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Pfarrkirche St. Benedikt in EBERTSHAUSEN

85254 Odelzhausen St.-Benedikt-Straße 20
Lage der Kirche auf der Landkarte ...

Kurzbeschreibung

Die Pfarrei Ebertshausen ist schon sehr alt. Der Überlieferung nach soll die erste Kirche von Bischof Arbeo aus Freising (764-783) geweiht worden sein. Schriftlich ist die Pfarrkirche aber erst in der Konradinischen Matrikel von 1315 mit einem Friedhof erwähnt. Das Patronat des hl. Benedikt geht auf den Einfluss der Benediktiner von Tegernsee und Weihenstephan zurück.

Nach den Verwüstungen und Zerstörungen des 30jährigen Krieges, die in der Gegend zwischen München und Augsburg besonders verheerend waren, dauerte es ein halbes Jahrhundert bis die Kirche im Jahr 1709, dem Geschmack der damaligen Zeit entsprechend, barock umgebaut und neu gestaltet wurde. Die Weihe nahm der Freisinger Fürstbischof Franz Ecker von Kapfing vor.
Die heutige Kirche verdankt ihr Aussehen aber überwiegend den ausgedehnten Umbaumaßnahmen, die 150 Jahre später, vom Jahr 1863 bis 1896 durchgeführt wurden. Dabei wurde das Gotteshaus auch stark erweitert.


Der Bau des 25 m hohen Turms im Jahr 1896 war die letzte dieser Baumaßnahmen. Die Weihe erfolgte aber schon früher, am 6. Juli 1876 durch den Freisinger Erzbischof Gregor, wie eine Inschriftentafel hinter dem Altar berichtet.

Die letzte Renovierung wurde in den Jahren 1988 bis 1993 vorgenommen. Dabei wurde der Zustand hergestellt, der genau dem von 1896 entspricht.  Die Kirche macht auch 13 Jahre nach der Renovierung einen sehr gepflegten Eindruck.


Rabe mit Brot am Hochaltar

Seit 1971 wird Ebertshausen von Odelzhausen seelsorgerisch betreut. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die kleine Pfarrei immer einen eigenen Pfarrer. Derzeit bildet es mit den Pfarreien Einsbach, Egenburg, Odelzhausen, Pfaffenhofen, Sittenbach und Sulzemoos den Pfarrverband Odelzhausen.

Innenausstattung

Die Einrichtung der Kirche ist einheitlich im Stil des Historismus, der im ausgehenden 19.Jh bevorzugten Stilrichtung gehalten. Dabei werden die Gotik und die Romanik nachempfunden.

Mittelpunkt des Hochaltars ist eine große Statue des hl. Benedikt mit einem Buch in seiner Hand. Zu seinen Füßen ein Rabe, der das Brot, mit dem Benedikt vergiftet werden sollte, in seinem Schnabel davonträgt.
Flankiert wird St. Benedikt von den Eltern Jesu, Maria und Josef.

Die beiden Glasfenster im Chor (gestaltet von Prof. Hermann Stockmann und Syrius Eberle)  erinnern an den 1.Weltkrieg:
Im linken Fenster wird Christus dargestellt, wie er den Gefallenen den Weg zum Himmel weist; das rechte Fenster, das Heimkehrerfenster zeigt einen heimgekehrten Soldaten, der vor einem Feldkreuz für seine Rückkehr dankt. 

Den Altarraum schmückt noch ein hohes Chorgestühl, bei dem der Priestersitz mit zwei Handgriffen in einen Beichtstuhl umzuwandeln ist.

Der Zelebrationsaltar ist aus Resten der alten Kommunionbank gefertigt.

ProzessionslaterneProzessionslaterneChorgestühlDecke im AltarraumWandmalereienKreuzwegKreuzweg zur Vergrößerung des Altarbildes bitte klickenLinker Seitenaltar - zur Vergrößerung der Ansicht bitte klickenRechter Seitenaltar - zur Vergrößerung der Ansicht bitte klickenzur Vergrößerung der Kanzel bitte klickenHeimkehrer-FensterGefallenen-FensterSt. JosefSt. Mariader ZelebrationsaltarFranz-XaverTaufsteinWandmalereienDecke im AltarraumGewölbekonsoleEngel mit LanzeEngel mit YsopstangeAntependiumFensterlaibungChorgestühlEwig-Licht-AmpelKreuzApostelkreuzVortragekreuzFranz Xaver
  25 Details (4 Altäre, Fenster, Kanzel, Kreuzweg) per Mouseklick
An den Wänden und Altären sind noch Figuren und Bilder von Christus, Maria und folgenden Heiligen zu sehen:
St.Florian mit brennendem Haus (Patron gegen Feuer), St.Sebastian mit Pfeilen (Pestpatron), St.Georg mit Lanze und Drachen (Pferdepatron), St.Josef (Handwerker), St.Konrad von Parzham (Volksheiliger), St.Notburga mit Sichel (Knechte und Mägde), St.Elisabeth mit Rosen und Brotlaib (Witwen,Waisen u.Bettler), St.Leonhard mit Rind (Patron der Haustiere), St.Aloisius im Chorrock (gegen Augenleiden), St.Cäcilia mit Orgelmodell (Musikerpatronin) und St.Franz Xaver mit einem schwarzen Täufling(Patron für eine gute Sterbestunde).

 

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Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen


Geschichte: Matrikel 1315 Matrikel 1524 Barockisierung Matrikel 1740 Umbau 1863
         
Ausstattung: Altarraum Apostelleuchter Baubeschreibung Beichtstuhl Choraltar
Chorgestühl Chorbogen Empore Ewig-Licht-Ampel Fenster
Figuren im Chor Figuren im Schiff Heiliges Grab Kanzel Kirchenbänke
  Kreuzweg Orgel Sakristei Seitenaltäre Taufstein
Turm Vortragekreuze Zelebrationsaltar Gottesdienstzeiten

Geschichte der Kirche

Der Ort Ebertshausen wird erstmals am 24.2.769 als Eparmunteshusir in der Urkunde Nr. 31 der "Freisinger Traditionen" erwähnt. Traditionen sind Schenkungsurkunden. Ein gewisser Sigifrid und sein Sohn Erchanfrid übergaben damals ihren Besitz in Ebertshausen dem Bistum in Freising.

Auch die Pfarrei Ebertshausen ist schon sehr alt. Der Überlieferung nach soll die erste Kirche von Bischof Arbeo aus Freising (764-783) geweiht worden sein. Schriftlich erwähnt wird sie aber erst in der Konradinischen Matrikel von 1315 mit einem Friedhof.

Wahrscheinlich wurde im 14.oder 15.Jh eine gotische Kirche errichtet.

Sunderndorfer'sche Matrikel
In der Sunderndorfer'sche Matrikel von 1524 wird erstmals der Patron der Kirche, der hl.Benedikt, genannt (Dieses Patronat geht wahrscheinlich auf den Einfluss der Benediktiner von Tegernsee und Weihenstephan zurück). In der Matrikel werden vor allem die kirchlichen Einnahmen aufgeführt. Doch ihr ist auch zu entnehmen, dass der damalige Pfarrer Ulrich Herl hieß und dass das Pfarrhaus und die dazugehörenden Wirtschaftsgebäude in gutem baulichen Zustand waren. Die Pfarrei hatte 50 Communicantes, das waren Gläubige nach der Erstkommunion. Ebertshausen war eine sehr kleine Pfarrei (Durchschnitt im Dachauer Land: 230).

Aus dem Jahr 1654 ist bekannt, dass neue Messgewänder gekauft wurden. Wahrscheinlich war die Kirche im 30jährigen Krieg ausgeraubt worden.

Barockisierung 1709
Nach den Verwüstungen und Zerstörungen des 30jährigen Krieges, die in der Gegend zwischen München und Augsburg besonders verheerend waren, dauerte es ein halbes Jahrhundert bis diese gotische Kirche im Jahr 1709 dem Geschmack der damaligen Zeit entsprechend barock umgebaut und neu gestaltet wurde. Die Weihe nahm der 57. Freisinger Fürstbischof Franz Eckher von Kapfing und Liechteneck vor, der von seinem Urlaubsdomizil im Schloss Hof bei Hirtlbach aus mehrere Kirchen der Umgebung weihte. Dieser kunstsinnige Bischof regierte sein Bistum von der Reisekutsche aus; er unternahm viele Pastoralreisen selbst in kleinste Dörfer seines Bistums.
In seiner Regierungszeit von 1695 bis 1727 hat er 174 Kirchen (darunter Jarzt, Pellheim, Hirtlbach, Straßbach, Lauterbach, Westerholzhausen und Kollbach) und ca. 1.100 Altäre und 734 Priester (23 pro Jahr) geweiht. Dies hatte seinen Grund auch darin, dass mit Franz Eckher nach 40 Jahren wieder ein echter Bischof auf dem Freisinger Thron saß. Seine Vorgänger waren zwei nachgeborene Wittelsbacher Prinzen (Albrecht Sigismund von Bayern und Joseph Clemens von Bayern). Sie konnten das geistliche Amt des Bischofs nicht ausüben und Albrecht Sigismund besaß nicht einmal die Priesterweihe. So war für den Bischof nach 40 Jahren ohne Kirchenweihen und ohne Firmung viel zu tun.

Schmidt'sche Matrikel
In der Zeit um 1740 besuchte der Kanonikus Schmidt aus Freising die Pfarreien der Diözese und erstellte die nach ihm benannte Schmidt'sche Matrikel. Über die Pfarrei "s.Benedicti in Ebertshausen" berichtete er: Der aktuelle Pfarrer heißt Franz Lipp; er war schon im Jahr 1711 installiert worden. Das Pfarrhaus sei jüngst renoviert worden und auch die Wirtschaftsgebäude zeigten keine großen Schäden. Die Zahl der Gläubigen hatte sich in den 200 Jahren seit 1524 trotz der Verluste im 30jährigen Krieg mit 115 mehr als verdoppelt. Dennoch gehörte die Pfarrei noch immer zu den kleinsten der Umgebung. Eine Filialkirche hatte Ebertshausen noch immer nicht; Wiedenzhausen wechselte erst 1814 von der Pfarrei Einsbach zu Ebertshausen. Die barocke Pfarrkirche beschreibt Schmidt zwar als klein, aber dennoch hell und freundlich. In ihr stünden drei Altäre, die dem hl.Benedikt, der Jungfrau Maria und dem hl.Georg geweiht seien. Gottesdienste werden an allen Sonn- und Feiertagen gehalten. Das Kirchweihfest falle auf den Sonntag vor Michaeli (29.Sept). In der Kirche stehe ein Taufstein; auch die Heiligen Öle seien vorhanden. In der Sakristei würden Messgewänder in ausreichendem Umfang aufbewahrt. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken. Im Friedhof lägen nicht nur die Grabstätten; dort stehe auch ein Beinhaus. Die Einnahmen verwalteten der Pfarrer und der Landpfleger von Dachau. Der Bericht schließt mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das Vermögen dises Gottshauses hat sich in letzter Rechnung auf 370 (=Gulden) und 45 kr. (=Kreuzer) erstreckhet". Das war auch für eine kleine Pfarrei kein großer Betrag.

Umbau1863 bis 1896

Die heutige Kirche verdankt ihr Aussehen aber überwiegend den ausgedehnten Umbaumaßnahmen, die 150 Jahre später, vom Jahr 1863 bis 1896 durchgeführt wurden und bei der nur wenige alte Wandteile der barocken Kirche von 1709 erhalten blieben. In diesem Zusammenhang wurde das Gotteshaus auch stark erweitert und im Stile des Historismus (Neugotik, Neuromanik) neu ausgestattet. Der Turmbau im Jahr 1896 war die letzte dieser Baumaßnahmen. Die Weihe der Kirche erfolgte aber schon früher, am 6. Juli 1876 durch den Freisinger Erzbischof Gregor.

Die letzten Renovierungen wurden in den Jahren 1935, 1955 und 1988 bis 1993 vorgenommen. Durch die letzte Restauration (1,2 Mio DM) wurde der Zustand hergestellt, der genau dem von 1896 entspricht.  

Bittgänge:
Aus der Kirchenrechnung des Jahres 1730 geht hervor, dass alljährlich ein Bittgang nach Inchenhofen zum hl.Leonhard gehalten wurde. Die Sänger ("Singern"), die Fahnenträger ("Fahnentrager"), die Trüchltrager und die Personen, die die Glocken zum Ein- und Auszug in Inchenhofen läuteten ("für ein- und ausleütgelt bey denen Creuzgängen"), erhielten ein kleines Entgelt, das verbucht wurde.

Pfarrer:
1430
wirkte in Ebertshausen Pfarrherr Johannes Stuber
1650
versah der Pfarrer Andreas Rottenfußer die Seelsorge
1730 hieß der Pfarrer Franciscus Lipp.

Baubeschreibung

Die Pfarrkirche liegt am Dorfrand inmitten eines ummauerten Friedhofs. Es handelt sich um eine Saalkirche, deren Decke ohne tragende Zwischensäulen den gesamten Raum überwölbt.
Das Kirchenschiff hat vier Achsen (Joche) mit vier Rundbogenfenstern auf der Süd- und drei Fenstern auf der Nordseite. Die westliche Giebelseite (Rückseite) ist durch Lisenen gegliedert und durch ein neuromanisches Rundfenster verziert.
Der stark eingezogene Chor schließt im Osten mit drei Seiten eines Achtecks.
Der nördlich angebaute 25 Meter hohe Turm mit quadratischem Grundriss besitzt sechs Geschosse und unterhalb der Glockenstube sechs Rundbogenfenster, davon 4 an der Nordseite und zwei an der Ostseite. Die Schallfenster im obersten Stockwerk werden durch Säulchen getrennt.



In der Glockenstube hängen drei Glocken, die aus dem 20.Jh stammen. Die beiden größeren Glocken mit Durchmessern von 110 cm und 90 cm wurden im Jahre 1950 von K.Hamm in Regensburg gegossen.
An den Turm anschließend ist die zweigeschossige Sakristei mit abgeschlepptem Pultdach (=mit dem Dach der Kirche verbunden) angebaut.


Der Eingangsportal liegt an der Südwestseite.
An der Türe sind noch die alten, kunstvoll gearbeiteten Beschläge in Rankenform erhalten. Sie sind in blauer Farbe gestrichen.
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Innenausstattung

Die architektonische Gestaltung und die Einrichtung der Kirche ist seit 1993 wieder einheitlich im Stil des Historismus (Neuromanik, Neugotik) gehalten.Damals wurde im Rahmen der Renovierung der Zustand von 1896 wieder hergestellt, als die Kirche völlig umgebaut und neu ausgestattet worden war.
Ende des 19.Jahrhunderts war der Rückgriff auf die mittelalterlichen Stilformen ganz allgemein sehr beliebt (z.B. im Lkr. Dachau Thalhausen, Günding, Großinzemoos, Biberbach; in Mch: St.Benno, St. Maximilian, Paulskirche und Rathaus).
Die Wände sind in einer rosa Grundfarbe gestrichen. Hinter den Seitenaltären und in den Fensterlaibungen sind farbenfrohe Ornamentsmalereien aufgebracht.

 

Altarraum
Der tiefe Altarraum hat zwei Joche; er ist von einem Kreuzrippengewölbe überdeckt. Die rötlichen Gewölberippen haben eine aufgemalte Quaderung; die Rippen gründen sich auf blattwerkbesetzte Spitzkonsolen (siehe Bild rechts). Zwischen die Rippen ist ein blauer Himmel mit goldenen Sternen an die Chordecke gemalt.
Die rosa/violette Ausmalung der Wände stammt aus dem Jahr 1955.

Choraltar / Hochaltar

Der Hochaltar wurde, wie einer Inschriftentafel auf der Rückseite zu entnehmen ist, von Erzbischof Gregor am 6.Juli 1876 geweiht. (MDCCCLXXVI die VI. mensis Julii -Ego Gregorius Archiepiscopus Monac. et Frising. consecravi Ecclesiam et Altare hoc in honorem Sancti). Seine 2,60 Meter breite und raumhohe Retabel (Altaraufbauten) ist rot und blau gefasst und mit vergoldetem Schnitzdekor verziert. Die Figuren am Altar haben das gleiche Alter; auch sie wurden 1876 gefertigt.
Mittelpunkt des Hochaltars ist eine hohe, dreipassförmig schließende Nische. Darin steht eine fast lebensgroße Statue des hl. Benedikt mit langem Bart, die Bibel und den Abtstab in der Hand.
Zu seinen Füßen ein Rabe, der das Brot, mit dem Benedikt vergiftet werden sollte, in seinem Schnabel davonträgt und so dem Heiligen das Leben rettet (Bild siehe ganz oben rechts)
  Hinweis: Benedikt gründete zu Beginn des 6. Jh auf dem Monte Cassino den Benediktinerorden. Er schrieb die berühmte "Regula Benedicti", mit dem Wahlspruch "Ora et labora", "bete und arbeite". Benedikt starb am Gründonnerstag 547 während eines Gebets am Altar der Klosterkirche Montecasino; seine Brüder sahen, wie er von Engeln auf teppichbelegter, lichterfüllter Straße gen Himmel getragen wurde. Viele Legenden ranken sich um seine Person: In einem Kloster bei Tivoli sollte er vergiftet werden, doch das Gift entwich in Gestalt einer Schlange aus seinem Kelch. Einen weiteren Giftanschlag überstand er, weil ein Rabe das vergiftete Brot forttrug.

Begleitet wird Benedikt von zwei stehenden Engeln mit den Leidenswerkzeugen.
Der linke Engel hält neben Geißelruten die Lanze in der Hand, mit der der Soldat Longinus die Seite des Gekreuzigten geöffnet hatte ("und sogleich floss Blut und Wasser heraus").
Damit wurde bezeugt, dass Jesus tatsächlich tot war.
Der rechte Engel trägt in einem Korb Hammer und Nägel. In der Hand hält er die Ysopstange mit den in Essigwasser getränkten Leinenbällchen, die Jesus am Kreuz zur Linderung des Durstes angeboten worden waren.


  Hinweis zum Ysop-Schwamm mit Essigwasser:
Der 60 cm hohe Ysop ist ein aromatisch duftender Halbstrauch mit meist blauen Blütengehört und gehört zu den Mysterien-pflanzen des Altertums und wird im Mittelmeerraum seit etwa 2000 Jahren als Heilpflanze verwendet. Personen und Dinge, die mit einem Leichnam in Berührung gekommen waren, wurden mit dem Ysopbüschel besprengt. "Reinige mich mit Ysop und ich werde frei von Schuld sein" steht in der Bibel (Psalm 51,7). In der frühen christlichen Tradition war Ysop Symbol für die Taufe. Der essiggetränkte Schwamm, mit dem Jesus am Kreuz gelabt wurde, war auch auf einen Ysopstengel gesteckt. Ysop findet an vielen Stellen der Bibel Erwähnung. Bis heute weiß man aber nicht, ob es sich dabei um das selbe Kraut handelt, das wir zur Zeit unter diesem Namen kennen. Dass dem sterbenden Jesus am Kreuz Wasser mit Essig vermischt gereicht wurde, ist für diese Zeit üblich. Leicht gesäuertes Wasser wurde viel getrunken. So erhielten z.B. die Soldaten auf ihren Fußmärschen größere Mengen verdünnten Weines oder Weinessigs. In der Passionsgeschichte ist deshalb davon auszugehen, dass die Soldaten Jesus das Getränk reichten, das sie gerade zur Verfügung hatten.
Im Antependium umgeben vier Säulchen drei Rahmenfelder mit Darstellungen von Lamm Gottes, Kreuz und Pelikan. Alle drei Symbole weisen auf Jesus hin.
Als Lamm Gottes wurde er von Johannes dem Täufer genannt. Der Pelikan galt als Sinnbild für Jesus, weil man früher glaubte, er reiße in Notzeiten seine Brust auf, um die Jungen mit seinem Blut zu ernähren.
Flankiert wird St. Benedikt von den Heiligen Maria und Josef, den Eltern Jesu. Maria hält eine Lilie in den Händen als Zeichen für Reinheit. Josef trägt den langstieligen Aaronstab, der auf die Legende von der Brautwerbung hinweist: Demnach war Maria Tempeljungfrau in Jerusalem und sollte einem Mann verheiratet werden, der sie unberührt lassen würde ("Josephs-Ehe"). Jeder Bewerber - allesamt waren Witwer - sollte einen Stab auf dem Altar des Tempels niederlegen; Josephs Stab grünte und blühte, zudem ließ sich eine Taube als Zeichen der göttlichen Bestätigung auf seinem Kopf nieder.

In der Predella rundbogige Felder, in denen zwei polychrom (mehrfarbig) gefasste Anbetungsengel knien.


Den oberen Abschluss des Choraltars bildet ein gestufter Giebelaufsatz mit Ecktürmchen, aufgesetztem Rankenwerk und einer rundbogigen Auszugsnische. Darin steht die Statue des hl. Konrad von Parzham mit Handkreuz, Schlüsseln und Brot (evtl. noch 18.Jh). Ganz oben befindet sich ein vergoldetes Kreuz.
In der Weihnachtszeit steht auf dem Tabernakel ein säulengestützter Aufsatz, in dem sich ein Jesuskind aus der Zeit um 1900 befindet.
  Hinweis: Konrad von Parzham (1818-1894) wirkte 41 Jahre lang im Kloster Altötting als Pförtner, wo er mit Tausenden von Wallfahrern zu tun hatte, die mit vielerlei Anliegen und Bitten zu ihm kamen. Aber auch Kinder aus vielen armen Altöttinger Familien kamen bettelnd an die Pforte, keines von ihnen ging leer aus. 1934 wurde Konrad von Papst Pius XI. heilig gesprochen. Damals wurden in unseren Kirche viele Figuren dieses Volksheiligen aufgestellt.

 

Fenster im Altarraum

Die Rundbogenfenster haben mit schönen Ornamenten des Historismus bemalte Laibungen.

Die beiden Glasgemälde in den Fenstern des Altarraums (gestaltet 1930 von Prof. Hermann Stockmann)  erinnern an den 1.Weltkrieg:

Im linken Fenster wird Christus dargestellt, wie er den Gefallenen den Weg zum Himmel weist (1916 fielen innerhalb von 4 Monaten 7 Männer aus Ebertshausen). Über dem Glasbild die Inschrift: "Ihr sehet, dass ich lebe, auch ihr werdet leben / Joh. 14,19"; darunter die Namen der Gefallenen.
Das rechte Fenster, das Heimkehrerfenster zeigt einen heimgekehrten Soldaten, der vor einem Feldkreuz für seine Rückkehr dankt. Im Hintergrund ist die Ebertshausener Kirche zu sehen. Die Inschrift lautet: "Laßet uns dank sagen / dem Herrn unserem Gotte!". Auch hier Namen von Soldaten (Heimkehrer ?). Unten rechts die Signatur der Künstler: "-1930- Entw.Prof.H.Stockmann/Ausgf/S.Eberle-Dachau".


Westlich von der Sakristei hat sich in einem abtrennten Heizraum noch ein Rundfenster mit einem Glasgemälde aus der Zeit um 1870/80 erhalten.


Es zeigt einen Kelch mit Hostie und die Inschrift "S.Benedictus / patr.ecclesiae" (St.Benedikt, der Patron der Kirche).

Der Glasmaler Syrius Eberle hat viele Fenster in den Kirchen des Dachauer Landes gestaltet. Mehr dazu finden Sie hier...

 

Beichtstuhl

Hinter dem Altar steht der Beichtstuhl, der ebenfalls aus der Zeit um die Wende vom 19. zum 20. Jh stammen dürfte. Wahrscheinlich war er früher im Kirchenraum gestanden.
  Hinweis: Über Jahrhunderte hinweg wurde das Bekenntnis der Sünden offen im Kirchenraum beim Sitz (Kathedra) des Bischofs, später bei dem des Priesters im Altarraum abgelegt. Dieser besonders hervorgehobene Sitz des Beichtvaters war die Ausgangsform des Beichtstuhls. Durch die irisch-schottischen Mönchen wurde die Beichte im 10.Jh privatisiert, d.h., nicht mehr öffentlich abgelegt. Dazu bedurfte es nicht nur einer größeren Zahl von Priestern, sondern auch neuer Einrichtungsgegenstände.

  Der heutige Beichtstuhl entwickelte sich allerdings erst ab dem 16.Jh. zu einem feststehenden, meist dreiteiligen, mehr oder weniger geschlossenen Beichtgehäuse mit dem Mittelteil für den Priester (in dem der Priester sitzt - deshalb Beichtstuhl) und mit der Trennung von Priester und Beichtenden durch eine Zwischenwand mit Sprechgitter. Die Beichtenden knien abwechselnd in den Seitenteilen. Damit wurden bessere Bedingungen für einen anonymen Vollzug der Beichte geschaffen. In neuerer Zeit bieten sogenannte Beichtzimmer mit ihrer persönlichen Atmosphäre eine räumliche Alternative für Beicht- und Glaubensgespräche. Die Beichte geht auf das Bibelwort "Er hauchte sie an und sprach zu ihnen: Wem Ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem Ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh 20,22) zurück.

Chorgestühl
An der Nord- und der Südseite des Altarraums ist ein neuromanisches Chorgestühl aus dem Jahr 1876 eingebaut. Die Rückwand (Dorsale) ist in Rahmenfelder und Rundbogenarkaden gegliedert und mit Maßwerk verziert. Der Priestersitz ist erhöht. Die Füllungen der Rundbogenfelder links und rechts daneben bestehen aus Gitterwerk, das -herausgeklappt- den Priestersitz zum Beichtstuhl machte. Vielleicht die ältere Form des Beichtstuhls.


Sakristeiglocke

An der Nordwand hängt, hinter dem Chorbogen etwas verborgen, am Sakristeizugang die Chorglocke (Sakristeiglocke) an einem schönen schmiedeisernen Gitter mit vielen Verzierungen. 
Die Chorglocken werden geläutet, wenn Priester und Ministranten die Sakristei verlassen und den Chor betreten.


Figuren im Altarraum

An der Chorsüdwand eine Figur des hl. Leonhard mit dem Abtsstab und der Bibel in der Hand. Zu seinen Füßen liegt ein Rind als Zeichen für das Patronat für die Haustiere. Die Figur wurde im das Jahr 1880 geschnitzt.
Hinweis: Leonhard (in Bayern einer der 14 Nothelfer) lebte um das Jahr 500 als Einsiedler und später als Abt in Frankreich. Regelmäßig besuchte er die Gefangenen und erreichte für viele beim König Clodwig I. ihre Freilassung. Deshalb galt er ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen", also der Gefangenen - und der Geisteskranken, die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete; nach der Reformation wurde er Schutzpatron der Haustiere, weil man die Ketten, mit denen er abgebildet wurde, als Viehketten deutete.

Auch die etwas größere Figur des hl.Sebastian auf der Nordseite stammt aus der Zeit um 1880. Sebastian ist - teilweise in ein rotes Gewand gehüllt- an den Marterbaum gebunden und von Pfeilen durchbohrt.
Hinweis: Sebastian war im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde, der auf Befehl des Kaisers Diokletian mit Pfeilen durchschossen wurde. Er erholte sich aber durch die Pflege der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein. Der heilige Sebastian wird deshalb als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron der Schützenbruderschaften verehrt.

 

Ewig-Licht-Ampel

Die Ewig-Licht-Ampel (1880) ist aus Messing getrieben und teilweise gegossen.

  Hinweis: Das rote Öllämpchen, das stets im Altarraum brennt, gilt oft als Erkennungsmerkmal eines katholischen Gotteshauses. Früher gab es solche Lichter nur an den Märtyrergräbern. Mit der wachsenden Verehrung der aufbewahrten Eucharistie hat sich etwa seit dem 13. Jh der Brauch des "Ewigen Lichtes" vor dem Tabernakel, wo das Allerheiligste aufgewahrt wird, herausgebildet. Durch sein dauerndes Brennen weist es darauf hin, dass in der Kirche geweihte Hostien aufbewahrt werden. Meist sind die von der Decke herabhängenden Ampeln aus Silber oder versilberten Material gebaut, in eleganten Formen und mit vielen grazilen Verziehrungen versehen.


Zelebrationsaltar

Der Zelebrationsaltar wurde um das Jahr 1970 aufgestellt. Er wurde unter Verwendung des früheren Kommuniongitters (Speisgitters) erstellt.
Der Zelebrationsaltar, an dem der Priester zu den Gläubigen gewendet das Messopfer feiert, bedeutet eine Rückkehr zu den Wurzeln der Eucharistiefeier.
  Hinweis: Der Altar war das Symbol des heidnischen Gottesdienstes. Das lateinische Wort adolere = verbrennen bezeichnet die ursprüngliche Bedeutung als Stätte zur Verbrennung der Opfer. Die ersten Christen hatten keinen Altar. Jesus versammelte die Seinen um den Tisch, und das hielten auch die Christen während der ersten Jahrhunderte so; zur Eucharistiefeier konnte jeder beliebige Tisch dienen. Im 4.Jh wurde das Opfer Jesu in das Tischgeschehen hineingenommen und der Altar eingeführt. Er war meist aus Stein, frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich. Ab dem 8. Jh. weicht die Tischform immer mehr der Blockform. Dies kommt der Entwicklung entgegen, im Altar Reliquien von Märtyrern und Heiligen beizusetzen. Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten (Retabel) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 40 Jahren wieder rückgängig gemacht worden.

Chorbogen

Der Chorbogen ist an der Innenseite mit einem blauen Ornamentband zwischen begrenzenden rosa Streifen im Stil des Historismus bemalt.
Am Chorbogen hängt ein großes neubarockes Kreuz mit dreipassförmigen Kreuzbalkenenden. Das Holz ist rot mit goldenen Rändern gefasst. Das Kruzifix wurde anlässlich der Volksmission 1867 erstellt. Auf den drei oberen Kreuzbalkenenden steht in drei Worten das Motto der Volksmission: "Rette Deine Seele".

 


Kirchenschiff / Langhaus

Das Kirchenschiff wird wie der Altarraum von einem Gewölbe mit rot eingefärbten Rippen überspannt. Die Zwischenräume sind hell gestrichen. Schmuckvoll sind die runden Schlusssteine mit Rosettenmuster.
  Hinweis: Die Schlusssteine der Gewölberippen sind im Scheitelpunkt eine Bogens oder im Knotenpunkt von Rippen eingefügt. Sie verkeilen das gebogene Mauerwerk und geben dem statischen Gefüge den entscheidenden Halt. Neben seiner bautechnischen Aufgaben hat der Schlussstein auch eine religiöse Bedeutung. Denn Paulus schreibt im Epheserbrief: "Ihr seid das Fundament der Apostel und Propheten gebaut. Der Schlussstein ist Jesus Christus selbst. Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn (Eph 2,20-22).


Seitenaltäre
Die Seitenaltäre entsprechen in den Stilformen dem Choraltar. Sie sind aber um einen Meter schmäler. Die vier Meter hohen Retabel (Altaraufbau) sind rot und blau gefasst und mit vergoldetem Schnitzdekor geschmückt. Die Säulen sind marmoriert. Die Retabel haben einen hohen Mittelteil mit rundbogigem Gemälde und zwei niedrigere rundbogige Seitennischen, in denen Heiligenfiguren stehen. Die Antependien sind mit Rahmenfeldern mit Mittelkreuz versehen.

Linker Seitenaltar

Der linke Seitenaltar ist der Muttergottes geweiht, die auf dem Altarblatt abgebildet ist (Öl auf Leinwand, 102 x 56 cm). Sie hält das Jesuskind auf dem Arm. Beide tragen zusammen die königlichen Insignien, Krone, Zepter und Reichsapfel. Das Jesuskind hält einen Rosenkranz in der Hans.

    
Maria steht auf der Mondsichel: Diese Mondsichel erinnert an die Frau aus der Offenbarung des Johannes (Offb 12,1) "von der Sonne umkleidet, den Mond zu ihren Füßen".
In den Seitennischen stehen die Assistenzfiguren der hl. Elisabeth mit Rosen und Brot in der Hand (rechts) und der hl. Notburga von Rattenberg mit der Sichel.
Hinweise: Die hl. Elisabeth von Thüringen (1207-1231) ist eine historische Person. Sie stammte aus Ungarn und war Ehefrau des Landgrafen Ludwig IV. von Thüringen. Im Hungerjahr 1226 speiste sie die Armen vor den Toren der Wartburg. Als Ludwig, von seiner Umgebung gegen Elisabeths angebliche Verschwendung aufgehetzt, sie zur Rede stellte, verwandelten sich die Brote in ihrer Schürze zu Rosen. Dass in der Schürze Rosen lagen, geht darauf zurück, dass im Mittelalter -schon lange vor Elisabeth- die Armenspeisen Rosen genannt wurden.
Die in Bayern ungemein beliebte Notburga war eine Bauernsmagd aus Tirol. Bekannt wurde sie durch das Sichelwunder: Als sie der Bauer, entgegen geltender Abmachungen anwies, auch nach dem Gebetläuten noch auf dem Feld zu arbeiten, warf sie die Sichel in die Luft, wo sie zum Entsetzen des Bauern hängen blieb. Sie ist eine der wenigen Heiligen, die aus ganz einfachen Verhältnissen kam und kein geistliches Amt innehatte.


Rechter Seitenaltar
Das Altarblatt aus dem Jahr 1876 am rechten Seitenaltars zeigt ein Herz-Jesu-Bild (Öl auf Leinwand, 100 x 45 cm). Das Herz Jesu ist Symbol für die Erlöserliebe Christi.
Diese Darstellung verbreitete sich in unseren Kirchen insbesondere nach der Einführung des Herz-Jesu-Festes durch Papst Clemens XIII.(1758 - 1769) im Jahr 1765.

Assistenzfiguren sind die Heiligen Georg in römischer Soldatentracht mit Schwert und Helm. Sein Fuß ruht auf dem getöteten Drachen (rechts)

und Florian, mit Fahne und brennendem Haus (links). 

  Hinweise: St.Florian war um das Jahr 304 Offizier der zweiten italienischen Legion des römischen Heeres. Er war in St.Pölten in Oberösterreich stationiert. Nachdem der Christ geworden war, trat er aus der Armee aus. Wegen seines Glaubens wurde er verhaftet und nach vielen Martern mit einem Mühlstein um den Hals in die Enns geworfen. Florian ist der erste österreichische Märtyrer und Heilige. In seiner Jugend soll er ein brennendes Haus durch sein Gebet gerettet haben; aber erst im 15. Jh setzte sich diese Überlieferung durch, die heute seine Bedeutung als Schutzpatron vor Feuersgefahr begründet.

 

VortragekreuzProzessionslaterneKreuzwegbilderKanzelKirchenbankChristus mit liber vitaeProzessionslaterneAloisiusEmporenbrüstungOrgel
    9 Details (Figuren, Kanzel, Kreuzweg, Bänke) per Mouseklick

Kreuzwegbilder

An den Seitenwänden hängen die großen Bilder (125x168 cm) der 14 Kreuzwegstationen. Sie sind mit Öl auf Leinwand gemalt und in einen farbig gefassten Rahmen gespannt. Auf der Rückseite der 14. Station hat sich der Künstler verewigt: "H.Dagn. pinxit. 1874".
Hinweis:
Im späten Mittelalter hielt man dann Kreuzwegandachten als Ersatz für die Pilgerfahrt ins Heilige Land.

Wenn Sie mehr über die Entstehung der Kreuzwegstationen und seiner Darstellungen in Kirchen des Landkreises erfahren wollen, klicken Sie hier...

Apostelleuchter
Die 12 Apostelkreuze an der Wänden des gesamten Innenraums sind dreipassförmig gestaltet und von einem kreisförmigen Fresko in Blau und rot umgeben. Die Apostelleuchter sind aus Bronze gegossen.
  Hinweis: Die Apostelkreuze erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlische Jerusalems. 




Taufbecken
Vor dem rechten Seitenaltar steht in einer eigens für ihn herausgebrochenen Mauernische der Taufstein aus dem Jahr 1876. Er besteht aus Holz und ist grau marmoriert. Das kugelförmige Becken mit Deckel ruht auf einem achtseitigen Schaft, der wiederum auf einem Achtecksockel steht. Zusammen mit dem Deckel mit aufgesetztem Kreuz misst der Taufstein 120 cm.
Hinweis: Das Achteck wird in der christlichen Kunst als Symbol für Erneuerung und Wiedergeburt angesehen.

Kanzel

Auch die neuromanische Kanzel wurde im Jahr 1876 gefertigt. Wie die Altäre ist sie rot und grau gefasst und mit Schnitzdekor verziert.Der steile Treppenaufgang hat eine Brüstung aus durchbrochenen Rundbogenarkaden.
Der Kanzelkorb ruht auf einer achteckigen Konsole mit reichem Schnitzdekor (Bild unten links).
Der achtseitige Schalldeckel besitzt kleine, palmettenbesetzte Spitzgiebel.
An seiner Unterseite ist eine Heilig-Geist-Taube vor blauem Hintergrund befestigt.
Hinweis: Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach kam "der Heilige Geist sichtbar auf ihn herab, wie eine Taube" (Lk, 3,22). Beim Konzil von Konstantinopel (536 n. Chr.) wurde die Taube als Abbild des Heiligen Geistes offiziell anerkannt.
Der achteckige Kanzelkorb ist durch Säulen in rundbogige Felder getrennt, in denen sich Darstellungen der vier Evangelisten befinden (Öl auf Holz).
Ganz oben, unter dem Baldachin des Schalldeckels eine Figur des thronenden Christus mit dem Liber vitae, dem Buch der Lebensverdienste in der Hand.  


Kirchenbänke

Die Kirchenbänke (17 Reihen rechts, 20 Reihen links) haben Wangen, die mit Maßwerk verziert sind. Sie wurden -wie die übrige Ausstattung- im Jahr 1876 gefertigt. An den Bänken im Kirchenschiff und auf der Empore sind wieder die Namensschilder befestigt, die früher den Bauern (gegen ein angemessenes Entgelt) einen festen Platz in der Kirche sicherten. Die festen Plätze in der Kirchenbank waren in der Regel an den Hof gebunden; der Käufer eines Anwesens erwarb auch den mit dem Anwesen verbundenen Kirchenstuhl.
Die Schilder im Kirchenschiff sind rot, die auf der Empore blau. Ähnliche Namensschilder haben sich auch noch in den Kirchen von Ainhofen, Odelzhausen, Altomünster, Dachau, Puchschlagen, Eglersried, Einsbach-Hl.Blut, Langenpettenbach und Asbach erhalten.



  Hinweis: Schon vom Frühchristentum an bis in die neueste Zeit hinein knieten und saßen die Kirchenbesucher in den Kirchenbänken nach Geschlechtern getrennt. Damit sollte im Gotteshaus eine zu große "sündige" körperliche Nähe zwischen Männern und Frauen verhindert werden. Dies war in allen drei Hauptkonfessionen (Kath., Evang., Orthodox) so. In katholischen Kirchen sitzen gewöhnlich die Männer rechts und die Frauen links. Einen eindeutigen Grund für diese "Seitenwahl" gibt es nicht. Jedenfalls gilt im traditionellen Raumprogramm der Sakralarchitektur die Epistelseite als Männerseite und die Evangelienseite als Frauenseite. Seit dem letzten Konzil gibt es diese Trennung nicht mehr. Viele Pfarrer propagieren sogar das Gegenteil und bitten Familien, zusammenzubleiben. Dennoch sind auf der Frauenseite nur selten Männer zu finden. Weibliche Kirchenbesucher sind insoweit flexibler. Oft wurden auch die die Patrone der Seitenaltäre nach der Geschlechtszugehörigkeit ausgewählt: Seitenaltäre mit Christus oder einem männlichen Heiligen als Patron sind in der Regel rechts, Marienaltäre dagegen links zu finden. So auch hier in Ebertshausen (links St.Maria, rechts Christus).
An den Kirchenbänken sind zwei Traglaternen (Prozessionslaternen) befestigt.
Die Laternen aus Messing mit rotem und weißem Glas sind auf Stangen rot-gold gestrichenen Stangen befestigt. Die Laternen können innerhalb des auf der Stange befestigten Bügels frei schwingen.



Vortragekreuze

Vor den Kirchenbänken stehen noch zwei Vortragekreuze.
Ein größeres Kruzifix
aus der Zeit um 1880 hat dreipassförmige Kreuzbalkenenden; diese Form war Ende des 19.Jh und auch noch im 20.Jh beliebt. Das Kreuz besitzt einen schön geschnitzten Korpus.
Das kleinere Vortragekreuz ist auf einer rot-weiß gestrichenen Stange befestigt. Zwischen Kruzifix und Stange ist eine kugelförmige Verdickung zu sehen, der sog. Nodus, d.h. Knoten.

 

Figuren im Kirchenschiff

Die Figuren stammen aus der Mayrischen Hofkunstanstalt in München und wurden um 1880 geschnitzt.

An der Nordwand zwischen Seitenaltar und Kanzel stehen die Figuren vom Hl. Franz-Xaver mit einem schwarzen Täufling.
Hinweis: >Franz Xaver, ein Spanier, war ein Zeitgenosse von Ignatius von Loyola und einer der ersten Jesuiten.Von Goa in Indien aus missionierte er auf mehreren Reisen den fernen Osten u.a. Japan und China und taufte dort viele Menschen. Am 3. Dezember 1552 starb der Heilige auf der Insel Sancian (Santschao) bei Kanton in China. Das hochgehaltene Kruzifix erinnert an den Eifer, mit dem er die Botschaft vom Gekreuzigten verkündete. In der Münchner Michaelskirche befindet sich eine Knochenreliquie mit dem Spruchband: "25 Tote erweckt, 120.000 getauft". Die Zahl der Taufen war damals -anders als heute- ein Maßstab für den Erfolg der Mission.
Ebenfalls an der Nordwandzwischen Kanzel und Empore ist die Figur des hl. Aloisius von Gonzaga angebracht.
Hinweis: Aloisius, Erbprinz derer von Gonzaga, gelobte schon im Alter von zwölf Jahren ewige Keuschheit, trat 1585 gegen den Willen des Vaters in den Jesuitenorden ein. Dort widmete er sich theologischen Studien und der Krankenpflege. In zahlreichen Briefen betrieb er auch Seelsorge an Jugendlichen. Luigi starb während einer Pestepidemie, nachdem er sich bei der Pflege von Kranken die tödliche Ansteckung holte. Die Volksfrömmigkeit verzeichnete das Bild dieses Heiligen zu einem keuschen Unschuldsengel, der sich nicht einmal getraut habe, seine Mutter anzuschauen und Frauen nur mit niedergeschlagenen Augen begegnet sei. Er ist Patron der Jugend und Studenten, weil er schon mit 23 Jahren am 21.6.1591 starb.
Figur des hl.Josef mit dem Jesuskind.
Sie besteht nicht aus Holz sondern aus Gussmasse.
Am Fuß ist die Signatur zu lesen: Mayrische Hofkunstanstalt München".
  Hinweis: Joseph war der Vater Jesu - oder Ziehvater Jesu, da nach altchristlicher Überzeugung Jesus der Sohn Gottes ist und durch den Heiligen Geist im Schoß der Jungfrau Maria gezeugt wurde. Joseph stammte aus dem Geschlecht des Königs Davids, aus dem nach dem Zeugnis des Alten Testaments der Messias hervorgehen werde. Er lebte als Zimmermann in Nazareth.
In einer Nische im nordwestlichen Kirchenschiff steht eine Figur der Muttergottes in neubarockem Stil. Sie trägt das teilweise bekleidete Jesuskind auf dem Arm. Maria ist in ein rot-blaues Gewand mit goldenen Borten gehüllt. Die barocke Krone auf ihrem Kopf und der Reichsapfel in der Hand des Kindes weisen auf ihre Eigenschaft als Königin hin. Das fehlende Teil der königlichen Insignien, das Zepter, dürfte sie früher in der rechten Hand gehalten haben; jedenfalls sind die Finger entsprechend geformt. Mit den Füßen steht Maria auf einer Mondsichel, die an die Frau aus der Offenbarung des Johannes (Offb 12,1) erinnert ("von der Sonne umkleidet, den Mond zu ihren Füßen"). Die Kirche sieht in dieser Frau Maria.
In der Weihnachtszeit steht vor der Nische mit der Muttergottesfigur eine schön gestaltete Krippe. Über ihre Entstehung ist mir nichts bekannt.
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Mater dolorosa
An der Südwand steht auf einem Sockel die Schmerzensmutter Maria (1880). Ihr Haupt ist von einem Kranz aus 12 Sternen umgeben. Das Schwert in ihrer Brust erinnert das Simeonwort im Lukasevangelium (Kap 2,35) bei der Darstellung Jesu im Tempel: "Dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen".
 


Empore
Die Empore ruht auf zwei Holzstützen mit Segmentbögen. Die Brüstung wird durch ein Rosettenmuster gestaltet. Der Blick zur Empore gewinnt erheblich durch die Fensterrosette in der Westmauer, an der sich der Erbauer des Orgelprospekts ausrichtete.


Orgel

Die Orgel besitzt einen dreiteiligen Prospekt, der gold, rot und blau gefasst ist. Das Orgelwerk wurde um 1880/85 beschafft. Der Orgelbauer ist nicht bekannt (Franz Kovoschak oder Jakob Müller aus Rosenheim).
Die Instrument besitzt ein 4 1/2 Oktaven umfassendes Manual, ein Pedal und 8 Register mit folgender Disposition: (Principal 4', Mixtur 1 1/3', Quinte 2 2/3', Bourdon 8'', Salicet 8', Gamba 8', Gedeckt 8', Flöte4', Subbass 16')
Der neuromanische Orgelprospekt ist in drei Felder gegliedert, die von außen nach innen mehrfach abgetreppt sind. Darauf sitzt eine etwa einen halben Meter hohe Skulptur der hl. Cäcilia mit einer Handorgel.

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Hinweis: Cäcilia soll eine hübsche adelige Römerin gewesen sein, die von Papst Urban I. getauft wurde und viele Menschen ihrer Umgebung zum Christentum bekehrte. In der Zeit der Christenverfolgung wurde sie in kochendes Wasser gesetzt und mit dem Schwert schwer verwundet; sie starb kurze Zeit später. 1599 wurde ihr Leichnam unverwest gefunden. Bekannt ist
  Cäcilia als Nothelferin und als Patronin der Kirchenmusik. Dieses Patronat verdankt sie einem Übersetzungsfehler, nach dem sie auf ihrer Hochzeit selbst die Orgel gespielt haben soll. Tatsächlich wird nur von ihrem Gesang berichtet.
Vor 1880/85 stand in der Kirche ein Orgelpositiv mit 4 Registern, das 1814 als Privateigentum bezeichnet wurde.



Heiliges Grab

Am Karfreitag/Karsamstag wird seit 2002 wieder im Chor ein Heiliges Grab aufgebaut.
.. siehe Bericht unten...

Lieber Besucher, Sie können sich Bilder aus der Pfarrkirche in Ebertshausen auch
als Gesamtschau ansehen . Klicken Sie hier....


Quellen:
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.31)
Die Pfarrkirche Ebertshausen...
Josef Bogner, 1200 Jahre Fürholzen, Amperland 1974 (Namensschilder)
Dr.Stefan Nadler, Kunsttopographie des Erzbistums München und Freising, 1990
Leben aus dem Glauben, Das Bistum Freising, Teil 3 -Reformation und Zeitalter des Barock 1992 (Eckher)
Kirchenpfleger und Altbürgermeister Leonhard Mösl, St.Benedikt, Pfarrkirche Ebertshausen, 1993
Robert Böck, Kirchenrechnungen Landgericht Dachau, 1996 (Bittgänge

Eduard Kopp in Chrismon 06.2007 (Essigwasser)
Martin Schneider, Die Pfarrei Ebertshausen, Internet 2010

67 Bilder: Horst Lachmann (12), Hans Schertl (65)

Kirchen und Kapellen im Landkreis Dachau - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür



In Ebertshausen kann man wieder "Graberlschauen"
Alten Brauch neu belebt

Im Odelzhausener Gemeindeteil Ebertshausen wurde ein alter Brauch wiederbelebt, der fast überall sonst seit rund einem halben Jahrhundert ausgestorben ist: In der Pfarrkirche St. Benedikt wurde ein Heiliges Grab für die Gebetsstunden in stiller Andacht von Karfreitag und Karsamstag aufgebaut.


Unten die Grabhöhle (siehe auch Bild unten rechts)

Die Bestandteile des Grabes waren über viele Jahrzehnte in der alten Ebertshausener Schule untergebracht. Als das Gebäude vor kurzem abgerissen wurde, hat es die Dorfgemeinschaft in Zusammenarbeit mit der Kirchenverwaltung  noch rechtzeitig geborgen und 2002 zum ersten Mal wieder aufgebaut. Damit soll der alte Brauch des Graberlschaun, der bis ins 16. Jh zurückreicht, wieder aufleben. 

Mittelpunkt ist eine geschnitzte Christusfigur in liegender Position, die in einer kleinen, blumengeschmückten Grabhöhle ruht. (Sie ist möglicherweise die älteste Figur in der Kirche. Ihr Stil weist auf die Zeit um 1500 hin.) Die Figur erinnert Kirchenbesucher sinnfällig an Christi Leiden und Sterben. Im oberen Teil des Prospekts kann in einer kleinen, zwischen zwei Kerzen angebrachten Fensteröffnung während der Andachten eine Monstranz ausgestellt werden.

Die bunten, bogenförmig aufgehängten und von hinten beleuchteten Glaskugeln wurden nach altem Vorbild von einem Glasbläser im Bayerischen Wald gefertigt.

Hinter den Kugeln werden Kerzen entzündet, die denRaum in mystisches Licht tauchen.Die Kugeln haben nach Aussage von Pfarrer Langenberger aus Dachau die gleiche Bedeutung wie Ostereier; sie beziehen sich auf den Regenbogen, der ein Symbol für den Bund Gottes mit den Menschen ist (siehe Noah-Geschichte). Weil sie glänzen, reflektieren sie das Licht, das vom Heiland ausgeht und auf die Gläubigen fällt.


Das Heilige Grab in der Ebertshausener Kirche ist nach Auskunft von Kirchenmaler und Restaurator Alfons Wagner zwar erst vor rund 150 Jahren, um 1850 oder 1860, entstanden; es ist jedoch ganz im Sinne des Barock als Theaterprospekt mit mehreren hintereinander gestaffelten Ebenen konzipiert.

Die Rettung des Heiligen Grabs der Ebertshausener Kirche ist vor allem einem Mann zu danken: Josef Burkhart, eines der vier Mitglieder der örtlichen Kirchenverwaltung. Burkhart kann sich ebenso wie der Vorsitzende der Kirchenverwaltung, Xaver Schweiger, noch gut an frühere Zeiten erinnern, als das "Graberlschauen" wie der Besuch des Heiligen Grabs hieß, fester Bestandteil eines jeden Karfreitags war. Der Brauch wurde bis Ende der 50er-Jahre noch in Ebertshausen praktiziert, sagt Burkhart.


eine der ältesten Figuren in der Kirche

An den kirchlichen Teil schloss sich im übrigen auch ein weltlicher an: Nach dem Gebet vor Jesu Grab kehrte man ins Wirtshaus ein, erinnert sich Xaver Schweiger an seine Kindheit. Neben dem Heiligen Grab hat Josef Burkhart auch eine fast meterhohe Karfreitagsratsche vor der Zerstörung bewahrt: Sie wurde heuer ebenfalls zum ersten Mal wieder dazu benutzt, die Ebertshausener statt mit Kirchenglocken mit lautem Ratschenlärm zur Andacht in die Kirche zu rufen. Ein Palmesel allerdings, mit darauf sitzender Jesusfigur, wie es sie früher ebenfalls in fast jeder Pfarrkirche gab, existiert auch in Ebertshausen nicht mehr. Als der Brauch, sie am Palmsonntag in einer Prozession um die Kirche zu ziehen, in Vergessenheit geriet, war es auch um die teilweise noch aus dem Barock oder sogar aus der Gotik stammenden Palmesel geschehen, weiß Alfons Wagner: Die hölzernen Esel auf Rädern wurden fortan als Kinderspielzeug benutzt oder landeten ohne Umweg direkt auf dem Sperrmüll. Pfarrer Langenberger berichtet, dass die Palmesel durch bischöflichen Erlass verboten wurden, weil bei den Umzügen immer mehr Unsinn getrieben wurde. Oft wurden sie mit Würsten und Brezen behängt und während der Messe entführt und bei Kinderlosen ins Bett gelegt. Wegen des Verbots gibt es nur noch wenige, meist kostbare Palmesel (wie z.B. in Altomünster).

Das Heilige Grab in Ebertshausen kann am Karsamstag bis gegen 15.00 Uhr besucht werden. Anschließend wird es vor der Auferstehungsfeier wieder abgebaut. 


Quellen:
Dachauer Nachrichten, 28./29.März 2002
Dachauer SZ, Ostern, 30./31. März/ 1. April 2002
Pfarrer Reinhold Langenberger in Dachauer Nachrichten vom 17./18.4.2003

 

2.1.2011