zur Landkreiskarte             Kirchen in der Gem. Hebertshausen

Wegkapelle in DEUTENHOFEN b.Hebertshausen

Beschreibung

Deutenhofen wurde in der Zeit zwischen 926 und 937 als Titinhoua (Hof des Tito) erstmals urkundlich erwähnt. Bischof Wolfram tauschte von dem Edlen Adalhoh Liegenschaften zu Oberberghausen gegen andere zu Deutenhofen.

Wahrscheinlich ist es älter; Siedlungen mit dem Suffix "..hofen" gehen auf das 8./9. Jahrhundert zurück.

Die Kapelle steht oberhalb des Altenheims (des früheren Deutenhofener Schlosses) am Weg vom Schlossbauern nach Hebertshausen (siehe Landkarte...). 

Das gut renovierte kleine Gotteshaus mit der runden Apsis soll aus der Zeit um 1700 stammen und damals dem hl. Sebastian geweiht worden sein.

Das Dach ist mit Holzschindeln gedeckt. Darunter ein umlaufender Sims. 

Am Eingang ein schmiedeisernes Ziergitter. 


Schloss Deutenhofen um 1700

Der für einen so kleine Bau relativ große Altar im Inneren der Kapelle stand wahrscheinlich früher in der inzwischen in ein Krankenzimmer umgewandelten Schlosskapelle Deutenhofen (um 1700).

Der Aufbau besteht aus zwei gewendelten Säulen mit korinthischen Kapitellen. Auf dem Gebälk stehen Ziervasen; zentraler Schmuck ist ein Kreuz.

Über dem Altar ist ein sog. Allianzwappen 
mit Steinbock und Löwen 
angebracht. 
Ein
Allianzwappen ist ein Ehewappen oder Heiratswappen. Es enthält die Wappen der Ehepartner, wenn beide über ein Familienwappen verfügen.Das linke Wappen ist das der Reichsgrafen von Mändl. Sie waren lange Zeit Besitzer der Hofmark von Deutenhofen (und von Tandern).
Der erste Mändl, Dr.Johann von Mändl war eine sozialer Aufsteiger. Er wurde am 8.Januar 1588 als Bürgerlicher im schwäbischen Günzburg geboren und trat nach dem Studium der Jurisprudenz in Ingolstadt und im italienischen Perugia in den Dienst des Herzogs Maximilian I.Dort stieg er bis zum Hofkammerpräsidenten Finanzminister auf, was dem heutigen Finanzminster entspricht. 1623 erhielt er den Adelstitel, 1624 kaufte er sich die Hofmark Deutenhofen. Nach 1651 war er im Vormundschaftsrat
für Kurfürst Ferdinand Maria tätig, was ihm 1653 den Reichsfreiherrntitel einbrachte. Unter dem alten Adel war der Aufsteiger nicht beliebt. Sie intrigierten gegen ihn und erreichten, dass er über einen Fehlbetrag in der Staatskasse stürzte. Zu seinen Gegnern zählte auch Kaspar Schmid, der spätere Kanzler Bayerns und Hofmarksherr in Schönbrunn.

Informationen über die frühere Schlosskapelle können Sie hier erhalten...

 

Hans Schertl


Quellen:
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.1065, 1141, 1164)
Max Gruber, Baugeschichte der Kirchen im Bereich der Gemeinde Hebertshausen, Amperland 1985
Wilhelm Neu, Volker Liedke, Otto Braasch, Denkmäler in Bayern,Oberbayern, 1986
(Baujahr)
Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des Dachauer Landes
, 1991
Wilhelm Liebhart in Hilgertshausen-Tandern, Bilder aus vergangenen Tagen, 2003
4 Bilder: Hans Schertl (2000)


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