zur Landkreiskarte Dachau            ausführl.Beschreibung          Kirchen i.d. Gem.Fahrenzhausen


Filialkirche St. Anna in UNTERBRUCK



Adresse : 85777 Fahrenzhausen, Ampertal 14
Lage der Kirche auf der Landkarte ...


Kurzbeschreibung

Die Ortschaft Unterbruck bestand über viele Jahrhunderte aus nur wenigen Gebäuden; sie war aber dennoch ein wichtiger Verkehrspunkt in Oberbayern. Hier überquerte die Straße von München nach Ingolstadt die Amper. Die Brücke gab dem Ort den Namen.

Im Reiseatlas von 1805 wird Unterbruck wie folgt beschrieben: "Unterbruck an der fischreichen Ammer, über die eine 120 Schuh lange Brücke mit 2 Jochen vom Staate unterhalten, und hierfür der Brückenzoll gefordert wird; ist ein Gasthof, bey dem auch die Post, dann eine Mühle ist".

Die heutige, der hl.Anna geweihte Kirche, entstand 1859, nachdem die Vorgängerkapelle aus dem Jahr 1722 abgebrochen werden musste. Die Kirche wurde von der Posthalters-Witwe Barbara Barth nach Plänen des Architekten Beyschlag aus München erbaut und am 17.9.1859 durch den Münchner Erzbischof Gregor von Scherr eingeweiht.
Die Filialkirche der Pfarrei Jarzt (früher Filiale der Kuratiekirche Weng) ist eine der wenigen vollständig erhaltenen neugotischen Kirchen im ländlichen Raum der Diözese München und Freising.

Es handelt sich um einen Ziegelbau mit einem dreiachsigen Langhaus und einem direkt anschließenden Chor-schluss in drei Seiten.
Der Bau ist nicht geostet, sondern orientert sich am Verlauf der vorbei-führenden Bundesstraße 13.
Wer von Norden nach Unterbruck kommt, scheint direkt auf die Kirche zuzufahren.

Über dem Eingangsportal ist in einer Inschrift zu lesen: "St.Anna 1859".


über dem Eingang: St.Anna 1859

Der schindelgedeckte Turm steht an der Nordwestseite. Er ist bis zur Dachhöhe quadratisch (mit einem Absatz), darüber achteckig. Bedeckt ist er von einem ebenfalls achtseitigen Spitzhelm mit Goldknauf.

Im Turm hängen zwei Glocken, von denen eine im Jahr 1854, die andere nach dem 2.Weltkrieg gegossen wurde.

Das westliche Drittel des Kirchenraums ist als Vorraum gestaltet. Hier ist in Form einer Kalksteinplatte die Erinnerungstafel an die Erbauung eingemauert. Über dem Vorraum erstreckt sich die Empore, die über eine Wendeltreppe zu erreichen ist. Sie ruht auf drei gemauerten Spitzbogenarkaden, die durch Gitter geschlossen sind.

Der eigentliche Kirchenraum ist durch ein farbig bemaltes Stern/Netzgewölbe überdeckt. Drei Gewölbeschlusssteine zeigen den Freisinger Mohren, ein silbriges Wappen mit goldenen Diagonalstreifen sowie den Kopf eines bärtigen Mannes. Das Gewölbe ist an einer Holzkonstruktion befestigt. Die Bemalung von Altarraumdecken mit Sternen war im 19.Jh. auch bei größeren Kirchen sehr beliebt.

Der Altar ist ein neugotischer flügelloser Schreinaltar, der 1859, beim Bau der Kirche erstellt wurde. Er besteht aus bemaltem Holz und ist raumhoch. In der Mittelnische steht eine Skulptur der Kirchenpatronin St.Anna, in den Seitennischen Figuren von St.Josef und St.Barbara. Oben im Gesprenge befindet sich eine Madonnenfigur.

Der Raum hinter den Holzwänden beiderseits des Altars dient als Sakristei.

Die sechs Fenster sind spitzbogig mit Maßwerk gestaltet. Sie sind einheitlich ornamental bemalt mit Rautenmuster in Grisailletechnik und roten Vierpass-Enden.

Zwei Ausstattungsstücke stammen noch aus dem bis 1857 bestehenden Vorgängerbau (aus der Kapelle von 1722):
- Das Ölbild an der Nordseite zeigt die Heilige
  Großfamlie (Jesus, Maria, Anna u. Joachim).   Gemalt wurde es von Joseph Gundlfinger aus   Hohenwart (sign).
- An der Südwand ein Kruzifix aus der Zeit um
  1730.

St.VitusST.UrbanTabernakelGottvater im AltaraufsatzMater dolorosaSt.SebastianMuttergottes
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Der Boden ist mit relifierten roten Ziegelplatten belegt. Je vier Platten ergeben zusammen ein Blatt- oder Blütenmuster.

Die Kirche besitzt keinen Friedhof. Die Gräber der Bewohner aus Unterbruck befinden sich im Friedhof um die Pfarrkirche in Jarzt.


Denkmalschutz
Die Kirche steht unter Denkmalschutz und ist im Denkmalatlas des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege und in der Liste der Baudenkmäler in Freising 24
) eingetragen Darin wird sie wie folgt beschrieben: "Aktenzeichen: D-1-78-123-23; Ampertal 14; Neugotischer unverputzter Backsteinbau mit polygonalem Chorschluss und vorgestelltem Nordturm, von Franz Xaver Beyschlag, bezeichnet mit 1859; mit Ausstattung".


Was noch interessiert...

Im ersten 'Coronajahr' 2020 hat auch der Pfarreiverband Fahrenzhausen-Haimhausen Gottesdienste und geistliche Impulse auf Youtube veröffentlicht und so digitalen Kontakt zu ihren Gläubigen gehalten.
Am 13.6.2020 hielt Pfarrer Stefan Menzel einen Wochenimpuls mit Gedanken zu Fronleichnam aus Unterbruck.
Wenn Sie den Impuls und schöne Aufnahmen aus der Kirche sehen und hören möchten, klicken Sie hier...

Die aktuelle Gottesdienstordnung finden Sie hier...
 


Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen

 Altar

 Apostelleuchter  Baubeschreibung  Beschreibung 1874  Denkmalschutz
 Empore  Fenster  Geschichte  Figuren am Altar  Gemälde
 Gewölbe  Kirchenbänke

 Kruzifix

 Krippe  Kruzifix
 Krippe  Sakristei  Vorhalle
  Zeitungsberichte über die Ortschaft Unterbruck   

Im 12.Jh wird erstmals eine Ortschaft Pruckh schriftlich erwähnt. Ob damit unser Unterbruck gemeint ist, ist nach neuesten Forschungsergebnissen eher unwahrscheinlich. 27) Der Name rührt von der Brücke über die Amper her. Eine weitere Bücke lag übrigens am Oberlauf der Amper in Bruck, heute Fürstenfeld-Bruck. Nachdem beide Brückenorte früher nur Pruck/Pruckh/Prugg/Prug 05) genannt wurden, ist die Unterscheidung schwierig.
Die Amperbrücke von Unterbruck blieb jedenfalls für Jahrhunderte wichtig. Noch im Topografisch-statistischen Handbuch des Konigreichs Bayern von 1868 heißt es bei der Beschreibung des Landkreises Dachau: "Brücken (gibt es) über die Amper: bei Dachau und Unterbruck." 02)

Die Mühle ist jünger als die Brücke. Sie wurde 1231/34 erstmals erwähnt und gehörte zum Kastenamt Dachau. 27) 1554 hat man sie wohl neu errichtet und 1629 um ein Sägewerk erweitert. 08) Beim Schwedeneinfall im 30jährigen Krieg wurde sie zerstört ("..die Mühle in Unterbruck wurde durch Freunde- und Feindesoldaten stark zugerichtet, daß fast kein Rad mehr zu gebrauchen war").

Unterbruck bestand über Jahrhunderte nur aus einem Wirtshaus mit einer Pferdewechsel-Stelle und einer Mühle. 1446 ließ Herzog Albrecht III., der Fromme (der 10 Jahre später die Kirche im nahen Inhausen errichtete) die Straße von München nach Ingolstadt bauen und dabei auch die Brücke erneuern. 08) Da die Ingolstädter Straße (heute B 13) früher die Grenze zwischen den Hofmarken Haimhausen und Massenhausen und lange Zeit sogar zwischen den Herzogtümern München/Oberbayern und Niederbayern bildete, gehörten die Unterbrucker Gebäude je nach Lage zu verschiedenen Verwaltungseinheiten. So lag die Wirtschaft auf Massenhausener Gebiet, das von den Bischöfen in Freising verwaltet wurde, die Mühle im Bereich des bayerischen Herzogs.


Unterbruck auf der Karte von Apian 1568


Wirt und Müller

Postwirtschaft Ende 19.Jh.

Das Wirtshaus (auf dem Grundstück des heutigen Schnitzlwirts) dürfte -zunächst in einfacherer Form- so alt wie die Brücke (oder so alt wie der Brückenzoll) sein. Die Entfernung von München legt eine Nachfrage nach Übernachtungsmöglichkeiten nahe.
Noch im 19.Jahrhundet war das Haus ein stattlicher Bau mit Zinnen, wie auf einer Zeichnung von Aleksander Lesser aus dem Ende des 19.Jh. deutlich zu sehen ist (Bild links). Dieses Gebäude hatte eine Grundfläche von 17,5 x 24 m = 420 qm). Es wurde leider abgebrochen. 27)
Schriftlich erwähnt wurde das Wirtshaus erst 1444.
Auch 1526 wurde es in einem Vertrag erwähnt. Damals gab der Freisinger Bischof Philipp "die Tafern zu Prugkh an der Amber in Jarzter Pfarr samt den Zoll daselbst an Wolfgang Unbhricht um eine Jahresgült von 52 fl.". 05) Der Bischof verpachtete somit nicht nur das Wirtshaus und die Brücken-Zolleinnahmen, sondern brauchte sich auch nicht um deren Verwaltung zu kümmern. Zugleich ist klar, dass das Wirtshaus schon damals zum Freisinger Bistum gehörte. Über den Bau und die Einrichtung der Tafern gibt es ein Beschreibung aus dem Jahr 1652. Wenn Sie sie lesen möchten ...

Die Mühle ('Mill zu Pruckh') auf der gegenüberliegenden Straßenseite stand im Lehen des bayerischen Herzogs.
Zwischen den beiden gab es oftmals Auseinandersetzungen. Einer der Streitpunkte war der Mühlbach neben der Amper, durch den die Straße auf einer Furt führte.
So berichtet Werner Keller in seinem Aufsatz "Der beschwerliche Weg von Maysteig nach Prugkh" 09) , dass der Wirt im 17.Jh. die große Brücke über die Amper instand zu halten hatte und dafür einen Anteil am Wegezoll erhielt.
Daneben hatte sich der Wirt für seinen eigenen Bedarf eine kleine Brücke über den Mühlbach, die sog. Eisbrücke errichtet. Diese Brücke durften andere Verkehrsteilnehmer, auch der Müller, nur benutzen, wenn der Weg über die Furt wegen Vereisung des Bachs im Winter oder wegen Hochwassers nicht möglich war. Weil der Müller aber die Strömung am Mühlschuss, dem Bach-Abschnitt hinter der Mühle, nicht eindämmte, sondern frei laufen ließ, wurde die Furt unter dem Mühlbach ausgeschwemmt. Die Fuhrwerke konnten diesen Weg nicht mehr benutzen und so rollte der gesamte Verkehr unerlaubt über die Eisbrücke. Dies erboste den Wirt, weil dadurch die kleine Brücke abgenutzt wurde und er die Kosten für die Reparaturen zu tragen hatte.
Der Müller beschwerte sich wiederum, dass der Wirt die Stichstraße zur Mühle nicht pflege, obwohl er dazu verpflichtet sei. Der Zwist drohte auszuarten. Deshalb mischte sich die Obrigkeit ein. Der Landrichter zu Dachau, der Massenhausener Pfleger und Beamte aus der Hofkammer in Freising fanden einen Finanzierungskompromiss: von den Kosten trage der Müller 2 Teile, das Pfleggericht Massenhausen 1 Teil und der Wirt ebenfalls 1 Teil.

Im Jahr 1787 riss eine "gräuliche Überschwemmung" die alte Holzbrücke über die Amper aus der Verankerung und spülte sie weg. 09)

1808 erbaute man eine Schmiede, die sich bis 1820 im Besitz des Müllers befand. Bald kamen Kramer, Schneider und Schmiede usw. dazu. 08)

Um die Mitte des 19.Jh. plante die bayerische Regierung neue Wasserstraßen in Bayern. So sollte nach Plänen des königl. Oberbaurat Frhrn. v. Pechmann ein Kanal vom Ammersee nach München gebaut werden, der u.a. die Wasserversorgung der Stadt verbessern sollte. Darüber hinaus war geplant, den Kanal über Unterbruck bis zur Donau zu erweitern. Der Planer schreibt dazu in der Beilage der Neuen Münchener Zeitung vom 26.11.1851: 26)
  "Dieser Kanal sollte von dem Ende des oben angeführten Kanales (= Ammersee-München) anfangend, über das Schleißheimermoor, dann unterhalb Dachau mittels eines Brückkanales über die Ammer, dann jenseits derselben längs den das Thal dieses Flusses begrenzenden Anhöhen bis in die Gegend von Unterbruck geführt werden, wo er ungefähr 30 ' (= 9 Meter) hoch über der Ammer anlangen würde. Von dort würde er seine Richtung von dem Thale der Ammer sich entfernend, über Kammerberg an das Thal der Glon nehmen, über selbsts mittels eines Dammes und eines Brückkanales geführt werden, dann die das Ilmthal vom Glonthal scheidenden Höhen mittels eines tiefen, aber nur kurzen Einschnittes durchschneiden, und von dort durch 5 ziemlich nahe einander liegende Schifffahrtsschleußen zur Ilm hinabführt und längs dem rechten Ufer dieses kleinen Flußes an den Landstädtchen Pfaffenhofen und Geisenfeld vorüber fortgeführt werden, bis er endlich mittels eines Brückkanals über die Ilm an die Donau geführt werden würde. ...
Seine Majestät genehmigten diesen Bauplan, doch mit dem Beisatze, daß seine Ausführung aufgeschoben bleiben solle, bis zur Vollendung des Donau-Mainkanals."
Die Kanäle wurden, wie wir wissen, nicht gebaut.


Poststation

Auszug aus einer Karte
von Philipp Finkh -1655
Unterbruck = Pruk
Unterbruck war eine wichtige Poststation. Noch im 19.Jh. war in der Beschreibung vieler Ortschaften im Landkreis Dachau und im Landkreis Freising die Lage der Ortschaft mit der Entfernung von Unterbruck beschrieben (z.B. Aufhausen bei Weichs 2 1/2 Std. oder Asbach bei Petershausen 2 Stunden von Unterbruck, Sulzrain...). Seit 1743 gab es eine Posthalterei. 32) Aus dem Jahr 1774 liegt ein Vertrag zwischen dem Fürst v.Thurn und Taxis und dem damaligen Posthalter Joh.Michael Paur vor. Der Vertrag galt bis 1808, als der Postdienst von der köngl. bayer. Post übernommen wurde.

Anfang Juni 1858 vermeldeten die Zeitungen, dass die Poststation, die "Brief- und Fahr-Post-Expedition" in Unterbruck 11 Wochen nach dem Tod des Posthalters aufgegeben und nach Haimhausen verlegt wurde. Der Poststall kam nach Hohenkammer. 23)
1870 wurde das Inventar des Postgutes versteigert. 31)

Anfang des 19.Jh. war in Unterbruck auch ein Gendamerie-Commando stationiert. Wir wissen das aus einer Zeitungsmeldung vom 4.11.1824, nach der die Beamten vom Hochwasser "aus dem untern Stockwerke des Wachthauses vertrieben" wurden. 21)

Feuer im Ort 1835 18)
Bei einem Brand im Ort gingen sechs Gebäude in Flammen auf. Die Kapelle war davon nicht betroffen.

Unwetter am 25.6.1844
Am 25. Juni 1844 zerstörte ein Hagelschlag in Fahrenzhausen und Umgebung alle Feldfrüchte und brachte die damals noch vorherrschend bäuerlichen Familien in große Not. Von diesem Hagelschlag berichten übrigens auch die Chroniken von Westerholzhausen, Vierkirchen und Schönbrunn; auch einige bayerische Zeitungen haben das Unwetter, das große Teile Südbayerns verwüstete, drastisch geschildert. In Unterbruck warf der Sturm sogar eine Postkutsche, den Eilwagen, um.
Am nächsten Morgen, dem 26.Juni, versprachen jedenfalls die Gläubigen der Pfarrei Jarzt den Tagesheiligen Johannes und Paulus, die ohnehin als Wetterheilige angerufen werden, einen alljährlichen Bittgang nach Westerndorf, damit sie künftig von solchen Unwettern verschont werden. Dieser Bittgang fand bisher jedes Jahr statt, auch während der beiden Weltkriege. Nur in den Corona-Jahren 2020 und 2021 musste er abgesagt werden. Mehr über den Bittgang finden Sie hier...


Statistik

1867 war über die Größe der Ortschaft Unterbruck im Handbuch des Königreichs Bayern von
1867 unter dem Eintrag "Gemeinde Großnöhbach" folgendes zu lesen 03)
:
"Großnöhbach, Gemeinde 402Einw., 130 Gebäude in 7 Orten:
        Gesseltshausen, Dorf, kath.Pfarrei Gremertshausen, 111 Einwohner, 40 Gebäude (jeweils mit Scheunen), 1 Kirche
        Großeisenbach, Dorf, Pfarrei Fürholzen, 57 Einw., 18 Gebäude, 1 Kirche
        Großnöhbach, Dorf, Pfarrei Haimhausen, 58 Einw., 20 Gebäude, 1 Kirche
        Kleineisenbach, Pfarrei Gremertshausen, 25 Einw., 7 Gebäude
        Kleinnöhbach, Dorf, Pfarrei Fürholzen, 22 Einw. (5 Mennoniten), 8 Gebäude 
        Weng, Dorf, Pfarrei Gremertshausen, 73 Einw. 25 Gebäude, 1 Kirche, 1 Benefiziatenhaus".
        Unterbruck, Dorf, Pfarrei Jarzt, 56 Einw. 12 Gebäude, 1 Kirche
9 Jahre später, 1876, waren es schon 67 Einw. in 19 Gebäuden, 20 Pferden und 56 Rindviechern 14)
.


Die Amperbrücke in Unterbruck, der Namensgeber der Ortschaft, stand mehrmals im Blickpunkt der Öffentlichkeit.
1831 musste sie verstärkt werden, weil die Marmorsäulen für die Ludwigskirche in München/Maxvorstadt zu schwer waren.
1837 kam es zu einem Brückeneinsturz als ein Frachtwagen darüber fuhr. Da schaltete sich sogar der König ein und versprach dem Eigentümer des Wagens und der Waren eine Entschädigung. Mehr darüber...
                                             

Unterbruck in der Literatur

In den Literalien des Pfleggerichts Kranzberg (Krandsperg) von 1782 wird über Unterbruck berichtet:
         "Pruck oder Unterbruck. Das Wirtshaus ohnweit der Maysteig genannt. Einöd...Ao 1490 kömt diese Tafern bereits unter           den Hofmarchen bey dem Dorf Jarzt ein; also unstreitig ein Pertinenz (= längere Zusammengehörigkeit)".

Im "Reiseatlas von Bayern" von Adrian von Riedl aus dem Jahr 1805 15) wird der Ort Unterbruck wie folgt beschrieben:
         "Unterbruck an der fischreichen Ammer, über die eine 120 Schuh lange Brücke mit 2 Jochen vom Staate unterhalten,
          und hierfür der Brückenzoll gefordert wird; ist ein Gasthof, bey dem auch die Post, dann eine Mühle ist".

 

Geschichte der Kirche

Frühere Kapelle
Eine erste Kapelle war 1722 mit bischöflicher Erlaubnis vom Wirt und Gutsherr Caspar Kögl und seiner Frau Maria auf eigenem Grund erbaut und mit einem Acker bei Großnöbach ausgestattet worden (Einweihung erst 1739). Sie stand auf dem Grund des Posthofs, nicht weit entfernt von der jetzigen Kirche und bot nach einem Bericht von Pfr. Schuechbaur (vom 22.7.1738) rd. 30 Personen Platz. 04) Die Kapelle enthielt einen Altar zu Ehren der Heiligen Familie, dessen Altarblatt noch an der Nordseite der heutigen Kirche hängt. Dies können wir der Schmidt'schen Matrikel von 1738/40 entnehmen. 01)

Einer der Gründe für den Bau der Kapelle war, dass "die vielen Reisenden ('Raisenten') einen religiösen Rückzugsort haben. 04)
 

Abbruch der alten Kapelle
Bis 1857 verlief die Hauptstraße München-Ingolstadt mitten durch den Posthof. Das störte den großen landwirtschaftlichen Betrieb (mit 150 Hektar Fläche 27) und schränkte Bau- und Umbaumaßnahmen des Postwirts ein.
Deshalb beantragte Josef Barth bei der Regierung eine Verlegung der Straße. Er machte dabei so große Zugeständnisse ("so günstige Anerbietungen"), dass die Regierung trotz fehlender Finanzmittel nicht ablehnen konnte und die Straße -am Posthof vorbei- auf den Verlauf der heutigen Bundesstraße 13 verlegte. Den Bericht der Kgl. Bauin-spektion vom 29.5.1856 können Sie hier lesen....

Dieser Baumaßnahme stand die Hofkapelle von 1722 im Weg; das kleine Gotteshaus musste abgetragen werden.
Der Postwirt Josef Barth erwirkte dafür über den zuständigen Pfarrer Fumy beim Erzbischöflichen Ordinariat eine Abbruchgenehmigung, die am 25.2.1857 unter der Auf-lage erteilt wurde, dass die Kapelle an anderer Stelle wieder aufgebaut und der Plan vorher vom Ordinariat genehmigt wird.
Pfarrer Michael Fumy aus Jarzt erhielt den Auftrag, aus dem konsekrierten Altar der zum Abbruch freigegebenen Kapelle die Reliquienkapsel herauszunehmen und verschlossen an das Ordinariat zu schicken. 10) Den originalen Wortlaut der Korrespondenz zwischen Pfr. Fumy und dem Ordinariat können Sie hier lesen...

Neubau der Kirche
Die heutige Kirche entstand in der Zeit von Mai 1858 bis September 1859. Sie ist eine der wenigen vollständig erhaltenen neugotischen Kirchen im ländlichen Raum der Erzdiözese München und Freising 06)
. Es handelt sich um einen Ziegelbau "im reinsten gothischen Style", der von der Posthalterswitwe Barbara Barth nach Plänen des Architekten Franz Xaver Beyschlag aus München (1817-1866) errichtet und am 17.9.1859 durch den Freisinger Erzbischof Gregor von Scherr eingeweiht wurde. Beyschlag war Schüler des berühmten Friedrich von Gärtner, der als einer der bedeutendste Baumeister im Königreich Bayern unter Ludwig I. gilt (Ludwigskirche, Feldherrnhalle, Siegestor, griech.Parlament).
"Unter Gottes Beistand und ohne allen Unglücksfall, mithin sichtlich unter des Himmels Segen wurde das ganze Gebäude sammt der inneren Einrichtung vollendet" heißt es in einem zeitgenössischen Bericht. 30)

Auf einem Gedenkstein war zu lesen:
              "Im Jahre des Herrn 1859 haben zu Ehren der heil. Mutter Anna diese Kapelle vom Grunde auf neu erbaut die ehren-
               geachteten Gutsbesitzer-Eheleute zu Unterbruck Joseph und Barbara Barth, geborne Veitl".
Auf dem Gedenkstein ist auch Joseph Barth genannt, der aber schon ca. 3 Wochen nach Erstellung der Eingabepläne verstarb. Frau Barth errichtete die Kirche als letzten Wunsch für Ihren Mann und so ist es naheliegend, dass sie dort auch ihren Mann mit genannt sehen wollte.

Die Einweihung der Kirche durch den Erzbischof war eine große Ehre für Unterbruck. Gregor von Scherr war schon am Vorabend zur Vigil angekomen und im Hause der Erbauer abgestiegen. Die feierliche Weihe fand unter der Assistenz von Priestern aus der Umgebung und im Beisein einer großen Menge Gläubiger statt.
Der Posthalter Josef Barth erlebte die Einweihung leider nicht mehr. Er konnte noch den Plan begutachten und den Auftrag zum Bau geben. "Allein in dem Rathschlusse Gottes war es anders bestimmt", hieß es. 27)

Auch die Presse nahm von der neuen Kapelle Notiz. Das Bayerisches Volksblatt stellte sie am 30.09.1859 22) wie folgt vor:
  "Am 17. ds. wurde in Unterbruck (an der Straße von hier nach Ingolstadt gelegen) von dem hochwürdigen Herrn Erzbischof Gregor eine neuerbaute Kapelle feierlich eingeweiht. Die Kapelle, welche die Posthalterseheleute Barth auf eigene Kosten herstellen ließen, ist im reinsten gothischen Style von dem königl. Kreisbaubeamten Herrn Beyschlag gebaut und sehr geschmackvoll ausgeschmückt. Der Altar wurde von Herrn Bildhauer Sickinger angefertiget und ist ein wahres Meisterstück. Der feierlichen Einweihung wohnten viele Geistliche der Umgegend und sehr zahlreiche Andächtige an".

Eine eingehende Beschreibung der neuen Kirche und deren Einweihung und enthält ein Bericht der Zeitung "Bayerischer Kurier" vom 30.Sept. 1859.

Die Kirche in Unterbruck gehörte seit 1874 zur damals neu eingerichteten Kuratie Weng. Unter einer Kuratie versteht man eine Gemeinschaft von Gläubigen, die aufgrund "besonderer Umstände" (516 § 1 CIC) noch nicht als Pfarrei errichtet wurde. Sie wird von einem Hilfspriester geleitet, der zwar nicht rechtlich, aber seelsorgerisch die gleichen Rechte besitzt, wie ein Pfarrer. Unter Pfarrer Mayer von Jarzt (1964-98) wurde Unterbruck eine Filiale der Pfarrei Jarzt. ...mehr über die Entwicklung zur Expositur...

Südseite
Um die Zahl und den Zeitpunkt der Gottesdienste in Unterbruck entspann sich ein Disput zwischen den Stiftern, der Pfarrei Jarzt und der Diözese Freising. Der Bischof hatte bei der Einweihung den Stiftern (Fam.Barth) zugesagt, den Tag des Kirchweihfestes selbst bestimmen zu dürfen. Als diese den 2.Sonntag nach Mariä Geburt (8.Sept.) wählten, protestierte Pfarrer Fumy, weil an diesem Tag Kirchweihe in Jarzt gefeiert wurde. Er befürchtete, dass dann die Zahl der Jarzter Gottesdienstbesucher aus Unterbruck zurückgehen würde ("...wenn zu Unterbruck auch nur eine Frühmesse gehalten wird, vom ganzen Barthschen Hause 30-36 Personen und vielleicht von ganz Unterbruck niemand zum pfarrlichen Gottesdienst käme..").
Das Ordinariat in Freising entschied mit Schreiben vom 8.11.1861, dass das Kirchweihfest -wie beantragt- am 2.Sonntag nach Mariä Geburt gefeiert werden dürfe, "aber
- 1. die gottesdienstliche Feier auf eine stille Messe beschränkt bleibe,
- 2. die Anhörung dieser Messe nicht von der Pflicht dem Pfarrgottesdienste beizuwohnen befreie und
- 3. der jeweilige Gutsbesitzer den zur Lesung dieser hl.Messe erforderlichen Priester auf eigene Kosten
      bestelle
."


Beschreibung 1874  04)
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising, die der Beneficiat an der Domkirche Anton Mayer im Jahr 1874 erstellte, ist auch die Kirche von Unterbruck als Nebenkirche von Jarzt (!) enthalten. Damals gehörten 89 Seelen zu dieser Kirche. Sie wohnten in 11 Häusern. Mayer schreibt (geographisch nicht ganz korrekt):
"Die Kirche von "Unterbruck steht an der Amper (richtig: am Mühlbach) zunächst der Brücke und an der Hauptstraße von München nach Ingolstadt. Früher war die Capelle auf der andren Seite der Brücke (richtig: Straße 27)
), kleiner und weniger schön als die jetzige, welche 1859 in gothischem Stile erbaut wurde. Baupflicht: derzeit (=1870) die ehemalige Posthalterin Barbara Barth. Spitz-Thurm mit 2 Glöckchen, 1859 gegossen. Consecrirt am 17.Sept.1859 durch H.Erzbischof Gregor von Scherr. Patronin Hl.Anna. 1 Altar. Gottesdienste: Am St.Annatage ( d.Z. noch jedes Mal durch die Erbauerin der Capelle honorirt). Stiftungen: 156 (!) Messen. Eine Benefiz-Stiftung in Aussicht (wurde der Todestag am 11.3. 27)). Meßner: D.Schmid".

Wegen der vielen Messstiftungen durch das Kögl'sche-, das Kyrin'sche- und das Paur'sche" Benefizien musste an 3 Tagen in der Woche eine Messe gelesen werden. Die Stifter waren, wie Pfarrer Rößle schrieb, "Glieder der Posthaltersfamilien von Unterbruck."
Kögl bedeutete vermutlich Kaspar Khögl, Paur meinte wahrscheinlich Simon Paur und Kyrin den der Schwiegersohn von Simon Paur, Franz Michael Kiermayr, der in Bad Tölz das Anwesen "zum obern Kyrein" besaß. 27)


Primiz 1875
Am 19.Juli 1875 fand in Jarzt die Primiz eines aus Unterbruck stammenden Neupriesters statt. Das Freisinger Tagblatt berichtete darüber ausführlich. Doch im gesamten, in der blumigen Sprache der Zeit erstellten Bericht wird der Name des Neupriesters kein einziges Mal erwähnt. Wenn Sie den Zeitungsbericht lesen möchten, klicken Sie hier...


Renovierungen
07)
1959:      Restauration des Innenraums und des Altars
1974-77: Generalsanierung


Kirchenbau

Die Kirche ist eine der wenigen vollständig erhaltenen rein neugotischen Kirchen im ländlichen Raum der Diözese München und Freising 06). Das Gotteshaus ist ein unverputzter dreiachsiger Ziegelbau ohne ausgeschiedenen Chorraum mit einem südöstlichen Schluss in drei Seiten eines Achtecks. Der Bau wird durch gemauerte abgetreppte Stützpfeiler und spitzbogige Maßwerkfenster gegliedert. In einem Zeitungsbericht 30) heißt es: Die Ausführung des Baus im rein gothischen Style gereicht dem Kreisbaubeamten H.Beyschlag zur größten Ehre, die Familie Barth aber hat sich ein Denkmal für Jahrhunderte gesetzt".
  Hinweis: Zur Zeit der Erbauung der Kirche war der neue Baustil nicht bei allen Kunstliebhabern beliebt. Viele sahen ihn als billige Nachahmung an, der unter Einsatz neuester Technik die manuelle Meisterleistung des Originalstils aus der Zeit 300 Jahre früher kopierte. Das galt vor allem für die Fialen und deren Schmuckwerk, das im 19.Jh. maschinell erstellt wurde. Unzufriedene sprachen deshalb verächtlich und abwertende von der "Steckerlgotik" 12). Von dieser Einschätzung ist man inzwischen weit entfernt. Der Stil des Historismus, zu dem auch die Neugotik zählt, ist heute voll anerkannt.

Die Kirche liegt an der Bundesstraße 13, inmitten der zu einem einheitlichen Siedlungsgebiet zusammengewachsenen Ortschaften Großnöbach, Unterbruck und Fahrenzhausen.

Der Bau ist nicht geostet, sondern steht in Nordwest/Südost-Richtung. Der Baumeister F.X. Beyschlag orientierte sich am Verlauf der vorbeiführenden Bundesstraße 13, die dort eine Kurve macht. Wer von Norden, von Fahrenzhausen, nach Unterbruck kommt, scheint direkt auf die Kirche zuzufahren. Das macht die Kirche über ihre religiöse Bedeutung hinaus so bekannt.

Die Schlosserarbeiten und das große Gitter aus Schmiedeeisen wurden von Georg M.Haller aus München ausgeführt, die mit geschmackvollem Tapetenmuster bemalten Fenster stammen vom Hofglaser J.Georg Haug (einem Geschworenenkollegen von Joseph Barth am Schwurgericht) 30), 27)

Das hohe Satteldach ist mit rotem Kirchenbiber gedeckt 07). Kirchenbiber sind einfache, rote Dachziegel mit Korbbogenschnitt, d.i. ein Mittelweg zwischen Segment- und Rundschnitt. Kirchenbiber-Ziegel sind aber dicker als normale Biberschwanz-Ziegel, haben eine farbige Beschichtung und sind von hoher handwerklicher Qualität.

Die Kirche besitzt zwei Zugänge:
- im Nordwesten, hinter dem Turm, ein spitzbogiges Portal mit drei Steinstufen und einer Holztüre, als Zugang vom früheren
  Posthof aus 27)
(mit Beschlägen aus der Zeit um 1859);
- im Südosten, zur Straße hin, ein Portal in vorkragender Sturzbogenrahmung 07)
. Darüber ein Dreipass mit der Inschrift:
  "St.Anna 1859".

Der schindelgedeckte Turm steht an der Nordwestseite.
Er umfasst drei, durch Gesimse getrennte Stockwerke. Die beiden unteren reichen bis zur Dachhöhe und sind quadratisch, das obere achteckig. Über den Schallfenstern sind an jeder Seite Ziffernblätter der Turmuhr befestigt. Bedeckt ist der Turm von einem achtseitigen Spitzhelm mit Goldknauf und Kreuz.

Im Turm hängen zwei Glocken.
-  Die Kleinere wurde 1854, wohl noch für die Vorgängerkapelle, bei Ignaz Bauer in München gegossen; sie
   ist -wie die alte Kapelle- der Heiligen Familie gewidmet. 07) Diese kleine Glocke überstand unversehrt die
   Beschlagnahme-Aktionen in den beiden Weltkriegen.
-  Die größere Glocke, ebenfalls aus der Erbauungszeit um 1859, wurde 1941/42 für Kriegszwecke eingeschmol-
   zen. Sie wurde nach dem Krieg durch eine Glocke aus der Glockengießerei Karl Czudnochowsky in Erding
   ersetzt; ihre Patronin ist die neue Kirchenpatronin St.Anna.
Über die Glockenweihe im Mai 1953 existiert noch ein Bericht der Dachauer Nachrichten; wenn Sie ihn lesen möchten, klicken Sie hier...


Glocke am Altar
in Unterbruck


I
nnenausstattung

Bei der Innenausstattung der Kirche war auch das Ordinariat beteiligt. Jedenfalls bevollmächtigte es Pfarrer Josef Grob (von 1849-1858 Pfarrer von Fürholzen), der um diese Zeit bereits an die Pfarrei Rott am Inn versetzt war, die innere Ausstattung der Kirche zu organisieren und sie unter kirchlichen Gesichtspunkten auszuführen. Dies hat sich gelohnt: Pfarrer Josef Grob hat an der Kirche St. Anna in Unterbruck Großartiges geleistet und für eine geschmackvolle Ausstattung gesorgt. 27)
Pfarrer Grob versuchte auch, die etwas verwirrenden finanziellen Verhältnisse um die Kirchenstiftung zu ordnen, hatte damit aber nur einen geringen Erfolg.
In Rott a.Inn ging man mit Pfarrer Grob nicht besonders einfühlsam um. 1864 kam es zum Haberfeldtreiben gegen ihn und seine Köchin. Daraufhin wurde er nach München an den Dom versetzt.


Vorraum

Das erste Joch des dreijochigen Kirchenraums ist als ein durch ein Gitter (von Schlossermeister Georg M. Haller) abgetrennter Vorraum gestaltet.
Hier ist eine vom Münchner Steinmetz J.Aufleger 11)
gestaltete Kalksteinplatte als Erinnerungstafel an die Erbauung eingemauert:

Text:
"Im Jahre des Herrn 1859 haben zu Ehren der heiligen Mutter Anna diese Kapelle vom Grunde auf neu erbauet, die ehrengeachteten Guts-Besitzers Eheleute zu Unterbruck Joseph und Barbara Barth, geb. Veitl.

 


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Eingeweiht wurde dieselbe am 17ten Sept. 1859 durch den Hochwürdigsten Herrn Erzbischof Gregor von München Freysing. Architekt des Baues war Franz Xaver Beyschlag von München"

 

Das muschelförmige Weihwasserbecken am südlichen Arkadenpfeiler der Emporenstütze aus hellem Marmor enthält die Inschrift "18 St.Anna.59".

 
Gitter im Vorraum  
Der Vorraum ist vom Kirchenraum durch ein hohes Schmiedeeisengitter getrennt. Es besteht aus einfachen Rundstäben in Durchstecktechnik mit Rauten- und Ringformen und dürfte noch aus der Erbauungszeit von 1859 stammen.
Das Gitterschloss ist mit floralen Motiven schön verziert.

   Gitterschloss

Gewölbe


Netzgewölbe
Der eigentliche Kirchenraum ist durch Wandpfeiler gegliedert, die in spitze Schildbögen übergehen. Er ist durch ein dekoratives, blau bemaltes Stern- bzw. Netzgewölbe überdeckt, das auf trichterförmigen Konsolen aufliegt.
Drei Gewölbeschlusssteine (siehe rechts) zeigen den Freisinger Mohren, ein silbriges Wappen mit goldenem Diagonalstreifen sowie den Kopf eines bärtigen Mannes (wahrscheinlich des Erbauers Joseph Barth 27
).
   
Schlusssteine

Das Gewölbe ist aber nicht echt. Die Decke ist eine wunderschöne Dekoration und hängt an großen Holzbalken, die quer über den Kirchenraum gelegt sind. Befestigt ist die Decke mit Klebemörtel. Diese Technik hatte man schon in der Barockzeit bei den Flachdecken verwendet 12) . Dadurch kann der seitliche Druck auf die Außenmauern vermindert werden.


Altar
Altar

Der Altar ist ein neugotischer flügelloser Schreinaltar, der 1859, beim Bau der Kirche, vom renommierten Bildhauer Anselm Sickinger (1807-1873) aus München 22) angefertigt wurde. Mehr zu Sickinger...

Der Altar besteht aus gefasstem (=bemaltem) Holz und ist raumhoch. In drei Nischen stehen Figuren.
An die Zeit der Gotik erinnern insbesondere die Fialen und das Maßwerk, die das Gesprenge bilden. Auch die Predella ist mit Blendmaßwerk verziert.
Die zeitgenössische Berichterstattung lobt die "trefflichen Arbeiten des weithin bekannten Bildhauers, die meisterhaft ausgeführt sind".


  Fialenspitze       Predellaverzierung
 

Hoch oben, inmitten des Gesprenges, steht eine Muttergottesfigur auf einem Balkon.
Maria trägt das Jesuskind auf ihrem rechten Arm. In der Linken hält sie ein Zepter.
Ihr Haupt ist mit einer Krone geschmückt.

Muttergottes im Gesprenge
Die Figur zeigt in ihrer Ausgestaltung deutlich den Bezug zur Kunstauffassung der Romantik.
Die Gesichter sind schön gestaltet, die Haltung anmutig und auf Harmonie ausgelegt. Auffällig ist das wallende Gewand mit starkem Faltenwurf.


Mittelschrein
Der tiefe Mittelschrein ist innen ornamental bemalt und oben als Rippengewölbe geschlossen. Darin steht eine Skulptur der Kirchenpatronin St.Anna (ohne St.Joachim) mit gefalteten Händen. Kopf, Hals und Schultern sind mit einem Tuch, dem schon in gotischer Zeit nicht mehr modernen Gimpf bedeckt. Damit soll ihr Status als ältere, verheiratete Frau betont werden, als die sie in der Kunst regelmäßig dargestellt wird.
Nach apokryphen Evangelien des 2. bis 6. Jh. war Anna die Mutter von Maria und somit die Großmutter von Jesus. Ähnlich wie Hanna (1. Samuel 1-2) soll sie erst nach zwanzigjähriger kinderloser Ehe ihr Kind Maria geboren haben. Deshalb wirkt sie erst als ältere Frau im Heilsplan mit. In der Bibel wird Anna nicht erwähnt.
Der Höhepunkt in der Verehrung für Anna war im 15. und 16. Jh. erreicht, als 1481 Papst Sixtus IV. den Annatag (26.7.) in den römischen Kalender aufnahm und 1584 Papst Gregor XIII. das Annafest anordnete.

In den Seitennischen, die etwas flacher und schmaler sind als die Mittelnische, befinden sich Figuren der Namenspatrone der Stifter. Alle drei Figuren haben massive Heiligenscheine, in die ihre Namen eingraviert sind.


St.Josef
Nördlich steht St.Josef mit einem Aaronstab in der Hand, der auf die Legende von der Brautwerbung Josefs hinweist. Alle Bewerber um die Hand Marias mussten Ihren Stab auf einen Altar legen, nur der Josefs blühte.
Josef und Barbara waren die Vornamen der Kapellenstifter.

St.Anna
Südlich ist eine Figur der hl.Barbara mit einem Kelch in ihrer Hand zu sehen. Barbara ist nicht nur Patronin der Bergleute, sondern wird auch um Hilfe für einen guten Tod angerufen. Der Kelch ist Symbol für die letzte Kommunion, die einem Sterbenden gereicht wird.


St.Barbara

Das Antependium ist ein Holzvorsatz mit neugotischem Dekor: in zwei grüne Seitenfelder sind goldene Ranken sowie ein Kreuz im Vierpass gemalt.

Hinweis: Das lateinische Wort Antependium bedeutet "Vorhang". Früher waren die Fronten der Altartische mit einem Vorhang aus kostbarem Stoff verkleidet. Später wurde das Antependium aus Metall oder -wie hier in Unterbruck- aus Holz gefertigt.
    
         Antependium am Altar

Der Altar ist durch bemalte Holzwände -ebenfalls mit Maßwerkornamentik- mit den Außenwänden verbunden. In sie sind zwei kielbogige Durchgänge mit grünen Vorhängen eingearbeitet.
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Sakristei

Der Raum hinter den Holzwänden dient als Sakristei. Dort steht ein Schrank aus der Zeit um 1859 mit Kreuzaufsatz in der Mitte und in Holz vorgetäuschten Schmiedeeisenbeschlä- gen.07)    
An der Wand hängt die Chorglocke aus Bronze.

Sakristei

Fenster
Die sechs seitlichen Fenster sind spitzbogig mit Maßwerk gestaltet. Sie sind einheitlich ornamental bemalt mit Rautenmuster in Grisailletechnik (schwarz/weiß-Malerei) und mit roten Drei- und Vierpass-Enden.

Fenster mit Maßwerk

Das Fenster auf der Empore ist signiert: "Gebr.Max und Ludwig 27) Daree , Glasmaler in München - J.Georg Haug k.Hofglaser". Auch die Fensterlaibungen sind mit Rankenmuster verziert. Es wurde bei einer Renovierung mit Hilfe von Schablonen nach neugotischen Resten rekonstruiert.

Apostelleuchter
An den Seitenwänden sind die Apostel-leuchter vor den aufgemalten Apostelkreuzen befestigt.
Die Apostelleuchter bestehen aus Schmiede-eisen und sind vergoldet.
Die Apostelleuchter werden an hohen Feier-tagen, am Patrozinium und am Kirchweihfest angezündet.

Apostelleuchter
Hinweis: Die Apostelleuchter und Apostelkreuze erinnern an das in der Apokalypse (21,14) beschriebene himmlische Jerusalem, dessen Mauern auf zwölf Grundsteinen mit den Namen der zwölf Apostel errichtet sind. Die Kirche sieht sich als Vorläuferin des himmlischen Jerusalems. An den Apostelkreuzen wurde die Kirche bei ihrer Weihe mit Chrisam gesalbt.


Kruzifix
An der Südwand hängt ein Kruzifix aus der Zeit um 1730. Es ist somit älter als die Kirche und dürfte sich schon in der Vorgängerkapelle befunden haben 07). Jesus trägt eine Dornenkrone; sein Haupt ist von einem dreistrahligen Heiligenschein umgeben. Der Corpus besitzt eine Inkarnatfassung (inkarnat=fleischfarbig) mit Teilvergoldung. Die Seitenwunde ist stark ausgeprägt. Das Ende des vergoldeten Lendentuchs (lat.Perizoma) flattert in typischer barocker Darstellung im Wind.

Kruzifix

Gemälde Heilige Sippe


  Heilige Familie

Auch das große, die linke Seitenwand dominierende Gemälde stammt noch aus dem bis 1857 bestehenden Vorgängerbau, der ja der Hl.Familie geweiht war. 10)
Das 170 x 105 cm große Bild zeigt die Heilige Sippe im engeren Sinn, die heilige Großfamilie, bestehend aus Jesus, Maria, Josef, Anna und Joachim. In der Mitte Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm. Das Kind streckt seine Ärmchen nach oben, wo Gottvater auf Wolken sein als Kreuz gestaltetes Zepter nach unten reicht. Mit der Hand weist Gottvater auf die von der Schlange umzüngelte Erdkugel. Gottvater überträgt damit Christus die Herrschaft über die Welt. Daneben schwebt die Heilig-Geist-Taube. So ist das Gemälde auch eine versteckte Dreifaltigkeitsdarstellung, wie sie in der Barockzeit beliebt war.
Auf Erden wird die Muttergottes umgeben von drei Personen, in denen man den Pflegevater Josef und die Großeltern Jesu, Anna und Joachim erkennen kann. Josef weist mit seiner Hand auf eine Lilie, die vor ihm auf den Stufen liegt. Diese Blume ist in der Kunst Sinnbild für Reinheit und Keuschheit. Mit dieser Geste will Josef die göttliche Abstammung Jesu betonen.

Das Bild wurde mit Ölfarben auf Leinwanduntergrund gemalt. Die Signatur nennt Maler und Entstehungszeitpunkt: "Ich Jacob Gundlfinger inv.et pinx. hochenwarth 1722".
Das Bild war das Altargemälde der früheren Kapelle.


Kirchenbänke

Gestühlwange
Das Gestühl im Kirchenraum (rechts und links je drei Bankreihen) wurde aus Eichenholz mit neugotischer Maßwerkverzierung gefertigt. Dazu kommen noch die beiden Stuhlreihen links und rechts des Altars, die, wie ein Chorgestühl, mit hölzerner Rückwand gestaltet sind.

Chorgestühl


F
ußbodenbelag

    


Bodenplatten

Der Boden ist mit relifierten roten Ziegelplatten als besonders kunstvolles, abgerundetes Rosenspitzmuster belegt.
Je vier Platten ergeben zusammen ein Blatt- oder Blütenmuster.
  

 
Empore

Harmonium

Im Vorraum 27) steht ein altes Harmonium, mit dem manchmal der Gesang der Gläubigen begleitet wird. Das Harmonium besitzt 10 Register, darunter Bourdon 16', Coranglais 8', Souraine 8', VollesWerk, Expression, Tremolo 8', Flöte 8'und Clarinette 16'.

Über dem Vorraum ist die Empore eingerichtet. Sie ruht auf drei gemauerten Spitzbogenarkaden, die durch das Vorraum-Gitter geschlossen sind. Die Empore ist über eine enge, steile Wendeltreppe zu erreichen; ihre Steinbrüstung ist durch neun Maßwerkfelder gegliedert.


Krippe

In der Weihnachtszeit ist in der Kirche eine Krippe aufgestellt, die einen Großteil des Innenraums beansprucht, sodass während dieser Zeit keine Gottesdienste stattfinden können.

Wenn Sie sich auch für andere Krippen, insbesondere in den Kirchen des Dachauer Landes interessieren, klicken Sie hier...


Krippe

Wechselnde Figuren

In der Passions- und in der Osterzeit werden neben dem Altar Figuren aufgestellt, die einen besonderen Bezug zur jeweiligen Festzeit haben. Die Figur wurde von einem Autofahrer gestiftet, der viele Jahre jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit an der Kirche vorbei fuhr. Die Stiftung war sein Dank dafür, dass auf all den Fahrten kein Unglück passiert ist. Seit einigen Jahren steht die Figur in einem neu errichteten Bildstock auf der anderen Straßenseite der B13. 13).

Geißelheiland
Der Heiland an der Geißelsäule erinnert an den Passionsbericht in der Bibel. Auch wenn dort keine Einzelheiten über die Geißelung berichtet werden, hat sich in der Kunst doch die Darstellungen von Jesus, der mit Hand- und Fußketten an eine Säule gebunden ist, durchgesetzt. Die ersten dieser Figuren und Abbildungen entstanden schon im Mittelalter. In unsere Gegend gelangten vereinzelte Bilder jedoch erst im 17.Jh. Die große Verbreitung dieser Darstellungen setzte 100 Jahre später, nach dem Wunder in der Wies (1738) ein. Der Heiland auf dem Bild beim Wiesbauern bei Steingaden soll Tränen vergossen haben. Daraufhin begann eine große Wallfahrt und die berühmte Wieskirche wurde gebaut.


In der Osterzeit steht am Chorbogen eine schöne Figur des auferstandenen Christus, der seine Kreuzigungs-wunden zeigt. Die Figur steht in Schrittstellung auf einem Landschaftssockel. Sein Kopf und seine Blickrichtung ist nach oben gerichtet. Der Auferstandene trägt einen über der linken Schulter gehaltenen vergoldeten Umhang mit rotem Futter, der den rechten Oberkörper mit der Seitenwunde und den rechten Arm mit dem Segensgestus frei lässt. Sein Gesicht wird von einem langem Haupthaar und einem Vollbart umspielt. Der sonst übliche dreistrahlige Heiligenschein fehlt. In der linken Hand hält er eine Fahne, die den Sieg über den Tod symbolisiert.
Die Fahne gilt seit dem 10./11. Jh. als Zeichen des Sieges über den Tod. In der Barockkunst erfreute sie sich als Attribut großer Beliebtheit. Insbesondere in der Kunst des süddeutschen Raums gehört die Fahne zur Ostersymbolik.


Auferstandener

  Hinweis: Der Figurentypus des Auferstandenen entwickelte sich aus dem Erbärmde-Heiland. Dieser wiederum geht der Überlieferung zufolge zurück auf Papst Gregor den Großen, dem bei einer Messe über dem Altar die Leidenswerkzeuge Christi und der lebend aus der Grabkufe aufsteigende Schmerzensmann erschienen sein sollen. Aus den Wundmalen habe sich das Blut in den auf dem Altar stehenden Kelch ergossen. Aus dieser Darstellung entwickelte sich der Salvator Mundi, der Welterlöser oder der Auferstandene mit der Siegesfahne in der Hand, dessen Gesichtszüge mehr die Glorie als die Schmerzen widerspiegeln.

Kelch und Kreuzpartikelmonstranz

Nicht mehr in der Kirche aufbewahrt werden der alte Kelch und die alte Kreuzpartikelmonstranz, die beide um 1730 entstanden sind und schon in der Vorgängerkapelle Verwendung fanden:

Der Kelch wurde in Augsburg gefertigt. Das Meisterzeichen "ES" verweist auf Esaias Stenglin (1699-1740) oder auf Elias Schiflen. Der Fuß des Kelchs ist rund und mit Engelsköpfen und Bandlwerk verziert. Der Nodus (=Verdickung) ist vasenförmig mit drei Engelsköpfen gestaltet. Der Kelch besteht aus Silber und ist großenteils vergoldet. Es handelt sich um Treibarbeit (=Hämmern von der Rückseite aus) und Punzierung (=negative Prägung).

Die Kreuzpartikelmonstranz wurde in München hergestellt. Das Meisterzeichen "ME" verweist auf Michael Erust, der 1735 starb. Die Monstranz besitzt einen ovalen Fuß mit Band- und Gitterwerk sowie Blüten. Der Nodus ist vasenförmig. Das Kreuz mit Strahlenkranz ist vergoldet; an den Kreuzarmen Silberappliken aus Bandlwerk. In der Mitte befindet sich das kreuzförmige Sichtfenster aus, hinter dem die Reliquie in teilvergoldeter Silberrahmung zu sehen ist.
  Hinweis: Bergkristall in Kreuzform als Einfassung einer Kreuzpartikel ist seit Jahrhunderten verbreitet. Während der Edelstein in der Antike als wertvoller Heil- und Zauberstein galt, ist er im Christentum ein Zeichen für die Auferstehung Christi. So war auch für Rupert von Deutz († 1129) der Bergkristall das Sinnbild Christi, der die bewegliche, gebrechliche und sterbliche Natur des Menschen, die dem Wasser entspricht, durch seine Auferstehung überwand und in ewige Festigkeit verwandelte. Der Bergkristall wird auch als Sinnbild für das gläserne Meer um den göttlichen Thron verstanden, von dem in der Apokalypse (Apo. 4,6) die Rede ist ("Und vor dem Stuhl war ein gläsernes Meer gleich dem Kristall..."). 16).

Hans Schertl


Quellen:

01) Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50 (1722)
02) Heyberger/Schmitt/Wachter, Topographisch-statistischen-Handbuch des Konigreichs Bayern, 1868 (Brücken)
03) Handbuch des Königreichs Bayern, 1867 (Gemeinde Großnöbach)
04) Anton Mayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874
05) Johann Kißlinger, Festschrift 50 Jahre FC Ampertal Unterbruck, 1981 (Dorfentwicklung, Glocken)
06) Festschrift zur 1250-Jahrfeier der Diözese München und Freising, Das Dekanat Weihenstephan, 1989
07) Sylvia Hahn, Kunsttopographie des Erzbistum München und Freising, 1986
08) Johann Stadlbauer, Skript zur Kirchenführung
09) Ernst Keller, Der beschwerliche Weg von Maysteig nach Prugkh, Amperland 2001/1
10) Geistl.Rat Anton Mayer, Wege-Zeichen-Glauben, Chronik der Pfarrei Jarzt, 2007
11) Georg Brenninger, Zur Ausstattung der Kirchen des Lkr. Freising im 19.Jahrhundert, Amperland 1984
12) Dr.Keydel, Kirchenführung 28.10.2015
13) Joh.Stadlbauer, mündl. Bericht 2015
14) Vollständiges Ortschaften-Verzeichnis des Köngreichs Bayern S.105, 1876 (Statistik)
15) Adrian von Riedl, Reise.Atlas von Bajern oder Geographisch-geometrische Darstellung, Band 5: Beschreibung der
      Chaußee von München über Ingolstadt nach der Oberpfalz, 1805
16) Susanne Wittekind, Caput et corpus: die Bedeutung der Sockel von Kopfreliquiaren, in: Reliquiare im Mittelalter von Bruno
     Reudenbach, S. 114, 2005 (Bergkristall)
17) Freisinger Tagblatt (Freisinger Wochenblatt) vom 23.07.1875 unter "Lokales" (Primiz)
18)
Bayerischer Eilbote vom 27.3.1844 (Wirtshaus)
19)
Bayerische Landbötin vom 14.10.1837 (Brückeneinsturz)
20) Münchener Conversations-Blatt
vom 01.10.1831 (Brückenverstärkung)
21)
Zeitung Der bayerische Volksfreund vom 04.11.1824 (Hochwasser in Ubruck)
22) Augsburger Postzeitung 12.11.1859 und Bayerisches Volksblatt 30.09.1859 (Einweihung der Kirche)
23)
Würzburger Stadt- und Landbote v. 04.06.1858 und Aschaffenburger Zeitung 08.06.1858 (Ende der Poststation)
24) Liste der Baudenkmäler -Regierungsbezirk Oberbayern Landkreis Freising, Gemeinde Fahrenzhausen Dachauer Nachrichten
25)
Dachauer Nachrichten vom 29.05.1953
(Glockenweihe)
26) Beilage Nro.281 der Neuen Münchener Zeitung vom 26.11.1851 (Kanalpläne Mch-Donau über UBruck)
27) Heinrich Stadlbauer jun., "Ausstellung 202 Jahre Unterbruck", 2025/26
28) Augsburger neueste Nachrichten und Allgemeine Zeitung vom 10.09.1864 u. Freisinger Wochenblatt 30.10.1864 (Gant von
       Feuri u.Versteigerung v.Postwirt und Mühle
)

29) Augsburger Postzeitung vom 12.11.1859 (Bewunderung f.neue Kirche)
30) Bayerischer Kurier vom 30.09.1859 (Einweihungsbericht)
31) Münchener Bote für Stadt und Land v. 18.3.1870 (Versteigerung des Postgut-Inventars)
32) Werner Münzbergs Stationskatalog der T&T-Post,1967 - Heinrich Stadlbauer jun."Ausstellung 202 Jahre Unterbruck" (1743)

40 Bilder: Hans Schertl (36), Johann Stadlbauer (2), Heinrich Stadlbauer (2)

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

17.3.2026

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   Wirtshaus von Unterbruck  
    Mühle und Sägwerk     
   Einweihung der Kirche 1859  
     
weiteren Zeitungsberichten über die Ortschaft Unterbruck
   

Die Tafern (Wirtshaus) von Unterbruck 1652 
von Johann Kißlinger 05)

"Erstlichen ain groß gemaurth Zwiygärig mit Ziegl gedöckhte behausung. Oben auf ain Thraidt Casten. Dann ain grosse unnd Claine neben stuben sambt vier khämern. Herunden ain grosse stuben unnd Claines stübl daran die Camer in besagter stuben hinndler dem Ofen ein Gumpp Prunnen.
Am Flörn ein Khuchl, Keller, Khraudtgewöhl, Zwey ehehalten khämer. In dem Vorhof am Millpach stehent ain groß mit strodekhter stattl hat Zwen dennen, unnd eynen roß unnd Vichställ daran gepauth. Vornnen an obbesagter behausung ain wurz gartten mit ainem Prötter dihl eingefangen, 18 schritt lanng unnd 22 Praidt.
Nebens diser Tafern ain mit Prötter rings eingefangen unnd gedöckhter Pachofen. Nitwenniger ain Reith unnd Fuehr stallung von holz gepauth oben darauf das dannzhauß mit schinndtl gedöckht daran ein schwein stall gepauth.
Gleich wider danebens ain solche Zweyfache Fuehr stallung daran ein wagenhauß oben auf die hey Plonn auch mit schinndtl gedöckht.
Bey dem Millpach unnd verschrankhten Prukhl ain gemaurth mit Ziegl döckhtes wasch heißl unnd gleich darneben Zwo hanngenndte Vischdruchen. Von der Tafern hinüber den hof ain grosser gartten, darinen Zway Khrauttstuckh 55 Praidt unnd 56 schritt lanng mit ainem dihl eingefangen, stehet auch darinen daß gemain Padt. Wider ain eingedilt dreyeckhtes gärttl an dem sattl 24 Praidt unnd 25 schritt lanng darinen ain Plaimbstuckh, dan ain Zwygärig mit schinndtl döckhtes Cästl dan ain öpfl unnd ain Piern Paumb sambt etlich Chitten Pämbl."



Die Mühle und das Sägewerk in Unterbruck  
von Johann Kißlinger - Festschrift 50 Jahre FC Ampertal Unterbruck, 1981   05)

"Die Aufzeichnungen über die Mühle sind vielfältig. doch soll auch hiervon einiges erwähnt werden: 1554 übergibt Herzog Albrecht von Bayern die Mühle zu Prug an der Amper samt derselben Mühlhaus, Hofstatt, Stadl, Casten, Krautgarten, Aecker und Wiesenmäden Holz an Georg Miller von Haimhausen. Im Jahre 1629 wird eine Sägmühle eingebaut. Über das Schicksal der Mühle im Dreißigjährigen Krieg wird folgendes berichtet: 'die Mühle in Unterbruck wurde durch Freunde- und Feindesoldaten stark zugerichtet, daß fast kein Rad mehr zu gebrauchen war.'
Die Mühle wurde vom letzten aktiven Müller, H. Michael Wiedemann, am 1.5. 1958 stiilgelegt. Seine Nachfolger, die Firma Matthes und Schurr, bauten die Mühle in ein Lagerhaus um und erweiterten dieses durch den Bau eines Hochsilos (1964) und einer Düngemittelhalle (1966) auf den jetzigen Stand. 1969 ging das Lagerhaus in den Besitz der Baywa Lohhof über.


Verlegung der München-Ingolstädter Straße bei Unterbruck
Bericht der Kgl. Bauinspektion vom 29.5.1856 - Bayer.Hauptstaatsarchiv RA Fasz.4214-63002  04)

Im 6.8. der 7. Stunde (vermutlich ein Bruchteil der 7. Stunde) auf der München-Ingolstädter Straße besteht ein längst fühlbarer Übelstand, indem dieselbe unter einem nahezu rechten Winkel das Postgebäude zu Unterbruck umgeht, so daß die von beiden Seiten kommenden Fuhrwerke, ohne einander wegen des vorstehenden Gebäudes zu bemerken, häufig in unangenehmer, wenn nicht gefährlicher Weise aufeinanderstoßen.
Bei der geringen Dotierung des Straßenbau-Etats ist sicher nicht daranzudenken gewesen, eine Verbesserung dieses Mißstandes in Vorschlag zu bringen. In neuester Zeit hat aber der Postexpeditor Barth in Unterbruck hiefür so günstige Anerbietungen gemacht, dass die äußerst wünschenswerte Ausführung derselben, soviel die gehorsamst unterfertigte Bauinspektion zu ermessen vermag, nur wenigen Schwierigkeiten mehr unterliegen dürfte.
Es hat sich nämlich Posthalter Barth, wie aus der beiliegenden Eingabe desselben hervorgeht, erboten, nicht nur den für die neue Straße nötigen Grund und Boden, soweit derselbe sein Eigen ist, unentgeltlich abzutreten und den Abbruch der im Wege stehenden Kapelle sowie eines Theiles des Seitengebäudes zu bewerkstelligen, sondern sämtliche Bekiesungsarbeiten zu übernehmen, und endlich auch sämtliches Fichtenholz zu der ohnedies neuzuerbauenden Kapellen bei der Mühlbachbrücke bei Unterbruck unentgeltlich zu liefern.....


Abbruchgenehmigung für die alte Kapelle 10)

Bitte um Erlaubnis von Pfr.Fumy an das Ordinariat vom 25.2.1857
"Die Kapelle zu Unterbruck, erbaut 1722 und consecriert 1739 fällt dem Abbruch heim, theils weil sie sehr baufällig ist, theils weil die neu anzulegende Straße über ihre Stelle hinwegführt. Die Bestreitung des Abbruches sowie des Neubaues an einer anderen Stelle liegt, wie die Bestreitung der Unterhaltung des Gebäudes, der inneren Bedürfnisse und Ausschmückung und der darin abzuhaltenden gestifteten Gottesdienste dem jeweiligen Tafernwirth und Posthalter, z. Zt. Joseph Barth ob, der durchaus nicht gesonnen ist, den Neubau und die Kosten für die gottesdienstlichen Verrichtungen von sich abzuwenden, da er durch den Bezug gewisser Dominikalienten von einigen Parochianen zu beiden Stücken verpflichtet ist. Dass der Neubau nach allen technischen und polizeilichen Erfordernissen /:vielleicht mit einem Oratorium:/ hergestellt werde, versteht sich von selbst, und somit will unterthänigst gehorsamster die Sache nur vermelden und um weitere Verhaltungsbefehle bitten, da der Abbruch nahe bevorsteht.
Eurer Exzellenz ehrerbietigst gehorsamster Michael Fumy, Pfarrer in Jarzt"
Antwort des Ordinariats vom 25.2.1857
"Das Ordinariat läßt dem auf die berichtliche Vorstellung vom 20./22. d. Mts. betreffs hiemit zur Entschließung eröffnen, daß man zu dem nothwendigen Abbruche der consecrierten Kapelle in Unterbruck andurch die oberhirtliche Erlaubnis ertheilt und zu diesem Behufe den Herrn Pfarrvorstand beauftragt haben wolle, aus dem Altar das Reliquienkapsel herauszunehmen und noch verschlossen anhero einzusenden. Ehe der Aufbau der neuen Kapelle beginnt hat das Pfarramt den Plan derselben hier zur Genehmigung vorzulegen. (Brand)
München, 25. Februar 1857"


Bildhauer Anselm Sickinger (1807-1873)

Sickinger wurde 1807 in Owingen (Baden-Württemberg) geboren. Nach der Lehre beim Steinmetz Konrad Volm in Owingen und zwei Jahren als Geselle in Überlingen ging er nach München und fand Beschäftigung in der Werkstatt von Johann N. Haller. Nach dessen Tod 1826 begründete er mit 19 Jahren eine Bildhauerwerkstatt, in der zahlreiche Skulpturen, Grabdenkmäler und Altäre im Stil der Neugotik geschaffen wurden.
Zu seinen besten Arbeiten werden die Altäre für die Pfarrkirche St. Peter in Velden an der Vils, für Zolling, Schrobenhausen und die St.-Jodok-Kirche in Landshut gezählt. Im Rahmen der Restaurierung der Münchner Frauenkirche soll er neben der Kanzel und dem 1865 gestifteten Altar der Bäckerinnung auch den damaligen Hauptaltar geschaffen haben. König Ludwig I. übertrug ihm Aufträge für die Befreiungshalle in Kelheim und für 8 Figuren des Münchner Siegestores. Daneben war er auch Lehrer der Ornamentik an der Akademie der Bildenden Künste München und Mitglied des 1860 gegründeten Münchner Vereins für Christliche Kunst.

Anselm Sickinger war ein Bekannter von Joseph Barth. Beide waren 1849 Geschworene im ersten Schwurgericht. So kam der berühmte Künstler ins kleine Unterbruck. Seine Planzeichnung für den Altar ist noch erhalten und wird im Bayerischen Nationalmuseum aufbewahrt. Mit einem Klick auf das kleine Bild können Sie Plan und Ausführung vergleichen.

Altarplan
Anselm Sickinger starb am 19. Oktober 1873 in München mit 66 Jahren. Der Künstler ist in einem Ehrengrab im Münchner Alten Südfriedhof begraben.

Quellen: Wikipedia und Heinrich Stadlbauer


Bericht über die Einweihung und die künstlerische Qualität der Kirche
Bayerischer Kurier vom 30.09.1859 30)

"Aus dem Amperthale, 18.Sept., wird uns geschrieben:
Wer seit einem Jahre an der Straße von München nach Ingolstadt gereist ist, sah in Unterbruck an einer kleinen Kirche emsig bauen, und schon ehe der Bau vollendet war, besah sich jeder vorüberreisende Kunstfreund den Bau, die Überzeugung mit sich forttragend, daß dieses Kirchlein seiner Zeit eine beachtenswerte Zierde des Amperthales werden könne. Nunmehr ist dieser Bau vollendet, eingerichtet, und durch den hochwürd. Hrn. Erzbischof zum gottesdienstlichen Gebrauche feierlich eingeweiht worden;
ein Gedenkstein aber gibt der Nachwelt folgende Kunde: "Im Jahre des Herrn 1859 haben zu Ehren der heil. Mutter Anna diese Kapelle vom Grunde auf neu erbaut die ehrengeachteten Gutsbesitzers-Eheleute zu Unterbruck Joseph und Barbara Barth, geborne Veitl. Eingeweiht wurde dieselbe am 17. Sept. 1859 durch den hochw. Hrn. Erzbischof Gregor von München-Freising. Architekt des Baues war Fr. Xav. Beischlag von München."
In früherer Zeil nemlich stand neben dem damaligen Posthause eine kleine unansehnliche, bereits baufällig gewordene Kapelle. Durch die dringend nothwendige Verlegung der vorüberziehenden Landstraße war auch die Niederlegung der alten Kapelle nothwendig geworden und die genannten Gutsbesitzers-Eheleute beschlossen daher Gott zu Lob und Dank, so wieder allerseligsten Himmelskönigin Maria, der hl. Mutter Anna und ihrer heil. Namenspatronen zu Ehren, eine neue dem alten Kirchen-Baustyle (=Backsteingotisch) entsprechende Kapelle zu erbauen und übertrugen sofort den Entwurf und die Leitung des Baues dem funkt. d. Kreisbaubeamten Hrn. Frz. Xav. Beischlag.
Der edle, leider zu früh verlebte Unternehmer des Baues (=Josef Barth) erkannte schon in dem ihm auf dem Krankenbette vorgelegten Entwurf die Vorzüglichkeit desselben, ordnete mit frommer Begeisterung die Ausführung des Entwurfes an und trug seinen anderen Wunsch bei sich, als den Bau vollendet zu sehen. Allein in dem Rathschlusse Gottes war es anders bestimmt; denn er sollte nur den Entwurf sehen, die Ausführung desselben aber seiner Familie als letzten Wunsch hinterlassen.
Kaum waren die ersten Thränen über den dahingeschiedenen Vater getrocknet, so beeiferten sich die Relikten (= Nachfahren), alsbald den letzten Willen desselben in kürzester Zeit zu erfüllen. Unter Gottes Beistand und ohne allen Unglücksfall, mithin sichtlich unter des Himmels Segen wurde das ganze Gebäude sammt der innern Einrichtung vollendet und gestern von dem hochw. Hrn. Erzbischof, der schon am Vorabend zur Vigil angekommen und im Hause des Erbauers abgestiegen war, unter Assistenz eines aus der Umgebung zahlreich herbeigeeilten Klerus und einer großen Menge gläubigen Volkes, feierlich konsekrirt und das erste hl. Meßopfer darin entrichtet; ein Unvergeßlicher Freudentag für die Bewohner der Umgegend, für die gesammte Pfarrgemeinde und insbesonders für die Erbauer des Kirchleins.
Dasselbe, wenn auch klein an Umfang, zeichnet sich dennoch aus durch Schönheit und Kunstwerth, denn der oben genannte Herr Architekt hat durch den Entwurf sowohl, als noch vielmehr durch die Ausführung des Ganzen seine vorzügliche Fertigkeit in Behandlung des kirchlichen Baustyles an den Tag gelegt, und kein Freund kirchlicher Baukunst wird an dieser Kapelle vorübergehen, ohne den Erbauern seine Anerkennung zu zollen, dem Baumeister aber das Zeugniß zu geben, daß er in Wirklichkeit Meister in seinem Fache ist; denn die genaue Verfolgung des Styles, die gefälligen Dimensionen und die sorgfältige Behandlung auch der kleinsten Details, machen auf das minder kunstgeübte Auge einen freundlichen Eindruck.
Nicht unerwähnt darf auch gelassen werden, daß der Altar, ein Werk des durch seine trefflichen Arbeiten weithin bekannten Bildhauers Anselm Sickinger in München, meisterhaft ausgeführt ist, und die aus Holz geschnittenen Bilder der heil. Anna, Joseph und Barbara (zur Seite) und der Himmelskönigin mit dem Kinde, vorzüglich gelungen sind. Möge der Segen, den der hochw. Oberhirte bei der heil. Weihe über diesen Ort ausgesprochen hat, immerhin auf diesem Heiligthum des Herrn, auf alle denen, die an der Erbauung desselben mitgewirkt haben, und auch auf allen denen ruhen, die an diesem Orte zu Gott flehen, und im gläubigen Gebete sich seiner Liebe und Barmherzigkeit empfehlen.
Einem zweiten von anderer Seite uns zugekommenen Berichte über diesen feierlichen Akt entnehmen wir, daß die innere Einrichtung der Kapelle überhaupt sehr geschmackvoll ist und daß die gemalten Tapetenfenster und die Schlosserarbeiten von unseren Mitbürgern Hofglaser Haug und Schlossermeister G. M. Haller ebenso praktisch, als zierlich und geschmackvoll ausgeführt wurden. Die Ausführung des Baues im rein gothischen Style gereicht auch nach diesem Berichte Hrn. Kreisbaubeamten Beischlag zur größten Ehre, die Familie Barth aber hat sich ein Denkmal für Jahrhunderte gesetzt."


Primiz eines Unterbrucker Neupriesters in Jarzt 1875
Freisinger Tagblatt vom 23.7.1875 17)


Recherchiert von Hans Schertl

Glockenweihe
Dachauer Nachrichten vom 29.05.1953 25)

Jarzt - Die feierliche Weihe der Glocke für die Filialkirche in Unterbruck fand unter großer Beteiligung der Bevölkerung in der Pfarrkirche in Jarzt statt. Das Gotteshaus war mit frischem Tannengrün und Flieder geziert worden. Fahnenabordnungen der Freiwilligen Feuerwehren von Jarzt, Fahrenzhausen, Großnöbach, der Schützenvereine von Jarzt, Unterbruck, Fahrenzhausen, der Kriegervereine Jarzt und Großnöbach, des Burschenvereins Jarzt und der FCA Unterbruck hatten im Altarraum Aufstellung genommen.


Festwagen mit Glocke in Jarzt


Glocke am Altar
in Unterbruck

Nach einer feierlichen levitierten Messe, die Prälat Dr.Michael Hartig unter Assistenz von Kaplan Döbl, Allershausen, und Kooperator Kurz, Jarzt, zelebrierte, sprach der Prälat in seiner Predigt von der hohen Aufgabe der Glocke. Der Kirchenchor unter Leitung von Gottfried Liedl und Organist Denk brachte die Messe in D-Dur von Kempter zur Aufführung. Hierauf weihte Prälat Hartig die Glocke zu Ehren der Mutter Anna. Anschließend sprachen die Kinder Martha Wallner, L. Gauglitz und Günther Dreher aus Unterbruck den Glockenprolog.

Pfarrer Bauer dankte allen, die mithalfen, die Glocke zu beschaffen, und die Feier zu gestalten, vor allem Mühlenbesitzer Dreher, Unterbruck, Frau Pilz, Unterbruck, welche die Altardecke stickte und spendete sowie den Vereinen. Unter Vorantritt von vier Reitern wurde die Glocke in festlichem Zuge auf geschmückten Wagen nach Unterbruck gebracht.

Recherchiert von Hubert Eberl, Bergkirchen