zur Landkreiskarte Kirchen
i.d. Gem. Bergkirchen
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Filialkirche "Unsere Liebe Frau im Moos" in ESCHENRIED
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Beschreibung Der wegen seines Golfplatzes
weithin bekannte Ort Eschenried wurde erst 1870 als Mooskolonie angelegt.
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Wegen Baufälligkeit musste im Dezember 1977 das alte Kirchenschiff abgebrochen werden. Innerhalb nur eines Tages wurde es durch den derzeitigen Kirchenbau aus Fertigbauteilen ersetzt (Architekt Eggendorfer, Firma Babinsky).
Die 100 Sitzplätze und weitere 100 Stehplätze umfassende Kirche mit den Maßen 14,5 mal 11 Metern ist teilweise auf sechs bis neun Meter hohen Pfählen im Moorboden gegründet. Das Gerüst besteht aus 17 Aluminium-Trägern, das mit nichttragenden Bauteilen aus Holz und Glas ausgefacht ist. Die Außenwände sind durch Holzverkleidungen und die oberlichtigen Fenster gegliedert. Das Ziegeldach wurde dem Landschaftsbild angepasst.
Inneneinrichtung:
Der Innenraum ist rechteckig und mit einer großen Holzdecke überzogen.
An der Wand hinter dem einfachen Altar hängt als Blickpunkt ein großes Kruzifix von 1978. Die Christusfigur am Kreuz trägt einen dreistrahligen Heiligenschein. Auf dem Corpus ist nicht -wie sonst üblich- die Seitenwunde dargestellt, d.h., hier wird der noch lebende Jesus abgebildet.| In den frühchristlichen Kirchen wurde das Kreuz ohne den Corpus des Gekreuzigten angebracht. Dann aber wurde Christus am Kreuz als lebender und über den Tod triumphierender, göttlicher Sieger mit geöffneten Augen und in aufrechter Haltung dargestellt. Erst im hohen Mittelalter (etwa seit dem 12. Jh) setzte sich die Abbildung des leidenden und toten Gekreuzigten, die Betonung des Menschseins Jesu durch, wie wir es von unseren Kirchen kennen. |
| Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die seit dem 12. Jh übliche Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit (unter anderem Namen) zur Aufbewahrung verwandelter Hostien für die Sterbenden. Seit dem hohen Mittelalter wurde er auch Ort der Anbetung und Verehrung Christi in der Gestalt dieses eucharistischen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545 - 63) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Doch diese Vorschrift wurde in Deutschland, wo man lange daran festhielt, die heiligen Hostien in Wandschränken und Sakramentshäuschen aufzubewahren, erst im 18. Jahrhundert umgesetzt. Das 2. Vatikanische Konzil (1962 - 65) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder modernisierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen frei auf einer Säule. |
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![]() Vergrößerung von 4 Details(Tabernakel,Kruzifix,Madonna) per Mouseklick |
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Bis zum Jahr 2006 hing an der Südseite
ein weiteres Gemälde
ungefähr gleicher Größe und Form, das die Kreuzigung Jesu
zum Inhalt hat. Der Maler ist mir leider nicht bekannt. Die Kirchenbänke vor und neben dem Altar bieten 100 Kirchenbesuchern Platz. |
An der Rückwand
hängen 14 aus Holz geschnitzte Kreuzwegbilder
(50 x 40 cm). Die Darstellungen des Leidenswegs sind als Relief gearbeitet.
Die Bilder wurden von einem Gläubigen aus Olching 1990 gestiftet.
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Auf eine Empore muss wegen der geringen Höhe verzichtet werden. Die 1963 aus Spendenmitteln erworbene kleine einmanualige Orgel mit Freipfeifenprospekt steht im rückwärtigen Bereich an der rechten Seite. Sie besitzt sechs Register und wurde von der Fa. Sandtner aus Steinheim bei Dillingen gefertigt. Die Gebrüder Sandtner haben auch die Orgeln in den Kirchen von Günding, Unterbachern und Oberroth neu gebaut oder restauriert. |
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Disposition
der Orgel (nach Brenninger -Stand 1975-): |
Berichte
aus dem Pfarrleben
Die Dachauer Zeitungen haben in den letzten 80 Jahren immer wieder aus dem Pfarrleben
der Filialkirche Eschenried berichtet. Diese Berichte befassen sich nicht unmittelbar
mit dem Kirchengebäude, vermitteln aber einen ergänzenden Eindruck
aus der damaligen Zeit. Dabei handelt es sich um Berichte über neue Pfarrer,
Jubiläen,
Restaurationen, Erstkommunion und hier in Eschenried von der Notkirche. Wenn
Sie daran interessiert sind, klicken
Sie hier...
Wenn Sie eine Kirchenführung vereinbaren möchten, klicken Sie hier....
Hans Schertl
Quellen:
Amperbote
vom 03.03.1932, vom 25.10.1932, vom 28.10.1932, vom 25.05.1933, vom 17.05.1934,
vom 30.05.1935
und vom 08.10.1934
Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/3
Dachauer Neueste, Dezember 1977
Georg Brenninger,
Orgeln in Altbayern, 1978
Georg Brenninger, Kunsttopographie des Erzbistums München und Freising,
1982
Georg Mooseder, Zwei Münchner Notkirchen für Eschenried, Amperland
1989/2
Christian Huber, Der Maler Richard Huber, Amperland 2002/2
Dachauer Nachrichten vom 27.2.2003
Georg Brenninger,
Die Glocken der Kirchen im Dekanat Dachau, Amperland 2005/1
Hubert Eberl, Bergkirchen, Alte Zeitungsartikel, 2009
11 Bilder: Hans Schertl (2002)
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26.12.2009