zur Landkreiskarte                       Kirchen in Gemeinde Weichs


Filialkirche St.Georg und Maria in EBERSBACH


Navi-Adresse: 85258 Weichs, Dorfstraße 12
Lage der Kirche auf der Landkarte ...


Kurzbeschreibung

Der Ort Ebersbach wird erstmals in einer Urkunde des Jahres 853 als Eparespah (Bach des Eberhard) genannt.

Die Filialkirche St.Georg und Maria der Pfarrei Weichs wurde 300 Jahre später, im Jahr 1158 erstmals urkundlich erwähnt.
Bis 1915 war Ebersbach pfarrlich zweigeteilt: Die Einwohner, die südlich der Kirche wohnten, gehörten zur Pfarrei Vierkirchen, der (größere) Rest der Ebersbacher dagegen zur Pfarrei Weichs.
Politisch war Ebersbach ab 1818 Teil der Gemeinde Asbach.

Die Kirche besitzt im Altarraum einen spätgotischen Teil. Im Übrigen ist sie ein Bau ausgehenden 17.Jh.

Auf der Westmauer sitzt seit 1741 ein relativ großer Dachreiter mit einer Zwiebelkuppel. Der starke Balken, auf dem der Dachreiter mit seiner Ostwand ruht, wird durch einen mit Kapitellen versehenen runden Holzpfeiler im Kirchenschiff gestützt.

Die Glocken mussten im Jahr 1942 zum Einschmelzen abgeliefert werden. Nach dem 2.Weltkrieg kam aus Weichs eine Glocke, die den Weltkrieg in der Pfarrkirche unversehrt überstanden hatte. Die übrige(n) Glocke(n) wurden in der Nachkriegszeit beschafft.

An der Südwand steht in einer spitzbogigen Nische die Figur des hl.Josef mit dem Jesuskind auf dem Arm hinter einer kleinen Gittertüre.

Die letzte Renovierung wurde innen 1967, außen 1978 durchgeführt.

Inneneinrichtung

Der Altarraum wird von einem schönen Netzgewölbe mit noch erhaltenen Schlusssteinen überdeckt.

Mittelpunkt des barocken Choraltars ist eine gotische Muttergottesfigur im Strahlenkranz, flankiert von zwei kleineren Figuren, die wahrscheinlich St.Petrus und St.Paulus darstellen. Assistenzfiguren sind die Heiligen Georg und Florian.

Die Seitenaltäre sind Papst Silvester und St.Christophorus geweiht.

Das Deckengemälde im Kirchenschiff vom Maler Hausinger zeigt den Kirchenpatron St.Georg beim siegreichen Kampf mit dem Drachen, bei dem er die Königstochter vor dem Opfertod rettet.

An den Wänden stehen Figuren des hl.Josef und des hl.Georg.

Die Emporenbrüstung ist mit Bildern der zwölf Apostel verziert, die ebenfalls von Hausinger gemalt wurden.


zur Beschreibung des linken Seitenaltars-Papst Silvester I.zur Beschreibung des Choraltars-St.Georgzur Beschreibung des rechten  Seitenaltars-St. ChristophorusZur Beschreibung des  Gewölbes im Altarraumzur Beschreibung des Ambos

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Ebersbach liegt am sog. Dachauer Jakobsweg, den Dachau-Agil mit dem europäischen Jakobswegzeichen ausgeschildert hat. Die Karte mit dem Verlauf des Weges finden Sie hier...

Die Wege der Jakobspilger sind ein System von ausgeschilderten und in Führern beschriebenen Pilgerwegen, die von vielen Ausgangspunkten kommend, quer durch Europa bis nach Pamplona und von dort in einer Route nach Santiago de Compostela führen. Sie orientieren sich in der Regel an den historisch nachweisbaren Routen mittelalterlicher Jakobspilger.

 


Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen
Hinweisen

Geschichte:  Erste Kirche 1158  Matrikel 1315  Matrikel 1524  Visitation 1560  Matrikel 1738
   Beschreibung 1884  Beschreibung 1895      
Ausstattung:  Altarraum  Ambo  Choraltar  Deckengemälde  Empore
   Figuren im Chor  Figur v.Andreas  Kruzifix  Kirchenschiff  Kreuzweg
   Opferstock  Sakristei  Seitenaltäre     

Der Ort Ebersbach wird erstmals in einer Urkunde des Jahres 853 unter der Bezeichnung Eparespah (Bach des Eberhard) schriftlich genannt. Ebersbach war damals Ort einer Verhandlung zwischen Bischof Erchanbert (835-854) und einem gewissen Eraloh.

Ebersbach wird auch in den Urkunden Nrn. 1416 und 1417 der Freisinger Traditionen erwähnt:
- Nach der Urkunde Nr. 1416 tauschte der Edle Maganus mit dem unfreien Priester Walto und dessen Schirmherrn Aripo
  ein Gut in Ebersbach gegen ein anderes Gut in Gundelshausen bei Abens.
- Die zweite Urkunde Nr. 1417 stiftete Priester Walto seinen Besitz zu Ebersbach (Heberesbach) dem Kreuzaltar im Dom zu
  Freising; zu seinem und siner Nichte Hiltipurg Seelenheil, wie es heißt. Die Stiftung wurde aber erst nach dem Tode von Walto
  und von Luitpert rechtskräftig, d.h. beide besaßen noch das lebenslängliche Nutzungsrecht.

Diese beiden Urkunden wurde in der Zeit zwischen 1024 und 1031 ausgestellt. Sie sind zeitlich nicht genau zu bestimmen, weil darin das Erstellungsdatum nicht genannt ist. Wenn man die Lebensdaten der beim Vertragsabschluss anwesenden Zeugen kennt, kann man den Zeitraum eingrenzen. Die Begründung der Schenkung "zum Seelenheil" muss nicht bedeuten, dass Waldo ein besonders großer Sünder gewesen wäre. Sie war notwendig, um der Schenkung Rechtssicherheit zu geben. Denn die weltliche Obrigkeit war nicht begeistert , dass die Kirche durch diese Schenkungen immer mächtiger wurde. Deshalb regelte sie im damals geltenden Gesetz, dem Lex Baiuvariorum, dass einer sein Vermögen nur dann der Kirche überschreiben darf, wenn dies "zur Erlösung seiner Seele" geschehe (und nachdem mit den Söhnen geteilt worden war).

Bei der insgesamt 250 Jahre dauernden dreimaligen bayerischen Teilung in den Jahren 1255 bis 1505 gehörte Ebersbach zu Niederbayern. Grenze war die Glonn, die auch später noch, bis 1803, die Grenze zwischen den Landgerichten Kranzberg (zu dem Ebersbach gehörte) und Dachau bildete. 14)

Geschichte der Kirche

Kirche um 1158
Die Filialkirche St. Georg (und Maria) der Pfarrei Weichs wurde ausdrücklich erst im Jahr 1158 (dem Gründungsjahr Münchens) in einer Urkunde des Bischofs Otto des Großen erwähnt. Die Urkunde enthält eine Aufzählung der Schenkungen an das Domkapitel. Dort heißt es: "dos Ecclesiae quae est in praedio Decani Al.(berti) apud Edespach". Nach Freudensprungs Buch "Oertlichkeiten des Bisthums Freising" ist das Wort Edespach verdruckt; es müsste stattdessen Eberspach heißen. Das Domkapitel, der engste Mitarbeiterstab des Bischofs, war eine eigenständige juristische Person, die selbst Besitz haben konnte.


Matrikel von 1315
In der Konradinischen Matrikel von 1315 ist St.Georg nicht ausdrücklich genannt; dort heißt es nur: "Weichs habet II filias". Die Buchstelle mit der Aufzählung der zwei Filialkirchen ist leider nicht mehr leserlich.


Matrikel von 1524
Die
Sunderndorfer'sche Matrikel von 1524, in der insbesondere die Patronate erfasst wurden, spricht von "S.Georgii in Eberspach cum sepulturis", also mit Friedhof.


Visitationsbericht von 1560
Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet. Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholischen Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse.

Im Bericht über die Pfarrei Weichs ist auch Ebersbach kurz erwähnt. Die Filialkirche St.Georgius hatte ein eigenes kleines Einkommen (neben dem der Pfarrei) in Höhe von 3 Gulden, 5 Schilling und 8 Pfennig. Die Kirchenrechnung erstellte das Landgericht Kranzberg. Das Vermögen der Kirche betrug (nach den offensichtlich kurz vorher durchgeführten Baumaßnahmen) vier Gulden ("resst über gethanen paw 4 fl").
In der Kirche standen 3 Altäre, die wohl damals gerade bemalt wurden ("hat 3 altär, werden zierlich mit guetem Ornat versehen). Das Sakramentshaus war nicht verschließbar, aber es brannte das Ewige Licht davor. Das Allerheiligste und die heiligen Öle wurden liturgisch rein behandelt. Das Taufwasser befand sich in einem Krug ("Baptismus ist in aim krueg"). An liturgischen Geräten und Gewändern waren vorhanden: ein Kelch mit Corporal, 2 Messbücher, ein zerrissenes Liturgiebuch, eine Monstranz aus Messing ("aine messinge monstrantz") und zwei Mess-gewänder ("2 ornät"). Jahrtagsstiftungen gab es nicht ("hat kain gestifften jartag"). Der Pfarrer (von Weichs) hielt "alle zwelf pottentäg und zur Khirchweihe meß".

Auszug aus einer
Landkarte vom Jahr 1655
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Von den Grundstücken des Gotteshauses war nichts verkauft. Der Mesner "ist vleissig", heißt es. Auch der letzte Satz des Berichts lässt an eine Baumaßnahme um 1560 denken: "Die kirch wol erbaut und stet in andern dingen wol".
Wenn Sie den ganzen Bericht von 1560 über die Visitation in der Pfarrei Weichs (in heutigem Deutsch) lesen möchten, klicken Sie hier...



Matrikel 1738/40
Erstaunlicherweise ist in der Schmidt'schen Matrikel von 1738/40 von einer Filialkirche "St.Johannis et Pauli in Eberspach" die Rede. Den beiden Heiligen, Märtyrern aus dem 4.Jh und nicht mit den gleichnamigen Aposteln zu verwechseln, war auch der Hochaltar geweiht. Die Seitenaltäre waren auch damals schon St.Sylvester und St.Christophorus gewidmet. Patrozinium war der 26.Juni, der Festtag von Johannes und Paulus. Gottesdienste wurden an den Festtagen der Apostel und am St.Georgstag (23.April) gehalten. Im Turm hingen zwei Glocken. Im Friedhof stand ein Beinhaus. Außerdem war vermerkt, dass sich "das Vermögen dises Gottshauses in letzter Rechnung auf 1.572 fl. 16 kr 5 hl entworffen" hat.
Das war viel Geld für so eine kleine Kirche.

 

1868 war über Ebersbach als Teil der Gem.Asbach Folgendes in der Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern zu lesen:
        " Gemeinde Asbach, 245 Einw., 85 Gebäude in 2 Orten:
               Asbach, Pfarrdorf, Dekanat Scheyern, 118 Einwohner, 14 Gebäude, 1 Kirche.
                Ebersbach, Dorf, Pfarrei Vierkirchen u. Weichs, 127 Einw., 39 Gebäude."


Beschreibung 1884

In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising von Anton Mayer und Georg Westermayer aus den Jahren 1870 bis 1884 ist im Kapitel über die Pfarrei Weichs auch die Filialkirche St.Georg in Ebersbach enthalten. Im Dorf selbst wohnten damals 63 Seelen (in 13 Häusern). Die Wege zur 3 km entfernten Pfarrkirche seien großenteils beschwerlich, besonders bei nasser Witterung, schreibt Westermayer. Und weiter über die Kirche: "An der Districtsstraße nach Petershausen gelegen. Erbauungjahr unbekannt. Restaurirt 1869-1872. Styl im Presbyterium ursprünglich gothisch, später Renaissance. Geräumigkeit zureichend. Baupflicht hat die Kirche. Kuppelthurm mit 2 Glocken. Darauf folgende Inschriften: a) auf der größeren Glocke: 'Zu Gottes Ehre gos mich Michael Langenegger in München anno 1714'b) auf der kleineren: "Matthäus Schneider in München gos mich 1640". 3 Altäre. Gottesdienst nur am Patrozinium. Stiftungen: 1 Jahrtag, 7 Jahrmessen. Meßner ist ein Gütler des Ortes. Kirchenvermögen: 4.900 Mark".


Beschreibung 1895 
Die Kirche von Ebersbach ist auch im Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreichs Bayern kurz erwähnt, dessen Dachauer Teil 1888 von Prof. Gustav von Bezold und Dr. Georg Hager bearbeitet und 1895 von Betzold und Dr. Riehl im Auftrag des Königl.Bayer. Innenministeriums herausgegeben wurde. Dort heißt es auf Seite
287:

-
Kirche.
-
Drei Altäre vom Ende des 17. Jahrhunderts.
-
Zwei Paar Messingleuchter mit drei Ringen am Schaft, das eine Paar 37, das andere 27 cm hoch. 15. Jahrhundert.

Pfarrzugehörigkeit
Bis 1915 war Ebersbach pfarrlich zweigeteilt: Die Einwohner, die südlich der Kirche wohnten, gingen über den Glonnsteg nach Vierkirchen in ihre Pfarrkirche St.Jakob zum Gottesdienst, der (größere) Rest der Ebersbacher dagegen nach Weichs.
An Sonn- und Feiertagen gab es in der Zeit, während der die Leute in der Kirche waren, eine Brandwache mit Hellebarde.

Die letzte Renovierung wurde innen 1967, außen 1978 durchgeführt. Der größte Teil davon wurde in Eigenleistung der Dorfbewohner erbracht.


B
aubeschreibung

Die Kirche ist ein kleiner, flachgedeckter Saalbau des ausgehenden 17.Jh. Der leicht eingezogene, dreiseitig geschlossene Chor ist spätgotisch.

Auf der Westmauer sitzt seit 1741 ein relativ großer Dachreiter mit einer Zwiebelkuppel. Der starke Balken, auf dem der Dachreiter mit seiner Ostwand ruht, wird durch einen mit Kapitellen versehenen runden Holzpfeiler im Kirchenschiff gestützt.
Die Glocken aus Ebersbach mussten im Jahr 1942 zum Einschmelzen abgeliefert werden. Nach dem Krieg kam eine Glocke, die den Weltkrieg in der Pfarrkirche unversehrt überstanden hatte, aus Weichs nach Ebersbach.
Die übrige(n) Glocke(n) wurden in der Nachkriegszeit beschafft.

Aus den Werkverzeichnissen der Glockengießer und aus der Kirchenbeschreibung von 1884 ist bekannt, dass Michael
Langenegger im Jahr 1714 eine Glocke für Ebersbach gegossen hat. Wahrscheinlich war Michael ein Verwandter des berühmteren Joh.Matthias Langenegger (tätig 1701-1717) .


Josefsfigur
an der Südwand
An der äußeren Südwand steht in einer spitzbogigen Nische die Figur des hl. Josef mit dem Jesuskind auf dem Arm hinter einer kleinen Gittertüre (Bild ganz oben rechts).
Neben der vergitterten Eingangstüre hängt ein großes Holzkreuz ohne Corpus.

Hinter dem Altar lässt ein Rundbogenfenster Licht in den Chorraum. Die Tür unter dem Fenster wurde von außen zugemauert.


Inneneinrichtung


A
ltarraum


Netzgewölbe
im Chor
Der Altarraum wird von einem schönen Netzgewölbe überspannt. Die Gewölbe-rippen enden an der Mauer auf Konsolen. Die Vielzahl der Rippen im Netzgewölbe ist nicht -wie z.B. beim Kreuzrippengewölbe- allein der Statik geschuldet, sondern dient auch der Zierde.
Die Schlusssteine des Gewölbes sind reliefiert; wahrscheinlich waren Heilige oder Engel abgebildet. Zwischen den Rippen liegen, noch unter Putz, gotische Blumengebinde, die aus Kostengründen noch nicht freigelegt werden konnten.

Schlusssteine



Choraltar

Der prächtige barocke Choraltar mit gewendelten Säulen und hohem Aufsatz auf dem Gebälk, stammt aus dem zu Ende gehenden 17. Jh.

Choraltar
 

Der Aufsatz wird von einer Strahlenmonstranz mit dem eingravierten Marienmonogramm gekrönt.

Im Altaraufsatz befindet sich zwischen Voluten und Wendelsäulchen ein hochovales Bild der Muttergottes, die auf die Darstellung ihres Herzens hinweist. Durch das Herz bohrt sich ein Schwert.



Herz-Mariens
Die Herz-Marien-Darstellung verbreitete sich in unseren Kirchen nach der Einführung des Herz-Jesu-Festes durch Papst Clemens XIII. im Jahr 1765. Sie ist als Ergänzung zur Herz-Jesu-Darstellung gedacht. Das Herz ist Zeichen für die mütterliche Liebe. Das Schwert erinnert an das Simeonwort im Lukasevangelium (2,35) bei der Darstellung im Tempel: "Dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen".  
Mittelpunkt des Choraltars ist eine gotische Muttergottesfigur vor einem großen Strahlenkranz, von silbrigem Gewölk umgeben. Sie stammt aus der 2. Hälfte des 15. Jh.
Maria ist in das rot-blau-goldene Gewand gekleidet. Auf ihrem Haupt trägt sie über dem langen Haar eine gotische Königskrone. In den Armen räkelt sich ganz entspannt das nackte Jesuskind. Maria hat ihren rechten Fuß etwas nach vorn gestellt. Die waagerechten Achsen (Becken, Schultern) sind gleichsinnig verschoben. Der Kopf ist der erhöhten Schulter zugeneigt.


gotische
Muttergottes

So ergibt sich eine S-Krümmung, die die steigende Körperbewegung im Sinne des gotischen, auf die Verti-kale gerichteten Willens betont. Der reiche Faltenwurf ist so gestaltet, dass er auf das Jesuskind zuläuft.
Die Muttergottesfigur in Ebersbach gehört zu den sog. "schönen Madonnen", die im "weichen Stil" geschnitzt wurden. Solche Madonnen wurden vor allem in Böhmen hergestellt. In den Kirchen des Dachauer Landes finden wir sie (z.T. in Kopie) auch in Hohenzell, Prittlbach und Weichs. Den "weichen Stil kennzeichnet
- eine feingliedrige, elegante und anmutige Gebärden-
   sprache und
- die weiche, üppige Farbgebung der dargestellten
   Personen.

Flankiert wird die Muttergottesstatue von zwei kleineren Figuren, die zwischen der Mutter-gottes und den Wendelsäulen stehen. Sie sind in Stiefeln abgebildet, in den Händen halten sie neben der Bibel ein Schwert bzw. einen Kreuz-stab. Nach der Inventarliste sollten es die Wetterheiligen Johannes und Paulus sein, die 1738 sogar als Kirchenpatrone bezeichnet wurden.
                               
           Märtyrer Johannes und Paulus
Nach Auskunft des langjährigen Kirchenpflegers und Bürgermeisters Georg Hailer könnte es sich nach einer Vertauschungsaktion durch einen früheren Kooperator auch um St.Petrus und St.Paulus handeln. Dies würde die Attribute Buch, Schwert und Bischofsstab erklären. Allerdings wird St.Petrus in der Kunst seit dem 4.Jh meist mit einem krausen Haarbüschel, umgeben von einem Haarkranz dargestellt.Dies
  ist hier nicht der Fall. Auf einem nicht sehr deutlichen Foto aus der Zeit vor dem 2.Weltkrieg haben die dort stehenden Figuren jedenfalls keine Attribute in den Händen; möglicherweise sind es auch andere Figuren als die heutigen.


St.Georg
Auf Außenpostamenten sehen wir Figuren der Heiligen
- Georg (links), der den Drachen zu seinen Füßen mit der Lanze tötet und und
- Florian
, der hier erstaunlicherweise eine Krone trägt (rechts).


St. Georg ist im römischen Soldatengewand mit buntem Federbusch auf dem Helm dargestellt. Mit seiner Lanze durchbohrt er einen sich um seine Füßen ringelnden Drachen.
Hinweis: St.Georg war Soldat des römischen Heeres zur Zeit Kaiser Diokletians und wurde um ca. 304 in Nikodemien oder Lydda enthauptet. In der Ostkirche wird er als "Großmärtyrer" verehrt. Bei uns gilt der hl. Georg vor allem als Patron der Pferde (Georgiritt).

St.Florian
Der hl.Florian ist in Ebersbach -ganz ungewöhnlich- mit einer barocken Krone auf dem Haupt dargestellt. In der linken Hand hält ein großes Schwert. Mit der rechten Hand gießt er aus einem Eimer Wasser auf ein brennendes Haus zu seinen Füßen. Was Schwert und Krone zu bedeuten haben, ist mir nicht bekannt.
Hinweis:St.Florian war um das Jahr 304 Offizier der zweiten italienischen Legion des römischen Heeres. Wegen seines Glaubens wurde er verhaftet und nach vielen Martern mit einem Mühlstein um den Hals in die Enns geworfen.In seiner Jugend soll er ein brennendes Haus durch sein Gebet gerettet haben.

Auf dem Foto aus der Zeit vor dem 2.Weltkrieg ist deutlich zu erkennen, dass in der Predella unter der Muttergottesfigur ein hoher Tabernakel in (neu)barocken Form stand.

Damals war auch die Vorderseite des Altars, das Antependium, mit marmoriertem Holz verkleidet, verziert mit vergoldeten Leisten, die einen Kreis mit Kreuz bildeten. Zum Altar führten zwei Stufen (derzeit eine Stufe).



Heiligenfiguren an den Wänden des Altarraums

An den Wänden des Altarraums stehen noch zwei Heiligenfiguren auf Postamenten: St.Josef und St.Georg


Josefsfigur
Die Figur des hl.Josef, stand früher in der Gemeindekanzlei. Der Heilige hält in der Hand einen Hobel und einen Winkel, ein Hinweis auf den Zimmermannsberuf Josefs. Die Figur wurde im 20.Jh geschnitzt.
Hinweis: Joseph war der Vater Jesu - oder Ziehvater Jesu, da nach altchristlicher Überzeugung Jesus der Sohn Gottes ist und durch den Heiligen Geist im Schoß der Jungfrau Maria gezeugt wurde. Joseph stammte aus dem Geschlecht des Königs Davids, aus dem nach dem Zeugnis des Alten Testaments der Messias hervorgehen werde. Er lebte als Zimmermann in Nazareth. 
Die Figur von St.Georg ist im gotischen Stil geschnitzt. Der rotwangige Heilige wird als Ritter dargestellt, mit Harnisch und Eisenhandschuhen. Dazu trägt er ein vergoldetes, im Schulterbereich mit Edelsteinen besetztes Gewand. In der Hand hält er eine Lanze, mit der er den Kopf des Drachens zu seinen Füßen durchbohrt hat. Sein rechter Fuß hält den Drachen nieder. Die Figurengruppe zeigt den Sieg des Guten über das Böse.

Georgsfigur

Die Kirche besitzt keinen Zelebrationsaltar.

Links am Chorbogen steht das neue Ambo. Von hier aus werden Lesungen, Predigten und Kantorengesänge vorgetragen.
Hinweis: Ambo (griech.ambon = erhöhter Rand) war im Frühchristentum und Mittelalter die erhöhte Plattform an der altchristlichen Chorschranke in der Kirche zum Vorlesen und Vorsingen liturgischer Texte (Epistel, Evangelium).

Ambo
Ab dem 14. Jh. wurde die Funktion des Ambos von der Kanzel übernommen. In neuester Zeit hat der Ambo die Kanzel wieder abgelöst und ist fester Bestandteil in der Ausstattung der Kirchen.




Sakristei

Hinweis: In der Sakristei werden die Paramente (Messgewänder) und die für die Kirche benötigten Gerätschaften
            aufbewahrt. In der Sakristei ziehen sich Priester und Ministranten vor dem Gottesdienst die liturgischen
            Gewänder über. Im Begriff Sakristei steckt übrigens das lateinische Wort "sacer", mit der Bedeutung "heilig,
            geweiht".


altes Türschloss
Die Sakristeitüre besitzt noch ein kunstvolles altes Schloss mit einer interessanten Mechanik.

Wenn Sie noch andere alte Kirchentürschlösser aus dem Dachauer Land sehen möchten, klicken Sie hier...
Die Chorglocke (Sakristeiglocke) neben dem Sakristeizugang (mit der der Beginn des Gottesdienstes eingeläutet wird), ist mit einem doppelbalkigen Kreuz und Rocaillen verziert.

Sakristeiglocke

Kirchenschiff /Langhaus

Das im 17.Jh angebaute Langhaus besitzt eine einfache Flachdecke. Bis 1971 war diese mit Holzbrettern versehen.

Deckengemälde

Die Decke ist mit einem großen Fresko verziert, das 1971 der damals 94jährige Maler Hausinger (signiert, siehe unten) geschaffen hat. Es stellt den hl. Georg dar, der vom Pferd aus den Drachen (=das Böse bzw. die muslimische Bedrohung) tötet und so die Königs-tochter (Sinnbild für die Kirche), die im Gemäldehinter-grund jubelnd die Hände empor reißt, vor dem Opfertod rettet. Nach der Legende hauste in einem See vor der Stadt Silena in Lybia ein Drache, dem die Einwohner täglich Lämmer opfern mussten. Als keine Tiere mehr aufzutreiben waren, wurden die Söhne und Töchter geopfert.

St.Georg
Eines Tages traf das Los die Königstochter.Nach einem Herz zerreißenden Abschied von den Eltern ging sie an den See vor der Stadt. Da erschien St.Georg, nachdem er alle Martern überstanden hatte, gevierteilt und vom Erzengel Michael wieder zum Leben erweckt worden war. Als der Drache auftauchte, schwang Georg mit dem Zeichen des Kreuzes die Lanze und durchbohrte das Untier, das zu Boden stürzte. Eine Besonderheit ist die braune Farbe des Pferdes. Üblicherweise wird St.Georg in der Kunst immer auf einem Schimmel reitend dargestellt. Der Schimmel, als weißes Pferd, ist ein Symbol für das Gute.


Signatur
Hinweis: Der Drache ist ein Wesen, das viele Völker in ihren Mythen (Lindwurm) kennen. In China gilt er als glücksbringend, bei uns im Westen als Bedrohung. Sein Name kommt vom Griechischen drakon = "furchtbar Blickender". Im Alten Testament wird er als Verkörperung des Bösen und als Teufel bezeichnet. Auch Augustinus schrieb: "Der Satan ist ein Löwe im Angriff und ein Drache im Hinterhalt-Legen". In der Apokalypse bedroht er die Frau, die gerade ein Kind geboren hatte. In der religiösen Kunst wird er häufig zusammen mit dem hl.Michael, dem hl. Georg und der hl.Margarete abgebildet. Bei frühen Darstellungen ist der Drache meist schlangenartig und oft mehrköpfig wiedergegeben, seit dem Spätmittelalter eher echsenförmig, oft mit Fledermausflügeln und feurigem Atem. Alte Drachen-Darstellungen sind Sauriern oft erstaunlich ähnlich, als ob es ein Urwissen von der Existenz dieser prähistorischen Tiere gäbe.


Seitenaltäre

Die Seitenaltäre wurden 1733 von dem Kranzberger Trio Hans Ströber, Georg Westermayr und Thaddäus Kopf gebaut.
Interessant ist, dass die Seitenaltäre vor dem 2.Weltkrieg nicht wie heute quer, sondern längs zur Außenwand aufgebaut waren.

Die beiden Seitenaltäre und der Kreuzweg sollten vor 40 Jahren verkauft werden und konnten nur dank des entschiedenen Widerstands der Kirchenverwaltung für die Kirche in Ebersbach gerettet werden.

Auf dem Altartischen der Seitenaltäre steht jeweils ein Kruzifix, an dessen Sockel ein Totenschädel zu sehen ist. Der Schädel stellt die Gebeine von Adam, dem ersten Menschen, dar.


Grab Adams unter
dem Kreuz

 

 

Hinweis: Nach apokryphen Schriften sollen durch das Erdbeben, das beim Tode Christi einsetzte, die Gebeine des "alten Adam" am Fuße des Kreuzes Christi zutage getreten sein. Der Schädel Adams findet sich deshalb in der christlichen Kunst öfter am Fuße von Kruzifixen. Die Apokryphen berichten weiter, dass Noah durch seinen Sohn Sem und seinen Enkel Melchisedek die Gebeine Adams aus der Bestattungshöhle hatte holen und zum Mittelpunkt der Welt, nach Golgatha, bringen lassen, um sie dort erneut zu begraben. Dabei soll sich die Erde von selbst in Form eines Kreuzes geöffnet haben. Nach der Typologie, der Lehre der Gegenüberstellung des NT (Antitypus) und des AT (Typus), bedeutet diese Darstellung der Gebeine Adams unterhalb des Kreuzes auch die Überwindung des Alten Bundes durch den Neuen Bund.

Linker Seitenaltar

Im Altaraufsatz des linken Seitenaltars ist -ähnlich wie am Hochaltar- ein vergoldetes Monogramm Mariens zu sehen. Das sind die Buchstaben des Namens "Maria" ineinander geschrieben.

Marienmonogramm
Gekrönt wird der Altar durch eine vergoldete Strahlenmonstranz aus Holz.
Auf dem linken Seitenaltar steht eine große Figur des Papstes Silvester I., mit der Tiara (Papstkrone) auf dem Kopf, dem Hirtenstab in der Hand und dem Kopf eines Stieres zu seinen Füßen. Der Stier hat eine Legende als Hintergrund. Darin wird von einem Streitgespräch berichtet, das Silvester mit zwölf jüdischen Rabbinern führte, weil die römische Kaiserin Helena ihren inzwischen getauften Sohn Konstantin zum Judentum bekehren wollte.

Papst Silvester I.
Silvester obsiegte im religiösen Disput gegen elf der gelehrten Juden; der Zwölfte tötete einen Stier, um ihn wieder zum Leben zu erwecken und so die Kraft seines jüdischen Glaubens zu beweisen. Dem Rabbiner misslang die Totenerweckung. Silvester dagegen gab dem Tier das Leben zurück, worauf die 12 Rabbiner und die Kaiserin Helena sich sofort taufen ließen.
Hinweis: Silvester war der erste Papst, der nach der Verfolgung zum Papst gewählt wurde. Seine Verehrung als Heiliger beruht auf einer Reihe von Irrtümern und Legenden. Die Behauptung, er habe Kaiser Konstantin vom Aussatz geheilt und getauft, ist historisch nicht haltbar, ebenso wenig wie die Geschichte von der Konstantini-schen Schenkung, die sich als Fälschung herausstellte. Silvester hat während seiner Amtszeit bei wichtigen Glaubensentscheidung nicht mitgewirkt Er nahm weder an der Reichssynode in Arles (gegen Donatisten) teil noch am 1. Konzil von Nicäa, wo es um die Wesensart Christi und die Auseinandersetzung mit den Arianern ging. Den Synodalen von Arles schrieb er, er könne die Apostelgräber in Rom nicht im Stich lassen. Wahrscheinlich wollte er sich nicht den Vorwürfen stellen, er sei während der diokletianischen Verfolgung vorübergehend vom Glauben abgefallen.



Rechter Seitenaltar

Im Altaraufsatz in goldenen Buchstaben das Jesusmonogramm IHS. Darunter ist ein Herz mit den drei Kreuzesnägeln figürlich dargestellt.

Jesusmonogramm
Die Zeichen IHS sind übrigens griechische Buchstaben (das H ist ein Eta) und bedeuten "JHS(OUS)"=Jesus. Andere Deutungen sind: "Jesus, hominum salvator" (lateinisch "Jesus, Erlöser der Menschen") oder auch volkstümlich "Jesus, Heiland, Seligmacher".
Die große Figur auf dem rechten Seitenaltar stellt den vor einigen Jahren vom Vatikan in den Legendenstatus versetzten Christophorus dar, der das Jesuskind auf seinen Schultern trägt. In der linken Hand hält er einen Baumstamm als Gehstock.

Christophorus
Christophorus ist eine Legendengestalt, die im aktuellen Heiligenkalender nicht mehr enthalten ist. Er soll als Offerus den mächtigsten Herrn der Erde gesucht, am Ende seiner Suche ein Kind über einen Fluss getragen haben, das immer schwerer wurde, sodass er zu ertrinken drohte. Das Kind war Jesus. In der Vorstellung früherer Jahrhunderte war Christophorus vor allem für die Bewahrung vor einem jähen Tod zuständig.
  Die Volksfrömmigkeit besagte, wer ein Bild oder eine Figur von St.Christophorus erblickt, wer ein Bild von St.Christophorus erblickt, werde an diesem Tag nicht unversehen (= ohne Empfang der Sterbesakramente) sterben. Gedenktag: 25. Juli

 

Zur Beschreibung der KreuzwegbilderApostel Johannes und Thomas Zur Beschreibung der Kreuzwegbilder Zur Beschreibung des Deckengemäldes Zur Beschreibung des OpferstocksZur Beschreibung des KruzifixesZur Beschreibung der St.Andreasfigur

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Kreuzwegbilder
An Wänden des Kirchenschiffs hängen im hinteren Teil schöne Kreuzwegbilder aus dem 19.Jh.
Als Maler könnte Anton Huber d.Ältere (1830-1889) in Frage kommen, der auch die Kreuzweg-stationen in der Pfarrkirche von Petershausen, sowie von Ober-


Kreuzwegbild

weilbach und Riedenzhofen geschaffen hat.

 

Wandkruzifix

An der Nordwand ein großes ba-rockes Kruzifix mit einer schräg en Inschriftentafel über dem Körper des toten Christus. Das geneigte Haupt Jesu ist von dem nur gött-lichen Personen vorbehaltenen dreistrahligen Heiligenschein umge-ben.


Wandkruzifix

Unter dem Kreuz ist eine Kartusche mit Goldrand angebracht, in der die Worte "In cruce salus" zu lesen ist. Es ist der Beginn des Rufs im Kar-freitags-Gottesdienstes: "Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung".



Opferstock



Opferstock
Im hinteren Bereich der Kirchenbänke (8 + 6 Reihen) ist ein noch sehr urtümlich wirkender Opferstock angebracht. Der Name Opferstock rührt daher, dass der Opferstock aus einem großen ausgehöhlten Holzstock besteht, der mit Metall ummantelt ist. Der Stock ist im unteren Bereich ausgehöhlt. Von dort ist im massiven Holz ein schmaler Schlitz bis zum oberen Ende heraus-gearbeitet, durch den das Geld in die Höhlung fällt. An dieser Stelle befindet sich im Metallmantel eine Türe, die mit schweren Eisenbän-dern und massiven Vorhängeschlössern gesichert ist.

Opferstock-Inneres

In den Kirchen des Landkreises Dachau gibt es viele unterschiedliche, außerordentlich interessante Opferstöcke. Wenn Sie sich dafür interessieren, klicken Sie hier..

A
ndreasfigur


Erst seit kurzer Zeit steht eine Figur des Apostels Andreas an der Südwand des Kirchenschiffs. Der mit dem für ihn typischen langen Bart dargestellte Heilige stützt sich auf das nach ihm benannte x-förmige Andreaskreuz. Der Legende nach soll Andreas an einem solchen Kreuz das Martyrium erlitten haben.   

St.Andreas

Hinweis: Der Apostel Andreas war der Bruder des Simon Petrus, wie dieser von Beruf Fischer; er stammte aus Bethsaida (Johannesevang. 1, 14) oder Kapernaom (Markus 1, 29). Er war der erste, den Jesus als seinen Jünger berief; zuvor war er Anhänger Johannes', des Täufers. Nach Jesu Himmelfahrt lehrte er in Griechenland und wirkte zahlreiche Wunder. Als er die Frau des röm. Statthalters Ägeas zum Christentum bekehrte und ihr

  eheliche Enthaltsamkeit anriet, ließ ihn Ägeas an ein Schrägbalkenkreuz binden, an dem er nach zwei Tagen, während der er weiter predigte, verstarb.


E
mporenbrüstung

Die Emporenbrüstung ist mit 13 Apostelbildern verziert, die -wie das Deckengemälde- vom Maler Hausinger stammen (1971). Die Apostel halten ihre für sie typischen Attribute in den Händen, die meist auf die Art ihres Martyriums hinweisen. Jakobus der Ältere wird wegen der großen Santiagowallfahrt als Pilger dargestellt. Matthäus hält nicht nur einen Speer in der Hand sondern auch und Buch (Bibel) mit Zeichnungen von päpstlichen Insignien. Er hat als Evangelist in Kap. 16 Vers18 die Jesusworte überliefert: "Du bist Petrus der Fels und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen".

 
Johannes-Thomas
Petrus/Paulus-Andreas
Jakobus Ä-Jakobus M
Bartholomäus-Philippus
Simon - Thaddäus
 Matthäus-Mathias
Hinweis: Die Evangelien (z.B. Matt.10,2) nennen die Namen der Zwölf Apostel zu Lebzeiten Jesu: Petrus, Andreas, Jakobus d.Ä, Johannes, Jakobus d.J, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Thaddäus, Simon und Judas Ischarioth. Matthias wurde nach dem Tod von Judas ausgelost (Ap1,15). Dem hl.Paulus, der hier hinter Petrus dargestellt wird, wurde durch die Urkirche im Jahr 258 die Apostelwürde ehrenhalber verliehen. Deshalb sind hier in Ebersbach 13 Apostel abgebildet. Eine Besonderheit ist Johannes. Er wird in der Textkartusche unter dem Bild als Johannes Evangelist bezeichnet und wird konsequent auch mit dem Kelch abgebildet. Der deutet auf einen Giftanschlag hin, den der Evangelist überlebt hat. Früher glaubte man, der Evangelist und der Apostel seien eine Person gewesen; 1971, als die Bilder gemalt wurden, gingen die Theologen aber schon lange von verschiedenen Personen aus. Das Bild entsprach somit nicht mehr der gängigen Lehrmeinung.


O
rgel

Seit Juli 2017 besitzt die Kirche eine neue Orgel. Die alte zweichörige Tischorgel, die 1972 gebraucht gekauft worden war, hatte ausgedient.
Auch das neue Instrument vom Typ "Positiv fünfchörig" ist nicht neu. Es wurde 1963 gebaut und stand bisher im Kloster Fürstenfeld. Für 6000 Euro -alles freiwillige Spenden, insbesondere des FC Ebersbach- konnte die Orgel gekauft und nach einer Überholung bei Orgelbauer Kaps in Eichenau in der Georgskirche aufgestellt werden. Pfarrvikar Dr.Clement Obielu segnete die Orgel im Rahmen einer Feierstunde, bei der Wast Kottermair das Instrument erstmals öffentlich spielte.


alte Orgel
1972-2017

Aus den Kirchenrechnungen ist ersichtlich, dass der Freisinger Gürtler Jakob Margetsch im Jahre 1765 eine Kreuzpartikel für Ebersbach renovierte. Ob diese Partikel noch vorhanden sind, ist mir nicht bekannt.


Hans Schertl

Quellen:
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Heyberger, Landes- und Volkskunde des Konigreichs Bayern, 1868 (Ort 1868)
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1880
Mathias Steinberger, Die Pfarrei Vierkirchen, 1879
Bezold/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1895

Dachauer Nachrichten vom 30.7.1981
Gemeinde Weichs - So war's bei uns, 1984
Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2 (
Michael Langenegger)
Georg Brenninger, Kunsthandwerker der Barockzeit in den Kirchen des Gerichtes Kranzberg, Amperland 1987/2
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
Gemeinde Weichs, So wars bei uns, 1989 (Brandwache)
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, 1990
Liebhart/Pölsterl, Die Gemeinden des Landkreises Dachau, Bd 2 der Kulturgeschichte des Dachauer Landes, 1991
14)
Prof. Dr.Wilhelm Liebhart, Das Landgericht Dachau in der frühen Montgelaszeit, Amperland 1994
Georg Hailer, Kirchenpfleger und Altbürgermeister, 2002
Sabine Remiger,Münchner Kirchenzeitung v. 3.9.2006 (Petrus)
Heinz Nefzger, Sie klingt großartig, die neue Orgel, Dachauer Nachrichten vom 4.8.2017 (neue Orgel)

41 Bilder: Hans Schertl

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

15.9.2017