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Klosterhofmark
Indersdorf-1
zum
Landgericht Dachau gehörend (südl.d.Glonn=Stift)
geschlossen
- Besitzer: Kloster Indersdorf ca. 1130—1783
|
Über die Entwicklung der Klosterhofmark in Indersdorf am Ende des Mittelalters berichtet das Buch von Pankraz Fried, "Die Landgerichte Dachau und Kranzberg" 161)
Das Augustinerchorherrnstift Indersdorf ist neben Scheyern und Ensdorf
eines der altwittelsbachischen Hausklöster. Es wurde in den zwanziger
Jahren des zwölften Jahrhunderts von Pfalzgraf Otto I. von Wittelsbach
zur Sühne für seine Teilnahme am Romzug 1111 an einem südlich der Glonn,
im Tale des Rottbaches gelegenen Ort, der bis dahin Wörth geheißen haben
soll, begründet.
Obgleich kein einziger direkter Quellenbeleg vorhanden ist, darf es als
sicher gelten, daß Pfalzgraf Otto der erste Vogt des Klosters war
und die Vogtei auf seine Nachkommen vererbte. Über den Charakter
der Indersdorfer Vogtei, deren Rechtsgrundlage wohl in der "dynastischen
Immunität" der Wittelsbacher Pfalzgrafen gesucht werden muß,
und über die damit verbundenen Gerichtsrechte wird in den Quellen
so gut wie nichts ausgesagt. Mit Sicherheit darf aber angenommen werden,
daß seit der Mitte des zwölften Jahrhunderts das Kloster im
Besitz einer Vogteischranne im heutigen Markt Indersdorf war, an der die
wittelsbachischen Pfalzgrafen als Vögte zumindest Schrannengerichtsbarkeit
ausübten. Was
die Herkunft des Grundbesitzes des Klosters Indersdorf angeht,so
geht er auf Zuwendungen der wittelsbachischen Gründerfamilie, zum
größeren Teil aber auf Schenkungen von wittelsbachischen Ministerialenfamilien
der Umgebung zurück, die meist zu Indersdorf ihr Begräbnis hatten
und sich häufig die niedere Vogtei über das geschenkte Gut vorbehielten.
Sämtliche Gerichtsuntertanen des Klosters wurden seit alter Zeit durch den zu Indersdorf sitzenden Klosterrichter verwaltet. Die Aufhebung des alten Augustinerchorherrnstiftes Indersdorf erfolgte bereits 20 Jahre vor der Säkularisation. Auf Betreiben des Kurfürsten Karl Theodor wurde es 1783 überraschend durch eine päpstliche Suppressionsbulle aufgelöst. Die Klostergebäude wurden von Salesianerinnen aus München bezogen, das gesamte übrige Grundvermögen des Klosters fiel an das Kollegiatstift U.L.Frau zu München, mit dem es 1803 säkularisiert wurde.
Indersdorf
Kloster (D, Gde Markt Indersdorf): Hofmarksherrschaft: Siechhäuser (W, Gde Markt Indersdorf), 4 Anw.: Hofmarksherrschaft 3 je 1/24 (Baumeister, Schuster, Rainer), Siechengütl (uneingehöft). Einschichtige Güter des Klosters Indersdorf: Untermoosmühl (E, Gde Ried), 1 Anw.: Hofmarksherrschaft 1/2 (Untermoosmüller). Häusern (E, Gde Frauenhofen), 1 Anw.: Hofmarksherrschaft 1/1 (Hauserbauer). Daxberg (E, Gde Frauenhofen), 2 Anw.: Hofmarksherrschaft 1/1 und 1/6 (Daxberger mit Zubau). Breitenwiesen (E, Gde Frauenhofen), 2 Anw.: Hofmarksherrschaft 2 je 1/2 (Scharl, Peterbauer).
Ottmarshart (D, Gde Ried), 12 Anw.: Hofmarksherrschaft Haidhof (E, Gde Sulzemoos), 1 Anw.: Hofmarksherrschaft 1/2 (Lederhofer). Lindach (E, Gde Oberroth), 1 Anw.: Hofmarksherrschaft 1/1 (Lindacher). Oberwiedenhof (E, Gde Biberbach), 1 Anw.: Hofmarksherrschaft 1/1 (Adelzhofer). Mitterwiedenhof (E, Gde Biberbach), 1 Anw.: Hofmarksherrschaft 1/1 (Mitterwienhofer). Kappelhof (E, Gde Einsbach), 1 Anw.: Hofmarksherrschaft 1/2 (Kappelhofer). Rothschwaige
(E, zur ehern. Gde Augustenfeld, heute Stadt Dachau), Hofmarksherrschaft
1/16 (Rothschwaiger). Weitere einschichtige Güter im Ldg Dachau siehe in den Orten Ried (b. Indersdorf), Frauenhofen, Röhrmoos, Kleininzemoos, Sulzrain, Vierkirchen, Biberbach, Schwabhausen, Niederroth, Sickertshofen, Essenbach, Großberghofen, Edenholzhausen, Oberroth, Bergkirchen, Günding, Oberweikertshofen, Stephansberg, Oberwinden, Oberbachern, Ried b. Bachern, Amperpettenbach und Westerndorf. Klosterhofmark
Indersdorf -2 Der
im Landgericht Kranzberg gelegene Teil der Klosterhofmark Indersdorf —
das Kloster Indersdorf selbst lag im Landgericht Dachau— geht auf das
"predium Undiesdorf" zurück, das der Edle Otto von Indersdorf
1130 als Ausstattungsgut dem Kloster schenkte. Da diese Tradition
mit königlicher Bestätigung erfolgte, kann man annehmen, daß dieses Besitztum
verlehntes Reichsgut war.
Markt
Indersdorf (Markt), 67 Anw.: Hofmarksherrschaft Wöhr (Weiler, Gde Indersdorf), 4 Anw.: Hofmarksherrschaft 2 je 1/1 (Krimig, Gail), 1/4 (Baumeister), 1/8 (Schuster). Ottelsburg (W, Gde Pipinsried), früher auch Aidelsburg, 2Anw.: Hofmarksherrschaft 1/1 (Bauer); Pf Westerholzhausen 1/8 Maisbrunn (W, Gde Pipinsried), 1 Anw.: Hofmarksherrsch 1/1 (Bauer). Wildenmoos (E, Gde Glonn), 1 Anw.: Hofmarksherrschaft 1/1 (Wildenmooser). Stangenried (W, Gde Langenpettenbach), 3 Anw.: Hofmarksherrschaft 2 je 1/1 (Bärtlgörgl, Kaiser), 1/2 (Brandjackl). Eichstock (W, Gde Langenpettenbach), 1 Anw.: Hofmarksherrschaft 1/2. Lochhausen (E, Gde Langenpettenbach), 1 Anw.: Hofmarksherrschaft 1/8 Lanzenried (E, Gde Ainhofen), 2 Anw.: Hofmarksherrschaft 2 je 1/2 (Angerer, Mayr). Ottmarshausen (W, Gde Pipinsried), 1 Anw.: Hofmarksherrschaft 1/1 Arnzell
(D, Gde Eichhofen), 10 Anw.: Hofmarksherrschaft 2 je 1/1 (Michl, Gall),
3 je 1/2 (Mesner, Jägerbauer, Marxbauer), 1/4 (Oberhansl), 3 je 1/8 (Mesnergütl,
Weiherjackl, Plank), 1/16 (Franz). Erlach (E, Gde Pipinsried), 1 Anw.: Hofmarksherrschaft 1/2. Brand (E, Gde Eichhofen), 1 Anw.: Hofmarksherrschaft 1/8 (Brandbauer). Breitenau (E, Gde Pipinsried), 2 Anw.: Hofmarksherrschaft 2 je 1/4 (Thoma, Altl). Kattalaich (E, Gde Langenpettenbach), 1 Anw.: Hofmarksherrschaft 1/4. Wengenhausen (E, Gde Langenpettenbach), 1 Anw.: Ki Weichs 1/4 Weitere einschichtige Güter siehe in den Orten Ebersbach, Eglersried, Göppertshausen, Puch, Oberhausen, Freymann, Westerholzhausen, Eichhofen, Gundackersdorf, Edenholzhausen, Schwabhausen, Pelka, Petershausen, Glonnbercha, Obermarbach, Aufhausen (Hfm Weichs), Fränking und Kollbach. Hofmark
Karpfhofen und Straßbach Von
einem "predium, quod dicitur de Karp" ist erstmals zwischen
1183 und 1190 die Rede, als der "Dominus Fridericus de Sigmarshusen"
auf dieses Gut dem Probst von Indersdorf gegenüber verzichtete.
Karpfhofen
(D, Gde Ried), 31 Anw.: Hofmarksherrschaft Straßbach
(W, Gde Frauenhofen), 4 Anw.: Hofmarksherrschaft Hofmark
Glonn 1439 erkaufte das Kloster Indersdorf von Paul dem Weichser zu Weichs "Hofmarch vnd Gericht" zu Glonn samt verschiedener anderer Zugehörungen um 680 rhein. Gulden. 1378 war das Dorfgericht zu Glonn im Besitz des Hartlieb Achtorfer.
Hofmark
Asbach Um 1140
tradierten ein "Dominus Arnoldus de Luhelstetten" und sein Bruder
Swigger zwei Höfe zu Asbach an das Kloster Indersdorf. Etwa gleichzeitig
übergaben eine "Domina Richildis de Aspach" einen Hof und der
Abt von Benediktbeuern eine Mühle in diesem Orte an das Kloster. 1168
vermachte Pfalzgraf Friedrich in seinem Testament dem Kloster ein Gut
zu Asbach.
Asbach
(Dorf, Gde), 17 Anw.: Hofmarksherrschaft Hofmark
Pipinsried 1380
vermachte der "Chorherr und obriste Schulmaister auf dem Tuem zu
Frysing" Hans von Massenhausen zusammen mit seinem Bruder und seinen
Vettern dem Kloster Indersdorf einen Hof und zwei Lehen und für den Fall
des Aussterbens der Familie auch das Dorfgericht zu Pipinsried. Als dieser
Fall um 1400 eintrat, gelangte das Kloster also in den Besitz des Dorfgerichts.
Pipinsried
(D, Gde), 46 Anw.: Hofmarksherrschaft Wagenried
(D, Gde Pipinsried), 5 Anwesen.: Hofmarksherrschaft Harreszell
(E, Gde Langenpettenbach), 1 Anw.: Hofmarksherrschaft 1/1 |