Kirchen und Kapellen im Landkreis Dachau                                        Kirchen in der Gem.Hilg.-Tandern

Pfarrkirche St. Peter und Paul in TANDERN -alter Teil

wenn Sie mehr über den hl.Petrus oder den
hl. Paulus
wissen möchten:auf die Namen klicken

Beschreibung

Zur Pfarrgeschichte siehe Pfarrkirche-neuerTeil.

Die Pfarrkirche in Tandern besteht seit dem Umbau in den Jahren 1972-1974 aus zwei optisch sehr unterschiedlichen Teilen: Dem Chor der alten Kirche und einem modernen Anbau.  

Von der im Jahr 1730 im Barockstil errichteten Kirche stehen seitdem nur noch der Chorraum und der Turm, die beide aus Günden des Denkmalschutzes erhalten werden mussten.

In dem 45 Meter hohen, schlanken Turm sind im unteren Teil romanische, im mittleren Teil gotische und im Aufsatz barocke Bauteile enthalten.

Er hat vier kunstvoll geschweifte Giebel mit integrierter Turmuhr und ein schmal zulaufendes, achteckiges Spitzdach.


Die Turmuhr


Der alte, heute etwas abgeschnürte Chorraum ist zweijochig und halbrund geschlossen und durch rosa bemalte Pilaster gegliedert. 
An der äußeren Ostseite ist vor einer Mauernische ein großes Kruzifix befestigt. Es besitzt eine geschwungene Kupferüberdachung, die den Korpus vor Witterungseinflüssen schützen soll. Die Kreuzbalken haben dreipassförmige Enden. Der Corpus ist weiß-grau gehalten. Nur die blauen Adern im Brustbereich und das rote Blut der Wunden sind coloriert. Bei diesem Kruzifix handelt es sich um einen sog.Viernageltypus. Die Beine liegen nebeneinander am Kreuzstamm auf, jeder Fuß ist von einem Nagel durchbohrt, zusammen mit den Nägeln der Arme also vier, daher die Bezeichnung "Viernageltypus". Diese Darstellung war in den ersten 1200 Jahren des Christentums die Regel, später eher die Ausnahme.

Inneneinrichtung

Die mit einem Fresko verzierte Decke des Chorraums hat ein Tonnengewölbe mit Stichkappen und zierlichem Bandelwerkstuck.
Das Gemälde ist erst um 1950 entstanden. Es stellt einen Bittgang in Tandern dar.

Hochaltar / Choraltar

Der prachtvolle Hochaltar im alten Chor aus der Zeit um 1730 hat einen hohen, durch viele Säulen mit korinthischen Kapitellen gestalteten Aufbau. Auf dem mächtigen Gebälk sitzen zwei Volutenengel; das Aufsatzbild wird durch zwei weitere Engel gestützt.
Gekrönt wird der Altar von der Darstellung des Auge-Gottes im Dreieck, umkränzt von einem dreibündeligen Strahlenkranz.
Hinweis: Das Auge Gottes im Dreieck verdankt seine Existenz der Scheu früherer Jahrhunderte, Gottvater zu personifizieren. In der Frühzeit des Christentums trat der Lebensquell an die Stelle Gottes, später eine Wolke als Hand Gottes. Erst seit der Neuzeit ist das Auge Gottes im Dreieck gebräuchlich. In der Kunst unserer Gegend ist es seit dem 18.Jh verbreitet. Es symbolisiert gleichzeitig auch die Dreifaltigkeit und wird oft auch Dreifaltigkeitsauge genannt. Personifiziert, als würdiger alter Mann mit langem Bart, wird Gottvater erst seit dem Barock (17.Jh) dargestellt.

Mittelpunkt des Altars ist das von einem vergoldeten Rahmen umgebene Altargemälde mit der Darstellung des hl. Nepomuk, des zweiten Patrons der Kirche.

 

zur Vergrößerung  der Figur des hl. Nikolaus  bitte klickenzur Vergrößerung  des Altarbildes bitte klickenzur Vergrößerung  der Figur des hl. Michael  bitte klickenzur Vergrößerung  der Figur des hl. Stephanus  bitte klicken
Johannes d.TäuferSt.PetrusSt.NepomukSt.PaulusSt.ChristophorusAufsatzbild St.AgathaTabernakel
Vergrößerung von 7 Details (Figuren,Bilder,Tabernakel) per Mouseklick

Flankiert wird das Altarbild von in Porzellan eingefassten Figuren der Kirchenpatrone Petrus mit Himmelsschlüsseln (links) und Paulus mt dem Schwert in der Hand (rechts).


Petrus



Hinweis: Der Fischer Simon wurde gemeinsam mit seinem Bruder Andreas von Jesus in seine Jüngergruppe berufen. Er wird in den Evangelien häufig genannt. Nach der Himmelfahrt Jesu hatte Petrus zusammen mit Jakobus die Führung der Gemeinden in Jerusalem inne und wird in allen neutestamentlichen Apostelkatalogen an erster Stelle genannt. Nach katholischer Lehre reiste Petrus später nach Rom, wirkte dort als Leiter der Gemeinde und starb dann unter Nero den Märtyrertod indem er auf eigenen Wunsch im Zirkus des Nero umgekehrt ans Kreuz geschlagen wurde. Die Petrusbriefe im Neuen Testament dürften nicht von Petrus stammen. Seine Bedeutung erhielt Petrus durch die Lehre von der apostolischen Nachfolge, der zufolge alle Bischöfe von Rom direkte Nachfolger des Petrus sind. Die Ostkirchen bestritten seit je her die Oberhoheit des römischen Bischofs. Auch die protestantische Reformation lehnte es ab, das Papsttum auf Petrus zurückzuführen. Petrus schließt in mittelalterlichen Darstellungen des Jüngsten Gerichts das Himmelstor auf. Diese himmlische Rolle macht ihn zum "Wetterheiligen".
Die zwei Himmelsschlüssel, die der Künstler der Petrus-Darstellung in die Hand drückte, haben den Heiligen im Brauchtum zum Himmelspförtner gemacht. In der christlichen Symbolik repräsentiert der Schlüssel aber die Vollmacht, zu lösen und zu binden. Deshalb die beiden Schlüssel. Nach Matthäus 16,19 sagte Jesus zu Petrus: "Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was du binden wirst auf Erden, wird gebunden sein im Himmel, und was du lösen wirst auf Erden, wird gelöst sein im Himmel". Diese Vollmacht wurde in weiterer Folge auf den Kreis der Jünger und den Klerus übertragen.

 

Hinweis: Paulus hieß eigentlich Saulus. Er war von Beruf Zeltteppichweber und jüdischer Theologe im Laienstand. Er verfolgte mit großem Eifer die junge Kirche und war bei der Steinigung des Stephanus dabei. Vor Damaskus wurde er von einer Erscheinung Christi getroffen, fiel zu Boden und erblindete kurzzeitig. Missionsreisen durch den Nahen Osten und seine Briefe (7 der 13 Briefe stammen von ihm) machten ihn bekannt. Der Schwerpunkt der Glaubensverkündigung des Paulus ist die Gnade Gottes, die er den Menschen erweist. Gott schenkt seine Gnade den Menschen nicht aufgrund ihrer guten Taten, sondern einfach, weil er ein guter, menschenfreundlicher Gott ist. Nach traditioneller Auffassung verblasste Paulus' Denken schon bald neben anderen theologischen Lehren und wurde erst im 5. Jahrhundert von Augustinus und im 16. Jahrhundert von Martin Luther wiederentdeckt. Nach eher unwahrscheinlichen Legenden starb Paulus im Jahr 67 als Märtyrer unter Kaiser Nero durch das Schwert. Wahrscheinlich ist er eines natürlichen Todes gestorben.

Auf den äußeren Sockeln stehen Figuren
des hl.Johannes des Täufers mit der Kreuzfahne in der Hand und einem Lamm zu seinen Füßen(links) und
des hl.Christophorus mit dem Jesuskind auf der Schulter und einem Baumstamm als Stock in der linken Hand. (rechts).

Hinweis: Johannes der Täufer (ein Verwandter Jesu) war Bußprediger am Jordan und taufte dort auch Jesus. Später wurde er auf Wunsch der Herodias, der Geliebten von Herodes und ihrer Tochter Salome enthauptet. Mit den Worten "Dieser ist das Lamm Gottes, das die Schuld der ganzen Welt wegnimmt" hatte Johannes den Messias angekündigt (Johannes 1,29). Deshalb wird er in der Kunst häufig mit einem Lamm und mit dem Spruchband "Ecce agnus dei" am Kreuzstab abgebildet.
Hinweis: Christophorus ist eine Legendengestalt, die seit 1969 im aktuellen Heiligenkalender nicht mehr enthalten ist. Der Heilige wird in der Kunst meist mit einem Kind auf dem Arm und einem Baumstamm in der Hand abgebildet. Der Legende nach suchte er unter seinem früheren Namen Reprobus (spätere Legenden: Offerus) den mächtigsten Herrscher der Welt um ihm zu dienen. Doch bald bemerkte er, dass der König den Teufel fürchtete und der Teufel Christus. Deshalb diente er auf Anraten eines Einsiedlers Christus, indem er seine Riesenkräfte sozial einsetzte und Leute über einen gefährlichen Fluß trug. Eines Tages trug der Heilige einen kleinen Knaben auf seinen Schultern, der mit jedem Schritt an Gewicht zunahm, sodass Reprobus zu ertrinken fürchtete. Da erkannte er, dass er den Christus trug. Er wurde von Jesus auf den Namen Christophorus (Christusträger) getauft, und der als Stütze verwendete Baumstamm begann zu grünen. Christophorus gilt als Patron der Reisenden, Pilger, Fuhrleute und Schiffer sowie seit etwa 1900 auch der Kraftfahrer.

Das hochovale, leider schon sehr abgedunkelte Aufsatzgemälde zeigt die hl.Agatha bei ihrem Martyrium. Sie steht mit abgeschnittenen Brüsten, im Bildmittelpunkt vor einem lodernden Feuer. Um sie herum machen sich die Häscher daran, die Heilige auf die glühenden Kohlen zu legen.
  Hinweis: Agatha ist eine legendäre Person. Sie soll im 3.Jh einen Heiratsantrag des Statthalters Quintianus zurückgewiesen haben, weil sie Christin sei und bleiben wolle. Der Abgewiesene ließ sie verhaften und martern. Er ließ ihr die Brüste mit Fackeln brennen, mit Zangen Stücke abreißen und schließlich abschneiden; danach wurde sie auf spitze Scherben und glühende Kohlen gelegt. Am ersten

  Jahrestag ihres Todes wurde ihre Geburtsstadt Catania bei einem Ausbruch des Ätna von Lava bedroht und durch ihre Fürbitte verschont. Deshalb wurde sie Patronin gegen Feuersbrünste. Früher gab es "Agathenkerzen", die vor vor Feuer schützen sollten. Agatha wird (jedoch erst seit dem 14.Jh) meist mit einem Teller, auf dem abgeschnittene Brüste liegen, dargestellt.

Der zweistöckige, wohl aus dem 19.Jh stammende zweistöckige Tabernakel ist fein gearbeitet. Die beiden vergoldeten Türen zeigen Reliefbilder: Oben ist das Letzte Abendmahl dargestellt, unten erinnern Weinreben und Getreideähren an den Leib und das Blut Christi. Die Engelsfiguren, die zu beiden Seiten des Tabernakels angebracht sind, stellen nicht nur eine Verzierung dar. Sie sind auch auf die Gestaltung der Bundeslade der Israeliten in biblischer Zeit zurückzuführen, die als Vorgängerin des Tabernakels angesehen wird. Die Bundeslade war von zwei goldenen Engelsfiguren (Cherubim) eingerahmt (Ex, 37,7-9).
Auf dem Tabernakel sitzt ein ein Pelikan, der mit dem roten Schnabel seine Brust aufreißt,um seine Jungen mit seinem Blut zu ernähren.  Ein Sinnbild für Christus, der uns mit seinem Blut erlöste. (Das Beispiel des Pelikans beruht auf einer falschen zoologischen Annahme früherer Jahrhunderte)

 

Kanzel
Im alten Chor ist auch die frühere Kanzel im prächtigen Barockstil mit Stuckverzierung untergebracht. Der Kanzelkorb ist mit Einbuchtungen versehen, in denen Reliefs mit Szenen aus dem neuen Testament (u.a. Übergabe der Himmelsschlüssel) zu sehen sind.
Besonders auffällig ist der Schalldeckel. An seiner Unterseite ist die Heilig-Geist-Taube im Strahlenkranz zu sehen. Drei geschwungene Bögen, auf denen Putten sitzen, erweitern den Schalldeckel nach oben. Darauf steht eine Figur des segnenden und die Weltkugel in den Händen haltenden Christus.

Taufstein
Unter der Kanzel steht ein schönes Taufbecken aus Rotmarmor auf einer Metallstütze. Es ist in Form einer achteckigen Schale gestaltet. Das große Wappen auf der Vorderseite deutet auf eine Verbindung zu den Hofmarksherren hin. Leider ist über die Herkunft des Taufbeckens nichts bekannt.
Hinweis: Die Taufe der frühen Christen fand ursprünglich im Freien statt, überall dort, wo fließendes oder stehendes Wasser vorhanden war. Mit der Verlegung der Taufe in den Kircheninnenraum schuf man dort eigene Taufbecken. Als sich im 11.Jh die Praxis der Kindertaufe weitgehend durchsetzte, begann man mit der Errichtung erhöhter Taufgefäße; die Bodenbecken erwiesen sich für die Kindertaufe als weniger geeignet.

 

Kirchenstühle

Die Kirchenbänke haben schöne Wangen, die mit geschnitzten Akanthusblättern verziert sind.
Das Muster dieser Kirchenstuhlwangen entspricht dem vieler Kirchenstühle im Dachauer Land. Es trat erstmals 1695 in Glonn auf und wurde ab 1717 auch in Ainhofen, Albersbach, Arnbach, Arnzell, Aufhausen, Bergkirchen, Hilgertshausen, Markt Indersdorf (Marktkirche), Ottmarshart, Pasenbach, Pipinsried, Walkertshofen, Weichs, Westerholzhausen, Westerndorf und hier in Tandern verwendet. 

An den Kirchenbänken sind Prozessionslaternen in neubarockem Stil befestigt, die heute bei Prozessionen z.B. Fronleichnamsprozession nur noch dekorative Zwecke erfüllen.

 


Kunstvoll sind auch die Türbeschläge an der Türe zum Turmuntergeschoss gearbeitet.
Wenn Sie sich für solche Beschläge interessieren und eine Zusammenstellung aus Kirchen im Dachauer Land sehen möchten, klicken Sie hier...


Epitaphe
Die Wände des alten Altarraums sind mit einem mit Akantusblättern und heraldischen Motiven verzierten Wappen aus Stuck sowie einer Vielzahl von prächtigen Epitaphen geschmückt. Sie zeigen, dass die Hofmarksherren von Tandern auch in der Kirche eine wichtige Rolle (möglicherweise auch als Geldgeber) gespielt haben.
  Hinweis: Epitaphe gibt es in unseren Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt wird. Epitaphe (griech. Grabinschrift) wurden für diesen Zweck eigens angefertigt; sie sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch kein Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet.
Die einzelnen Epitaphe im Altarraum:

für Sebastian Lung und seine beiden Gattinnen Clara und Barbara

 

 

 

 

 

 

 

 


1589

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieses Epitaph im Renaissancestil ist das größte und schönste in der Kirche. Ein Steinrelief im Mittelteil zeigt die Auferstehung Christi. Umrahmt wird das Bild von Wappen verschiedener Familien wie z.B. der Lung, der Spaur, der Liechtenstein, der Egnhauser und der Adlßhauser. Unter dem Bild kniet mit gefalteten Händen die Familie des Stifters: Links Sebastian Lung mit seinen drei Söhnen, rechts die beiden Frauen Sebastians, Clara und Barbara (mit Rosenkränzen in den Händen) und die sieben Töchter (darunter zwei Nonnen). Alle sind in höfischer Tracht (damals nach spanischer Mode) gekleidet.
Im oberen Teil ist in eine ovale Kartusche folgender Text eingraviert:
" Anno Domii. 1589 den 19. Juny starb der Edel und ... Sebastiian Lung zu Danderen ein Zeit lang Pfleger zu Aichach gewesen. Anno Domii. 1555 den 11.März starb die Edel und Dugenthaft Frau Clara Lungin ein geborne von Spaur sein Erste hausfrau. Anno Domii.1569 den .... starb die Edel und Dugenthaf Frau Barbara Lungin. Ein geborne von Bumpbenperg sein andere Hausfrau dere und alle Christgläubigen sellen Gott genedig sein Welle. Amen."

Hinweis: Die edle Familie Lung erwarb die Hofmark Tandern 1486. Ein Viertel hatten sie erheiratet, drei Viertel kauften sie dem Hochstift Freising ab. Die Lungs dienten den Herzögen von Bayern als Landrichter, Pfleger und Stadtrichter in München, Ingolstadt und Aichach. Sie herrschten in Tandern bis 1639, als die Hofmark auf die Gant kam und von den Mändls erworben wurde.
für Wolf
Christof
Lung

1617
Das Epitaph besteht im oberen Teil aus einem großen Steinrelief. Mittelpunkt ist ein Kruzifix. Aus den Armwunden Christi fließt Blut, das von zwei Engeln in Kelchen aufgefangen wird. Darunter knien mit gefalteten Händen die Stifter in der Tracht ihrer Zeit. Die Frau hält einen Rosenkranz in ihrer Hand. Zwischen dem Ehepaar sind ihre Wappen mit heraldischen Verzierungen zu sehen.
Darunter ist folgender Text eingraviert:
"Hie Ligt Begraben der Edel und Gestreng Herr Wolff Christoff Lung zu danern Fre?? in Bairn Rath und Pfleger zu Aicha(ch) Gewessen. Starb den 18.Sept. ?? A(nno) 1617 auch der Edlen F... Sawina Lungin, Geborne von ... . Frau denen Gott Genedig und Barmherzig sein . Amen"
für
Joseph Anton Mändl

1728
Zwischen eine Totschädel und das Wappen des Toten ist folgender Text zu lesen:
" Siste Viator & Precare.
Hier ligt begraben der Hoch und Wollgebohrne Herr Herr Ioseph Antoni Mändl, Freyherr uon Teuttenhouen, Herr uf Tanderen, Mezenried und Alberzell, dan Pföttrach. Ser (=Seiner) Hochfrtl.(=hochfürstlichen) Drrl.(=Durchlaucht) Bischouen (=Bischof) zu Freysing und Regensburg, Herzog in Bayrn &c(=etc.) Hoff.unnd Cammerrath, Seines Alters 42.Iahr. Gestorben zu Freysing den 11.Merzen, Ao 1728. DeroseLL WoLLe rVehen(=ruhen) In Den eWIgen FrIDen. "
Hinweis: Die Familie der Mändl, Besitzer der Hofmark in Deutenhofen bei Hebertshausen, erwarb 1640 auch die Hofmark Tandern um 20.000 Gulden, nachdem die Familie Lung, auch wegen der Kriegseinwirkungen auf die Gant kam.
für Johann Joseph Wilhelm Mändl

1734
Unter den Wappen der beiden Toten ist folgender Text eingraviert:
" Siste Viator & Precare. Hier ligt Begraben Der Hoch und Wolgebohrne Herr Herr Johann Joseph Wilhelm Mändl, Freyherr von Teuttenhofen, Herr auf Tandern, Mezenried und Alberzell, seines Alters 56 zu München Gottseelig verschiden den 10ten Jenner Ao 1734.
Auch dessen Frau Gemahlin die Hoch. und Wolgebohrne Frau ?? Maria Felicitas Juliana Freyin von Mändl, ein gebohrne Sandtin welche in Gott Christlich entschlaffen den ___ Ao 17__ Ihres Alters __ Jahr. Dennen Gott ein glickseelige Auferstehung genedigst verleihen wolle.
Jezt ist an alle unser bitt, barmherzig zu gedencken, von dannen doch zu weichen nit, sondern ein Ave schencken"
für
Pfarrer Johannes Baptist Harter

1748
Im Durchgang zum neuen Teil wurde eine Steinplatte zum Andenken an den Pfarrer Johannes Baptist Harter angebracht. Der als "restaurator" bezeichnete Pfarrer hat wohl den Anlass zum Bau der Kirche im 18. Jahrhundert gegeben, worauf auch die Figur seines Namenspatrons auf dem Hochaltar hinzudeuten scheint. 
Text auf dem Epitaph:
"Hic situs est homo Missus a Deo cui nomen erat IOANNES BAPTISTA HARTER. Huius Ecclesiae per 24. Annos Parochus Et Restaurator munificus. Oculus fuit caeco Pes claudo Pater Pauperum. Anno Aetatis 56.die 16.May 1748. In festo S.Ioannis Nepomuceni obiit velverius ad suum Patronum abiit. Illius festum completurus in coelis quod solennissime celebrare In choav (?) erat in terris. R.I.P."
für
Pfarrer
Karl Senng

1809
Text auf dem Epitaph:
"Hier ruhet Karl Senng, Gebohren zu Wittelsbach den 20ten Okt.1727. Gestorben zu Tandern den 2ten Juni 1809. 82 Jahre alt, 58 Priester, 46 Pfarrer, 21 Kapitel Kammerer, auch Senior und Jubilaeus. Mitglied des Civil-Verdienst Ordens der baierischen Krone IVten Klaße.
Er hat den Armen wohlgethan, der Schule gab Er ihren Flor. Ihm zeuget Gutes jederman und gerne hört des Pilgers Ohr die guten Thaten frommer Weisen der Nachwelt noch als Muster preisen."
unbekannt

1763

Text auf dem Epitaph:
"P.T.
M.D.
O.M. Aug. A(nno) MDCCLXIII (1763)
R.I.P."

für
Johann Theodor Edlen von Lippert

1826
Text auf dem Epitaph:
" In dem Gottesacker dieser Kirche ruhen die Gebeine Seiner Hochwohlgeborn des Titel Herrn Johann Theodor Edlen von Lippert, gewesenen Hofkammerrath und Landrichters zu Dachau, dann Rentbeamtens zu Rain, ordentlichen Mitgliedes der kameralistisch-ökonomischen Societät in Erlangen, Besitzer der Hofmarkt Tandern, Metzenried und Appertshausen; geboren zu München den 8ten Augst.1768, gestorben zu Tandern den 2ten Jänner 1826. Dieses Denkmal ließen als Liebe und Dankbarkeit dem Verstorbenen dessen Gattinn und beiden Söhne setzen. R.I.P."
für
Johann
Theodor und Anna von Lippert

1826
Text auf dem Epitaph:
"Familien Begräbniß der Edlen von Lippert.
Ihren schon längst in die Ewigkeit vorangegangenen theuren Kindern folgten deren Eltern J.Hochwohlgeborn Herr Theodor Edler von Lippert auf Tandern, geboren zu München am 8ten August 1768, gestorben am 2ten Jänner 1826 und deßen Gattin Maria Anna, geborne Auer, geboren zu N??sensteig am ?? May 1771, gestorben am 23ten März 1837.
Maria Anna Edle von Lippert, geborne Auer, Gutsbesitzer-gattin, geboren zu Traunstein am 2.May 1811 gestorben zu Tandern am 23.September 1863"
für Max Edlen von Lippert

1864

Text auf dem Epitaph:
Gedenkstein für Max Edlen von Lippert
gestorben in Tandern am 8.November 1864 im 71.Lebensjahr R.I.P.

für
Theodor Oskar Jakob von Lippert

1901
Text auf dem Epitaph:
"Auf der Heimreise von China am 4.September 1901 fand in der Straße von Korea sein Seemannsgrab der Seeoffizier Theodor Oskar Lysander Jakob Edler von Lippert.
geb.zu Tandern am 14.Juni 1876, beweint u.geliebt von allen, die ihn kannten.
Gott sei seiner Seele gnädig und barmherzig. R.I.P."


Durchgang zum neuen Teil

 

 

Im niedrigen Durchgang vom alten in den neuen Teil der Kirche ist ein barockes Kruzifix angebracht, das als Vortragekreuz benutzt wird oder wurde, worauf der lange senkrechte Kreuzbalken hinweist. Der Corpus wird durch die stark blutenden Wunden geprägt.

 

zum neuen Teil

 

Der Grundriss der Kirche

Ein Klick auf den neuen Teil
bringt sie auf die entsprechende Seite

Die Pfarrei Tandern hat auch eine interessante Homepage (www.people.freenet.de/pfarrei-hilg/tandern/indext.htm). Wenn Sie mehr über die Gottesdienstzeiten und die sonstigen Aktivitäten der Pfarrei Tandern erfahren wollen: klicken Sie hier...


Lieber Besucher, Sie können sich Bilder aus der Kirche in Tandern auch
als Gesamtschau ansehen. Klicken Sie hier....

Hans Schertl

Quellen:
Fritz Mayer/Rudolf Wagner, Der Altlandkreis Aichach, 1979

Festschrift zum 75. Bestehen des Schützenvereins Schützenlust Tandern, 1984
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München und Oberbayern, 1990
Kirchenbeschreibung 199?
Wilhelm Liebhart in Hilgertshausen-Tandern, Bilder aus vergangenen Tagen, 2003
30 Bilder: Hans Schertl

Kirchen und Kapellen im Landkreis Dachau - eine Internetserie des Katholischen Landvolks Dachau


16.4.2008