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Berichte aus dem Pfarrleben des Klosters Schönbrunn
Kritischer
Zeitungsbericht über den Anstaltsvorstand 1866 In den Anfangszeiten der Anstalt Schönbrunn erschien in der Zeitung Allgemeine Rundschau eine Klage über die Zustände in der Anstalt Schönbrunn in Form eines Leserbriefs, gerichtet an die Stifterin Gräfin Butler-Haimhausen. Der Bericht ist unterschrieben mit "eine Arme im Namen Aller". ...1862 kauften Sie um die Summe von 75,000 fl. das Schloßgut Schönbrunn bei Dachau. König Ludwig I. gab Ihnen eigenhändig 10,000 fl., eine große Zahl von Wohlthätern hier und auswärts spendeten theils bedeutende, theils kleinere Summen dafür, und noch werden Hunderte von Gulden für jene Anstalt gegeben, zu dem Zwecke, Armen sowie hülfebedürftigen Kindern gegen nicht zu hohe Vergütung oder nöthigenfalls auch unentgeltliche Aufnahme und zu gewähren und denselben die nöthige Pflege des Körpers und Geistes zu geben. Was
ist aber nun aus Schönbrunn geworden? Frau
Gräfin gründeten Indersdorf mit ganz kleinem Besitzthum, wenig
Gründen und Produkten; was aber eine vernünftige Leitung mit Wenigem vermag,
zeigt zeigt bie daselbst aufgestellte Oberin, Schw. Edigna. Diese Armenanstalt
zählt gegenwärtig 120 Zöglinge, genießt allseitiges Vertrauen -
und auch nicht vergebens. Ist auch Manches dort nicht so, wie es sein
sollte, so leisten aber diese zehn Schwestern, welche sich dort befinden,
ihr Möglichstes, und dies mit einer Aufopferung, die Bewunderung und
Achtung verdient. Frau
Gräfin wollen und wünschen eine Vereinigung der arbeitenden weiblichen
Klasse. Warum sollte dies nicht möglich werden können, da ja auch
wir zur Hebung und Verbesserung unserer Lage berechtigt sind, ebenso wie
die Arbeiter. Sie wollen die Leitung des Ganzen übernehmen, wir erkennen
dies dankbar an; da aber zur Gründung, zur Verwirklichung einer so großen
Aufgabe eine schrankenlose Thatkraft gehört, eine gänzliche Verläugnung
des eigenen Ichs erforderlich ist, so bitten wir Sie, vor allem uns zu
zeigen, daß Sie es über sich gewinnen können, mit unerschrockener
Energie, ohne Rücksicht auf Verhältnisse und Personen uns wieder zu dem
zu verhelfen, was sich als unrechtes Gut in anmaßenden Händen befindet.
Ferner, daß Sie das Schloßgut, resp. Armengut Schönbruun aus seiner Verlorenheit
an das Tageslicht ziehen und mit vereintem Beistand zu dem machen, was
es sein soll. Eine Arme im Namen Aller. Hinweis: Die "Allgemeine Rundschau" war eine historische, kurzlebige Zeitung bzw. Publikation, die im Jahr 1865 und 1866 in München im Verlag Neuburger erschien. Sie begleitete und dokumentierte die dramatischen politischen Umbrüche des Jahres 1866 auf regionaler Ebene in Bayern.
Eines
edlen Priesters letzte Ehrung
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Kollegen seines Weihejahrganges waren selbst aus weiter Ferne herbeigeeilt,
um ihrem einstigen lieben Generalpräfekten die Treue bis zum Grab zu erweisen.
Ebenfalls zwei ehemalige Kurskollegen assistierten als Leviten beim Hochw.
Domkapitular bei der Aussegnung der Leiche. Lange zuvor, schon musste
sich die Spitze des Zuges in Bewegung setzen, damit sich der unmittelbare
Leichenkondukt sogleich nach der Aussegnung entfalten konnte. Die feierlichen Klänge des "Benediktus" verrauschten, die letzten Gebete des kirchlichen Ritus und der Offiziator begann mit einem tiefempfundenen Nachruf. Selig der Mann, der ohne Makel befunden ward! Mit diesen Worten des Psalmisten glaubte der Redner am besten den edlen Charakter des Verstorbenen zeichnen zu können. Seine Liebe und Barmherzigkeit, sein lauteres Wesen und sein Pflichtgefühl, sein Opfersinn und seine Geduld fanden einen beredten Ausdruck in der Schilderung seines Lebensganges und seines Verhaltens in den Tagen der Krankheit; manche treffliche Äußerung des Verstorbenen half das ganze Bild eines heiligmäßigen Dieners Gottes lebenswahr gestalten. Besonders wurde auch erwähnt seine Tatkraft und Energie bei der Erbauung der Pfarrkirche in Olching, dem vorletzten Wirkungskreis des Verstorbenen, und mit dem letzten Wort aus dem Mund des Sterbenden: Benedicamus Dominus: Lasst uns den Herrn loben und preisen, war ein ergreifender Abschluss gefunden. "Fast wäre ich versucht," betonte der Hoch. Herr Redner, "zu sagen, dass unser Verstorbener wohl für uns bitten wird, als dass wir ihm das christliche Fürbittgebet schenken sollten, aber die Liebe und Dankbarkeit für alles, war er der Kirche und den ihm Anvertrauten war, soll uns ein Ansporn sein, auch ihm die Gabe des Gebetes noch länger zu spenden. Er ruhe in Frieden!" Unter weiteren drei Rednern entbot der Hochw. Herr Kammerer und Pfarrer von Röhrmoos Erhard Lex im Namen der Anstalt als ihr Präses Dank und Treuegelöbnis für die vielen aufopfernden Dienste, die der Verstorbene in 13jähriger Wirksamkeit geleistet hatte. Danach fanden sich
die Trauernden in der Dorfkirche zusammen, um dem feierlichen Requiem
und Lobamt mit vier Beimessen beizuwohnen. Was der Verstorbene in der
Anstalt Schönbrunn gewirkt, wir in den Herzen der Anstaltsmitglieder
unvergesslich bleiben. Er war, wie in der Grabrede betont wurde, ein "Vater"
für alle anvertrauten Seelen. Lebe wohl, edle Seele!
Leonhard
Wackerl,
Leonhard Wackerl wurde als 6. Kind der Eheleute Michael und Kreszenz Wackerl
am 3. November 1897 geboren. Nach der Lateinschule der Benediktiner in
Scheyern wechselte er 1912 in das Knabenseminar nach Freising über. Noch
vor dem Schulabschluss wurde er 1916 zum Kriegsdienst an die französiche
Front einberufen. Bei Kriegsende kehrte er nach einem dreißigtägigen Fußmarsch
in die Heimat zurück. Ab 1919 studierte Leonhard Theologie und wurde am
29. Juni 1922 durch Erzbischof Michael von Faulhaber im Freisinger Dom
zum Priester geweiht. mehr
dazu (auch einen Bericht über die Primiz) finden
Sie hier...
Primiz
von Rudolf Kühl in Schönbrunn Einen großen Freudentag erlebten heute die schlesischen Flüchtlinge. Herr Rudolf Kühl, beheimatet in Leobschütz, empfing am 25. Februar 1948 im Dom zu Osnabrück die hl. Priesterweihe und feierte am 7. März 1948 vormittags ½ 10 Uhr in der Schönbrunner Anstaltskirche das feierliche hl. Primizopfer. Mehrere Geistliche aus der Umgebung nahmen an der Feier teil. Die Schwestern der Anstalt und der Kirchenchor boten alles auf, um den H.H. Primizianten das Elend der Flüchtlingsnot vergessen zu lassen. Flüchtlingstheologen, die mit dem H.H. Primizianten studierten, versahen den Altardienst. Einheimische Bevölkerung und besonders Flüchtlinge waren in großen Scharen zu dieser Feier herbeigeeilt. Der evangelische Vater und ein Bruder des H.H. Primizianten sind noch in russischer Gefangenschaft. Die Mutter und eine Schwester des H.H. Primizianten leben als Flüchtlinge in Ampermoching.
2.8.2020 |
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