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Hofmark Eisenhofen
geschlossen - Besitzer: Hochstift Freising 1622—1803

Über die Entwicklung der Hofmark Eisenhofen am Ende des Mittelalters berichtet das Buch von Pankraz Fried, "Die Landgerichte Dachau und Kranzberg" 161)

Die Hofmark Eisenhofen mit ihren Zugehörungen ist die letzte größere Erwerbung des Hochstifts Freising in unserem Raume. Erst 1622 erkaufte der damalige Bischof Veit Adam von Freising von den Vettern Johann und Bonaventura von Furtenbach auf Reichenschwandt um 13 000 Reichstaler Schloß und Hofmark Eisenhofen-Hof samt den zugehörigen Orten Hirtlbach, Riedhof, Weil, Hörgenbach, Wasenhof und der Täfern zu Petershausen; weiter die im Landgericht Aichach gelegenen Hofmarken Kleinberghofen und Asbach, die im Landgericht Pfaffenhofen gelegene Hofmark Lampertshausen und den im Dachauer Landgericht gelegenen Ort Erdweg. Für diesen neuerworbenen Besitz richtete das Hochstift Freising ein eigenes Pflegeamt mit dem Sitz zu Eisenhofen-Hof ein.

Verfolgt man die Geschichte des Hofmarksortes Eisenhofen zurück, so stößt man in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts auf freisingische Ministerialen, die zu "Usinhoven" saßen. Gegenüber von Eisenhofen, auf dem heutigen Petersberg, besaßen zu dieser Zeit (um 1100) Graf Otto von Scheyern, der Sohn Hazigas, und sein Vetter Graf Berthold von Lechsgemünd eine Burg namens Glaneck, die kurz vor 1104 dem Mönchskonvent zu Fischbachau als neue Behausung überlassen wurde.
Anfang der zwanziger Jahre des 12. Jahrhunderts wurde den Mönchen die Burg Scheyern, die bis dahin der Stammsitz der Grafen von Scheyern war, als endgültiger Wohnsitz überlassen. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts tritt in den Traditionen des Klosters Scheyern ein "Dominus Chounradus de Usenhoven" auf. Dieser oder schon sein Sohn wird um 1200 als Zeuge mit seinem miles Lotherus unter wittelsbachischen Ministerialen genannt. Ob diese Familie mit den oben genannten freisingischen Ministerialen genealogisch zusammenhängt, kann nicht entschieden werden.

Im 13. Jh. werden die Nachkommen des Konrad von Eisenhofen immer häufiger in Urkunden genannt. 1247 übergab der "Conradus miles de Eüsenhofen" mit Zustimmung seiner Söhne Heinrich, Konrad, Otto und Rapoto den Hof "Lintha" dem Kloster Indersdorf. Die Begüterung dieses Geschlechtes wird erstmals voll ersichtlich, als die Kinder des Rapot von Eisenhofen mit ihrem Oheim Otto 1298 die "march, die wir vor mit anander heten ungeteilt" unter sich aufteilten. In der Teilungsurkunde ist nur der Teil, der an Rapots Kinder fiel, beschrieben. Dieser Teil umfaßte Besitzungen zu Ebersried, Baierzell, Pernoltsried (vielleicht Ried?), Weitenried, Stockach, Kaltenbach ("zwei Chaltenpach"), Egenburg, Pfaffenhofen, Wagenhofen, Niederumbach; letztere Orte alle im Hadersrieder Gericht westlich der Glonn gelegen; ferner Güter und Besitzungen zu Egenhofen, Osterholzen, Waltenhofen, Rottenfuß, Oberweikertshofen, Prack, Winden, Rodelzried, Hopfenau, Thal, Eyresloch (= Loderhof), Pöcklhof und Chlefshaim (abg. bei Rottbach).

Zum Teil des Otto von Eisenhofen, der in der Urkunde nicht beschrieben ist, dürften die Orte Eisenhofen, Rottbach und Odelzhausen sowie Streubesitz in Orten um Eisenhofen gefallen sein. Es erhebt sich die Frage, wie die herzoglichen Ministerialen von Eisenhofen zu diesem Besitz kamen und wer ihre Besitzvorgänger waren. Zunächst kann festgestellt werden, daß es sich bei den im Eisenhofer Teilungsbrief aufgezählten Orten um verstreut liegende Dorfgerichte, Vogtei- und Urbarsgüter handelt, nicht um geschlossenes Herrschaftsgebiet.
Eine Schranne, an der um Erb- und Eigen gerichtet worden wäre, ist im 13. und 14- Jahrhundert in den Händen der Eisenhofer nicht nachzuweisen. Es läßt sich somit keine Beziehung der "Eisenhofer Herrschaft" zur Halsgerichtsschranne Hadersried wahrscheinlich machen, deren Entstehung vielmehr mit einer Herrschaft der Grafen von Andechs in diesem Gebiet verknüpft sein dürfte. Die Grafen von Andechs waren seit alters im Raume der oberen Glonn begütert. Für Egenhofen lassen sich zum Beispiel andechsische Ministerialen nachweisen.

Im 14. Jh. ist das Dorfgericht in diesem Orte als herzogliches Lehen in den Händen der Eisenhofer. Wenn sich also für einen Teil der Eisenhofer Besitzungen eine besitzgeschichtliche Kontinuität zwischen andechsischen und Eisenhofer Besitz wahrscheinlich machen läßt, so kann dies mit großer Wahrscheinlichkeit auch für die anderen Besitzungen gelten. Schließlich ist die machtvolle Stellung der herzoglichen Ministerialen in Betracht zu ziehen, die in den wirren Zeiten des 13. Jahrhunderts sich oft gewalttätig herrenlosen Besitz aneigneten oder vom Herzog von Bayern zu Lehen bekamen.
Im 14. Jahrhundert stiegen die dem hohen Turnieradel angehörigen Eisenhofer durch herzogliche Gunst und glückhafte Erbschaften zum besitzreichsten Geschlecht der Dachauer Gegend auf. Angehörige dieses Geschlechts saßen im 14. Jahrhundert zu Egenhofen, Rottenfuß, Umbach, Rottbach, Einsbach, Odelzhausen, Eisenhofen und seit der Mitte des 14. Jahrhunderts auf dem "Haus", dem heutigen Ort Hof bei Eisenhofen.
Seit 1315 besaß eine Linie der Eisenhofer die Veste Unterweikertshofen von den bayerischen Herzogen zu Lehen. Durch Heirat gelangte zu Beginn des 14. Jahrhunderts Weichnant von Eisenhofen in den Besitz des großem Teiles der Veste Geggenpoint und des Marktes Bruck. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts setzte der Niedergang dieses weitverzweigten Geschlechtes ein. Beim Erlöschen der einzelnen Eisenhofer Linien kamen große Teile ihres Güterbesitzes in fremde Hände. In vielen Fällen zwang auch wirtschaftliche Not zum Verkauf der einzelnen Besitzungen. Der Letzte dieses berühmten Geschlechtes, der Deutschordensritter Wolfgang Eisenhofer wurde um 1527 in Ellingen (Mittelfranken) zu Grabe getragen.

Der Stammsitz Eisenhofen-Hof selbst war bereits um 1418 nach längeren Streitigkeiten auf dem Erbwege an die Thorer gekommen. Die Vormünder der Kinder Hans des Thorers veräußerten 1477 mit Genehmigung Herzog Albrechts von Bayern Schloß und Hofmark Eisenhofen an den Ritter Engelhard von Weichs.
1497 verkaufte dessen Witwe die Hofmark um 4100 fl an die Gemahlin des Kurfürsten Philipp von der Pfalz, die eine Schwester des Landshuter Herzogs Georg des Reichen war. Das inzwischen an den letzteren gekommene Schloß zog Herzog Albrecht IV. im Landshuter Erbfolgekrieg ein, verkaufte es bereits aber wieder 1506 an den Ritter Dr. Dietrich von Plieningen zu Schwabeck. Dieser erwarb im gleichen Jahre von Hans von Camer das Dorfgericht Hirtlbach mit seinen sämtlichen Zugehörungen, das 1433 Offei die Puechlerin, eine Tochter des Rapot des Eisenhofers zu Egenhofen, an ihren Oheim Mathäus von Camer zusammen mit der Vogtei aus den zwei Höfen zu Hörgenbach verkauft hatte.

Durch Heirat der Witwe Plieningens gelangte der herzogliche Kanzler und Rat Dr. Leonhard von Eck um 1520 in den Besitz der Hofmark Eisenhofen. 1529 wurde diesem die Hofmarksgerechtigkeit auf der Mühle und Sölde am Erdweg, auf zwei Anwesen am Petersberg, die ehedem dem Kloster Scheyern gehört hatten, sowie auf dem Riedhof und den drei Höfen zu Weil verliehen. Vom Freisinger Domdechanten Degenhart von Weichs erwarb Dr. Leonhard von Eck 1536 die Hofmark Lampertshausen mit den Zugehörungen Eck, Krems- und Grubhof.
Nachdem Leonhard von Ecks Sohn Oswald in große Schulden geraten war, kam die Hofmark Eisenhofen mit ihren Zugehörungen 1566 an die Brüder Hans, Paul und Christoph von Furtenbach.
Deren Vettern verkauften 1622, wie schon eingangs erwähnt, den ganzen Besitz an das Hochstift Freising. Da das Hochstift Freising der Edelmannsfreiheit nicht fähig war, versuchte das Landgericht Kranzberg nach 1622 die Niedergerichtsbarkeit auf den einschichtig liegenden, zur Hofmark Eisenhofen gehörigen Gütern einzuziehen. Nach langwierigen Streitigkeiten wurde schließlich dem Hochstift 1718 die Ausübung der niederen Gerichtsbarkeit auf den einschichtigen Gütern zu Eichhofen, Langenpettenbach, Petershausen, Hörgenbach, Weil, Riedhof und Zieglberg gestattet, ohne daß dabei die Rechtsgrundlage der auf diesen Gütern ausgeübten Gerichtsbarkeit (wie Pertinenz, Einschichtigkeit oder Spezialkonzession von Hofmarksgerechtigkeit an Dr. Eck) geklärt wurde. Unter diesen, in der Konskription von 1752 als einschichtig vorgetragenen Gütern nehmen die Täfern zu Petershausen und die Einöde Wasenhof eine Sonderstellung ein, da die dort von der Hofmarksherrschaft ausgeübte niedere Gerichtsbarkeit auf eine alte, reale Hofmarksgerechtigkeit "inner der Ettern" zurückgeht. Im ältesten Hofmarkenverzeichnis des Landgerichts Kranzberg erscheinen der Wasenhof und die Täfern zu Petershausen als dem Wilhelm von Camer zugehörige Hofmarken.

1481 hatte Jakob von Camer zu Jetzendorf den halben Burgstall zu Wasen von Herzog Georg von Niederbayern zu Lehen. Der Burgstall Wasenhof mit der daran hängenden realen Hofmarksgerechtigkeit geht auf den Sitz wittelsbachischer Ministerialen zurück, die sich um 1200 nach diesem Orte nennen. Vermutlich kam der Burgstall schon im Laufe des 13. Jahrhunderts an die Camer.
1516 sind als Lehenträger eines Drittels des Burgstalles Wasen Erasmus von Seiboltstorf, Gemahl der Ursula Tannbergerin, und sein Sohn Siegmund genannt.
1532 überließ Andrä von Tannberg zu Aurolzmünster dem Ritter Willbold von Pyring zu Kammerberg und dessen Schwager Dr. Leonhard Eck die Täfern zu Petershausen mit Zoll und Hofmark, das Lehengut Wasen, mit der zugehörigen Hofmark und Sölde sowie das Fischwasser auf der Glonn. Seit 1549 ist Dr. Leonhard von Eck alleiniger Inhaber des Burgstalles Wasen.
1566 erhielten ihn die Furtenbacher für eine Schuldforderung gegenüber Oswald von Eck zugesprochen und verliehen.

1622 wurde das Ritterlehen Wasenhof auf Ansuchen des Freisinger Bischofs in ein "gmain durchgehents Beutellehen" umgewandelt, das im gleichen Jahre noch dem fürstbischöflichen Ratspräsidenten Georg Friedrich Staudinger verliehen wurde.
1686 hatte den Burgstall Wasen der Vater des Fürstbischofs Johann Franz Ecker von Kapfing inne. Durch die Verträge des Hochstifts Freising mit dem Kurhaus Bayern 1696 bzw. 1718 wurde die Niedergerichtsbarkeit "außer Etter" für den Wasenhof, die Täfern zu Petershausen und das "Neugereuth" Ziegelberg (beim Wasenhof), das unter den Furtenbachern auf Rodungsland entstanden war, gewährt


Hof (D, Gde Eisenhofen), 13 Anw.:
Hofmarksherrschaft 1/1 (Schloßhofbau), 1/16 (Jägerhaus), 2 je 1/8 (Zimmermeister, Zieglergütl), 9 je 1/16.
Fürstbischöfliches Schloß (zw. 1700 u. 1720 erbaut) und Pflegeamt. Schloßkapelle U.L.F.

Eisenhofen (D, Gde), 39 Anw.:
Hofmarksherrschaft 3 je 1/1 (Scharl, Seitz, Oberbauer), 1/2 (Augustin), 1/4 (Jackl), 14 je 1/8 (Mesner, Danhofer, Wagner, Hacker, Schmied, Bartlhiesl, Galgenmann, Brandweiner, Schuster, Schäffler, Maurer, Seppl, Magg, Felix), 6 je 1/16, 4 je 1/32; Domkustorei Freising 1/2 (Fischer), 1/8 (Reiser); Pfarrei Hirtlbach 1/8 (Widum); Kirche Eisenhofen 1/4 (Gries), 2 je 1/8 (Reichl, Alban), 2 je 1/16; Kirche Petersberg 1/16;
Gmain: Hüthaus. Filialkirche St. Alban der Pf Hirtlbach.

Hirtlbach (D, Gde), 30 Anw.:
Hofmarksherrschaft: 5 je 1/8 (Seitz, Franz, Schuster, Schuhbaur, Maurer), 8 je 1/16 Kloster Indersdorf 2 je 1/1 (Krimmer, Pflanzelter), 4 je 1/8 (Oberhauser, Mühlsimon, Huber, Badsepp); Kurf. Lehenhof München 1/8 (Wahl); Pfarrei Hirtlbach 1/16; Kirche Hirtlbach 2 je 1/2 (Siegl, Lenz), 5 je 1/8 (Papst, Gast, Stoffl, Wolfl, Beck); eigen 1/8 (Talpeter), 1/16.
Pfarrkirche St. Valentin, Pfarrhof.

Riedhof (E, Gde Eichhofen), 1 Anw.: Hofmarksherrschaft 1/1

Weil (E, Gde Eichhofen), 3 Anw.: Hofmarksherrschaft 2 je 1/1 (Sedlmayr, Glaglisch), 1/4 (Zubau z. Glaglisch).

Hörgenbach (W, Gde Hirtlbach), 4 Anw.: Kloster Indersdorf 3 je 1/1 (Grans, Wörl, Münder); Pfarrei Hirtlbach 1/16

Hofmarken „inner der Ettern“:

Wasenhof
(E, Gde Petershausen), 1 Anw.: Hofmarksherrschaft als Inhaber des Burgstalles Wasen.
Einschichtig: Hofmarksherrschaft 1/2 (Wasenbauer).

Petershausen (D, Gde), hier 1 Anw.: Hofmarksherrschaft als Inhaber der Tafern Petershausen. Die zur Tafern gehörigen einschichtigen Güter (1/1 u. 1/4 Hof) sind unter Petershausen bei den landgerichtischen Orten aufgeführt.
Einschichtige Güter der Hofmarksherrschaft:
Ziegelberg (W, Gde Petershausen), 12 Anw.: Hofmarksherrschaft 12 je 1/16

Weitere einschichtige Güter der Hofmark Eisenhofen befanden sich in den Orten Eichhofen, Langenpettenbach, Petershausen und Kemmoden (Ldg Pfaffenhofen).