Kirchen
und Kapellen im Landkreis Dachau
ausführl.Beschreibg Kirchen
i.d. Gem.Petershausen
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Josefskapelle in ZIEGELBERG
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Die Josef-Kapelle in Ziegelberg
bei Petershausen wurde 1998 als ökumenischer Bau vom Verein zur Errichtung
und Erhaltung einer Kapelle in Ziegelberg ausschließlich aus Spendenmitteln
und mit viel Eigenleistung auf dem Grund des Vereins (Stiftung Vitalis
Held) errichtet. (Landkarte....)
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Morgensonne und indirektes Abendlicht zaubern durch das bleiverglaste Giebelfenster aus mundgeblasenem, buntem Antikglas eine besondere Atmosphäre.
Von echter Handwerkskunst zeugen auch alle anderen
Details am Bau, wie zum Beispiel die Schreiner- und Kunstschmiedearbeiten, die
Verlegetechnik der Bodenplatten und der vierfach auf eine Mittelsäule abgestützte
Sichtdachstuhl.
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Das Herzstück im Kirchenraum ist eine von dem Petershausener Künstler Josef Moosreiner (gestorben 5. Juli 1967) vor etwa 70 Jahren geschnitzte, schon verloren geglaubte, rd. ein Meter hohe Christusfigur am Kreuz. Als man sie am Haus des Künstlers auffand, war sie durch Witterungseinflüsse stark zerstört. Eine umfangreiche Restaurierung (Kopf und Beine mussten völlig neu geschnitzt werden) durch den Schnitzer Anton Amorth machte es möglich, die schlichte Figur für die Nachwelt zu erhalten. Der Stamm zu dem Gekreuzigten ist aus einer 2,50 Meter hohen, natürlich belassenen Kiefer gefertigt. Er weist, wie der Corpus Christi und die Kreuzwegbilder, auf das Bestreben der Künstler hin, Altes aufzugreifen und neue Betrachtungen einzubringen. Diesen Kriterien sollen auch die Figuren des Hl. Josef und des Hl. Martin entsprechen, die in Nischen neben dem Kreuz an der Frontseite der Kapelle stehen.
Die Darstellungen der 14 Stationen des Leidensweges Christi an den Seitenwänden stammen von der Künstlerin Cilia Amorth |
Im Turm hängt eine Glocke, die von Meister Gugg aus Straubing gegossen worden ist. Sie läutet jeden Samstag den Feierabend ein. Ihr Ruf über das Glonntal zeigt auch an, wenn ein Ziegelberger Bürger verstorben ist.
Am 5. Juli 1998 wurde die Kapelle im Rahmen eine
ökumenischen Feier durch den kath.Pfarrer Michael Boja und den evang.Pastor
Hans-Joachim Scharrer eingeweiht. Dabei wurde sie dem Schutze des hl.Josef anvertraut,
dem Patron der Familie und der Handwerker.
Bericht
über die Einweihungsfeier...
Bericht über die Einweihungsfeier
Die Ziegelberger feierten die Einweihung der St. Josef-Kapelle, die Mitglieder und Helfer des Vereins "Zur Errichtung und Erhaltung einer Kapelle", in gemeinschaftlicher Arbeit, ausschließlich durch Spenden finanziert, innerhalb eines Jahres errichteten.
Petrus allerdings meinte es nicht so gut mit den zahlreichen Gläubigen, die sich bei der Kapelle versammelt hatten. Der Himmel öffnete sämtliche Schleusen und es schüttete in Strömen Sozusagen in letzter Sekunde organisierten die Mitglieder große Schirme, sodass zumindest die "Aktiven" einigermaßen im Trockenen stehen konnten.
Der Entscheidung des Vereins folgend, die Kapelle Ökumenisch segnen zu lassen - sie ist das dritte christliche Bauwerk in Bayern, das Ökumenisch genutzt wird - weihten der katholische Pfarrer Michael Boja und der evangelische Pfarrer Hans-Joachim Scharrer das Kirchlein. Als "einmaliges Ereignis", bezeichnete Pfarrer Boja, "was hier von Bürgern für Bürger geschaffen worden ist Die Ziegelberger Kapelle sei ein Gotteshaus für alle", egal welcher Konfession sie angehörten. Beide Pfarrer brachten zum Ausdruck, dass "erarbeitete und tätige Ökumene aus dem Volk Bestand hat".
Dirigiert von Kathrin Czemy stimmte die Blaskapelle Petershausen in den geistlichen Teil der Feier ein dazu sang ein gemischter Chor unter der Leitung von Maria Schließer, der sich für dieses Fest formiert hatte Das "Ziegelberger Einweihungslied" (Komposition und Text Alexander Amorth), fasste die Motivation zum Bau der Kapelle in Worte.
Mit Fahnenabordnungen waren auch der Petershauser Krieger- und Soldatenverein sowie der Schützenverein und der Trachtenverein Petershausen vertreten Petershausens Bürgermeister Ludwig Götz erinnerte an die Veränderungen, die in Ziegelberg in jüngster Zeit stattgefunden hätten. "Ziegelberg war mit Planungen überzogen", sagte er. Planungen für Straßen- und Kanalbau, einen Bolz- und Kinderspielplatz und eine neue Wohnsiedlung. Eine Kapelle sei bei diesen Planungen nicht vorgesehen gewesen. Diese sei in Eigenregie von Petershausener und Ziegelberger Bürgern entstanden, hob Götz lobend das Engagement des Vereins hervor. "Nur allzu gerne ruft man heutzutage nach Staat und Kirche, bevor man selbst Hand anlegt", meinte er.
Der
Vorsitzende des "Vereins zur Errichtung und Erhaltung einer Kapelle in Ziegelberg",
Ewald Zipser, dankte allen Handwerkern, Künstlern und Privatpersonen, die durch
ihre Mithilfe oder durch ihre Spenden den Bau erst möglich gemacht hätten.
Vollständige
Ansprache .....
Nach dem Gottesdienst zogen die Teilnehmer in einem Festzug unter musikalischer Begleitung der Blaskapelle Petershausen zum Hof von Vitalis Held, der auch das Grundstück, auf dem die Kapelle steht, gestiftet hatte. Dort wurde dann, von einigen Unermüdlichen gar bis tief in die Nacht, ein zwar verregnetes, aber dennoch gelungenes Fest gefeiert.
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Begrüßungsrede
anlässlich der Einweihungsfeier der St.- Josef Kapelle in Ziegelberg
am 05.07.98 von Ewald Zipser, 1. Vorsitzender
des Vereins zur Errichtung und Erhaltung einer Kapelle in Ziegelberg:
Grüß Gott und herzlich willkommen, Herr Pfarrer Boja - Herr Pfarrer Scharrer - Hr. Bürgermeister Götz - liebe Vereinsabordnungen - liebe Freunde und Gönner, meine Damen und Herren.
Heute hat uns ein besonderes Ereignis zusammengeführt. Ein Gedanke, der vor gut 265 Jahren seinen Ursprung hatte, ist Wirklichkeit geworden - und unsere Generation durfte diese Verwirklichung in die Hand nehmen. Unsere Generation muss ich genauer definieren, denn es waren zwei junge Männer, Vitalis Held und Andreas Amorth, die vor 2 Jahren den Stein ins Rollen gebracht und -vorbei an nüchternem Zweckmäßigkeitsdenken- bei der Fam. Held um ein Grundstück zur Errichtung einer Kapelle nachfragten.
Der Wunsch nach einem kleinen Gotteshaus für Ziegelberg war zu dieser Zeit schon bei mehreren Leuten gereift, sodass wir uns zum "Verein zur Errichtung und Erhaltung einer Kapelle in Ziegelberg" zusammenschlossen, dem bald darauf dieses Grundstück hier von der Fam. Held übereignet wurde. Hilfe und Unterstützung für unser Vorhaben fanden wir beim Architekten, bei vielen Handwerkern bzw. Handwerksbetrieben von Petershausen, bei Künstlern aus Nah und Fern, den großzügigen Geld-und Sachspendern und nicht zuletzt bei den vielen fleißigen Händen, die zum Gelingen dieses Baues und auch des heutigen Festes beitrugen.
"Passt denn eigentlich ein Kapellenneubau ins 20. Jahrhundert "Wir haben doch schon genug Kirchen, da bleibt nur Arbeit für die Nachkommen Diese und ähnliche Worte musste wir uns beim "Klinkenputzen" - Sie dürfen es auch betteln nennen - des öfteren anhören. Diese Skeptiker kann ich beruhigen. Hat sich doch unser Verein neben der Errichtung gerade auch die Erhaltung aufs Banner geschrieben, die aus Mitgliedsbeiträgen künftig finanziert werden soll. Im übrigen glauben wir fest daran, dass es auch in kommenden Generationen immer wieder Menschen geben wird, die - ohne die Frage nach dem eigenen Vorteil - einen Obolus spenden, oder ihre Arbeitskraft zur Ehre Gottes und zur Freude ihrer Mitmenschen einsetzen werden.
Freude und Zuversicht erlebten wir auch oft während der Bauphase und wir erkannten, dass verschiedene Meinungen in einer Sache, eine gemeinsame Zukunft nicht in Frage stellen. In diesem Sinne ist es unser Wunsch, dass alle Gläubigen - ob evangelisch oder katholisch - beide Konfessionen waren ausgewogen unter den Helfern vertreten - in dieser Kapelle einen Ort der Ruhe und des Friedens finden.
Mögen Sie, Herr Pfarrer Boja und Sie Herr Pfarrer Scharrer für dieses Anliegen um den Segen Gottes bitten und die Kapelle dem Schutze des "Heiligen Josef" anvertrauen. Ich danken Ihnen nochmals für Ihr Kommen und für Ihre Aufmerksamkeit!
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Quellen:
Dachauer Nachrichten 2001 und Anlage Petershausen
Juni 2009
Dachauer SZ 2001
Kapelle St.Josef Ziegelberg, Flyer des Vereins zur Errichtung & Erhaltung
einer Kapelle in Ziegelberg, 2008
Bilder: Horst Lachmann
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24.11.2009