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Alte Zeitungsberichte aus dem Pfarrleben von EINSBACH

Recherchiert von Hubert Eberl, Bergkirchen und Eleonore Philipp (Kaplan Zimmermann)

Jahr

Ereignis

zum Bericht
1882
  Installation von Pfarrer Johann Rohrer - Amperbote vom 05.08.1882
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1896
  Unfall auf dem Pfarrhof - Amperbote vom 11.04.1896
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1917
  Einzug des neuen Pfarrherrn in Einsbach Amperbote vom 08.08.1917
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1929
  Restauration der Pfarrkirche Einsbach - Amperbote vom 14.12.1929
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1935
 Sebastianitag in Einsbach - Amperbote vom 23.1.1935
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  Kirchenrestaurierung in Einsbach - Amperbote vom 11.9.1935
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1945
Gedenken an Kaplan Johannes Zimmermann - von Eleonore Philipp
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Installation von Pfarrer Johann Rohrer

Amperbote vom 05.08.1882

Am vergangenen Sonntag fand in Einsbach die feierliche Installation des Hochwürden Herrn Pfarrers Johann von Rohrer dortselbst statt. Schon um 8 Uhr morgens verkündeten Böllerschüsse den Beginn der feierlichen Handlung, um welche Zeit sich auch als weltlicher Commissar Herr Bezirksamts-Assessor Schöller von Dachau und als Commissar des hochwürdigen Erzbischofs der geistlichen Rat, Herr Dekan Angerpointner von Maisach, einfanden. Gegen 9 Uhr wurde der neuernannte Herr Pfarrer Rohrer, begleitet von den Gemeinde- und Kirchenverwaltungsmitgliedern, der Schuljugend, welche von den Herren Lehrern geführt wurde, von den weltlichen und geistlichen Herren Commissaren in die Kirche geleitet, vor welcher der erzbischöfliche Herr Commissar eine geeignete Ansprache an die Parochianen hielt. Während des feierlichen Hochamtes wurde der hochw. Herr Pfarrer Rohrer als Seelenhirte der Pfarrgemeinde in seine geistliche Funktionen eingewiesen. Nach Beendigung des Gottesdienstes und der hierauf auch auf dem Friedhof geschehenen Einweihungen, begab sich der trotz des regnerischen unfreundlichen Wetters sehr zahlreiche Zug zurück zum Pfarrhaus, vor welchem der weltliche Herr Commissar Herrn Pfarrer Rohrer der versammelten Gemeinde vorstellte und namentlich hervorhob, welch segensreiches Feld auf dem Gebiete der Seelsorge sowie auch in der Armenpflege dem hochwürdigen Herrn Pfarrer offen stehe und zugleich die Gemeinde eindringlich ermahnte, ihrem Seelsorger stets mit Verehrung, Liebe und Vertrauen entgegen zu kommen. Gegen 11 Uhr schloss der feierliche Akt.

Unfall auf dem Pfarrhof in Einsbach
Amperbote vom 11.04.1896

Der im Pfarrhof von Einsbach bedienstete Knecht Riedel verunglückte dadurch, dass er mit der rechten Hand in die Futterschneidemaschine geriet. Das Schneidmesser trennte ihm die Hand unterhalb des Handgelenkes bis auf eine schmale Brücke ab. Der Verunglückte wurde in das Distriktskrankenhaus nach Dachau verbracht, wo demselben Herr Dr. med. Vogl ärztliche Hilfe angedeihen ließ. Ein Anheilung der Hand, obwohl dieselbe als ein Wunder zu betrachten wäre, ist nicht, aber eine spätere Gebrauchsfähigkeit der Hand vollständig ausgeschlossen. Man verlangt in allen Betrieben geradezu rigoros Schutzvorrichtungen bei den verschiedensten Maschinen. Wären bei den Futterschneidemaschinen nicht auch Schutzvorrichtungen anzubringen, welche geeignet sind, die zahlreichen Verletzungen der an ihnen beschäftigten landwirtschaftlichen Arbeiter auszuschließen oder wenigstens zu beschränken?

Einzug des neuen Pfarrherrn in Einsbach
Amperbote vom 08.08.1917

Schon seit frühem Morgen prangte der Ort in festlichem Schmuck. Sollte doch die Pfarrei Einsbach heute einen Freuden- und Ehrentag erleben, nämlich den Einzug des neuen Pfarrherrn, Johann Nepomuk Seidl, bisher Expositus in Steingau. Die Empfangsfeierlichkeiten selber war der ersten Zeitläufe wegen ohne viel äußeren Aufwand, nichts desto weniger aber sehr herzlich und eindrucksvoll. Eine größere Abteilung von Radfahrern, Reitern und Fuhrwerken sammelten sich am Nachmittag, ½ 3 Uhr in Maisach an und erwartete am Bahnhof die Einfahrt des Zuges. Nach Ankunft und kurzer Begrüßung des neuen Pfarrers bewegte sich der Empfangszug in langer schöner Linie bei flottem Tempo gegen Einsbach, während sich am weltlichen Horizont gewitterschwangere Wolken zusammenballten. Im Filialdorf Überacker bewillkommte die Jugend mit Herrn Hauptlehrer Werner an der Spitze den neuen Pfarrherren. In der Gemarkung Einsbachs hatte sich unterdessen bei der errichteten Ehrenpforte eine festlich gestimmte Menschenmenge angesammelt. Der Männerchor des Ortes sang bei Eintreffen des Zuges unter der sicheren Leitung des Herrn Lehrers Königer das schneidige "Gott, grüße dich" von Julius Sturm. Weißgekleidete Mädchen trugen hier und am Kirchenportal sinnige Gedichte vor und überreichten dem neuen Pfarrvorstand jedes Mal einen prächtigen Blumenstrauß aus Rosen und Nelken. Unter dem Geläute der Glocken bewegte sich nun der Zug zur Kirche, wobei bereits ein feiner Sprühregen einsetzte. Dem Zug voran schritten weißgekleidete Mädchen, die verschiedenen hiesigen Vereine mit Fahnen. In der Kirche begrüßte der bisherige Vikar, Georg Striegel, den neuen Pfarrvorstand aufs Herzlichste. In seiner Erwiderung dankte der neue Pfarrer in bewegten Worten für den ehrenden Empfang und mit einer kurzen sakramentalen Andacht schloss dann die Einzugsfeierlichkeit, die gar manchen unvergesslich bleiben wird.

 

Restauration der Pfarrkirche Einsbach
Amperbote vom 14.12.1929

Die Innenrestauration unserer Pfarrkirche ist nun zu Ende. Unter der Oberleitung des Landesamtes für Denkmalpflege, Referent Herr T. Roth, hat der akademische Kunstmaler Hans Hufer aus München in fleißiger, zwölfwöchentlicher Arbeit die Kirche der alten Zeit zu neuem Leben erweckt. So mag sie ausgesehen haben, als im Jahr 1705 der langjährige Pfarrer von Einsbach, Urban Widmann (Hinterbauerssohn von Palsweis) den Fürstbischof Franz von Freising um die Altarweihe bat. Wie damals leuchten wieder die Altäre in Gold und zierliche Marmor zum fein abgestimmten Stuckgewölbe empor. Es ist, als ob die neue Helligkeit das Gotteshaus erst ausgebaut hätte, so dass die Leute sagen, es wäre noch einmal so groß geworden. Wer unsere Pfarrkirche früher gesehen hat, alles, Wände, Decken und Stühle in lehmgelbe Farben getaucht, die Altäre braun übertüncht, der atmet auf, wenn er eintritt und das leuchtende Weiß der Wände und Decke, überspannt von den graugelben, leicht schwebenden Stuckbögen, sieht. Dazu die schwarzen Bänke, die dunklen reich vergoldeten Altäre mit den wertvollen von Otterpohl erneuerten Altarbildern, die antiken Fenster im Altarraum von Eberle, das alles ist wirklich ein Schaustück zur Ehre Gottes und zum Lobe der Beteiligten. Die Kirchengemeinde der engeren Pfarrei Einsbach, die bei der geringen Einwohnerzahl zwei größere Kirchen unterhalten muss, verdient wegen ihrer Opferwilligkeit hohes Lob. Der akademische Kunstmaler Hufer aus München, ein Meister von Farbe und Stil, hat bei bescheidener Entlohnung zur Ehre Gottes ein herrliches Werk geschaffen und der hehren Kunst eine rühmenswerte Weihegabe dargebracht.

Kirchenrestaurierung in Einsbach
Amperbote vom 11.9.1935

Unsere Pfarrkirche, deren Inneres erst vor einigen Jahren restauriert wurde, erhält nun auch außen ein gefälliges Aussehen. Drei Wochen sind die Arbeiten, die von Baugeschäft Brunetti aus Odelzhausen ausgeführt werden, bereits im Gang. Schon das Aufstellen des Gerüstes um den 43 Meter hohen Turmes nahm geraume Zeit in Anspruch; mussten doch über 160 Stangen festgemacht werden. Aller schlechter Verputz wird beseitigt und ein neuer angebracht. Auch das Blechdach der mächtigen Turmkuppel wird erneuert. Das alte Blech, das seit 46 Jahren den Turm vor Regen und Schnee schützte, wird von Spenglermeister Schräffl aus Taxa und seinen treuen Helfern abgenommen und durch ein neues ersetzt. Die Kosten, ungefähr 3000 Mark, werden von der ganzen Pfarrgemeinde getragen.

Amperbote vom 15.10.1935

Die Arbeiten an unserer Pfarrkirche, deren Äußeres vom Grund bis zur Turmspitze restauriert wurde, fanden am Samstag mit einer kleinen fröhlichen Feier der Beteiligten im Gasthaus Wiedmann ihren Abschluss. Sauber und erhaben steht das neue hergerichtete Gotteshaus zwischen schmucken Anwesen. Malermeister Brunetti aus Odelzhausen und seine Männer haben gründliche Arbeit geleistet. Der Turm erhielt vom Spenglermeister Schräffl aus Taxa ein neues Blechdach. Auch Zifferblätter und Zeiger der Turmuhr wurden nicht vergessen. Schreinermeister Socher aus Lauterbach gab ihnen ein neues herrliches Aussehen, so dass sie sich würdig in das Ganze einfügen. Den Einsbachern, die sich durch die Arbeiten ein großes finanzielles Opfer auferlegten, vollste Anerkennung! Haben Sie doch dadurch bewiesen, dass sie nicht nur ihre Kirche hoch in Ehren halten, sondern auch, dass sie durch Arbeitsbeschaffung mithelfen wollen am Wiederaufbau des deutschen Vaterlandes.

 

Sebastianitag in Einsbach
Amperbote vom 23.1.1935

Der Sebastianitag ist für die Pfarrei Einsbach alljährlich von besonderer Bedeutung. Die Pfarrerangehörigen und viele Gläubige aus den Nachbarpfarreien, die der alten ehrwürdige Sankt Sebastianibruderschaft angehören, finden sich an diesem Tag in Einsbach ein, um die heiligen Sakramente zu empfangen. Auch heuer wurde der Gnadentag wieder eifrig ausgenützt und die heilige Blutkirche hätte sich bald wieder als zu klein erwiesen. Schon der Gottesdienst um 6:30 Uhr wurde durch den Gesang des Männerchores verschönt. Während des zweiten Amtes sang ein von Oberlehrer Königer vorzüglich geschulter Kinderchor eine feierliche Messe. Den Höhepunkt bildete das Hochamt, währenddessen der gemischte Chor Einsbach die Sankt-Ludwigs-Messe von Gruber in bekannt hervorragender Weise zur Aufführung brachte. Ein Franziskanerpater aus München hielt die Festpredigt, in der er den heiligen Sebastian, der Patron der Bruderschaft ist, und die heilige Blutkirche allen als Vorbild hinstellte. Genau wie zu der Zeit als Sankt Sebastian lebte, herrscht auch heute noch die Christenverfolgung. Dass sie nicht erloschen ist, beweisen uns die Nachrichten aus Mexiko, Spanien und Russland. Die 11 Millionen Martyrer, die schon ihr Leben für den heiligen Glauben hingaben, sollen stets ein Vorbild der Glaubenstreue sein. Den Abschluss des Festes bildete in den Nachmittagsstunden eine feierliche Vesper in der heiligen Blutkirche und eine Prozession von derselben zur Pfarrkirche.

Gedenken an Kaplan Johannes Zimmermann
von Eleonore Philipp


Vor 65 Jahren , am 25. Juli 1945, starb Kaplan Johannes Zimmermann, als er mit dem Fahrrad unterwegs war und wenige Kilometer vor Freising von einem amerikanischen Fahrzeug angefahren wurde. Kurz darauf erlag er den schweren Verletzungen.
Sein Ziel an diesem Tag wäre das Priesterseminar in Freising gewesen, wo er die Aufnahme eines Schülers erwirken wollte.
Einen Monat zuvor war der vorbildliche Priester 40 Jahre alt geworden. Seine Kaplanstelle in Einsbach hatte er erst knapp vier Monate vorher übernommen, nachdem er überraschend Ende März 1945 aus dem Konzentrationslager Dachau entlassen worden war.
Als Staatsfeind ins KZ
Wegen "staatsfeindlichen Äußerungen" in der Schule, wo er die Jugend vor den falschen Idealen des Nationalsozialismus hatte warnen wollen, war er im Mai 1941 in Freital / Sachsen von der Gestapo verhaftet worden. Nach Gefängnishaft in Dresden kam er zuerst in das KZ Mauthausen und wurde danach am 18. August 1941 in das KZ Dachau eingeliefert. Während seiner Haftzeit hat der feinsinnige junge Mann nicht nur körperlich, sondern auch seelisch sehr gelitten. Es war für ihn eine Selbstverständlichkeit, von den Lebensmitteln, die ihm ins Lager zugeschickt wurden, großzügig die Hälfte an kranke und ausgehungerte Mithäftlinge zu verschenken.
Als er am Gründonnerstag, dem 29. März 1945, entlassen wurde, war sein erster Weg ins Pfarrhaus St. Jakob in Dachau. Er wollte so bald als möglich wieder in der Seelsorge arbeiten. Wegen der noch bestehenden Kriegsverhältnisse war eine Rückkehr in seine Heimat aber nicht möglich. Das Erzbischöfliche Ordinariat in München schickte ihn am 1. April nach Einsbach zu Pfarrer Anton Straßmair, der ihn im Pfarrhof unterbrachte. "Wieder galt seine Liebe der Jugend in Schule und Gotteshaus, vor allem aber der heranwachsenden Jugend in Gruppenarbeit und persönlichen Gesprächen", berichtet sein Dachauer Mithäftling Pater Maurus Münch OSB, mit dem er am gleichen Tag aus der KZ-Haft entlassen worden war. "Und nun offenbart sich das unbegreifliche Wunder der göttlichen Gnade: Hundertmal hatte er sich in Dachau dem Herrn als Opfergabe hingegeben. Mysterium der Wege des Herrn! Nun, da er frei war und darauf hoffte, bald nach Sachsen heimkehren zu können, nahm Gott das Opfer des jungen Priesters an", schreibt Pater Maurus in seinem Gedenkbuch "Unter 2579 Priestern in Dachau".
Letzte Ruhestätte in Einsbach
Kaplan Zimmermann wurde im Einsbacher Friedhof an der Südseite der Kirche St. Margareta zur letzten Ruhe gebettet. An seinem Grab sprach Pfarrer Straßmair: "Sein Arbeiten war ein Aufleuchten aus himmlischen Höhen, ein Aufleuchten himmlischer Herrlichkeit. Er war ein besonderer Freund der Jugend, die ihn nie vergessen wird. Wir neigen uns in Ehrfurcht vor ihm. Er war unser Stolz!" Leider ist das Priestergrab in Einsbach nicht mehr erhalten. Nur im Eingangsbereich der Kirche steht auf einer Gedenktafel sein Name mit Geburts- und Sterbedatum. Aber nichts erinnert im Ort an sein tragisches Schicksal.
Eleonore Philipp