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Über
die Entwicklung der Adelsherrschaft in Odelzhausen am Ende des Mittelalters
berichtet das Buch von Pankraz Fried, "Die Landgerichte Dachau und
Kranzberg" 69)
"Zwischen
1156 und 1172 schenkte Graf Konrad von Valley eine halbe Hube zu "Otolteshusen"
zusammen mit einem Weinberg bei Bozen dem Kloster Weihenstephan. Etwa
gleichzeitig tradierte ein "Volmarus de Pelaheim" (Pellheim)
eine vom Grafen Arnold von Dachau lehenrührige halbe Hube zu "Otolveshusen"
an dieses Kloster.
Um 1190 übergab ein Arnoldus de Outenburg (Ottenburg) ein Gut zu
"Otoltshusen" dem Kloster Scheyern. Bei einer 1156/72 erfolgten
Gutsübergabe des "nobilis homo Purchart de Mosiburch" erscheint
ein Gebeno de Otolteshusen als Zeuge.
Um die Mitte des zwölften Jahrhunderts tradierte ein "nobilis de
bavvaria Adlbertus" neben anderen Gütern auch Besitz zu "Landolteshusen"
an das Kloster St. Ulrich und Afra zu Augsburg. Nach Wallner sind diese
Nennungen alle auf Höfa, Lkr. Friedberg zu beziehen, wo sich noch im achtzehnten
Jahrhundert Besitz des Klosters Weihenstephan befand. Es läßt sich deswegen
also nichts Sicheres über die Geschichte von Odelzhausen im zwölften und
dreizehnten Jahrhundert aussagen.
Zu
Beginn des vierzehnten Jahrhunderts (richtig wohl: 15.Jh.) aber sitzen
die Eisenhofer, die damals in der oberen Glonngegend reich begütert waren,
zu Odelzhausen.
Im Jahre 1415 verkauften die Brüder Ulrich und Otto die Eisenhofer
Odelzhausen an die oberbayerischen Herzöge.
1426 erscheint die Gemahlin des Herzogs Ernst von Bayern-München als
Besitzerin der Veste Odelzhausen. Sie bezahlte in diesem Jahre ihrem Burgpfleger
zu Odelzhausen "25 Pfund Purckhut" aus. Der Ankauf von Odelzhausen
durch die oberbayerischen Herzöge sowie die Befestigung des Ortes muß
im Zusammenhang mit den ständigen Streitigkeiten der oberbayerischen Herzöge
Ernst und Wilhelm mit ihrem ingolstädtischen Vetter Herzog Ludwig dem
Gebarteten gesehen werden; die Errichtung einer Veste an der Glonn, die
damals die Grenze zwischen dem oberbayerischen und ingolstädtischen Landesteil
bildete, war von militärischer Bedeutung.
Wechselnde
Hofmarksherren
Um 1440 wird Odelzhausen bereits als Hofmark bezeichnet.
1457 verkaufte sie Herzog Albrecht III. an Christoph Auer
zu Pullach, in dessen Familie sie bis zu Beginn des siebzehnten
Jahrhunderts verblieb.
Kurz vor 1609 kam die Hofmark Odelzhausen an die
mit den Auern verwandten Hundt zu Lauterbach.
Um 1625 wurde sie von Johann Egloff von Leonrod,
dem Schwiegersohn des Hans Wilhelm Hundt zu Lauterbach erkauft.
Seit 1640 besaß sie Johann Baptist v. Beccaria.
1673 befand sie sich in den Händen des geh. Rates Stephan
Freiherrn von Simeoni.
1718 ist als Besitzerin der Hofmark die Gräfin Maria Anna
von Minucci, eine geborene Simeoni, angegeben.
Durch Adoption kam in der zweiten Hälfte des achtzehnten
Jahrhunderts Graf Anton von Toerring-Minucci in den Besitz der
Hofmark Odelzhausen dessen Nachkommen sie bis ca. 1835 besaßen.
1820
wurde die Bildung eines Patrimonialgerichtes II. Klasse zu Odelzhausen
gestattet.
Das
baulich stark veränderte Schloß ist heute Sitz der Hans Eserschen
Gutsverwaltung. Im Jahre 1616 erbaute der damalige Hofmarksherr von Odelzhausen,
Johann Baptist von Hundt, in Erfüllung eines Gelübdes unweit vom Schlosse
in der "Taxau genannten Flur eine Kapelle, die sich sehr bald zu
einer berühmten Wallfahrtsstätte entwickelte. 1654 wurde dort eine neue,
größere Kirche erbaut und die Wallfahrtsseelsorge Augustiner-Eremiten
anvertraut, für die neben der Kirche ein Kloster errichtet worden war.
Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster Taxa 1803 aufgehoben und
sämtliche Kirchen- und Klostergebäulichkeiten abgerissen. 1848 erbaute
man an der Stelle der einst so berühmten Wallfahrtskirche wieder eine
kleine Kapelle."

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