Pfarrkirche St. Peter in DACHAU
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Als im Jahr 1937 die Stadtpfarrei St.Jakob auf über 10.000 Seelen angewachsen war, wurde beschlossen, im Nebaugebiet Augustenfeld eine eigene Pfarrei St.Peter zu gründen und dort eine Kirche zu bauen. Im Hinblick auf die kirchenfeindliche Herrschaft der Nationalsozialisten und die damit verbundenen Geldsorgen musste der Architekt Franz Xaver Huf nach seiner Aussage "die Form und Ausstattung der Kirche so einfach wie möglich halten".
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Blickpunkt der Kirche sind die Wandmalereien im Chorraum und hinter den Seitenaltären.Sie stammen von dem bekannten Münchener und Dachauer Kunstmaler Otto Graßl und sollen nach dem Willen des Künstlers durch strenge Form- und unaufdringliche Farbgebung an frühchristliche Kunstwerke erinnern. Über dem Hochaltar thront der Kirchenpatron, St.Petrus, auf einem Schiff (mit Anker) sitzend, die Füße auf einen Felsen gestützt. In seinen Händen hält er das Papstkreuz und die Himmelsschlüssel.Über ihm ist Christus als der Auferstandene in himmlischer Glorie abgebildet. Als Boten Gottes reichen Engel ein Fischernetz zum Menschenfischer Petrus hinab. Links und
rechts von Petrus Kirchenväter und Kirchenlehrer: |
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Nach dem Konzil wurde in den 1970er Jahren ein
schön gestalteter Altar
aus Steinblöcken aufgestellt, der aus dem Boden herauszuwachsen scheint.
An der Stelle von Seitenaltären sind Fresken von Maria und Josef
zu sehen.
Auch die Kreuzwegbilder wurden ebenfalls von Otto Graßl (auf Holz) gemalt.
Ausführliche
Beschreibung
mit
ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen
Geschichte
Als im Jahr 1937 die Stadtpfarrei St.Jakob auf
über 10.000 Seelen angewachsen war, wurde beschlossen, im Nebaugebiet Augustenfeld
eine eigene Pfarrei St.Peter zu gründen und dort eine Kirche zu bauen.
Im Hinblick auf die kirchenfeindliche Herrschaft der Nationalsozialisten und
die damit verbundenen Geldsorgen musste
der Architekt Franz Xaver Huf nach seiner Aussage "die Form und Ausstattung
der Kirche so einfach wie möglich halten".Die
Bauzeit war rekordverdächtig kurz.
Am 7.November 1937 hatte Prälat Pfanzelt den ersten Spatenstich getan.
Bei der Grundsteinlegung am 12.Dez. 1937
durch den Prälaten Dr. Nicolaus Brehm war die Kirche schon halb fertig (mehr
darüber....). Nach nicht einmal einem Jahr war der Bau vollendet.
Am 4.9.1938 wurden aus der Mutterkirche St.Jakob
Reliquien der Katakombenheiligen
Martialis, Redemptus und Clementia in die neue Kirche übertragen und das
Gotteshaus durch Kardinal Michael Faulhaber geweiht. In seiner Predigt wies
er darauf hin, dass Dachau nun eine Drei-Apostel-Pfarrei geworden sei: Sie stehe
von jetzt an nicht nur unter dem Schutz von Jakobus und Johannes, sonder auch
unter dem des hl.Petrus, der bereits zu Lebzeiten von Jesus immer ein besonders
eifriger Verfechter des Glaubens gewesen sei.
Die offizielle Gründung der Pfarrei St. Peter erfolgte allerdings erst
am Ende des Zweiten Weltkriegs, am 20.Januar 1945.
Das erste Geläute im massigen, 26 m hohen
Turm, das aus vier Glocken bestand, kam aus der Jakobskirche. Doch alle Glocken
mussten 1943 zum Einschmelzen abgeliefert werden. Die heutigen Glocken wurden
1951 beschafft ...mehr über die Glocken von St.Peter..
Pfarrer
| ab 1945 | Johann Winhardt (vorher ab Okt.1939 als Expositus/Pfarrvikar) | |
| ab 1950 | Nikolaus Schwankl Über das 25jährige Priesterjubiläum von Stadtpfarrer Schwankl im Jahr 1962 gibt es einen Zeitungsbericht. Wenn Sie ihn lesen möchten, klicken Sie hier... |
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| ab 1971 | Raimund Dettenthaler | |
| ab 1990 | Eckehard Jockel | |
| ab 1991 | Leiter Diakon Fritz Königer, Seelsorger OStR Reinhold Langenberger | |
| ab 1996 | Dominik Bartsch |
Renovierungen: 1980
Inneneinrichtung
Die Innenausstattung bestand zunächst nur
aus Leihgaben (Kreuzigungsgruppe und Figuren aus dem Kloster Indersdorf); sie
wurde nach dem Krieg angeschafft und im Laufe der Jahre vervollständigt.
Wandgemälde
Blickpunkt der Kirche sind die Wandmalereien im Chorraum und hinter den Seitenaltären. Sie stammen von dem bekannten Münchener und Dachauer Kunstmaler Otto Graßl und sollen nach dem Willen des Künstlers durch strenge Form- und unaufdringliche Farbgebung an frühchristliche Kunstwerke erinnern. ... mehr über Otto Graßl...
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Links und rechts von Petrus Kirchenväter und Kirchenlehrer:
| Links
stehen der hl. Bonaventura (mit Abtsstab - er war Ordensgeneral
der Franziskaner), der hl. Augustinus (mitte, mit einem Kind, das eine Schöpfkelle in der Hand hält; damit wollte es das Meer ausschöpfen) und Papst Gregor der Große (mit Heilig-Geist-Taube als Hinweis auf die Legende, er sei bei der Verfassung einer seiner Schriften vom Heiligen Geist in Gestalt einer Taube inspiriert worden). |
| Auf der
rechten Seite sind die Heiligen Ambrosius (mit Bischofsstab und Bienenkorb - Hinweis auf Bienen-Legende), Hieronymus (mit Löwen, dem er einen Dorn aus seiner Tatze gezogen hatte) und Thomas von Aquin (mit geöffnetem Buch in beiden Händen) zu sehen. |
Kirchenvater ist die Bezeichnung für frühchristliche Schriftsteller, die in ihren Schriften die christliche Lehre begründeten. Sie verbanden die Evangelien mit den Schriften der Apostolischen Väter, kirchlichen Geboten und Entscheidungen der Konzile und schufen so einen standardisierten Korpus christlicher Lehren. Zu den Kirchenvätern zählen in der katholischen Kirche die westlichen Ambrosius, Augustinus, Papst Gregor I. und Hieronymus.
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Hinweis: Ambrosius
(339-397) aus Trier war Bischof von Mailand. Hier zeigte er, sich als
hervorragender Seelsorger. Dem Staate gegenüber vertrat er die Selbstständigkeit
der Kirche. Seine zahlreichen Schriften aus den Gebieten des Glaubens,
der Katechese, Moral und Askese und die von ihm gedichteten Hymnen ließen
Ambrosius zu einem der Wegbereiter der mittelalterlichen christlichen
Kultur werden. Nach der Legende war ihm als Bub ein Schwarm Bienen
um den Mund geflogen, ohne ihm zu schaden. Möglicherweise ist aber der
Bienenkorb ein Hinweis auf einen Fleiß und seine Beredsamkeit in Glaubensfragen.
Vielleicht ist der Bienenkorb aber auch eine Deutung seines Namens (ambrosium:
Wabe des himmlischen Honigs). |
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Hinweis:
Bonaventura
(1221-1274) soll als Kind von Franz von Assisi geheilt worden sein. Der
gab ihm auch seinen Ordensnamen, als er ausrief: "oh buona ventura",
"oh gute Fügung". Später war er zusammen mit Thomas v.Aquin
Professor in Paris. Aufgrund seiner Gelehrsamkeit wurde Bonaventura 1257
zum Ordensgeneral der Franziskaner gewählt. Ihm wird die Einführung des
Ave Maria zur Vesper zugeschrieben. |
| Hinweis: Die vier Symbole geflügelter
Mensch, geflügelter Löwe, geflügelter Stier und Adler reichen
zurück bis in den babylonischen Mythos. Dort stellten sie die vier
Astralgötter Nergal (Flügellöwe), Marduk (Flügelstier),
Nabu (Mensch) und Mimurta (Adler) dar, die vor den Heiligtümern Wache
hielten. Im Alten Testament werden sie
in den Gottesvisionen Ezechiels (Ez 1,1-14), im Neuen Testament in der Offenbarung
des Johannes (Kap.4 Vers 7) als die vier Lebewesen, die rings um Gottes
Thron stehen, erwähnt. Zuerst hat man sie nur im Zusammenhang mit dem
thronenden Christus abgebildet. Als Evangelistensymbole dienen sie erst
seit dem frühen Mittelalter (durch die Kirchenväter Irenäus
und Hippolyt um das Jahr 200). Seit Hieronymus (347-420) werden sie wie folgt gedeutet: - Der geflügelte Mensch (nicht Engel !) bei Matthäus weist auf den Stammbaum Jesu und auf dessen Geburt (mit deren Bericht das Matthäusevangelium beginnt) hin. - Der geflügelte Löwe ist Sinnbild für Markus, weil das Markusevangeliums mit der Predigt des Johannes in der Wüste, dem Lebensraum des Löwen, beginnt und weil sein Evangelium die Kraft der Auferstehung und Todesüberwindung betont. - Der geflügelte Stier (als Opfertier) des Lukas galt als Zeichen für den Beginn des Lukas-Evangeliums, das mit dem Opfer des Zacharias einsetzt und das am innigsten auf den Opfertod Christi hindeutet. - Den Adler des Johannes versteht man als Symbol für den spirituellen Höhenflug des Johannes-Evangeliums, das mit den Worten beginnt "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort". |
Zelebrationsaltar
Nach dem Konzil wurde in den 1970er Jahren ein schön gestalteter Altar aus Steinblöcken aufgestellt, der aus dem Boden herauszuwachsen scheint.
| Hinweis: Der Altar war das Symbol des heidnischen Gottesdienstes. Das lateinische Wort adolere = verbrennen bezeichnet die ursprüngliche Bedeutung als Stätte zur Verbrennung der Opfer. Die ersten Christen hatten keinen Altar. Jesus versammelte die Seinen um den Tisch, und das hielten auch die Christen während der ersten Jahrhunderte so; zur Eucharistiefeier konnte jeder beliebige Tisch dienen. Im 4.Jh wurde das Opfer Jesu in das Tischgeschehen hineingenommen und der Altar eingeführt. Er war meist aus Stein, frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich. Ab dem 8. Jahrhundert weicht die Tischform immer mehr der Blockform. |
| Dies kommt der Entwicklung entgegen, im Altar Reliquien von Märtyrern und Heiligen beizusetzen. Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten (Retabel) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 40 Jahren wieder rückgängig gemacht worden. |
An der rechten
Seite des Altarraums ist der in die Wand eingefügte Grundstein noch
zu sehen. Er trägt die Jahreszahl 1937.
Fresken
von Maria und Josef am Chorbogen
Auf der linken Seite
ein Bild des Heiligen Josef, kraftvoll
-nicht als alter Mann, wie er so oft in der christlichen Kunst erscheint.
Er hält einen Hobel in der Hand, sein Sohn Jesus, der neben ihm steht, trägt
den Zimmermannswinkel.
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| Der Marienaltar (links) wird durch ein Gemälde der Muttergottes im Stil des Petrusbildes geprägt. Maria neigt ihr Haupt dem Kind zu. Jesus hält eine Schriftrolle in der linken Hand und macht mit der Rechten einen Segensgestus. |
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Die einfache Holzkanzel mit ihrem etwas schmucklosen Deckel wird schon seit Jahren nicht mehr benutzt. Sie konnte durch die unter der Kanzel befindlichen Türe und ein an das Kirchenschiff angebautes abgerundetes Treppenhaus betreten werden.
Taufstein
Vor dem Altar steht der achteckige Taufstein mit Kupferdeckel, in den das Auge Gottes und die Buchstaben Alpha und Omega eingaviert sind.
| Hinweis: Die achteckige
Form symbolisiert die Wiedergeburt als Christ durch das Sakrament der Taufe.
Die Zahl acht und das Achteck werden als Symbol für Erneuerung, Wiedergeburt
und Herrschaft (in dem Fall des Christentums) angesehen werden. Die Zahl
symbolisiert auch den Tag der Taufe als den achten persönlichen Schöpfungstag. |
| Auch die Kreuzwegbilder (70 x 70 cm) wurden ebenfalls von Otto Graßl auf Holzuntergrund gemalt. Sie entstanden in den Jahren 1952-1954, in der "abstrakten Phase" des Malers. |
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Die in Passau (Fa.Eisenbarth) für die Kirche in Wolfratshausen erbaute Schleifladen-Orgel wurde 1984/85 als Ersatz für die erste Orgel von 1951 (8 Register) gekauft. Sie besitzt drei Manuale und 32 Register. Die ersten 13 Jahre (von 1938 bis 1951) hatte ein Harmonium den Gesang der Gemeinde begleitet. Die Orgel hat folgende Disposition: Pedal: Prinzipalbass
16', Subbass 16', Oktavbass 8', Gedacktbass 8', Choralbass 4' |
| Allgemeines zur Orgel - Mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht die Orgel meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirche, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes (weltliches) Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung fast jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt sie zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde früher meist durch Künstler gestaltet. Im Barock und im Klassizismus, deren Epochen unsere ältesten Orgeln im Landkreis Dachau angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt. |
| In
der Weihnachtszeit (bis zum Fest Mariä Lichtmess am 2.Febr.) steht
Die Krippe wurde 1990 von der Pfarrei als sehr kleines Ensemble gekauft und seither kontinuierlich erweitert. Derzeit (2011) besteht sie aus 67 Einzelfiguren. |
Der Brauch des Hl.Grabes stammt
aus der Barockzeit und diente der Veranschaulichung des Heilsgeschehens.
Die Glaskugeln waren früher mit farbigem Wasser gefüllt. Hinter ihnen
wurden Öllampen angezündet. Dadurch entstand eine magische, theatralische
Wirkung. Nach einer Aussage des früheren Dekans Langenberger aus Dachau
haben die Glaskugeln die gleiche Bedeutung
wie die Ostereier: sie beziehen sich auf den Regenbogen, der ein Symbol für
den Bund Gottes mit den Menschen ist (siehe Noah-Geschichte). Weil sie glänzen,
reflektieren sie das Licht, das vom Heiland ausgeht und auf die Gläubigen
fällt.
Wenn Sie sich die übrigen "Heiligen
Gräber" in den Kirchen des Landkreises anschauen wollen, klicken Sie
hier....
mehr über die Pfarrei St.Peter und ihre Aktivitäten erfahren Sie von der Homepage der Pfarrei.
Hans Schertl
Quellen:
Dachauer Nachrichten v. 5.12.1951, vom 11.12.10.1952
und vom 5.05.1962
Nikolaus Schwankl, St.Peter Dachau - Kirche und Pfarrgemeinde, 1963
Heimatbuch des Landkreises Dachau, 1970
Prof.Dr.Ottilie Thiemann-Stoedtner, Zum Gedenken an den Dachauer Maler Otto
Grassl, Amperland 1976-2
Unser Dachauer Land, Beilage der Dachauer Nachrichten vom April 1998 (Kreuzweg)
Gerhild Düring, Dachauer Nachrichten vom 25.8.1998
Karl Müller, Rienshofen, 2002
Georg Brenninger, Die Glocken der Kirchen
im Dekanat Dachau, Amperland 2005/1
Sabine Remiger,Münchner Kirchenzeitung v. 3.9.2006 (Petrus)
Dachauer SZ vom 30.11.1976 (Graßl), vom 1.8.1988 (Pfarrer), vom 19.4.2002,
vom 12.12.2007
Internetseite der Pfarrei St.Peter, 2011 (Krippe, Hl.Grab, Orgeldisp)
16 Bilder: Hans Schertl
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23.9.2010
Die ersten Glocken, die 1938 von der Mutterpfarrei St.Jakob mitgegeben wurden, mussten 1942 zum Einschmelzen abgeliefert werden. Nach dem Krieg wurde im Jahr 1950 für neue Glocken gesammelt. Ein Jahr später wurden vier neue Bochumer Stahlglocken angeschafft und am 4. Adventsonntag, dem 23. Dezember 1951, durch Prälat Friedrich Pflanzelt feierlich geweiht. Das Geläute umfasst die Töne f-g-a (Tedeum-Motiv: Großer Gott wir loben dich) oder d-f-g-a (Motiv der liturgischen Präfation "Per omnia saecula saeculorum".
Die größte Glocke ist die Christusglocke. Sie wiegt 26 Zentner. An ihrer Krone steht die Inschrift: Kyrie eleison - Christe eleison Kyrie eleison, und an ihrem Schlagrand: "Gelobt sei Jesus Christus in Ewigkeit. Amen". Ihr Grundton ist das d'.
Die zweitgrößte Glocke ist die Petrusglocke. Sie wiegt 15 Zentner. Ihre Krone trägt die Inschrift: Sancte Petre, ora pro nobis. An ihrem unteren Rand stehen die Worte aus dem Petrusbrief: "Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum". Der Grundton ist das f'.
Die 3. Glocke ist die Muttergottes- oder Ave-Maria-Glocke mit 14 Zentnern und dem Ton g'. Sie trägt die Inschriften: "Sancta Maria, Dei Genitrix, ora pro nobis" und "Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Worte«.
Die 4. und kleinste Glocke mit 8 Zentnern und dem Grundton a' ist die Johannes- oder Sterbeglocke. Johannesglocke heißt sie auch zum Andenken an den ersten, so früh verstorbenen Pfarrer von St. Peter. An ihrer Krone stehen die Worte: "Sancte Joannes Baptista ora pro nobis" und an ihrem unteren Rande: "Herr gib ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen".
Die Töne f-g-a ergeben das kirchenmusikalische Tedeum-Motiv - "Großer Gott, wir loben dich". Die Töne aller vier Glocken d-f-g-a bilden das liturgische Motiv der Präfation - "Per omnia saecula sacculorum" - "Von Ewigkeit zu Ewigkeit«.
aus Nikolaus Schwankl, St.Peter Dachau - Kirche und Pfarrgemeinde, 1963
Otto Graßl ist ein Künstler, dessen gesamtes, vielfachen Wandlungen unterworfenes Schaffen im Religiösen wurzelt. Der 1891 geborene Künstler hatte an der Neugründung der christlichen Kunst Anfang der zwanziger Jahre einen Hauptanteil. Er war nahezu in jeder Glaspalastausstellung vertreten; für viele Kirchen in Deutschland schuf er das Altarbild oder die Kreuzwegstationen und er erhielt dafür viele Auszeichnungen. Er wurde als feinfühlig und empfindsam für alle echten künstlerischen Bewegungen seiner Zeit beschrieben.
Otto Grassl wuchs als Sohn des Münchner Antiquars und Kunsthändlers Karl Engelbrecht auf und erwarb deshalb schon im Kindesalter historisches und Maltechnisches Wissen. 1906, im Alter von 15 Jahren, begann er seine künstlerische Ausbildung an der Gewerbeschule München und setzte sie 1908 an der Akademie für angewandte Kunst unter den Professoren Julius Dietz und Maximilian Dasio fort. 1912 war er auf der Frühjahrsausstellung der Sezession München vertreten. In den Jahren 1915-1916 studierte er an der Akademie der Bildenden Künste unter den Professoren Franz von Stuck und Max Dörner. Ab 1926 war er zwei Jahre lang Fachlehrer für kirchliche Malerei und Aktzeichnen an der Städtischen Gewerbeschule. Danach war er als freiberuflicher Maler tätig und schuf eine Vielzahl von Altargemälden und Kreuzwegbildern. 1942 zog er nach Dachau und gehörte dort ab 1943 der Künstlervereinigung (KVD) an.
Als junger Künstler setzte sich Graßl als einer der ersten mit dem Expressionismus als Möglichkeit für christliche Malerei auseinander. Ihm blieb die Spiegelung der Schatten unserer Zeit im scheinbar historisch begründeten Kirchenbild nicht verborgen. Die Zwiespältigkeit und Heimatlosigkeit es modernen Menschen taucht in Graßls Bildern aus dem Heiligenleben immer wieder in grauenhaft-phantastischen Teufelsfratzen und Dämonengestalten auf. Gegenstand des künstlerischen Bemühens war - auch in jenen Bildern, die so manchen gar nicht gefielen - immer der Mensch als leidendes Geschöpf Gottes, das nur durch die Liebe Gottes erlöst wird. Dies, und nicht nur die Tatsache, dass er in Kirchen malt, macht Graßl zum religiösen und christlichen Künstler.
Für 21 Kirchen malte der Künstler Altarbilder, darunter 12 Kreuzwege. Mit der Malerei in der Kirche St.Peter in Dachau nahm Otto Graßl auf den Stil des Gotteshauses als eine ausgewogene Verbindung von moderner Sachlichkeit und hergebrachten ländlichem Kirchenstil Rücksicht. Er arbeitete mit sparsamsten malerischen Mitteln. Alles erinnert an die Malerei in den alten romanischen Kirchen. Graßl arbeitete mit Keim-Mineralfarben, die, wie er meinte, "zuweilen ihre Mucken haben", aber - was wichtig ist - steinhart werden, lichtbeständig und gegen Feuchtigkeit unempfindlich sind. Diese in Pulverform vorliegenden Farben wurden in einem Fixativ aufgelöst und mit dem Pinsel auf die trockene Wand aufgetragen. Grassls Komposition, mit sparsamsten, malerischen Mitteln zu arbeiten, die großen Figuren einfach und ohne Hintergrund an die Wand zu setzen, passt sich wohltuend dem grundlegenden Stil des Gotteshauses an.
Das Muttergottes und St. Josef sind frei von jeder Versüßlichung dargestellt. Sie wurden in denselben lichten Farben gemalt, nur eine Nuance heller, damit dem Bild an der Rückwand des Presbyteriums gewissermaßen keine Konkurrenz gemacht wird.
Naturalistische Malerei hätte die Architektur
dieser Kirche geschwächt und nicht zum Geistigen, sondern zum Profanen und Historischen
geführt, erklärte der Künstler bei der Fertigstellung im Jahr 1952.
Otto Graßl, der kleine Mann mit der Baskenmütze, starb durch einen
Unglücksfall wahrscheinlich am 22. Nov. 1976. Er war wohl bei einem Spaziergang
an der Amperböschung gestürzt und ist vermutlich erfroren. Seine Leiche
wurde erst Tage später gefunden. Wenige Wochen zuvor war er ins Altenheim
Marienstift gezogen. Sein Grab befindet sich auf dem Waldfriedhof in Dachau.
Am 7.November 1937 hatte der Stadtpfarrer von St.Jakob, Prälat Friedrich Pfanzelt den ersten Spatenstich getan. Fünf Wochen später, am 12.Dezember, wurde durch den Prälaten Nicolaus Brehm der Grundstein gelegt. Der Bau war zu diesem Zeitpunkt aber schon so weit fortgeschritten, dass die Feier etwas seltsam anmutete. Die Wände waren schon mehrere Meter hoch aufgemauert. Vom Turm stand der erste Stock und diente als Empore. Selbst die Sakristei war schon in Gebrauch. Der feierliche Gottesdienst anlässlich der Grundsteinlegung wurde in der halbfertigen Kirche gefeiert, die mit Fahnen und Girlanden geschmückt war. An der rechten Seite des Altarraums ist der in die Wand eingefügte Grundstein mit der Jahreszahl 1937 noch zu sehen.
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30.1.2010
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D a c h a u - Morgen, Sonntag, kann Stadtpfarrer Nikolaus Schwankl das Fest seines 25jährigen Priesterjubiläums begehen. Er wird es inmitten seiner Geimeinde St. Peter feiern, mit der er zusammen diesen Jubeltag mit einem Festgottesdienst um 8.30 Uhr beginnt. Um 08.30 Uhr wird ein Pfarrfamilienabend stattfinden. Nikolaus Schwankl ging den Weg des Spätberufenen zum Priestertum der katholischen Kirche, denn er, der als Sohn des Werkmeisters einer Großbäckerei am 16. April 1904 in München geboren wurde, erlernte nach Beendigung der Volksschule das schöne Kunsthandwerk eines Porzellanmalers, das er fast zehn Jahre lang in der weltbekannten Staatlichen Porzellanmanufaktur Nymphenburg ausübte. Doch den damals mitten im katholischen Jugendleben stehenden Nikolaus, der aktiv in der Pfarrei St. Wolfgang als Jungmann tätig war, zog es eines Tages zum Priestertum, wozu ihn besonders auch die häufige Begegnung mit kirchenfeindlichen und ungläubigen Menschen veranlasste.Viereinhalb Jahre widmete er sich dem Spätberufenenstudium im erzbischöflichen Spätberufenenseminar in München-Fürstenried, das der spätberufene Priester und frühere Kooperator an St. Jakob in Dachau, Anton Kothieringer, damals gerade gegründet hatte und leitete. |
Weiter bereitete
er sich auf das Priestertum an der Theologisch-Philosophischen Fakultät der
Jesuiten an der Universität Innsbruck und als Konviktor des dortigen Canisianums
vor. Am 2. Mai 1937 wurde Nikolaus Schwankl von Kardinal Faulhaber im Dom zu
Freising zum Priester geweiht. Seine Primiz beging er dann in seiner Heimatpfarrkirche
St. Wolfgang in München am 9. Mai 1937. Die ersten Stationen seines priesterlichen
Wirkens in der Erzdiözese München - Freising waren: Deining, Kiefersfelden,
Wolfratshausen, München, Waging und Glonn bei Grafing. Im September 1949 wurde
er als erster Kooperator nach St. Jakob in Dachau berufen.
Nikolaus Schwankl war damals auch der einzige erreichbare Priester, als Stadtpfarrer
Winhart plötzlich vom Tode ereilt wurde, dem er noch bedingungsweise die letzte
Ölung spenden konnte. Nachfolger von Pfarrer Winhart Am 11. Mai 1950 wurde er
vom Kardinal zum Nachfolger von Stadtpfarrer Winhart bestellt und am Sonntag,
den 6. August 1950 durch Prälat Friedrich Pfanzelt feierlich in die Kirche und
die Gemeinde St. Peter eingeführt. Zwei profilierte Kapläne, zuerst fünf Jahre
lang Kaplan Konrad Kowollik, und dann, ebenso fünf Jahre lang, Kaplan Dr. Walter
Diezingcr, unterstützten Stadtpfarrer Nikolaus Schwankl in den vergangenen zwölf
Jahren seines so segensreichen Wirkens für die Stadtpfarrei St. Peter. Nikolaus
Schwankl ist in den Jahren seines priesterlichen Wirkens in St. Peter allen
seinen Pfarrangehörigen der geistige Vater geworden und hat vor allem immer
wieder das Gotteshaus verschönern lassen. Die "Dachauer Nachrichten", deren
langjähriger Leser Stadtpfarrer Schwankl ist, gratuliert ihm zu seinem silbernen
Priesterjubiläum und wünscht, dass er noch viele Jahre segensreich für St. Peter
und damit für Dachau wirken kann.
(Recherchiert von Hubert Eberl, Bergkirchen)