zur
Landkreiskarte ausführl.Beschreibg
Kirchen i.d.Gem.Röhrmoos
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Klosterkirche St. Josef in SCHÖNBRUNN
In den Jahren 1984/85 wurde die Kirche innen und außen völlig neu gestaltet. Die Entwürfe stammten von Arch.Zaglauer und Direktor Oster, die ausführenden Künstler waren Karl Huber, Martin Bormann, Regina Setzkamp-Rohrmüller und die Gebr.Senoner aus dem Grödner Tal.
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Inneneinrichtung Mittelpunkt
des Altarraums ist das große Kruzifix, das von der Decke
hängt. An den beiden Seitenwänden des Altarraums stehen Figuren von: Johannes Evangelist und des Kirchenpatrons St. Josef (links), sowie Maria und Elisabeth v. Thüringen mit einem Krug in der Hand gegenüber. Elisabeth ist die Patronin der Ordensgemeinschaft der Diener und Dienerinnen der Göttlichen Vorsehung. |
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An der Stirnseite des mit einer Holzdecke versehenen Kirchenschiffs (wo sonst die Seitenaltäre stehen), sind in großen Bildern Mariä Verkündigung und der hl. Franziskus (mit Wundmalen) dargestellt.
An den Seitenwänden des Kirchenschiffs hängen links und rechts beeindruckende Kreuzwegreliefs. Sie bestehen aus zwei 2 Reliefgruppen, die jeweils die Darstellung von sieben Stationen zusammenfassen.
An der Südseite der Kirche befindet sich ein Mahnmal für die im Rahmen des Euthanasieprogramms der Nazis ermordeten Bewohner Schönbrunns.
In der Klosterkirche finden immer wieder große kirchenmusikalische Veranstaltungen statt. Auch viele Gottesdienst werden musikalisch in besonderer Weise gestaltet. In Schönbrunn sind mehrere Chöre und Singgruppen (darunter Kirchenchor, Chor Poverello, Schönbrunner Sänger, Schönbrunner Stubnmusi) sowie die Blaskapelle Schönbrunn beiheimatet.
Ausführliche
Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen
Hinweisen
| Altarraum | Ambo | Choraltar | Empore | Figuren im Schiff | |
| Geschichte | Heiliges Grab | Geißelheiland | Kirchenbau | Kirchenschiff | |
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Kreuzweg | Krippe | Euthanasiemahnmal | Orgel | Portal |
| Seitenkapelle | Tabernakel |
![]() Schloss Schönbrunn um 1700 |
Schönbrunn wurde urkundlich
erstmals 798 als Prunnen erwähnt. 1934 starben in der Gemeinde Schönbrunn 208 Personen an der Grippe. Mehr zur Geschichte der Anstalt finden sie hier... |
Die erste Kirche wurde 1866 als Betsaal im 2. Stock (mit einem Spitztürmchen auf dem Dach) errichtet. Bald war die Kapelle zu klein. 1880 wurde wurde eine neue Kirche gebaut (im Bauplan als "Wäsche-Trockenhalle" bezeichnet). Der heutige Kirchenbau stammt aus dem Jahr 1922, der 1932 um 8 Meter verlängert wurde.
Kirchenbau
Das Innere der Kirche sowie die Außenfassade
wurden 1984/85 völlig neu gestaltet. Die Entwürfe stammten
von Arch.Zaglauer und Direktor Oster, die ausführenden Künstler waren
Karl Huber, Martin Bormann, Regina Setzkamp-Rohrmüller
und die Gebr.Senoner aus dem Grödner Tal. Es ist nun eine dreischiffige
Kirche, wobei die schmalen Seitenschiffe nur dem Zugang zu den Bänken dienen.
Der Funktion als Klosterkirche sind die das Kirchenschiff umlaufenden Emporen
geschuldet. Sie sind für die Klosterschwestern reserviert und für
die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Im oben offenen Turm hängen -wie in einem ital.Campanile- vier Glocken
von denen drei im Jahr 1955 von Karl Czudnochowsky
in Erding gegossen wurden. Eine ist dem Kirchenpatron St.Josef geweiht; sie
erklingt im Grundton h.
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Aus der Pfarrchronik Röhrmoos ist bekannt, dass am 13. April 1949,
Nachmittag um ½ 4 Uhr durch H.H. Prälat Friedrich Pfanzelt die Weihe von
4 neuen Glocken für die Anstaltskirche stattfand. Die kleine Glocke, die
Elisabethglocke mit 8,5 Ztr. aus dem früheren Geläute, die von der Glockenabnahme
im Kriege verschont geblieben war, übernahm Glockengießer Oberascher in
München, der das neue Geläute gegossen hat. Am 11.Mai 1942 hatte auch die damalige Anstaltskirche alle Glocken bis auf die kleinste zum Einschmelzen abliefern müssen. Es waren die St. Josefsglocke mit 28 Ztr., die Marienglocke mit 20 Ztr. und die Franziskusglocke mit 14 Ztr., die alle im Jahre 1932 gegossen worden waren. Vor der Kirche ist ein kleiner Springbrunnenteich angelegt. Hinter einer Blumentrog sitzt als Statue aus Ton der Patron des Franziskanerordens, Franz von Assisi in meditativer Haltung. Seine rechte Hand ist segnend erhoben; in der Linken hält er einen Vogel. |
Neues Mahnmal
| Seit
Jan. 2012 erinnert ein neues Mahnmal
an die 546 Bewohner der Anstalt, die in der Zeit des Nationalsozialmus im
Rahmen des Euthanasieprogramms ermordert wurden. Das vom Benediktinermönch Thomas Hessler entworfene Mahnmal besitzt die Grundform eines Kreuzes; seine Umrisse sind als Baum mit Ästen, Dornen und Händen gestaltet.
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Unter
dem Kreuz steht ein Tisch mit Kelch und Schale. Nach Aussage des Künstlers
soll dieses Arragement an das Letzte Abendmahl erinnern, das Mahl des Verrats
von Judas und das Mahl der Versöhnung.
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Auf
die Glaswand hinter dem Kreuz sind die Vornamen der Ermordeten Bewohner geschrieben.
Die Namen haben unterschiedliche Größen und Schrifttypen, um die
Einzigartigkeit jeder Person sichtbar zu machen. Die Namen sind, so Hessler,
wie die Sterne, sie leuchten in der Finsternis und weisen uns den Weg. Sie rufen
uns auf, uns für die Freiheit einzusetzen, mit unsern Handlungen und unseren
Gebeten.
Das Mahnmal wurde
am bundesweiten Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus (27.Januar)
von Pfarrer Michael Bartmann eingeweiht. Die Genenaloberin Schwester Benigna
Sirl sagte in ihrer Ansprache: "Das Mahnmal steht an zentraler Stelle in
Schönbrunn, an der der Südseite der Kirche, damit die getöteten
Bewohnerinnen und Bewohner immer in unserer Mittte sind und nie vergessen werden".
Das neue Mahnmal stellt einen weiteren Schritt zur Versöhnung und Aufarbeitung
der Vergangenheit der Anstalt dar.
| Von 1987 bis 2012 erinnerten ein unmittelbar an die Mauer gehefteter Korpus des Gekreuzigten und Gedenktafeln an die von den Nazis ermordeten Heimbewohner des Franziskuswerks. | Unter dem Kreuz stand auf einer Tafel ein Bibelwort aus dem Buch Hiob: "Ohne meine Haut, die so zerfetzte, und ohne mein Fleisch werde Gott ich schauen". In der Steintafel links war der Text des "Vaterunsers" zu lesen. |
| Hinweis: Mit seinem "Euthanasiebefehl" vom Oktober 1939 verfügte Adolf Hitler die Tötung so genannten "lebensunwerten Lebens". Mit ihm begann die erste systematische Vernichtung von Menschen im Dritten Reich. Als "lebensunwert" galten nach Definition der Nazis vor allem missgebildete Kinder und an Geistes- und Erbkrankheiten leidende Erwachsene. Hitler und seine Helfer vertraten den Standpunkt, dass Menschen, die für Staat und Wirtschaft nicht nützlich sind, nur eine Belastung darstellen, derer man sich entledigen müsse. Die Vernichtung dieser Menschen wurde systematisch und bürokratisch durchgeführt. Bis 1941 fielen dieser Aktion in Deutschland mindestens 120.000 Menschen durch Vergasung und tödliche Injektionen zum Opfer. Den Hinterbliebenen teilten eigens für diesen Zweck in den Tötungsanstalten eingerichtete Standesämter den angeblich unerwarteten Tod ihrer Angehörigen mit. |
Inneneinrichtung
| Der stark eingezogene und mit einem Gewölbe versehene Altarraum wird durch 4 große Fenster erhellt. Die Kirche steht zwar in der üblichen Ost-West-Richtung; der Altarraum ist aber im Westen des Kirchenschiffs angebaut. |
Der Altarraum
wirkt durch seine vier hohen, rundbogigen Fenster lichtdurchflutet. |
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Der Tabernakel an Chorwand wurde von Regina Setzkamp-Rohrmüller geschaffen. Er ist mit zwei Lebensbäumen aus russischer Jade und 12 Edelsteinen geziert. Diese Steine erinnern an die 12 Stämme Israels, 12 Apostel, 12 Tore des himmlischen Jerusalem in der Offenbarung des Johannes. Die Früchte an den Lebensbäumen sind rote Turmaline. Der steinerne Unterbau zeigt kräftiges Wurzelgeäst.
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Links und rechts des Tabernakels
zwei große Anbetungsengel. Sie weisen mit ihren Händen auf
den Tabernakel und das Kreuz hin.
Die Engelsfiguren stellen nicht nur eine Verzierung dar. Sie sind auch auf die Gestaltung der Bundeslade der Israeliten in biblischer Zeit zurückzuführen, die als Vorgängerin des Tabernakels angesehen wird. Die Bundeslade war von zwei goldenen Engelsfiguren (Cherubim) eingerahmt (Ex, 37,7-9). |
| Hinweise: Tabernakel ist das lateinische Wort für Zelt. Die Bezeichnung führt zurück zur Bundeslade der Israeliten zur Zeit Mose, die ebenfalls in einem Zelt untergebracht war. Der Tabernakel dient bereits seit frühchristlicher Zeit zur Aufbewahrung verwandelter Hostien für die Sterbenden. Im hohen Mittelalter wurde er auch Ort der Anbetung und Verehrung Christi in der Gestalt dieses eucharistischen Brotes. Der Ort und die Form der Aufbewahrung änderten sich im Laufe der Jahrhunderte häufig. Das Tridentinische Konzil (1545-63) ordnete die Aufstellung des Tabernakels auf dem Altar an. Doch diese Vorschrift wurde in Deutschland, wo man lange daran festhielt, die heiligen Hostien in Wandschränken und Sakramentshäuschen aufzubewahren, erst im 18. Jahrhundert umgesetzt. Das 2. Vatikanische Konzil (1962-65) lässt dies wieder zu. Deshalb werden in modernen oder modernisierten Kirchen Tabernakel häufig in die Wand eingelassen oder stehen frei auf einer Säule wie hier in Schönbrunn. |
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Johannes |
Hinweise: Johannes der
Apostel und Johannes der Evangelist werden in der Überlieferung und
in der Kunst häufig gleichgesetzt, obwohl es sich um zwei verschiedene
Personen handelt. Der Evangelist Johannes lebte wohl erst
um das Jahr 95. Bei der Domitianischen Verfolgung soll er in eine Kessel
mit siedendem Öl gesteckt worden sein, doch das Öl verwandelte
sich in ein erfrischendes Bad. Er entstieg unversehrt und wurde auf die
Insel Patmos verbannt, wo er das Buch der "Offenbarung" schrieb.
Wegen seiner "hohen Theologie", wird er mit einem Adler dargestellt.
Die Schlange im Kelch erinnert an den Versuch, Johannes in Ephesus zu vergiften.
Das Gift entwich dem Kelch in Form der Schlange. Josef war der Vater Jesu - oder Ziehvater Jesu, da nach altchristlicher Überzeugung Jesus der Sohn Gottes ist und durch den Heiligen Geist im Schoß der Jungfrau Maria gezeugt wurde. Joseph stammte aus dem Geschlecht des Königs Davids, aus dem nach dem Zeugnis des Alten Testaments der Messias hervorgehen werde. Er lebte als Zimmermann in Nazareth. Die hl. Elisabeth von Thüringen (1207-1231) ist eine historische Person. Sie stammte aus Ungarn und war Ehefrau des Landgrafen Ludwig IV. von Thüringen. Im Hungerjahr 1226 speiste sie die Armen vor den Toren der Wartburg. Als Ludwig, von seiner Umgebung gegen Elisabeths angebliche Verschwendung aufgehetzt, sie zur Rede stellte, verwandelten sich die Brote in ihrer Schürze zu Rosen. Dass in der Schürze ausgerechnet Rosen lagen, geht darauf zurück, dass im Mittelalter -schon lange vor Elisabeth- die Armenspeisen Rosen genannt wurden. |
Mittelpunkt des Altarraums ist das große Kruzifix,
das von der Decke hängt.
| Hinweis: Ein Kruzifix (crux= Kreuz, fixum= angeheftet) ist die Darstellung des am Kreuz hängenden Christus. In den frühchristlichen Kirchen wurde das Kreuz ohne den Corpus (Körper) des Gekreuzigten angebracht, weil die Kreuzigung als eine schändliche und würdelose Art der Hinrichtung galt (wie vor kurzem bei uns der Galgen). | Auch in der jüdischen Tradition war nach dem Alten Testament (Buch Dtn 21,22) jeder Gekreuzigte (ans Holz Gehängte) ein "von Gott Verfluchter". Ab dem 4.Jh wurde Christus am Kreuz als lebender und über den Tod triumphierender, göttlicher Sieger mit geöffneten Augen und in aufrechter Haltung dargestellt. |
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Erst im hohen Mittelalter (etwa seit dem 12. Jh) setzte sich die Abbildung des leidenden oder toten Gekreuzigten, und damit die Betonung des Menschseins Jesu durch, wie wir es von unseren Kirchen kennen. |
| Unter dem Kruzifix steht der aus einem behauenen Steinblock bestehende Altar. Er ist als Volksaltar konzipiert; der Priester steht hinter dem Altar mit dem Gesicht zu den Gläubigen. |
Das Antependium von Karl Huber und Martin Bormann zeigt das letzte Abendmahl, als Relief in den Stein gemeißelt und bemalt. Jesus und die 12 Apostel sitzen nebeneinander an der Tafel. |
Die etwas ratlos blickenden Jünger
scheinen das Erlebte erst verinnerlichen zu müssen. Vor Jesus steht
ein goldener Kelch. Die Reste der Mahlzeit liegen auf dem Tisch. Johannes
(einziger Apostel ohne Bart) lehnt sein Haupt an die Schulter Jesu. Rechts
neben Jesus sitzt Petrus. Er ist an seinem grauem, krausen Haarkranz um
den Haarbüschel auf der Stirn zu erkennen.Ganz links ist Judas mit
den dem Geldbeutel abgebildet; ihm fehlt der Heiligenschein. In die Bildende
Kunst fand das Abendmahl erst im 5./6. Jh. Eingang. Ursprünglich wurde
Jesus an der linken Ecke der Tafel sitzend wiedergegeben, ab dem 11. Jh.
meist in der Mitte thronend, flankiert von seinen Jüngern, wie hier
in Schönbrunn. Die im Hochaltar eingeschlossenen Reliquien stammen
von den Katakombenheiligen St. Clementia, St. Redemptor und St. Maximus.
Auf der Frontseite des Ambos aus Stein sind die vier Evangelisten mit den Evangelienbüchern in der Hand abgebildet.
Auch sie sind als Relief in
den Stein gemeißelt. Johannes ist hier ohne Bart abgebildet; ein Relikt
aus der Zeit, als man davon ausging, dass der Evangelist Johannes mit dem
Apostel Johannes identisch war. Der Pultaufbau darüber mit 7 ovalen
Öffnungen soll die 7 Sakramente symbolisieren.
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In der Fastenzeit steht an der rechten Seite unter dem Chorbogen eine Figur des Heilands an der Geißelsäule, die in der übrigen Zeit weiter hinten untergebracht ist. Jesus im ungewohnten blauen Gewand wurde ein Strick um den Hals und den Körper gelegt. Seine Hände sind mit Ketten gefesselt und an die Geißelsäule gebunden. |
Die ersten Darstellungen von Jesus an der Geißelsäule entstanden zwar schon im Mittelalter. In den Landkreis Dachau gelangten vereinzelte Bilder jedoch erst im 17.Jh. Die große Verbreitung dieser Darstellungen setzte noch 100 Jahre später, nach dem Wunder in der Wies (1738) ein. Der Heiland auf dem Bild beim Wiesbauern bei Steingaden soll Tränen vergossen haben. Daraufhin begann eine Wallfahrt und die berühmte Wieskirche wurde gebaut. Die meisten der rd. 15 Geißelheiland-Darstellungen im Landkreis Dachau wurden nach dem Vorbild des Wies-Heilands gestaltet; so auch in Schönbrunn. |
| An der Stirnseite des mit einer Holzdecke versehenen Kirchen-schiffs (wo sonst die Seitenaltäre stehen), sind in großen Bildern Mariä Verkündigung und der hl. Franziskus (mit Wundmalen) dargestellt. | Im rechten Bild
überbringt der geflügelte Erzengel Gabriel (hebräisch=Stärke
Gottes)die Botschaft, die auf einer
Schriftrolle in seiner Linken zu sehen ist. Die rechte Hand hat er mit dem
Segensgestus
(drei ausgestreckte, zwei zurück gebogene Finger) erhoben. Maria, die vor einem Lesepult mit aufgeschlagener Bibel steht, hört mit vor der Brust überkreuzten Händen die Botschaft und scheint deren Bedeutung zu überlegen. |
| Hinweis: Der hl. Franziskus entsagte im 13.Jh allem Besitz und gründete den Orden der Minoriten, die sich besonderes der Armenpflege, Seelsorge widmeten. Seine glühende Liebe zu Gott und zur Schöpfung faszinierte die Menschen und er hatte damals schon viele Bewunderer und Verehrer. Franziskus wird häufig auch mit einem Kruzifix abgebildet, weil er in einer Vision Christus von einem (geflügelten) Kruzifix zu ihm herabsprechen hörte und dabei seine Wundmale erhielt. Zudem war ihm die Verbreitung der Passionsfrömmigkeit ein Hauptanliegen. Klara gründete zusammen mit Franz von Assisi die Schwesterngemeinschaft der Klarissinnen, den späteren "Zweiten Orden" der Franziskaner. |
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An den Seitenwänden des Kirchenschiffs stehen auf Sockeln aus Akanthusornamentik zwei Figuren von Gottvater, dem Schöpfer der Erde und von Christus als dem SalvatorMundi dem Erlöser der Welt. Auch diese Figuren stammen von den Gebr.Senoner aus dem Grödner Tal. Gottvater wird als alter Mann mit langem Bart und lichtem Haar dargestellt. Auf seinem Knie hält er die Weltkugel, die durch das Kreuz zum Reichsapfel, zur königlichen Insignie wird. Zu seinen Füßen schaut ein Putto aus dem Sockel hervor.
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| An den Seitenwänden des Kirchenschiffs hängen links und rechts beeindruckende Kreuzwegreliefs. Sie bestehen aus zwei 2 Reliefgruppen, die jeweils die Darstellung von sieben Stationen zusammenfassen. | Auch diese Holzschnitzereien stammen wie die Figuren im Altarraum und im Kirchenschiff aus dem Grödner Tal. |
| In einer Seitenkapelle
an der linken Seite sind Figuren aus der früheren Kirche untergebracht: Eine Darstellung des hl. Geistes und eine überlebensgroße Figur der Patrona Bavariae. Maria mit Krone auf dem Kopf und einem Zepter in der rechten Hand ist in einen wallenden Mantel gehüllt. Ihr Fuß zertritt den Kopf einer Schlange die die Weltkugel umschlungen hat (Sinnbild von Maria als neuer Eva aus Gen 3,15). Auf ihrem linken Arm hält sie das mit ausgebreiteten Händen und gekreuzten Füßen sehr lebhaft wirkende Jesuskind |
| In der Weihnachtszeit ist in der Seitenkapelle die große Krippe hinter einer Glasscheibe aufgestellt, die bei Einwurf von 50 Cent beleuchtet wird. | Wenn Sie sich für die Krippen in den Kirchen des Landkreises Dachau interessieren, klicken Sie hier... |
Im
linken Seitenschiff steht vorne die Steinfigur des hl. Bischofs Nikolaus
im vollen Bischofsornat. Nikolaus hält in der linken Hand ein Buch
(die Bibel); darauf liegen drei Äpfel, die wohl Goldkugeln darstellen
sollen. Äpfel sind eigentlich keine traditionellen Attribute von St.Nikolaus.
Eine Verbindung könnte sich allenfalls daraus ergeben, dass in unseren
Breiten Äpfel zusammen mit Nüssen und Birnen zu den Geschenken
gehörten, die die Kinder am 6.Dezember von den Nikolausdarstellern
erhielten oder dass Äpfel in ihrer äußeren Form großen
Goldkugeln gleichen.
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In den Aufgängen zur Empore steht eine Figur der hl. Barbara mit Kelch und Hostie in der Hand. Auf ihrem Haupt trägt sie eine Königskrone.
| Hinweis: Die Heilige ist eine legendäre Person. Das bildschöne Mädchen soll von ihrem heidnischen Vater, dem reichen Dioskuros von Nikomedia, während einer längeren Geschäftsreise in einen Turm geschlossen worden sein, um sie am Heiraten zu hindern. Als der Vater zurückkam und merkte, dass sie Christin geworden war, ließ er sie martern und enthauptete die Tochter selbst. Vor dem Tod hatte Barbara Gott öffentlich gebeten, dass alle, die der Passion Christi gedenken, vom Gericht Gottes verschont werden mögen. Der Kelch mit Hostie in ihrer Hand versinnbildlicht die einem Sterbenden gereichte letzte Kommunion (Viatikum) und verweist auf ihre Funktion als Sterbepatronin. Die Abbildung der hl.Barbara nur mit Kelch ist bei uns erst seit dem 15.Jh. üblich (vorher immer mit Turm). |
| Die Kreuzwegbilder hier im Kloster sind Papierdrucke der berühmten Kreuzwegdarstellungen des Wiener Malers Prof.Gebhard Fugel für die Josefskirche in München, die zunächst vom Münchner Kunstverlag Max Hirmer, später vom Kunstverlag Agathon bis nach dem 2.Weltkrieg herausgegeben wurden. |
Am 13.Juni 1944 wurden die Josephskirche in München und mit ihr die
Kreuzwegstationen durch Bomben zerstört. So haben sich leider nur die Abdrucke erhalten, die im Landkreis Dachau übrigens auch in der Marienkapelle bei Weyhern in der Nähe von Indersdorf, in Piflitz, in Laute-rbach bei Altomünster, in Schmarnzell, in Radenzhofen und in Oberndorf bei Oberzeitlbach hängen. |
| In der Nähe des
Eingangs steht in einer Nische eine große Figur des Heilands
auf der Rast. Jesus sitzt, nur mit dem Lendentuch (Perizoma) bekleidet,
auf einem Stein. Sein Haupt stützt er auf seine rechte Hand. Sein Kopf
ist mit einer dichten Dornenkrone umwunden. Sein Körper zeigt aber
keine Geißelwunden. Figuren von "Christus auf der Rast" sind nicht selten in den Kirchen des Landkreises Dachau. Ähnliche Figuren stehen auch in Asbach, Bergkirchen, Biberbach, Gaggers, Haimhausen, Kleininzemoos, Kollbach, Oberumbach, Röhrmoos, Rumeltshausen, Unterumbach, Tandern, Wiedenzhausen und Westerholzhausen. |
| Hinweis: Die Darstellung Christus auf der Rast geht zurück auf die heimlichen Leiden Christi. Das sind Schilderungen und bildliche Darstellungen von Martern Christi vor seiner Kreuzigung, die nicht in den Evangelien erwähnt werden. Sie entsprangen der Passionsmystik des Mittelalters und wurden in der Barockzeit von den Jesuiten und Franziskanern für Zwecke der Gegenreformation wieder belebt. Zu diesen heimlichen Leiden gehören Darstellungen von Christus im Kerker, von Maria mit ihrem toten Sohn Jesus auf dem Schoß (Vesperbilder) und Christus auf der Rast. Letzteres stellt Jesus dar, der nach dem Kreuzweg, kurz vor seiner Kreuzigung auf einem Stein oder dem Kreuz sitzt, seinen Ellbogen an den Schenkeln aufstützt und das Kinn bzw. eine Wange mit einer Hand hält. Eine uralte Geste der Klage. Diese Art der Gestaltung heißt im Volksmund manchmal auch "Zahnweh-Herrgott". |
Auf der Doppelempore steht - in zwei Blöcke gegliedert - eine große Orgel mit Freipfeifenprospekt Sie wurde um 1960 von den Orgelbauerfirmen Wilhelm Stöberl aus München und F.Wappmannsberger aus Prien errichtet (2 Manuale, 28 Register).
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Disposition
der Orgel (nach Brenninger Stand 1976): |
| Allgemeines zur Orgel - Mit ihren vielen Pfeifen, die über ein Gebläse zum Klingen gebracht werden, steht die Orgel meist im rückwärtigen Bereich der Kirche auf der Empore. Sie hielt erst allmählich Einzug in die Kirche, weil sie bis in das 11. Jahrhundert als profanes (weltliches) Instrument galt, das für das höfische Zeremoniell verwendet wurde. Erst ab dem 13. Jh wurde es zur Regel, in allen bedeutenden Kirchen Orgeln zu errichten. Heute gehört eine Orgel zur Ausstattung fast jeder Kirche. Mit ihrer Klangvielfalt und Klangfülle trägt sie zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Der Orgelprospekt, die Schauseite der Orgel, wurde früher meist durch Künstler gestaltet. Im Barock und im Klassizismus, deren Epochen unsere ältesten Orgeln im Landkreis Dachau angehören, wurde der Prospekt mit reicher Ornamentik verziert. Heute setzt sich immer mehr der Freipfeifenprospekt durch, der allein durch die harmonische Anordnung der Pfeifen wirkt. |
| Seit
mehreren Jahren wird am Karfreitag unmittelbar vor dem Choraltar der Kirche
ein Heiliges Grab aufgebaut.
Das nebenstehende Bild stammt aus dem Jahr 2010. |
Viele Blumen umgeben die nach vorne offene Grabkammer, in der eine von durchsichtigen Tüchern umhüllte Figur des toten Christus zu sehen ist. Die Grabkammer ist in ein geheimnisvolles Licht getaucht. |
| Hinweis: Der Brauch des Hl.Grabes
stammt aus der Barockzeit und diente der Veranschaulichung des Heilsgeschehens.
Die Glaskugeln waren früher mit farbigem Wasser gefüllt. Hinter ihnen wurden Öllampen angezündet. Dadurch entstand eine magische, theatralische Wirkung. Nach einer Aussage des früheren Dekans Langenberger aus Dachau haben die Glaskugeln die gleiche Bedeutung wie die Ostereier: sie beziehen sich auf den Regenbogen, der ein Symbol für den Bund Gottes mit den Menschen ist (siehe Noah-Geschichte). Weil sie glänzen, reflektieren sie das Licht, das vom Heiland ausgeht und auf die Gläubigen fällt. |
Wenn Sie sich die übrigen "Heiligen Gräber" in den Kirchen des Landkreises anschauen wollen, klicken Sie hier....
Das Hauptportal im romanischen wirkenden, abgetreppten Rundbogen ist auf der Außenseite mit Kupferreliefs aus dem Alten und Neuen Testament von Karl Huber geschmückt.
| In
der Archivolte
des Rundbogens sind dargestellt: oben Lamm Gottes, rechts und links:
die Symbole der 4 Evangelisten. Rechte Türe: Wirken des Dreifaltigen Gottes (Strahlen nach unten): unten rechts: Gottvater: Erschaffung der Welt, Pflanzen und Tiere, Menschen-Vertreibung aus dem Paradies. Darüber: Durchzug des Volkes Israel durch das Rote Meer, rechts davon: Geburt Christi; Auferstehung Jesu - Erlösung der Menschen in der "Vorhölle". Darüber: Der Himmel mit den vom Blut des Lammes Erlösten, daneben: Wiederkunft des Menschensohnes, der den Drachen besiegte, umgeben von den 4 "Lebewesen" und den 7 Posaunenengeln (vgl. Geh. Offenbarung). |
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Das Kirchenportal ist in früheren
Vorstellungen der Übergang von der durch Teufel und Dämonen
verunsicherten Welt in das Haus Gottes. In dieser Funktion sollte es zum
einen böse Geister abschrecken, zum anderen den eintretenden Gläubigen
daran gemahnen, das der Weg ins Himmelreich nur über die Befolgung
der 10 Gebote und ein gottesfürchtiges Leben möglich war. Deshalb
war das Portal meist reich geschmückt. |
Pfarrer in Schönbrunn
Am 23.November 1921 wurde der Erzbischöfliche Geistliche Rat Georg Röscher, Direktor der Anstalt, zu Grabe getragen. Darüber hat der Amperbote einen Bericht veröffentlicht. Wenn Sie ihn lesen möchten, klicken Sie hier...
Hans Schertl
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Entstehung der Kirche in der Anstalt Schönbrunn
auf der Grundlage des Artikels von Pfarrer i. R. Karl Stadler
1. Geschichtliches zu Schloss und Anstalt
1200 Jahre Schönbrunn
: 798 - 1998 Schönbrunn taucht in Urkunden unter verschiedenen Namen auf.
- Prunnen,
Prunnon, Schoenporn, Schoenen-prunnen. 798 wird Prunnen erstmals in einem Verzeichnis
von Orten genannt, die in der Zeit des (5.) Bischofs von Freising Atto (783-811)
durch Kauf oder Tausch an das Domstift Freising gelangten. Name wie auch Wappen
der "Schoenenprunner" (gelber Schöpfbrunnen in schwarz auf einem grünen Berg)
deuten auf einen Brunnen in schöner Lage hin. Als Besitzer von Schönbrunn (Schloss
und dazugehörige Güter) galt vermutlich schon früh das adlige Geschlecht der
"Schoenenpronner u.a. 1230 Ulrich von Schonaprunn (Domvikar in FS), 1279 Heinrich
von Schonenprunn (Dornherr und Domdekan von FS), 1290 Chunrades von Schonenbron
.......
Anfang des 17. Jhd. tauchen andere Namen auf. Liegsalz (eine der angesehensten Patrizierfamilien von München): Alexander Liegsalz war Bürgermeister in München. 1642 kam Daniel Pfundmair durch Heirat mit Sabina Liegsalz in den Besitz von Schönbrunn. 1642 kaufte der Geheime Ratskanzler Freiherr Johann Caspar Schmid das Schloss von Daniel Pfundmair's Witwe Sabina. Während seiner Zeit wurde Schönbrunn zur Hofmark erhoben (1675). Johann Caspar Schmid starb 1693 (Grab in der Gruft der Dorfkirche).
Ihn beerbte sein Sohn Josef Martin. Dessen Tochter Maria Katharina Freifräulein von Schmid heiratete 1717 Freiherrn Franz von Unertl, der das Schloss durch den Westflügel erweiterte. 1723/4 ließ er die Hofmarkkirche (HI.Kreuz - Dorfkirche) errichten, ebenso 1724 die Mariensäule. Nach dessen Tod ging das Schloss an den Grafen von Piosasque über. Als dieser 1776 starb, kam das Schloss wieder in den Besitz der "Schmid's": Anton Freiherr von Schmid. Nach dessen Tod 1802 kümmerten sich seine Söhne als Erben nicht um das Schloss. Es kam zur Vergantung. Da kein Käufer zu finden war, ging das gesamte Gut 1830 in die Hände des Staates über. Noch im gleichen Jahr erwarb Dr. Conrad Pregler das Schloss, der zu schnellem Reichtum kommen wollte, vieles verkaufte und zu Geld machte, bis 1834 nichts mehr" zu holen" war. 1834/5 ist Besitzer Gastwirt Willibald von Ottershausen. 1835/7 Apotheker Traub aus Günzburg, 1837/45 Rittmeister a.D. Hch. Zeiß. Es kommt zu weiteren Vergantung. 1846 kaufte Pfr. Martin Forstmair von Buchbach das Schloss und 1857 erwarb es Maurermeister Gg. Schneller von Augsburg, veräußerte 1862 (26.5.) das Schloss mit 246,10 Tagwerk Grund an Gräfin Viktorine von Butler-Clonebough, Haimhausen. Sie erwarb es um 75.000 Gulden (bzw. 129.000 Mark) "zur Errichtung einer Anstalt zur Aufnahme geistig und leiblich armer Individuen.
Bereits im Juli 1861 schuf Gräfin von Butler als Mitglied des unter König Max 11. Joseph (1848-64) gegründeten "St. Johannes-Vereins" mit Kreszenz Schmittner einen Zweigverein und nannte ihn "Association der Diener und Dienerinnen der Göttlichen Vorsehung". (Associatlion = Vereinigung zur Erreichung bestimmter Zwecke). Das war der Anfang der "Anstalt Schönbrunn). Sie kaufte das Schloss mit 246 Tagwerk Grund um 75.000 Gulden. 1862 bezogen 6 Schwestern und 18 Mädchen aus München in Haimhausen in der Gräfin gehörendes Ökonomiegebäude, dann ein Häuschen der Gräfin in Ottershausen. 1863 erfolgte auf Betreiben der Gräfin die Trennung von den Schwestern und der Anstalt in München und die Übersiedlung ins Schloss Schönbrunn (21.8.) Eine der Schwestern ging nach München zurück. 1864 trennte sich die Gräfin von Schönbrunn. Sie starb am 2.2. 1902 in München. Geblieben sind die Schwestern der "Kongregation der Dienerinnen der Göttlichen Vorsehung" (vom 111. Orden des hl. Franziskus - Kongregation bischöflichen Rechts - 1911), die das Werk weiterführten und mit großem Fleiß und wahrer Hingabe ausbauten zum heutigen "Franziskuswerk Schönbrunn".
2. Frühere Kirchenbauten
Kapelle 1863
1863 wurde H.H. Sebald Kanzler zum "Ersten Vorstand" (Direktor) vom Verwaltungsrat
berufen. Er stellte das Haus unter den besonderen Schutz der Göttlichen
Vorsehung und erwählte den hl. Josef zum Hausvater und Ratgeber. Da im
Schloss 1831 unter dem Besitzer Pregler die bereits 1680 eingerichtete und am
30 Okt. 1724 von Bischof Johannes Franz Eckher von Freising konsekrierte Kapelle
mit einem Teil der Gebäudlichkeiten abgebrochen wurde, machte sich mit
dem Einzug der Association in Schönbrunn das Bedürfnis nach einem
Betsaal geltend. Dafür wurde das Eckzimmer im 2.Stock auf der nordöstlichen
Seite des Schlosses in einen solchen umgewandelt. "Diese Kapelle erhielt
gotische Formen" hieß es.
1866 wurde die Kapelle (nach
erhaltener Celebrationserlaubnis vom 9.Nov.) am 21.Nov. vom Röhrmooser
Pfr. Reitmayr benediziert. Am 2. Juli 1867 wurde die Genehmigung erteilt, das
Allerheiligste einzusetzen, was am 19. Aug. geschah. In der Kapelle befanden
sich eine "authentische Kreuzpartikel und Reliquien der Heiligen Franziskus,
Antonius, Stephanus und Wenzeslaus. Gottesdienste fanden täglich um 1/2
6 oder 6 Uhr statt. An Sonn- und Festtagen Vortrag, Nachmittag Christenlehre
und eine musikalische Andacht; an hohen Festen Vesper. An den 3 Faschingstagen
40stündiges Gebet. Den Mesnerdienst besorgte der Schuhmacher der Anstalt.
Im Jahr 1867 wurde auch ein Spitztürmchen errichtet. Darin hingen
zwei von der Fa. Oberacher aus Reichenhall gegossene und
am am 17. Aug. durch Erzbischof Gregorius geweihte Glöckchen mit
den Aufschriften:
1. Glöckchen: "MarIa hILf Der AnstaLt
SChoenbrVnn gegen aLLe VerfoLgVung".
Die groß geschriebenen Buchstaben sind römische Zahlen, die zusammengezählt
die Jahreszahl 1867 ergeben.
| M+I+I+L+D+L+C+V+L+L+V+L+V = 1000+1+1+50+500+50+100+5+50+50+5+50+5 = 1867 |
Der Altar mit Beichtstuhl stammte vom
Bildhauer Schmoker in München. Es war ein neugotischer Flügelaltar,
denn es heißt, Hauptbild sei ein Maria-Hilf-Bild gewesen, darüber der
hl. Franziskus v.A., rechts der hl. Josef, links hl. Theresia. Bei geschlossenem
Altar zeigten sich die Apostelfürsten Petrus und Paulus, sowie die Heiligen
Nikolaus und Wendelin. Sie wurden vom "Geistlichen Rat Wolfgang Braun,
Stiftsdekan von Laufen, gefertigt und der Anstalt vermacht". Die Fenster
waren mit Glasgemälden versehen, die das Herz Jesu, das Herz Mariens und
zwei Ornamentikzeichnungen darstellten (Joseph Peter Bockhorni in München,
1876 - Preis 600 Mark). Ein Harmonium mit 10 Registern diente als Orgel zur
Begleitung des Gesanges der Ordensschwestern. Vorhanden waren auch eine schöne
Monstranz nach dem Muster der alten hölzernen Monstranz im Freisinger Dom.
Der Kreuzweg wurde am 21.11.1867 eingesetzt.
Von Anfang an stand die Kapelle nicht nur den Schwestern und Pfleglingen, sondern
auch auswärtigen Personen zur Feier der hl.Messe und zur Vornahme religiöser
Andachtsübungen zum geistigen Nutzen zur Verfügung. Sie bot ungefähr
100 (andere Quelle: 200) Personen Raum. Der Priester hatte kein eigenes Einkommen
sondern lebte "eben mit der armen Anstalt".
Kirche 1881
Doch bald wurde die Kapelle zu klein. Kanzler trug sich seit 1871 mit Bauplänen
einer Kirche, die jedoch immer abschlägig beschieden wurden. 1880 reichte Kanzler
einen Plan zum Bau einer Wäsche-Trocken-Halle ein, der am 31.7. genehmigt wurde.
Am 30.8. war "Grundsteinlegung". Diese Trockenhalle wurde mit Ordinariatsgenehmigung
vom 15.3.1881 in einen Betsaal bzw. eine Kirche im romanischen Stil umgewandelt.
Hauptschiff mit 2 Nebenschiffen. Sie ruhte auf hölzernen, schön verzierten Pfeilern.
(Länge im Inneren 71 Fuß -gut 21 Meter), Breite 35 Fuß -etwa 10,5 Meter, Höhe
34 Fuß -etwa 10,2 Meter).
Hochaltar: Hauptbild: Hl. Familie, darüber Statuen von hl. Franz v.A.
und hl. Elisabeth und hl. Klara, darunter Tabernakel, links und rechts davon
je 4 Nischen (3 x drehbar) mit Statuen bzw. Reliquiengefäßen. Zu beiden Seitens
des Hochaltars Sakristeien, die rechts gelegene war heizbar. Im rechten
Seitenschiff zeigte der Altar im Hauptbild das Hll. Herz Jesu, flankiert
von den Hl. Franz von Sales und Alfons von Liguori. Im linken Seitenschiff Hauptbild
Hl. Herz Mariä mit den Hl. Antonius von Padua und Bernhard von Clairvaux. Die
Bemalung (Fassung) der Altäre stammten von den "strebsamen Gebrüdern
Krafft aus Freising".
Oberhalb der Seitenschiffe und Sakristeien befanden sich Oratorien (Aufenthalt
der Pfleglinge). Dort hingen die 14 Kreuzwegstationen, die für 60
Mark von der Pfarrkirche in Röhrmoos gekauft worden waren. Sie waren schon
1754 von KatharinaHörmann aus Röhrmoos
gemalt worden. Auch im Kirchenschiff hingen Kreuzwegbilder, die vom Maler Riegg
aus Ebersberg stammten. Er hatte dafür 600 Mark erhalten. Im Anschluss
an die Oratorien die Empore, über dieser der Singchor mit Orgel. Presbyterium
und Hauptschiff waren getrennt durch die Kommunionbank. Das Holzgewölbe
im Kirchenschiff war mit blauen Feldern, Goldsternen und einem großen
Kreuz, das Presbyterium mit dem Auge Gottes ausgemalt. Im Mittelschiff
befanden sich 10 Stühle (für 160 Personen), an 7 Bänken sind "Auszüge"
in die Seitenschiffe (für 56 Personen). Diese Kirche hatte ein Türmchen
aus Eisen, in dem sich die beiden Glocken der früheren Schlosskapelle befanden.
Sogar eine Uhr war "eingebaut'. Benediziert wurde diese 1. Kirche am 21. Nov.1881
durch H.Geistl. Rat und Domkapitular Ostermair aus München, wozu sich die Pfarrherrn
und zahlreiche Gläubige der Umgebung eingefunden hatten.
Kirche 1922
Nach 40 Jahren sollte die erste von H. Direktor
Kanzler erbaute Kirche vergrößert werden. Herr Baumeister Vinzenz Götzl von
München fand die glückliche Lösung aus der schmalen, nicht sehr hellen Kirche
eine größere und hellere Kirche zu machen, die von den Pflegepersonen leicht
zugänglich sein sollte. Dies zu erreichen, war nicht leicht. Es genügte nicht
ein bloßer Anbau nach Osten und nach Westen. Es musste die ganze Kirche innen
umgebaut werden, die Galerien abgebrochen, Innenmauern herausgenommen werden:
die Kirche vom Eingang der bestehenden im rechten Winkel nach Osten zu umgedreht
werden. (Siehe alter Lageplan.)
Am 10. März 1922 wurde die Gartenmauer abgetragen,
die Steine zum Kirchenbau bereitgestellt. Danach erfolgte der Abbruch des "Hubertuswohnhauses".
Am 15. März begann man mit dem Ausheben des Grundes für den Bau des
rückwärtigen Teiles der neuen Kirche. Es folgte das Betonieren und
Aufmauern der tragenden Elemente. 22. Mai: Fundament für Presbyterium ausgehoben.
24. Mai: Aufmauern der Grundfeste. Anfangs Juni wurde im Inneren der (alten)
Kirche ein Bretterverschlag angebracht, da die rechte Seitenmauer abgetragen
wurde. Schon am 19. Juni kam der Dachstuhl auf den angebauten rückwärtigen
Teil und wurde eingedeckt. Durch den Verschlag sollten die Heimbewohner möglichst
lange in der Kirche noch Gottesdienste feiern können, doch die Staubbildung
nötigte die Leitung ab 24. Juni das Allerheiligste in die Filialkirche
(Dorfkirche) zu übertragen und dort die Gottesdienste zu feiern. Im Juli
und August wurde das Presbyterium aufgemauert, ab 20. Juli begann man gleichzeitig
die Innenmauern der Kirche zu verputzen. In der 4. Augustwoche erhielt das Presbyterium
den Dachstuhl. Im Oktober wurde das elektrische Licht von H. Zillinger installiert,
die Kirche getüncht, Ende Oktober die Fensterstöcke (10 größere
und 8 kleinere) gesetzt.
Im Dezember kamen die vorderen Kirchenstühle
, der Altartisch aufgemauert, Kanzel und Singchorbrüstung angebracht. Mit
großer Freude sah man dem Tag der Benediktion entgegen, die am Sonntag,
24. Dezember 1922 (= Vigil von Weihnachten , Kommunion, 4. Adventssonntag) der
Erbauer der Kirche, H. Direktor Joseph Steininger vornahm. Im März 1923
wurden die Postamente für di Statuen der Heiligen an den Kirchenwänden
gefertigt, die Säulen und Kanzel mit Stuckaturen versehen. Im Mai der Sockel
für die Mariensäule aufgemauert. Im Juni die Seitenaltäre aufgestellt,
Ende August, anfangs September die Kirchenstühle gestrichen und vom 13.
September - 17. Oktober die Kirche außen verputzt.
Wieder 10 Jahre später nach dem Kirchenbau
war die Kirche zu klein geworden. Es wurde für eine neue Kirche ein Wettbewerb
ausgeschrieben, an dem sich vier Architekten beteiligten. Reg. Baumeister Paul
Gedon von München hatte dem 2. Preis erhalten. Ihm wurde die Ausführung übertragen
und vom 1. Preisträger, Michael Kurz von Augsburg, das Recht erworben, einzelne
seiner Gedanken und Formen zu verwerten.
So wurde unter Gedon von Mai bis Ende November 1932 die Kirche um 8 m verlängert
und um 4 m erhöht. Die Kanzel, die bei der" 2. Kirche" am Eck des Presbyteriums
war, wurde bei der "3. Kirche" auf der rechten Seite angebracht. Am 11 . Dezember
(= 3. Adventssonntag) konsekrierte S. Em. Michael Kardinal Faulhaber diese neue
Kirche, welche als erste Kirche im Erzbistum geheizt werden konnte. 1935 werden
im März Gerüste aufgebaut, die Kirche wird getüncht und ausgemalt.
1936: Mitte März - das große, schöne Kreuz von Bildhauer Schweighart
von Dietramszell wird aufgestellt. Zu Pfingsten kam das Hochaltarbild von Kunstmaler
Schambeck und kurz vor dem 15. August erhält die Kirche die große
Statue der Schmerzensmutter. Auf Kirchweih war das Gewölbe der Kirche fertig
gemalt (bis zur Brüstung des Singchores). Das große Gerüst wird
entfernt. 1937: Im Frühjahr wird von den Herren Kirchenmaler Dietrich und
Gämmerle die Malerei beim Singchor fortgesetzt, wozu noch ein kleines Gerüst
nötig war. Im Lauf der folgenden Jahre wird die Kirche mehrmals in der
Ausstattung erweitert und verändert.
"Der Bau ist speziell für die Anstalt errichtet, sodaß möglichst viele
Kranke dem Gottesdienst beiwohnen können und die Kirche hernach schnell wieder
geräumt und gelüftet werden kann. Der praktische Zweckgedanke schloß aber den
Schönheitsgedanken nicht aus", schrieb Pfarrer Endres. "Die Baulinien
sind modern, nur in etwa(s) der romanischen Kunst angepaßt. Auch die moderne
Forderung der strengen Schlichtheit und das Christo-zentrische Motiv kamen zur
Geltung. In den letzten Jahren (nach dem 2.Weltkrieg) wurde die Kirche
durch Figuren und Bilder an den Altären und den Wänden reich, fast überreich
ausgestattet. Die Altartafeln der drei Altäre stammen von Carl Schambeck aus
Pasing (1939). Über den Seitenaltären stehen gute Schnitzwerke in barocker Art,
Christkönig und Marienkönigin, von Bildhauer Schratt, München-Sendling (1948
und 1951). Die Bilder im Langhaus und an den beiden Emporebrüstungen sind Fugelbilder
[?]. Die malerische Ausschmückung des Chores erfolgte 1943 durch Seibold von
Erding". Soweit die Beschreibung der Kirche bis 1985.
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3. Heutige Kirche Anfangs der 80-iger Jahre bereiteten sich die Kongregation der Dienerinnen der Göttlichen Vorsehung und die frühere Anstalt Schönbrunn (jetzt: Franziskuswerk) auf ihr 125 jähriges Bestehen 1986 vor. Aus diesem Anlass, sollte die Kirche St. Josef ein neues Kleid erhalten. Am 9. Januar 1984 (Montag) wurde das Allerheiligste in die Notkirche (Theatersaal) übertragen. Ab diesem Zeitpunkt arbeiteten Firmen aus dem Landkreis Dachau unter Bauleitung von H. Arch. Zaglauer in Zusammenarbeit mit der Leitung des Hauses an der Umgestaltung der Kirche. Nicht nur die Inneneinrichtung (von der ursprünglichen Kirche blieben nur die Mauern erhalten), auch die Außenanlagen und die Fassade der Kirche wurden verändert. Besonders lag aber allen Verantwortlichen unter Führung von H. Direkter Oster die künstlerisch-theologische Innenausstattung des sich m Basilika Stil zeigenden Baus am Herzen. Als am 25. August 1985 durch S.E. Joseph (Kurien-)Kardinal Ratzinger die feierliche Altarweihe vorgenommen und damit die renovierte Kirche wieder für den Gottesdienst übergeben wurde, zeigte sich die neu gestaltete Kirche St. Josef in ihrer ganzen Schönheit. |
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Hauptportal: Im romanischen Rundbogen: oben Lamm Gottes, rechts und links: die Symbole der 4 Evangelisten. Rechte Türe: Wirken des Dreifaltigen Gottes (Strahlen nach unten): unten rechts: Gottvater: Erschaffung der Welt, Pflanzen und Tiere, Menschen - Vertreibung aus dem Paradies. Darüber: Durchzug des Volkes Israel durch das Rote Meer, rechts davon: Geburt Christi; Auferstehung Jesu - Erlösung der Menschen in der "Vorhölle". Darüber: Der Himmel mit den vom Blut des Lammes Erlösten, daneben: Wiederkunft des Menschensohnes, der den Drachen besiegte, umgeben von den 4 "Lebewesen" und den 7 Posaunenengeln (vgl. Geh. Offenbarung). Wir sind eingeladen zum Lobpreis Gottes: "Heilig, heilig, heilig, ist der Herr, der Gott, der Herrscher über die ganze Schöpfung; er war, und er ist, und er kommt'(Offbg 4,8b)
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Quellen:
Anton Mayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising,
1874
Pfarrer Johann v. G.Gierl, Schönbrunn- Schloß,Dorf, Associationsanstalt,
1882 (Kirchen von 1863 u.1881)
Niklas/Endres, Pfarrchronik Röhrmoos 1933-1953
Dachauer Nachrichten v. 24.3.1960 (208 Grippetote 1934)
Kirschbaum, Lexikon der Christlichen Ikonographie, 1968
Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1976/1
Georg Brenninger: Orgeln in Altbayern. Bruckmann, München 1982, ISBN 3-7654-1859-5.
Das große Kunstlexikon von P.W. Hartmann
Pfarrer i.R. Karl Stadler, Schönbrunn, 2002, nicht veröffentlicht
www.shoa.de, 2004
Georg Brenninger, Die Glocken der Kirchen im Dekanat Dachau, Amperland 2005/1
Sabine Remiger,Münchner Kirchenzeitung v. 3.9.2006 (Petrus)
Eckart Bieger, Das Bilderlexikon der christlichen Symbole, 2011 (Tabernakelengel)
Dachauer SZ vom 31.1.2012 (neues Mahnmal)
37 Bilder: Hans Schertl
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5.10.2014