zur Landkreiskarte        

Testament der Maria Bernloherin 1709

Maria Bernloherin, Hansen Bernlohers Tagwerkers alhier in Haimbhausen Eheweib, welche bereits schon ein ganzes Jahr krank und unpäßlich darniederliegt, hat heutigen Dato eine solche letztwillige Disposition und Verordnung gemacht, daß nach ihrem Ableiben ihr Heiratsgut von 75 fl und eine Wiese von 4 Tagwerk, so im Moos zwischen Oberndorf und Fahrenzhausen gelegen, sowie auch alles andere Vermögen, ohne Ausnamb, bei ihrem Ehemann verbleiben soll. Und zwar wegen der durch ihre Krankheit seine vielseitig an ihr erwiesenen ehelichen Liebe und Treue. Auch wegen seiner großen Mühe und Geduld.

Ihrer Mutter aber, ihren Schwestern und Brüdern soll nichts hinausbezahlt werden. Und zwar darumben, weil sie in ihrer Krankheit von ihnen ganz verlassen gewest und keine Hilf gehabt. Wenn sie von ihrem Ehemann nicht so viel Liebe und Treue genossen hätte, sowohl mit Auswartung, als auch andere Notwendigkeit, dann hätten sie ihre nächsten Verwandten ohne Mittel zugrundgehen lassen und sie hätte viel eher sterben müssen. Dahero seien aniezo auch ihre sämtlichen Verwandten von ihr vergessen und von der Erbschaft ausgeschlossen.

Dagegen aber soll ihr Ehemann sie nach ihrem erfolgten Tode mit den gewöhnlichen Gottesdiensten versehen lassen. Dann für sie eine Wallfahrt nach Altenötting in eigner Person verrichten und in der dasigen (hiesigen) Kapellen (=Bründlkirche), wie auch im Taxet (=Kloster Taxa) und beim hl.Kreuz zu Holzhausen (=Kreuzholzhausen), überall eine hl. Messe lesen lassen.

Welches also ihr letzter Will und Mainung ist. Dies hat sie hier im Hofmarksgericht Haimbhausen zum Protokoll geben lassen. Freiwillig, wohlberechtigt und bey gueter Vernunft haben die von ihr in ihr Haus hierzu berufenen Zeugen solches wahr zu sein bekannt und hierüber den Handstreich ausgegeben.

Dato, den 7. May 1709