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Beschreibung 1995

Die Pfarrkirche von Inderddorf ist auch im Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreichs Bayern erwähnt, dessen Dachauer Teil 1888 von Prof. Gustav von Bezold und Dr. Georg Hager bearbeitet und 1895 von Betzold und Dr. Riehl
im Auftrag des Königl.Bayer. Innenministeriums herausgegeben wurde.

A. Die Geschichte des Klosters Indersdorf ist auf der Hauptseite behandelt.

B. Kirche Mariä Himmelfahrt in Kloster Indersdorf

  Architektur
Die Kirche ist, einschliesslich des unteren Theiles der Westthürme, aber ausschliesslich des im 18. Jh. erbauten Altarhauses eine spätromanische Pfeilerbasilika. Die Chronik des Klosters meldet einen Brand des ganzen (?) Klosters im Jahre 1264, die Formen des Westportales weisen indes auf das spätere 12. Jahrhundert. Die Thürme sind unter den Pröpsten Erhard Prunner (1412 - 1442) und Johannes Rothuet (1442 - 1470) zum grössten Theil neu erbaut.
Propst Gelasius Morhard liess 1752 die neue Sakristei bauen und von 1754 an die Kirche in Rococostil umgestalten.
Ob die Wölbung der ursprünglich flachgedeckten Kirche erst bei diesem Anlass ausgeführt wurde, ist nicht sicher zu entscheiden.
(Heute) Dreischiffige Pfeilerbasilika ohne Querschiff. Auf eine zwischen zwei Westthürmen gelegene Vorhalle folgen sieben Arcaden. Hievon entfallen die vier westlichen auf das Gemeindehaus, die drei östlichen auf den Chor, der um drei und fünf Stufen erhöht ist Im Chor sind die Arcaden in ihrem unteren Theil durch Mauern geschlossen, im oberen Theil sind Logen angebracht.
An den Chor schliesst sich das von einem achtseitigen Klostergewölbe überdeckte Altarhaus an. Die runden Scheidbögen ruhen auf kräftigen Pfeilern. Diesen sind auf Seite des Mittelschiffes Pilaster mit korinthischen Kapitellen vorgelegt, welche über Gesimsstücken das Gewölbe tragen. Das Gewölbe, ein Tonnengewölbe mit Stichkappen, wird über dem vierten Joch durch eine Kuppel unterbrochen. In den Schildmauern Fenster von sehr freier Form. Aussen an der Obermauer schwache Strebepfeiler (1 Stein vorspringend).
Im Chor vor dem Hochaltar am Boden eine Marmorplatte, die wittelsbachische Gruft bezeichnend; darauf oben das wittelsbachische Wappen mit dem gezackten Balken; darunter: HIC REQUIESCIT + OTTO IV FUNDATOR / COMES DE WITLSPACH / CUM VIALYS ILLUSTR.SUAE FAMILIAE / OBYT IN DOMINO / MCXLVI. LAPIDEM HVNC / NOVUM POSUIT / GELASIUS PRAEPOSIT, 1756, L. 140, Br. 84,5.
Die Seitenschiffe haben Kreuzgewölbe von ziemlich unbestimmter Form. Ueber der Vorhalle und im ersten Joch der Seitenschiffe sind Emporen. Die decorative Ausstattung ist reich und hat im Einzelnen viel Gutes, ist aber im Ganzen überladen. Die Verhältnisse des romanischen Baues sind schlank und hoch.
Im nördlichen Seitenschiff am östlichsten Pfeiler Grabstein des Konrad von Eisenhofen + Neujahr 1472 und des Jörg Eysenhofen zu eyselczried hofmaister + i486. Rother Marmor. Darauf in ziemlich flachem Relief ein Ritter in spätgothischem Plattenharnisch, nach links gewendet, die Linke am Schwertgriff, in der Rechten das Banner, zu seinen Füssen das Wappen der Eisenhofer. In den Ecken des Schriftrandes die Ahnenwappen: Auer von Pulach, Güssen, Laymingen, Gumppenberg. Der Kopf ist Porträt, aber ziemlich flau ausgeführt H. 269, br. 132 cm. Vgl. W. Hundt, Stammenbuch I, 195. Nach Fürstbischof Eckers (1695 - 1727) Grabsteinbuch (Handschr. der Hof- und Staatsbibliothek München cod. germ. 2267) t II fol. 70 ehemals "in der Wandt in der Eisenhofer Capelle."
Sakristei an der Nordseite der Kirche; ein Raum von elliptischer Grundform mit einem Spiegel gewölbt , in welches von den Fenstern aus Stichkappen einschneiden. Die ganze Ausstattung, sowie das schöne Mobiliar einheitlich von 1752.
S.Anna-Kapelle an der Nordseite weiter gegen Westen. Quadratisch mit Kreuzgewölbe. Ausstattung der Kirche entsprechend.
Im nördlichen Thurm eine gothische Thüre zur Westempore der Kirche. Unter letzterer ein schönes schmiedeisernes Gitter aus dem späten 18. Jahrhundert.
Am Aeusseren der Kirche ist nur das romanische Westportal (Taf. 37) bemerkenswerth. Dasselbe entwickelt sich in zweifachem Rücksprung mit Säulen in den einspringenden Ecken. Die Säulen haben Würfelkapitelle und ein etwas weichliches, aus Wulst und Platte bestehendes Kämpfergesimse. Die Basen der Säulen sind nicht sichtbar. Den Säulen entsprechen in den Archivolten Wulste, welche über den Kämpfern beiderseits in umgekehrten Würfelkapitellen endigen.
 
Die Ausstattung entstammt in der Hauptsache der Mitte des 18. Jahrhunderts.
Den imposanten Hochaltar Hess Propst Georg I. (1673-1693) aufstellen.
Auch die Kanzel gehört noch der Regierungszeit dieses Propstes an.
Der Altar in der nördlich ausgebauten Annakapelle (mit 4 gewundenen Säulen) ist unter Propst Aquilinus (1721-1728) verfertigt worden.
Die 6 übrigen (gut komponirten) Altäre, die Chor- und Beichtstühle um 1755.
Die Decken- und Wandgemälde stellen "Leben, Thaten, Uebungen des heiligen Augustinus in Weltlichem, Geistlichem und Bischöflichem Stand und dessen Glorie in dem Himmel" dar, bez. Matthae Gündter Pinxüth.
Das Hochaltarblatt die Himmelfahrt Maria ist 1691 von Andreas Wolf gemalt
(Quellen: Fugger S. 106 und J. Obernberg, Reisen durch das Königreich Bayern I. 389. Nach der handschriftlichen Chronik des Propstes Gelasius Morhard wäre das Hochaltarblatt von Jonas Wolf, dem Vater des Andreas + 1680).
Das Oelgemälde, die hl. Barbara an einem der südlichen Nebenaltäre 1712 von (Andreas) Wolf gemalt
(Quelle: Fugger S. 106).
Rosenkranzkapelle
Die alte Marienkapelle am westlichen Ende des südlichen Seitenschiffes. Gothische Anlage von Propst Johannes Rothuet erbaut, im 18. Jahrhundert vollständig umgestaltet. Tonnengewölbe mit Stichkappen. Westempore.
Deckengemälde: Maria als Königin des Rosenkranzes, auf Wolken schwebend; links unter ihr schwebt der hl Dominikus; auf einer Estrade links unten steht ein Geistlicher, wohl der Propst Gelasius Morhard und auf dem Hügel, auf welchem sich die Estrade erhebt, lagert der Maler des Bildes, Matthäus Günther, in der Rechten den Hut, in der Linken den Stab, zu Maria emporblickend; auf dem Hemdkragen des Malers steht: MG, 1758.
Der Altar in der Rosenkranzkapelle mit seinen im Viertelskreis vortretenden Säulen in prunkendem Rococostil. Abg. in "Kurtze bist. Nachricht etc." Taf. 10.
Die gemauerte Mensa desselben stammt noch aus der Zeit des Propstes Johannes (1442-1470). An der Vorderseite der Mensa das Bild des Todes Maria (Taf. 36), auf den Kalkbewurf gemalt. Entsprechend der älteren Art der Darstellung dieser Scene liegt Maria im Bette (mit dem Angesichte nach rechts), von den 12 Aposteln umgeben; zu ihrer Linken hinter dem Bette steht Christus, die Seele seiner Mutter in Gestalt eines bekleideten gekrönten Mädchens auf dem linken Arm; neben Christus steht Petrus mit dem Weihwasserkessel und Aspergill; Johannes kniet vor dem Bette, die Hände der hl. Jungfrau haltend. Ein anderer Apostel am Fussende der Bettstatt hält das Rauchfass, rechts unten sitzen zwei von den Zwölfen, links sitzt ein Apostel, ein offenes Buch auf dem Schoss. Vorne zu Seiten des Johannes knieen zwei Engel mit brennenden Kerzen. Das Ganze von schlichten (gemalten) geometrischen Ornamenten eingefasst. Stellenweise sehr beschädigt. Vor allem merkwürdig als eine seltene Art von Schmuck des Altartisches; aber auch künstlerisch sehr beachtenswerth. Wohl noch zwischen 1442 und 1450 entstanden. Abg. in "Photogr. Originalsammlung alterthümlicher Denkmäler von Ant. Höchl." Vgl. Sighart, Geschichte d. b. K. i. Bayern 571. H. 85, Br. 102 cm.
Oben in einer Nische der Südwand der Rosenkranzkapelle überlebensgrosse (neu gefasste) Holzfigur der hl. Maria, auf der Mondsichel stehend, mit der Rechten das Kind vor der Brust haltend. Ende des 15. Jahrhunderts, später überarbeitet, ziemlich manierirt. Nach der Klostertradition soll die Figur noch aus der Zeit der Gründung des Stifts herrühren und ein Geschenk des Gründers Otto von Wittelsbach sein; sie hatte den Namen: Domina fundatrix und stand bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts auf oder hinter dem Hochaltar; als das Hochaltarblatt von Jonas Wolf aufgestellt wurde, ward sie zunächst in das Hospital verbracht; Propst Georg II. (1704-1721) ließ sie renoviren und dann in der Rosenkranzkapelle aufstellen. (Kurze historische Nachricht etc. S. 14. In der citirten handschr. Chronik heisst es: Sacellum B. V. constnuit novum. Die Lage dieser Marienkapelle südlich am Westende der Kirche ist abnorm ; gewöhnlich stösst die Marienkapelle an den Kapitelsaal (am Ostflügel des Kreuzganges). jetzigen Platze) aufstellen.
Vgl. die citirte handschr. Chronik, sowie "Kurtze bist. Nachricht etc." 22,
Sakristei

Die Sakristei durch die reiche und einheitliche Ausstattung mit geschnitzten Schränken von 1752 ausgezeichnet. Abg. Kurtze hist. Nachricht etc. Taf. 12.

Kelch, Silber, mit den Reliefs der Verkündigung, der Anbetung der Hirten und der 3 Könige (an der Kuppa), des Abendmahles, der Kreuzigung und Auferstehung (am Fuss). Inschrift: Georgit Praepositi Understorfensis 1686. Münchener Zeichen und Marke FK. Sehr gute Arbeit des Münchener Goldschmiedes Franz Kessler (zünftig 1664 -17?7)
Von demselben Meister 2 Messkännchen nebst Platte, Silber, vergoldet; auf der Platte die getriebenen Reliefs: Gefangennehmung Jesu, Pilatus wäscht sich die Hände, Kreuztragung, dazwischen Engel mit den Leidenswerkzeugen; Pflanzenomamente. Gleiche Inschrift wie am Kelch.
Von demselben Meister 2 (weitere) Messkännchen mit Platte, Silber mit feinem Band- und Blattwerk verziert Monstranz, Silber vergoldet, mit den Reliefe der thronenden Madonna, des hl. Augustin und des hl. Dominikus. Münchener Zeichen und Marke lEC. 18. Jahrh. Sehr gefällige Arbeit. H. 102 cm.
Von den Paramenten sind hervorzuheben
Pluviale aus gelber Seide, mit gesticktem Blumenornament sehr zart in der Farbe. 18. Jahrh.
Pluviale, gelb, reich mit Blumen gestickt mit Verwendung von Gold und Silber. 18. Jahrhundert.
Casula, weisse Seide, reich mit Blumen gestickt (mit Verwendung von Gold und Silber). 18. Jahrhundert. H. Klostergobünde.
 
Klostergebäude. Fast ganz neu gebaut unter Propst Dominicus Vent (1693-1704).
An der Südseite der Kirche befindet sich der Kreuzgang. Seiner Anlage nach gothisch, aber verändert
 
Nikolaikapelle
An dessen (=Kreuzgang) Ostflügel die Nikolaikapelle, eine Gründung aus der Spätzeit des 11. Jahrhunderts, später Kapitelsaal, auf den jedoch der Name Nicolaikapelle übertragen wurde. Die jetzige Ausstattung aus dem 18. Jahrhundert.
Am Bogen, welcher vom Ostflügel des Kreuzganges in die Nikolaikapelle führt, zur Linken eine steinerne Inschrifttafel, laut welcher Propst Gelasius 1759 eine Anzahl Grabsteine in diese Kapelle transferirte. (Mit Aufzählung der im Kloster Indersdorf begrabenen Geschlechter). Gelasius liess 15 Grabsteine an den Wänden der Kapelle aufstellen und mit Getäfel umrahmen , auf welchen die Wappen der in Indersdorf ruhenden adeligen Familien gemalt sind (vgl. die Ansicht der Kapelle in "Kurtze histor. Nachricht" etc., Taf 11 ; doch entspricht die hier gegebene Reihenfolge der Steine nur zum Theil der Wirklichkeit).
Das Deckengemälde (von Günther) stellt die Gründung des Klosters dar. Auf den einschneidenden Gewölbekappen sind die Wappen der in Indersdorf begrabenen Geschlechter aufgemalt (meist korrespondirend mit den unten stehenden Grabsteinen).
An der Nordwand, links vom Eingang
1. Grabstein mit dem Wappen der Massenhauser in schwachem Relief; die Inschrift: am Rande in gothischen Majuskeln, jetzt grösstentheils vollständig verwittert; nach W. Hundt, Bayrisch Stammen-Buch 1598 I 272 und Morhard's lat. Chron. lautete sie : Die . von . Messenhausen . ligen . hie . die. nach. Ehren. ringen. je. Sandstein. Um 1300. H. 202, br. 86 cm. Nach der Schildform ist der Stein wohl der älteste von allen. Schon um Mitte des 13. Jahrhunderts gab ein Arnold von Massenhausen gelegentlich der Beerdigung seiner Mutter ein Grundstück an das Kloster, um ein Erbbegräbniss zu erhalten; vgl. Oberb. Archiv IV. 399. Zu Eckers Zeiten war der Grabstein im Kreuzgang.
2. Grabstein. In der Mitte das Kammerberg'sche Wappen in schwachem Relief, darüber und darunter eine grosse Rosette; am Rande in gothischen Majuskeln: / DA. LIT. HER. ULRICH. VON.KAMERBERGH. UND. SEIN. ERBEN. Sandstein. H. 200, br. 65,5 cm. Um 1320. (1319 gibt Ulrich von Kammerberg einen Weingarten zu Kelheim als Seelgeräth, vgl. F. H. Hundt, Die Urkunden des Kl. Indersdorf I Nr. 117 u. W. Hundt, Stammenbuch I 251). Zu Eckers Zeiten im Kreuzgang.
3. Grabstein. In der Mitte der Kammerberg'sche Wappenschild, darüber und darunter eine grosse Rosette in schwachem Relief Die obere Rosette gleich der oberen an 2.) Am Rande in gothischer Majuskel: / Die von Camer sint da begraben, Gott soll ihr aller Seel haben. Sandstein. H. 206, br. 67 cm. Erste Hälfte des 14. Jahrhunderts. Vgl. W. Hundt, Stammenbuch I 2-38. Zu Eckers Zeiten im Kreuzgang-
4. Grabstein. Rother Marmor. Im oberen Drittel in ziemlich schwachem Relief: ein Ritter in spätgothischem Plattenhamisch und seine Frau, mit gefalteten Händen nach links knieend. Hintergrund: Teppich mit Granatapfelmuster. Darunter in Relief das Weichs'sche und Kammerberg'sche Wappen. Im unteren Drittel in gothischer Minuskel : an . dni. 1414. starb . d' . edet . vn . vesst . Oswolt . vo . Reichs . zu . weichs . v/td . ait . arii- hach . an , pfincztag . vor .Jörg . chpd . sei. hausfraw . geporn . vo . kam (mcr-berg). H 210, br. 113,5 cm. Zu Eckers Zeiten "an einem Pfeiler in der Klosterkirch,"
5. Grabstein mit dem Wappen der Hilgertshauser, darunter das Helmklcinod der Rindsmaul, in kräftigem Relief. Am Rande in gothischer Majuskel: ANNO . DOMINI . M . CCC . L . III . FERIA . SECUNDA . ANTE. T NES . DICDUS. HELKGERSIIU . . . (sett). Am unteren linken Eck ist die Schrift ausgebrochen. Ecker, Grabsteinbuch Cgm. 2267, t II fol. 71 las an der jetzt ausgebrochenen Stelle: ante . thomae . O . Johannes. Sandstein. H. 211, br. 75 cm. Vgl. W. Hundt, Stamraenbuch I 228 (hier irrthümlich 1350 statt '353 gelesen). Die Frau des Joh. Hilgertshauser war Agnes Rindsmaul. Zu Eckers Zeiten im Kreuzgang.
6. Grabstein mit dem Wappenschild der Weichs, darüber ein Kreis mit Vierpass , darunter ein Kreis mit Sechspass und sechsspitzigem Stern, in schwachem Relief Am Rande in gothischer Majuskel: hie leit von Weichs Herr Cuenrat und sein Erben an der Stat. Sandstein. H, 205, br. 66 cm. Um 1350.
7. Grabstein mit den Klammenstein'schen Wappen in Relief. Am abgeschrägten Rande in gothischer Majuskel; A . D . M . CCCC . II . O. DNS . CONRAD- . DlCr . CLAMENSTAINER . MILES . IN . VI- GILIA . ANNV (ntialionis Mariaej. H. 176, br. 70 cm. Vgl. W. Hundt, Stammenbuch I 253. Bemerkenswerth als sehr spätes Beispiel der gothischen Majuskel. An der Ostwand
8. Grabstein. In der Mitte der Indersdorfsche Wappenschild mit zwei steigenden Löwen. Am Rande in goth. Minuskel: hie . ligt, begraben , der . wolgeborn . herr . Otto . veyher . vo . vnderstorf . (v) n, ist . begrabe , m , c , xxxi . de . got . genadig . j?jv- Rother Marmor. H. 175, br. 80 cm. 15. Jahrhundert. Abg. mon. boica X. Lag bis in unser Jahrhundert herein in der Mitte des Bodens des Kapitelsaales. Otto de Undiesdorf schenkte 1130 das Dorf Indersdorf an das Kloster; vgl. Fr. H. Hundt, Die Urkunden des Klosters Indersdorf I Nr. 3.
An der Südwand (im Osten beginnend):
9. Grabstein des Kaspar Sigmershauser + 1456 "am , pfinczfag . nach . de . vfetag: Mit dem Wappen. Inschrift am Rande in goth. Min. Sandstein. H. 185, br. 86 cm. Vgl. Hundt, Stammenbuch III bei Freyberg, Sammlung hist. Schriften III 649.
10. Grabstein mit dem Wappen von Herzhausen. Oben in vier Zeilen in goth. Minuskel : da . Itgt . begrabn . h . Gotfrid . von . hertzhausen . Ritter . vn . ist . gestarben . anno . dni . n6j . dem . got . genad. (Von der Jahreszahl sind die ersten vier Ziffern: m c 1 x zweifellos, dann folgt ein halbes x, also wohl v=:5, darauf 11, somit 1167, vgl. Mon. boic. X 319; Sandstein. H. 188, br. 67 cm. 15. Jahrhundert. Zu Eckers Zeiten im Kreuzgang. Gotefrid de herteshusen schenkte um 1160 Güter an das Kloster. Fr. H. Hundt 1. c. I Nr. 16.
11. Grabstein des hanns pelhamer +1461 an . freitag . vor , sand . anthony . tag. Mit zwei Wappen. In den unteren Ecken des Schriftrandes zwei Ahnenwappen. Rother Marmor. H. 208, br. 102 cm. Vgl. Hundt, Stammenbuch III bei Freyberg, Sammlung III 510.
12. Grabstein mit dem Wappen der Riedler. Am Rande : hie . ligt . der , Erbear . martin . Riedler . purg . vo . minichen . ist . gestorben . an sand . michahels . abent . anno . dni . /" . cccclxvi (1466) dem. . got . genedig . sey. In den Ecken vier Ahnenschilde. Rother Marmor. H. 224, br. 113 cm. Zu Eckers Zeiten im Kreuzgang.
13. Grabstein. In der Mitte das Wappen der Eisenhofer, darüber und darunter eine Rosette in schwachem Relief Am Rande in goth. Majuskeln: f DA . SINT , BEGRABEN . DIE . EVSENHOFER . GOT, HELFE . IREN . SELEN, VS . ALLER . SIVER. Rother Sandstein. 14. Jahrhundert. H. 202, br. 77 cm. Vgl. Hundt, Stammenbuch I iqo. Zu Eckers Zeiten im Kreuzgang.
14. Grabstein, "flie . ligt . der . vest . leonhart . von . Egke . vnd . ist , gcstarbn . an . m,cccc vnd i jar . Anno . dni , m.cccc Axxv (1475) starb , tnargarechta . scmydhawsrin . sein . hatcs/raw. Mit dem Eck'schen und Schmidhauser'schen Wappen; in den Ecken vier Ahnenschilde. Rother Marmor. H. 192, br. 102 cm. Vgl. Hundt, Stammenbuch III bei Freyberg, Sammlung III 287. Zu Eckers Zeiten im Kreuzgang.
15. Grabstein der Afra Brunnerin, Mutter der beiden Pröpste Erhard und Johannes. Mit dem Wappen der Prunner. Oben in vier Zeilen : anno dni MCCCCVII (1407) in die s.stephai ob affra Brunerin mat dnoru Erhardi ppti johis decani hui ecce . Rother Marmor. H. 194, br. 70 cm. (Fr. H, Hundt 1. c. p. VII liest irrthümlich 1406). Eine einfache Inschrifttafel an der Wand des Westflügels des Kreuzganges bezeichnet die ehem. Begräbnissstätte der Prunner. An der Westwand der Kapelle (rechts vom Eingang)
16. Grabstein des Stifters des Klosters, Otto V. von Wittelsbach; rother Sandstein; vollständig verwittert und abgeblättert. H. 200, br. 82 cm. Relief und Inschrift des Denkmals kann heute nur noch aus alten Abbildungen ersehen werden. Abbildungen finden sich in dem oben citirten Grabsteinbuch des Fürstbischofs Johann Franz Ecker tom. II, fol. 69 b.; auf der Thüre des Kastens, welcher um 1759 über das Denkmal gesetzt wurde; auf Taf 11 des Werkes "Kurtze hist. Nachricht" etc. 1762; in Mon. boica X 1768. Ein Vergleich dieser Abbildungen unter sich und mit den Resten am Grabstein selbst ergibt, dass die getreueste Darstellung der Figur des Stifters das Bild auf dem Kasten bietet ; darnach war der Stifter in Lebensgrösse in Hochrelief dargestellt, mit kurzem, zugespitztem Bart, Fürstenhut mit Straussenfedern, langem bis auf die Füsse reichendem Rock mit weiten hängenden Aermeln; in der R. hielt er das zweithürmige Kirchenmodell, mit der L. vor der Brust den Griff des auf dem Boden aufstehenden Schwertes; er stand auf einer mit Blattwerk belegten Schräge, unter welcher der Schild mit dem wittelsbachischen Wappen (dem gezackten Balken); der Grund seitlich vom Schild war mit Ranken belebt. Von dem unteren eben geschilderten Theil des Monumentes (mit Sockel und Wappenschild) gibt der (in Bezug auf die Figur ganz missglückte) Stich in den Mon. boica ein richtiges Bild. Rings am Rande lief in gothischen Majuskeln die Inschrift: ANNO . MCXLVI . UDO . NON AS . MARCI . O' . OTTO . PALATIN . D(E) . WITLENSPAH . HUIUS . LOCI . FUNDATOR . HIC . SEPULT . EST. (Das Todesdatum ist unrichtig; Otto V. starb am 4. August 1156 (1155).
Pfalzgraf Otto V. und die übrigen sechs in Indersdorf begrabenen Angehörigen des wittelsbachischen Geschlechtes waren ursprünglich im Kapitelsaale beigesetzt. Propst Erhard übertrug 1432 die Gebeine derselben in die Klosterkirche und setzte sie im Chor vor den Stufen des Hochaltars in einem neuen Hochgrab bei. Den Deckel dieser 1432 hergestellten Tumba bildete der eben beschriebene Grabstein. Propst Kaspar Schlaich beseitigte 1613 das Hochgrab, senkte die Gebeine an derselben Stelle in einem kupfernen Sarge in die Tiefe und stellte den Grabstein (von 1432) an einer Wand des Chores auf. Aber auch von hier wurde das alte Denkmal unter Propst Georg II. (1704-1721) entfernt; es lag darauf lange im Kreuzgang und erhielt endlich 1759 den jetzigen Standort. 1756 erneuerte Propst Gelasius das Gewölbe der Gruft vor den Stufen des Hochaltars und setzte darüber einen neuen Inschriftstein, v. oben S. 296.
Vgl. G. Hager, Das Grabdenkmal des Pfalzgrafen Otto V. von Wittelsbach in Indersdorf, Monatsschrift des hist. Vereins v. Oberbayern 1893 S. 45 ff.
Im östlichen Kreuzgangflügel:
Grabstein des "vlrich Eysenhofer .von . Otelczhawsen" (Odelzhausen) + 1459; im vierzeiligen Schriftfeld das Wappen der Wembding, darunter Wappen der Eisenhofer und ein zweites Wappen (Allianzwappen), in den Oberecken die Wappenschilde der Gumppenberg und Stain. Sandstein. Sehr verwittert. H. 155, br. 79 cm. Vgl. Hundt, Stammenbuch I 194. Stand zu Eckers Zeiten "in der Eisenhofer Kapelle in der Wand."
Grabstein des Ulrich Eysenreych von Weylbach + 1581 und seiner Hausfrau + 1598, oberhalb der Schrifttafel die Auferstehung Christi in Relief Rother Marmor. H. 205, br. 100 cm. (Vgl. die Inschrift bei Fugger, Gesch. d. Kl. Indersdorf 1883, S. 159).
Grabstein des Ulrich Teufl von Puchel. Oben in drei Zeilen: A.d. MCCCCXXXVII (1437) ist , gestarben . vlrich , Tewß . vo . Puchel , vnd . liegt . da . begravi . vn . margret . sein . haiisfrau . mit . ir . erbn. Darunter das Wappen. In den Ecken vier Schilde mit den Ahnenwappen. Sandstein. H. 126, br. 81 cm.
Grabstein mit dem Stumpfschen Wappen; am Rande in goth. Majuskeln: HIE . LIET . VON . PVHEL . DER . STVMPH . HER . CHVNRAT . VND . SIN . ERBEM. Sandstein. H. iio, br. 81 cm. Anfang des 14. Jahrhunderts. 21. Dezember 1306 gibt Konrad der Stumph von Püchel ein Gut als Seelgerät; vgl. F. H. Hundt 1 c. I Nr. 106. Vgl. Hundt, Stammenbuch I 243.
Grabstein, nur das Sigmershauser Wappen zeigend. Sandstein. 14. Jahrhundert. H. 195, br. 69 cm.
Grabstein. Oben in zwei Zeilen: "Erhart Sintzhawser . anna. sein . hausfraw.**
Darunter Christus am Kreuz, Madonna im Strahlennimbus und Wappen in Relief Rother Marmor. H. 155, br. 79 cm. Um 1500.
Grabstein des Propstes Servatius Waltenhofer + 1537 3. Januar, mit der Halbfigur des Verstorbenen unter einem von Pilastern getragenen Bogen, mit seinem und des Klosters Wappen. Gute Arbeit. Rother Marmor. H. 180, br. 87 cm. Zu Eckers Zeiten "an einem Pfeiler in der Klosterkirch."
Grabstein mit einem Mönch in ganzer Figur in Relief, zu dessen Füssen das Riedler'sche Wappen; die Inschrift am Rande, wie der ganze Stein sehr verwittert; oben links die Jahreszahl 1534 (?). Rother Marmor. H. 166, br. 73 cm.
Grabstein mit der Hochreliefi&gur eines vor dem Gekreuzigten knieenden Propstes; ohne Inschrift. Rother Marmor. H. 213, br. 108 cm. Zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts. (Das rechte Bein der trefflich gearbeiteten Figur des Gekreuzigten ergänzt).
Im nördlichen Kreuzgangflügel
Grabstein des "Eustachius von Paunbgartten zu Deittenhouven, herr zu Maspach" +26. Juni 1686. Ueber diesen und noch einige andere Grabsteine vgl. Fugger 1. c. 159 ff.
Im westlichen Kreuzgangflügel
Epitaph der Familie Eck, gesetzt 1530 von Leonhard Eck von Randeck. Links unten der Eck'sche Wappenschild, rechts der Helm. Von einfachen Pilastem eingerahmt Kelheimer Stein. H.
 
In den Conventsgebäuden sind nur einzelne Räume bemerkenswerth.
Zunächst die beiden Refectorien. Sie haben elliptischen Grundriss.
Im unteren (Refectorium) werden die Wände durch rechteckige Nischen gegliedert, von welchen die sieben südlichen von Fenstern durchbrochen sind. Zwischen den Nischen Consolen mit Atlanten, welche die Decke tragen, flott, aber etwas flüchtig gearbeitet. Die Dekoration der Kirche gleichzeitig. Seitlich vom Eingang zwei Brunnenschalen von rothem Marmor mit der Jahreszahl 1718, einfach, gut
Das obere Refectorium (Taf 38), über dem unteren gelegen hat die gleiche Grundform. Flachdecke über einer Hohlkehle, beide mit reicher Stuckdekoration aus der Erbauungszeit. In die grösseren Füllungen der Decke sollten Gemälde kommen, welche nicht ausgeführt wurden, in den kleineren sind Akanthusranken. Die Füllungen sind mit Blattkränzen umrahmt. In den Zwischenräumen und in der Hohlkehle schwere Festons von trefflicher Wirkung. Auch in den Fensterleibungen sind Füllungen mit Akanthusranken. Soweit das Ornament in kräftigem Relief gehalten ist, ist es schön gearbeitet und sehr charakteristisch für das beginnende 18. Jahrhundert. - Schöner freundlicher Raum. Ein Saal in der südöstlichen Ecke hat eine ähnlich behandelte Decke.
Pfarrhof
Im Pfarrhof eine Anzahl Oelbilder von Pröpsten des Klosters, 17. und 18. Jahrhundert; das den Propst Erhard (1412-1442) darstellende Gemälde ist wohl nach einem älteren Porträt gemalt.
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Litteratur: Lat. Chronik d. KI. von Gclasius Morhard, um 1734 geschr. Ms. in der Bibliothek des erzb. Metropolitankapitels in München. - Kurtze Historische Nachricht von Dem Ursprung, und Fortgang Dess Stifft- und Closters Uenderslorff (von Gelasius Morhard), Augsbuig 1762. Mit 16 Tafeln. - Fr. H. Graf Hundt, Die Urkunden des Klosters Indersdorf. Oberb. Archiv XXIV u. XXV 1863 und 1864. - E. Graf von Fugger, Gesch. d. Kl. Indersdorf. München 1883.