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Bründl-Kirche Mariä Namen in HAIMHAUSEN

zur KirchentürKelchbecherTurm 32 m hochChor-spätgotisch

Adresse: 85778 Haimhausen, Unterer Bründlweg
(dort nach den Sportplätzen rechts)
Lage der Kirche auf der Landkarte ...


Kurzbeschreibung

Die 1734 errichtete Gotteshaus steht einen Kilometer von der Pfarrkirche Haimhausen entfernt im Breitholz, am Hang oberhalb der Amper, in der Nähe der Sportplätze.

Seit 2000 ist die frühere Kapelle offiziell eine Filialkirche der Pfarrei Haimhausen. Ihr Festtag (früher 15.8.) wurde auf den 12.September (Mariä Namen) festgelegt.

Die heutige Kirche über dem Bründl, einer Quelle, wurde 1734 an der Stelle einer hölzernen Kapelle vom Hofmarksherrn Karl Ferdinand Maria Reichsgraf von und zu Haimhausen errichtet.
Die Kapelle war damals über eine Sichtachse mit dem Schloss verbunden, die inzwischen aber durch Baumwuchs nicht mehr zu erkennen ist.

In den letzten Jahrzehnten, zuletzt von 1997 bis 2000, wurde die Kirche von Grund auf renoviert und neu ausgestattet, nachdem 1974 die gesamte Inneneinrichtung geraubt worden war.

Der kleine Kirchenbau mit den Ausmaßen 12 mal 6,5 Metern ist mit einem Blechdach bedeckt. Die Außenmauern sind durch gelb gestrichene Lisenen gegliedert.
Die Kirche besitzt einen rechteckig schließenden, etwas eingezogenen Altarraum.
Über der Westseite sitzt ein Dachreiter mit Zwiebel; in ihm hängt ein 40 cm hohes Glöckchen.


am Hochaltar

Die Kapelle war 1734 über dem Bründl erbaut worden. Deshalb lagen die Quelle und die (seit 1888) eingerichtete Lourdesgrotte innerhalb des Bauwerks. Erst 1934 hat man beide aus Platzgründen nach außen verlegt. Dort, an der Nordwand, entspringt nun die Quelle, die dem Kirchlein den Namen gegeben hat und von deren Wasser sich die Wallfahrer eine Linderung ihrer Augenleiden versprachen.

Innenausstattung

Die Decke der Kapelle ist korbbogenförmig gewölbt. Die Wände werden durch ein umlaufendes Gesims horizontal und durch Lisenen vertikal gegliedert. Vier große rechteckige Fenster erhellen den Raum wegen der umstehenden hohen Bäume nur mäßig.

Der durch Wendelsäulen gestützte Choraltar stammt aus spätbarocker Zeit um 1740/50 mit späteren Veränderungen.
Optischer Mittelpunkt ist das große Altarbild von Dietrich Stalmann aus München (2001) mit der in den Himmel emporgehobenen Maria. Für dieses Bild stand eine Maria Immaculata des spanische Barockmalers Bartholomé Esteban Murillo Pate. Das Bild in Haimhausen ist eine Fotografie des spanischen Bildes, das vom Künstler mit Acrylfarben übermalt wurde. In der gleichen Technik ist auch das Bild im Altaraufsatz (St.Josef mit dem Jesuskind auf dem Arm) gestaltet.

Das Marienbild wird flankiert von Figuren der Heiligen Joachim (links) und Anna (rechts), die von Stefan Preisl aus Oberammergau nach einem Foto der 1974 gestohlenen Figuren nachgeschnitzt wurden.

Spiritueller Mittelpunkt des Altars ist die Nachbildung des Gnadenbilds der Muttergottes aus Ettal, das früher neben der Quelle Ziel einer kleinen Wallfahrt war. Die Figur war 1974 dem Diebstahl entgangen,
weil sie außerhalb der Kapelle aufbewahrt war.

Die neuen Ausstattungsstücke, die nach dem Jahr 2000 erworben wurden/werden, stehen unter dem Leitthema des hebräischen
Buchstabens "T" (Tau), mit dem der Prophet Ezechiel die Auserwählten Gottes kennzeichnete. Der Buchstabe steht seit alters her für die besondere Beziehung zu Gott. Zu diesen neuen Ausstattungsstücken zählen der Ambo, der Priestersitz, die Apostelleuchter und der Beichtstuhl.

ApostelleuchterApostelbilderSt.JoachimSt.AnnaAltarbild von Dietrich StalmannGnadenbild (Vergrößerung siehe oben)St.Josef im AltaraufsatzSt.Antonius und St.JosefApostelbilderApostelleuchterAmbo
Vergrößerung der Altarbilder und -figuren per Mouseklick

Die zehn großen Apostelbilder aus der Mitte des 18.Jh. sind eine Dauerleihgabe der Pfarrei St.Martin aus München-Moosach.
Die 14 Kreuzwegstationen haben die Form kleiner Bronzereliefs.

Im hinteren Teil werden Votivkerzen und -in einem Schrank gesichert- Votivtafeln und Votivgaben aufbewahrt, soweit sie 1974 nicht gestohlen wurden. Davor steht eine Opferkerzenbank, in die mitgebrachte Kerzen eingesteckt und angezündet werden können.

Die Kapelle wurde in den Jahren 1887/88, 1934 und 1997/2002 renoviert.

In den Sommermonaten Mai -Okt. wird jeden Sonn- und Feiertag um 14 Uhr ein Rosenkranz gebetet.
Das Kirchlein ist an diesen Tagen von 14 - 16:30 Uhr geöffnet.


Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen

Geschichte

Eine Bründlkapelle in Haimhausen wurde 1715 erstmals erwähnt. Damals stand neben der Quelle ein Bildstock, der eine etwa 20 cm hohe Nachbildung des Gnadenbildes von Ettal aus Ton zeigt. Viele Gläubige pilgerten zu dieser Quelle und baten um göttlichen Beistand, vor allem bei Augenleiden. Bald wurde eine hölzerne Kapelle über der Quelle und dem Bildstock errichtet, die aber schon nach kurzer Zeit wegen des starken Anstiegs der Pilgerzahl zu klein wurde.
So beschloss Graf Karl Ferdinand Maria von Haimhausen im Jahr 1734, eine feste Kapelle aus Stein zu bauen und ließ diesen Beschluss auch sogleich in die Tat umsetzen. Die Kapelle war damals über eine Sichtachse mit dem Schloss verbunden, die inzwischen aber durch Baumwuchs nicht mehr zu erkennen ist.


A
ntrag auf Messlizenz 1735
Schon ein Jahr später war die Kapelle fertig und Pfarrer Rucklinger konnte mit Schreiben vom 5.Mai 1735 den Bischof um die Erteilung einer Messlizenz in der Bründlkapelle bitten:
  Eur Hochfrtl.Drtl. (= hochfürstliche Durchlaucht) habe [ich] in aller Unterthenigkeit berichten wollen, wasgestalten vor albereit 20 Jahren in meiner Pfarr ein erdtenes Maria bild -formam Patronae Ettalensis referens- (= ein Ebenbild der Ettaler Schutzfrau) in einem Bildstockh bey einem Brünnl stehent mit guett. 1a wunderthaten also zuleichten angefangen, ds hierdurch die leuth von weit entlegnen orthen hergezogen in verschidenen schweren anligen ungemeine hilf gefunden, wie solches die häuffig aufgehenckte anathemata (= Votivgaben) mäniglich vor augen legen. darumb man ein hütten von pretern aufgeschlagen, damit die ankommente Wallfahrter und andere bey yblen wetter desto bequember ihr andacht verrichten Kunten. Da aber dises hölzene häuslein gänzlich nidergefallen, ist vor einem Jahr aus dem Stockhgefäll (= Opferstockgeld), und guetthätigkeit hiesigen Herrn Grafens, wie auch der umbligenten Nachbarschafft an statt dessen ein zierliche Capelen von steinen aufgefihrt worden. Wan nun der zuegang immerdar gresser wird, und iederman höchstens verlangen traget, ds an disem gnadenort auch ds heyl. Messopfer mechte gehalten werden."


Bericht von Jacob Prämer aus Fürholzen 1735

Den ersten Bericht über die Kapelle können wir einem Schreiben des Kämmerers Jacob Prämer aus Fürholzen entnehmen, der vom Bischof zur Inspektion geschickt worden war. Er schrieb am 3. Juni 1735:
  " Hochwürdiger Durchlauchtigster Herzog und Reichs Fürst, genedigster Herr. Auf unterm neunten verflossenen Monaths May (9.5.1735) genedigst an mich erlassenen ... aber hinach erst mir von Herrn Pfarrer zu Haimhausen eingelieferten geistlichen Raths befelch (=Befehl) habe also gleich ohne Anstand den zweiten currentis Mesis (=2.Juni) den Augenschein by der sogenannten Haimhauserischen Brundl Capellen eingenommen. Dise Capell ist ganz neu, schen und guet und zwahr nit gar khlein, erst vergangnes Jahr, wie besagter Herr Pfarrer in seiner unterthenigist ybergeben (=übergebenen) Supplic (=Bittschrift) angemörkhet (=anmerkte), mittls von dasigen hh. Grafen hiezue hergeschenkhten stainen, mehristen Kalch, holz und Eisen mitt einem schenen Cupl, Türml und Tür versechen (=versehen) von ihme ericht und erbauet worden. In diser Capellen bezaiget sich ein von Bildthafner Arbeith, Erdenes mit Öel farben gefastes bey einer khleinen spann heche (= kleine Spanne-20 cm) Maria Ettaler Bildtlein, Welches auch meinem guetten Wüssen und allgemainer red nach mit villen schenn remarcablen Beneficiis (= mit bemerkenswerten Wohltaten) Leichtet (=sich hilfreich zeigt), und derowegen bey sehr villen Leithen in grosser Andacht gehalten würd..".
Schon am 6.Juni 1735 erlaubte der Bischof das Feiern der hl.Messe in der Kapelle.



Schmidt'sche Matrikel 1738/40
01)
In den Jahren 1738 bis 1740 hat der Freisinger Kanonikus Schmidt alle Pfarreien der Diözese Freising besucht und in der nach ihm benannten Schmidt'schen Matrikel beschrieben. Bei der Pfarrei Haimhausen wird auch die "Capella Beatae Mariae Virginis in Braidt-Holz bey dem Pründl" erwähnt, die nur wenige Jahre vorher errichtet worden war.
In deutscher Übersetzung heißt dort: "Diese neue Kapelle ersetzt einen vorherigen Holzbau. In ihr hängt ein viel verehrtes Marienbildnis mit einer Vielzahl verzierter Opfergaben. Die aus Backsteinen erbaute Kapelle ist eine Schenkung des erlauchtigsten Grafen Karl von Haimhausen".


1789
"wurde in der Bründl Kapelle, wegen vielfallenden Opfer, ein Opferstock errichtet, und dafür dem Kistler (=Schreiner) und Schlosser laut Schrein bezahlt: 12 Gulden und 50 Kreuzer."



Beschreibung von 1874/80 02)
Die Bründlkapelle ist auch in der Statistischen Beschreibung des Erzbisthums München-Freising enthalten, die der Dombenefiziat Anton Mayer im Jahr 1874 verfasste.
 

"Mariabrünn'l im Breitholz, Wallfahrts-Capelle, über einer kleinen Quelle gelegen, an schattiger Stätte, 1/4 Stunde von Haimhausen; erbaut statt einer früheren hölzernen Capelle im Jahr 1734 vom Grafen Carl v. Haimhausen. Moderner Stil. Wohthäter wenden die Baufälle ". Kuppel-Thurm mit 1 Glöckchen. Bened.  Patr. D. hl. Maria (von Ettal). 1 alt. p. Gottesd.: Im Sommer jeden Samstag hl.Messe. Meßner: D.Lehrer v.Haimhausen".

1887 hat man den Altar mit den zwei Altarbildern neu gefasst und vergoldet; zudem wurde das Dach mit Schindeln gedeckt.



Beschreibung 1900
In den Jahren 1900 und 1901 hat der Haimhausener Kaplan Hugo Straßer unter dem Titel "Nova et vetera de parochia Haimbhusiaria" (=Neues und Altes aus der Pfarrei Haimhausen) eine umfangreiche Pfarrbeschreibung verfasst. Im Abschnitt Nebenkirchen ist auch die Bründlkirche aufgeführt. Wenn Sie am Text interessiert sind, klicken Sie hier...


Votivtafeln im Wald 1918


Votivtafeln
hier klicken
Sehr interessant ist eine Ansichtskarte aus dem Jahr 1918, die sich im Ortsarchiv der Gemeinde Haimhausen (www.ortsarchiv-haimhausen.org) befindet.
Auf dieser Schwarzweiß-Aufnahme sind vor dem Hintergrund der Bründlkapelle Votivtafeln auf Kreuzen und Brettern zu sehen, die im Wald oberhalb der Kapelle zwischen den Bäumen im Boden steckten (klicken Sie zur Vergrößerung auf das kleine Bild rechts).


B
eschreibung der Kapelle vor 1974


In der Altarmitte sitzt die Bründlmuttergottes, umgeben von vier musizierenden Engeln. Darüber das Aufsatzbild mit dem hl. Josef und dem Jesusknaben (1887).
Links und rechts vom Altar je ein aufgezogenes Bild von einem Meter Höhe;
links die hl. Klara, rechts der hl. Franziskus. Im Langhaus vorne: links der hl. Bruder Konrad (1934) und an den beiden Seitenwänden Kreuzwegbilder aus Bronze. Votivtafeln, Kerzen und Rosenkränze befinden sich an der Rückwand.
An der rechten Seitenwand die beiden auf kleinen Sockeln und aus Holz geschnitzten Figuren der Mutter Anna mit Maria und des hl. Urban.
  Hinweise: Anna war nach apokryphen Evangelien des 2. bis 6. Jahrhunderts die Mutter von Maria und somit die Großmutter von Jesus. Ähnlich wie Hanna  (1. Samuel 1-2) soll sie erst nach zwanzigjähriger kinderloser Ehe ihr Kind Maria geboren haben. Deshalb wird sie in der Kunst als ältere, verheiratete Frau mit Kopftuch dargestellt.


Weihnachtstaler 2001
  St.Urban wird als Schüler des Gallus genannt. Er soll im 7. Jahrhundert bei
Heilbronn am Neckar gepredigt und den Weinbau gelehrt haben. Nach der Legende errichtete er ein Kreuz, um das sich eine Weinrebe schlang.


Kirchenraub 1974

1974 raubten unbekannte Diebe die Kapelle gänzlich aus. Sie nahmen mit: das Altarbild, (Maria Himmelfahrt), den Rokokoschrein für die Nachbildung des Ettaler Gnadenbildes, zwei korinthische Säulen und die beiden Seitenfiguren vom Altar (Joachim und Anna), 18 Votivbilder -das älteste mit 1758 datiert - sowie viele Zierkerzen. Nur das Aufsatzbild mit dem hl. Josef und dem Jesusknaben ließen die Diebe zurück. Ein Votivbild von 1727 war schon bei der Bestandsaufnahme von 1972 nicht mehr vorhanden und muss noch früher entwendet worden sein. Auch das Gnadenbild entging dem Diebstahl, weil es außerhalb der Kapelle aufbewahrt war.

Schon etwa 20 Jahre vor der Erbauung der Kapelle, im Jahre 1734, befand sich an dieser Stelle ein Bildstock mit einer etwa 20 cm hohen Tonnachbildung des Gnadenbildes von Ettal und eine Bretterhütte, in der die Wallfahrer vor dem Wetter geschützt waren.

Der damalige Haimhauser Pfarrer Rucklinger bat im Jahre 1735 um die Aufstellung eines einfachen, vorläufigen Altares. Seine ihm übergeordnete kirchliche Stelle war Pfarrer Pämer von Fürholzen. Dieser ersuchte im selben Jahr ebenfalls das bischöfliche Amt in Freising an, und zwar um die Erlaubnis zur Feier der hl. Messe. Er schreibt u. a.: "Diese Kapelle ist ganz neu, schön und guett und zwahr nit gar khlein, erst vergangenes Jahr . . . mitls von dasigem (dortigem) H. Grafen (Graf Karl von Haimhausen) hirzu hergeschenkhten stainer, mehrsten (meisten) Calch (Kalk), Holz und Eisen mit einem schönen CuplTürml und Tür versehen, von ihm erricht und erbauet worden."

Seit der ersten Renovierung im Jahr 1887 befand sich die Lourdesgrotte vorne links in der Kapelle. Da sie aber hier wegen der Enge des Raums nicht zur Geltung kam, wurde sie bei der zweiten Renovierung im Jahr 1934 in die Außenwand der Kapelle verlegt. Dabei wurden an Stelle des Gewölbes eine Flachdecke eingesetzt und ein schmiedeeisernes Gitter zum Schutz der Grotte angefertigt.


Bei der Renovierung im Jahr 1977 hatte Bildhauer Held, der Sohn des Haimhauser Schreinermeisters Held, den Altar nach alten Rokoko-Vorlagen neu gefertigt. Die Gemälde stammten aus dem 19.Jh. Assistenzfiguren stellten St.Anna und St.Joachim dar. An den Wänden hingen noch zahlreiche, wunderschöne Votivtafeln, die bis in Jahr 1758 zurückreichten.

Altar bis 1997


die Kapelle vor der Renovierung

Renovierung 1997-2000

In den Jahren 1997 bis 2000 wurde das Bauwerk generalsaniert, finanziell unterstützt vom Förderverein, der bis 2014 bestand.
Die Arbeiten umfassten die statische Sicherung, den Putz, den Dachstuhl und die Dachbedeckung. Im Inneren wurde wieder ein Gewölbe eingezogen, das seit einem Einbruch im Jahr 1974 verstümmelte Retabel (Altaraufbau) neu entwickelt, gefasst und mit modernen Gemälden bestückt. Einige neue Ausstattungsstücke kamen hinzu. Zusätzlich hat sowohl eine landschafts-architektonische wie denkmal-topografische Erschließung der Umgebung der Kapelle stattgefunden.

Die Kosten beliefen sich auf 1,4 Mio DM, von denen mehr als die Hälfte vom Förderverein übernommen werden mussten.

Am 5. Mai 2002 wurde die Kapelle im Rahmen eines Festgottesdienstes durch den Regionalbischof Haßlberger eingeweiht und dabei in den Rang einer Filialkirche erhoben. Hauptfesttag war bis 2002 Mariä Himmelfahrt am 15. August; seither ist es der 12.September (Mariä Namen). Das Fest Mariä Namen wurde in der Katholischen Kirche als Dank für die Befreiung Wiens von den Türken am 12. September 1683 eingeführt.

Baubeschreibung

"Eine Viertelstunde von der Pfarrkirche Haimhausen entfernt steht im Breitholz, am Hang oberhalb der Amper und der Sportplätze über einer Quelle eine heute noch vielbesuchte Wallfahrtskapelle, das Bründl" stand in einer früheren Beschreibung der Kapelle.

Der kleine Kirchenbau mit den Ausmaßen 12 mal 6,5 Metern ist mit einem Blechdach bedeckt. Die Außenmauern sind durch gelb gestrichene Lisenen gegliedert.
Die Kirche besitzt einen rechteckig schließenden, etwas eingezogenen Altarraum.
Über der Westseite sitzt ein Dachreiter mit Zwiebel. Das mit Schindeln gedeckte Türmchen verjüngt sich nach oben achteckig. Hinter den vier Schallöffnungen hängt ein 40 cm hohes Glöckchen aus Stahl mit einem ca. 15 cm großen Marienbild.


An der Nordwand der Kapelle befindet sich außen eine Lourdesgrotte, mit einer Muttergottesstatue aus dem Jahr 1888. Hier, unter den Füßen der Madonna, entspringt die kleine Quelle. Vor allem Wallfahrer mit Augenleiden versprachen sich Linderung: Schon im 18. Jahrhundert pilgerten sie zur Bründlkapelle. "Ein g'sunds Wassa'mit einer heilkräftigen Wirkung" habe sie, schrieb Alois Angerpointner, der damalige Kreisheimatpfleger, im Jahr 1980 in der "Wallfahrtslegende von der Bründlkapelle".
Bründl und Grotte waren bis 1934 innerhalb der Kirche an der linken Wand des Altarraums gelegen; dann wurden beide wegen zu großer Enge nach außen verlegt. Die Grotte ist mit Tuffsteinen ausgelegt; sie wird durch ein schmiedeeisernes Gitter mit dezentem Rankenwerk (Fa.Bredl, Haimhausen) abgeschlossen.

Lourdesgrotte



Innenausstattung

Die Decke der Kapelle ist korbbogenförmig gewölbt, mit kleinen Stichkappen über den Fenstern. Die Wände werden durch ein umlaufendes Gesims horizontal und durch Lisenen vertikal gegliedert. Vier große rechteckige Fenster erhellen den Raum wegen der umstehenden hohen Bäume nur mäßig.

Choraltar

Der in den Farben Rot, Grau und Grün marmorierte Choraltar stammt aus spätbarocker Zeit um 1740/50. Das Retabel wird durch Wendelsäulen mit Komposit-Kapitellen, glatte Säulen und Pilaster getragen. Darauf sitzt ein mächtiges, vorkragendes Gebälk mit dem Aufsatz und zwei Ziervasen.

Allerdings wurden die figürliche Ausstattung und die Farben des Altars bei der letzten Renovierung erheblich verändert.


alter Choraltar

Neben der Anschaffung neuer Assistenz-figuren und Altargemälde, hat man auch die Marmorierung der Säulen und des Antependiums, sowie die Form der Kartusche über dem Altarblatt und den Tabernakel neu gestaltet. Ein Bild des alten Altars können Sie zum Vergleich
hier öffnen....
Gnadenbild
Mittelpunkt des Altars ist der auf dem Tabernakel aufsitzende Schrein mit einer Nachbildung des Gnadenbilds der Muttergottes aus Ettal. Die bemalte Terrakottafigur, wird nur zu Gottes-diensten in die Kapelle gebracht.

Maria Immaculata
Darüber ein großes Altarbild von Dietrich Stalmann aus München (2001) mit der in den Himmel emporgehobenen Maria. Für dieses Bild stand eine Maria Immaculata des spanische Barockmalers Bartholomé Esteban Murillo Pate. Das Bild in Haimhausen ist eine Fotografie des spanischen Bildes, das vom Künstler mit Acrylfarben übermalt wurde.

Aufsatzbild
St.Josef
Im Altarauszug ein Bild des hl. Josef mit dem Jesuskind auf dem Arm vom selben Maler (2002). Er hat es in der gleichen Technik wie das Altarblatt gestaltet. Das Bild wird von zwei Ziervasen eingerahmt. Das fotografierte (barocke) Originalbild von St.Josef stammt übrigens aus der Schweiz.
Die Spitze des Altars wird von einer großen, vergoldeten Muschel gebildet.

Hinweis: Joseph war der Vater Jesu - oder Ziehvater Jesu, da nach altchristlicher Überzeugung Jesus der Sohn Gottes ist und durch den Heiligen Geist im Schoß der Jungfrau Maria gezeugt wurde. Joseph stammte aus dem Geschlecht des Königs Davids, aus dem nach dem Zeugnis des Alten Testaments der Messias hervorgehen werde. Er lebte als Zimmermann in Nazareth. Festtag: 19.März

Zwischen den beiden Altarbildern ist eine Schriftkartusche mit Rokokorahmen und blauem Hintergrund angebracht. Der Text entspricht dem Anliegen der meisten Pilger: "Maria hilf" (Bild ganz oben rechts). Die Kartusche hat -wie fast alle Kartuschen in Kirchen- eine unregelmäßig Form; sie hat sich aus einer Schnur entwickelt, die ursprünglich um Inschriften, Wappen und Namen geschlungen wurde. Deshalb sind die meisten Einrahmungen von Kartuschen nicht rechteckig, sondern kurvig.

Das Marienbild wird flankiert von den auf Postamenten stehenden Heiligen Joachim (links) und Anna (rechts), den Großeltern Jesu.
        
St.Joachim und St.Anna
Diese zeitgenössischen Figuren aus Oberammergau wurden nach dem Raub der Einrichtung 1974 vom Altenclub Haimhausen gestiftet. Sie wurden von Stefan Preisl nach einem Foto der 1974 gestohlenen Figuren nachgeschnitzt.
  Hinweis: Nach dem Protoevangelium des Jakobus aus der 2. Hälfte des 2. Jh waren Anna und Joachim die Eltern Marias und damit die Großeltern von Jesus. Im 5. und 6. Jahrhundert wurden ihre Namen in Marienlegenden weiterverbreitet. Besonders die Orden der Karmeliten und Kapuziner förderten die Verehrung von Joachim und Anna. Die Vorgeschichte beginnt demnach mit dem Elternpaar Joachim und Anna, die kinderlos blieben. Joachims Altaropfer wies der Hohepriester zurück. Joachim verbarg sich bei seinen Herden, ein Engel verkündete ihm, dass er zu seiner Frau zurückkehren und ihr an der Goldenen Pforte begegnen solle. Auch Anna, die trauernd ein Vogelnest mit den die Jungen fütternden Alten betrachtete, erschien ein Engel, der ihr trotz ihres hohen Alters Nachkommen verhieß.


T-förmige Ausstattungsgegenstände


Beichtstuhl

Die neuen Ausstattungsstücke, die nach 2000 erworben wurden/werden, stehen unter dem Leitthema des hebräischen Buchstaben "T" (Tau), mit dem der Prophet Ezechiel die Auserwählten Gottes kennzeichnete. Der Buchstabe steht seit alters her für die besondere Beziehung zu Gott.
Zu diesen neuen Ausstattungsstücken zählt der in Blau und Silber gefasste Ambo (siehe Bild oben), der in der Frontansicht eine T-Form besitzt. Auch der Priestersitz und der Beichtstuhl (traditionelle hölzerne Trennwand mit Kniebank) in der rechten Chornische haben diese Grundform.

Die Apostelleuchter aus Stahl sind an den Außenwänden unter den Apostelbildern angebracht. Sie haben einen T-förmigen Leuchterarm mit eingravierten Apostelnamen. Sie tragen zylindrische Öllampen. Die Apostelleuchter sind nicht unmittelbar an der Wand befestigt, sondern werden in kleine, an die Wand geschraubte Metallplatten mit kreuzförmiger, vergoldeter Nut eingesetzt.
  Hinweis: Die Apostelleuchter erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems.


Apostelleuchter

Der Weihwasserkessel hängt an einer T-förmigen Befestigungsstange.

 

Langhaus / Kirchenschiff

Bilder und Figuren im Kirchenschiff

An den Seitenwänden der Kirche hängen zehn große Apostelbilder aus der Mitte des 18.Jh. Sie sind eine Dauerleihgabe der Pfarrei St.Martin aus München-Moosach. Abgebildet sind die Apostel vor dem Hintergrund mitteleuropäischer Landschaften mit ihren Attributen, die in der Regel im Zusammenhang mit ihrem Martyrium stehen.

Petrus
Matthias
Bartholomäus
Matthäus
Jakobus d.Ä
Johannes
Thomas
Jakobus d.J.
Philippus
Andreas
mit Schlüssel
Beil
Messer
Beil
Pilgerstab
Giftbecher
Lanze
Walkerstange
Kreuzstab
X-Kreuz

Apostel MatthiasApostelleuchterKreuzwegstationKonrad von Parzham St.JosefSt.AntoniusVotivkerzenKreuzwegstationApostelleuchterApostel BartholomäusVotivgaben
Kreuzwegstation

Unter den Apostelleuchtern hängen die 14 Kreuzweg-stationen in Form kleiner Bronzereliefs. Der Künstler ist mir nicht bekannt.


Kreuzwegstation


F
iguren an der Emporenbrüstung

An der durch ein Holzgitter gebildeten Emporenbrüstung sind drei Figuren neueren Datums samt Sockeln befestigt: Es sind ( im nebenstehenden Bild von links nach rechts):
- St.Josef mit Winkelmaß und Lilie in den   Händen und einem Hobel zu seinen Füßen
- Bruder Konrad aus Parzham, der einem
  Kind ein Brot reicht
- St.Antonius mit dem Jesuskind auf dem Arm
   und ebenfalls einer Lilie in der Hand.
Hinweis: weiße Lilien gelten seit dem Mittelalter als Symbol für Reinheit und Keuschheit. St.Mechthild von Magdeburg betete im 13.Jh: "empfange Herr, deine Bräute und begegne ihnen mit den Lilien der lauteren Keuschheit alle ihre Tage"


Votivgaben


Votivgaben

Im hinteren Teil werden Votivkerzen und -in einem Schrank gesichert- Votivtafeln und Votivgaben aufbewahrt, soweit sie 1974 nicht gestohlen wurden.

Davor steht eine Opferkerzenbank, in die mitgebrachte Kerzen eingesteckt und angezündet werden können.


Votivkerzen

Türe

Wunderschön ist kunstvolle Türbeschlag an der 280 Jahre alten Eingangstüre aus der Erbauungszeit.

Türbeschlag
Wenn Sie auch Türbeschläge in anderen Kirchen des Landkreises Dachau sehen möchten, klicken Sie hier...


Alberti-Tafel

Früher hing an der Wand eine sogenannte Albertitafel. Sie enthielt 18 Bilder, Inschriften und Sentenzen des berühmten Albertus Magnus über das vollkommene Leben. Das berichtet der Historiker, Sachbuchautor und Theologe Prof.Dr. Joachim Sighart (1824-1867) in seinem "Eisenbahn-Reisebüchlein von München nach Landshut" aus dem Jahr 1859. Mit großer Begeisterung beschreibt er die Tafel in allen ihren Einzelheiten Es dürfte Sigharts erste Eisenbahnreise nach Landshut gewesen sein, denn diese Strecke wurde erst am 3. November 1858 eröffnet. Wo die Tafel geblieben ist, ist mir nicht bekannt.
Wenn Sie den Bericht lesen möchten, klicken Sie hier...

Hans Schertl  


Quellen:
01) Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
02) Anton Mayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874
03) Hugo Straßer, "Nova et vetera de parochia Haimbhusiaria", 1901
04) Gabriele Staudinger in der Dachauer Neuesten vom 14./15.Mai 1977
05) Genoveva Nitz, Albertus Magnus in der Volkskunst: Die Alberti-Tafeln, 1980 (ISBN 10: 3795408237)
06) Albert Zimmermann, Albert der Große, seine Zeit, sein Werk, seine Wirkung, 1981 (Albertitafel)
07) Markus Bogner, Chronik von Haimhausen, 1991
08) Dachauer SZ v. 10.8.2001
09) Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München und Oberbayern, 1990
10) Robert Böck, Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des Dachauer Landes, 1991
11) Hans Schnell und Karl Wilhelm, Die Glocken der Pfarrei Haimhausen, 2002
12) Kunsttopographie des Erzbistums München und Freising, 2004
13) Dr. Joachim Sighart, Von München nach Landshut - ein Eisenbahnbüchlein 1859 (Albertitafel)
14) Lohhofer Anzeiger v. 2.April 2008 (Öffnungszeiten)
15) Markus Bogner, Die Bründlkapelle in Haimhausen, Amperland 2011/1 (Historik)
16) DAH-SZ v. 9.9.2014 (Förderverein)
17) Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann, Zugriff 2016 (Albertitafel)
18) Heilbäder im Dachauer Land, http://www.natura-naturans.de/artikel/quellen.htm , Zugriff 2006

34 Bilder: Hans Schertl (32), Ortsarchiv Haimhausen (2)

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

9.3.2018


Beschreibung der Alberti-Tafel
 13)
aus dem Buch "Von München nach Landshut - ein Eisenbahnbüchlein
von Dr. Joachim Sighart, 1859

"In dem Wäldchen, das gerade hinter Heimhausen den Bergabhang deckt, steht ein Kirchlein, Maria Brünnl, über einer frischen Quelle erbaut. Dort trifft der Besucher außer vielen Totenbrettern, die Riehl für die Anfänge der bildenden Kunst in Altbayer hält, noch eine kulturhistorische Merkwürdigkeit, die selten mehr vorkömmt. Es hängt dort an der Wand eine sogenannte Albertitafel, neugemalt, aber nach einem älteren Vorbild. Sie enthält 18 Bilder und Inschriften, Sentenzen des berühmten Albertus Magnus über das vollkommene Leben. Eine alte Handschrift der Hofbibliothek in MÜnchen enthält gleichfalls diese Sprüche des großen Gelehrten und Bischofs von Regensburg (und Köln). Es scheinen dieselben früher vielfach in den Klöstern verbreitet gewesen zu sein, als eine Art Dekalog der christlichen Vollkommenheit, und um sie auch dem armen, nicht lesenden Volke zugänglich zu machen, hat man diese Gegensätze in bildlicher Darstellung in den Kirchen aufgehangen. Da ich nun nur in einer Kirche Bayerns eine solche Tafel kenne und ihr Inhalt gänzlich unbekannt geworden ist, erlaube ich mir diese Aufschreibungen an der Tafel zu Heimhausen mitzuteilen.
Sie lautet also:
"Zu Cöln am Rheine war vor Zeiten ein Bischof mit Namen Albert. Dieser bat Gott oft und inständig, er wolle ihm offenbaren, was das größte und verdienstlichste Werk auf der Welt und dem Sünder am nützlichsten wäre. Als er nun einmal in seiner Capelle wieder die hl.Messe las und aufwandelte, sprach er zur hl.Hostie: Er wollte sie hinfüro nicht mehr aufheben, bis sie ihm seine Bitte gewährt. Als er sie nun herabgelassen, brach ein kleines Stücklein von der heiligen Hostie und redete den Bischof so an: Weil du mich so oft gebeten, so will ich die in neun Hauptpuncten bestehenden größten und verdienstlichen Werke offenbaren. Halte das eine wie das andere, so bist du des ewigen Lebens sicher.
  1)  So oft du in deinem Leben einem Armen mir zu lieb einen Pfennig reichst, so ist es mir lieber, sagt Gott, als
     wenn nach deinem Tode deine Freunde ganze Säcke voll Gold für dich und deine Seele austheilen würden.
2)  Wenn du bei deinen Lebzeiten in Betrachtung meines bittern Leidens eine Zähre vergießest, ist es mir lieber,
     als wenn deine Freund nach deinem Tod zu deinem Trost ganze Brunnen voll Zäher wegen meiner Leiden
     vergießen würden.
3)  Wenn du in der Nacht in der Einsamkeit mir zu liebe aufstehest und deine Andaccht im Geist verrichtest, ist es
     mir lieber, als wenn du eine ganze Armee für den christlichen Glauben zu streiten wider die Ungläubigen
     ausschickest.
4)  Wenn du keinen Menschen verurtheilest oder verdammst, ist es mir lieber, als wenn du all dein Vermögen,
     Hab und Gut unter die Armen austheilest.
5)  Wenn du all deinen Feinden, Verfolgern und Ehrabschneidern von Herzen verzeihest und ihnen Gutes thust,
     so ist es mir lieber, als wenn du barfußig nach St.Jakob gingest, jede Meil Wegs still stündest und dich eine
     Stunde lang mit Ruthen schlügest.
6)  Wenn du deinem Nebenmenschen aus einem geistlichen oder sittlichen Buche vorliesest, so istes mir lieber,
     als wenn du sieben Jahr lang mir zu lieb in Wasser und Brod fasten würdest.
7)  Wenn du dich immer für den Geringsten hältst, dich nicht über andre erhebst, sondern dich erniedrigst,
     ist es mir lieber, als wenn  du über alle Flüsse Brücken bautest, die darüber Gehenden umsonst über Nacht
     beherbergen und verpflegen würdest.
8)  Wenn du in deinem Leben täglich für dich oder andre betest, so ist es mir lieber, als wenn nach deinem Tod
     alle Heiligen für dich bitten würden.
9)  Wenn du alle Freuden, Lustbarkeiten und Wollüste der Welt verläßst, so ist es mir lieber, als wenn du dich an
     einer von der Erde bis an den Himmel reichenden und mit Spitzen versehenen Säule auf-und abziehen ließest."

Das ist also der Inhalt dieser Vorstellungen. Man sieht aus diesen Bildern und Inschriften, wie sehr man auch im Mittelalter bemüht gewesen, die innerliche Heiligung zu empfehlen und ihr den Vorzug vor bloß äußerlichen Werken zu geben. Gewiß sind diese Tafeln darum ein Beitrag zur Culturgeschichte.
Wie die Albertitafel in Haimhausen ausgesehen haben dürfte, können Sie sich am Beispiel einer Tiroler Albertitafel ansehen, die im Österreichischen Museum für Volkskunde, in Wien hängt.

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Hinweis:
Albertus Magnus stand in dem Ruf, über Zauberkräfte zu verfügen. Heiligkeit und Zauberkraft waren in seiner Person verwoben. Zeugnis dafür waren die Albertitafeln, in deren Mitte der Heilige als Bischof von Köln vorgestellt wird. Die rahmenden Szenen auf der Tafel wollen demonstrieren, worin nach Auffassung von Albertus Magnus die wirkliche Frömmigkeit besteht. Der Text unter der Mitteltafel enthält die befremdliche Aussage, Albert habe den Heiland in der Eucharistie genötigt, ihm zu offenbaren, was ihm das Liebste in der Frömmigkeit sei. Genoveva Nitz schreibt in ihrem Buch "Albertus Magnus in der Volkskunst: Die Alberti-Tafeln"
05) : "Unbefangen greifen die Albertitafeln auf volkstümliche Vorstellungen zurück. Sie präsentieren Albertus Magnus gleichsam in Doppelsicht, als betenden Heiligen und als beschwörenden Magier". Die Erzählung, er habe die heilige Hostie erpresst, mit ihm zu sprechen, setzt die Kenntnis anderer Geschichten über seine Zauberkräfte voraus. Nur so kann die Handlung, die sonst als frevelhaft erscheinen würde, legitimiert werden.
Die Albertitafeln sind meist Bauernmalerei und finden sich fast ausschließlich im süddeutschen Raum. Die ältesten Darstellungen stammen aus dem 13. Jh.  17) und sind in Handschriften zu finden. Im Zuge der Gegenreformation wurden die Albertibilder sehr populär.
Die meisten von ihnen entstanden im 17.und 18.Jh, einige auch noch im 19.Jh.  06)

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Bründlkapelle bei Haimhausen
     Bericht "Heilbäder im Dachauer Land"  
18)
ein esoterischer Besuch

"Wie die meisten Orte, an denen sich Nymphen wohl fühlen, hat auch die Bründlkapelle bei Haimhausen eine angenehme Ausstrahlung. Es ist dort still und einsam, auch wenn der nahe gelegene Sportplatz etwas anderes vermuten lässt. Man sollte Zeit mitbringen und dem Murmeln der Quelle lauschen, die an der nordwestlichen Außenwand der kleinen Kapelle austritt. Schon nach kurzer Zeit kommt der Geist zur Ruhe und ein meditativer Zustand stellt sich ein, in dem man Antworten auf drängende Fragen erhalten kann. Das Wasser schmeckt köstlich und ist energetisch stark angereichert. Es eignet sich sehr gut als Trinkwasser und wird bis heute heilkundlich vor allem bei Augenleiden genutzt. Zahlreiche Wunder sollen sich hier über die Jahrhunderte ereignet haben. Die Heilquelle ist auch ein Jungbrunnen und eignet sich für geriatrische Zwecke. Natürlich findet man daher in der Nähe auch eine Reihe von Pflanzen, die sich als Altersheilmittel bewährt haben, z.B. oberhalb der Kapelle ein großes Vorkommen vom Gefleckten Schierling (Conium maculatum), den man in der Homöopathie zur Lymphentgiftung, bei Altersschwindel und als Resolvens bei Krebs verwendet.
Anfahrt: Von München über Unterschleißheim nach Haimhausen, von dort Richtung Amperpettenbach; vor der Amperbrücke rechts bis zum Sportplatz, von dort sind es nur noch wenige Meter."