und Georg Westermayer aus den Jahren 1870 bis 1884 ist im Kapitel über die Pfarrei Asbach auch die Filialkirche in Glonnbercha enthalten. Das Dorf selbst war pfarrlich geteilt: 5 Häuser mit 36 Bewohnern gehörten zur Pfarrei Kollbach, 6 Häuser mit 33 Bewohnern zur Pfarrei Asbach, zu der auch die Kirche zählte. < Die Wege zur 3 km entfernten Pfarrkirche seien schlecht, schreibt Westermayer. Und weiter über die Kirche Mariä Verkündigung: "Erbauungsjahr unbekannt. Baustyl: Presbyterium ursprünglich gothisch, Langhaus Zopf (=Barock). Baupflicht hat die Kirche. Spitzthurm mit 2 kleinen, sehr alten Glocken. Drei Altäre. Pfarrgottesdienst je am 3.Sonntag und an den Frauenfesten. Stiftungen: 9 Jahrtage, 3 Jahrmessen. Meßner ist ein Bauer. Cantor keiner da, auch keine Orgel. Vermögen der Kirche: 1900 Mark ".

Die Kirche erhielt in den Jahren 1910 und 1934 eine Renovierung.


B
aubeschreibung

Die Kirche steht etwas erhöht am Südrand des Dorfes.
Der nicht eingezogene Chor ist mit einem gotischen Gewölbe überdeckt. Er wird an der Außenseite durch Strebepfeiler
gestützt. Früher war der Boden Altarraum etwa 60 bis 70 cm höher. Bei der Restauration 1960 hat man Bauschutt und Ziegelpflaster entfernt und sich so bis zum ursprünglichen gotischen Boden durchgearbeitet, der heute wieder zu sehen ist.
Das
dreijochige Kirchenschiff besitzt eine Flachdecke.
Über dem Westgiebel der Kirche ragt ein kurzer Turm, im unteren Teil viereckig, oben achteckig mit Kupferhelm empor.
Bis zum Ersten Weltkrieg hingen in ihm zwei Glocken. Die größere davon wurde von Paul Kopp, München 1640, gegossen und 1918, kurz vor dem Ende des 1.Weltkriegs, noch zum Einschmelzen an den Staat abgeliefert. Die kleinere Glocke von 1462 ist noch vorhanden. Sie trägt die Inschrift: "O rex gloriae veni nobis cvm pace" (frei übersetzt: O König der Herrlichkeit, bring uns den Frieden) .Eine Auflistung der ältesten Glocken im Landkreis finden sie hier....
Der Eingang lag früher an der Nordseite; er wurde später zugemauert und das Portal an die Westseite verlegt. Am Mauerwerk des Kirchenschiffs zeichnen sich noch die alten Konturen ab.

Bis 1936 gehörte Glonnbercha zur Pfarrei Asbach, seither zu Kollbach.

 

Inneneinrichtung

Altarraum

Der spätgotische Altarraum ist eingezogenen und schließt mit fünf Seiten eines Achtecks. Er ist von einem Sterngewölbe überdeckt. Der Altarraum birgt auch die kunsthistorische Kostbarkeit der Kirche, die erst bei der Restaurierung im Jahr 1960 entdeckt wurde: Decken- und Wandgemälde in Freskotechnik im gesamten Altarraum, die aus der Zeit um 1465 stammen, als der Chor errichtet wurde. Eine ausführliche Beschreibung der Fresken finden Sie hier...

Auf dem Zelebrationsaltar kniet eine Figur von Maria als junger Frau mit gekreuzten Händen über der Brust. Maria ist mit einem roten Kleid und einem blauen Mantel gekleidet. Dies sind die traditionellen Marienfarben. Dem Typ nach stellt die Figur Maria als Immaculata. Maria wird als neue Eva gesehen, die, wie in der Bibel angekündigt (Gen 3,15), der Schlange den Kopf zertritt. Die Schlange symbolisiert die Erbsünde und in weiterer Folge das Böse allgemein. Die Figur wurde um 1700 geschnitzt.
  Hinweise: zu den Farben: Rot für den königlichen Anspruch, Blau für die hohe Wertschätzung. Im Mittelalter brauchte man für die Herstellung der blauen Malfarbe Lapislazuli.
Der Zelebrationsaltar ist eine Rückkehr zu den Wurzeln der Eucharistiefeier.In der Anfangszeit des Christentums konnte zur Eucharistiefeier zunächst jeder beliebige Tisch dienen, doch bereits im 4. Jahrhundert wurde ein fester Altar in die Kirchen eingebaut. Er war frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich. Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten (Retabel) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 40 Jahren wieder rückgängig gemacht worden.

Kirchenschiff / Langhaus

KreuzwegRochusKreuzwegSchmuckbrettEmporenbilderBeinhausOpferstockKreuzwegKarfreitagsratscheSebastian
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Der spitz zulaufende Chorbogen ist an der Innenseite wie der Altarraum bemalt. Auf der Westseite, zum Kirchenschiff gewandt, ist die Jahreszahl der Erbauung des Langhauses, MDCXXVI = 1626 zu sehen.

Die Decke des Langhauses ist nicht bemalt, sondern in verschiedene mit Stuck umrahmte Felder mit unterschiedlichen geometrischen Formen eingeteilt.

Der ehemalige Hochaltar in barockem Stil mit gewendelten Säulen steht seit der Kirchenrestaurierung vor 50 Jahren an der Südwand des Langhauses.  
Im Mittelschrein steht eine Marienstatue aus der zweiten Hälfte des 15. Jh, wahrscheinlich ein früheres Gnadenbild. In Michael Wenings Topografie des Rentamts München (1701) heißt es dazu:"Zu Glonpercha ist U. L. Frau Schutz-patronin die geschnizlete Biltnuß (=geschnitzte
Figur) allda soll dem Vernemmen nach vor diesem Miraculoß (= wundertätig) gewesen seyn". Maria mit dem Kind auf dem linken Arm, hält in der Rechten eine Weltkugel mit Kreuz, wonach das Kind mit den Händen greift. Beide tragen Kronen auf dem Haupt, die nach ihrer Form zu schließen, erst später hinzugefügt worden sind.

Der Altaraufsatz mit einem sog. Voluten-Sprenggiebel und darauf sitzenden Anbetungsengeln enthält eine halbfigurige Darstellung von Gottvater. Der Schöpfer wird, dem barocken Gottesbild entsprechend,
mit lichtem Haar und langem Bart auf Wolken sitzend gezeigt.In der Hand hält er die Weltkugel. Akanthusranken umrahmen das Bild.Zwischen Altarbild und Aufsatz ist die Hl.Geist-Taube angebracht.
  Hinweise: Gottvater wurde in der christlichen Kunst wegen der Weisung im Alten Testament (Exodus 20, 3-4) kein Schnitzbild von Gott zu machen, viele Jahrhunderte nicht als Person dargestellt. Meist wurden Symbole wie der Lebensquell, die Hand Gottes oder das Auge Gottes im Dreieck verwendet. Personifiziert, als würdiger alter Mann mit langem Bart, wird Gottvater erst seit dem Barock (17.Jh). Diese Darstellung wird dem Gottesbild in unserer Zeit nicht mehr gerecht.
Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach fuhr der heilige Geist in leiblicher Gestalt auf ihn hernieder wie eine Taube (Lk, 3,22). Obwohl dies nur bedeutet, dass sich der Geist bewegte sich wie eine Taube, nicht aber aussah wie ein Vogel, hat man die Taube als Symbol für die sonst nur schwer greifbare dritte Person Gottes gewählt. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 hat dies sogar empfohlen. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam (so z.B. im Deckengemälden der Schlosskapellen in Haimhausen und Unterweilbach).

  
Als Assistenzfiguren stehen am ehem. Hochaltar auf Postamenten, unter kleinen Baldachinen, der hl. Antonius von Padua mit Esel und einer Schrifttafel mit dem Jesusmonogramm. Der Esel hat folgende Legende zum Hintergrund: Als jemand die Gegenwart Christi im Sakrament der Eucharistie bezweifelte, ließ Antonius einen Maulesel bringen, der drei Tage nichts zu Fressen bekommen hatte. das Tier fiel, ohne das gereichte Futter zu berühren, vor Antonius nieder, weil der ihm mit der Hostie entgegentrat.
Auf der rechten Seit steht eine Figur des hl. Franz Xaver ,mit einem Kreuz in der linken Hand. Mit der Rechten tauft er ein farbiges Kind.
  Hinweise: Franz Xaver, ein Spanier, war ein Zeitgenosse von Ignatius von Loyola und einer der ersten Jesuiten. Von Goa in Indien aus missionierte er auf mehreren Reisen den fernen Osten u.a. Japan und China und taufte dort viele Menschen. Am 3. Dezember 1552 starb der Heilige auf der Insel Sancian (Santschao) bei Kanton in China. Das hochgehaltene Kruzifix erinnert an den Eifer, mit dem er die Botschaft vom Gekreuzigten verkündete. In der Münchner Michaelskirche befindet sich eine Knochenreliquie mit dem Spruchband: "25 Tote erweckt, 120.000 getauft".Die Zahl der Taufen war damals -anders als heute- ein Maßstab für den Erfolg der Mission.
Antonius
lebte im 13.Jh und war ein begnadeter Redner, der sich gegen die Sekten der Katharer, Albigenser und Waldenser wandte. Seine Fastenpredigten in Padua 1231 hatten einen sensationellen Erfolg: Die ganze Region schien wie umgewandelt: Schulden wurden erlassen, zerstrittene Familien versöhnten sich, Diebe gaben das gestohlene Gut zurück, unrechtmäßige und überhöhte Zinsen wurden den Schuldnern zurückerstattet. Bis heute gilt in Italien ein damals erlassenes Gesetz, dass niemand mit seinem Leben und seiner Freiheit für eine Schuld haften solle, sondern nur mit seinem Eigentum. Antonius wird als Hilfe zum Wiederauffinden verlorener Gegenstände angerufen und gilt deshalb als "Patron der Schlamperer". Dies geht auf zwei Legenden zurück: Als ihm ein Manuskript gestohlen worden war, betete er so lange, bis der Dieb damit zurückkehrte. Schöner ist die zweite Legende, nach der er einem Geizhals half sein Herz zu suchen und es in einer Geldtruhe fand.IHS das ist das Namenssymbol Jesu. Es kann auf zwei Arten gedeutet werden: Es sind einerseits die Anfangsbuchstaben des in griechischen Großbuchstaben geschriebenen Namens Jesu (JHSOUS); andererseits werden diese Buchstaben auch als Anfangsbuchstaben von "Jesus, hominum salvator" das bedeutet: "Jesus, Erlöser der Menschen" verstanden.


Seitenaltäre

Die beiden Seitenaltäre bilden mit dem ehemaligen Hochaltar eine stilistische Einheit und dürften zur gleichen Zeit (um 1700) erstellt worden sein. Sie werden in der Schmidt'schen Matrikel von 1739 als "altare s.Annae & altare s.Augustini" erwähnt. Die Altaraufbauten werden durch blau gefärbte, glatte Säulen gestützt. Auf den Aufsätzen stehen Ziervasen mit auf runde Bretter gemalten Blumen (siehe Bild ganz oben).

Linker Seitenaltar

Das Altarblatt (Ölbild) am nördlichen Seitenaltar (Annaaltar) zeigt Jesus mit seiner Mutter Maria (links) und seiner Großmutter, der hl. Anna.
Im Altarauszug ein hochovales Gemälde des hl. Johannes des Täufers. Der Heilige (ein Verwandter Jesu) war Bußprediger am Jordan und taufte dort auch Jesus. Später wurde er auf Wunsch der Herodias, der Geliebten von Herodes und ihrer Tochter Salome enthauptet. Mit den Worten "Dieser ist das Lamm Gottes, das die Schuld der ganzen Welt wegnimmt" hatte Johannes den Messias angekündigt (Johannes 1,29). Deshalb wird er in der Kunst häufig mit einem Lamm und mit dem Spruchband "Ecce agnus dei" am Kreuzstab abgebildet.
  
Assistenzfigur an der Innenseite des Altars ist eine Schnitzfigur des hl. Sebastian am Marterbaum, von Pfeilen durchbohrt.
Hinweis:Sebastian soll nach der Legende im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde gewesen sein. Auf Befehl des Kaisers Diokletian wurde er wegen seines Glaubens mit Pfeilen durchschossen. Er erholte sich aber durch die Pflege der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein. Der heilige Sebastian wird deshalb als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron der Schützenbruderschaften verehrt.
  
Auf dem Altartisch steht eine Figur des hl.Leonhard in Mönchsgewand und Buch aber ohne die für ihn typischen Ketten.
Hinweis: Leonhard (in Bayern einer der 14 Nothelfer) lebte um das Jahr 500 als Einsiedler und später als Abt in Frankreich. Regelmäßig besuchte er die Gefangenen und erreichte für viele beim König Clodwig I. ihre Freilassung. Deshalb galt er ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen", also der Gefangenen - und der Geisteskranken, die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete; nach der Reformation wurde er Schutzpatron der Haustiere, weil man die Ketten, mit denen er meist abgebildet wurde, als Viehketten deutete. In Bayern erreichte die Leonhardsverehrung im 19.Jh ihren Höhepunkt.

Rechter Seitenaltar
Das Gemälde im südlichen Seitenaltar stellt den hl. Augustinus am Meeresstrand dar. Er ist in sein Bischofsgewand gekleidet. Zu seinen Füßen sitzt ein kleines Kind mit einem Schöpfgerät. Im oberen Bildteil gibt eine Wolkenöffnung einen Blick in den Himmel zur Hl.Dreifaltigkeit frei.
  Hinweis: Augustinus ist der bedeutendste der vier lateinischen Kirchenväter. Er wurde am 13.11.354 zu Tagaste in Numidien (Nordafrika) geboren. Auf allerlei Irrwegen gelangte er zum christlichen Glauben und wurde 387 vom hl. Ambrosius in Mailand getauft. 394 wurde er zum Bischof von Hippo bei Karthago geweiht. Durch seine zahlreichen Schriften entwickelte er sich zum geistigen Führer der abendländischen Kirche. Er starb am 28.8.430 während der Belagerung Hippos durch den Vandalenkönig Geiserich. Nach der Legende traf Augustinus, der immer das Geheimnis der Dreifaltigkeit ergründen wollte, am Meeresstrand ein Kind an, das mit einer Muschelschale das Wasser des Meeres auszuschöpfen versuchte. Als Augustinus das Kind auf die Aussichtslosigkeit seines Tuns aufmerksam machte, erwiderte es, dass sein Tun nicht weniger aussichtslos sei als der Versuch, das Wesen der Dreifaltigkeit Gottes zu ergründen.
Als Assistenzfigur dient am rechten Seitenaltar, in Anlehnung an sein Gegenüber, ein weiterer Pestpatron, der hl. Rochus, der auf die Pestbeule an seinem Bein zeigt. Rochus ist in Pilgerkleidung dargestellt, auf die besonders die Muschel an seinem Hut hinweist.
  Hinweis: Rochus (1295-1327) trat in den Dritten Orden der Franziskaner ein und begab sich auf Pilgerfahrt nach Rom; unterwegs half er bei der Pflege von Pestkranken. Er wurde selbst pestkrank (deshalb die Pestbeule am Oberschenkel), zog sich in eine Hütte im Wald zurück. Dort pflegte ihn ein Engel und ein Hund brachte ihm Brot, bis er genesen war und heimkehren konnte. Daheim wurde er für einen Spion gehalten und bis zu seinem Tod eingekerkert.
Im hochovalen Auszugsgemälde zwischen zwei kleinen Säulchen ist der Evangelist Johannes zu sehen. Er hält in seiner rechten Hand einen Kelch, aus dem sich eine Schlange windet.
  Hinweis: Johannes der Apostel und Johannes der Evangelist werden in der Überlieferung und in der Kunst häufig gleichgesetzt, obwohl es sich um zwei verschiedene Personen handelt. Der Evangelist Johannes lebte wohl erst um das Jahr 95. Bei der Domitianischen Verfolgung wurde auf die Insel Patmos verbannt, wo er das Buch der "Offenbarung" schrieb. Die Schlange im Kelch auf dem Bild in Glonnbercha erinnert an den Versuch, Johannes in Ephesus zu vergiften. Das Gift entwich dem Kelch in Form der Schlange.


Kreuzwegstationen
     An den Seitenwänden hängen im rückwärtigen Bereich die 14 Kreuzwegstationen im Rokokostil. Die Farbschicht auf den Holzbildern ist aber schon stark angegriffen. In der Fastenzeit wird in sogenannten Kreuzwegandachten der Leidensweg Jesus anhand der Bilder in der Kirche betend und meditierend "nachgegangen". Wenn Sie mehr über den Kreuzweg und seine Darstellungen in Kirchen des Landkreises erfahren wollen, klicken Sie hier...

Das Laiengestühl mit seinen einfach geschnittenen Eichenwangen stammt aus der Barockzeit.

Kruzifixe
An der Nordwand hängt ein großes Kruzifix, wie es in den meisten Kirchen angebracht ist. Ein Figur der schmerzhaften Muttergottes fehlt hier.
  Hinweis: In den frühchristlichen Kirchen wurde das Kreuz ohne den Corpus des Gekreuzigten angebracht. Dann aber wurde Christus am Kreuz als lebender und über den Tod triumphierender, göttlicher Sieger mit geöffneten Augen und in aufrechter Haltung dargestellt. Erst im hohen Mittelalter (etwa seit dem 12. Jh) setzte sich die Abbildung des leidenden und toten Gekreuzigten, die Betonung des Menschseins Jesu durch, wie wir es von unseren Kirchen kennen.
Im Zwischenraum zum Seitenaltar wurde ein weiteres kleineres Kreuz befestigt, das lange Zeit als Vortragekreuz in Gebrauch war.
Hinweis: Vortragekreuze werden beim Kirchenein- und Auszug, Prozessionen, Wallfahrten sowie bei Beerdigungen vorangetragen. Dies geht zurück auf das Jesuswort "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach". Bei Gebetsprozessionen (Bittgängen, Kreuzweg) wird der Corpus des Kreuzes zu den nachgehenden betenden Menschen gedreht, damit sie den Gekreuzigten vor Augen haben. Bei anderen Prozessionen, z.B. an Fronleichnam und beim Ein- und Auszug zeigt der Corpus in die Gehrichtung, d.h., er weist ihnen den Weg. Die ältesten Vortragekreuze stammen schon aus dem 6.Jh.

Die Kirche hat heute keine Kanzel mehr. Möglicherweise wurde sie im Zusammenhang mit der Verlegung des Hauptaltars an die Südseite entfernt. Aus den Unterlagen ist jedoch ersichtlich, dass im Jahr 1660 eine Kanzel für die Kirche gefertigt wurde.


Empore

Die reich mit Rankenmotiven geschmückte Emporenbrüstung der Filialkirche ist durch sechs mit Leisten getrennte Felder strukturiert. Sie ist mit der Jahreszahl "1577" datiert und zeigt eine ähnliche Bemalung wie die Emporenbrüstung in Gundackersdorf.

Es handelt sich um sechs mit Maikrügen bemalte Holztafeln. Zu sehen sind Zweige mit Feigen, Granatäpfeln und Blüten. Oben und unten sind die Malereien umrahmt von schmalen Friesen mit intarsienartigen Ornamenten. Die Malerei war nicht immer so beliebt. Jedenfalls war sie bis 1904 mit Kalkfarbe überstrichen.

Bei der Restaurierung stellte Pfarrer Hans Hinterreiter drei Schmuckbretter aus der Vorgängerempore sicher, die 1577 noch als Bodenbretter verwendet wurden. Die Bretter mit ihrem gotischen Muster, das durch Brandmalerei (um das Jahr 1500, Hinterreiter meint: 1300) entstanden ist, sind jetzt unterhalb der Empore an der Wand angebracht.

An der Westwand des Schiffes hinter der Emporentreppe kamen bei der Renovierung noch zarte Malereispuren zum Vorschein. Es handelt sich vermutlich um Bilder der Apostel.
Diese Malspuren geben zu der Vermutung Anlass, dass in gotischer Zeit die ganze Kirche mit Malereien ausgestattet war.

Ziergitter

Eine Besonderheit der Kirche in Glonnbercha ist das vor der hölzernen Eingangstüre angebrachte perspektivische Ziergitter (siehe links). Es verhindert den Zugang zur Kirche außerhalb der Gottesdienstzeiten, gibt aber einen Blick ins Innere frei. Nach Meinung von Kunstexperten passt dieses Gitter nicht zur Kirche, weil es einen falschen Eindruck vom Kircheninneren vermittelt. Genau das scheinen aber der Künstler und sein Auftraggeber, Pfarrer Hinterreiter bewirken zu wollen. Das Gitter zaubert in die barocke Kirche gotische Pfeiler und Kreuzgewölbe hinein.

Opferstock
 Vor dem Gitter ist steht schöner, aber schon etwas verrosteter Opferstock auf einem mit Einkerbungen verzierten Holzstock.

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Türschloss
Bei der Restaurierung hatte man entdeckt, dass das Portal früher an der Nordseite lag. Heute betritt man die Kirche von der Westseite. Die Eingangstüre unmittelbar hinter dem Gitter besitzt neben dem modernen Schließmechanismus noch das alte barocke Türschloss.

Wenn Sie auch andere alte Türschlösser aus den Landkreiskirchen sehen wollen, klicken Sie hier...


Vorhaus

Im Westen des Langhauses schließt sich ein kleines Vorhaus mit Nord- und Südzugang an. Im Vorhaus erinnert einer Nische noch an das frühere Gebeinhaus (Karner). Hinter einem Holzgitter sind noch einige Totenschädel aufbewahrt.
  Hinweis: Das Beinhaus oder Karner (lat.carnarium=Fleischkammer) war vom Mittelalter bis zum 19.Jh. ein meist an die Kirche in der Nähe des Eingangs angebaute, zweigeschossige Friedhofskapelle, in deren Untergeschoss die Gebeine der schon lange Verstorbenen aufbewahrt wurden, um Neuzugängen Platz zu machen. In früheren Jahrhunderten war die Lebenserwartung nicht so hoch; so sind in Relation zur Bevölkerungszahl mehr Menschen gestorben. Friedhöfe waren damals immer um die Kirche herum angelegt und kaum erweiterungsfähig. Im Jahr 1058 beschränkte mandie Grenzlinien der Friedhöfe auf 60 Schritte im Umkreis des Altars für Hauptkirchen und 30 Schritte für Kapellen. Weiter entfernt konnte man sich des Segens der im Altar ruhenden Reliquien und der Fürbitte des Heiligen nicht sicher sein. So war es üblich, die Gräber schon nach 5 bis 10 Jahren wieder zu verwenden. Zudem gab es keine Familiengräber; der nächste Tote erhielt das frei werdende Grab. Manche Totenschädel in den Beinhäusern wurden auch bemalt oder mit Inschriften versehen, um sie der Anonymität zu entreißen. Karner waren besonders in Bayern, Österreich und Ungarn verbreitet; sie standen an katholischen und protestantischen Gotteshäusern. In den letzten hundert Jahren wurden die Karner abgerissen bzw. in Lourdeskapelle, Abstellräume oder Vorhäuser umgewandelt. In manchen Kirchen wie hier in Glonnbercha erinnert aber noch eine Nische mit einigen Totenköpfen an die frühere Trauerkultur. Die aufgestapelten Gebeine sollen die Kirchenbesucher an die Vergänglichkeit des Menschen ermahnen.


Kreuzreliquienmonstranz
  
Außerhalb der Kirche ist eine schöne Kreuzreliquienmonstranz mit Edelsteinverzierungen verwahrt, die zur Kirche in Glonnbercha gehört. Die Kreuzreliquie ist das kleine schwarze Kreuz, das in das gelben Kreuz eingebettet ist. Die Monstranz ist vom Typ her eine sog. Sonnenmonstranz, bei der Sonnenstrahlen den Hintergrund und äußeren Rand bilden. Christus ist der strahlende Heilsbringer und Lebensspender.   
  Hinweis: Kreuzreliquien waren früher besonders wertvoll; schließlich galt das Kreuz Christi als kostbarste Reliquie der Christenheit. Die hl.Helena, Mutter von Kaiser Konstantin, soll im Jahr 320 nach der Legende das Kreuz Christi aufgefunden haben. Größere Kreuzpartikel kamen ab 950 nach Deutschland; die meisten wurden aber im 17. und 18.Jh erworben. Sie wurden meist in Reliquienmonstranzen aufbewahrt und waren in der Regel Ziel kleinerer Wallfahrten. Im Jahr 1155, als Reisen ins Hl.Land zu gefährlich wurden, schickte der Jerusalemer Patriarch den Kanoniker Konrad mit einer großen Kreuzreliquie (mit Echtheitsurkunde) nach Europa. Vor diesem Partikel konnten die Gläubigen ihre Andacht ablegen und wurden der gleichen Gnaden teilhaftig wie echte Heilig-Land-Wallfahrer. Das Geld, das die Gläubigen spendeten, kam Jerusalem zugute. Als Konrad in das Gebiet des Grafen von Dachau kam, wurde er überfallen und beraubt (so kam übrigens die Reliquie nach Scheyern, in das Hauskloster der Wittelsbacher). Die Kreuzpartikel in Glonnbercha dürfte nicht unter so dramatischen Umständen erworben worden sein. Wahrscheinlich ist es eine sog. Berührungsreliquie, die am Original anberührt wurde.

Die Mesnerin der Kirche, Frau Biechl hat darauf hingewiesen, dass alle der in der Kirche von Glonnbercha bildlich oder figürlich dargestellten Heiligen besonders schöne Gesichter haben. Klicken Sie auf die Heiligennamen und vergleichen Sie selbst.


Karfreitagsratsche
Unter der Empore wartet noch eine alte Karfreitagsratsche auf ihren zweitägigen Einsatz pro Jahr. Am Karfreitag und Karsamstag schweigen einem alten Brauch zufolge die Kirchenglocken. Ihre Funktion nehmen die Holzratschen ein, die an diesem Feiertag von Ministranten durchs Dorf gezogen werden und mit lauten Klappergeräuschen auf die Gottesdienstzeiten aufmerksam machen.

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Hans Schertl

Quellen:
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874

Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr. 347)
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Bericht von Pfr. Hans Hinterreiter, Aushang im Vorhaus, 1975 und Amperland 1967
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, 1990
Dr. Georg Brenninger u.Robert Böck in Chronik der Gemeinde Petershausen, Band 2, Geschichte und Kultur, 2000
Dachauer Nachrichten 2001
Dachauer SZ 2001
Kreisbote Dachau 2001
Robert Böck, Begleittext zum Dachauer Weihnachtstaler 2003
Hans Kornprobst, Die in Indersdorf inkorporierten Kirchen, Amperland 2004/2
Münchner Kirchenzeitung v. 30.10.2005
48 Bilder: Hans Schertl (2001, 2003)

Kirchen und Kapellen im Landkreis Dachau - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

26.6.2010