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Marienkapelle in FRÄNKING

zur KirchentürKelchbecherTurm 32 m hochChor-spätgotisch

Beschreibung

Das Dorf Fränking wurde erstmals 1280 als Frenchingen (bei den Leuten des Francho) urkundlich erwähnt. Es gehört zur Pfarrei Weichs.

Nach 1850 vereinigte Graf Sprety auf Weilbach mehrere kleinere Anwesen zu einer großen Schwaige und erbaute 1867 eine der Jungfrau Maria geweihte Privat-Kapelle in neuromanischem Stil. Die Kapelle ist auch in der Bistumsbeschreibung von Mayer/Westermayer aus dem Jahr 1880 kurz erwähnt: "in Frenking ist eine Capelle,Eigenthum der Gräflich-Sprety'schen Familie auf Weilbach. 1 Altar (ohne Altarstein). Patronin die seligste Jungfrau Maria.

Durch Zwangsversteigerung der zum Spretybesitz gehörenden Bauernhöfe kam die Kapelle 1881 an Johann Sedlmair. 1927 kaufte Hermann Schmutz das Anwesen und mit ihm die Kapelle. Um die Kapelle erhalten zu können sicherte Hermann Schmutz allen Dorfbewohnern mündlich das Nutzungsrecht an dem kleinen Gotteshaus zu, unter der Voraussetzung, dass alle beim Erhalt zusammenhelfen.

45 Jahre nach der letzten Renovierung steht derzeit eine erneute gründliche Restaurierung der Kapelle an.

Inzwischen ist die Außenrenovierung abgeschlossen. Der Innenraum ist aber noch eine Baustelle.
Unter Mithilfe der Nachbarschaft renoviert der jetzige Besitzer Reinhard Schmutz weiter. 600 Arbeitsstunden sind schon geleistet worden.

Nach Angaben von Reinhard Schmutz soll der Kreuzweg der Kapelle in der Kriegszeit verpackt und irgendwo im Kloster Weichs eingelagert worden sein. Außerdem vermutet der Besitzer der Kapelle, dass sich im Kloster auch eine geweihte Marmorplatte, die früher am Altartisch seiner Hofkapelle eingelassen war, befindet.

Hans Schertl

Quellen:
Anton Mayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Liebhart/Pölsterl, Die Gemeinden des Landkreises Dachau, Bd 2der Kulturgeschichte des Dachauer Landes, 1991
Dachauer SZ vom 29.4.2002
Dachauer Nachrichten vom 21.6.2002

Bild: Hans Schertl

Kirchen und Kapellen im Landkreis Dachau - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

21.1.2009