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Ignaz Baldauf (1715 - 95)

Ignaz Baldauf wurde 1715 in Inchenhofen als Sohn des Malers Josef Baldauf geboren. Nachdem er im Alter von 11 Jahren Vollwaise geworden war, ließ ihn das Kloster Fürstenfeld in Augsburg zum Maler ausbilden. Sein Lehrer war mglw.der spätere Leiter der Augsburger Kunstakademie Matthäus Günther, von dem ein Großteil der Deckenfresken in der Indersdorfer Klosterkirche stammen. 1755 wurde Baldauf zum Hofmaler des Fürstbischofs von Augsburg ernannt.

Seine Fresken entstanden vorwiegend im alten Landgerichtsbezirk Aichach. Als größtes und bedeutendstes Werk gelten die Deckengemälde in der Wallfahrtskirche St. Leonhard von Inchenhofen. Die Ausmalung von Lauterbach (1765) gehört zu einer Gruppe von vier Freskowerken mit St.Magdalena Fürstenfeldbruck (1764), Willprechtszell (1766) und Maria Beinberg (1767).
In diesen Gemälden bewahrt Baldauf zwar grundsätzlich das Güntherische Erbe, entwickelt aber gleichzeitig seine persönlichen künstlerischen Vorzüge. Seine Figuren sind von Lebendigkeit und Volkstümlichkeit geprägt.


König David und Abigail.

Das Bild ist in lebhaften und frischen Farben gehalten. Die Farben sind so fein differenziert, dass auch zurückhaltende Farbtöne in den Gewändern Leuchtkraft entfalten
In Lauterbach malte er die Deckengemälde im Altarraum (siehe rechts)
und im Langhaus (siehe Details links, rechts, mitte) sowie das Fegefeuer-Fresko am Eingang.

Ein weiteres Fresko mit dem Thema die Geburt der hl. Ottilia malte Baldauf 1765 an die Decke des Altarraums in Straßbach.

Im Herrenchor von Altomünster hat er das Altarbild im Herrenchor gemalt, das Christus als Welterlöser zeigt (siehe Bild rechts)

Der Auferstandene steht auf einer blauen Erdkugel, die samt den dargestellten Menschen von einer Schlange umwunden sind. Aber ein Blitz vom Kreuz Christi, dem Zeichen des Erlösers, das ebenfalls auf der Erdkugel steht, ist schon unterwegs, um die Schlange und damit das Böse zu vernichten. Links von Christus ist Maria Magdalena zu sehen, der der Auferstandene im Garten beim Grab begegnete. Hinter ihr zwei Weinstöcke für den männlichen und den weiblichen Zweig des Birgittenordens. Im unteren Teil des Bildes Putten, die eine Fürstenkrone wegwerfen und eine Birgittinnenkrone küssen. Das Altarbild erinnert daran, dass der Birgittenorden eigentlich "Orden des Allerheiligsten Erlösers" heißt.


In Altomünster: Christus als Welterlöser

Quellen:
Max Gruber, Der Maler Ignaz Baldauf, Amperland 1968
Bauer/Rupprecht, Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, 1996
Bilder: Hans Schertl


Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

5.9.2011