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Ursula-Altar in der Klosterkirche von INDERSDORF


Das Altarbild stammt vom Münchner Hofmaler Josef Winter. Es stellt die hl. Ursula von Köln dar, die einen Pfeil und die Märtyrerpalme in den Händen hält und von Putten umgeben ist. Im Hintergrund ist ein Segelschiff zu sehen.

Ursula soll im Jahr 415 zusammen mit 11.000 Jungfrauen (u.a. auch Cäcilia, Odilia und Verena) nach der Rückkehr von einer Romreise in Köln von den Hunnen mit Pfeilen ermordet worden sein, nachdem sie sich geweigert hatte, die Geliebte des Hunnenkönigs zu werden. Einen Höhepunkt erlebte der Ursula-Kult im 15. Jahrhundert, gefördert besonders durch die Zisterzienser. Der Entdecker Amerikas, Christoph Kolumbus, hat 1493 bei der Entdeckung von 11 Inseln in der Karibik in Anlehnung an die Ursula-Legende diese "Santa Ursula y Las Once Mil Virgenes", "Heilige Ursula und 11.000 Jungfrauen", kurz "Jungfraueninseln", benannt.

Im Auszug ein Rundbild des hl.Leonhard im Mönchsgewand, mit Abtstab und Viehketten in der Hand.
  Leonhard lebte um das Jahr 500 als Einsiedler und später als Abt in Frankreich. Regelmäßig besuchte er die Gefangenen und erreichte für viele beim König Clodwig I. ihre Freilassung. Deshalb galt er ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen", also der Gefangenen - und der Geisteskranken, die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete; nach der Reformation wurde er Schutzpatron der Haustiere, weil man die Ketten, mit denen er abgebildet wurde, als Viehketten deutete. In Bayern erreichte die Leonhardsverehrung im 19.Jh ihren Höhepunkt.

An der Predella ein Bild des hl. Johannes Nepomuk auf dem Totenbett. Es besteht große Ähnlichkeit mit dem gleichen Bildmotiv in der Dachauer Jakobskirche.
  Johannes aus Pomuk, "ne Pomuk", war Ende des 14.Jh Generalvikar des Erzbischofs in Prag und machte sich wegen seines energischen Auftretens für die Rechte der Kirche beim  König Wenzel unbeliebt. Der ließ ihn am 20. März 1393 gefangen nehmen, foltern, brannte ihn selbst mit Pechfackeln, ließ ihn durch die Straßen schleifen und schließlich in der Moldau ertränken. Die Legende berichtet, der eigentliche Grund sei gewesen, dass Johannes, der Beichtvater der Königin war, dem König keine Auskunft über die Sünden seiner Frau gab. Der Fundort der Leiche wurde durch eine Erscheinung von 5 Sternen geoffenbart. Sein Denkmal auf der Prager Karlsbrücke, das 1693 errichtet wurde, machte ihn zu einem der wichtigsten Brückenheiligen.Johannes wurde 1729 von Papst Benedikt XIII. heilig gesprochen und war deshalb während der Barock- und Rokokozeit als moderner Heiliger häufig abgebildet worden.


Quellen:
siehe Hauptseite

Kirchen und Kapellen im Landkreis Dachau - virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür


5.5.2004