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Alte Zeitungsberichte aus dem Pfarrleben von INDERSDORF
Recherchiert von Hubert
Eberl, Bergkirchen
http://home.arcor.de/hubert1112.eberl/zeitung/index.htm
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Jahr
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Ereignis |
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Bericht
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1882
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Primiz von Johann Herzog - Amperbote vom 22.06.1882 |
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1883
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Primiz von Josef Sittler- Amperbote vom 28.7.1883 |
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1895
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Primiz von Karl Heuring- Amperbote vom 19.06.1895 |
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1921
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Beisetzungs von Geistlichem Rat Ramlo - Amperbote vom 10.6.1921 |
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1922
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Primiz
von Leonhardt Wackerl
- Amperbote vom 18.7.1922 |
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1927
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Priesterwechsel in Indersdorf - Amperbote vom 19.07.1927 |
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1935
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Am Grab des Pfarrherrn Pfarrer Eckel - Amperbote vom 15.10.1935 |
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1952
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40jähriges Priesterjubiläum v.Pfarrer Ranner - Dachauer Nachrichten vom 3.7.1952 |
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1953
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Beerdigung von Pfarrer Ranner - Dachauer Nachrichten vom 24.06.1953 |
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1962
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22 Zentner schwere Glocke für Indersdorf - Dachauer Nachrichten vom 26.08.1962 |
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1963
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Dr. Erik Müller 40 Jahre Bischof - Dachauer Nachrichten vom 07.01.1963 |
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1964
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Abschied von Pfarrer Hintermeyer - Dachauer Nachrichten vom 28.04.1964 |
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1965
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Erster Bischof Schwedens gestorben- Dachauer Nachrichten v.6.5.1965,10.5.1965 |
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1966
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Antlaßtag im Kloster Indersdorf - Dachauer Nachrichten vom 07.04.1966 |
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1972
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Versammlungen über kirchl. Bauvorhaben - Dachauer Nachrichten
vom 23.03.1972 |
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Primiz
in Indersdorf (Johann Herzog)
Amperbote vom 22.06.1882
Wie im vorigen Jahr, so hat die Gemeinde Indersdorf auch heuer wieder das Glück, einen neugeweihten Priester aus ihrer Mitte hervorgehen zu sehen. Es ist dies der Hochwürden Herr Johann Nep. Herzog, der letzten Sonntag, den 16. Juni dahier sein erstes heiliges Messopfer hielt. Die Hochachtung und Liebe zu ihm zeigte sich schon am Tag seiner Rückkunft in die Heimat. War hier schon der Empfang würdig und feierlich, so gestaltete sich der Primiztag selbst erst recht zu einem wahren Fest- und Freudentage. Alles wetteiferte um dem hohen Feste die gehörige äußere Ausstattung zu geben, und dass dies gelungen ist, davon legten der prachtvolle Altar, die schöne Dekorierung der Häuser, die gute Musik ein gutes Zeugnis ab. Der Himmel selbst begünstigte das Fest in der erfreulichen Weise. Eine große Schar von Menschen zog von allen Seiten herbei, um demselben beizuwohnen. - Alle gingen gewiss mit der Überzeugung wieder fort, dass der Primiztag des Hochwürden Johann Nep. Herzog ein schöner, feierlich-ernster und erbaulicher war.
Primiz
in Indersdorf (Josef Sittler)
Amperbote vom 28.7.1883
Von
Indersdorf wird dem Amperbote geschrieben: Verflossenen Sonntag den 22. Juli
fand die Primizfeier des hochwürdigen Herrn Josef Sittler statt. Obgleich die
Witterung manches zu wünschen übrig ließ, hatte sich eine große Zahl Andächtiger
aus nah und fern eingefunden, um dieses seltene Fest verherrlichen zu helfen.
Die gesamte Einwohnerschaft hatte es sich zur Aufgabe gemacht, durch aufstellen
von Triumphbögen und Zieren der Häuser mit Kränzen und Fahnen das ihrige zum
würdigen Verlauf dieses, besonders für die allgemein geachtete Familie Sittler,
so hoch erhebenden Festes beizutragen.
Wenige Minuten vor 9:00 Uhr setzte sich der feierliche Zug, in welchem besonders
die hochwürdige Geistlichkeit sehr zahlreich vertreten war, von der Wohnung
des hochwürdigen Primizianten nach dem Platz vor der Mariensäule in Bewegung,
wo der prachtvolle Altar aufgerichtet war. Die Festpredigt hielt, wohl ein seltener
Fall, ein Bruder des Primizianten, der hochwürdige Herr Johann Sittler, nunmehr
Expositus in Freimann, welcher vor sieben Jahren am gleichen Sonntag sein erstes
heiliges Messeopfer feierte. Während des Hochamtes kam eine Messe für Männerchor,
mit Blechmusikbegleitung in sehr gelungener Weise zur Aufführung.
Das Festmahl wurde in der Klosterbrauerei abgehalten, um beide die hiesige Musikkapelle
ernste und heitere Weisen zum Vortrage brachte. Im Laufe des Nachmittags sangen
die vier Brüder Sittler ein herrliches Quartett, was von ergreifender Wirkung
auf alle Anwesenden war. Überhaupt ist der Verlauf des ganzen Festes, abgesehen
von einigen kleinen Regenschauern während des Gottesdienstes als äußerst gelungen
zu bezeichnen.
Primiz
in Indersdorf (Karl Heuring)
Amperbote vom 19.06.1895
Das erste heilige Messopfer begehen am 7. Juli der Primiziant, Herr Karl Heuring in Kloster Indersdorf, am 14. Juli der Primiziant Herr Josef Riedel in Arnzell und am 27. Juli Herr Primiziant Herr Leonhard Fischhaber in Indersdorf. Am Sonntag, den 30. Juni werden die drei Herren gemeinsam in Indersdorf ihren Einzug halten, und feierlichst empfangen werden.
Die
Beisetzungsfeierlichkeiten für H.H. Geistlichen Rat Ramlo
Amperbote vom 10.6.1921
Das
von mir gezeichnete Lebensbild des Hochwürden Herrn geistlichen Rates Ramlo,
das noch nach mancher Richtung zu Gunsten des Verstorbenen bereichert werden
könnte, wird immer bleiben in der Pfarrgemeinde Indersdorf, denn eine Pfarrgemeinde,
die so besorgt um ihren Pfarrerherrn während dessen Krankheit war, die so das
Herantreten des Todes für ihren geliebten Pfarrerherrn fürchtete, die ihm nach
dem Tod schon so viele Tränen nachweinte und so viele Gebete zum Himmel steigen
ließ, wird ihm immer ein liebes und treues Andenken bewahren. Dazu bedarf es
meinerseits keiner besonderen Aufforderung. Der beste Dank aber und das schönste
Andenken an den treuen Verstorbenen ist es, wenn die tieftrauernde Gemeinde
das Wort des Apostels Paulus erfüllt, der das sagt: "Seid meine Nachahmer, wie
ich der Nachahmer Christie gewesen bin!"
Was Hochwürden Herr geistlicher Rat Ramlo gewesen ist, was er uns durch sein
Leben und Beispiel vorgemacht, sollen wir alle, Klerus und Volk nachahmen. Zum
Schluss möchte ich wünschen, dass der teuere Verblichene in diesem Augenblick,
indem wir trauernd und klagend an seinem Grab stehen, schon in die Schar der
Seligen eingegangen ist und jubelnd und triumphierend den dreifaltigen Gott
schauen darf, den Heiland, den er so oft im Leben durch 41 Priesterjahre getragen
hat, die schauen darf, die er so oft ein Marienlied gesungen, und auch alle
die, die er wohl vorbereitet hat für die Ewigkeit. Gar wünsche ich von ganzem
Herzen, dass dem so sei!
Aber auch wir Priester sind Menschen und haben menschliche Gebrechen, menschliche
Sünden und Hinfälligkeiten, und muss darum auch das katholische Volk Erbarmen
mit seinen Priestern haben, wenn sie ins offene Grab steigen müssen. Deshalb
wollen wir auch heute hier am offenen Grab, und dann dem heiligen Seelengottesdienst
dem teuren Verblichenen einen Fürbittgebet sprechen, damit ihm bald das ewige
Licht leuchte, ihm, der so viel Licht und Sonne in die Herzen seiner Pfarrkinder
während seines langen Wirkens dahier gebracht hat. ……….
Die wohltätigen Hände, die den Kranken, Armen, Sterbenden und Witwen oft in
tiefem Mitgefühl die Hand gedrückt, sind kalt und starr, aber eines sei sicher,
dass Hochwürden Herr geistlicher Rat Ramlo allseits im Andenken der Indersdorf
verbleiben werde und seine allzeit gewissenhafte Pflichterfüllung als Leitstern
für die Jugend der Pfarrgemeinde dienen werde. Namens der Ortslehrerschaft lege
er in tiefer Dankbarkeit einen Kranz nieder. Die Blumen verwelken, aber ewig
werde bleiben das Andenken an den Hochwürden Herren geistlichen Rat Ramlo. Herrn
Hauptlehrer Pichler schloss seinen Nachruf mit der ersten Strophe des Lieblingsliedes
des Verstorbenen "Über den Sternen".
Namens
der Marktgemeinde Indersdorf legte Herr Bürgermeister Herzinger "dem Ehrenbürger
und Pfarrvorstand" einen prächtigen Kranz mit Widmungsschleife auf das Grab
nieder. Desgleichen Herr Kirchenverwalter Hillreiner für die Kirchenverwaltung
der Pfarrei Indersdorf. In tiefbewegten Worten schilderte dann Hochwürden Herr
geistlicher Rat Pfaffenbichler, Superior, München, namens der barmherzigen Schwestern
vom Heiligen Vinzenz von Paul und der Marienanstalt Indersdorf den lieben Heimgegangenen,
wie er sich durch Jahrzehnte hindurch als lieber, guter Vater bewiesen habe.
Unermesslich sei der Verlust, den Anstalt und Schwestern erlitten. Hochwürden
Herr geistlicher Rat Ramlo sei für die Schwestern und Kinder der bethlemitische
Stern gewesen, der sie hingeführt habe zum Gotteskind in der Krippe, um den
Schwestern die Liebe zum Kind und Opfermut für dasselbe zu lehren und den Kindern
im Hinblick auf das Gotteskind und dessen Jugendleben im Haus zu Nazareth ein
Beispiel zu zeigen, wie sie sein und werden sollen.
Vielen Zöglingen, und solchen die es einst waren, ist er Führer und Berater
in den ernstesten Stunden des Lebens gewesen. Immer war er um das Wohl der Anstalt
bemüht; so gewann er die Herzen der Zöglinge, mit denen er stets Leid und Freud
teilte als eigennützigster Jugendfreund, nach dem Vorbild des göttlichen Kinderfreundes.
Möge an dem teuren, verstorbenen Vater der Marienanstalt sich erfüllen, dass
nachdem er so viele in Gerechtigkeit unterrichtet hat er nun leuchten möge,
wie die Sterne des Himmels! Möge er auch noch im Himmel bei dem Schutzheiligen
der Anstalt, dem Heiligen Vinzenz von Paul ein großer Fürbitter werden für die
Marienanstalt Indersdorf! Gott aber möge ihm reichlich lohnen, was er für diese
getan. Als äußeres Zeichen des Dankes der Schwestern und der Anstalt habe er
bereits einen Kranz an der Bare niederlegen lassen.
Hochwürden Herr Kurat Brunner, ein ehemaliger Zögling der Anstalt, jetzt im
Krankenhaus links der Isar in München segensreich in der Krankenseelsorge wirkend,
legte im Namen der aus der Marienanstalt hervorgegangenen Priester einen Kranz
nieder und dankte in herzlichen Worten, mit verdrängend erstickte Stimme dem
Hochwürden Herren geistlichen Rat für all das ihm und seinen Mitzöglingen jederzeit
entgegengebrachte Wohlwollen und wies darauf hin, wie gerade dieser edle Priester
durch seinen liebevollen Einfluss sie auf der ganzen Studienlaufbahn begeisterte
für ihren erhabenen Beruf.
Als Vertreter der Studentenschaft Indersdorfs legte Herr cand. Med. Dichtl unter
anerkennenden Worten einen Kranz nieder, zum Zeichen des Dankes für die freundschaftliche,
ja väterliche Liebe, mit der er nach Kräften ihr geistiges Wohl gefördert habe.
Die ergreifende Trauerfeier am Grab schloss ab das vom hiesigen Gesangverein
würdig vorgetragene, herzerbebende Lied: "Über den Sternen…" von Franz Abt,
ein Lied welches Hochwürden Herr geistlicher Rat selber so oft und so gern in
seinem Leben gesungen hatte und ein von der wackeren Burschenkapelle gespielter
Choral. Wohl selten fügte eine so gewaltige Trauermenge die geräumige Klosterkirche,
wie bei dem nachfolgenden Requiem und sich anschließenden Lobamt. Beim Requiem
kam mustergültig zur Aufführung die Komposition von Huber mit gemischtem Chor
und Orchester. Freudig bewegte diese Lorettomesse im vorigen Jahr, beim vierzigjährigen
Priesterjubiläum das Herz des edlen Priesters. Möge unter den Klängen dieser
feierlichen Akkorde seine Seele ihren Einzug gefeiert haben in ein seliges Jenseits
Primiz
in Indersdorf
Amperbote vom 18.7.1922
Trotz des ungemein schlechten Wetters, das dem
Primiztag des Neupriesters, Hochwürden Herrn Leonhardt Wackerl von
Ottmarshart beschieden war, hatten sich wohl an die 2500 Personen aus nah und
fern in Indersdorf eingefunden. Gar viele ließen es sich nicht nehmen,
obwohl es in Strömen regnete, vor dem Pfarrhof auf die Ankunft des Hochwürden
Herrn Primizianten zu warten.
Kurz vor 9:00 Uhr traf er dort in Begleitung seiner Eltern und der nächsten
Verwandten ein, ehrfurchtsvoll von der harrenden Menge begrüßt. In
feierlichem Zug wurde er zur Pfarrkirche geleitet, die zum Erdrücken voll
war. Vor den Stufen zum Presbytherium angelangt, hielt der Zug und sprach ein
weiß gekleidetes Mädchen einen sinnigen Willkommensgruß. Sodann
wurde der Hochwürden Herr Primiziant zum Altar geleitet, wo selbst er das
"Veni sancte Spiritus" anstimmte. Nachdem der verstärkte Kirchenchor dasselbe
gesungen hatte, begann ein Onkel des Neugeweihten, Hochwürden Herr Stadtpfarrer
Wackerl von München-Giesing seine Festpredigt.
Ausgehend von der hohen Bedeutung des Primiztages für den Neugeweihten
und das gläubige Volk, wies der Festprediger daraufhin, dass es auf dem
bisherigen Lebensweg des Neupriesters nicht gefehlt habe an Schwierigkeiten,
drohenden Wetterwolken und Kämpfen, bis er das Ziel erreichte. Er erinnerte
hier vor allem an den Krieg, an dem der Primiziant durch Jahre hindurch teilnahm,
der ihm aber den Glauben nicht raubte, sondern ihn erst recht auf den Weg brachte,
dessen Ziel heute erreicht sei. Freudig habe er vor zwei Wochen bei der Priesterweihe
sein Jawort gegeben und ist damit für alle Zeit mit der Bürde des
Priestertums belastet worden, aber auch eingegangen in das heilige Land des
Priestertums. Glücklich könnten Vater und Mutter auf den Sohn und
die Geschwister auf den Bruder schauen. Mit der Priesterkrone sei ihm heute
das gläubige Volk entgegengezogen in der Kirche, in der er als Knabe gebetet,
als Jüngling am Altar gedient und heute als Neugeweihter sein erstes heiliges
Messeopfers halten werde.
Damit diesem feierlichen Augenblick himmlische Dinge und geheimnisvolle Gewalten
in seine Hand gegeben seien, wolle er nunmehr die Frage behandeln: "Woher und
wozu das Priestertum?" bevor er in die Behandlung dieses Themas eintrete, bitte
er den Hochwürden Herrn Primizianten um seinen Segen. Es war ein feierlicher
Augenblick, als alles auf die Knie sank und überallhin vernehmbar die Segensworte
klangen. Eingehend behandelte nun der Festprediger in seinen weiteren Ausführungen
die oben wiedergegebene Frage, um mit zwingender Logik zu dem Ergebnis zu kommen:
Das Priestertum ist von Gott gestiftet zum Heil der unsterblichen Menschenseele.
Zum Schluss forderte H.H. Stadtpfarrer Wackerl den Primizianten auf, mit Mut
und Tatkraft seinen neuen Lebensabschnitt zu beginnen und bei seinem ersten
Heiligen Opfer seiner lieben Eltern und Angehörigen, seines auf der Loretthöhe
gefallenen Bruders und des ganzen versammelten Volkes zu gedenken.
Nun begann das feierliche Hochamt, bei dem dem H.H. Primizianten Wackerl als Diakon und als Subdiakon assistierten die H.H. Primizianten Johann Wirthmüller aus Odelzhausen und Johann Siemseder aus Taufkirchen. Als Patrinus waltete Hochwürden Herr Pfarrer Eckl seines Amtes. Unter der Direktion des Herrn Lehrers Roll brachte der Kirchenchor in wirklich mustergültiger Weise die Stein`sche Festmesse in C zur Aufführung, so dass das erste heilige Messopfer des Hochwürden Herrn Primizianten zu einer selten schönen Feierstunde wurde. Nach Beendigung des heiligen Messeopfers sang der Chor das: "Gegrüßet seist du Königin" von Thielen. Während dessen knüpfte der Hochwürden Herr Primiziant an die Fahnen des Veteranenvereines Indersdorf, des katholischen Burschenvereins Indersdorf, des Marienvereins Indersdorf, des katholischen Arbeitervereins Dachau, des Arbeiter-Krankenunterstützungsvereins Indersdorf, und des Rauchklubs Indersdorf schöne Erinnerungsbänder. Hierauf folgte die feierliche Erteilung des päpstlichen Segens durch H.H. Primizianten Wackerl, nachdem zuvor H.H. Pfarrer Eckl das diesbezügliche Breve des Heiligen Vaters Pius XI. verlesen hatte, nach welchem im heurigen Jahr alle neugeweihten Priester an ihrem Primiztag im Anschluss an das erste heilige Messeopfer den päpstlichen Segen erteilen dürfen. Nach dem folgenden, mächtig durch die herrlichen Räume der Klosterkirche brausenden: "Großer Gott loben dich!" erteilten die H.H. Primizianten Wackerl, Wirthmüller und Siemseder nochmals den Primizsegen.
Und nun wurde der Neugeweihte wieder im Triumphzug zum Pfarrhof zurückgeleitet. Unter den äußerst zahlreichen Festgästen, bei denen sich viele geistliche Herren mit dem Herrn Dekan Höckmayer an der Spitze befanden, sahen wir außer den bereits genannten hochwürdigen Herren, H.H. Pater Michael Huber, O.S.B., aus Metten (ein Vetter des H.H. Wackerl), frühere Landtagskollegen des Vaters des Primizianten, so aus Bruck und Altötting, die Herren Oberzollrat Abgeordneter Gierl, Oberlandesgerichtsrat Walter, viele Freunde aus München und Dachau und so weiter. Der kirchlichen Feier folgte im Fuchsbüchlersaal ein den heutigen Zeitverhältnissen angepasstes Mahl, das von Herrn Gastwirt Waldinger sehr gut bereitet worden war. Die Kapelle des katholischen Burschenvereins Indersdorf sorgte unter der Direktion des Hochwürden Herrn Expositus Bachmeier für eine sehr gute Tafelmusik, während die H.H. Pfarrer Eckl, Stadtpfarrer Wackerl und Pater Michael Huber in ernsten und launigen Worten die Bedeutung des Tages würdigten. Einer stimmungsvollen Nachmittagsandacht in der Klosterkirche folgte eine allgemeine Familienunterhaltung, an der Festgäste und Pfarrangehörige in derart großer Zahl teilnahmen, dass der große geräumige Saal überfüllt war. Ein Zeichen übrigens für die Beliebtheit, deren sich die Familie Wackerl erfreut. Für Unterhaltung war bestens gesorgt durch das Konzert der Burschenkapelle, durch Liedervorträge des Musik- und Gesangsvereins Indersdorf und durch köstliche deklamatorische und gesangliche Vorträge von Mitgliedern des Marienvereins und von Zöglingen der Marienanstalt, deren Schwestern im Verein mit dem Herrn Pfarrmesner Winkler auch für den prächtigen Altar- und Kirchenschmuck sorgten. Leider waren die Vorbereitungen für den Schmuck des Feldaltars vor der Mariensäule usw. umsonst getroffen. Kloster Indersdorf und Ottmarshart rankten übrigens im schönsten Festschmuck und waren zahlreiche Triumphbögen errichtet worden. Alles in allem, die Primizfeier war trotz der Ungunst der Witterung eine sehr erhebende und eindrucksvolle und wird sie darum auch allen Teilnehmern unvergessen bleiben.
Priesterwechsel
in Indersdorf
Amperbote vom 19.07.1927
Der vorübergehend hier als Kooperator angewiesene Hochwürden Herr Dr. Dr. Stefan Steinbacher ist mit oberhirtlicher Genehmigung ab 15. Juli von dieser Stelle wieder entbunden. Als Nachfolger ist Hochwürden Herr Alfons Frank, Aushilfspriester bei Sankt Klemens in München, ernannt. Hochwürden Herr Dr. Dr. Steinbacher wird in nächster Zeit wieder eine Reise nach Brasilien zu mehrjährigem Aufenthalt antreten. Dr. Steinbacher war bereits schon Jahre in Brasilien tätig, kennt infolgedessen Land uns Leute aus eigenem Erleben und will dort seine begonnenen Studien fortsetzen und vervollkommnen. Die Angehörigen der Pfarrei Indersdorf sehen mit Bedauern den in der kurzen Zeit sehr liebgewordenen Priester scheiden und wünschen ihm zu seiner neuen Tätigkeit Glück und Erfolg.
Am
Grab des Pfarrherrn Pfarrer Eckel
Amperbote vom 15.10.1935
Als am Mittwochabend
die Glocken von der Klosterkirche und von der Kirche von Markt Indersdorf zusammenklangen,
da kündeten sie der ganzen Pfarrei Indersdorf, dass der Pfarrherr, Pfarrer Eckel,
verschieden sei. Viele Hunderte kamen deshalb am vergangenen Samstag nach Kloster
Indersdorf, nicht bloß aus der Pfarrei, sondern weit darüber hinaus, um dem
verstorbenen Priester das letzte Geleit zu geben.
Am Freitag war der Verstorbene in seinen Pfarrhof gebracht worden, wo man ihn
inmitten von Blumen im Priesterornat aufgebahrt hatte. Am Samstagmorgen versammelte
sich vor dem Pfarrhof eine gewaltige Schar Trauergäste. Neben den Schulkindern,
den Zöglingen der Anstalt, waren der Kath. Arbeiterverein, die Kongregation,
der Veteranenverein, Turnverein, Volkstrachtenerhaltungsverein Glon, die Freiwillige
Feuerwehr, die Musikkapelle Indersdorf, der Gemeinderat, die Kirchenverwaltung,
Dekan Schwaiger von Altomünster und Kammerer Schroll von Oberroth mit etwa 60
Geistlichen, sowie zahlreiche Trauergäste vor dem Trauerhaus erschienen.
Nach den kirchenlichen Aussegnungszeremonien, die Dekan Schwaiger vornahm, setzte
sich der große Leichenzug in Bewegung. Der Weg des Zuges führte von Kloster
Indersdorf nach Glonnbrücke und wieder zurück zum Friedhof in Kloster Indersdorf,
wo sich unter dem Missionskreuz das Grab geöffnet hat, um den toten Pfarrherrn
aufzunehmen. Sechs junge Burschen hatten den mit Kränzen bedeckten Sarg getragen.
In der Grabrede, welche den kirchlichen Segnungen folgte, entwarf Dekan Schwaiger
ein Lebensbild des Verstorbenen und seines verdienstvollen Wirkens. Ausgehend
von dem schweren Schlag, der die Pfarrgemeindeen Indersdorf, Glonn, Ried und
Strassbach durch den Tod des beliebten Pfarrherrn getroffen hat, gab er den
Lebenslauf des Heimgegangenen, der in München-Giesing als Sohn einfacher braver
Stadtanlagenaufseherseheleute geboren ist und nach Vollendung seines Studiums
im hohen Dom zu Freising zum Priester geweiht wurde. Er wirkte dann als Kaplan
in Bad Reichenhall, in Rosenheim, um schließlich Pfarrherr in Moosinning zu
werden, bis er nach Indersdorf berufen wurde, wo er nun seit 14 Jahren wirkte,
bis ihn der Tod im 33. Jahr seines Priesterlebens abrief.
Was der Verstorbene in Ausübung seines hohen Amtes in Kirche und Schule wirkte,
komme in der überwältigenden Teilnahme an seinem letzten Gang zum Ausdruck.
Die Kirchen in Markt Indersdorf und Glonn wurden durch seine Initiative einer
großen Renovierung unterzogen. Mit besonderer Hingabe förderte er die Pflege
von Musik, Gesang und Theaterspiel. Seine besondere Sorge galt der Marienanstalt
und ihren Zöglingen. Seinen hohen Beruf als Priester erfüllte er mit dem ganzen
Einsatz seiner Persönlichkeit, mit welcher er sich auch die Wertschätzung seiner
Pfarrkinder erwarb.
Die Grabrede endete mit dem Fürbittgebet. Nachdem der Kirchenchor unter Leitung
seines Chorregenten Holdenried am Grab seines Förderers und Pfarrherrn sein
schönes Grablied gesungen hatte, folgte die Niederlegung der Kränze. Für die
Kirchenverwaltung widmete Matthias Gschendtner dem toten Pfarrherrn mit der
Niederlegung eines Kranzgewindes einen letzten herzlichen Gruß. In Vertretung
des erkrankten Bürgermeisters Steiger sprach Bürgermeister Aschbichler von Ried
für die Gemeinden Indersdorf, Glonn, Ried und Strassbach, für die er einen Kranz
niederlegte. Nachdem der Kath. Burschenverein ebenfalls des toten Pfarrherrn
mit der Niederlegung eines Kranzes gedacht hatte, sprach die kleine Märkl ein
Abschiedsgedicht.
Die Marktschule gedachte durch Lehrer Hobelsberger mit einem Kranz ihres verstorbenen
Religionslehrers. Chorregent Holdenried legte für den Kirchenchor mit warmen
Nachruf einen Kranz nieder. Ebenso widmeten Kränze der Kath. Arbeiterverein
und die Leibervereinigung, worauf ein Zögling der Marienanstalt in Versen Abschiedsworte
sprach. Den Dank der Marienanstalt und des Vereins Kinderfürsorge kleidete Prälat
Pfaffenbichler als Präses in herzliche Worte. So nahm die ganze Pfarrgemeinde
Abschied von ihrem Pfarrherrn, der nun in ihrer Mitte der einstigen Auferstehung
entgegenschläft.
40jähriges
Priesterjubiläum von Pfarrer Ranner
Dachauer Nachrichten vom 03.07.1952
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Der Jubilar wurde am 13. Januar 1888 in Eberberg geboren. Er besuchte das Humanistische Gymnasium in Scheyern und Freising, studierte an der Universität (Georgianum) in München Philosophie und Theologie. Nach der Priester weihe am Petersberg 1912 zu Freising feierte er im Juli des gleichen Jahres in seiner Heimatkirche in Ebersberg das erste heilige Meßopfer. Als Kooperator wirkte Ranner in Sauerlach (1912 - 1914), in Hausham, wo er auch Chorregent war (1914 - 1918), in Mammendorf (1918 -1923) und in Isen (1923 - 1931). 1931 wurde er Pfarrer in Oberhummel und 1936 Pfarrer in Indersdorf. Der verstorbene Kardinal Michael v. Faulhaber ernannte ihn 1947 zum Geistl. Rat. Ein Jahr darauf musste der Pfarrherr, der sich während seiner Tätigkeit in Indersdorf durch sein freundliches und leutseliges Wesen die Herzen aller gewonnen hatte, wegen Krankheit resignieren, seither wirkt er als Benefiziat. Als Pfarrer in Indersdorf war Ranner auch Schuldekan für den Bezirk Altomünster. Heute noch betätigt er sich mit besonderer Hingabe beim Kirchenchor und ist auch Dekanatsmusikpfleger. Als Mitarbeiter an der Monatsschrift "Das Dorf" und der Zeitschrift "Gottes Wort" hat er sich weit über Indersdorf hinaus einen guten Namen gemacht. |
Am
Grab des Geistlichen Rates Ranner
Dachauer Nachrichten vom 24.06.1953
Indersdorf - An den Folgen einer schweren Krankheit starb in Planegg Geistlicher Rat Balthasar Ranner, frr. Pfarrer von Indersdorf, im Alter von 65 Jahren. Er wurde nach Indersdorf übergeführt und in der Leichenhalle des Kreiskrankenhauses aufgebahrt. Am Ortseingang segnete Dekan Beyer den toten Pfarrer ein. Unter zahlreicher Beteiligung aus allen Bevölkerungsschichten der Pfarrei wurde der Verstorbene am Montag in Kloster Indersdorf zu Grabe getragen. Im langen Trauerzug, der sich vom Krankenhaus zum Pfarrfriedhof bewegte, sah man mehr als 50 Geistliche, unter ihnen Weihbischof Dr. Johannes Neuhäusler, die Prälaten Pfanzelt und Nissl sowie viele Kurskollegen vom Weihejahr 1912. Sämtliche Vereine bekundeten ihre Teilnahme mit Fahnenabordnungen. Mitglieder des katholischen Burschenvereins trugen den Sarg. Die Beerdigung nahm Dekan Beyer unter Assistenz von Pfarrer Antholzner, Kirchseeon (der kurze Zeit als Kooperator in Indersdorf tätig war) und Pfarrer Huber, Langenpettenbach, vor.
Der Offiziator
Dekan Beyer schilderte am Grabe den schweren Verlust, den die Seelsorge durch
den Heimgang des Geistlichen Rates erlitten hat. Vielseitig begabt, übte er
eine Fülle von Funktionen aus, so als Seelsorger, Dirigent des Kirchenchores,
Beichtvater der Barmherzigen Schwestern, Instruktor der Studenten, Direktor
des Dritten Ordens, Religionslehrer an der Haushaltungs- und Landvolkshochschule.
Ferner betätigte er sich als Mitarbeiter einer kirchlichen Zeitschrift auch
schriftstellerisch. Nach der Karfreitagspredigt befiel ihn starkes Unwohlsein
und bald musste er erfahren, dass eine heimtückische Krankheit schon weit vorgeschritten
war. Als Hilfspriester in Sauerlach, Hausham, Isen und Mammendorf, fünf Jahre
Pfarrer in Hummel, zwölf Jahre in Indersdorf und weitere fünf Jahre dem Wohl
und Wehe der Pfarrei aufs engste verbunden, war er allen seiner Sorge Anvertrauten
ein guter Hirte.
Im neuen Teil des Friedhofs, dessen Vergrößerung sein Wunsch war, erhält nun
der verstorbene Geistl. Rat als erster seinen Platz. Für die Kurskollegen widmete
Stadtpfarrer, Geistl. Rat Dr. Martin Mayr, Fürstenfeldbruck, dem toten Freund
einen längeren herzlichen Nachruf. Balthasar Ranner sei auf vielen Gebieten
der Primus gewesen und habe dem Weihekurs ein geistiges Gepräge gegeben. Vor
Jahresfrist habe der Verstorbene noch die Jubiläumspredigt gehalten und es verstanden
mit allen Kurskollegen in Verbindung zu bleiben. Für die Heimatpfarrei Ebersberg
sprach der dortige Pfarrer Dekan Atzinger. Beim Priestertag in Ebersberg habe
Geistl. Rat Ranner nie gefehlt. In Aßlkofen, Pfarrei Ebersberg, geboren - er
entstammte einer gläubigen Bauersfamilie, sein Vater war auch Reichstagsabgeordneter
- sei Ranner immer ein Priester gewesen, auf den seine Heimat stolz war, als
Vorbild und Ansporn für die anderen. Ergriffen schilderte Diözesanflüchtlingsseelsorger
Erich Goldammerm die großen Verdienste des Heimgegangenen um die Flüchtlingsseelsorge.
Bald nach der Ausweisung sei Indersdorf ein Mittelpunkt der Flüchtlingsseelsorge
geworden. Auf Tagungen habe der Verstorbene vom religiösen Standpunkt aus zu
diesen Problemen Stellung genommen. Diese Liebe zu Heimatvertriebenen in schweren
Tagen werde nie vergessen werden.
Für die Gemeinde Ebersberg und die Marktgemeinde Indersdorf sprachen beide Bürgermeister
ehrende Worte des Gedenkens. Für die Pfarrei und die Kirchenverwaltung legte
Kirchenpfleger Hans Pest einen Kranz nieder, für die vielerlei Verdienste um
den Kirchenchor dankte Lehrer Schreiber in einem kurzen Nachruf. Zum Schluss
würdigte ein Vertreter der Kolpingfamilie Isen die verdienstvolle Arbeit des
Geistl. Rates um Gründung und Betreuung des Kath. Gesellenvereins. Anschließend
an die Beerdigung zelebrierte Weihbischof Dr. Neuhäusler ein Pontifikalrequiem,
das der Kirchenchor durch ein Orchester-Requiem verschönerte. Über dem stillen
Priestergrab hängen viele Kränze, die von Liebe und Treue zu dem bescheidenen
Toten ein sichtbares Zeugnis ablegen. Indersdorf.
Dr. Johannes Erik Müller 40
Jahre Bischof
Der 85jährige ehemalige Oberhirte von Schweden lebt in Indersdorf
Dachauer Nachrichten vom 07.01.1963
Indersdorf - Dr. Johannes Erik Müller, der bis zum Jahr 1957 der Oberhirte der Katholiken Schwedens war, dann aber wegen seines hohen Alters in seine bayerische Heimat zurückkehrte und Wohnsitz im Marienheim in Indersdorf nahm, kann heute, Montag, sein 40jähriges Bischofsjubiläum begehen. Der Kirchenchor von Indersdorf wird den Dankgottesdienst, der in der Hauskapelle des Marienheims stattfindet, mit seinem Gesang verschönen. Den segensreichen Lebenslauf des Jubilars hatten wir bereits ausführlich anlässlich seines 85.Geburtstages am 14. November vergangenen Jahres geschildert. Heute wollen wir etwas aus der Tätigkeit Erzbischof Müllers in Schweden berichten.
Am
7. Januar 1923 wurde Domkapitular Dr. Müller von dem damaligen Nuntius in Bayern,
Eugenio Pacelli, dem späteren Papst Pius XII., in der Münchner Liebfrauenkirche
zum Bischof geweiht. Nur fünf Pfarreien mit 4.000 Katholiken und zehn Priestern
fand Bischof Müller bei seiner Ankunft in Schweden vor; sie waren weit über
das große Land verstreut, das flächenmäßig fast so groß ist wie Deutschland
vor dem Kriege. Als Erzbischof Dr. Müller 1957 den Hirtenstab niederlegte, waren
es neunzehn Pfarreien mit 60 Priestern und rund 26.000 Katholiken. Die Ausweitung
und Intensivierung der katholischen Seelsorge im protestantischen Schweden war
die Hauptaufgabe Bischof Müllers. Neben Hilfskräften für die ständig wachsenden
Aufgaben konnte er auch Priester aus seiner bayerischen Heimat und der Schweiz
gewinnen, die nach Schweden kamen und ihn in der Seelsorgearbeit unterstützten.
Allerdings war auch finanzielle Hilfe notwendig, denn die katholische Kirche
in Schweden war arm. Deswegen ging Dr. Müller auf Kollektenreisen und sprach
von vielen Kanzeln bayerischer Gotteshäuser, um die Herzen der Gläubigen für
die Unterstützung seiner Seelsorgearbeit in Schweden zu gewinnen. Besonders
bitter war es für den Bischof, als während der Zeit des Naziregimes und des
zweiten Weltkrieges die finanzielle Hilfe aus Deutschland immer geringer wurde
und schließlich ganz ausblieb.
Die Zeit der Flüchtlinge
Dann kam die Zeit, als nach Schweden Tausende katholischer Flüchtlinge kamen
aus den KZ ebenso wie aus den baltischen Ländern, ferner 6.000 Sudetendeutsche.
Auch nach dem Ungarnaufstand suchten wiederum Tausende von Flüchtlingen eine
Heimat in Schweden, die ebenfalls katholischen Glaubens waren. Hier taten sich
von neuem nicht nur seelsorgliche, sondern auch caritative Aufgaben für den
Bischof in Schweden auf. Wenn heute Erzbischof Müller zurückdenkt, so steht
ihm ein Tag in leuchtender Erinnerung: Der 20. Jahrestag seiner Bischofsweihe.
An diesem Tage wurde er päpstlicher Thronassistent und vom König Schwedens mit
dem Nordsternorden erster Klasse im Kommandeursrang ausgezeichnet. Dann kam
das 25jährige Bischofsjubiläum an dessen Feierlichkeiten der finnische Bischof
Cobben und diplomatische Vertreter aus 16 Ländern teilnahmen. Am 25. Oktober
1953 erhielt er dann vom deutschen Bundespräsidenten das Großkreuz des Bundesverdienstordens.
Religionsfreiheitsgesetz
Die wichtigste Aufgabe Dr. Müllers aber war ein gutes Verhältnis zwischen der
evangelischen und katholischen Kirche in Schweden zu schaffen, so dass der schwedische
Reichstag am 19. Mai 1951 das Gesetz über die Religionsfreiheit in Schweden
annahm. Krönung seines Wirkens wurde die Erhebung des bisherigen Apostolischen
Vikariats zum selbständigen Bistum mit dem Sitz in Stockholm durch Papst Pius
XII am 29. Juni 1953. Die Seelsorgsarbeit mit dem Aufbau des Bistums und den
Bau von einer Anzahl von Kirchen und Kapellen, von den die Christ-König-Kirche
in Göteborg der besondere Stolz des Bischofs ist, hatten sein Herz schwer und
müde gemacht, so dass er am Michaelstag 1957 in der Erikskirche von Stockholm
das letzte Pontifikalamt als regierender Bischof feiern konnte. Danach zog er
sich zuerst nach Hälsingborg zurück, um dann endgültig in seine bayerischer
Heimat zu reisen und im Kloster Indersdorf seinen Ruhesitz einzunehmen; nicht
weit weg von seinem Geburtsort Gründholm. Eine große Freude war es für den Erzbischof,
als er zu seinem 85. Geburtstag ein Telegramm des Papstes bekam und ihn sein
Nachfolger auf dem Stockholmer Bischofsthron, Dr. John Taylor, auf der Rückreise
vom Konzil in Indersdorf besuchte. Die "Dachauer Nachrichten" im "Münchner Merkur"
wünschen dem im ganzen Landkreis sehr verehrten Priester noch viele mit Segen
erfüllte Jahre in der Heimat.
22
Zentner schwere Glocke für Indersdorf -
Erzbischof Dr. Müller nahm die Weihe vor - Mittwoch wird sie aufgezogen
Dachauer Nachrichten vom 26.08.1962
| Indersdorf
- Die Kloster-Pfarrkirche in Inderdorf hat nun wieder ihr volles Glockengeläut
bekommen. Die zweitgrößte Glocke, die während des Krieges verschmolzen wurde,
konnte ersetzt werden. Die kirchliche Weihezeremonie nahm Erzbischof Dr.
Erik Müller, der frühere Oberhirte von Schweden, vor. Groß war die Zahl der Gläubigen aus Indersdorf, die sich zu diesem feierlichen Akt eingefunden hatten. Am Mittwoch, den 29. August, wird die neue St.-Florians-Glocke in den Turm hinaufgezogen. Vom Glockenturm der Indersdorfer Klosterpfarrkirche erklangen früher sechs Glocken, die ihren Klang weit über das Glonntal erschallen ließen. Die zweitgrößte von ihnen und die kleinste mussten im Krieg abgenommen werden. Die übrigen vier sind so alt, dass sie wegen des historischen Wertes, sie sind bereits im Jahre 1457 gegossen worden, im Ersten und auch im Zweiten Weltkrieg nicht einrücken mussten. |
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Abschied
von Pfarrer Hintermeyer
Viele Trauergäste gaben dem Priester in Indersdorf das letzte
Geleit
Dachauer Nachrichten vom 28.04.1964
Indersdorf
- Bei großer Anteilnahme der Bevölkerung fand auf dem Pfarrfriedhof Pfarrer
Konrad Hintermeyer seine letzte Ruhe. In der Pfarrkirche, zelebrierte Prälat,
Domkapitular Thalhammer aus München den feierlichen Seelengottesdienst, dem
auch Erzbischof Dr. Erich Müller beiwohnte. 20 Geistliche aus den Dekanaten
Dachau und Altomünster gaben dem toten Priester das letzte Geleit. Unter den
Trauernden waren nicht nur Pfarrangehörige der Pfarrei Indersdorf, auch aus
der Pfarrei Asbach, Kleinberghofen und Alling, die ihrem früheren Pfarrer mit
der Teilnahme am Begräbnis ihren Dank bekundeten.
Geistlicher Rat Dekan Beyer schilderte am Grab den Lebensweg von Pfarrer Hintermeyer.
Er wurde in Rorschach in der Schweiz geboren und entstammte einer kinderreichen
Familie. Sein Vater, der später in einer Münchner Brauerei arbeitete, verunglückte
schon in jungen Jahren tödlich, so dass die Mutter für die große Familie allein
sorgen musste. Pfarrer Hintermeyer, der von Jugend an gesundheitlich nicht ganz
auf der Höhe war, wollte nach dem Studium eigentlich in St. Ottilien Missions-Benediktiner
werden. Er beendete aber das Studium in Freising, wo er 1915 zum Priester geweiht
wurde. Sein Seelsorgseifer wurde durch Krankheit oft gehemmt, so dass er von
einer Kaplanstelle zur anderen wandern musste. 1930 wurde er Expositus in Alling,
1940 Pfarrer von Kleinberghofen und von 1949 an betreute er als Vikar die kleine
Pfarrei Asbach.
Im Jahre 1960 bezog er das Benefiziatenhaus in Indersdorf. Von Jahr zu Jahr
wurden die Erkrankungen häufiger und die Genesung dauerte immer länger. Mit
besonderer Hingabe und Liebe betreute er das Altersheim und war im Krankenhaus
ein ebenso gern gesehener Gast. Das Wort des Herrn aus dem Evangelium des Sterbetages
an die Angehörigen gerichtet: "Ihr seid jetzt traurig aber euere Trauer wird
sich in Freude wandeln", sprach Dekan Beyer am Grab aus. Domkapitular Thalhammer
sprach den Dank des Kardinals und des Generalvikars aus.
Für die Pfarrei Kleinberghofen sprach Pfarrer Pops, für die Pfarrei Asbach Pfarrer
Hinterreiter von Kollbach, während der Seelsorgsbezirk Alling einen Kranz am
Priestergrab niederlegen ließ. Für die im Jahr 1915 geweihten Priester machte
sich Geistlicher Rat Ametsbichler von Bischofswiesen, der mit einem weiteren
Priesterkollegen des Weihekurses zur Beerdigung gekommen war, zum Sprecher.
Erzbischof
Dr. Müller ist tot
Gestern Sonntag starb der erste nachreformatorische Altbischof
Schwedens
Dachauer Nachrichten vom 06.05.1965
Indersdorf - Gestern, Montag den
5.Mai, starb um 7.45 Uhr Erzbischof Dr. Johannes Evangelist Erik Müller im 88.
Lebensjahr im Kloster Indersdorf, wo er seit dem 23. April 1957 seinen Lebensabend
verbrachte und mit fürsorglicher Liebe von den Barmherzigen Schwestern betreut
wurde. Am vergangenen Dienstag zelebrierte der greise Kirchenfürst noch die
heilige Messe. Dann wurde er plötzlich krank. Noch dachte man nicht daran, dass
es seine letzten Erdentage sein werden. Am 1. April traf den Erzbischof dann
aber ein Schlaganfall und er wurde linksseitig gelähmt. Eine Bewusstlosigkeit
überfiel ihn, und er wurde auch seiner Sprache beraubt. Dann aber kam Erzbischof
Müller wieder zu Bewusstsein und wurde mit den heiligen Sterbesakramenten der
Kirche versehen. Da der greise ehemalige Oberhirte von Schweden merkte, daß
es bald in die Ewigkeit gehen würde, betete er noch bis in die Nacht hinein
den Rosenkranz. Während der ganzen Zeit weilte sein Neffe, Caritasdirektor Müller,
bei ihm und zelebrierte noch am Montagmorgen im Schlafzimmer des Todkranken
die heilige Messe. Eine Viertelstunde danach gab Erzbischof Müller seinen Geist
auf. Der Tod trat am Montag gegen 7.45 Uhr ein.
Es war der Wunsch Erzbischof Müllers, nach seinem Tode in Schweden beerdigt
zu werden, wo er sich ein Priestergrab erworben hatte. Inzwischen aber hat eine
Aussprache zwischen Kardinal Döpfner und Caritasdirektor Müller stattgefunden,
dass der verstorbene Erzbischof vorerst im Liebfrauendom in München beigesetzt
und später nach Schweden übergeführt wird, wenn der neue Bischofsdom der katholischen
Diözese Stockholm fertiggestellt ist, in dem dann sämtliche römisch-katholischen
Bischöfe der Nachreformationszeit in einer eigenen Bischofsgruft künftig beigesetzt
werden sollen.
Zur Zeit ist der tote Kirchenfürst in der Nikolauskapelle im Kloster Indersdorf
aufgebahrt, wo alle Gläubigen aus dem ganzen Landkreis bis zum Mittwoch in der
Zeit von 8- 18 Uhr von ihm persönlich Abschied nehmen können. Am Mittwoch um
19 Uhr ist in der Klosterkirche zu Indersdorf ein feierliches Requiem, das der
derzeitige Bischof von Schweden, John E. Taylor, zelebriert. Anschließend wird
die sterbliche Hülle des Verewigten von Indersdorf nach München in den Liebfrauendom
übergeführt. Die Beisetzung im Dom zu München findet am Donnerstag statt. -
Den näheren Termin werden wir unseren Lesern noch rechtzeitig bekanntgeben.
In memoriam
Mit Erzbischof Müller hat der Landkreis einen gütigen Freund verloren. Nachdem
er 1957 in Schweden resignierte und nach Indersdorf zu den Barmherzigen Schwestern
zog, wo er in Schwester Magdalena eine feinsinnige Betreuerin fand, gehörte
Erzbischof Müller den Dachauern voll und ganz, obwohl er eigentlich im Nachbarlandkreis
Pfaffenhofen, in der Ortschaft Gründholm, das Licht der Welt erblickte. In Indersdorf,
in der Nähe seines Heimatlandkreises, fühlte er sich wohl. Sowie es ihm gesundheitlich
möglich war, sah man den ehrwürdigen Priester bei vielen Gelegenheiten. Ja,
er übernahm sogar noch viele Firmungsreisen, um den Kardinal und den Weihbischof
zu entlasten. Viele werden sich noch an die große Jugendfeier im ehemaligen
KZ Dachau erinnern, an der er auf Wunsch von Pater Roth teilnahm und das Pontifikalamt
feierte. Andere haben ihn auf dem Petersberg erlebt. Die Indersdorfer aber ganz
besonders hatten engsten Kontakt zum Erzbischof - sie verehrten ihn und liebten
ihn, den Mann der Ausgeglichenheit und großen Herzensgüte, der für jedermann
Verständnis zeigte und ganz besonders die Kinder und die arbeitenden Menschen
liebte.
Man erinnert sich noch an den Tag, als der damals schon betagte Kirchenfürst
sein 40jähriges Bischofsjubiläum und sein diamantenes Priesterjubiläum begehen
konnte, als der Kardinal persönlich nach Indersdorf kam und ihn am 27. Juni
1963 in seinem Heim aufsuchte. Als er am 14. November 1962 seinen 85. Geburtstag
feierte, wurden ihm viele Ehrungen zuteil. Wir selber aber erinnern uns gerne
an die Stunden des persönlichen Gesprächs in seinem Arbeitszimmer, in denen
er so aufgeschlossen und voll geistiger Frische Gedanken über Schweden austauschte.
Gedenken wir alle in stiller Minute dieses wahrhaft edlen Mannes.
Dem
toten Bischof nachgewunken
Letzte, aber einsamste Fahrt Dr. Müllers durch den Landkreis
Dachauer Nachrichten vom 10.05.1965
Indersdorf - Still und bescheiden, wie es auch im Leben seine Art war, hat Erzbischof Dr. Erik Müller am vergangenen Donnerstag für immer aas Dachauer Land verlassen. Zahlreiche Gläubige aus Indersdorf erwiesen dem Toten die letzte Ehre, als der Sarg aus der Nikolauskapelle getragen wurde, um in den Liebfrauendom nach München überführt zu werden. Frauen und Männer mit Kindern auf dem Arm oder an der Hand säumten die Pforte zum Marienheim, durch die 1958 der greise Bischof geschritten war, um bei den Schwestern des Klosters seinen Lebensabend zu verbringen und die er nun als Toter verließ. Die Mädchen der Mittelschule standen in weißen Blusen und schwarzen Röcken Spalier, als sieben Totenwärter vom Bestattungsamt München den Sarg von der Nikolauskapelle durch den Flur zu der vor dem Hause wartenden schwarzen Limousine trugen. Den Trauerzug führten die Ministranten und der Klerus von Indersdorf an. Von den Türmen der Klosterkirche verkündeten die Glocken den Abschied des Erzbischofs von Indersdorf. Nach wenigen Minuten rollte der Wagen ab. Einsam war die letzte Fahrt des Bischofs durch das Dachauer Land. Niemand stand nm Straßenrand, nur mancher Bauer hielt beim Pflügen auf den Feldern den Traktor an und blickte dem lautlos vorbeirollenden Wagen nach. In Ried dagegen wanderte ein bärtiger Kapuziner der Straße entlang, sah den Totenwagen kommen, blieb stehen, setzte sein Körbchen ab und winkte dem Auto freundlich zu. Als es hinter einer Kurve schon längst verschwunden war, grüßte der wandernde Ordensmann noch immer den toten Erzbischof, der seine Wanderschaft auf Erden nun beendet hat.
Antlaßtag
im Kloster Indersdorf
Von Schulrat Alois Angerpointner
Dachauer Nachrichten vom 07.04.1966
Der
Antlaß oder der Antlaßtag war der Gründonnerstag. Es ist eigentlich das deutsche
Wort für diesen Tag, das bereits im Althochdeutschen vorkommt. Es konnte zunächst
jede Befreiung und jede Entlastung von irgendeiner Verbindlichkeit bedeuten;
dann aber die Erlassung von Sünde, die Beichte schlechthin, den Ablass, die
Nachlassung zeitlicher Sündenstrafen - und letztlich die Lossprechung öffentlicher
Büßer von ihrem Vergehen und ihren Kirchenstrafen.
Am Gründonnerstag erhielten die öffentlichen Büßer die Sündenvergebung und die
Wiederaufnahme in die Kirche; aus toten Gliedern der Kirchen wurden lebendige,
aus "dürren" Zweigen "grüne". Tatsächlich erfolgte an diesem Tag, der zur Erinnerung
an die Einsetzung des Altarssakramentes begangen, wird, die Wiederaufnahme aller
Gefallenen und Verbannten in das kirchliche Leben, da die Liebe obsiegte.
Für den Antlaßtag musste von dem Propst und Prälaten in Indersdorf folgendes
ausgeführt werden:
| "Item an dem heylign antlaßtag nach der sechst get ain prelat mit seinem convent in das capitl und hat ain mandat der armen vnd so vil kind komen, wäscht ain yeglicher prelat zwelffn ir füß, die eltisten des convents den andern kinden ir füß. Der prelat gibt den zwelffn yeglichen ain Pfennig, den andern kinden yeglichem zwen haller, darzue ain knappen wegkh (Wecken), doch stet es zu ainem prelaten, das (zu)mindern oder mern oder gar untterwegen (zu) lassen." |
Pfarrei
Indersdorf vor großen Bauvorhaben
Pfarrgemeindeversammlungen in Indersdorf und Glonn
Pfarrer Knut erläutert Pläne
Dachauer Nachrichten vom 23.03.1972
Indersdorf/Glonn
- Die ersten beiden Pfarrgemeindeversammlungen mit Pfarrer Kauf für die Pfarrangehörigen
von Markt Indersdorf und für die Pfarrangehörigen von Glonn wurde kürzlich abgehalten.
Der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Oberlehrer Bachhuber leitete die Versammlung
für Markt Indersdorf in der Gastwirtschaft Steidle. In der Gastwirtschaft Hohenester
in Glonn leitete Pfarrgemeinderatsmitglied Anton Limmer die Versammlung. Er
begrüßte insbesondere Pfarrer Kauf und Pfarrkirchenpfleger Berghammer, der über
die Bauvorhaben der Pfarrei Aufschluss gab. Der Bau des Pfarrheims steht kurz
vor Baubeginn, nachdem alle Auflagen erfüllt wurden, wird der Bau, der 600 000
DM kostet, vom Ordinariat schlüsselfertig erstellt. Die Pfarrei muss für die
Einrichtung des Heims aufkommen. Im Keller wird die Heizung untergebracht, im
Erdgeschoß befinden sich die Gruppenräume und im ersten Stock der Saal mit ca.
180 qm Fläche. Die schwere Eichentür mit Kupferblech, an der Arkadenseite der
Pfarrkirche angebracht, war zur Vorbeugung von Verunreinigungen dieses Vorraums
notwendig und kostete 5500 DM, wobei sich das Ordinariat mit 3000 DM beteiligte.
Der Heizung, die auf 110000 DM zu stehen kommt, konnte erst durch die großzügige
Spende von 45 000 DM näher getreten werden; das Ordinariat München beteiligt
sich mit 30 000 DM an den Kosten, den Rest bringt die Pfarrgemeinde auf. Sobald
die Renovierung der Marktkirche abgeschlossen ist - man rechnet mit Mai - wird
mit dem Einbau der Heizung in der Pfarrkirche begonnen, die während dieser Zeit
für die Gottesdienste nicht zur Verfügung steht. Es handelt sich um eine Warmluftheizung
mit einer Luftbefeuchtungsanlage zum Schutz der Gemälde und Fresken, wobei man
mit einer Temperatur von 8 bis 10 Grad rechnet. Die Renovierung der Marktkirche
(Dachstuhlerneuerung, Aufhängung der Stuckdecke. Renovierung der Gemälde etc.)
verursachte 1970 und 1971 126 000 DM wovon 102 000 DM auf Zuschüsse entfielen.
24000 DM brachte die Pfarrei selbst auf. In diesem Jahr steht der neue Außenputz
für Turm und Kirchenschiff an, wie auch die Kupfereindeckung des Turmes. Die
Außenrenovierung mit ca. 90 000 DM wird vom Ordinariat getragen, für die Innenrenovierung,
die man auf ca. 30 000 bis 35 000 DM schätzt, wird abermals die Pfarrgemeinde
zur Kasse gebeten. Die ebenso notwendige Imprägnierung der alten Figuren wird
auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Die Erneuerung der Turmuhr (12000 DM)
hat die Gemeinde übernommen. Für die Marktkirche ist eine elektrische Fußbankheizung
geplant, die jedoch erst erstellt wird, wenn alle anderen Arbeiten angeschlossen
sind. Die Leitungen für die Heizung werden bereits jetzt bei der Innenrenovierung
vorgesehen. In einem äußerst schlechten Zustand befindet sich die Filialkirche
Ottmarshart. Wenn hier nicht umgehend etwas geschieht, ist dieses Kirchlein
auf luftiger Höh dem Verfall preisgegeben. Die Außenrenovierung kommt auf 70
000 DM, das Ordinariat genehmigte einen Zuschuss von 35000 DM. Etwas besser,
aber ebenfalls renovierungsbedürftig trifft man die Filialkirche in Albersbach
an, wo ebenfalls an einigen Seiten der Außenputz erneuert werden muss. Kostenpunkt
45000 DM, ein Zuschuss vom Ordinariat konnte hierfür heuer jedoch nicht gewährt
werden. Die Filialkirche Glonn ist so weit m Ordnung, lediglich die Imprägnierung
der Figuren steht demnächst an. Ebenfalls befindet sich die fünfte Filialkirche
der Pfarrei Straßbach in bester Ordnung.
Von unserem Mitarbeiter Hermann Stopp