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Über
die Entwicklung der Hofmark Eisenhofen am Ende des Mittelalters berichtet
das Buch von Pankraz Fried, "Die Landgerichte Dachau und Kranzberg"
161)
Die Hofmark Eisenhofen mit ihren Zugehörungen ist die letzte größere Erwerbung
des Hochstifts Freising in unserem Raume. Erst 1622 erkaufte der
damalige Bischof Veit Adam von Freising von den Vettern Johann
und Bonaventura von Furtenbach auf Reichenschwandt um 13 000 Reichstaler
Schloß und Hofmark Eisenhofen-Hof samt den zugehörigen Orten Hirtlbach,
Riedhof, Weil, Hörgenbach, Wasenhof und der Täfern zu Petershausen; weiter
die im Landgericht Aichach gelegenen Hofmarken Kleinberghofen und Asbach,
die im Landgericht Pfaffenhofen gelegene Hofmark Lampertshausen und den
im Dachauer Landgericht gelegenen Ort Erdweg. Für diesen neuerworbenen
Besitz richtete das Hochstift Freising ein eigenes Pflegeamt mit dem Sitz
zu Eisenhofen-Hof ein.
Verfolgt
man die Geschichte des Hofmarksortes Eisenhofen zurück, so stößt
man in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts auf freisingische
Ministerialen, die zu "Usinhoven" saßen. Gegenüber von Eisenhofen,
auf dem heutigen Petersberg, besaßen zu dieser Zeit (um 1100) Graf Otto
von Scheyern, der Sohn Hazigas, und sein Vetter Graf Berthold von Lechsgemünd
eine Burg namens Glaneck, die kurz vor 1104 dem Mönchskonvent zu Fischbachau
als neue Behausung überlassen wurde.
Anfang der zwanziger Jahre des 12. Jahrhunderts wurde den Mönchen die
Burg Scheyern, die bis dahin der Stammsitz der Grafen von Scheyern war,
als endgültiger Wohnsitz überlassen. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts
tritt in den Traditionen des Klosters Scheyern ein "Dominus Chounradus
de Usenhoven" auf. Dieser oder schon sein Sohn wird um 1200 als Zeuge
mit seinem miles Lotherus unter wittelsbachischen Ministerialen genannt.
Ob diese Familie mit den oben genannten freisingischen Ministerialen genealogisch
zusammenhängt, kann nicht entschieden werden.
Im
13. Jh. werden die Nachkommen des Konrad von Eisenhofen immer häufiger
in Urkunden genannt. 1247 übergab der "Conradus miles de Eüsenhofen"
mit Zustimmung seiner Söhne Heinrich, Konrad, Otto und Rapoto den Hof
"Lintha" dem Kloster Indersdorf. Die Begüterung dieses
Geschlechtes wird erstmals voll ersichtlich, als die Kinder des Rapot
von Eisenhofen mit ihrem Oheim Otto 1298 die "march, die wir vor
mit anander heten ungeteilt" unter sich aufteilten. In der Teilungsurkunde
ist nur der Teil, der an Rapots Kinder fiel, beschrieben. Dieser Teil
umfaßte Besitzungen zu Ebersried, Baierzell, Pernoltsried (vielleicht
Ried?), Weitenried, Stockach, Kaltenbach ("zwei Chaltenpach"),
Egenburg, Pfaffenhofen, Wagenhofen, Niederumbach; letztere Orte alle im
Hadersrieder Gericht westlich der Glonn gelegen; ferner Güter und Besitzungen
zu Egenhofen, Osterholzen, Waltenhofen, Rottenfuß, Oberweikertshofen,
Prack, Winden, Rodelzried, Hopfenau, Thal, Eyresloch (= Loderhof), Pöcklhof
und Chlefshaim (abg. bei Rottbach).
Zum
Teil des Otto von Eisenhofen, der in der Urkunde nicht beschrieben ist,
dürften die Orte Eisenhofen, Rottbach und Odelzhausen sowie Streubesitz
in Orten um Eisenhofen gefallen sein. Es erhebt sich die Frage, wie die
herzoglichen Ministerialen von Eisenhofen zu diesem Besitz kamen und wer
ihre Besitzvorgänger waren. Zunächst kann festgestellt werden, daß es
sich bei den im Eisenhofer Teilungsbrief aufgezählten Orten um verstreut
liegende Dorfgerichte, Vogtei- und Urbarsgüter handelt, nicht um geschlossenes
Herrschaftsgebiet.
Eine Schranne, an der um Erb- und Eigen gerichtet worden wäre, ist im
13. und 14- Jahrhundert in den Händen der Eisenhofer nicht nachzuweisen.
Es läßt sich somit keine Beziehung der "Eisenhofer Herrschaft"
zur Halsgerichtsschranne Hadersried wahrscheinlich machen, deren Entstehung
vielmehr mit einer Herrschaft der Grafen von Andechs in diesem
Gebiet verknüpft sein dürfte. Die Grafen von Andechs waren seit alters
im Raume der oberen Glonn begütert. Für Egenhofen lassen sich zum Beispiel
andechsische Ministerialen nachweisen.
Im
14. Jh. ist das Dorfgericht in diesem Orte als herzogliches
Lehen in den Händen der Eisenhofer. Wenn sich also für einen Teil der
Eisenhofer Besitzungen eine besitzgeschichtliche Kontinuität zwischen
andechsischen und Eisenhofer Besitz wahrscheinlich machen läßt, so kann
dies mit großer Wahrscheinlichkeit auch für die anderen Besitzungen gelten.
Schließlich ist die machtvolle Stellung der herzoglichen Ministerialen
in Betracht zu ziehen, die in den wirren Zeiten des 13. Jahrhunderts sich
oft gewalttätig herrenlosen Besitz aneigneten oder vom Herzog von Bayern
zu Lehen bekamen.
Im 14. Jahrhundert stiegen die dem hohen Turnieradel angehörigen Eisenhofer
durch herzogliche Gunst und glückhafte Erbschaften zum besitzreichsten
Geschlecht der Dachauer Gegend auf. Angehörige dieses Geschlechts saßen
im 14. Jahrhundert zu Egenhofen, Rottenfuß, Umbach, Rottbach, Einsbach,
Odelzhausen, Eisenhofen und seit der Mitte des 14. Jahrhunderts auf dem
"Haus", dem heutigen Ort Hof bei Eisenhofen.
Seit 1315 besaß eine Linie der Eisenhofer die Veste Unterweikertshofen
von den bayerischen Herzogen zu Lehen. Durch Heirat gelangte zu Beginn
des 14. Jahrhunderts Weichnant von Eisenhofen in den Besitz des großem
Teiles der Veste Geggenpoint und des Marktes Bruck. Gegen Ende des 14.
Jahrhunderts setzte der Niedergang dieses weitverzweigten Geschlechtes
ein. Beim Erlöschen der einzelnen Eisenhofer Linien kamen große Teile
ihres Güterbesitzes in fremde Hände. In vielen Fällen zwang auch wirtschaftliche
Not zum Verkauf der einzelnen Besitzungen. Der Letzte dieses berühmten
Geschlechtes, der Deutschordensritter Wolfgang Eisenhofer wurde um 1527
in Ellingen (Mittelfranken) zu Grabe getragen.
Der
Stammsitz Eisenhofen-Hof selbst war bereits um 1418 nach längeren
Streitigkeiten auf dem Erbwege an die Thorer gekommen. Die Vormünder
der Kinder Hans des Thorers veräußerten 1477 mit Genehmigung Herzog Albrechts
von Bayern Schloß und Hofmark Eisenhofen an den Ritter Engelhard von Weichs.
1497 verkaufte dessen Witwe die Hofmark um 4100 fl an die Gemahlin
des Kurfürsten Philipp von der Pfalz, die eine Schwester des Landshuter
Herzogs Georg des Reichen war. Das inzwischen an den letzteren gekommene
Schloß zog Herzog Albrecht IV. im Landshuter Erbfolgekrieg ein, verkaufte
es bereits aber wieder 1506 an den Ritter Dr. Dietrich von Plieningen
zu Schwabeck. Dieser erwarb im gleichen Jahre von Hans von Camer das Dorfgericht
Hirtlbach mit seinen sämtlichen Zugehörungen, das 1433 Offei die Puechlerin,
eine Tochter des Rapot des Eisenhofers zu Egenhofen, an ihren Oheim Mathäus
von Camer zusammen mit der Vogtei aus den zwei Höfen zu Hörgenbach
verkauft hatte.
Durch
Heirat der Witwe Plieningens gelangte der herzogliche Kanzler und Rat
Dr. Leonhard von Eck um 1520 in den Besitz der Hofmark Eisenhofen.
1529 wurde diesem die Hofmarksgerechtigkeit auf der Mühle und Sölde
am Erdweg, auf zwei Anwesen am Petersberg, die ehedem dem Kloster Scheyern
gehört hatten, sowie auf dem Riedhof und den drei Höfen zu Weil verliehen.
Vom Freisinger Domdechanten Degenhart von Weichs erwarb Dr. Leonhard von
Eck 1536 die Hofmark Lampertshausen mit den Zugehörungen Eck, Krems- und
Grubhof.
Nachdem Leonhard von Ecks Sohn Oswald in große Schulden geraten war, kam
die Hofmark Eisenhofen mit ihren Zugehörungen 1566 an die Brüder
Hans, Paul und Christoph von Furtenbach.
Deren Vettern verkauften 1622, wie schon eingangs erwähnt, den
ganzen Besitz an das Hochstift Freising. Da das Hochstift Freising
der Edelmannsfreiheit nicht fähig war, versuchte das Landgericht Kranzberg
nach 1622 die Niedergerichtsbarkeit auf den einschichtig liegenden, zur
Hofmark Eisenhofen gehörigen Gütern einzuziehen. Nach langwierigen Streitigkeiten
wurde schließlich dem Hochstift 1718 die Ausübung der niederen Gerichtsbarkeit
auf den einschichtigen Gütern zu Eichhofen, Langenpettenbach, Petershausen,
Hörgenbach, Weil, Riedhof und Zieglberg gestattet, ohne daß dabei die
Rechtsgrundlage der auf diesen Gütern ausgeübten Gerichtsbarkeit (wie
Pertinenz, Einschichtigkeit oder Spezialkonzession von Hofmarksgerechtigkeit
an Dr. Eck) geklärt wurde. Unter diesen, in der Konskription von 1752
als einschichtig vorgetragenen Gütern nehmen die Täfern zu Petershausen
und die Einöde Wasenhof eine Sonderstellung ein, da die dort von der Hofmarksherrschaft
ausgeübte niedere Gerichtsbarkeit auf eine alte, reale Hofmarksgerechtigkeit
"inner der Ettern" zurückgeht. Im ältesten Hofmarkenverzeichnis
des Landgerichts Kranzberg erscheinen der Wasenhof und die Täfern zu Petershausen
als dem Wilhelm von Camer zugehörige Hofmarken.
1481 hatte Jakob von Camer zu Jetzendorf den halben Burgstall
zu Wasen von Herzog Georg von Niederbayern zu Lehen. Der Burgstall
Wasenhof mit der daran hängenden realen Hofmarksgerechtigkeit geht auf
den Sitz wittelsbachischer Ministerialen zurück, die sich um 1200 nach
diesem Orte nennen. Vermutlich kam der Burgstall schon im Laufe des 13.
Jahrhunderts an die Camer.
1516 sind als Lehenträger eines Drittels des Burgstalles Wasen
Erasmus von Seiboltstorf, Gemahl der Ursula Tannbergerin, und sein Sohn
Siegmund genannt.
1532 überließ Andrä von Tannberg zu Aurolzmünster dem Ritter Willbold
von Pyring zu Kammerberg und dessen Schwager Dr. Leonhard Eck
die Täfern zu Petershausen mit Zoll und Hofmark, das Lehengut Wasen, mit
der zugehörigen Hofmark und Sölde sowie das Fischwasser auf der Glonn.
Seit 1549 ist Dr. Leonhard von Eck alleiniger Inhaber des Burgstalles
Wasen.
1566
erhielten ihn die Furtenbacher für eine Schuldforderung gegenüber
Oswald von Eck zugesprochen und verliehen.
1622
wurde das Ritterlehen Wasenhof auf Ansuchen des Freisinger Bischofs in
ein "gmain durchgehents Beutellehen" umgewandelt, das im gleichen
Jahre noch dem fürstbischöflichen Ratspräsidenten Georg Friedrich Staudinger
verliehen wurde.
1686 hatte den Burgstall Wasen der Vater des Fürstbischofs Johann Franz
Ecker von Kapfing inne. Durch die Verträge des Hochstifts Freising mit
dem Kurhaus Bayern 1696 bzw. 1718 wurde die Niedergerichtsbarkeit "außer
Etter" für den Wasenhof, die Täfern zu Petershausen und das "Neugereuth"
Ziegelberg (beim Wasenhof), das unter den Furtenbachern auf Rodungsland
entstanden war, gewährt
Hof
(D, Gde Eisenhofen), 13 Anw.:
Hofmarksherrschaft 1/1 (Schloßhofbau), 1/16 (Jägerhaus), 2 je 1/8 (Zimmermeister,
Zieglergütl), 9 je 1/16.
Fürstbischöfliches Schloß (zw. 1700 u. 1720 erbaut) und Pflegeamt. Schloßkapelle
U.L.F.
Eisenhofen
(D, Gde), 39 Anw.:
Hofmarksherrschaft 3 je 1/1 (Scharl, Seitz, Oberbauer), 1/2 (Augustin),
1/4 (Jackl), 14 je 1/8 (Mesner, Danhofer, Wagner, Hacker, Schmied, Bartlhiesl,
Galgenmann, Brandweiner, Schuster, Schäffler, Maurer, Seppl, Magg, Felix),
6 je 1/16, 4 je 1/32; Domkustorei Freising 1/2 (Fischer), 1/8 (Reiser);
Pfarrei Hirtlbach 1/8 (Widum); Kirche Eisenhofen 1/4 (Gries), 2 je 1/8
(Reichl, Alban), 2 je 1/16; Kirche Petersberg 1/16;
Gmain: Hüthaus. Filialkirche St. Alban der Pf Hirtlbach.
Hirtlbach
(D, Gde), 30 Anw.:
Hofmarksherrschaft: 5 je 1/8 (Seitz, Franz, Schuster, Schuhbaur, Maurer),
8 je 1/16 Kloster Indersdorf 2 je 1/1 (Krimmer, Pflanzelter), 4 je 1/8
(Oberhauser, Mühlsimon, Huber, Badsepp); Kurf. Lehenhof München 1/8 (Wahl);
Pfarrei Hirtlbach 1/16; Kirche Hirtlbach 2 je 1/2 (Siegl, Lenz), 5 je
1/8 (Papst, Gast, Stoffl, Wolfl, Beck); eigen 1/8 (Talpeter), 1/16.
Pfarrkirche St. Valentin, Pfarrhof.
Riedhof
(E, Gde Eichhofen), 1 Anw.: Hofmarksherrschaft 1/1
Weil (E, Gde Eichhofen), 3 Anw.: Hofmarksherrschaft 2 je 1/1 (Sedlmayr,
Glaglisch), 1/4 (Zubau z. Glaglisch).
Hörgenbach
(W, Gde Hirtlbach), 4 Anw.: Kloster Indersdorf 3 je 1/1 (Grans, Wörl,
Münder); Pfarrei Hirtlbach 1/16
Hofmarken „inner der Ettern“:
Wasenhof (E, Gde Petershausen), 1 Anw.: Hofmarksherrschaft als Inhaber
des Burgstalles Wasen.
Einschichtig: Hofmarksherrschaft 1/2 (Wasenbauer).
Petershausen
(D, Gde), hier 1 Anw.: Hofmarksherrschaft als Inhaber der Tafern Petershausen.
Die zur Tafern gehörigen einschichtigen Güter (1/1 u. 1/4 Hof) sind unter
Petershausen bei den landgerichtischen Orten aufgeführt.
Einschichtige Güter der Hofmarksherrschaft:
Ziegelberg (W, Gde Petershausen), 12 Anw.: Hofmarksherrschaft 12
je 1/16
Weitere einschichtige Güter der Hofmark Eisenhofen befanden sich in den
Orten Eichhofen, Langenpettenbach, Petershausen und Kemmoden (Ldg Pfaffenhofen).

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