zur
Landkreiskarte Kirchen
in der Marktgem.Indersdorf
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Marienkapelle in WEIL
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Die Kapelle steht direkt an der Straße von Indersdorf nach Altomünster. Die aus zwei großen Bauernhöfen
bestehende Ortschaft Weil wurde im 16. Jahrhundert "Wall" genannt.
Der Name soll vom römischen Wort villa = Landgut abzuleiten sein.
Über Weil führte schon
im Altertum eine der beiden Römerstraßen im Landkreis Dachau,
die von Augsburg über Irchenbrunn, Altomünster, Westerholzhausen,
Indersdorf, Biberbach und Oberndorf (wo sie über die Amper überquerte
und den heutigen Landkreis verließ) nach Freising und weiter bis
nach Moos a.d. Donau (bei Deggendorf) verlief. Einer der beiden Bauernhöfe gehört der Familie Gronegger. Auf ihrem Grund steht die unter Denkmalschutz stehende Marienkapelle, die wohl aus dem Jahr 1830 stammt |
Die Kapelle
wird derzeit von der Familie Gronegger restauriert (Kosten rd. 100.000 Euro)
Sie soll im Jahr 2010 fertiggestellt sein.
![]() Über dem Eingang hängt eine Steintafel, auf die Erbauer genannt sind. |
Text auf
der Tafel: |
Der Bau besitzt zwei |
![]() Glocke von unten |
Zu sehen sind derzeit nur
- das Deckengemälde aus der
Erbauungszeit (in der Mitte ein Rundbild des Lamm Gottes' mit
Kreuzfahne, auf dem Buch mit den sieben Siegeln liegend.
| Hinweis: Diese Darstellung des Lammes greift ein Thema aus den Geheimen Offenbarungen (Apokalypse, 5,1 ff) der Bibel auf. Darin beschreibt Johannes eine Vision, in der Gott eine Buchrolle mit sieben Siegeln in der Hand hält, die niemand öffnen konnte. Allein der "Löwe aus Judas Stamm und Nachkomme Davids" sei dazu berechtigt. Da kam ein Lamm, das aussah, als ob es geschlachtet worden war und öffnete die Siegel. Die Buchrolle ist das Buch des Lebens, in dem die Namen der Gerechten und der Sünder eingetragen sind und das die Ereignisse enthält, die am Weltende geschehen werden. Das Lamm stellt Jesus dar, der auch der Löwe von Juda und Lamm Gottes genannt wird. In der christlichen Kunst wird Christus in Anlehnung an Textstellen im Alten (Jesaia 53,7) und Neuen Testament (Joh 1, 29) schon seit dem 4. Jh. symbolisch als Opferlamm dargestellt. Die Kreuzfahne über dem Lamm als Zeichen des Sieges über den Tod ist in der Kunst schon seit dem 10./11. Jh. gebräuchlich. | ![]() |
Das Lamm-Gottes-Bild
ist um geben von Rocailleverzierungen,
die auch die Verbindung zu den äußeren Ovalbildern der vier
Evangelisten herstellen. Die Bilder waren in den 1960er Jahren teilweise
übertüncht worden.
![]() ![]() Deckengemälde - Lamm Gottes |
![]() St.Johannes Evangelist |
Die Evangelisten sind mit ihren Attributen (Matthäus mit Engel, Lukas mit Stier, Markus mit Löwe und Johannes mit Adler) abgebildet. Die vier Evangelistensymbole Engel, Löwe, Stier und Adler haben ihren Ursprung in den Cherubim,den himmlischen Altar- und Thronwächtern. Sie werden in den Gottesvisionen Hesekiels (AT) und in der Offenbarung des Johannes (Kap.4 Vers 7) als die vier Lebewesen, die rings um Gottes Thron stehen, erwähnt. Zuerst wurden sie nur im Zusammenhang mit dem thronenden Christus abgebildet. |
Das Glasfenster stellt
St. Georg als Ritter auf einem prächtig aufgezäumten Schimmel
sitzend dar. Mit der Lanze tötet er den Drachen (=das Böse).
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| Die Bedeutung des Pferdes in der Symbolik hängt wesentlich von seiner Farbe ab. Weiße Pferde waren schon im Altertum die Zugtiere der Wagen von Eos und Helios. Sie gelten deshalb als Lichtbringer. Die mit weißen Rossen in Verbindung gebrachten positiven Vorstellungen zeigen sich auch darin, dass der hl. Georg stets auf einem Schimmel dargestellt werden (in Ebersbach ist es allerdings ein braunes Pferd). Schwarze Pferde symbolisieren dagegen Tod und Verderben.Als Zugtiere für Leichenwagen dienten früher immer Rappen. Schimmel, als weißes Pferd, ist ein Symbol für das Gute. Der Drache ist ein Wesen, das viele Völker in ihren Mythen (Lindwurm) kennen. In China gilt er als glücksbringend, bei uns im Westen als Bedrohung. Sein Name kommt vom Griechischen drakon = "furchtbar Blickender". Im Alten Testament wird er als Verkörperungen des Bösen und als Teufel bezeichnet. In der Apokalypse bedroht er die Frau, die gerade ein Kind geboren hatte. In der religiösen Kunst wird er häufig zusammen mit dem hl.Michael, dem hl. Georg und der hl.Margarete abgebildet. Bei frühen Darstellungen ist der Drache meist schlangenartig und oft mehrköpfig wiedergegeben, seit dem Spätmittelalter eher echsenförmig, oft mit Fledermausflügeln und feurigem Atem. Alte Drachen-Darstellungen sind Sauriern oft erstaunlich ähnlich, als ob es ein Urwissen von der Existenz dieser prähistorischen Tiere geben würde. |
Hans Schertl
Quellen:
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Anton Mayr, Altoland, 1998
Dip.Ing Klaus-R.Witschel, Eine frühgeschichtliche Straße in Irchenbrunn,
Amperland 2001/3 (Römerstraße)
Dr. Eckhard Bieger SJ, das Katholische Symbollexikon, 2004
Dachauer Nachrichten vom 8./9.8.2009 (Baujahr, Renovierung)
Dachauer SZ vom 5.10.2009 (Renovierung)
8 Bilder: Hans Schertl
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24.11.2011