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Waldkapelle bei OBERHANDENZHOFEN


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Beschreibung

Die Kapelle am Waldrand zwischen Oberhandenzhofen und Orthofen (Rablkapelle) stammt aus dem 18.Jh.

Sie beeindruckt durch die von zwei Säulen getragene Vorhalle und durch das Gemälde auf der Stirnseite. Dieses Fresko, stellt den hl. Laurentius mit dem Rost dar, der auf Gewölk sitzt und segnend seine rechte Hand erhebt. Zwei Engel halten ein Spruchband mit dem Text: "Laurentius: Confessus est nomen Jesu Christi. R.Huber".
Der Text ist dem Mönchsbrevier (Gebete am 10.August) entnommen.
  Hinweis: St.Laurentius war um das Jahr 250 einer der sieben Diakone in der Stadt Rom. Er sollte im Auftrag des Papstes den Kirchenschatz unter den Leidenden und Armen austeilen. Kaiser Valerian erhob Anspruch auf diese Schätze; als Laurentius sie nicht an ihn herausgab, ließ er ihn mit Bleiklötzen schlagen, zwischen glühende Platten legen und befahl schließlich, den Unerschütterlichen über stetig unterhaltenem Feuer auf einem Rost langsam zu Tode zu martern. Deshalb wird Laurentius mit dem Rost abgebildet.

Das Gemälde schuf im Jahr 1947 der Dachauer Künstler Richard Huber, der in mehreren Kirchen des Landkreises Kreuzwege und Deckenbilder gemalt oder restauriert hat (bezahlt wurde das Fresko mit Naturalien). Wenn Sie sich für die Kunstwerke, die Richard Huber für die Kirchen des Landkreises Dachau geschaffen hat, interessieren, klicken sie hier...

Zuletzt wurde das Gemälde an der Waldkapelle im Jahr 2005 vom Kirchenmaler Alfons Wagner aus Prack restauriert.


Die Apsis der Kapelle ist durch ein sehr schönes schmiedeeisernes Gitter abgetrennt.


Kruzifix
Hinter dem zu öffnenden Gitter sind ein großes Kruzifix und einige Kerzen zu sehen. Bemerkenswert sind die roten Haare von Jesus und die grüne Farbe der Dornenkrone.

Die Seitenwunde ist -anders als auf den meisten Kruzifixdar-stellungen- auf der linken Seite und damit anatomisch richtig aufgemalt.
  Hinweis: Die Lage der Seitenwunde wird in der Bibel nicht beschrieben. Bei Johannes (19,34) heißt es nur, "einer der Kriegsknechte durchbohrte seine Seite mit einem Speer". Da das Öffnen der Seite aber den Zweck hatte, zu prüfen, ob Jesus schon tot war, muss es

Inneres der Kapelle
  sich um seine linke Seite gehandelt haben. Nach dem Tod eines Menschen sammelt sich im Herzen Blut und Wasser. Das herauslaufende Wasser war somit das Zeichen für den eingetretenen Tod. Die häufige Darstellung der Stich-wunde auf der rechten Seite liegt in der mittelalterlichen Deutung begründet, dass es nur die rechte, die gute Seite sein konnte, durch die Blut und Wasser als Hinweis auf die kommenden Sakramente der Eucharistie und der Taufe auf die Menschheit herabströmte.
               Im Vorraum sind an der Decke drei Wappen aufgemalt. Bei den beiden äußeren könnte es sich um Handwerkswappen handeln (z.B. rechts das Mühlrad für die früheren Besitzer der Kapelle, die Müller-Familie Rabl).
Das Wappen in der Mitte ist ein Bürgerwappen.

Müllerwappen

Hans Schertl

Quellen:
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Klaus Kiermeier, Dachauer Land, Die Landschaft in den Jahreszeiten, 1982
Christian Huber, Der Maler Richard Huber, Amperland 2002/2
Renate Zauscher, Dachau, 2006
6 Bilder: Hans Schertl (2005)

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

9.3.2018