zur
Landkreiskarte ausführliche
Beschreibg. Kirchen
i.d.Gem.Hebertshausen
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Filialkirche Mariä Geburt in UNTERWEILBACH
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Kurzbeschreibung Unterweilbach liegt zwischen Ampermoching und Röhrmoos nahe der Bahnlinie München- Ingolstadt. Der Ort wurde im Jahr 802 (als Wilpah) erstmals erwähnt. Bekannt ist auch das Schloss Unterweilbach der Grafen von Sprety. Die Filialkirche Mariä Geburt der Pfarrei Ampermoching wurde erstmals 1315 in der Konradinischen Matrikel (als Nidernweilpach mit Friedhof) genannt.
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Die
Kirche war schon in früherer Zeit eng mit den Hofmarksherren im nahe gelegenen
Schloss verbunden. Vor allem Epitaphe erinnern an die gräfliche Familie
derer von Sprety, wie z.B. das große dekorative
Grabmal am
Südgiebel der Sakristei.
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Inneneinrichtung Die Kirche besitzt einen prächtigen Hochaltar mit bebilderten Seitentüren und vielen Figuren Er ist um 1741 entstanden. Mittelpunkt ist die eine Muttergottes - Statue aus dem Jahre 1450. Assistenzfiguren sind die Eltern von Maria, der hl.Joachim (mit Schäferschaufel) links und Mutter Anna rechts). Hochaltar und die Außenwände sind mit Bögen und Türen verbunden, auf denen Bilder und Figuren der Heiligen Franziskus, Antonius, Katharina und Barbara zu sehen sind. Die beiden Seitenaltäre aus dem Jahr 1741 wurden viele Jahre renoviert und stehen nun seit 2007 wieder an ihrem Platz. Über der Sakristei ist das Oratorium der Hofmarksherren eingebaut, Der Zelebrationsaltar ist eine Besonderheit. Es handelt sich um einen alten Tragaltar, mit vier herausziehbaren Griffen, mit denen der Altar bei Prozessionen mitgetragen und an den Stationen als Altar verwendet werden kann. |
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Auf mehreren Ölbildern
in der Kirche sind Heilige dargestellt:
- hl. Leonhard mit Tieren, Kette und Abtsstab
- hl.Franz
Xaver auf dem Sterbelager mit einem Kreuz in der Hand
- hl.Josef mit Jesus auf einer Windel
- hl.Joachim, der Großvater Jesu mit seinem Attribut, der Schäferschaufel
in der Hand.
An der Orgel aus dem Jahr 1867 ist noch der alte Blasebalg erhalten.
Unterweilbach liegt zwischen Ampermoching
und Röhrmoos an der Bahnlinie München- Ingolstadt.
Der Ort wurde im Jahr 802 (als Wilpah) erstmals erwähnt, als ein
Herr Toti und seine Frau Galilea Teile ihres Besitzes in Weilbach der Domkirche
in Freising schenkten. Am 23.6.2002 feierten die Bewohner das 1200-jährige
Bestehen mit einem großen Fest. Bekannt ist auch das Schloss Unterweilbach
der Grafen von Sprety.
Die Kirche Mariä Geburt in Unterweilbach, eine Filiale der Pfarrei Ampermoching, wurde erstmals 1315 in der Konradinischen Matrikel (als Nidernweilpach mit Friedhof) genannt.
Neubau 1596
Die Kirche
wurde wohl im Jahr 1596 neu erbaut. Dieses Datum soll in einem alten
Messbuch von Unterweilbach als handschriftlicher Vermerk stehen; so besagt das
eine Notiz im Erzbischöflichen Archiv.
Diese Kirche wurde im Jahr 1741 umgebaut und "in der alten Form" durch
den Dachauer Baumeister Johann Göttschl (1684-1747) und den Zimmermeister
Anton Straßer auf rd.18 x 9 Meter erweitert. Vom alten (wohl noch spätgotischen)
Bau blieb insbesondere die Nordmauer erhalten.
![]() Ansicht um 1700 |
Kurz
vor dem Umbau hatte in den Jahren 1738 bis 1740 hatte der Freisinger Kanonikus
Schmidt alle Pfarreien der Diözese Freising besucht und und in der
nach ihm benannten Schmidt'schen
Matrikel
auch die Filialkirchen kurz beschrieben. Zur "Ecclesia filialis Beatae
Mariae Virginis in Weilbach" bemerkt er, dass die Kirche von schlechter
Bausubstanz sei. Sie hatte auch damals drei Altäre, die -wie heute noch- der Jungfrau Maria, der hl.Anna und dem hl.Wolfgang geweiht waren. Das Kirchweihfest fiel auf den Sonntag nach Mariä Geburt (8.Sept). In der Sakristei wurden nur wenige Messgewänder von geringer Qualität aufbewahrt. Im Friedhof stand ein Beinhaus. Im Turm hingen drei geweihte Glocken (mehr als in der Pfarrkirche). Die Einnahmen verwalteten der Pfarrer von Ampermoching und der Schlossherr in Unterweilbach, Graf Spreti. Letzterer ließ den Kanonikus nicht in die Bücher schauen, denn der vermerkt "Das Vermögen dieser Kirchen ist aus Abgang der Rechnungs-Extracten nit wüßlich". |
| Die letzte umfassende Renovierung fand in den Jahren 1968/69 und von 1988 bis 2007 statt. | Wenn Sie die Kirche vor der Renovierung von 1968 sehen möchten, klicken Sie auf das Bildchen links. |
1912 fand in der Kirche die Primizfeier des aus Unterweilbach stammenden Josef Niklas statt. Das erfahren wir aus einem Bericht der Wochenzeitung Amperbote vom 03.08.1912. Wenn Sie den Text lesen möchten, klicken Sie hier...
1933: Kurz nachdem die Nazis die Macht übernommen hatten, gingen sie gegen ihre erklärten Gegner vor. Im Amperboten 15.3.1933 wird berichtet, dass der Benefiziat Behr aus Unterweilbach auf Anordnung der Regierung in sog. Schutzhaft genommen und später wieder entlassen wurde.
Die Kirche liegt
an der Hauptstraße im Ort inmitten eines ummauerten Friedhofs.
Es handelt sich um eine barocke Saalkirche zu vier Achsen
(Joche) mit halbrund
geschlossener
Apsis.
Der Bau ist weiß glatt verputzt mit aufgemalten gelben Lisenen. Er besitzt rundbogige
Fenster mit gelben Umrahmungen.
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An der Südseite des nicht eingezogenes Chores ist eine zweistöckige Sakristei angebaut. Im oberen Stockwerk befand sich das Oratorium für die Hofmarksherren. An deren Südgiebel steht ein großes, dekoratives Grabmal für die Grafen von Sprety aus dem nahen Schloss Unterweilbach mit einer Kreuzigungsgruppe über dem Spreti-Wappen. Es wurde von Prof. Endreß entworfen, der 1845 den Umbau der Schlosskapelle geleitet hatte. Nicht weit davon entfernt ist die Gedenktafel für die Unterweilbacher Gefallenen des Ersten Weltkriegs angebracht. |
Der Turm auf der Nordseite des Chores, der auf dem Wening-Stich von 1700 noch ein Satteldach zeigt, erhielt 1741 eine Zwiebelkuppel, die 1969 mit Kupfer beschlagen wurde. Er hat im unteren Teil einen viereckigen Grundriss. Der Aufbau ist achteckig mit unterschiedlich breiten, durch Ecklisenen gegliederte Seiten. Die Kuppel bekam 1969 ein Kupferbedeckung. In der Glockenstube hängen zwei Glocken. Eine wurde um 1830 bei Nikolaus Regnault in München, die andere 1959 bei Karl Czudnochowsky in Erding gegossen.
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Hinweis: Woher die so typisch bayerisch-barock anmutende Zwiebelform kommt, ist erstaunlicherweise nicht geklärt. Einige der Experten vermuten, dass sie eine Nachahmung und Weiterentwicklung der im 7.Jh errichteten Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem (Felsendom) und somit arabischen Ursprungs ist. Damals glaubten europäische Baumeister, die Kuppel stamme noch vom Tempel Salomons und verbanden mit ihr die Vision vom himmlischen Jerusalem. Andere Kunstexperten sehen in der Zwiebel eine Weiterentwicklung der byzantinischen Kuppel, die auch in Russland großen Anklang fand. Fest steht jedoch, dass die ältesten zwiebelförmigen Kuppeln in Bayern die der Münchner Frauentürme sind (1525). Weite Verbreitung fand die Zwiebel als Bauform aber erst im Italien der Renaissance und bei uns in der Barockzeit nach dem 30jährigen Krieg. Ihre Form -unten bauchig, oben spitz- passte wunderbar zur Kunstauffassung und zum Lebensstil des Barocks und galt "als Synthese aus der Bewegung ins Übersinnliche und dem Verharren in den Wölbungen des Sinnlichen". |
| Im kleinen Vorhaus an der Südwestseite, das das Eingangsportal vor der Witterung schützt, ist eine kleine Lourdesgrotte hinter einem Ziergitter eingerichtet. |
Inneneinrichtung
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Der
hohe Altarraum besitzt eine halbrunde
Apsis mit drei Rundbogenfenstern und einem einfachen Gemälde
an der Flachdecke. Bei dem Gemälde handelt es sich um ein Rundbild
im feurigem Strahlenkranz. Das Bild selbst bildet aus vielen Heilig-Geist-Zungen,
einem Kreuz und einem Herzen mit drei Nägeln das Jesusmonogramm IHS.
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Hinweise: das Jesusmonogramm kann auf zwei Arten gedeutet werden: Es sind einerseits die Anfangsbuchstaben des in griechischen Großbuchstaben geschriebenen Namens Jesu (JHSOUS); andererseits werden diese Buchstaben auch als Anfangsbuchstaben von "Jesus, hominum salvator" das bedeutet: "Jesus, Erlöser der Menschen" verstanden. |
| Die Fenster im Altarraum enthalten
farbige Glaseinsätze, die im Nordosten das Herz
Jesu (gestiftet von Franziska, Gräfin Kreit, geb. Gräfin
Spreti im Jahr 1899) und im Südosten das Herz
Mariä darstellen (Maria weist mit ihrer linken Hand auf das
brennende Herz, in der anderen Hand hält sie eine Lilie, ein Kranz
von 12 Sternen umgibt ihr Haupt); das Bild wurde von Anna Stadelmeier, 1839-1899,
Louise, Gräfin Spreti gestiftet . |
| Hinweis: Das Herz Jesu ist Symbol für die Erlöserliebe Christi. Diese Darstellung verbreitete sich in unseren Kirchen insbesondere nach der Einführung des Herz-Jesu-Festes durch Papst Clemens XIII.(1758 - 1769) im Jahr 1765. Das Herz Mariens ist Zeichen für die mütterliche Liebe. |
Der Hochaltar
mit einer prächtigen Altarrückwand (Retabel),
bebilderten Seitentüren und vielen Figuren stammt aus der Zeit um 1700. Er wurde
um 1741 im Rahmen des Neubaues der Kirche stark überarbeitet und 1848 renoviert.
Die marmorierte Altarrückwand wird durch vier Säulen gestützt;
seitlich lugen die (1968 nach Vorlagen neu geschnitzten) Enden eines Vorhanges
hervor, die den Eindruck vermitteln, der Altar sei auf der Rückseite von
diesem Vorhang umhüllt.
| Mittelpunkt des Altars ist die eine Muttergottes-Statue aus gotischer Zeit, die aber sicher im Barock überarbeitet wurde. Sie steht unter einem Baldachin mit seitlichen Vorhängen und ist von zwei Putten umgeben. Maria trägt das Jesuskind auf dem linken Arm; in der rechten Hand hält sie ein Szepter. Ihre Füße stehen auf einer Mondsichel. | Hinweis: Diese Mondsichel erinnert an Maria als der Frau aus der Offenbarung des Johannes (Offb 12,1) "von der Sonne umkleidet, den Mond zu ihren Füßen". Über das Alter der Figur gehen die Angaben auseinander: eine Quelle ordnet sie dem Jahr 1450 zu, eine andere Quelle dem beginnenden 17.Jh.´ Unter der Marienfigur sind zwei Leuchterengel angebracht. |
Assistenzfiguren am Hochaltar sind die Eltern von Maria, der hl.Joachim (mit Schäferschaufel) links und Mutter Anna rechts. Die beiden Figuren wurden um 1740 geschnitzt.
| Hinweis: Anna und Joachim waren nach apokryphen Evangelien des 2. bis 6. Jahrhunderts die Eltern der Maria und somit die Großeltern von Jesus. Anna war schon betagt, als sie ihre Tochter Maria gebar; sie wird meist mit Kopftuch dargestellt. Joachim hat eine Schäferschaufel in der Hand, weil er auf dem Feld die Herden hütete, als ihm ein Engel erschien. |
Der Altaraufsatz besteht aus einem hochovalen Auszugsbild zwischen zwei Säulchen, die ein gesprengtes Gebälk tragen. Im Bild ist die Hl. Dreifaltigkeit dargestellt. Seitlich sitzen auf den Gebälkstücken zwei Engel. Um die große blaue Erdkugel gruppieren sich Gottvater (links), Christus mit dem Kreuz im Arm (rechts) und die Heilig-Geist-Taube (oben). Darüber ist eine weitere Heilig-Geist-Taube befestigt, die früher an der Kanzel angebracht war.
| Um die große blaue Erdkugel gruppieren sich Gottvater (links), Christus mit dem Kreuz im Arm (rechts) und die Heilig-Geist-Taube (oben). | Hinweis: Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach fuhr der heilige Geist in leiblicher Gestalt auf ihn hernieder wie eine Taube (Lk, 3,22). Obwohl dies nur bedeutet, dass sich der Geist bewegte sich wie eine Taube, nicht aber aussah wie ein Vogel, hat man die Taube als Symbol für die sonst nur schwer greifbare dritte Person Gottes gewählt. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 hat dies sogar empfohlen. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam. |
| Hinweis: Franziskus von Assisi gründete den Orden der Minoriten, die sich besonderes der Armenpflege, Seelsorge widmeten. Er wählte für den Ordenshabit die braune Farbe. Diese Farbe steht in der Tradition für Demut und Bescheidenheit. Seine glühende Liebe zu Gott und zur Schöpfung faszinierte die Menschen und er hatte damals schon viele Bewunderer und Verehrer. Franziskus wird häufig auch mit einem Kruzifix abgebildet, weil er in einer Vision Christus von einem Kruzifix zu ihm herabsprechen hörte. Zudem war ihm die Verbreitung der Passionsfrömmigkeit ein Hauptanliegen. |
| Hinweis: Antonius lebte im 13.Jh und war ein begnadeter Redner, der sich gegen die damaligen Häretiker (Katharer, Albigenser und Waldenser) wandte. Seine Fastenpredigten in Padua 1231 hatten einen sensationellen Erfolg, denn die ganze Region schien danach wie umgewandelt: Schulden wurden erlassen, zerstrittene Familien versöhnten sich, Diebe gaben das gestohlene Gut zurück, unrechtmäßige und überhöhte Zinsen wurden den Schuldnern zurück-erstattet. Bis heute gilt in Italien ein damals erlassenes Gesetz, dass niemand mit seinem Leben und seiner Freiheit für eine Schuld haften solle, sondern nur mit seinem Eigentum. Antonius wird als Hilfe zum Wiederauffinden |
| Auf den Türen sind geschweifte Aufsätze im Akanthusdekor mit hochovalen Holzbildern von zwei Heiligen aufgebracht. | Bei der weiblichen Heiligen handelt es sich um Maria Magdalena (mit Salbbüchse). Der männliche Heilige soll den Apostel Judas Thaddäus darstellen; die Attribute Kreuz, Buch, Totenschädel und Trompete sind für diesen Heiligen aber sehr ungewöhnlich. | |||
| Hinweise:
Maria Magdalena ist aus der Bibel bekannt. Sie wurde Jüngerin Jesu,
nachdem der sie von Besessenheit befreit hatte (Luk. 8, 2). Magdalena sorgte
für Jesu Lebensunterhalt (Luk.8,3). Sie war auch bei der Kreuzigung Jesu
dabei; ihr erschien Jesus nach seiner Auferstehung (Joh 20,15-17). Ob es
sich bei Magdalena auch um die namenlose Sünderin handelt, die Jesus die
Füße salbte (Luk 7, 37 - 38), wie die Legenden behaupten, ist ungewiss.
Aber meist wird sie mit einer Salbbüchse abgebildet. Judas Thaddäus war einer der Jünger Jesu; er ist nicht zu verwechseln mit Judas, genannt Ischariot, der Jesus verraten hat. Der Legende nach wirkte Judas später in Babylon. Dort forderte er mit Wundertaten die örtlichen Zauberer heraus, die Judas mit einer Keule erschlagen ließen. |
| dass alle, die der Passion Christi gedenken, vom Gericht Gottes verschont werden mögen. Der Kelch mit Hostie in ihrer Hand versinnbildlicht die einem Sterbenden gereichte letzte Kommunion (Viatikum) und verweist auf ihre Funktion als Sterbepatronin. |
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Der Tabernakel
aus dem Ende
des 19.Jh im Stil des Historismus wird durch vier vergoldete kleine Säulen
und verkröpftem
Gesims
gegliedert. Die vergoldete Türe ist durch Schnitzwerk des Neurokoko
verziert. In der Mitte ist das Auge Gottes im Dreieck dargestellt. Diese
Form verdankt seine Existenz der Scheu früherer Jahrhunderte, Gottvater
zu personifizieren. Es symbolisiert die erste göttliche Person und
durch das Dreieck gleichzeitig auch die Dreifaltigkeit. Personifiziert,
als würdiger alter Mann mit langem Bart, wird Gottvater erst seit
dem Barock (17.Jh) dargestellt. Neben dem Tabernakel stehen Kerzenleuchter
aus der Zeit um 1820; sie haben einen Holzkern, der von getriebenem, versilberten
Messingblech umgebenen ist.
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| Hinweis: Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die seit dem 12. Jh übliche Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit (unter anderem Namen) zur Aufbewahrung verwandelter Hostien für die Sterbenden. Seit dem hohen Mittelalter wurde er auch Ort der Anbetung und Verehrung Christi in der Gestalt dieses eucharistischen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545 - 63) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Doch diese Vorschrift wurde in Deutschland, wo man lange daran festhielt, die heiligen Hostien in Wandschränken und Sakramentshäuschen aufzubewahren, erst im 18. Jahrhundert umgesetzt. Das 2. Vatikanische Konzil (1962 - 65) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder modernisierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen frei auf einer Säule. |
| In
der Predella des Choraltars sind Reliquienbehälter
aus dem 18.Jh. eingelassen. Sie enthalten neben den Reliquien, farbige Steine,
Stickereien, Perlen, ein Wachsmedaillon (sog.Agnus Dei) sowie Filigranarbeiten
aus Gold- und Silberfäden. Auf kleinen Pergamentstreifen (Cedulae) sind
die Namen der Heiligen, von denen die Reliquien stammen, verzeichnet. Es
sind u.a.: links: s.Clementia, S.Quilielmus
Mart. s.Martialis mart. S.Pranquilinus Mart. s.Speciosa rechts. s.Gaudenti Mart. s.Crescentia Mart. s.Quirinus Mar. Die Abkürzung Mart. weist auf den Status als Märtyrer hin. Bei den Reliquien handelt es sich um Partikel von sog. Katakombenheiligen. Die in den Katakomben Roms gefundenen anonymen Knochenreste wurden generell als Gebeine von Märtyrern angesehen, mit einem Namen versehen (getauft) und als Reliquien an alle Kirchen des Abendlandes verkauft. |
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Neben dem Sakristeieingang
ist die sog. Chorglocke angebracht,
die in einem schmiedeeisernen Rahmen wohl aus dem ausgehenden 19.Jh hängt.
Mit ihr wird das akustische Zeichen für den Beginn des Gottesdienstes
gegeben. Die Chorglocken werden geläutet, wenn Priester und Ministranten
die Sakristei verlassen und den Chor betreten.
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Über
der Sakristei ist das Oratorium der Hofmarksherren eingebaut, das von den Grafen
Spreti noch nach dem 2.Weltkrieg genutzt wurde. Zur Zeit stehen dort Gipsfiguren
und Einrichtungsgegenstände, die nur für bestimmte Feste gebraucht
werden:
Ein
altes Kruzifix aus dem
17.Jh wurde bei der Dekoration des Hl.Grabes verwendet, das früher
am Karfreitag aufgerichtet wurde und bis Karsamstag Mittag dem Gedenken
an den Tod Christi gewidmet war. Wenn
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Die Statue des Auferstandenen
(Gipsfigur) mit der Fahne in der Hand hat in der Osterzeit ihren Platz auf
dem Tabernakel. Die Fahne gilt seit dem 10./11. Jh. als Zeichen des Sieges
über den Tod. In der Barockkunst erfreute sie sich als Attribut großer Beliebtheit.
Insbesondere in der Kunst des süddeutschen Raums gehört die Fahne zur Ostersymbolik.
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| Zur Weihnachtszeit ist auf dem Tabernakel dieses Jesuskind zu sehen. Es besteht aus Gips und stammt aus dem 20.Jh. |
Auch die Gipsfigur des hl.Josef mit dem Jesuskind auf dem rechten Arm und einer Lilie in der Linken dürfte aus dem 20.Jh stammen. |
In die Seitenwände des Chores und des Kirchenschiffs sowie an den Außenseiten der Kirche sind mehrere Epitaphe eingelassen, die an die Grafenfamilie v.Sprety und an frühere Geistliche in Unterweilbach (meist Benefiziaten = Inhaber kirchlicher Pfründe / Einnahmen) erinnern. Viele Grabsteine der Spretys waren früher an der Münchner Franziskanerkirche aufgestellt und wurden nach deren Abbruch vor 200 Jahren nach Unterweilbach gebracht.
| Hinweis: Epitaphe gibt es in unseren Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt wird. Epitaphe (griech. Grabinschrift) wurden für diesen Zweck eigens angefertigt; sie sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch kein Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet. |
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An der Nordseite des Altarraums
ist das Epitaph für Franz Johann Hieronymus Innozenz Graf von Spreti
(gest. 25.4.1772) zu finden. Es ist aus Grau- und Rotmarmor zusammengesetzt.
Auf dem Epitaph ist ein hölzerner Wappenaufsatz mit heraldischen
Motiven befestigt. Maße: 173 x 98 cm, ohne hölzernen Wappenaufsatz |
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| An der Südseite des Langhauses
ist das klassizistische Epitaph aus Graumarmor für die gräfliche
Familie von Sprety eingelassen. Es ist 168 cm hoch und 74 cm breit. Der
Text lautet: Hier ruhet die hochgebohrne Frau Mar.Clemen.Gräf.v.Spreti,
gebohrne Freyin v.Schurf genannt Thann. Sie starb am 22.Mai MDCCCII (1802)
im LXIV (64). Jahr ihres Alters. Beweint als die beste Mutter, zärtlichste
Gattin und Wohltheterin viller Leidenden. Sie war vermählt den III.Oktob.MDXXLVIII
(1758) mit dem hochgeb.Herrn Sigmund Graf v.Spreti, churbayerischer Kammerer,
Hofrath und St.Georgsordenes Ritter......". |
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| An der Nordseite des Langhauses
ist das Epitaph für Maria Carolina von Sprety eingelassen. Sie
starb am 13.6.1749. Das Epitaph besteht aus Rotmarmor. Darüber neigen
sich zwei Wappen zueinander. Eines davon zeigt den Baum der Spretis, das
andere einen Rechen. Maße: 104 x 65 cm . |
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1836
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An der Südseite des Altarraums
ist das Epitaph für Josepha Gräfin von Sprety eingelassen.
Sie starb am 21.1.1836. Das fast einen Meter hohe Epitaph besteht aus schwarzem
Marmor. Im oberen Bereich enthält es ein Allianzwappen (Maße:
96 x 63 cm). |
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1759
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An der Nordseite des Altarraums ist das Epitaph aus Graumarmor für Maria Barbara Prehanber (gest. 1759) zu finden. |
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An den Außenseiten der Kirche finden wir |
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Die Grabstätte der Familie Spreti mit dem großen dreiteiligen Grabdenkmal im neugotischen Stil. Es wird überragt von einer Kreuzigungsgruppe aus Stein: Christus am Kreuz, darunter stehen Maria und der Apostel Johannes. Im mittleren Feld sind ein Engelskopf mit gekreuzten Flügeln, darunter ein mit Akanthusblättern und einer Krone verzierte Wappen der Spretis. In den beiden Außenfeldern sind die Namen der hier begrabenen Angehörigen der Grafenfamilie eingemeißtelt. Sie reichen von Graf Sigmund (gest.1843) bis Joachim von Trebra-Lindenau (gest.26.8.2000). Das Grabdenkmal stammt von Prof. Endres, der 1845 den Umbau der Schlosskapelle leitete. |
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1802 |
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| Epitaph für den am 13.5.1804
im Alter von 56 Jahren gestorbenen Benefiziaten Georg Braun mit Totenkopf
und gekreuzten Oberschenkelknochen, Kelch, Stola, Blüten und Hostie
(Kalksandstein, 75 x 35 cm) |
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| Rautenform hat das Epitaph
für das Kind Louise Sprety. Text: Hier ruhet Louise Sprety.
Töchterchen des Sign. Sprety Grafen v.Weilbach durch dessen gliebte
Gattin Josephine gebohrne Freyin v.Boslar erzeugt am 19.May 1897 gestorben
den 13. (31.?) März 1808." |
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Epitaph aus Kalksandstein
für Benefiziat Georg Joseph Wandinger: |
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1836
| An der Südseite des Altarraums
ist das Epitaph für Josepha Gräfin von Sprety eingelassen.
Sie starb am 21.1.1836. Das fast einen Meter hohe Epitaph besteht aus schwarzem
Marmor. Im oberen Bereich enthält es ein Allianzwappen. |
| Die Form eines neugotischen
Fensters mit Maßwerk hat das Epitaph für Gräfin Anna
(Kalksandstein). Text: Hier ruhet in Frieden an der Seite seiner innigst
geliebtesten Gattin Anna Gräfin von Spreti der hochwohlgeborne Herr
Oscar Freiherr Ruffin, k.Kammerer und Rektor des k.Verwaltungsgerichtshofs
a.D. Ritter des Verdienstordens der Krone vom hl.Michael, geb. den 17.Dez
1821 auf Schloss Weyhern, gest. den 1.Aug.1895 (?) in München. R.I.P." |
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1815
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Epitaph für den am 28.5.1815 gestorbenen Benefiziat Joseph Anton Fritz (Kalksandstein, mit schmiedeeisernen Kreuz, Maße: 54 x 44 cm) |
| Das Epitaph für Franz
Graf von Spreti ziert ganz oben das mit einer Krone versehene Wappen
mit dem stilisierten Baum. Text: Hier ruht in Gott der Hochgeborene Herr Franz Graf von Spreti, k.b. Kämmerer u. Oberstleutnant a.D. Ritterlicher Orden. Geb. 3.Oktob.1857 zu Unterweilbach, gest.4.April 1932 zu München - Maria Gräfin von Spreti, geb. Freiin von Freyberg, geb. zu Jetzendorf 6.Febr.1868, + zu München 25.Jan.1951. R.I.P." |
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| Wappenförmig ist das Epitaph
für den Rittmeister Adolph Graf von Spreti aus Kalksandstein.
Unter dem Stein ist ein Weihwasserbecken angebracht. Der Text lautet: Hier
ruhen der k.b.Rittmeister a.D. Adolph Graf von Spreti, geb. 21.4.1841, gest.
20.12.1925 und seine Gemahlin Karolinke Gräfin von Spreti, geb.Hartmann,
geb. 29.6.1842, gest. 27.11.1915, Antonie Gräfin von Spreti, geb. 4.8.1856,
gest. 7.1.1937, R.I.P." |
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| Das Epitaph für
den Generalintendanten Kurt Freiherrn Kress von Kressenstein, gest.
17.8.1945 und seine Kinder Martina (1Tag alt) und Kurt (6 Tage alt) ist
rechteckig und besteht aus Rotmarmor. Der Stein erinnert auch an Martina
Braun von Kress, verwitwete Freifrau Kress von Kressenstein, geb. Gräfin
von Spreti, die am 13.5.1998 im Alter von fast 98 Jahren gestorben ist.
Den oberen Teil des Epitaphs schmückt der Baum aus dem Wappen der Spreti.
Zum Zeichen der Trauer ist er geneigt. |
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1949
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Aus schwarzem Marmor besteht das 60 cm hohe und 37 cm breite Epitaph für Pfarrer Dr. Josef Link (1881-1949). |
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| Der Zelebrationsaltar ist eine Besonderheit. Die Tücher, die ihn umgeben, lassen ihn zunächst wie einen der üblichen Altäre aus Holz oder Stein erscheinen lassen. Ein Blick darunter zeigt aber, dass es sich um einen Tragaltar handelt, mit vier herausziehbaren Griffen, mit denen der Altar -wie der Name schon vermuten lässt- bei Prozessionen (denkbar bei der Fronleichnamsprozession) mitgetragen und an den Stationen als Altar verwendet werden kann. |
| Hinweis: Seit dem frühen Mittelalter gab es solch kleine tragbare Altäre, die altare portatile (lat. portare = tragen). Sie konnte auf Reisen mitgeführt und an jedem beliebigen Ort aufgestellt werden, um die Messe zu zelebrieren. Die einfachste Form ist der tafelförmige Tragaltar, ein geweihter und mit Reliquien versehener Altarstein, der in einem Rahmen oder in einer Holztafel eingelassen ist. Der Altarstein muss so groß sein, dass ein eucharistischer Kelch, in der Regel ein kleinerer Reisekelch mit Patene, darauf Platz finden konnte. Neben die tafelförmigen traten seit dem 11. bis in das 13. Jahrhundert kasten- und altarförmige Tragaltäre, wie in Unterweilbach. Sie haben stets einen Holzkern, in den man eine größere Zahl von Reliquien eingeschlossen hat. Viele Tragaltäre sind reich mit Goldschmiedearbeit versehen und eher Prunkaltäre, die wohl in erster Linie die Funktion eines Reliquiars hatten. |
| Die Decke des Kirchenschiffs und der Chorbogen sind mit Ornamentsschmuck ausgemalt. An der Decke des Kirchenschiffs ist in der Mitte eines großen Feldes ein Kreuz im Strahlenkranz mit dreipassförmigen Kreuzbalkenenden zu sehen. | Das Gemälde wurde erst 1860 im Stil des Historismus erstellt, später als stilistisch nicht zur übrigen Barockeinrichtung passend übermalt und schließlich 1992 wieder freigelegt. |
| Die beiden Seitenaltäre
aus dem Jahr 1741 wurden erstmals 1848 und nochmals 1968 renoviert.
Die letzte Restauration dauerte 40 Jahre. Schuld an der Verzögerung
waren die Kosten (letztendlich 200.000 Euro), die zu tragen sich zunächst
niemand bereit gefunden hatte. Seit 2008 erstrahlen sie wieder in neuem
Glanz. Die Altarbilder hingen während dieser Zeit als Einzelstücke
im Chor und an der Kirchenwestwand auf der Empore. Die Assistenzfiguren
standen an der Stelle der Seitenaltäre. Auch an den Seitenaltären sind Reliquiare angebracht. Dort befinden sich Reliquien der Katakombenheiligen s.Venantius Mart., s.Tonantius Mart., s.Margaretha, ss.Caspar, Melchior, Balthasar, s.Ruperti Episcopus, s.Renantius |
Rechter Altar |
Linker Seitenaltar
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Auf dem linken Altar ein im Nazarenerstil gemaltes Bild des hl. Wolfgang in rundbogigem Rahmen. Auf dem Bild die beiden hauptsächlichen Attribute des Heiligen, das Kirchenmodell und die (von einem Engel gehaltene) Axt. Hinweis: St.Wolfgang lebte im 10.Jh erst Mönch in Einsiedeln, dann ab 972 Bischof von Regensburg. die Legende erzählt von zeitweiligem Einsiedlerleben am nach ihm benannten Wolfgangsee. |
Das Einsiedlerleben wurde durch den Teufel gestört, der immer wieder versuchte, Wolfgang zu vernichten, sodass Wolfgang beschloss, sich an einem freundlicheren Ort eine Klause zu erbauen. Er warf seine Axt ins Tal hinab und gelobte, an dem Ort, an dem er sie wieder finden werde, eine Kirche zu erbauen. Wolfgang lebte sieben Jahre in der Einöde. Danach kehrte er nach Regensburg zurück. Die vielseitige und umsichtige Tätigkeit als Bischof begründete Wolfgangs Beliebtheit und seine Verehrung schon zu Lebzeiten. |
| Hinweise:
Sebastian soll nach der Legende im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen
Garde gewesen sein. Auf Befehl des Kaisers Diokletian wurde er wegen seines
Glaubens mit Pfeilen durchschossen. Er erholte sich aber durch die Pflege
von St.Irene, der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut
zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung
hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein. Der heilige Sebastian
wird deshalb als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron der
Schützenbruderschaften verehrt. St.Florian war um das Jahr 304 Offizier der zweiten italienischen Legion des römischen Heeres. Wegen seines Glaubens wurde er verhaftet und nach vielen Martern mit einem Mühlstein um den Hals in die Enns geworfen.In seiner Jugend soll er ein brennendes Haus durch sein Gebet gerettet haben. |
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Altaraufsatz Das Ovalbild im Altarauszug zeigt den hl.Joachim, den Großvater Jesu, mit seinem Attribut, der Schäferschaufel in der Hand. |
Der kleine Engel links oben erinnert an die Schilderung im apokryphen Jakobusevangelium, wonach ihm auf dem Feld bei seinen Herden ein Engel erschienen sein soll. Das Bild wurde im 18.Jh. in Ölfarbe auf Leinwand gemalt. |
| In der Weihnachtszeit steht auf dem linken Seitenaltar eine kleinere, kompakte Krippe mit bemalten Schnitzfiguren. Sie wurde in Schönbrunn wohl in der Werkstätten der damaligen Anstalt (heute Franziskuswerk) gefertigt und kam um das Jahr 1950 nach Unterweilbach. | Wenn Sie sich für Krippen in den Kirchen des Dachauer Landes interessieren, klicken Sie hier.... |
Rechter Seitenaltar
| Auf dem Altarblatt des rechten Seitenaltars (19.Jh.) sind Mutter Anna, ihre Tochter Maria und das Jesuskind (Anna selbdritt) mit einer daneben stehenden Wiege dargestellt. | Die Assistenzfiguren am linken Seitenaltar zeigen St.Georg mit dem Speer in der Hand und einem sich zu seinen Füßen ringenlnden Drachen und rechts die hl Theresia mit Schreibfeder und Buch. |
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Hinweise:
Georg war Soldat des römischen Heeres zur Zeit Kaiser Diokletians
und wurde um ca. 304 in Nikodemien oder Lydda enthauptet. Bei uns wird
der hl. Georg vor allem als Patron der Pferde verehrt (Georgiritt). Meist
wird er als Ritter dargestellt, der einen Drachen tötet. Nach der
Legende hauste in einem See vor der Stadt Silena in Lybia ein Drache,
dem die Einwohner täglich Lämmer und später Kinder opfern
mussten. Da erschien St.Georg, nachdem er alle Martern überstanden
hatte, gevierteilt und vom Erzengel Michael wieder zum Leben erweckt worden
war. Als der Drache auftauchte, schwang Georg mit dem Zeichen des Kreuzes
die Lanze und durchbohrte das Untier, das zu Boden stürzte. Der Drache
ist ein Wesen, das viele Völker in ihren Mythen (Lindwurm) kennen.
In China gilt er als glücksbringend, bei uns im Westen als Bedrohung.
Sein Name kommt vom Griechischen drakon = "furchtbar Blickender". Im Alten
Testament wird er als Verkörperungen des Bösen und als Teufel
bezeichnet. In der Apokalypse bedroht er die Frau, die gerade ein Kind
geboren hatte. |
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| Im Ovalbild des Altaraufsatzes ist St.Josef dargestellt. Er präsentiert dem Betrachter seinen Sohn auf einer Windel. In der Hand hält er eine Lilie. Seit dem Mittelalter gelten weiße Lilien als Symbol für Reinheit und Keuschheit. | Im Zusammenhang mit Josef sollen
sie auf die sexuelle Abstinenz von Josef und letztendlich auf die göttliche
Abstammung von Jesus verweisen. Das Bild wurde im 18.Jh. in Ölfarbe auf Leinwand gemalt. |
Die mit Putten verzierte Kanzel
stammt aus der Zeit um 1700. Auch sie war 1968 abgebaut und 40 Jahre lang beim
Restaurator renoviert worden. Seit 2008 ist sie wieder an ihren alten Platz
an der Nordseite der Kirche angebracht.
Der rot-blau-grau marmorierte Kanzelkorb ist fünfteilig und durch Felderungen
mit Fruchtschnüren und Puttenköpfen gegliedert.
| Der Kanzelkorb ruht auf einer rundbogigen Konsole, an deren unteren Ende eine stilisierte Weintraube als Hinweis auf das Bibelwort "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben (Joh 15,5)" hängt. Das von zwei Pilastern eingerahmte Dorsale, die Rückwand der Kanzel ist mit einem Ölgemälde auf Leinwanduntergrund verziert. Es stellt Jesus als Guten Hirten mit einem Lamm auf der Schulter dar. Diese Darstellungen waren in der Frühzeit auf die Sündenvergebung bezogen (Mt.18,12-14). In der Barockzeit, in der dieses Bild in Unterweilbach entstand, trat die von Jesus auf die Priester übertragene Hirtenfunktion in den Vordergrund und damit dessen Hauptaufgabe, die Verkündigung des Evangeliums. So wurde der Gute Hirte ein bevorzugtes Bildnis an den Kanzeln. |
| Nach oben abgeschlossen wird die Kanzel durch den prächtigen Schalldeckel, der dazu dient, die Worte des Predigers gezielt in Richtung der Gläubigen zu reflektieren und ihr Verhallen im hohen Kirchenschiff zu verhindern. Der Deckel ist mit Quasten verziert. | Auf seiner Unterseite ist die Figur einer silbrigen Taube angebracht als Symbol für die Gaben des Heiligen Geistes, die den Prediger unterstützen sollen. Gekrönt wird der Schalldeckel durch einen Sockel und ein Kreuz mit dreipassförmigen Balkenenden. |
| Hinweis: Die Predigt wurde in altchristlicher Zeit -ähnlich wie heute- von einem Ambo aus gehalten. Ab dem 13. Jh. hat man Kanzeln gebaut, die zumeist seitlich im Mittelschiff ihren Platz haben, dort, wo die Gemeinde versammelt ist. Von hier aus konnten die Prediger auch von oben herab sprechen, was ihren Worten größere Wirkung verleihen sollte. Spätestens seit dem 2.Vatikanischen Konzil 1962 werden sie nicht mehr benutzt. |
Sonstige Figuren und Bilder
im Kirchenschiff
| Hinweis: Johannes aus Pomuk, "ne Pomuk", war Ende des 14.Jh Generalvikar des Erzbischofs in Prag und machte sich wegen seines energischen Auftretens für die Rechte der Kirche beim König Wenzel unbeliebt. Der ließ ihn am 20. März 1393 gefangen nehmen, foltern, brannte ihn selbst mit Pechfackeln, ließ ihn durch die Straßen schleifen und schließlich in der Moldau ertränken. Die Legende berichtet, der eigentliche Grund sei gewesen, dass Johannes, der Beichtvater der Königin war, dem König keine Auskunft über die Sünden seiner Frau gab. Der Fundort der Leiche wurde durch eine Erscheinung von 5 Sternen geoffenbart. Sein Denkmal auf der Prager Karlsbrücke, das 1693 errichtet wurde, machte ihn zu einem der wichtigsten Brückenheiligen. Nepomuk wurde 1729 von Papst Benedikt XIII. heilig gesprochen und war deshalb während der Barock- und Rokokozeit als damals moderner Heiliger häufig abgebildet worden (Barockisierung in Unterweilbach 1741). |
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Das Kruzifix auf der Südseite (Kanzelkreuz) entstand um 1700. Darunter steht eine zeitgleiche Figur der Mater dolorosa, der schmerzhaften Muttergottes. Ihr Haupt ist mit einem Kranz von 12 Sternen umgeben; in ihrer Brust steckt ein großes Schwert. Um die Figurengruppe schweben Englein mit Leidenswerkzeugen (Lanze und Schwamm auf Ysopstange). |
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Hinweise:
Das Schwert in Marias Brust erinnert das Simeonwort im Lukasevangelium
(Kap 2,35) bei der Darstellung im Tempel: "Dir selbst wird ein Schwert durch
die Seele dringen". Die zwölf Sterne erinnern an die Apokalyptische
Frau, die Johannes in der Geheimen Offenbarung beschrieben hat. Sie war
in der Vision vom Strahlenkranz der Sonne umgeben, über ihrem Haupte
standen zwölf Sterne als Symbol für die zwölf Stämme
Israels.Die Apokalyptische Frau wurde in frühchristlicher Zeitals Symbol
für die Kirche angesehen und erst später mit Maria identifiziert.
Das Kreuz heißt Kanzelkreuz, weil es in der Regel der Kanzel gegenüber an der Wand angebracht ist. Es erinnert den Prediger an den 1.Korintherbrief (1,3), in dem der hl.Paulus schreibt: "Wir predigen Christus als den Gekreuzigten". Die Ansprache soll nicht weltliche Dinge, sondern den Tod und die Auferstehung Christi zum Inhalt haben. Hinweis zum Schwamm auf der Ysopstange: Der 60 cm hohe Ysop ist ein aromatisch duftender Halbstrauch mit meist blauen Blütengehört und gehört zu den Mysterien-pflanzen des Altertums und wird im Mittelmeerraum seit etwa 2000 Jahren als Heilpflanze verwendet. Personen und Dinge, die mit einem Leichnam in Berührung gekommen waren, wurden mit dem Ysopbüschel besprengt. "Reinige mich mit Ysop und ich werde frei von Schuld sein" steht in der Bibel (Psalm 51,7). In der frühen christlichen Tradition war Ysop Symbol für die Taufe. Der essiggetränkte Schwamm, mit dem Jesus am Kreuz gelabt wurde, war auch auf einen Ysopstengel gesteckt. Ysop findet an vielen Stellen der Bibel Erwähnung. Bis heute weiß man aber nicht, ob es sich dabei um das selbe Kraut handelt, das wir zur Zeit unter diesem Namen kennen. Dass dem sterbenden Jesus am Kreuz Wasser mit Essig vermischt gereicht wurde, ist für diese Zeit üblich. Leicht gesäuertes Wasser wurde viel getrunken. So erhielten z.B. die Soldaten auf ihren Fußmärschen größere Mengen verdünnten Weines oder Weinessigs. In der Passionsgeschichte ist deshalb davon auszugehen, dass die Soldaten Jesus das Getränk reichten, das sie gerade zur Verfügung hatten. |
| Auch die Kirchenstühle (insges. 19 Bankreihen) mit klassizistischen Mustern am Kopf der Wange sind neueren Datums. Sie wurden jedoch nicht für Unterweilbach gefertigt, sondern erst im Jahr 1973 von der Fürstenrieder Exerzitienkapelle in München erworben. | In den Kirchen des Dachauer Landes gibt es an den Wangen der Kirchenstühle viele verschiedene Muster und Formen. Wenn Sie daran interessiert sind, klicken Sie hier... |
| Hinweis: Kirchenstühle gab es nicht von Anfang an in den Kirchen. Die ersten 1500 Jahre standen die Gläubigen oder bewegten sich langsam im Raum. Lediglich für Alte und Schwache gab es einige Stühle an den seitlichen Wänden. Ohne Kirchenstühle fasst die Kirche viel mehr Menschen; bei dichtem Gedränge während des Gottesdienstes schien der Raum voller Bewegung zu sein. Das feste Gestühl wurde zum Spiegel einer disziplinierten Gemeinschaft, in der jeder seinen festgefügten Platz hatte. Im 16.Jh. sind zuerst die evangelischen Kirchen mit Bänken ausgestattet worden, weil dort die Predigt als Medium der Heilsvermittlung einen größeren Raum einnimmt. Die katholischen Kirchen zogen erst später nach. Die Bestuhlung war einer der Gründe, dass die Kirchen zu Beginn der Barockzeit vergrößert werden mussten. |
| An
den Kirchenstühlen ist -neben zwei kleineren- auch ein schön gestaltetes
großes Vortragekreuz aus
der Zeit der Wende vom 18. ins 19.Jh befestigt. Der Korpus besteht
aus Holz und ist in Inkarnatfassung (= fleischfarben) bearbeitet. Es wird
bei Flurumgängen vorangetragen. Ein kleineres Vortragekreuz mit dreipassförmigen Kreuzbalkenenden auf einer Stange (rechts) wird dagegen bei den Bittgängen nach Ampermoching, Mariabrunn und Röhrmoos mitgeführt. |
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Das
dritte Vortragekreuz
aus dem 18.Jh mit schwarz-weißer Bemalung der Stange wird dient
dem Zug bei Beerdigungen auf dem Weg von der Kirche zum Grab. Dadurch
werden die vom Priester gesprochenen Worte "Jesus geht uns voraus" sowie
„Das Zeichen unserer Hoffnung, das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus
sei aufgerichtet über deinem Grab" sinnfälliger.
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Hinweis: Vortragekreuze werden beim Kirchenein- und Auszug, Prozessionen, Wallfahrten sowie bei Beerdigungen vorangetragen. Dies geht zurück auf das Jesuswort "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach". Bei Gebetsprozessionen (Bittgängen, Kreuzweg) wird der Corpus des Kreuzes zu den nachgehenden betenden Menschen gedreht, damit sie den |
| Gekreuzigten vor Augen haben. Bei anderen Prozessionen, z.B. an Fronleichnam und beim Ein- und Auszug zeigt der Corpus in die Gehrichtung, d.h., er weist ihnen den Weg. Die ältesten Vortrage-kreuze stammen schon aus dem 6.Jh. |
| Der mit Schmiedeeisen ummantelte alte Opferstock aus der Zeit des 19.Jh, der in der Nähe des Eingangs stand, ist schon seit vielen Jahren verschwunden. Die Bezeichnung Opferstock rührt daher, dass er -so wie früher in Unterweilbach- aus einem großen ausgehöhlten Holzstock besteht. | Der heute verwendete kleine
Opferstock an der Wand neben der Türe ist ganz aus Eisen gefertigt. In den Kirchen des Landkreises Dachau gibt es viele unterschiedliche, außerordentlich interessante Opferstöcke. Wenn Sie sich dafür interessieren, klicken Sie hier.. |
| An der Emporenbrüstung hängen zwei Bilder aus der Zeit um 1720 in barockem Rahmen, die früher in den Predellen der beiden Seitenaltäre eingebaut waren. Sie zeigen auf der Südseite den hl. Leonhard (mit Tieren, Kette und Abtsstab -südl.). | |
Wen das nördliche Bild darstellt, ist nicht geklärt. Wahrscheinlich ist es der hl.Franz Xaver auf dem Sterbelager mit einem Kreuz in der Hand. Im Hintergrund ist eine Meereslandschaft zu sehen. |
| Hinweise: Franz Xaver,
ein Spanier, war ein Zeitgenosse von Ignatius von Loyola und einer der ersten
Jesuiten. Von Goa in Indien aus missionierte er auf mehreren Reisen den
fernen Osten u.a. Japan und China und taufte dort viele Menschen. Das hochgehaltene
Kruzifix erinnert an den Eifer, mit dem er die Botschaft vom Gekreuzigten
verkündete. In der Münchner Michaelskirche befindet sich eine
Knochenreliquie mit dem Spruchband: "25 Tote erweckt, 120.000 getauft".
Die Zahl der Taufen war damals -anders als heute- ein Maßstab für
den Erfolg der Mission. Leonhard (einer der 14 Nothelfer) setzte sich als Abt für Gefangene ein. Deshalb galt er ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen", also der Gefangenen; nach der Reformation wurde er Schutzpatron der Haustiere, weil man die Ketten, mit denen er abgebildet wurde, als Viehketten deutete. |
| Die von Max Maerz
1867 als "opus 75" in München für eine Kirche in Unterbrunn
angefertigte Orgel mit 8 Registern
kam im Jahre 1912 durch Vermittlung von Graf v.Spreti nach Unterweilbach.
Sie besitzt eine mechanische Schleiflade. |
Ein Teil der Orgel ist als Brüstungswerk mit dreiteiligem Flachfelderprospekt im klassizistischen Stil ausgestaltet; dessen beide Außenfelder sind erhöht. Noch erhalten ist der alte Blasebalg, mit dem früher (von Ministranten, Mesnern) die Pneumatik bedient wurde. | |||
| Disposition
der originalen Maerz-Orgel von 1867 (nach Brenninger -Stand 1975-): Manual (C-c''', 49): Principal 8'. Dulcian 8', Bordun 8', Gamba 8', Flöte 4', Octav 4', Mixtur 3fach2' Pedal (C-c, 13): Subbaß 16' angehängt. |
| Hinweis: Die Orgel mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirche, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt die Orgel zur Verherrlichung Gottes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde meist durch Künstler gestaltet. Im Barock, dem unsere ältesten Orgeln angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der "offene" Orgelprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt. |
| Die
Kirche besitzt zwei Zugänge an der Südwest und der Nordwestseite.
Beide Eingangsportale bestehen aus zweiflügeligen Türe
mit prächtigen Eisenbeschlägen
mit barocken Mustern und alten Türschlössern,
die in ihrer Funktion von modernenen Sicherheitsschlössern unterstützt
werden . Der tatsächliche Zugang erfolgt aber durch das Portal an der Südwestseite. |
Hans Schertl
Quellen:
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising,
1874
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr. 599,
732, 950)
Kirschbaum, Lexikon der Christlichen Ikonographie, 1968
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1976/1
Georg Brenninger, Orgeln in Altbayern, 1978
Georg Brenninger, Kunsttopographie der Erzdiözese München-Freising,
1982
Max Gruber, Baugeschichte der Kirchen im Bereich der Gemeinde Hebertshausen,
Amperland 1985
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres
1560, 1986
Georg Otteneder, Unterweilbach, 2002, 2005 (Neubau 1596)
Franz Thaler, Unterweilbach feiert 1200jähriges Bestehen, Röhrmooser
Heimatblätter Okt.2004
Karl Grüner, "Unten bauchig, oben spitz", Münchner Kirchenzeitung,
v. 25.9.2005 und vom 2.10.2005
Dachauer Nachrichten 25.6.2002; 11.1.2008
Eduard Kopp in Chrismon 06.2007 (Essigwasser)
78 Bilder : Pfarrei (3), Hans Schertl (73)
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28.2.2010
Primizianteneinzug
Amperbote vom 03.08.1912
Am
Sonntag fand hier unter großer Teilnahme der Bevölkerung aus der Umgebung der
Einzug des hochwürdigen Herrn Primizianten, Josef Niklas aus Unterweilbach,
statt, welcher sich zu einer erhebenden Feierlichkeit gestaltete. Hochw. Herr
Pfarrer Spötzl von Ampermoching war in einem von der gräflich Spretischen Gutsherrschaft
zur Verfügung gestellten, festlich geschmückten Wagen dem Herrn Primizianten
nach Lohof entgegengefahren, woselbst auch eine Menge Radfahrer ihn erwarteten.
In Ottershausen hatten sich etwa 30 geschmückte Reiter eingefunden. Nach Ankunft
des Hochw. Herrn Primizianten gings in langem Zug, voran die Reiter, dann die
Radfahrer, der Ehrenwagen, dem mehrere Wägen mit den Eltern und Verwandten des
hochwürdigen Herrn folgten, nach Ampermoching, wo in der Kirche eine kurze Andacht
erfolgte. Sodann gings nach Unterweilbach. Hier hatte sich vor der Ortschaft
die Feuerwehr unter dem Kommandeo ihres Hauptmannes Blümel aufgestellt. Gegen
5 Uhr Nachmittag traf der Zug, dem sich noch Reiter aus Ober- und Unterweilbach
sowie von Arzbach anschlossen, hier ein. Weißgekleidete Mädchen standen mit
der ganzen Ortsbewohnerschaft an einer Ehrenpforte zum Empfang bereit. Ein Ortskind
sprach ein Gedicht, und nun zog man zur Kirche. Von da gings ins Schloss, an
dessen Portal die gräfliche Familie mit ihrem Dienstpersonal den Hochw. Herrn
empfing; das liebliche Töchterlein des Schlossherrn trug ein Gedicht vor und
dann ging es zur Schlosskapelle, wo der Herr Primiziant den Segen spendete.
Hierauf wurde dieser sowie Herr Pfarrer Spötzl und die Eltern des Primizianten
von der Gutsherrnschaft noch zu Kaffee und Kuchen geladen.
(Recherchiert von Hubert
Eberl)