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Barbara-Altar in der Klosterkirche von INDERSDORF

Das Altarbild des Barbara-Altares stammt von Hofmaler Andreas Wolf (1715, sign.)

Die vom himmlischen Gnadenstrahl erfasste Heilige erwartet den Schwertstreich, zu dem ihr grimmig dreinschauender Vater ausholt. Im Himmel halten Putten der Kelch, den Märtyrerpalmzweig und einen Blumenkranz bereit. Im Hintergrund der Barbaraturm mit den drei Fenstern. Die immergrünen Blätter des Palmzweigs symbolisieren das ewige Leben und den Sieg des Glaubens über das Heidentum. Die über 20 m hohe Palme mit dem elastischen, allen Stürmen standhaltenden Stamm galt seit alters her als Sinnbild für Sieg und Standhaftigkeit.

Im Altarauszug die hl. Maria Magdalena. Sie wurde Jüngerin Jesu, nachdem der sie von Besessenheit befreit hatte (Luk. 8, 2). Magdalena sorgte für Jesu Lebensunterhalt (Luk.8,3). Sie war auch bei der Kreuzigung Jesu dabei; ihr erschien Jesus nach seiner Auferstehung (Joh 20,15-17). Ob es sich bei Magdalena auch um die namenlose Sünderin handelt, die Jesus die Füße salbte (Luk 7, 37-38), ist ungewiss.

Den Altartisch schmückt ein Bild des hl. Augustinus auf dem Totenbett im prächtigen Rokokorahmen. Augustinus hält auf dem Sterbebett ein brennendes Herz in der Hand. Es ist das Zeichen für seine brennende Liebe zu Gott. Über dem Toten schweben Putten als Zeichen für die baldige Aufnahme in den Himmel.

 

Hinweis: Barbara ist eine legendäre Person. Das bildschöne Mädchen soll von ihrem heidnischen Vater, dem reichen Dioskuros von Nikomedia, während einer längeren Geschäftsreise in einen Turm geschlossen worden sein, um sie am Heiraten zu hindern. Barbara ließ im Turm ein Bad bauen, aber nicht wie vom Vater angeordnet mit zwei, sondern mit drei Fenstern, als Zeichen der Dreieinigkeit. Als der Vater zurückkam und merkte, dass sie Christin geworden war, ließ er sie geißeln, mit Keulen schlagen, die Brüste abschneiden und mit Fackeln brennen. Schließlich enthauptete der Vater die Tochter selbst, worauf er von Blitz getroffen wurde. Barbara gehört zu den 14 Nothelfern. Sie ist Patronin der Bergleute und -wegen des präzisen Blitzschlags- der Artilleristen. Der Kelch mit der Hostie versinnbildlicht die einem Sterbenden gereichte letzte Kommunion (Viatikum) und verweist auf die Funktion als Sterbepatronin. Vor dem Tod hatte Barbara Gott öffentlich gebeten, dass alle, die der Passion Christi gedenken, vom Gericht Gottes verschont werden mögen.
Zahlreiche Volksbräuche zeigen ihre Verehrung: Zweige werden an ihrem Gedenktag als "Barbarazweige" von Apfel- oder Kirschbäumen abgeschnitten und ins Wasser gestellt, blühen meist am Weihnachtsfest. Dieses Brauchtum soll auf Barbaras Gefangenschaft zurückgehen: sie habe einen verdorrten Kirschbaumzweig mit Tropfen aus ihrem Trinknapf benetzt; in den letzten Tagen ihres Lebens, schon im im Bewusstsein ihres Todesurteils, fand sie Trost darin, dass der Zweig in ihrer Zelle blühte. Die Barbarzweige sind übrigens die Rosen im Lied "Es ist ein Ros entsprungen..", die auf den Erlöser hinweisen.

 

 


Quellen:
siehe Hauptseite
3 Bilder: Hans Schertl

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6.8.2005