zur
Landkreiskarte ausführl.Beschreibg
Kirchen
in der Gem.Odelzhausen
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Hofkapelle St. Johann in SIXTNITGERN
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Die Kapelle in St.Johann,
im Greimerswinkel in einer Senke am Roßbach gelegen, wurde erstmals
1524 in der Sunderndorfer'schen
Matrikel als "Capella S.Joannis Baptistae in Greimertswinckl"
neben vier weiteren vier Filialkirchen der Pfarrei Sittenbach schriftlich
genannt. Sie könnte aber auch älter sein, weil das Johannes-patrozinium
in der Regel auf eine frühe Gründung hindeutet.
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Innenausstattung Der Altar war früher ein Altar
im Kloster Taxa und später ein Seitenaltar in der Kirche von Rossbach.
Seit 1779 steht er hier in Sixtnitgern. Das
Altarblatt zeigt die Taufe Jesu durch Johannes d.Täufer (Maler
Korbmann-1835). Assistenzfiguren am Altar sind die Heiligen Leonhard
(mit Abtsstab) und Wendelin (mit Hirtenstab). Die größte Figur ist eine Skulptur "Herrgott an der Geißelsäule", die wahrscheinlich früher in der Geiselwieskapelle stand und vor 300 Jahren nach St.Johann kam. Die Kreuzwegbilder im prächtigen Holzrahmen bestehen aus Hinterglasmalerei und zierten bis 1892 die Odelzhausener Kirche, in die sie nach der Säkularisation und dem Abbruch des Klosters in Taxa 1803 gebracht worden waren. |
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An der rechten Seitenwand steht auf einem Postament eine kleinere Figur des
hl.Sebastian am Marterpfahl.
Ausführliche
Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen
Hinweisen
| Geschichte: | Matrikel 1524 | Altarweihe 1707 | Matrikel 1738 | Umbau 1778 | |
| Beschreibg 1884 | |||||
| Ausstattung: | Choraltar | Figur St.Sebastian | Geißelheiland | Kanzelkreuz | Kreuzweg |
| Mater dolorosa | Reliquien | Säkularisation |
Geschichte der Kirche
Matrikel von 1524
Die Kapelle
in St.Johann, im Greimerswinkel in einer Senke am Roßbach gelegen, wurde erstmals
1524 in der Sunderndorfer'schen
Matrikel als "Capella S.Joannis Baptistae in Greimertswinckl"
neben vier weiteren vier Filialkirchen der Pfarrei Sittenbach genannt.
Ob sie schon 1315 vorhanden war, ist nicht sicher. In der damals erstellten
Konradinischen
Matrikel ist die Pfarrei Sittenbach
nur mit den Worten "habet IIII filias" beschrieben. Welche Kirchen
unter den vier Filialen zu verstehen sind, wird nicht gesagt. Da aber St.Johann
nicht unter den im Jahr 1524 beschriebenen vier Filialkirchen enthalten ist,
sondern eigenständig als Kapelle aufgeführt wird, dürfte die
Kirche nicht zu den 1315 genannten vier Filialen von Sittenbach gehören.
| Dennoch
kann sie zu damaliger Zeit schon vorhanden gewesen, aber von den Verfassern
der Konradinischen Matrikel übersehen worden sein. Auch
Apian (um 1550) nennt den Ort "villa in nemore magne" also Ort in großer
Abgeschiedenheit. Und
noch jetzt liegen diese gotische Kirche und der Einödhof so im "Winkel",
dass sie bei der Inventarisierung der Kunstdenkmale Bayerns übersehen wurde.
Auch das Johannespatrozinium deutet
auf ein sehr hohes Alter hin. Meist sind Johanneskirchen die ersten Gotteshäuser
in einer Gegend. Sie waren wohl die Orte, an denen die heidnischen Bewohner
der Umgebung getauft und in die Kirche aufgenommen wurden. Von Historikern wird die in der Sunderndorferschen Matrikel von 1524 genannte Capella als "uranfängliche Taufstätte" der Kirche an gleicher Stelle angesehen. Das hieße aber auch, dass der heutige Kirchenbau erst nach 1524 entstanden ist. |
Auszug aus einer Landkarte vom Jahr 1663 |
Einer Bistumsbeschreibung aus dem 16.Jh ist zu entnehmen, dass "In der Filial-Khürchen St.Joans nur 1 Altar ist, darauff sunderlich (=insbesondere) in der Khürchweych (= am Kirchweihfest), in festo S.Joannis Baptistae et feria 6ta post Ascensionis Dni (= Freitag nach Himmelfahrt) celebrirt würdt".
Altarweihe 1707
Am 8. Oktober 1707 kam der
Fürstbischof Johann Franz von Eckher nach St.Johann und weihte den Altar
der Kirche. Am selben Tag hatte er auch 3 Altäre in Roßbach benediziert
und dort die Firmung gespendet. Das Weihedatum bedeutet aber nicht zwingend,
dass der Altar erst kurz vorher neu beschafft oder renoviert worden wären.
Es könnte auch sein, dass 60 Jahre vorher - im 30jährigen Krieg -
der Altar von Soldaten entweiht worden und nach dem Krieg wieder
renoviert worden ist. Eine Altarweihe war damals nicht möglich. Denn ab
1652 saßen nacheinander zwei nachgeborene Wittelsbacher Prinzen (Albrecht
Sigismund von Bayern und Joseph Clemens von Bayern) auf dem Freisinger Bischofsthron,
die mangels Bischofsweihe das geistliche Amt des Bischofs nicht ausüben
konnten; Albrecht Sigismund besaß nicht einmal die Priesterweihe. Nach
40 Jahren kam 1695 mit Franz Eckher wieder ein echter Bischof an die Regierung,
für den nach so langer Zeit ohne Kirchen- und Altarweihen und ohne Firmungen
viel zu tun war. Dieser kunstsinnige Bischof regierte sein Bistum von der Reisekutsche
aus; er unternahm viele Pastoralreisen selbst in kleinste Dörfer seines
Bistums. In den drei Tagen vom 7. bis 9.Okt. 1707 weihte er neben den Altären
in Roßbach und St.Johann/Sixtnitgern weitere Altäre in Unterweikertshofen,
Sittenbach und Orthofen und spendete jeden Tag in einer anderen Kirche die Firmung.
Schmidtsche Matrikel von 1738/40
In den Jahren
1738/40 hat der Kanonikus Schmidt aus Freising die nach ihm benannte
Schmidt'sche
Matrikel (=Verzeichns) aller Kirchen der Diözese
Freising verfasst. Unter der Pfarrei Sittenbach ist auch eine kurze Beschreibung
von St.Johann (Ecclesia filialis s.Joann.Bapt.prope (=bei) Sittenbach"
enthalten. Er bezeichnet sie als bescheidene Kirche, aber dennoch sehr anmutig.
Sie liege auf einem Bergrücken in einem Landgut, ohne Friedhof und ohne
eigene Sakristei. Sie hatte auch damals nur einen Altar, der dem hl.Johannes
Baptist geweiht war. Das Kirchweihfest wurde am Sonntag innerhalb der Oktav
nach Christi Himmelfahrt gefeiert (= Sonntag vor Pfingsten). Die Messgewänder
waren in ausreichender Zahl vorhanden. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken.
Umbau
1778
In der Zeit kurz vor 1778 muss die Kirche stark vernachlässigt worden sein.
Jedenfalls ist in den Handwerkerrechnungen der Renovierung von 1778 davon
die Rede, dass nicht nur das Kirchendach und das als Zeltdach gestaltete Turmdach
völlig erneuert werden mussten (2000 Dachlatten, 18.000 Stiftnägel), sondern
auch der Putz innen und außen. Das Pflaster wurde neu gelegt und neue Kirchenstühle
angefertigt, weil "kein einziger Kirchenstuhl, auch sogar keiner für den Priester
vorhanden war". Der Altar war von dem seit 12 Jahre durch das undichte Dach
eindringenden Regen und Schnee "zum celebrieren unbrauchbar" geworden. "Zur
Ersparung (von) wenigstens 200 Gulden" wurde aus der Kirche von Roßbach ein
Nebenaltar samt Antependium
und Tabernakelkästl geholt, der den bisherigen Choraltar in St.Johann ersetzte.
Säkularisation
1803
Im Jahr 1817 drohte dem Gotteshaus "stündlich der Einsturz", wie es in
einer handschriftlichen Aufzeichnung der Kirchengeschichte heißt. Bis zur Restaurierung
1834 konnte kein Gottesdienst gehalten werden. Dies auch deshalb, weil die Kirche
nach der Säkularisation "zu sonstigem landwirtschaftlichen Gebrauch benutzt
und so vor dem Abbruch bewahrt" wurde. Der Pfarrer von Sittenbach protestierte
damals gegen einen Verkauf, hätte aber gegen einen Abbruch nichts gehabt, wenn
er wenigstens die Steine erhalten hätte. Mehr darüber....
Beschreibung 1884
In der Beschreibung des Erzbistums München-Freising
von Anton Mayer u. Georg Westermayer aus der Zeit um 1880 ist auch die Kirche
St. Johann enthalten. Dort heißt
es:
| "St.Johann, in einem einsamen Thale gelegen. Erbauungsjahr unbekannt. Restaurirt 1834. Ohne einheitlichen Styl. Geräumigkeit: zureichend. Baupflicht: der Bauer von St.Johann als Eigenthümer. Spitzturm mit 2 Glocken: a) 'Ad hon.Dei fudit me A.B. Ernst Monachii 1726'. b) 'Hubinger, Monachii 1854' - Benedicirt (=geweiht). Patron der hl.Johannes der Täufer. Am Festtage Frühamt mit Predigt durch den Cooperator; außerdem nur noch Gottesdienst an einem der Bitttage. 1 alt.port. - Stiftung von 4 Quatempermessen bevorstehend. - Meßner der Eigenthümer der Kirche. - Kirche ohne Vermögen". |
Die Kapelle, die
die Ausmaße einer Kirche hat, gehört zum Hof der Familie Huber.
Sie erhebt sich eindrucksvoll auf einem Hügel und schließt den Gutshof
nach Norden ab.
Der Turmbedeckung ist als Zeltdach gestaltet. Wieviele Glocken hinter den rundbogigen
Doppelschallfenstern in der Glockenstube hängen, ist mir nicht bekannt.
Innenausstattung
Die Kirche mit dem nicht ausgeschiedenen, dreiseitig schließenden Altarraum ist von einer Flachdecke mit Holzverkleidung überzogen.
Der Altar war früher ein Seitenaltar in der Kirche von Rossbach. Er wurde 1779 hierher gebracht. Neueren Forschungen nach dürfte der Altar Jahre vorher von Kloster Taxa nach Roßbach abgegeben worden sein, als die Klosterkirche neu ausgestattet wurde.
| Das Altarblatt zeigt die Taufe Jesu. Es wurde im Jahre 1835 vom Maler Korbmann im beginnenden Nazarenerstil geschaffen. Johannes, in kurzes Gewand und einen Überwurfmantel gekleidet, steht auf einem kleinen Felsvorsprung und hält den sog. Kreuzstab in der der linken Hand. Mit seiner Rechten tauft er den vor ihm im Wasser stehenden Jesus. Über der Szene schwebt die Heilig-Geist-Taube und sendet ihre Gnadenstrahlen herab. |
| Hinweis: Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach fuhr der heilige Geist in leiblicher Gestalt auf ihn hernieder wie eine Taube (Lk, 3,22). Obwohl dies nur bedeutet, dass sich der Geist bewegte sich wie eine Taube, nicht aber aussah wie ein Vogel, hat man die Taube als Symbol für die sonst nur schwer greifbare dritte Person Gottes gewählt. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 hat dies sogar empfohlen. Papst Benedikt XIV verbot 1745 die Darstellung der dritten göttlichen Person in Menschengestalt, wie sie vereinzelt immer noch vorkam. |
| Assistenzfiguren am Altar
sind die Heiligen Leonhard (links)
und Wendelin mit dem Hirtenstab(rechts).
St. Leonhard ist im Ordensgewand mit Abstab zu sehen. An der linken Hand sind die Finger so gebogen, als hielten sie einen Gegenstand. Wahrscheinlich waren dies früher einmal die Ketten, mit denen der Heilige regelmäßig dargestellt wird. Die Figur von St.Wendelin in blauem Gewand hält einen Hirtenstab in beiden Händen; den Blick hat sie zum Altar gerichtet. |
| Hinweise: Leonhard lebte
um das Jahr 500 als Abt in Frankreich. Regelmäßig besuchte er die Gefangenen
und erreichte beim König für viele die Freilassung. Deshalb galt er als
Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen". Wendelin (555-617), ein schottischer Königssohn, war Schafhirte bei einem Edelmann in der Nähe von Trier. Später wurde er (ohne Priesterweihe) Abt des nahe gelegenen Klosters Tholey. |
| Unter dem Altarblatt ein Schrein mit einer Nachbildung des Gnadenbildes aus Altötting. Die Kronen von Maria und dem Jesuskind sind mit Edelsteinen geziert. Maria trägt das bekleidete Jesuskind auf dem rechten Arm. In der Linken hat sie ein Zepter. Das Jesuskind umgreift mit seiner Hand einen Apfel, die Vorläuferform des Reichsapfels. |
| Daneben stehen zwei erst vor
wenigen Jahren renovierte Reliquienkästchen in Form einer Monstranz
mit Bildern der Heiligen Franz
Xaver (rechts) und Ignatius
von Loyola. Sie stammen aus dem 18.Jh. Die Bilder sind mit Öl
auf Leinwand gemalt. Im Fuß der Kästchen sind Reliquien in sog.
Klosterarbeiten aus dem 17.Jh eingearbeitet. Franz Xaver war im 16.Jh Asienmissionar. Von Goa in Indien aus missionierte er auf mehreren Reisen den fernen Osten (u.a.Japan und China). Ignatius von Loyola, ein Zeitgenosse von Franz Xaver, gründete den Orden der Jesuiten. |
| An der rechten Seitenwand der Kirche befindet sich eine Skulptur "Herrgott an der Geißelsäule", die wahrscheinlich früher in der Geiselwieskapelle stand und vor 300 Jahren nach St.Johann kam. | Hinweis: Die ersten Darstellungen von Jesus an der Geißelsäule entstanden zwar schon im Mittelalter. In den Landkreis Dachau gelangten vereinzelte Bilder jedoch erst im 17.Jh. Die große Verbreitung dieser Darstellungen setzte noch 100 Jahre später, nach dem Wunder in der Wies (1738) ein. Der Heiland auf dem Bild beim Wiesbauern bei Steingaden soll Tränen vergossen haben. Daraufhin setzte eine Wallfahrt ein und die berühmte Wieskirche wurde gebaut. Die meisten der rd. 15 Geißelheiland-Darstellungen im Landkreis Dachau wurden nach dem Vorbild des Wies-Heilands gestaltet |
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An der rechten Seitenwand steht auf einem Postament eine kleinere Figur des hl.Sebastian am Marterpfahl.
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Kanzelkreuz und Mater dolorosa
| Gegenüber an der Nordwand hängt ein großes Kruzifix mit darunter stehender schmerzhafter Muttergottes (mater dolorosa). Die im Verhältnis zum Korpus am Kreuz große Figur ist mit einem goldenen Mantel bekleidet. Durch die Brust Mariens bohrt sich über den gekreuzten Armen ein Schwert; es erinnert das Simeonwort im Lukasevangelium (Kap 2,35) bei der Darstellung im Tempel: "Dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen". |
Die auf einen Holzpfeiler gestützte Empore ist nicht verziert. Die Kirche besitzt keine Orgel.
Die Eingangstüre hat
eine Kassettenfüllung, mit den Formen von Rauten und Kreuz.
Situation der Kirche zur Zeit der Säkularisation
So um das Jahr 1800 herum will die Besitzerin des St.Johann-Gutes, die Witwe Sedlmayr, den Hof nicht an den ältesten Sohn Mathias, sondern an den jüngerem Kosmas übergeben, da sie ersteren zu Bewirtschaftung des Hofes nicht geeignet findet. Es kommt zum Prozess und zur Entscheidung, den Hof doch dem Mathias zu übergeben, da dieser 2000 Gulden durch Heirat herein brächte, während Kosmas nur 1000 Gulden erheiratet hätte. Das Ergebnis war aber, dass der Hof 1817 verkauft werden musste; die Witwe hatte wohl die Fähigkeiten des Sohnes Mathias richtig eingeschätzt.
Brief des Sittenbacher Dechant
und Pfarrers Leopold Staudacher an das Bayerische Landgericht Friedberg
vom 15.2.1817 aus einer handschriftlichen Chronik
der Kirche von St. Johann
Dem gemeinen Vernehmen nach soll es endlich mit dem Verkauf des schönen St.Johann-Gutes ernst werden und die dortige Filialkirche als eine Partie des Gutes mit in Kauf gehen. Schon ab 26. Sept. fühle ich mich von Pfarramts wegen verpflichtet, gegen den Verkauf dieser Kirche beim Bay.Landgericht Friedberg so lange zu protestieren, bis Mathias Sedlmayr sein Eigentumsrecht darauf in Petiterio wird erwiesen haben, denn bis dahin gilt die unwidersprechliche Regel, dass niemand etwas, was nicht sein ist, verkaufen kann.
Seine Vorfahren, mit denen der jetzige schon lange nicht mehr verwandt ist, mögen vielleicht diese Kirche einst erbaut und dotiert haben. Das gibt aber dem jetzigen Besitzer des Gutes kein Recht es wieder nach Belieben zurückzunehmen und sich anzueignen, denn das Gebäude der Kirche, ein der Region geschenktes Gut, wird es noch mehrer durch die bischöfliche Konsekration (Weihe) und ist dadurch der Willkür und dem Verkehr des Privaten ganz entzogen. Was der jetzige St.Johannser Bauer oder sein Vater an Gold in diese Kirche geschafft haben, mögen sie auch wieder zurücknehmen. Aber alles was schon seit langer Zeit bei dieser gewesen ist, als Glocken, Portatile, ist Kirchengut, das nimmer sein Eigentum werden kann.
Ich
bin daher von Pfarramts wegen aufgefordert, gegen ihren Privatverkauf zu protestieren.
Und wenn sie auch zu ihren bisherigen Zwecken nicht mehr gebraucht werden könnte,
sie als ein Kirchengut zum Bestand der Pfarrkirche oder zu anderen frommen Zwecken
zu reklamieren; die Friedhofsmauer der Pfarrkirche (in Sittenbach) bedarf einer
höchst notwendigen Reparatur. Das Schulzimmer in Sittenbach ist für die Menge
der Kinder viel zu eng. Dann ließen sich die Steine einer abgebrochenen Kirche
wohl verwenden, welches auch den allerhöchsten Verordnungen ganz angemessen
wäre. Dies habe ich nun, um mich außer alle Verantwortung zu setzen', dem Bayerischen Landgericht
vorstellen und mich gehorsamst empfehlen wollen.
Quellen:
Dr.Martin v. Deutinger,
Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Anton Mayer /Georg Westermayer: Statistische
Beschreibung des Erzbistums München-Freising. München 1874-1884
Handschriftliche Chronik der Kirche von St. Johann (unveröffentlicht)
Kirschbaum, Lexikon der Christlichen Ikonographie, 1968
Aufzeichnung von Prof. Hans Linhardt
Jakob
Mois,Konsekrationsbuch des Fürstbischofs Eckher, 1982 (Altarweihe 1707 )
Robert Böck, Wallfahrt im Dachauer Land, Bd 7 der Kulturgeschichte des
Dachauer Landes, 1991
Tobias Zauscher, Die Aufhebung des Augustinerklosters Taxa 1802, Amperland 2003/3
15 Bilder: Horst Lachmann (1), Hans Schertl (13)
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26.2.2010