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St.Lantpert
(Lampert) |
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Lantpert wird bis heute in Bayern verehrt, im Dom von Freising steht sein 1973 gestiftetes Reliquiar. Welcher Bischof die Erhebung der Reliquien und damit die offizielle Bestätigung des praktizierten Kultes vollzogen hat, ist nicht bekannt. |
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Historisch ist
über St.Lantpert nur wenig bekannt. Es wurde leider keine Biographie von
ihm verfasst, weder zu seinen Lebzeiten wie bei anderen Bischöfen noch
in den folgenden Jahrzehnten, als die Erinnerung an ihn noch lebendig war.
Interessant wäre zu erfahren, was die Gläubigen dazu bewogen hat,
ihn für einen Heiligen zu halten. Die Legende mit dem Nebelwunder wurde
ja erst 600 Jahre später geschrieben und war zudem noch Ausfluss eines
falschen Datums im Freisinger Martyrologium. Offensichtlich hatte die Verehrung
von Lambert schon viel früher und ganz ohne (überlieferte) Mirakelberichte
begonnen. Einen Anhaltspunkt liefert eine Urkunde aus der Regierungszeit des
Bischofs Meginwards (1078-1098). Damals legten Stifter Urkunden auf dem Grabaltar
von St.Lantpert nieder, durch die sie ihre Güter dem Heiligen vermachten.
Der Ertrag sollte den Armen zugute kommen, die "vor der Tür stehen".
Möglicherweise war Lantpert ein um die Armen besonders besorgter Bischof.
Und als sehr frommer Mann. Auf vielen Abbildungen wird er als betender Bischof
dargestellt.
Lantpert hatte sich -anders als seine Vorgänger- weitgehend aus den politschen
Ränken und Zwistigkeiten herausgehalten. Sein Name ist in den königlichen
Urkunden nur zweimal zu finden. Problematisch während der letzten Jahre
seiner Regierungzeit als Bischof waren nicht nur die kriegerischen Ungarn, deren
Überfall nach dem Ende der Tributzahlungen (947) drohte, sondern auch ein
zwei Jahre andauernder Krieg zwischen dem deutschen König und dem bayerischen
Herzog. Diesen Zwist nutzten die Ungarn, um 954 und 955 in einem verheerenden
Feldzug Südbayern zu plündern und zu brandschatzen, ehe sie am Lechfeld
geschlagen werden konnten. Die
Stadt Freising blieb weitgehend verschont. Die Historiker schreiben dies den
Zahlungen an die Ungarn zu, die Legende sieht das Gebet des Bischofs als Ursache
an.
Am 7.August 952
nahm St.Lantpert zusammen mit 24 anderen deutschen Bischöfen unter Führung
des Mainzer Metropoliten an der Reichssynode in Augsburg teil. Die Beschlüsse
befassten sich hauptsächlich mit der Reform von Klöstern und Klerus.
Die Reform war nötig geworden, weil die ständige Unsicherheit durch
die Ungarneinfälle auch Missstände in der kirchlichen Disziplin zur
Folge hatte. Die Mönche sollten wieder ständig in ihrem Kloster bleiben,
den Klerikern wurde das Halten von Hunden oder Falken für die Jagd sowie
das Würfelspiel untersagt. Ein Thema war auch die Ehelosigkeit der Priester,
für die es schon damals, 200 Jahre vor Einführung des Pflichtzölibats
durch den Papst für die gesamte Kirche, ein "Gesetz" mit Geltung
im deutschsprachigen Raum (?) gab. Verheiratete Priester sollten des Amtes enthoben
werden.
Die Beschlüsse der Synode konnte wegen des Bürgerkriegs und des Ungarneinfälle
erst ab 955 umgesetzt werden. Bischof Lantpert blieb dafür nicht mehr viel
Zeit. Er ist am 19.September 957 gestorben.
| Quelle:
Josef Mass, Geschichte des Erzbistums München und Freising, 1986 (St.Lantpert) |
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