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in der Gem.Petershausen
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Herz-Jesu-Kapelle (Glonnkapelle) in PETERSHAUSEN
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Beschreibung
Die Kapelle steht in den Glonnauen am Nordostende von Petershausen an
der Straße nach Kollbach. Der Barockbau steht in Süd/Nord-Richtung. Im Hintergrund sieht man den Kirchturm der Pfarrkirche Petershausen. Die Kapelle besitzt eine eingezogene, halbrunde Apsis.
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In den Jahren 1969/70 und 1994 wurde die Kapelle renoviert.
Inneneinrichtung
Der "Chor" der Kapelle ist durch ein massives Eisengitter gesichert. Dahinter steht die große Figur eines "Schmerzhaften Heilandes", der mit seiner linken Hand auf die Wunde an seiner rechte Schulter (Achsel) zeigt. Sie gleicht einer entsprechenden Figur in der Allerseelenkapelle von Dorfen, die sechs Jahre zuvor geschnitzt worden war.
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Da
die Figur 1724 in Freising angefertigt wurde, kommt als Bildhauer der
damals dort lebende Johann Christoph Thalhammer (1676-1728) in Frage. Die Figur in Petershausen war früher sicher auch der Anlass für viele Wallfahrten zur Glonnkapelle, woran noch ein Mirakelbuch aus den Jahren von 1736 bis 1785 mit 358 Eintragungen über Gebetserhörungen erinnert. |
![]() Vergrößerung der Figur per Mouseklick |
In späterer Zeit wurde der Christusfigur
ein Flammenherz in die rechte Hand gegeben und damit die Verehrung auf "Herz
Jesu" umgedeutet. Am Chorbogen heißt es
dementsprechend "Hl. Herz-Jesu, erbarme dich unser".
So erwähnt auch die unten stehende Beschreibung der Kapelle aus dem Jahr
1930 zwar das Herz, nicht aber die Schulterwunde.
..mehr über die Herz-Jesu-Verehrung...
| Hinweis: Diese Darstellung greift ein Thema aus den Geheimen Offenbarungen (Apokalypse, 5,1 ff) der Bibel auf. Darin beschreibt Johannes eine Vision, in der Gott eine Buchrolle mit sieben Siegeln in der Hand hält, die niemand öffnen konnte. Allein der "Löwe aus Judas Stamm und Nachkomme Davids" sei dazu berechtigt. Da kam ein Lamm, das aussah, als ob es geschlachtet worden war und öffnete die Siegel. Die Buchrolle ist das Buch des Lebens, in dem die Namen der Gerechten und der Sünder eingetragen sind und das die Ereignisse enthält, die am Weltende geschehen werden. Das Lamm stellt Christus dar, der auch der Löwe von Juda und Lamm Gottes genannt wird. In der christlichen Kunst wird Christus in Anlehnung an Textstellen im Alten (Jesaia 53,7) und Neuen Testament (Joh 1, 29) schon seit dem 4. Jh. symbolisch als Opferlamm dargestellt. Die Kreuzfahne als Zeichen des Sieges über den Tod taucht jedoch erst seit dem 10./11. Jh. in der Kunst auf. |
An den Seitenwänden hängen in Rahmen hinter Glas mehrere alte Texte, die sich mit der Geschichte der Kapelle und der Renovierung befassen:
So z.B. der Bericht eines Pfarrers aus der Mitte des 18.Jh.|
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hatte main Vorfahrer Völkl Georg Und Pfarrer |
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Daneben hängt eine in blumiger Sprache gehaltene Beschreibung der Kapelle um 1930: |
Nach Abschluss der Renovierung 1969/70 wurde eine Liste aller Helfer und Spender in einer Kassette in die Kapelle eingemauert und folgende Verse gedichtet: | |
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Die Kapelle in der Wies bei Petershausen Unmittelbar zu Füßen des Ortes breitet sich das Glonntal wie eine langgestreckte Mulde aus, weit und eben, wie ein einziger grüner Teppich. Der sanfte Schwung des Bodens wird tief durchfurcht von dem lebensspendenen Flüßchen, überspannt von Stegen und Brücken und nur unterbrochen von klappernden Mühlen und rauschenden Wehren. Wie ein fester Damm riegelt die Kollbacher Straße die ebene Fläche des Wiesengrundes ab und bringt Bewegtheit in die Landschaft. Wo sich vor dem Beton-Massiv der Straßenbrücke Mühlbach und Glonn vereinigen, steht, nur einen Steinwurf weit abseits, ein niedliches Kirchlein, die Kapelle in der Wies. Ein freundliches, reizvoll friedliches Bild, unterbricht sie die Weite der Talung. Sie steht schon lange; ihre Entstehungsgeschichte ist der heutigen Generation nicht überliefert, niemand mehr kennt den frommen Stifter. Die Landschaftssymphonie ist durch die Flußkorrektion nüchterner geworden. Zweifellos hatte vor Zeit, als die Glonn sich in zahlreichen Windungen und Flußschlingen durchs düstere Erlengebüsch talwärts wand, die Kapelle eine schönere, naturhafte Umrahmung und köstliche Belebung. Wie vor 50 Jahren liegt das warme, graue Schindeldach heute noch auf dem kleinen Kirchlein. Durch die Opferwilligkeit der verstorbenen Kunstmühlenbesitzersgatten Schuhbauer wurde ihm vor 10 jahren ein zierliches Barocktürmchen aufgesetzt und in dieser genügsamen äußern und schlichten inneren Ausstattung lud es manchen frommen Beter zum Besuche ein. Seit 30 Jahren wurde es pietätvoll von unserem Pfarrmesner Moser betreut, der vorsorgend den Opferstock rechtzeit leerte und die milden Gaben beim örtlichen Sparverein verzinslich anlegte. Die Opferpfennige wuchsen zu einem kleinen Kapital und ermöglichten die Erneuerung und Instandsetzung der Wieskapelle, welche von unserem heimischen Gewerbe ausgeführt wurde. Malermeister Moosreiner renovierte in heiteren Tönen und ansprechender dekorativer Malerei das Innere und gab dem Gestühl neuen Anstrich. Durch Steinmetzmeister Gschwendtner wurde das ursprüngliche Ziegelpflaster entfernt und durch einen soliden, farbigen Plättchenbelag ersetzt. Die äußere Restaurierung bestand in der Herstellung eines festen Beton-Scharpflasters rings um die Kapelle und in der Erneuerung des Maueranstriches. In der Apsis thront die Leidensfigur des Heilandes, das Herz Jesu in der Hand darbietend. Eine wertvolle Plastik älterer kirchlicher Kunstauffassung. In ihrem neuen Kleide ladet nun die Kapelle bedrängt Seelen und auch den müden Wandersmann zur Gebetsrast ein. Sie ist ein Denkmal früherer Zeit; in bitterer Notzeit ward ihr jetzt ein Sonntagskleid zur Ehre Gottes und zu Lob und Preis der Heimat. um 1930. |
Hier steht eine liebliche
kleine Kapelle Manch Wanderer sprach hier
schon sein Gebet, |
Hans Schertl
Quellen:
Thiel/Mecking, Chronik der Gemeinde Petershausen, Band 2 Kunst und Kultur, 2000
Huttermuseum in Großberghofen, 2003
5 Bilder: Horst Lachmann (1), Hans Schertl (4)
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21.2.2005
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Herz-Jesu-Fest
von Dr.theol.
Manfred Becker-Huberti, Köln auf der Internetseite
der Erzdiözese Köln
In der Sprache der Bibel ist das "Herz" nicht irgendein Organ, sondern ein Begriffsbild für das menschliche Wesen, die personale Mitte eines Menschen, vgl. z. B. Joh 14,1; 16,22.
Die mitttelalterliche, die den Christus der Passion in ihr Zentrum gestellt hatte, nahm das von der Lanze des römischen Soldaten durchbohrte Herz Jesu, vgl. Joh 19,34, als Synonym für das erlösende Leiden des Gottessohnes, seine sich verschwendende Liebe. Integriert in diese mystische Verehrung war der Gedanken der Sühne: stellvertretendes Beten für die Unwürdigen, Gottesleugner und Gottesfeinde.
Die Anfänge der Verehrung des heiligsten Herzens Jesu finden sich im 13. und 14. Jahrhundert. 1672 erlaubte der Bischof von Rennes den Oratorianern, in seiner Gemeinschaft liturgisch ein Herz-Jesu-Fest zu feiern. Die im 16./17. Jahrhundert vor allem von den Jesuiten und Oratorianern geförderte Herz-Jesu-Verehrung nahm durch die Visionen der Margaretha Maria Alacoque (+1690) neuen Auftrieb: Ihr war Christus erschienen, auf sein Herz deutend, was als sein Verlangen nach der Einführung eines diesbezüglichen Festes verstanden wurde. Gefeiert wurde es am Freitag nach der Fronleichnamsoktav, am dritten Freitag nach Pfingsten. Das im 18. Jahrhundert in Frankreich, Deutschland und Italien verbreitete Fest wurde 1765 durch Clemens XIII. (1758 - 1769) anerkannt und 1856 unter Pius IX. (1846 - 1878) für die Kirche vorgeschrieben. Leo XIII. (1878 - 1903) erhöhte 1899 den Rang des Festes und weihte zur Jahrhundertwende die Welt an das Herz Jesu.
Heute ist es ein Hochfest unter dem Namen "Heiligstes Herz Jesu". Gefeiert wird es am Freitag der dritten Woche nach Pfingsten. Aber auch an jedem ersten Freitag eines Monats werden Herz-Jesu-Tage begangen: Ein - meist abendlicher - Gottesdienst wird als Votivmesse gefeiert. Gebetet wird um Priester- und Ordensnachwuchs.
Heute ist das Herz-Jesu-Fest wenig populär. Das dem Fest zugrundeliegende mystische Bild des durchbohrten Herzens Jesu stößt auf geringe Akzeptanz. Das Symbol "Herz" steht für Liebelei oder das reale Herz als Organ ist Gegenstand bei Herzinfarkt und Herztransplantation. Die Entmythologisierung des Herzens hat die Vermittlung des Festinhaltes nicht leichter gemacht. Nicht schuldfrei geblieben sind zahlreiche Herz-Jesus-Darstellungen der Vergangenheit, die im Bewusstsein mancher Katholiken noch vorfindlich sind: Süßlich vorwurfsvoll blickende Christusfiguren, die in ihrer aufgerissenen Brust auf ein - manchmal sogar elektrisch-betriebenes, flackerndes - Herz verwiesen.
Die Symbolik des Christusherzen begegnet in zeitgenössischen Darstellungen so gut wie nicht mehr.