Weichser Pfarrer und Benefiziaten
Dr. Baptist Carl
Benefiziat von 1643/1649-1677

Epitaph für Johann Baptist Carl mit dem Wappen des Verstorbenen im oberen Teil. Um das Wappen herum sind Vanitas-Motive zu sehen, die auf den Tod hindeuten: Links oben Pickel und Schaufel, rechts oben ein Oberschenkelknochen, links unten ein Kerzenleuchter mit abgebrochener Kerze, rechts unten eine Sanduhr. Der Text lautet:
Anno 1677, den 10.Martij Starb der HochEhrwürdige Edl und Hochgelerte Herr Joan.Bapt.Carl.
AA Doctor deß Bäbstlichen Stüels zu Rom PROTON.APOSTOL. Römisch Kayserlich Mayestatt Pfalz- und Hoffgrave Seines Alters 50 Jahr 15 Tag, in die 34 gewester Pfarrer und Dechant zu Weichs. Deme Gott eine froliche Auferstehung verleichen wolle. Amen.
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Über das Leben von Pfarrer Carl hat Heinrich Fitger recherchiert und seine umfangreichen Ergebnisse im Buch 1200 Jahre Weichs (S.59) veröffentlicht. Hier ein Auszug davon:

"Ein besonders bemerkenswerter Priester war Johann Baptist Carl, der in Weichs von 1643 bis 1677 wirkte. Er hatte in Salzburg nach dreijährigem Studium den Doktor der Theologie erworben, vertrat den Benefiziaten und erhielt das Benefiziat selbst ab 1649. Er wurde Kammerer und Dekan des Kapitels. Das alles waren andere vor und nach ihm auch. In den 1660er Jahren erhielt er aber vom Kaiser Leopold I. auch die ganz ungewöhnliche Würde eines Pfalzgrafen, die ihn u.a berechtigte, Wappenbriefe zu erteilen und uneheliche Kinder zu legitimieren. Einige Jahre später wurde er noch zum päpstlichen Protonotar ernannt, natürlich nur ehrenhalber, denn ausuben konnte er dieses Schreiber-amt ja nicht. Aber dies reichte ihm noch nicht: Am 20.09.1676 richtete er an den Freisinger Bischof das Gesuch, ihn im Hinblick auf seine lange Amtszeit in Weichs (34 Jahre) und seine vielen Verdienste zum Geistlichen Rat zu ernennen. Bald darauf starb er, so dass es wohl zu dieser Ernennung nicht mehr kam. Holdenried erwähnt, dass 1655 der Benefiziumsaltar in der Pfarrkirche neu aufgerichtet worden sei; offensichtlich war er - vielleicht durch Kriegseinwirkungen- baufällig geworden. Hierzu habe Maria Margaretha v. Siegertshofen, Äbtissin des Reichsstiftes Niedermünster in Regensburg und Cousine des Hans Wolf v. Weichs finanzielle Beihilfe geleistet."

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