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Berichte aus dem Pfarrleben des Klosters Schönbrunn

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Ereignis

zum Bericht
1866
Kritischer Zeitungsbericht über die Anstalt - Allgemeine Rundschau 25.2.1866
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1921
Eines edlen Priesters letzte Ehrung- Amperbote vom 29.11.1921
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1934
Leonhard Wackerl, Kaplan in Schönbrunn von 1934 bis 1942(?) - Amperland 2017
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1948
Primiz von Rudolf Kühl in Schönbrunn - Pfarrchronik- Eintrag vom 7. März 1948
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Kritischer Zeitungsbericht über den Anstaltsvorstand 1866
aus der Zeitung Allgemeine Rundschau 25.2.1866

In den Anfangszeiten der Anstalt Schönbrunn erschien in der Zeitung Allgemeine Rundschau eine Klage über die Zustände in der Anstalt Schönbrunn in Form eines Leserbriefs, gerichtet an die Stifterin Gräfin Butler-Haimhausen. Der Bericht ist unterschrieben mit "eine Arme im Namen Aller".

...1862 kauften Sie um die Summe von 75,000 fl. das Schloßgut Schönbrunn bei Dachau. König Ludwig I. gab Ihnen eigenhändig 10,000 fl., eine große Zahl von Wohlthätern hier und auswärts spendeten theils bedeutende, theils kleinere Summen dafür, und noch werden Hunderte von Gulden für jene Anstalt gegeben, zu dem Zwecke, Armen sowie hülfebedürftigen Kindern gegen nicht zu hohe Vergütung oder nöthigenfalls auch unentgeltliche Aufnahme und zu gewähren und denselben die nöthige Pflege des Körpers und Geistes zu geben.

Was ist aber nun aus Schönbrunn geworden?
Ein tiefer eingehendes Bild von dem dortigen Treiben zu entrollen, würde zu weit führen; gilt dies aber nicht als hinlänglicher Beweis, wie geringes Vertrauen die dortige, von einem Geistlichen übernommene Vorstandschaft genießt, daß in dem langen Zeitraum seines Bestehens sich nur zehn Kinder dort befinden, und welch' ein großer Reichthum an Produkten, Feldern, Wiesen, Oekonomie usw. umschließt dieses Armengut, welches uns ebenso verloren geht, wie das Andere (Projekt in der Staubstraße). Zehn Schwestern resp. Personen III. Ordens befinden sich daselbst, und als Oberin ernannte der geistliche Vorstand seine Schwester ganz nach seiner Willkür. Dieselbe wird sich kaum je geträumt haben, jene Befähigung in sich zu tragen, welche eine solche Stellung erfordert. Wer küimmert sich darum, es sind ja nur arme Kinder dort. Wie können Frau Gräfin als Vorsteherin des St. Marienvereins dies dulden, daß jener Geistliche Personen als Schwestern aufnimmt und installirt, welche in ihrer Bildungsfähigkeit unter Null sind. Diese sollen also die Kinder des Volks für das Leben und den Eintritt in die Welt bilden? Hat König Ludwig I. deßhalb 10,000 fl. gegeben, zahlen die hiesigen Bewohner darum hunderte von Gulden, um zehn Schwestern zu ernähren, welche den dortigen Bauersleuten die Wäsche reinigen, gemeine Taglöhnerinnen machen, herumbetteln - oder daß dieselben sich der Pflege der ihnen anvertrauten Kinder widmen?
Würden dieselben sich ihrer Aufgabe bewußt fühlen und deren sich würdig zeigen, so wären nicht die Kinder von so vielen Eltern schon wegen Mangel an Pflege aus der Anstalt genommen worden. Glauben diese Personen III. Ordens ihre Lebens-Aufgabe erfüllt zu haben, wenn dieselben täglich in ihrer monotonen Weise so und viel Rosenkränze und Litaneien hergeleiert haben, die ihnen anvertrauten Kinder aber als Nebensache - als eine überflüssige Last betrachten?

Frau Gräfin gründeten Indersdorf mit ganz kleinem Besitzthum, wenig Gründen und Produkten; was aber eine vernünftige Leitung mit Wenigem vermag, zeigt zeigt bie daselbst aufgestellte Oberin, Schw. Edigna. Diese Armenanstalt zählt gegenwärtig 120 Zöglinge, genießt allseitiges Vertrauen - und auch nicht vergebens. Ist auch Manches dort nicht so, wie es sein sollte, so leisten aber diese zehn Schwestern, welche sich dort befinden, ihr Möglichstes, und dies mit einer Aufopferung, die Bewunderung und Achtung verdient.

Wir Armen haben das Recht, Sie, Frau Gräfin, zu fragen, warum die gespendeten Summen nicht zu dem Zwecke und in dem Sinne verwendet werben, als dieselben gegeben wurden. Warum geschieht für jene drei so sehr armen Kinder gar nichts, hier beheimathet, welche Ihre und sämmtlicher Anwesenden Barmherzigkeit angerufen? Warum finden diese Kleinen nirgends Aufnahme und Hülfe? Dem zweijährigen Knaben pfändeten lieblose Kostleute vor ein paar Wochen das Einzige, was er besaß, sein Bett, und schickten das Kind halbnackt der Mutter, wegen ein paar Gulden rückständigen Kostgeldes zurück. Müssen diese Kleinen zu Grunde gehen, weil ihnen das Geschick ihren braven Vater durch ein Unglück entriß ? Thut hier keine Hülfe noth? Zahlen die Wohlthäter Summen zur Auflegung von Kapitalien oder zur Besorgung und Unterbringung solcher unglücklicher Kinder ?

Frau Gräfin wollen und wünschen eine Vereinigung der arbeitenden weiblichen Klasse. Warum sollte dies nicht möglich werden können, da ja auch wir zur Hebung und Verbesserung unserer Lage berechtigt sind, ebenso wie die Arbeiter. Sie wollen die Leitung des Ganzen übernehmen, wir erkennen dies dankbar an; da aber zur Gründung, zur Verwirklichung einer so großen Aufgabe eine schrankenlose Thatkraft gehört, eine gänzliche Verläugnung des eigenen Ichs erforderlich ist, so bitten wir Sie, vor allem uns zu zeigen, daß Sie es über sich gewinnen können, mit unerschrockener Energie, ohne Rücksicht auf Verhältnisse und Personen uns wieder zu dem zu verhelfen, was sich als unrechtes Gut in anmaßenden Händen befindet. Ferner, daß Sie das Schloßgut, resp. Armengut Schönbruun aus seiner Verlorenheit an das Tageslicht ziehen und mit vereintem Beistand zu dem machen, was es sein soll.
Unsere Kinder, die Kinder des Volkes, bedürfen anderer Leitung als die, welche sie gegenwärtig dort haben; dieselben dürfen mit keinem total verkümmerten Geist in die Welt treten, in die Welt sage ich, welche so viele Ansprüche an jene macht, die durch Händefleiß ihren täglichen Erwerb in derselben erringen müssen. Es handelt sich hier um eine zu ernste Angelegenheit, als daß es nur eine vorübergehende Besprechung bleiben soll; es steht hier die Lebensfrage unserer Kinder und das Recht und Unrecht zur gründlichen Beantwortung da. Wir bitten daher Frau Gräfin und alle jene, die es gut mit uns meinen, vor allem uns zu dem zu verhelfen, was als Eigenthum der Armen in andere Hände überging, und für dessen Wiederherstellung Sie, Frau Gräfin, Ihr Wort und Ihre Ehre öffentlich verpfändet haben.

Eine Arme im Namen Aller.

Hinweis: Die "Allgemeine Rundschau" war eine historische, kurzlebige Zeitung bzw. Publikation, die im Jahr 1865 und 1866 in München im Verlag Neuburger erschien. Sie begleitete und dokumentierte die dramatischen politischen Umbrüche des Jahres 1866 auf regionaler Ebene in Bayern.

 

Eines edlen Priesters letzte Ehrung
Amperbote vom 29.11.1921

Vergangenen Mittwoch sah die Anstalt Schönbrunn ein zweites mal in diesem Jahr eine größere Schar von geistlichen Besuchern. Galt es im Sommer ein frohes Jubiläum zu feiern, so strömten am Mittwoch noch mehr geistliche Mitbrüder herbei, dem Direktor der Anstalt, Erzbischöflichen geistlichen Rat, Hochwürden Herrn Georg Nöscher, das letzte Geleit zur Grabesruhe zu geben.
Mehr als 50 an der Zahl fanden sich die Herren ein in allerfrühester Morgenstunde, unter ihnen der Hochw. Herr Domkapitular und geistliche Rat Dompfarrer Franz Geßl, um dem allgemein geschätzten Verstorbenen ein würdiges Leichenbegängnis zu bereiten.
Auch Herr Domkapitular und geistlicher Rat Johan B. Schauer konnte es sich nicht versagen, von einem Vortrag in Landshut weg herbeizueilen und so gestaltete sich der Trauerzug zu einem recht imposanten. Sieben Vereine mit ihren Fahnen, darunter sämtliche von ihm in der Pfarrei Olching, seiner früheren Wirkungsstätte, gegründeten katholischen Vereine, eröffneten ihn. Dahinter schritten die Pfleglinge der Anstalt, ebenso die Schwestern und schließlich der geistliche Sängerchor.

16 Kollegen seines Weihejahrganges waren selbst aus weiter Ferne herbeigeeilt, um ihrem einstigen lieben Generalpräfekten die Treue bis zum Grab zu erweisen. Ebenfalls zwei ehemalige Kurskollegen assistierten als Leviten beim Hochw. Domkapitular bei der Aussegnung der Leiche. Lange zuvor, schon musste sich die Spitze des Zuges in Bewegung setzen, damit sich der unmittelbare Leichenkondukt sogleich nach der Aussegnung entfalten konnte.
Hinter dem Sarg schritten die trauernden Verwandten und die zahlreichen sonstigen Leidtragenden. Unter ihnen Herr Oberamtmann Dr. Decker, Mitglieder des Verwaltungs- und Gemeinderates die Geistlichkeit des Hauses, die Vorstandschaft der Schwestern und andere hochachtbare Persönlichkeiten. Und so bewegte sich der Zug um das Hauptgebäude herum, an der Anstaltskirche vorbei zum allgemeinen Dorffriedhof, wo an der Kirchenmauer das Grab geöffnet worden war.

Die feierlichen Klänge des "Benediktus" verrauschten, die letzten Gebete des kirchlichen Ritus und der Offiziator begann mit einem tiefempfundenen Nachruf. Selig der Mann, der ohne Makel befunden ward! Mit diesen Worten des Psalmisten glaubte der Redner am besten den edlen Charakter des Verstorbenen zeichnen zu können. Seine Liebe und Barmherzigkeit, sein lauteres Wesen und sein Pflichtgefühl, sein Opfersinn und seine Geduld fanden einen beredten Ausdruck in der Schilderung seines Lebensganges und seines Verhaltens in den Tagen der Krankheit; manche treffliche Äußerung des Verstorbenen half das ganze Bild eines heiligmäßigen Dieners Gottes lebenswahr gestalten. Besonders wurde auch erwähnt seine Tatkraft und Energie bei der Erbauung der Pfarrkirche in Olching, dem vorletzten Wirkungskreis des Verstorbenen, und mit dem letzten Wort aus dem Mund des Sterbenden: Benedicamus Dominus: Lasst uns den Herrn loben und preisen, war ein ergreifender Abschluss gefunden. "Fast wäre ich versucht," betonte der Hoch. Herr Redner, "zu sagen, dass unser Verstorbener wohl für uns bitten wird, als dass wir ihm das christliche Fürbittgebet schenken sollten, aber die Liebe und Dankbarkeit für alles, war er der Kirche und den ihm Anvertrauten war, soll uns ein Ansporn sein, auch ihm die Gabe des Gebetes noch länger zu spenden. Er ruhe in Frieden!" Unter weiteren drei Rednern entbot der Hochw. Herr Kammerer und Pfarrer von Röhrmoos Erhard Lex im Namen der Anstalt als ihr Präses Dank und Treuegelöbnis für die vielen aufopfernden Dienste, die der Verstorbene in 13jähriger Wirksamkeit geleistet hatte.

Danach fanden sich die Trauernden in der Dorfkirche zusammen, um dem feierlichen Requiem und Lobamt mit vier Beimessen beizuwohnen. Was der Verstorbene in der Anstalt Schönbrunn gewirkt, wir in den Herzen der Anstaltsmitglieder unvergesslich bleiben. Er war, wie in der Grabrede betont wurde, ein "Vater" für alle anvertrauten Seelen. Lebe wohl, edle Seele!

Recherchiert von Hubert Eberl, Bergkirchen

 

Leonhard Wackerl,
Kaplan in Schönbrunn von 1934 bis 1942(?)

Leonhard Wackerl wurde als 6. Kind der Eheleute Michael und Kreszenz Wackerl am 3. November 1897 geboren. Nach der Lateinschule der Benediktiner in Scheyern wechselte er 1912 in das Knabenseminar nach Freising über. Noch vor dem Schulabschluss wurde er 1916 zum Kriegsdienst an die französiche Front einberufen. Bei Kriegsende kehrte er nach einem dreißigtägigen Fußmarsch in die Heimat zurück. Ab 1919 studierte Leonhard Theologie und wurde am 29. Juni 1922 durch Erzbischof Michael von Faulhaber im Freisinger Dom zum Priester geweiht.
Die Primizfeier konnte wegen strömenden Regens am 16. Juli 1922 nicht -wie vorgesehen- auf dem Marienplatz in lndersdorf stattfinden, sondern wurde in die Klosterkirche verlegt. Etwa 2500 Gäste sollen zu dieser Feier nach lndersdorf gekommen sein. Nach mehreren Einsatzstellen als Koadjutor war Leonhard ab 1934 Kaplan und Beichtvater in der Heil- und Pflegeanstalt Schönbrunn. Er starb an einem Sch laganfall am 17.2. 1947 in Oberhaching, wo er fünf Jahre als Pfarrherr gewirkt hatte.

Leonhard Wackerl hatte sich der Familien- und Heimatforschung verschrieben. Die genealogischen Angaben stammen aus den Matrikelbücher von Indersdorf und allen Nachbarpfarreien von Indersdorf. In seinen Aufzeichnungen geht er auch auf die Frühgeschichte der Ortschaft Ottmarshart näher ein. Interessant ist sein Hinweis, dass der Weiler vor 900 Jahren dem Orden der Templer gehört habe. »Bertrand, der Meister dieses Ordens, verkaufte am 27. April 1168 das Gut Ottmarshart an Pfalzgraf Otto den Älteren von Wittelsbach", schrieb Wackerl. So kam Ottmarshart zum Wittelsbacher Kloster Indersdorf.

mehr dazu (auch einen Bericht über die Primiz) finden Sie hier...
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Quelle: Eleonore Philipp, Die Familie Wackerl vom Wicklmair-Hof in Ottmarshart, Amperland 2017 / 3

 

Primiz von Rudolf Kühl in Schönbrunn
Bericht von Pfarrer Josef Endres in der Pfarrchronik- Eintrag vom 7. März 1948

Einen großen Freudentag erlebten heute die schlesischen Flüchtlinge. Herr Rudolf Kühl, beheimatet in Leobschütz, empfing am 25. Februar 1948 im Dom zu Osnabrück die hl. Priesterweihe und feierte am 7. März 1948 vormittags ½ 10 Uhr in der Schönbrunner Anstaltskirche das feierliche hl. Primizopfer. Mehrere Geistliche aus der Umgebung nahmen an der Feier teil. Die Schwestern der Anstalt und der Kirchenchor boten alles auf, um den H.H. Primizianten das Elend der Flüchtlingsnot vergessen zu lassen. Flüchtlingstheologen, die mit dem H.H. Primizianten studierten, versahen den Altardienst. Einheimische Bevölkerung und besonders Flüchtlinge waren in großen Scharen zu dieser Feier herbeigeeilt. Der evangelische Vater und ein Bruder des H.H. Primizianten sind noch in russischer Gefangenschaft. Die Mutter und eine Schwester des H.H. Primizianten leben als Flüchtlinge in Ampermoching.

 

 

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

2.8.2020