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Kirchen
in Gemeinde Weichs
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Filialkirche St.Georg und Maria in EBERSBACH
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Der Ort ist in einer Urkunde des Jahres
853 als Eparespah (Bach des Eberhard) bezeichnet. Die Kirche besitzt im Altarraum einen spätgotischen Teil. Im Übrigen ist sie ein Bau ausgehenden 17.Jh. Auf der Westmauer sitzt seit 1741 ein relativ großer Dachreiter mit einer Zwiebelkuppel. Der starke Balken, auf dem der Dachreiter mit seiner Ostwand ruht, wird durch einen mit Kapitellen versehenen runden Holzpfeiler im Kirchenschiff gestützt.
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An der Südwand steht in einer spitzbogigen Nische die Figur des hl.Josef mit dem Jesuskind auf dem Arm hinter einer kleinen Gittertüre.
Die letzte Renovierung wurde innen 1967, außen 1978 durchgeführt.
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Inneneinrichtung Mittelpunkt des barocken Choraltars
ist eine gotische Muttergottesfigur im Strahlenkranz, flankiert
von zwei kleineren Figuren, die wahrscheinlich St.Petrus und St.Paulus
darstellen. Assistenzfiguren sind die Heiligen Georg und Florian. An den Wänden stehen Figuren des hl.Josef und des hl.Georg. Die Emporenbrüstung ist mit Bildern der zwölf Apostel verziert, die ebenfalls von Hausinger gemalt worden sind. |
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Ausführliche
Beschreibung
mit ikonographischen
und kunsthistorischen Hinweisen
Der Ort ist in einer Urkunde
des Jahres 853 als Eparespah (Bach des Eberhard) bezeichnet. Ebersbach war damals
Ort einer Verhandlung zwischen Bischof Erchanbert (835-854) und einem gewissen
Eraloh. Ebersbach wird auch in den Urkunde Nr. 1416 und 1417 der Freisinger
Traditionen genannt. Nach der erstgenannten Urkund tauschte der Edle Maganus
mit einem Unfreien der Kirche namens Aripo ein Gut in Ebersbach gegen ein anderes
Gut in Gundelshausen. Nach der zweiten Urkunde übergab der unfreie Priester
Walto seinen Besitz zu Ebersbach/Heberesbach dem Bistum.
Diese Urkunden wurde in der Zeit zwischen
1024 und 1031 ausgestellt. Die
frühen Urkunden sind zeitlich nicht genau zu bestimmen, weil darin nicht
das Erstellungsdatum genannt ist. Wenn man die Lebensdaten der beim Vertragsabschluss
anwesenden Zeugen kennt, ist der Zeitraum einzugrenzen.
Geschichte der Kirche
Kirche
um 1158
Die Filialkirche St. Georg (und Maria) der Pfarrei
Weichs wurde ausdrücklich erst im Jahr 1158 (dem Gründungsjahr
Münchens) erstmals in einer Urkunde des Bischofs Otto des Großen
erwähnt. Die Urkunde enthält eine Aufzählung der Schenkungen
an das Domkapitel. Dort heißt es: "dos Ecclesiae quae est in praedio
Decani Al.(berti) apud Edespach". Nach Freudensprungs Buch "Oertlichkeiten
des Bisthums Freising" ist das Wort Edespach verdruckt; es müsste
stattdessen Eberspach heißen. Das Domkapitel, der engste Mitarbeiterstab
des Bischofs, der engste Mitarbeiterstab des Bischofs, war eine eigenständige
juristische Person, die selbst Besitz haben konnte.
Matrikel von 1315
In der Konradinischen
Matrikel von 1315 ist sie nicht ausdrücklich genannt; dort heißt
es nur: "Weichs habet II filias". Die
Buchstelle mit der Aufzählung der zwei Filialkirchen ist leider nicht mehr
leserlich.
| vorher durchgeführten Baumaßnahmen) vier Gulden ("resst über gethanen paw 4 fl"). In der Kirche standen 3 Altäre, die wohl damals gerade bemalt wurden ("hat 3 altär, werden zierlich mit guetem Ornat versehen. Das Sakramentshaus war nicht verschließbar, aber es brannte das ewige Licht davor. Das Allerheiligste und die heiligen Öle wurden liturgisch rein behandelt. Das Taufwasser befand sich in einem Krug("Baptismus ist in aim krueg"). An liturgischen Geräten und Gewändern waren vorhanden: ein Kelch mit Corporal, 2 Messbücher, ein zerrissenes Liturgiebuch, eine Monstranz aus Messing ("aine messinge monstrantz") und zwei Mess-gewänder ("2 ornät"). Jahrtagsstiftungen gab es nicht ("hat kain gestifften jartag"). Der Pfarrer (von Weichs) hält "alle zwelf pottentäg und zur Khirchweihe meß". Von den Grundstücken des Gotteshauses war nichts verkaufft. Der Mesner ist vleissig. Auch der letzte Satz des Berichts lässt an eine Baumaßnahme um 1560 denken: "Die kirch wol erbaut und stet in andern dingen wol". |
Beschreibung 1884
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising von
Anton Mayer und Georg Westermayer aus den Jahren 1870 bis 1884 ist im Kapitel
über die Pfarrei Weichs auch die Filialkirche St.Georg in Ebersbach enthalten.
Im Dorf selbst wohnten 63 Seelen (in 13 Häusern).
Die Wege zur 3 km entfernten Pfarrkirche seien großenteils beschwerlich,
besonders bei nasser Witterung, schreibt Westermayer. Und weiter über die
Kirche: "An der Districtsstraße nach Petershausen gelegen. Erbauungjahr
unbekannt. Restaurirt 1869-1872. Styl im Presbyterium ursprünglich gothisch,
später Renaissance. Geräumigkeit zureichend. Baupflicht hat die Kirche.
Kuppelthurm mit 2 Glocken. Darauf folgende Inschriften: a) auf der größeren
Glocke: 'Zu Gottes Ehre gos mich Michael Langenegger in München anno 1714'
b) auf der kleineren: "Matthäus Schneider in München gos mich
1640". 3 Altäre. Gottesdienst
nur am Patrozinium. Stiftungen: 1 Jahrtag, 7 Jahrmessen. Meßner ist ein
Gütler des Ortes. Kirchenvermögen: 4.900 Mark".
Bis 1915 war Ebersbach pfarrlich zweigeteilt: Die Einwohner, die südlich der Kirche wohnten, gingen über den Glonnsteg nach Vierkirchen zum Gottesdienst, der (größere) Rest der Ebersbacher dagegen nach Weichs.
Die letzte Renovierung wurde innen 1967, außen 1978 durchgeführt.Der größte Teil davon wurde in Eigenleistung der Dorfbewohner erbracht.
Die Kirche ist ein kleiner, flachgedeckter Saalbau
des ausgehenden 17.Jh. Der leicht eingezogene, dreiseitig geschlossene Chor
ist spätgotisch.
Auf der Westmauer sitzt seit 1741 ein relativ großer Dachreiter
mit einer Zwiebelkuppel. Der starke
Balken, auf dem der Dachreiter mit seiner Ostwand ruht, wird durch einen mit
Kapitellen versehenen runden Holzpfeiler im
Kirchenschiff gestützt.
Die Glocken aus Ebersbach mussten im Jahr 1942 zum Einschmelzen abgeliefert
werden. Nach dem Krieg kam eine Glocke, die den Weltkrieg in der Pfarrkirche
unversehrt überstanden hatte, aus Weichs nach Ebersbach. Die übrige(n)
Glocke(n) wurden in der Nachkriegszeit beschafft.
| An der äußeren Südwand
steht in einer spitzbogigen Nische die Figur des hl.
Josef mit dem Jesuskind auf dem Arm hinter einer kleinen Gittertüre
(Bild ganz oben rechts). Neben der vergitterten Eingangstüre hängt ein großes Holzkreuz ohne Corpus. Hinter dem Altar lässt ein Rundbogenfenster Licht in den Chorraum. Die Tür unter dem Fenster wurde von außen zugemauert. |
Inneneinrichtung
| Der Altarraum wird von einem schönen Netzgewölbe überspannt. Die Gewölberippen enden an der Mauer auf Konsolen. Die Vielzahl der Rippen im Netzgewölbe ist nicht -wie z.B. beim Kreuzrippengewölbe- allein der Statik geschuldet, sondern dient auch der Zierde. Die Schlusssteine des Gewölbes sind reliefiert; wahrscheinlich waren Heilige oder Engel abgebildet. Zwischen den Rippen liegen noch unter Putz gotische Blumengebinde, die aus Kostengründen noch nicht freigelegt werden konnten. |
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Der prächtige barocke Choraltar mit gewendelten Säulen und hohem Aufsatz auf dem Gebälk, stammt aus dem zu Ende gehenden 17. Jh. Mittelpunkt des Choraltars ist eine gotische Muttergottesfigur im Strahlenkranz, von Gewölk umgeben. Sie stammt aus der 2. Hälfte des 15. Jh.Maria ist in das rot-blau-goldene Gewand gekleidet. Auf ihrem Haupt trägt sie eine Königskrone. In den Armen wiegt sie das nackte Jesuskind. Sie hat ihren rechten Fuß etwas nach vorn gestellt und den Kopf nach links geneigt. Dadurch erhält die Figur den typischen gotischen Schwung (S-Form). |
| Flankiert wird sie von zwei kleineren Figuren, die zwischen der Muttergottes und den Wendelsäulen stehen. Sie sind in Stiefeln abgebildet, in den Händen halten sie neben der Bibel ein Schwert bzw. einen Kreuzstab. Nach der Inventarliste sollten es die Wetterheiligen Johannes und Paulus sein. | Nach Auskunft des langjährigen Kirchenpflegers und Bürgermeisters Georg Hailer könnte es sich nach einer Vertauschungsaktion durch einen früheren Kooperator auch um St.Petrus und St.Paulus handeln. Dies würde die Attribute Buch, Schwert und Bischofsstab erklären. Allerdings wird St.Petrus in der Kunst seit dem 4.Jh meist mit einem krausen Haarbüschel, umgeben von einem Haarkranz dargestellt. Dies ist hier nicht der Fall. |
| St. Georg ist im römischen
Soldatengewand mit buntem Federbusch auf dem Helm dargestellt. Mit seiner
Lanze durchbohrt er einen sich um seine Füßen ringelnden Drachen.
Hinweis: St.Georg war Soldat des römischen Heeres zur Zeit Kaiser Diokletians und wurde um ca. 304 in Nikodemien oder Lydda enthauptet. In der Ostkirche wird er als "Großmärtyrer" verehrt. Bei uns gilt der hl. Georg vor allem als Patron der Pferde (Georgiritt). |
| Der hl.Florian ist in
Ebersbach -ganz ungewöhnlich- mit einer barocken Krone auf dem Haupt
dargestellt. In der linken Hand hält ein großes Schwert. Mit
der rechten Hand gießt er aus einem Eimer Wasser auf ein brennendes
Haus zu seinen Füßen. Was Schwert und Krone zu bedeuten haben,
ist mir nicht bekannt. Hinweis:St.Florian war um das Jahr 304 Offizier der zweiten italienischen Legion des römischen Heeres. Wegen seines Glaubens wurde er verhaftet und nach vielen Martern mit einem Mühlstein um den Hals in die Enns geworfen.In seiner Jugend soll er ein brennendes Haus durch sein Gebet gerettet haben. |
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Im Altaraufsatz ist zwischen Voluten und Wendelsäulchen ein hochovales Bild vom Herzen Mariens zu sehen. |
Der Aufsatz wird von einer Strahlenmonstranz gekrönt. |
Heiligenfiguren
an den Wänden des Altarraums
An den Wänden des Altarraums stehen noch
zwei Heiligenfiguren auf Postamenten: St.Josef
und St.Georg
| Die Figur des hl.Josef,
stand früher in der Gemeindekanzlei. Der Heilige hält in der Hand
einen Hobel und einen Winkel, ein Hinweis auf den Zimmermannsberuf Josefs.
Die Figur wurde im 20.Jh geschnitzt. Hinweis: Joseph war der Vater Jesu - oder Ziehvater Jesu, da nach altchristlicher Überzeugung Jesus der Sohn Gottes ist und durch den Heiligen Geist im Schoß der Jungfrau Maria gezeugt wurde. Joseph stammte aus dem Geschlecht des Königs Davids, aus dem nach dem Zeugnis des Alten Testaments der Messias hervorgehen werde. Er lebte als Zimmermann in Nazareth. |
| Die Figur von St.Georg ist im gotischen Stil geschnitzt. Der rotwangige Heilige wird als Ritter dargestellt, mit Harnisch und Eisenhandschuhen. Dazu trägt er ein vergoldetes, im Schulterbereich mit Edelsteinen besetztes Gewand. In der Hand hält er eine Lanze, mit der er den Kopf des Drachens zu seinen Füßen durchbohrt hat. Sein rechter Fuß hält den Drachen nieder. Die Figurengruppe zeigt den Sieg des Guten über das Böse. |
Die Kirche besitzt keinen Zelebrationsaltar.
| Hinweis: Ambo (griech. ámbon = erhöhter Rand) war im Frühchristentum und Mittelalter die erhöhte Plattform an der altchristlichen Chorschranke in der Kirche zum Vorlesen und Vorsingen liturgischer Texte (Epistel, Evangelium). | Ab dem 14. Jh. wurde die Funktion des Ambos von der Kanzel übernommen. In neuester Zeit hat das Ambo die Kanzel wieder abgelöst und ist fester Bestandteil in der Ausstattung der Kirchen. |
| Die Sakristeitüre besitzt
noch ein kunstvolles altes Schloss
mit einer interessanten Mechanik. Wenn noch andere alte Kirchentürschlösser aus dem Dachauer Land sehen möchten, klicken Sie hier... |
| Die Chorglocke (Sakristeiglocke) neben dem Sakristeizugang (mit der der Beginn des Gottesdienstes eingeläutet wird), ist mit einem doppelbalkigen Kreuz und Rocaillen verziert. |
Kirchenschiff
Das
Ende des 17.Jh angebaute Langhaus besitzt eine einfache Flachdecke.
| Sie ist mit einem großen Fresko verziert, das 1971 der damals 94jährige Maler Hausinger (signiert, siehe unten) geschaffen hat. Es stellt den hl. Georg dar, der vom Pferd aus den Drachen (=das Böse bzw. die muslimische Bedrohung) tötet und so die Königstochter (Sinnbild für die Kirche), die im Gemäldehintergrund jubelnd die Hände empor reißt, vor dem Opfertod rettet. Nach der Legende hauste in einem See vor der Stadt Silena in Lybia ein Drache, dem die Einwohner täglich Lämmer opfern mussten. Als keine Tiere mehr aufzutreiben waren, wurden die Söhne und Töchter geopfert. | Eines Tages traf das Los die Königstochter.Nach einem Herz zerreißenden Abschied von den Eltern ging sie an den See vor der Stadt. Da erschien St.Georg, nachdem er alle Martern überstanden hatte, gevierteilt und vom Erzengel Michael wieder zum Leben erweckt worden war. Als der Drache auftauchte, schwang Georg mit dem Zeichen des Kreuzes die Lanze und durchbohrte das Untier, das zu Boden stürzte. Eine Besonderheit ist die braune Farbe des Pferdes. Üblicherweise wird St.Georg in der Kunst immer auf einem Schimmel reitend dargestellt. Der Schimmel, als weißes Pferd, ist ein Symbol für das Gute. |
| Hinweis: Der Drache ist ein Wesen, das viele Völker in ihren Mythen (Lindwurm) kennen. In China gilt er als glücksbringend, bei uns im Westen als Bedrohung. Sein Name kommt vom Griechischen drakon = "furchtbar Blickender". Im Alten Testament wird er als Verkörperungen des Bösen und als Teufel bezeichnet. In der Apokalypse bedroht er die Frau, die gerade ein Kind geboren hatte. In der religiösen Kunst wird er häufig zusammen mit dem hl.Michael, dem hl. Georg und der hl.Margarete abgebildet. Bei frühen Darstellungen ist der Drache meist schlangenartig und oft mehrköpfig wiedergegeben, seit dem Spätmittelalter eher echsenförmig, oft mit Fledermausflügeln und feurigem Atem. Alte Drachen-Darstellungen sind Sauriern oft erstaunlich ähnlich, als ob es ein Urwissen von der Existenz dieser prähistorischen Tiere geben würde. |
Die Seitenaltäre wurden 1733 von dem Kranzberger Trio Hans Ströber, Georg Westermayr und Thaddäus Kopf gebaut.
Linker Seitenaltar| Auf dem linken Seitenaltar steht eine große Figur des Papstes Silvester I., mit der Tiara (Papstkrone) auf dem Kopf, dem Hirtenstab in der Hand und dem Kopf eines Stiers zu seinen Füßen. Der Stier hat eine Legende als Hintergrund. Darin wird von einem Streitgespräch berichtet, das Silvester mit zwölf jüdischen Rabbinern geführt hat, weil die römische Kaiserin Helena ihren inzwischen getauften Sohn Konstantin zum Judentum bekehren wollte. Silvester obsiegte im religiösen Disput gegen elf der gelehrten Juden; der zwölfte tötete einen Stier, um ihn wieder zum Leben zu erwecken und so die Kraft seines jüdischen Glaubens zu beweisen. Dem Rabbiner misslang die Totenweckung. Silvester dagegen gab dem Tier das Leben zurück, worauf die 12 Rabbiner und die Kaiserin Helena sich sofort taufen ließen. | ||
| Hinweis: Silvester war der erste Papst, der nach der Verfolgung zum Papst gewählt wurde. Seine Verehrung als Heiliger beruht auf einer Reihe von Irrtümern und Legenden. Die Behauptung, er habe Kaiser Konstantin vom Aussatz geheilt und getauft, ist historisch nicht haltbar, ebenso wenig wie die Geschichte von der Konstantinischen Schenkung, die sich als Fälschung herausstellte. Silvester hat während seiner Amtszeit bei wichtigen Glaubensentscheidung nicht mitgewirkt Er nahm weder an der Reichssynode in Arles (gegen Donatisten) teil noch am 1. Konzil von Nicäa, wo es um die Wesensart Christi und die Auseinandersetzung mit den Arianern ging. Den Synodalen von Arles schrieb er, er könne die Apostelgräber in Rom nicht im Stich lassen. Wahrscheinlich wollte er sich nicht den Vorwürfen stellen, er sei während der diokletianischen Verfolgung vorübergehend vom Glauben abgefallen. |
| Im Altaraufsatz des linken Seitenaltars ist ein vergoldetes Monogramm Mariens zu sehen. Das sind die Buchstaben des Namens "Maria" ineinander geschrieben. Gekrönt wird der Altar durch eine vergoldete Strahlenmonstranz aus Holz. | ||
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Hinweis: Nach apokryphen Schriften sollen durch das Erdbeben, das beim Tode Christi einsetzte, die Gebeine des "alten Adam" am Fuße des Kreuzes Christi zutage getreten sein. Der Schädel Adams findet sich deshalb in der christlichen Kunst öfter am Fuße von Kruzifixen. Die Apokryphen berichten weiter, dass Noah durch seinen Sohn Sem und seinen Enkel Melchisedek die Gebeine Adams aus der Bestattungshöhle hatte holen und zum Mittelpunkt der Welt, nach Golgatha, bringen lassen, um sie dort erneut zu begraben. Dabei soll sich die Erde von selbst in Form eines Kreuzes geöffnet haben. Nach der Typologie, der Lehre der Gegenüberstellung des NT (Antitypus) und des AT (Typus), bedeutet diese Darstellung der Gebeine Adams unterhalb des Kreuzes auch die Überwindung des Alten Bundes durch den Neuen Bund. | |
| Die große Figur auf dem
rechten Seitenaltar stellt den vor einigen Jahren in den Legendenstatus
versetzten Christophorus
dar, der das Jesuskind auf seinen Schultern trägt. Christophorus ist eine Legendengestalt, die im aktuellen Heiligenkalender nicht mehr enthalten ist. Er soll als Offerus den mächtigsten Herrn der Erde gesucht haben am Ende seiner Suche ein Kind über einen Fluss getragen haben, das immer schwerer wurde, sodass er zu ertrinken drohte. Das Kind war Jesus. Die Volksfrömmigkeit besagt, wer ein Bild oder eine Figur von St.Christophorus erblickt, wird an diesem Tag nicht von einem plötzlichen Tod überrascht. |
| Im Altaraufsatz in goldenen Buchstaben das Jesusmonogramm IHS. Darunter ist ein Herz mit den drei Kreuzesnägeln figürlich dargestellt. Die Zeichen IHS sind übrigens griechische Buchstaben (das H ist ein Eta) und bedeuten "JHS(OUS)"=Jesus. Andere Deutungen sind: "Jesus, hominum salvator" (lateinisch "Jesus, Erlöser der Menschen") oder auch volkstümlich "Jesus, Heiland, Seligmacher". |
Die beiden Seitenaltäre und der Kreuzweg sollten vor 40 Jahren verkauft werden und konnten nur dank des entschiedenen Widerstands der Kirchenverwaltung für die Kirche in Ebersbach gerettet werden.
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| Im hinteren Bereich der Kirchenbänke (8 + 6 Reihen) ist ein noch sehr urtümlich wirkender Opferstock angebracht. Der Name Opferstock rührt daher, dass der Opferstock aus einem großen ausgehöhlten Holzstock besteht, der mit Metall ummantelt ist. Der Stock ist im unteren Bereich ausgehöhlt. Von dort ist im massiven Holz ein schmaler Schlitz bis zum oberen Ende herausgearbeitet, durch den das Geld in die Höhlung fällt. Dort befindet sich im Metallmantel eine Türe, die mit schweren Eisenbändern und massiven Vorhängeschlössern gesichert ist. |
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Erst seit kurzer Zeit steht
eine Figur des Apostels Andreas
an der Südwand des Kirchenschiffs. Der mit dem für ihn typischen
langen Bart dargestellte Heilige stützt sich auf das nach ihm benannte
x-förmige Andreaskreuz. Der Legende nach soll Andreas an einem solchen
Kreuz das Martyrium erlitten haben.
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Hinweis: Der Apostel Andreas war der Bruder des Simon Petrus, wie dieser von Beruf Fischer; er stammte aus Bethsaida (Johannesevang. 1, 14) oder Kapernaom (Markus 1, 29). Er war der erste, den Jesus als seinen Jünger berief; zuvor war er Anhänger Johannes', des Täufers. Nach Jesu Himmelfahrt lehrte er in Griechenland und wirkte zahlreiche |
| Wunder. Als er die Frau des röm.Statthalters Ägeas zum Christentum bekehrte und ihr eheliche Enthaltsamkeit anriet, ließ ihn Ägeas an ein Schrägbalkenkreuz binden, an dem er nach zwei Tagen, während der er weiter predigte, verstarb. |
Die Emporenbrüstung ist mit 13 Apostelbildern verziert, die -wie das Deckengemälde- vom Maler Hausinger stammen (1971). Die Apostel halten ihre für sie typischen Attribute in den Händen, die meist auf die Art ihres Martyriums hinweisen. Jakobus der Ältere wird wegen der großen Santiagowallfahrt als Pilger dargestellt. Matthäus hält nicht nur einen Speer in der Hand sondern auch und Buch (Bibel) mit Zeichnungen von päpstlichen Insignien. Er hat als Evangelist in Kap. 16 Vers18 die Jesusworte überliefert: "Du bist Petrus der Fels und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen".
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Johannes-Thomas
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Petrus/Paulus-Andreas
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Jakobus
Ä-Jakobus M
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Bartholomäus-Philippus
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Simon
- Thaddäus
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Matthäus-Mathias
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Auf der Empore steht eine kleine Orgel, ein Orgelpositiv, mit dem der Gesang der Kirchenbesucher begleitet wird. |
Aus den Kirchenrechnungen ist ersichtlich, dass der Freisinger Gürtler Jakob Margetsch im Jahre 1765 eine Kreuzpartikel für Ebersbach renovierte. Ob diese Partikel noch vorhanden sind, ist mir nicht bekannt.
Hans Schertl
Quellen:
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren
Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising,
1880
Mathias Steinberger, Die Pfarrei Vierkirchen, 1879
Dachauer Nachrichten vom 30.7.1981
Gemeinde Weichs - So war's bei uns, 1984
Georg Brenninger, Kunsthandwerker der Barockzeit in den Kirchen des Gerichtes
Kranzberg, Amperland 1987/2
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation
des Jahres 1560, 1986
Gemeinde Weichs, So wars bei uns, 1989
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, 1990
Liebhart/Pölsterl, Die Gemeinden des Landkreises Dachau, Bd 2 der Kulturgeschichte
des Dachauer Landes, 1991
Georg Hailer, Kirchenpfleger und Altbürgermeister, 2002
Sabine Remiger,Münchner Kirchenzeitung v. 3.9.2006 (Petrus)
40 Bilder: Hans Schertl (2002)
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8.3.2009