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Pfarrkirche St. Ursula in PELLHEIM

Adresse: 85221 Dachau, Dorfstraße 14
Lage der Kirche auf der Landkarte ...


Kurzbeschreibung

Die Kirche St.Ursula liegt in der Dorfstraße von Pellheim, einem Ort, der zur Stadt Dachau gehört. Die Pfarrei bildet seit 2011 mit den weiteren Dachauer Pfarreien St.Jakob, Mariä Himmelfahrt und Mitterndorf einen Pfarrverband.
Pellheim wurde erstmals 807 schriftlich erwähnt. Schon damals hatte es eine Kirche. Seit 1315 ist Pellheim als Pfarrei nachweisbar (Konradinische Matrikel).
In gotischer Zeit hat man eine neue Kirche gebaut. Diese Kirche dürfte den Wirren des Dreißigjährigen Krieges zum Opfer gefallen sein. Jedenfalls war sie Ende des 17.Jh so heruntergekommen, dass man sich zu einem Neubau entschlossen hat.
Die jetzige Pfarrkirche St. Ursula wurde 1689 unter Einbeziehung mittelalterlicher Mauern von dem damaligen Hofmarksherren Johann Paul von Millau gebaut und 1710 vom damaligen Fürstbischof von Freising Franz Ecker von Kapfing geweiht. 50 Jahre später wurde sie im Stil des Rokoko ausgestattet.

Die 21 Meter lange und bis zu 9 Meter breite Kirche ist ein vierachsiger Saalbau mit Tonnengewölbe und wenig eingezogenem Chor, der mit drei Seiten eines Achtecks schließt.

Der 48 m hohe Kirchturm an der Nordseite des Chores ist mit einem schlanken Spitzhelm über vier Giebeln bedeckt. In ihm hat sich noch altes romanisches und gotisches Mauerwerk erhalten. Drei der vier Glocken sind sehr alt; sie stammen aus der Zeit um 1490 und aus den Jahren 1599 u. 1629.

Viele Gegenstände, Bilder und Epitaphe erinnern an die Hofmarksherren, ohne die die Kirche sicher nicht so prächtig ausgestattet worden wäre.
Unter dem Altarraum liegt auch die Gruft mit den Grabstätten der Hofmarksfamilien.


Wappen an der Langhausdecke

Innenausstattung

Der Hochaltar aus dem Jahr 1740 ist ein prächtiges Säulenretabel mit einem Altarblatt, das die Patronin der Kirche, die hl. Ursula, vor dem Hintergrund der Stadt Kölnzeigt. Es wurde von Franz Mayr aus Lauterbach im Jahr 1746 gemalt. Im Altaraufsatz sind senkrecht die Hl. Dreifaltigkeit und waagrecht die hl.Familie figürlich dargestellt.

Die Seitenaltäre entstanden um 1770. Sie sind sehr hoch und schmal gebaut. Sie sind der Muttergottes und dem hl.Leonhard geweiht. In den Altarblättern wird an die Patrone erinnert.

Sehr alt ist der Deckenstuck im Altarraum der noch aus der Zeit vor dem Bau des Kirchenschiffs (1690) stammt. Er teilt die Decke in geometrische Felder, ähnlich wie in der Michaelskirche in München.

Die Deckenfresken im Kirchenschiff wurden 1914 von J. Albrechtskirchinger aus München gemalt. Im Mittelteil sind drei große Gemälde zu sehen, die einen Bezug zu den Filialkirchen von Pellheim haben: Johannes der Täufer für Oberweilbach, Johannes und Paulus für Arzbach und der hl.Martin für Unterbachern. Daneben sind in 6 Medaillons Szenen aus dem Alten Testament dargestellt.


HochaltarHochaltarKirchenbänke anschauen ? bitte klickenAntoniusFresko von St. Wolfgangzur Vergrößerung  des Altarbildes bitte klickenzur Vergrößerung  des Altarbildes bitte klickenzur Vergrößerung  des Altars bitte klickenzur Vergrößerung des Altaraufsatzes bitte klickenKirchenbänke anschauen ? bitte klickenVergrößerung des Bildes von Johannes und Paulus bitte klickenDie Kirchenpatronin UrsulaAnna selbdrittTaufsteinFranziskusFresko von UrsulaGeißelheilandMuttergottesstatueSt.BarbaraBildGruft im unterhalb des AltarraumsMarienfensterAltaraufsatzSt. Katharina St. Apollonia mit ZangeAmboTabernakelKanzelHochaltarDeckenverzierungen  Vergrößerung von 21 Details (Altäre, Figuren, Fenster, Taufstein, Gruft) per Mouseklick

Figurenausstattung:
- die 12 Apostel mit ihren für sie typischen Attributen auf dem Chorgestühl
- St. Ursula am Chorbogen mit einem schönen Schiffsmodell in der Hand (16.Jh)
- St.Anna selbdritt-Darstellung (1700)
- St.Barbara mit Märtyrerpalmzweig und Kelch (1740)
- St.Katharina mit Schwert, Märtyrerpalmzweig und gebrochenem Marterrad (1740)
- ein Geißelheiland ohne Säule und Ketten (18.Jh)
- Muttergottes aus Altötting - eine Nachbildung des schwarzen Gnadenbildes
- St.Elisabeth mit Rosen und Brot im Schurz  (19.Jh)
- St.Josef mit dem Jesuskind auf dem Arm und einer Lilie in der Hand (19.Jh)
- St.Rochus
mit einem Pilgerstab. Er weist auf die Pestbeule an seinem Bein (18.Jh).

Ölgemälde
- die Mystiker des Hochmittelalters (St.Theresia, St.Franziskus, St.Klara, St.Ottilia, St.Gertrudis, St.Katharina v.Siena)
  an den Brüstungen der Doppelempore (18.Jh)
- große Bilder von St. Franziskus und St.Antonius (1696)
- ein Bild des heilig gesprochenen Papstes Pius X.
- St.Johannes Nepomuk, von fünf Sternen umgeben, kniet am Altar und breitet betend seine Hände aus (18.Jh)

Die Gottesdienstordnung finden Sie hier...

Lieber Besucher, Sie können sich Bilder aus der Pfarrkirche St.Ursula in Pellheim auch
als Diavortrag anschauen (nur bei eingeschalteter Script-Funktion). Klicken Sie hier....

Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen Hinweisen


Geschichte: Erste Kirche Matrikel 1315 Matrikel 1524 Visitation 1560 Gotischer Bau
Neubau 1689 Matrikel 1738 Beschreibung 1874 Beschreibung 1893
Ausstattung: Altarraum Baubeschreibung Choraltar Chorgestühl Deckenbilder-Chor
Deckenbilder-Langh. Empore Epitaphe außen Epitaphe innen Ewig-Licht-Ampel
Figuren-Chor Figuren-Langhaus Fenstergemälde Gottesdienstzeiten Kanzel
Kanzelkreuz Kirchenbänke Kirchenschiff
Kreuzweg
Krippe
Ölgemälde
Opferstock
Orgel
Papstbild
Pfarrhaus
Seitenaltäre Taufstein Vortragekreuz Weihwasserbecken Zelebrationsaltar


G
eschichte der Kirche

Ort und Kirche in Pellheim werden in einer Urkunde des Jahres 807 erstmals schriftlich erwähnt. Am 13.Juni dieses Jahres schenkte der Priester Egilricus, der vermutlich aus Pellheim stammte, seinen Besitz nebst Basiliken zu Pipurc (Biburg) und Pelheim dem Bischof von Freising. Die Schenkung wird von der Urkunde Nr. 255 aus der Sammlung Freisinger Traditionen bestätigt. In der Urkunde des Jahres 807 wird auch der Priester Oadalker erwähnt; er könnte nach Auffassung des früheren Kreisheimatpflegers Angerpointner der erste Pfarrer von Pellheim gewesen sein, ohne dass dies aus dem Schriftstück bewiesen werden könnte. Dieser Priester Oadalkar war um 770 zum Diakon geweiht worden und und hatte seinen Besitz zu Leonhardsbuch und an der Glonn der Domkirche zu Freising gestiftet.
  Übrigens gab es in dieser Zeit auch eine Kirchlein im Nachbarort Pullhausen. Nach der in Freising am 3.Aug. 830 ausgestellten Urkunde erneuerte an diesem Tag der Priester Tiso die Schenkung seines Besitzes nebst Kirche zu Pullhausen an das Bistum. Das Gotteshaus in Pullhausen hat sich nicht erhalten.



Konradinische Matrikel 1315

Ab 1315 (in der Konradinischen Matrikel) ist in Pellheim eine Pfarrei nachweisbar. Es hatte damals 2 Filialkirchen, nämlich Nidernpachorn (Unterbachern) und Ertzpach (Arzbach) mit Friedhöfen.
Die Reihe der Pfarrherren leitete 1430 ein "Her Perchtold" ein; sie lässt sich bis heute fast lückenlos zurückverfolgen.
Sunderndorfersche Matrikel 1524
In der Sunderndorfer'schen Matrikel von 1524 wurde die Ortschaft übrigens Belhaim genannt, 30 Jahre später Bellham. Die Zahl der Communicantes, der erwachsenen Gläubigen, betrug damals 210. Die Pfarrei war dem Leonhardus Engelhartzhouer verliehen, die Seelsorge versah aber der Vikar Johannes Hörl. Zu den beiden Filialen Artzbach und Bachern war inzwischen die neue Capella Joannis Baptistae in Oberweilbach (ohne Friedhof) dazugekommen. Der Pfarrer hatte keinen Cooperator, doch bekam er an manchen Tagen Aushilfe vom Schlosskaplan. Das Pfarrhaus und die Ökonomiegebäude bedürften einer Renovierung, heißt es abschließend.

Auszug aus der Karte
von Apian 1568
Vergrößerung per Mouseklick
Das Besetzungsrecht stand 1524 dem Domkapitel von Freising zu (de collatione opisconi Frisingensis). Im 17. Jahrhundert änderte es sich zu einer "parochui alternativa", d. h. das Besetzungsrecht wechselte dann zwischen dem Landesherren und dem Bischof.


Visitationsbericht von 1560

Im Jahr 1560 hatte der Freisinger Bischof Moritz von Sandizell auf Druck des bayerischen Herzogs Albrecht V. eine Visitation, eine umfassende Überprüfung aller Pfarrer und Pfarreien angeordnet. Die Visitation wurde durch bischöfliche und durch herzogliche Bevollmächtigte durchgeführt. Grund war die durch die Reformation Luthers (1517) entstandene religiöse Unruhe, die jedenfalls in Teilen des Bistums zur Zerrüttung des geistlichen Lebens geführt hatte. Durch die Visitation wollte der Bischof einen detaillierten Einblick in die religiöse Situation der Pfarreien gewinnen. Insbesondere sollte festgestellt werden, ob die Pfarrer und die Gläubigen noch die katholischen Lehre vertraten oder der neuen Lehre anhingen. Daneben interessierte die Prüfer die Lebensführung der Pfarrer sowie Umfang und Qualität ihrer religiösen Kenntnisse Im Bericht über St.Ursula in Pelhaim heißt es, Pfarrer und Dekan sei Andreas Peuschel, aus Inchenhofen gebürtig. Er habe in Ingolstadt studiert ["zu Inglstat studiert"] und sei 1549 in Augsburg ordiniert worden. Peuschel war der katholischen Lehre treu geblieben. Er praktizierte die katholischen Zeremonien und wusste auf alle Fragen der Visitatoren über die katholische Theologie und Praxis gut zu antworten. Peuschel war kein Wirtshausgänger oder Spieler ["geb kainen spiler oder rumorer"]. Er hatte eine Köchin und ein Kind. Dennoch wurde er wegen seines vorbildlichen Lebenswandels vom Kirchenpfleger gelobt ["Pfarrer helt sich seines wandels priesterlich"]. Das Einkommen lag bei beachtlichen 180 Gulden. In der Pfarrei lebten 150 erwachsene Gläubige ("communicantes"), erheblich weniger als 35 Jahre zuvor. Sie alle waren katholisch geblieben ["allerlai frembder religion unverdacht"]. Die Gläubigen zahlten den Kirchenzehent zuverlässig und ließen es an Opferbereitschaft nicht fehlen ["Pfarrleuth geben ire oblationes und zehent guetwillig"]. Der Bauzustand der Kirche war gut ["das gotshauß ist bei guetem paw"], allein die Ausmalung ließ zu wünschen übrig ["allein wenig gmäl in der kirchen"]. Der Visitationsbericht endet mit dem Satz "Sonst bei der kirchen und pfarrhof nit mangel". Wenn Sie den ganzen Text des Visitationsberichts lesen möchten, klicken sie hier...



Auszug aus einer
Landkarte vom Jahr 1663

Gotischer Bau
In der gotischen Zeit wurde eine neue Kirche gebaut. Näheres darüber ist mir nicht bekannt. Diese Kirche dürfte den Wirren des Dreißigjährigen Krieges zum Opfer gefallen sein. Jedenfalls war sie Ende des 17.Jh so heruntergekommen, dass man sich zu einem Neubau entschlossen hat.
Im 16.Jh hatte der Pfarrer keinen Cooperator, aber einen "Sacellanum, ad certos dies sibi assistentem", womit wohl ein Schlosskaplan gemeint war.
Den Dreißigjährigen Krieg hat die Pfarrei Pellheim relativ gut überstanden. Von 72 Anwesen im Pfarrgebiet wurden 1632 beim ersten Einfall der Schweden zwar 18, also ein Viertel, eingeäschert; die letzten Kriegsereignisse 1647/48, die vor allem den Süden des Landkreises Dachau schwer trafen, haben keine nachweisbaren Schäden hinterlassen.


Neue Glocken wurden in den Jahren 1599 (von Martin Frey aus München) und 1629 (von Bernhard Ernst, München) angeschafft. Möglicherweise hat man damals größere Renovierung vorgenommen.


Barocker Neubau 1689
Die jetzige Pfarrkirche St. Ursula wurde 1689 unter Einbeziehung mittelalterlicher Mauern von dem damaligen Hofmarksherrn Johann Paul von Millau und seiner Ehefrau, einer geborenen Ligsalz, gebaut und wohl als Hofmarkskirche deklariert. Der gotische Turm wurde beibehalten. Zum Bau erhielt Puchschlagen von den Gotteshäusern des Landgerichts Wolfratshausen (?) ein Darlehen in Höhe von 1400 Gulden.

21 Jahre später, im Jahr 1710, weihte der Fürstbischof von Freising, Franz Ecker von Kapfing die Kirche ein. Das muss nicht bedeuten, dass der Neubau 21 Jahre gedauert hat. Dieser Fürstbischof, der seine Kindheit und Jugendzeit auf dem elterlichen Schloss Arnbach verbracht hatte, besaß ein Urlaubsdomizil im Schloss Hof bei Hirtlbach. Von hier aus weihte er mehrere Kirchen in der Umgebung (z.B. Ebertshausen), wenn es sein Zeitplan erlaubte. Die Weihe der Altäre durch einen Priester reichte aus, um in der Kirche wieder Messen lesen zu können. Die Bischofsweihe hatte repräsentativen Charakter. Franz Eckher (der 57.Freisinger Bischof) regierte sein Bistum von der Reisekutsche aus; er unternahm viele Pastoralreisen selbst in kleinste Dörfer seines Bistums. In seiner Regierungszeit von 1695 bis 1727 hat er 174 Kirchen (darunter Jarzt, Palsweis, Ebertshausen, Hirtlbach, Straßbach, Lauterbach, Westerholzhausen und Kollbach) und ca. 1.100 Altäre und 734 Priester (23 pro Jahr) geweiht.Dies hatte seinen Grund auch darin, dass mit Franz Eckher nach 40 Jahren wieder ein echter Bischof auf dem Freisinger Thron saß. Seine Vorgänger waren zwei nachgeborene Wittelsbacher Prinzen (Albrecht Sigismund von Bayern und Joseph Clemens von Bayern). Sie konnten das geistliche Amt des Bischofs nicht ausüben und Albrecht Sigismund besaß nicht einmal die Priesterweihe.
Die Urkunde über die Konsekrierung dieser Kirche ist nicht mehr vorhanden; Pfarrers Joß hat aber die Konsekrationsfeierlichkeit genau aufgezeichnet und dabei vermerkt, dass Bischof Eckher zugleich die Schlosskapelle konsekriert und die Firmung in Pellheim gespendet hat.

Der kurfürstl. Kammerdirektor und Hofkammerrat Johann Paul von Millau auf Pörring, dem ein Jahr später, am 16.6.1690, die "illimitate Edelmannsfreiheit" und damit die niedere Gerichtsbarkeit zuerkannt wurde, wohnte im Schloss, das sich an der Stelle des heutigen Gastwirtschaft Liegsalz befand. Auch dieses Schloss besaß eine Kapelle, wie dem Topo-geographisch-statistischen Lexicon vom Königreiche Bayern von 1832 zu entnehmen ist. Millau muss wirtschaftlich gut durch den 30jährigen Krieg gekommen sein, weil er 1689 nicht nur die Kirche, sondern auch sein Schloss umbauen ließ ("welcher das neue Schloß im J.1689 beträchtlich verbesssert hat"). Pfarrer Joß schrieb 1825, im Schloss Pellheim sei eine schöne geweihte Kapelle mit dem Altarbild "Mariä Geburt".

Nach der Pfarrkirche wurden in den Jahren 1716-1719 auch ein neuer Pfarrhof und ein neuer Pfarrstadel erbaut. Die Kosten dafür beliefen sich auf 2480 Gulden. Diesen außergewöhnlich hohen Betrag erfahren wir aus den Kirchenrechnungen der Pfarrei Bergkirchen. Denn Pellheim erhielt zu den Baukosten ein zinsloses Darlehen des Landgerichts Dachau. Dazu mussten alle übrigen Pfarreien beitragen; Bergkirchen zahlte übrigens 220 Euro.


Schmidt'sche Matrikel
1738
In der Zeit von 1738/1740 besuchte der Kanonikus Schmidt aus Freising die Pfarreien der Diözese und erstellte die nach ihm benannte Schmidt'schen Matrikel. Über die Pfarrei "s.Ursulae in Pellhaim" berichtete er: Sie habe drei Filialen, Oberweilbach, Unterpachern und Arzbach. Oberweilbach war also von der Capella zur Fillialkirche aufgerückt. Zudem gebe es noch eine Kapelle im Schloss Pellheim. Das Präsentationsrecht, das Vorschlagsrecht für einen neuen Pfarrherrn liege im monatlichen Wechsel beim Bistum Freising und dem bayerischen Kurfürsten. Die Pfarrei war damals dem Pfarrer Maximilian Rudolphus de Maphaeis übertrgen (seit 1732). Das Pfarrhaus und die Ökonomiegebäude waren in gutem baulichenZustand. Die Zahl der Gläubigen hatte sich trotz der Gräuel des Dreißigjährigen Krieges mit 402 Communi-cantes seit 1560 mehr als verdoppelt.

Stich von Mich.Wening 1696

Das Kirchengebäude sei schöner als die meisten anderen Dorfkirchen, schreibt Schmidt (er kam wohl nach dem Altarbau von 1740). In der Kirche standen -wie heute- drei Altäre. Der Hochaltar war der Kirchenpatronin, der Jungfrau und Martyrin Ursula geweiht. Im Tabernakel auf diesem Altar befand sich auch das Allerheiligste. Im Altartisch waren mehrere Reliquien aufbewahrt, die nach einem Bericht von Pater Jeremias Drexel S.J, von den Begleiterinnen der hl.Ursula stammen. Die Seitenaltäre waren der Muttergottes und dem hl.Leonhard geweiht. Gottesdienste fanden an den Sonntagen zweimal in Pellheim und einmal in Unterbachern statt. Das Kirchweihfest fiel auf den Sonntag vor dem Fest Mariä Geburt (8.9.), das Patrozinium auf das Ursulafest. 1738 bestand auch eine Fronleichnams-Bruderschaft, die vom ehem. Pfarrer Martin Sännftl und dessen Bruder Johann, Pfarrvikar in Hebertshausen, gegründet worden ist. Es gab einen Taufstein mit den heiligen Ölen. In der Sakristei befanden sich die erforderlichen Messgewänder. Im Turm hingen drei geweihte Glocken. Im Friedhof stand ein Beinhaus. Die Einnahmen wurden vom Vikar und vom Hofmarksherrn (damals Christophorus Franciscus de Clingenspert) verwaltet. Der Bericht schließt mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das völlige Vermögen dises Pfarr-Gottshauses mechte sich diser Zeit gegen 500 fl.(=Gulden) belauffen".

Pfarrbeschreibung 1825
Die von Pfarrer Josef Joß erstellte Pfarrbeschreibung von 1825 enthält eine Bewertung der Altargemälde: Das Altarblatt am Hochaltar sei ebenso wie das des rechten Seitenaltars ein mittelmäßiges Gemälde, dagegen sei das Altarblatt am Marienaltar auf der linken Seite "sehr schön".


Beschreibung 1874

Um das Jahr 1870 hat der Dombenefiziat Anton Mayer eine Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising erstellt und 1874 als Buch veröffentlicht. Über die Pfarrei Pellheim bemerkt er:
Geographie: "Die Pfarrei hat 548 Seelen in 81 Häusern. Davon wohnen weniger als die Hälfte, nämlich 208 Gläubige (in 32 Häusern) in Pellheim selbst; die übrigen Pfarrmitglieder in Assenhausen 53 (7), Oberweilbach 35(5), Pullhausen 31 (3), Viehhausen 13 (1), Arzbach 69 (10), Unterbachern 111 (20) und in Ried 28 (3). In Pullhausen gehörte früher ein 1 Haus zur Pfarrei Dachau. 1867 war die Einöde Kienoden von Pellheim nach Bergkirchen umgepfarrt worden. Die Pfarrei hat einen Umfang von ca. 1 1/2 Stunden. Pellheim, früher Hofmark, eine Stunde nördlich von Dachau, von wo eine Vicinalstraße her durchführt, hatte sonst ein stattliches Schloß, welches mit seinen 3 Thürmen das ganze Dorf überragte. Jetzt ist dasselbe unansehnlich geworden, seit zwei Stockwerke abgetragen wurden und nur das Erdgeschoß noch stehen blieb. In diesem befand sich die (Schloss)Capelle (zu Ehren des Festes Mariä Geburt, Kircheweihfest am Sonntag nach Michaelis), welche durch einen Brand am 17.12.1853 zerstört und nicht mehr hergestellt wurde. Im Saalbuche des Pfarrers Joß findet sich die Bemerkung, daß 1710 mit der Pfarrkirche auch die Schloß-Capelle consecrirt worden sei".
Pfarrverhältnisse: "Pellheim ist eine Wechselpfarrei. Jährliche Einnahmen in Höhe von 2245 und Ausgaben von 127 ergeben einen Reinertrag von 2118 Gulden (Stand 1870). Das Pfarrhaus erbaut 1717 ist massiv und geräumig. Die Ökonomiegebäude wurden 1797 erbaut; sie sind nicht geräumig genug. Das Widdum, der Pfarrbauernhof, hatte eine Grundstücksfläche von 110 Tagwerk (37 ha) der Bonität 10. In Pellheim gab es 1870 eine Schule, in der ein Lehrer 80 Werktagsschüler und 46 Feiertagsschüler unterrichtete".
Pfarrkirche: "Erbaut im Jahr 1688, wo man die jetzige Kirche wahrscheinlich mit theilweiser Benützung der alten errichtete. Im Jahr 1850 wurde sie restaurirt. Im Presbyterium Ueberreste byzanthinischen Stiles (=wohl romanisch), die übrige Kirche im Geschmacke der späteren Jahre des 17.Jh. Einschiffig. Geräumigkeit hinreichend. Schöner Spitz-Thurm mit 3 Glocken. Consecrirt durch den Fürstbischof Franz von Egger (=im Jahr 1710). Der damalige Pfarrer Joß berichtet, daß (nach vielen Jahren wieder einmal) die hl.Firmung gespendet wurde und erwähnt die wunderbare Heilung einer krüppelhaften Person.
3 Altäre. Orgel mit 6 Registern. Unter dem Presbyterium befindet sich eine Gruft mit backofenförmigen Grabstätten, in welchen, laut der Denksteine, Glieder der Familien Ligsalz, Klingensperg, Imhof, Asch und Milau ruhen. Gottesdienste: je zwei Sonntage nacheinander und an Festtagen. Bittgang: am Freitag nach Christi Himmelfahrt nach Maria Brunn um Abwendung von Schauerschlag. Wening bemerkte um 1700, 'der Ort sei so glücklich gelegen, daß seit Manns-Gedenken ein Schauerschlag niemahlen daselbst geschehen'. Stiftungen: 31 Jahrtage und 10 Jahrmessen. Meßner ist der Lehrer. Kirchenvermögen: 7400 Gulden.


Beschreibung 1893
Die Pellheimer Kirche ist auch im Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreiches Bayerns enthalten, die Gustav von Bezold und Dr.Berthold Riehl im Auftrage des kgl.Staatsministeriums des Innern, für Kirchen- und Schulangelegenheiten erstellt haben. Im Bericht heißt es:
  "In einem Fenster der Sakristei das auf Glas gemalte Wappen der Barth mit der Jahreszahl 1618, Durchmesser 14,3 cm. Innen an der südlichen Chorwand der einfache Grabstein der Barbara Ligsalz + 1672. Außen an der Südwand der Sakristei zwei Medaillons aus Sandstein, mit den Halbfiguren des hl.Sebastian (einen Pfeil haltend) und des hl.Wolfgang mit Kirchenmodell. 15.Jh Durchmesser 25 cm."

Renovierungen
Eine Renovierung ist aus dem Jahr 1818 bekannt.
Die letzte Innenrestaurierung fand 1965 statt.

Pfarrer-Verzeichnis

Die Reihe der Pfarrer von Pellheim kann, so Anton Mayer im Jahr 1874, "bis zum Jahr 1430 hinaufgeführt werden, wo Her Perchtold als Pfarrer genannt wird. Im Jahr 1463 war Hanns Fabri dort Seelsorger. Vom Jahre 1522 an ist die Reihenfolge befriedigend hergestellt und findet sich im Pfarrarchive". Mehr darüber schrieb Alois Angerpointner; lesen Sie hier...


Berichte aus der Pfarrei
Die Dachauer Zeitungen haben in den letzten 120 Jahren immer wieder aus dem Pfarrleben berichtet. Diese oftmals in blumiger Sprache verfassten Berichte beschäftigen sich nicht unmittelbar mit dem Kirchengebäude, vermitteln aber einen ergänzenden Eindruck aus der damaligen Zeit. Meist werden Primizen, Jubiläen oder Abschiedsfeiern von Pfarrern oder Fahnenweihen beschrieben. Wenn Sie die Berichte lesen möchten, klicken Sie hier...


B
aubeschreibung


Die Kirche steht im Dorf inmitten eines ummauerten Friedhofs.
Der 8,40 Meter lange und 6,60 Meter breite Chor ist nur wenig eingezogen und schließt mit drei Seiten eines Achtecks. An der Ostseite des Chores befand sich früher ein Portal. Es ist nun zugemauert.
Das 13,8 Meter lange und 9 Meter breite Kirchenschiff, erstreckt sich über vier Achsen und ist mit einem Tonnengewölbe überdeckt. Es wird außen durch sechs Strebepfeiler gestützt. Der Bau ist hellgrau verputzt, die Sockelmauer mit Entlüftungskanälen durchsetzt. Das Langhaus ist von drei Schlaudern (= eiserne Verbindung zwischen Wänden) durchzogen.

An der Südseite des Altarraums ist die Sakristei (mit Schleppdach) angebaut. Sie 1888 entworfen und erbaut von Maurermeister Josef Reischl aus Dachau. An deren Außenmauer hängt ein großes Kruzifix mit einem Korpus aus dem 19.Jh, das an die Volksmission von 1966 erinnert.
  Hinweis: Die Volksmission geht auf das Konzil von Trient (1545-1563) zurück und war Teil der kath. Gegenreformation. Sie wurde in regelmäßigem zeitlichen Abstand in allen Pfarreien abgehalten. Das kirchliche Gesetzbuch von 1917 schrieb z.B. vor, dass wenigstens alle zehn Jahre eine Volksmission durchgeführt werden solle. Heutzutage wird die Volksmission durch neuen Formen der Schulungs- und Missions- bzw. Evangelisationsarbeit ersetzt.

Über der Sakristeitüre befindet sich eine Sonnenuhr. Nach der Signatur (1967 I.E.) wurde sie wohl vor 40 Jahren von Josef Eder aus Vaterstetten gemalt. Der sechsstöckige, 48 m hohe Kirchturm an der Nordseite des Chores ist mit einem schlanken Spitzhelm über vier Giebeln bedeckt. Er ist schon auf dem Wenigstich von 1697 als Spitzturm zu sehen. Die Schindeldeckung wurden 1967 aufgebracht. Verziert wird er durch goldene Knöpfe auf den Giebeln und an der Spitze. In seinen Mauern sind noch alte romanische und gotische Elemente enthalten. Die Decke im Erdgeschossraum ist mit einem Kreuzgratgewölbe überzogen. In der Glockenstube hinter den doppelten Blendarkaden (westlich nur ein Bogen), hängen 4 Glocken; die jüngste Glocke (gegossen von Karl Czudnochowsky in Erding) kam 1950 hinzu, die von Prälat Pfanzelt feierlich geweiht wurde. Sie ist dem Gedenken an Christkönig gewidmet und besitzt ein Gewicht von 600 kg (Bericht von der Weihe können Sie hier.. lesen). Die drei anderen Glocken sind historische Raritäten. Eine wurde im Jahr 1599 von Martin Frey aus München, die andere 1629 von Bernhard Ernst, ebenfalls aus München gegossen. Die dritte dürfte die älteste sein, denn sie soll -so der Glockenexperte Matthias Seeanner- von Ulrich von Rosen aus München stammen. Dieser Glockengießer wirkte von 1454 bis 1492. Von ihm stammen auch Glocken in Webling und in Mühldorf bei Petershausen.
Mehr über die ältesten Glocken in den Kirchen des Landkreises erfahren Sie hier...

Epitaphe

In die Außenmauer der Kirche sind mehrere Epitaphe (Erinnerungstafeln) eingelassen. Sie sind meist früheren Pfarrern von Pellheim gewidmet. Epitaphe für Priester sind meist mit einem eingravierten Kelch geschmückt.
  Hinweis: Epitaphe gibt es in unseren Kirchen erst seit dem 14. Jh. als Gedächtnismal für einen Verstorbenen in Form einer Steinplatte, die innen oder außen an der Kirchenwand senkrecht aufgestellt wird. Epitaphe (griech. Grabinschrift) wurden für diesen Zweck eigens angefertigt; sie sind keine früheren Grabplatten. Das Epitaph ist auch kein Grabmal, weil sich weder dahinter noch darunter ein Grab befindet.
 
1600
1678
1704
1780
1795
1600
Für Pfarrer Andreas Peischl.
Im unteren Teil des Epitaphs ist ein Kelch mit daraufsitzender Taube in einem Wappen als Relief abgebildet. Der (inzwischen sicher nachgezogene) eingravierte Text lautet:
"Anno Domini 1600 den 13.Octobris Starb der Erwirdig Herr Andreas Peischl So allhie 45 Jar Pfarrer daründter 15 Jar dechant gewesen dem Gott genad." (Rotmarmor, Maße: 111 x 63 cm; südliche Langhauswand außen)
1678
Für Johann Heinrich Senftl, kaiserlicher Post- und Bürgermeister zu Aicha - mit Wappen des Verstorbenen
Text: "Hie ligt begraben der ehrn vest und wohl firneme (=vornehme) Herr Iohnann Heinrich Senftl, Kayserlicher Post und Burgermaister zu Aicha seines Alters LXXVIIII (=79) Jahr sambt seiner Hausfrauen Barbara so gestorben den XIX. Martii Ao MDCLXXVIII denen Gott gnade." (Graumarmor, Maße: 51 x 54 cm; nördliche Langhauswand außen). Seit 1647 war J.Heinrich Senftl als Posthalter in Erding kaiserlicher und kurfürstlicher Beamter. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er im Pfarrhof von Pellheim bei seinem Sohn J.Martinn Senftl.
1704
Für Pfarrer Johann Martin Senftl
Im oberen Teil des Epitaphs sind ein Kelch und ein Wappen eingraviert.
Der Text darunter lautet: "Anno 1704, den 5.July Starb ich Johann Martin Senftl, Pfarrer allhie. Bettet vor alle agbestorbene wie auc vor mir hie liget(?) Vatter, Muetter, Tochter und Sohn ..... von Aichach in Geistlicher Frucht bey seinen Stam. " (Rotmarmor, Maße: 86 x 54 cm; nördliche Langhauswand außen)
1780
Für Pfarrer Josef Anton Kuefer
"Hier ruhet Der Hochwürdige in Gott geistliche und Hochgelehrte Herr Jos. Ant.Kuefer SS. Theolog.Doct. Not. Proton. Apo und 34 Jahre eifriger Pfarrer in Pellham. Gestorben den 17. July 1780. Gott sey ihme gnaedig, Amen."
1795
Für Pfarrer Franz de Paula Grienwalder
Text: "Der hochwürdige Hochgelehrte Herr Franz de Paula Grienwalder Pfarrer zu Pelham gestorben den 1en August 1795. R.I.P." (Kalksandstein, Maße: 40 x 40 cm; südliche Choraussenseite)

An der südwestlichen Seite des Langhauses schützt eine Vorhalle den Eingang vor Witterungseinflüssen. Sie ist nach Süden und Osten offen. Im westlichen Teil ist in einer vergitterten Nische seit 1885 eine Lourdesgrotte aus Tuffstein eingebaut mit einer Lourdesmadonna aus Gips.

 

Innenausstattung


A
ltarraum-Decke

Der Chor (= Altarraum) und das Langhaus (= Kirchenschiff)  sind durch ein umlaufendes Gesims oberhalb der Rundbogenfenster gegliedert.
Die Decke des Altarraums besteht aus einem Tonnengewölbe, das mit farbigem Stuck (Eierstab, Rosetten, Girlanden) verziert ist. Er teilt die Decke in geometrische Felder (Kassetten). Die Stuckierung des Chores stammt noch aus der Zeit vor dem Bau des Kirchenschiffs (1690).
Über dem Hochaltar ist eine große, violette Stuckmuschel zu sehen. In den mittleren Feldern wird durch vergoldete Monogramme die hl.Familie (Jesus-IHS, Maria-MARA und Josef-JOSE) verehrt. Stuckblumen umgeben diese Felder.
An den Außenseiten sind Wappen der früheren Hofmarksherren zu sehen, umgeben von Fresken der vier Evangelisten in Medaillons. Die Evangelisten sind mit ihren Attributen (Matthäus mit Mensch, Lukas mit Stier, Markus mit Löwen und Johannes mit Adler) abgebildet.
Die Wappen wurden erst 1912 nach Muster der Empore gemalt
 

Hinweis: Die vier Symbole geflügelter Mensch, geflügelter Löwe, geflügelter Stier und Adler reichen zurück bis in den babylonischen Mythos. Dort stellten sie die vier Astralgötter Nergal (Flügellöwe), Marduk (Flügelstier), Nabu (Mensch) und Mimurta (Adler) dar, die vor den Heiligtümern Wache hielten. Im Alten Testament werden sie in den Gottesvisionen Ezechiels (Ez 1,1-14), im Neuen Testament in der Offenbarung des Johannes (Kap.4 Vers 7) als die vier Lebewesen, die rings um Gottes Thron stehen, erwähnt. Zuerst hat man sie nur im Zusammenhang mit dem thronenden Christus abgebildet. Als Evangelistensymbole dienen sie erst seit dem frühen Mittelalter (durch die Kirchenväter Irenäus und Hippolyt um das Jahr 200).
Seit Hieronymus (347-420) werden sie wie folgt gedeutet: 
- Der geflügelte Mensch (nicht Engel !) bei Matthäus weist auf den Stammbaum Jesu und auf dessen Geburt (mit deren Bericht das Matthäusevangelium beginnt) hin. 
- Der geflügelte Löwe ist Sinnbild für Markus, weil das Markusevangeliums mit der Predigt des Johannes in der Wüste, dem Lebensraum des Löwen, beginnt und weil sein Evangelium die Kraft der Auferstehung und Todesüberwindung betont.
- Der geflügelte Stier (als Opfertier) des Lukas galt als Zeichen für den Beginn des Lukas-Evangeliums, das mit dem Opfer des Zacharias einsetzt und das am innigsten auf den Opfertod Christi hindeutet.
- Den Adler des Johannes versteht man als Symbol für den spirituellen Höhenflug des Johannes-Evangeliums, das mit den Worten beginnt "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort".



H
ochaltar / Choraltar

Der barocke Hochaltar aus der Zeit um 1740 besitzt eine hohe Retabel. Vier rot-weiß marmorierte Säulen mit korinthischen Kapitellen stützen ein vorkragendes Gesims. Darauf ist zwischen jonischen Kapitellen ein breiter Aufsatz angebracht. Zu beiden Seiten des Aufsatzes stehen Figuren der Heiligen Barbara und Katharina.
Die Stipes, der Altarblock ist gemauert und hat östlich einen Öffnungsschacht zur Gruft. Die Mensa, die Altarplatte, besteht aus Rotmarmor. Das Antependium ist mit rot marmoriertem Holz verkleidet.

Das von Franz Mayr aus Lauterbach im Jahr 1746 (sign.) gemalte Hochaltarblatt zeigt die hl. Ursula in blaurotem (= kostbarem) Gewand, einer Krone auf dem Haupt, mit Pfeilen und einem Märtyrerpalmzweig in den Händen.

Hinter ihr gruppieren sich die 11.000 Jungfrauen, die sie nach Köln (Stadt im Hintergrund) begleiteten. Darüber halten Engel die Lorbeerkrone für Märtyrer bereit. Auf Wolken sitzt ein Engel mit einem Schriftband ["Veni Sponsa Christi accipe coronam quam tibi Dominus praeparavit in aeternam"- Komm Braut Christi und empfange die Krone, die dir der Herr für die Ewigkeit bereitet hat] in der Hand. Das Bild wurde mit Ölfarben auf Leinwand gemalt.
Das Altarbild ist herausnehmbar. Dann erscheint dahinter die Bühne für ein Heiliges Grab mit Montagemöglichkeit für Tafelgemälde mit der Darstellung der Wächter. Diese 206 x 140 cm großen Tafelgemälde wurden wohl von Anton Huber aus Dachau gemalt. Sie sind -wie auch die weitere Teile des Heiligen Grabes- noch vorhanden.
  Hinweis: Über das Martyrium von St.Ursula, die historisch nicht greifbar ist, gibt es mehrere Legenden. Nach der am meisten verbreiteten soll die Königstochter im Jahr 451 zusammen mit 11.000 Jungfrauen nach der Rückkehr von einer Romreise in Köln von den Hunnen mit Pfeilen ermordet worden sein, nachdem sie sich geweigert hatte, die Geliebte des Hunnenkönigs zu werden. Die Zahl 11.000 ist auf einen mittelalterlichen Lesefehler zurückzuführen: Man las das "M." als römische Zahl 1000 anstatt als Abkürzung des Wortes Märtyrerinnen. Selbst der Name Ursula beruht auf einer missverstandenen Inschrift.
Einen Höhepunkt erlebte der Ursula-Kult im 15. Jahrhundert, gefördert besonders durch die Zisterzienser. Christoph Kolumbus hat 1493 bei der Entdeckung Amerika elf Inseln in der Karibik in Anlehnung an die Ursula-Legende "Jungfraueninseln", benannt. Auf den meisten Darstellungen ist die Heilige mit einem Pfeil zu sehen. Häufig ist im Hintergrund ein Schiff sowie die Silhouette der Stadt Köln (ohne die damals noch nicht erbauten Domtürme) dargestellt.
Wenn Sie mehr über den Maler Franz Mayr erfahren möchten, klicken Sie hier ....

Im Altaraufsatz sind unter einem Baldachin mit Quasten die Heilige Familie (waagrecht) und die Heilige Dreifaltigkeit (senkrecht) dargestellt. Ganz oben ist Gottvater, darunter der Hl.Geist in Gestalt einer Taube zu sehen. Die untere Reihe bilden Maria, Jesus und Josef.
Die Figuren von Josef und Maria im Altaraufsatz ähneln sehr stark der Darstellung von Anna und Joachim, den Eltern Marias. Das Kind zwischen diesen Figuren ist aber nicht Maria, sondern Jesus, weil der Heiligenschein dreistrahlig ist. Diese Form des Heiligenscheins war den göttlichen Personen vorbehalten.

Flankiert wird der Aufsatz von kleineren Figuren der beiden Heiligen Barbara (mit Märtyrerpalmzweig und Kelch) und Katharina (mit Schwert, Märtyrerpalmzweig und gebrochenem Marterrad). Auf ihren Häuptern tragen sie Kronen, weil sie aus hochgestellten Familien gestammt haben sollen. Diese beiden Heiligen gehören zu den 14 Nothelfern und wurden in Bayern sehr stark verehrt.
  Hinweise: Barbara ist eine legendäre Person. Das bildschöne Mädchen soll von ihrem heidnischen Vater, dem reichen Dioskuros von Nikomedia, während einer längeren Geschäftsreise in einen Turm geschlossen worden sein, um sie am Heiraten zu hindern. Als der Vater zurückkam und merkte, dass sie Christin geworden war, ließ er sie martern und enthauptete die Tochter selbst. Vor dem Tod hatte Barbara Gott öffentlich gebeten, dass alle, die der Passion Christi gedenken, vom Gericht Gottes verschont werden mögen. Der Kelch mit Hostie in ihrer Hand versinnbildlicht die einem Sterbenden gereichte letzte Kommunion (Viatikum) und verweist auf ihre Funktion als Sterbepatronin. Die Abbildung der hl.Barbara nur mit Kelch ist bei uns erst seit dem 15.Jh. üblich (vorher immer mit Turm).
Die Palme ist schon von alters her Zeichen der sieghaften Vollendung und des Triumphs. Dies hat man für die christlichen Märtyrer übernommen. Die immergrünen Palmzweige symbolisieren das ewige Leben und den Sieg des Glaubens über das Heidentum. Zudem berichtet Johannes in der Geheimen Offenbarung: "... sie standen in weißen Gewändern vor dem Thron und vor dem Lamm und trugen Palmzweige in den Händen" (Offb 7,9).
Katharina, die Königstochter aus Zypern, ist eine legendäre Gestalt. Sie soll im Jahr 306 wegen ihres Glaubens und ihrer großen Überzeugungskraft ausgepeitscht, gerädert und -als das Rad zerbrach- enthauptet worden sein. Seit dem ausgehenden Mittelalter gehört sie zu den beliebtesten Heiligen und wurde deshalb im 15. Jh der Gruppe der 14 Nothelfer zugerechnet.

Der neubarocke Tabernakel (um 1900) ist zweistöckig mit und vergoldeten Türen. Die obere Tabernakeltüre ist rundbogenförmig. An ihr ist ein Kruzifix befestigt. Die vier rot-weiß marmorierten Säulchen tragen ein Gesims, auf dem zwei nach vorne gerichtete Voluten hinaufreichen zur Abschlussfigur, dem Lamm Gottes. Das versilberte Lamm hält eine Fahne zwischen den Vorderfüßen. Es liegt auf vergoldete Buch mit den sieben Siegeln. Anbetungsengel zu beiden Seiten des Tabernakels (siehe rechts) haben ihre Hände gefaltet und weisen so auf den im Tabernakel aufbewahrten Leib des Herrn hin.
Die Engelsfiguren stellen nicht nur eine Verzierung dar. Sie sind auch auf die Gestaltung der Bundeslade der Israeliten in biblischer Zeit zurückzuführen, die als Vorgängerin des Tabernakels angesehen wird. Die Bundeslade war von zwei goldenen Engelsfiguren (Cherubim) eingerahmt (Ex, 37,7-9).

Schräg hinter dem Choraltar sind in die Wände rundbogige Nischen mit einer Weite von 55 x 46 cm eingelassen. Sie sind mit schmiedeeisernen Gittern ( mit Pflanzenornamenten) abgeschlossen.


A
postelzyklus am Chorgestühl

Auf dem Chorgestühl zu beiden Seiten des Altarraums stehen kleine Figuren der 12 Apostel mit ihren Attributen. Die barocken Figuren sind zwar künstlerisch nicht sehr bedeutend; sie heben aber das Chorgestühl in besonderer Weise heraus.
Hinweis: Die Evangelien (z.B. Matt.10,2) nennen die Namen der Zwölf Apostel zu Lebzeiten Jesu: Petrus, Andreas, Jakobus d.Ä, Johannes, Jakobus d.J, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Thaddäus, Simon und Judas Ischarioth. Matthias wurde nach dem Tod von Judas ausgelost (Ap1,15). Dem Paulus wurde durch die Urkirche im Jahr 258 die Apostelwürde verliehen. Es sind somit insgesamt 13 Apostel. In den meisten Kirchen, so auch in Pellheim, werden aber nur 12 Apostel dargestellt. Manchmal fehlt Paulus, manchmal auch Matthäus oder Matthias.
Welcher Apostel in Pellheim nicht dargestellt wird, ist nicht ganz eindeutig, weil bei zwei Figuren die Attribute nicht mehr vorhanden sind. Es könnte Thomas (Lanze), Philippus (Kreuzstab) oder Matthäus (Hellebarde) sein.
 
Matthias
Bartholom.
?
Jakobus J.
Paulus
Andreas
Petrus
Jakobus Ä.
Johannes
?
Thaddäus
Simon


C
horfenster

Die Chorfenster sind mit Glasgemälden im Stil der Neurenaissance geschmückt (um 1900). Links ein Herz-Jesu-Bild, rechts eine Mariendarstellung. Beide Figuren stehen vor einer prachtvollen Portalarchitektur.
  
Die Muttergottes weist mit der rechten Hand auf ihr Herz und hält in der Linken eine blühende Lilie. Das Herz Mariens ist Zeichen für die mütterliche Liebe. Die Lilie ist seit dem Mittelalter Symbol für Reinheit und Keuschheit.
  Über der Figur ist in einer Schriftkartusche das Jesusmonogramm IHS zu sehen. Es kann auf zwei Arten gedeutet werden: Es sind einerseits die Anfangsbuchstaben des in griechischen Großbuchstaben geschriebenen Namens Jesu (JHSOUS); andererseits werden diese Buchstaben auch als Anfangsbuchstaben von "Jesus, hominum salvator" das bedeutet: "Jesus, Erlöser der Menschen" verstanden. Über dem Marienbild ist das Marienmonogramm eingezeichnet, das sind die Buchstaben M,R,I,A, die Buchstaben des Namens "Maria", die ineinander geschrieben sind. 
Das Herz Jesu ist Symbol für die Erlöserliebe Christi. Diese Darstellung verbreitete sich in unseren Kirchen insbesondere nach der Einführung des Herz-Jesu-Festes durch Papst Clemens XIII.(1758 - 1769) im Jahr 1765.


B
ilder und Fresken an den Wänden des Altarraums

An der nördlichen Wand des Altarraums hängen zwei große, schon sehr nachgedunkelte Heiligenbilder (Öl auf Leinwand). Sie zeigen die beiden höchsten Heiligen der Franziskaner, Franziskus von Assisi und St.Antonius in ihren braunen Kutten. Die Farbe Braun steht traditionell für Demut und Bescheidenheit.

Zu Füßen der abgebildeten Heiligen ist jeweils das gleiche Allianzwappen mit der Jahreszahl 1696 zu sehen. Dies dürfte auf die Auftraggeber der Bilder hinweisen, deren Wappen hier abgebildet sind. Links das Wappen des Mannes (Paul v. Millau ?), rechts das der Frau. Beide Wappen sind auch an anderer Stelle in der Kirche zu entdecken.



Ein Bild zeigt den hl. Franz von Assisi mit den Wundmalen an den Händen und einem Kruzifix im Arm.
  Der Heilige entsagte im 13.Jh allem Besitz und gründete den Orden der Minoriten, die sich besonderes der Armenpflege, Seelsorge widmeten. Seine glühende Liebe zu Gott und zur Schöpfung faszinierte die Menschen und er hatte damals schon viele Bewunderer und Verehrer. Franziskus wird häufig auch mit einem Kruzifix abgebildet, weil er in einer Vision Christus von einem (geflügelten) Kruzifix zu ihm herabsprechen hörte und dabei seine Wundmale erhielt. Zudem war ihm die Verbreitung der Passionsfrömmigkeit ein Hauptanliegen.

Im anderen Bild ist St.Antonius von Padua zu sehen. Er hält in der rechten Hand eine Lilie (seit dem Mittelalter Symbol für Reinheit und Keuschheit). Auf dem linken Arm liegt ein Buch, auf dem das Jesuskind sitzt. Es schmiegt sich zärtlich an den Hals von Antonius.
  St.Antonius lebte im 13.Jh und war ein begnadeter Redner, der sich gegen die damaligen Häretiker (Katharer, Albigenser und Waldenser) wandte. Seine Fastenpredigten in Padua 1231 hatten einen sensationellen Erfolg, denn die ganze Region schien danach wie umgewandelt: Schulden wurden erlassen, zerstrittene Familien versöhnten sich, Diebe gaben das gestohlene Gut zurück, unrechtmäßige und überhöhte Zinsen wurden den Schuldnern zurückerstattet. Bis heute gilt in Italien ein damals erlassenes Gesetz, dass niemand mit seinem Leben und seiner Freiheit für eine Schuld haften solle, sondern nur mit seinem Eigentum.
  Antonius wird als Hilfe zum Wiederauffinden verlorener Gegenstände angerufen und gilt deshalb als "Patron der Schlamperer". Dies geht auf zwei Legenden zurück: Als ihm ein Manuskript gestohlen worden war, betete er so lange, bis der Dieb damit zurückkehrte. Schöner ist die zweite Legende, nach der er einem Geizhals half sein Herz zu suchen und es in einer Geldtruhe fand. Die Darstellung mit dem Jesuskind auf seinem Arm ist bei uns erst seit dem 17.Jh verbreitet; sie verweist auf eine seiner Visionen, die er beim Bibellesen hatte.

Früher an der Außenseite Sakristei, nunmehr an der Chorschlusswand des Altarraums, sind in zwei kleinere Medaillons mit Halbreliefs zu sehen. Die beiden Medaillons mit einem Durchmesser von 25/30 cm könnten noch aus der Zeit der Gotik (15. Jh) stammen.


Eines stellt die hl. Ursula dar, in rotem Kleid mit grün-blauem Umhang, der von einer goldenen Spange gehalten wird. Auf dem Haupt trägt sie eine Krone und in der Hand hält sie ihr Attribut, den Pfeil. Ursula soll mit Pfeilen getötet worden sein (Legende siehe oben).
Das andere Relief zeigt den Bischof St.Wolfgang mit einem Kirchenmodell in der rechten Hand.

Hinweis: Wolfgang lebte im 10.Jh erst Mönch in Einsiedeln, dann ab 972 Bischof von Regensburg. die Legende erzählt von zeitweiligem Einsiedlerleben am nach ihm benannten Wolfgangsee. Das Einsiedlerleben wurde durch den Teufel gestört, der immer wieder versuchte, Wolfgang zu vernichten, so dass Wolfgang beschloss, sich an einem freundlicheren Ort eine Klause zu erbauen. Er warf seine Axt ins Tal hinab und gelobte, an dem Ort, an dem er sie wieder finden werde, eine Kirche zu erbauen. Wolfgang lebte sieben Jahre in der Einöde, danach kehrte er nach Regensburg zurück. Die vielseitige und umsichtige Tätigkeit als Bischof begründete Wolfgangs Beliebtheit und seine Verehrung schon zu Lebzeiten. Er versuchte besonders, die Bildung und das geistliche Lebens des Klerus und der Orden zu fördern. Das Kirchenmodell erinnert an seinen Kampf mit dem Teufel beim Kapellenbau.


An der Südseite des Altarraums ist über der Sakristei ein Oratorium eingebaut. Darunter hängt/hing ein großes Ölgemälde (auf Leinwand). Auf ihm kniet ein Priester am Altar und breitet betend seine Hände aus. Putten raffen einen blauen Vorhang und geben den Blick über ein Gewölk in den Himmel frei. Um das Haupt des Priesters sind 5 Sterne gruppiert. Nach dem Habitus des Dargestellten und dem Attribut der 5 Sterne könnte es sich um den hl. Johannes Nepomuk handeln. Das Bild wurde im 18.Jh gemalt.
  Hinweis: Johannes aus Pomuk, "ne Pomuk", war Ende des 14.Jh Generalvikar des Erzbischofs in Prag und machte sich wegen seines energischen Auftretens für die Rechte der Kirche beim  König Wenzel unbeliebt. Der ließ ihn am 20. März 1393 gefangen nehmen, foltern, brannte ihn selbst mit Pechfackeln, ließ ihn durch die Straßen schleifen und schließlich in der Moldau ertränken. Die Legende berichtet, der eigentliche Grund sei gewesen, dass Johannes, der Beichtvater der Königin war, dem König keine Auskunft über die Sünden seiner Frau gab. Der Fundort der Leiche wurde durch eine Erscheinung von 5 Sternen offenbart. Sein Denkmal auf der Prager Karlsbrücke, das 1693 errichtet wurde, machte ihn zu einem der wichtigsten Brückenheiligen. Nepomuk wurde 1729 von Papst Benedikt XIII. heilig gesprochen und war deshalb während der Barock- und Rokokozeit als damals moderner Heiliger häufig abgebildet worden.



V
ortragekreuz

An der linken Chorwand, neben dem Hochaltar, ist ein großes, barockes Vortragekreuz aus dem 18.Jh befestigt. Der Corpus Jesu blutet stark aus den Wunden. Die Proportionen zwischen Rumpf und Beinen scheinen nicht stimmig zu sein.
  Hinweis: Vortragekreuze werden beim Kirchenein- und Auszug, Prozessionen, Wallfahrten sowie bei Beerdigungen vorangetragen. Dies geht zurück auf das Jesuswort "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach". Bei Gebetsprozessionen (Bittgängen, Kreuzweg) wird der Corpus des Kreuzes zu den nachgehenden betenden Menschen gedreht, damit sie den Gekreuzigten vor Augen haben. Bei anderen Prozessionen, z.B. an Fronleichnam und beim Ein- und Auszug zeigt der Corpus in die Gehrichtung, d.h., er weist ihnen den Weg.


E
pitaphe in der Kirche und Gruft

Neben dem Chorbogen ist an der Chornordwand ein Epitaph für Sidonia Ligsalz aus dem Jahr 1685 und an der Südseite eines für Barbara Ligsalzvon 1672 eingelassen.
Für Barbara Ligsalz von Ascholding zu Pelhaim, geborene Asch
gest.20.1.1672 (Stein aus Rotmarmor mit Allianzwappen; Maße: 71 x 52 cm)
Text: Den 20.Jener Anno 1672 starb Die wol Edlgeborne Frau Barbara Ligsalzin von Ascholding zu Pelheim, geborne ..... von Günzlkofen. Dero und anderen Christglaubigen Seelen Gott genedig sein wolle. Amen"
Die Verstorbene war vermutlich die Schwiegermutter von Johann Paul von Millau, der die Kirche erbauen ließ.
Für Maria Sidonia Ligsalz gest. 13.6.1685 (Stein aus Rotmarmor mit Allianzwappen; Maße: 72 x 61 cm)
Im unteren Teil des Epitaphs sind in einer querovalen Nische zwei Rüstungen mit Wappen auf dem Brustpanzer angebracht.
Der Text auf dem Grabstein lautet:
Anno 1685 den 13. Juny starb die Woll Edlgebornne Frau Maria Sidonia Ligsalzin Von Ascholding zu Pelhaimb Gebornne von Asch zu Asch dero Gott genedig sein Wolle. Amen.
Hinter dem Choraltar sind mehrere Epitaphe abgestellt
1650
für Pfarrer Georg Faber, gest. 15.9.1650, (Graumarmor angebrochen; Maße: 43 x 41 cm).
1742
für Pater Melchior A. S. (aus Kloster Taxa) 46 Jahre, gest. 3.4. 1742,
(Kalksandstein-zerbrochen; Maße: 34 x 33 cm).
1818
für Ferdinand Ruedorffer, Pfarrer, und Leonhard Lidermaier, Bauer, 1818 (Graumarmor; Maße: 31 x 37 cm).
1818
für Aloisia von Kappler / Freyfrau auf Pellheim, große Wohltäterin dieser Kirche, gest.1818 (Kalksandstein; Maße: 37 x 34 cm).
Unter dem Altarraum befindet sich eine Gruft mit Grabstätten, in denen die Gebeine der Adelsfamilien Ligsalz, Chlingensperg, Imhof, Asch und Millau ruhen.

Einmal im Jahr - zu Allerseelen -ist die Gruft der Öffentlichkeit zugänglich.
Der Freisinger Benefiziat Anton Mayer schrieb 1874, dass die Grabstätten backofenförmig angelegt sind.


Z
elebrationsaltar

 

Der Zelebrationsaltar (Volksaltar) wurde 1980 vom Künstler Gebauer aus Hechenberg gestaltet. An der Vorderseite ist hinter einer Glasöffnung ein 38 cm hohes Reliquienbehältnis der Frührokokozeit um 1745 ausgestellt. Es ist eine Silberarbeit, die mit farbigen Steinen besetzt ist. Die obere Reliquiarbezeichnung ist unleserlich, das unteres Reliquiar ist mit "De sacro velo B. V. M. " (= ein Stück vom Schleier Mariens) bezeichnet.

Passend zum neuen Altar ist auch das Ambo gestaltet, von dem aus die Lesungen vorgetragen und die Predigt gehalten wird.
 
Hinweis: Der Altar war das Symbol des heidnischen Gottesdienstes. Das lateinische Wort adolere = verbrennen bezeichnet die ursprüngliche Bedeutung als Stätte zur Verbrennung der Opfer. Die ersten Christen hatten keinen Altar. Jesus versammelte die Seinen um den Tisch, und das hielten auch die Christen während der ersten Jahrhunderte so; zur Eucharistiefeier konnte jeder beliebige Tisch dienen. Im 4.Jh wurde das Opfer Jesu in das Tischgeschehen hineingenommen und der Altar eingeführt. Er war meist aus Stein, frei aufgestellt und von allen Seiten zugänglich. Ab dem 8. Jahrhundert weicht die Tischform immer mehr der Blockform. Dies kommt der Entwicklung entgegen, im Altar Reliquien von Märtyrern und Heiligen beizusetzen. Der zelebrierende Priester stand hinter dem Altar, sodass seine Handlungen während der Messfeier für die ganze Gemeinde sichtbar waren. Als der Altar dann im 11.Jh eine Rückwand mit hohen Altaraufbauten (Retabel) erhielt und weiter an die Ostwand rückte, wandte der Priester der Gemeinde den Rücken zu. Dies ist in der katholischen Kirche durch eine Liturgiereform erst vor 40 Jahren wieder rückgängig gemacht worden.


E
wig-Licht-Ampel

Die spätklassizistische Ewiglichtampel hängt an einer Eisenstange an der nördlichen Chorwand. Sie besteht aus Messingblech und ist versilbert. Die Ornamente entsprechen denen der Kanontafeln


F
iguren am Chorbogen

Am Chorbogen sind zwei Figuren angebracht:
Rechts befindet sich eine spätgotische Statue der Kirchenpatronin St. Ursula aus dem 16.Jh mit dem Modell des Jungfrauen-Schiffs in der Hand. Die sitzende Heilige ist in einen kostbaren goldenen Mantel gehüllt; auf ihrem Haupt trägt sie eine Königskrone. Auf dem Schiffsmodell sind sechs Personen in Gebetshaltung zu sehen.
Links am Chorbogen ist eine St. Anna selbdritt-Darstellung angebracht (um 1700). Anna hält -fast schon jonglierend- in ihrer linken Hand das segnende Jesuskind;  unter ihrer ausgestreckten rechten Hand steht -in wesentlich kleinerer Gestalt- eine jugendliche Maria. 
  Hinweis: Das Motiv der Anna selbdritt kam erst im 15. Jh. nach Bayern, kurz bevor Papst Sixtus IV. 1481 den Festtag der Anna in den römischen Kalender aufnahm. Die Verehrung Annas als Mutter der Jungfrau Maria erreichte damals ihren Höhepunkt. Die Bezeichnung Anna selbdritt gibt an, dass Anna selbstwiedergegeben ist und dass sie zu dritt sind. Anna, die Mutter Marias, wird meistens als reife Frau dargestellt; häufig mit grün-roter Kleidung (in Pellheim fehlt die grüne Farbe), um den Kopf ein Tuch als Zeichen der verheirateten Frau und um den Hals den Goller, den breiten weißen Frauenkragen. Hier ist er durch das um den Hals geschlungene Ende des Kopftuchs ersetzt. Meist hat Anna das Jesuskind und Maria auf dem Arm; manchmal steht Maria zu ihren Füßen, so wie hier in Pellheim. Fast immer wird Maria als Kind oder als junges Mädchen dargestellt. Diese Komposition gehört zu den anachronistischen Bildern, weil bewusst zeitliche Abfolgen außer Betracht gelassen werden. Das Motiv der Anna selbdritt ist ein Sinnbild für die Entwicklung, Kontinuität und Weitergabe des Lebens, für den ewigen Kreislauf der Natur. Die drei Personen Anna, Maria und das Kind umfassen den gesamten Lebenszyklus von Jugend über Reife bis hin zum Alter. Sie beinhalten das Gewesene, das Jetzige und das noch Kommende. In ihnen sind Wandel und Erneuerung angelegt.



L
anghaus / Kirchenschiff

Auch das Langhaus ist -wie der Altarraum- mit einem Tonnengewölbe ohne Stichkappen überdeckt. Der Stuck wurde 1912 durch Elsner aus München aufgebracht.
Leider mussten wegen statischer Probleme im Kirchenschiff Stahlverstrebungen (Schlaudern) angebracht werden, die insbesondere die Sicht auf die Deckengemälde etwas beeinträchtigen.


D
eckenfresken im Langhaus

Die Deckenfresken in aufgemaltem Rahmen stammen aus der Zeit um 1912/14 und sind von einem gemalten Rahmenwerk umgeben. Maler war Josef Albrechtskirchinger aus München, der auch das große Kriegergedächtnisbild in der Kollbacher Wallfahrtskirche geschaffen hat.
Im Mittelteil sind drei große Gemälde zu sehen, die einen Bezug zu den Filialkirchen von Pellheim haben:
Das vordere Bild um das Hl.Geistloch zeigt die Heiligen Johannes den Täufer auf Wolken in himmlischer Glorie. Ein Putto hält sein Attribut, den Kreuzstab, weiter unten liegt auf einer Wolke ein Lamm. Johannes, der Vorläufer von Christus, weist mit der rechten Hand auf ein Kreuz im Hintergrund.
Am unteren Bildrand ist Oberweilbach mit seiner Filialkirche St. Johannes zu sehen.
Das mittlere Bild um das Hl.Geistloch zeigt die Heiligen Johannes und Paulus in himmlischer Glorie. Putten halten Lorbeerkranz und Märtyrerpalme über sie. Die Heiligen in phantasievoller römischer Soldatenkleidung sind die Patrone von Arzbach.
Das Dorf am unteren Bildrand dürfte Arzbach sein. Rechts daneben ist -geographisch nicht ganz richtig- Pellheim zu sehen.
Im hintere Bild an der Empore ist der hl.Martin in Bischofsornat auf Wolken zu sehen. Putten halten auch seine Attribute, den Bischofsstab ein Buch und die Gans. Martin wurde durch Gänsegeschnatter verraten, als er sich vor seiner Berufung zum Bischof drücken wollte.
Das Dorf im Hintergrund ist Unterbachern.


An den Außenseiten der Langhausdecke sind im hinteren Bereich in 6 Medaillons Szenen aus dem Alten Testament gemalt.

Die beiden mittleren dieser monochromen Bilder haben eine rechteckige Form und sind in Grautönen gehalten. Sie zeigen Szenen aus dem Zug Israels durch die Wüste (z.B. das Schlangenwunder des Moses). Vom Kopf Mose gehen zwei helle Streifen nach oben. Sie symbolisieren den Glanz seines Gesichts als er vom Berg Sinai herab kam. In der Bibel steht dazu: Als Mose vom Sinai herunterstieg, hatte er die beiden Tafeln der Bundesurkunde in der Hand. Er wusste nicht, dass die Haut seines Gesichts Licht ausstrahlte, weil er mit dem Herrn geredet hatte (Ex 34,29).

Die äußeren vier Bilder in Brauntönen sind oval. Sie zeigen:

a) Abraham und Isaak; der Engel hindert Abraham, seinen Sohn zu töten (hinten links).
  Hinweis: Abraham wurde von Gott auf die Probe gestellt und sollte seinen einzigen (legitimen) Sohn Isaak opfern. Als Abraham tatsächlich den Isaak als Opfer darbringen wollte, griff Gott ein und wies Abraham an, anstelle des Knaben einen Widder zu opfern, der sich im Gestrüpp verfangen hatte. Neben der Aussage, dass Gott keine (damals übliche ?) Menschenopfer wünscht, wird die Begebenheit als Vorbild für den Opfertod Christi (Gott opfert seinen einzigen Sohn) gesehen. Obwohl Isaak tatsächlich nicht geopfert wurde, erachten ntl. Schriften wie der Hebräer-und Jakobusbrief die Bereitschaft des Abraham als gleichwertig mit dem vollzogenen Opfer.

b) Abraham und Melchisedek
(hinten links)
  Hinweis: Melchisedek war zu Zeiten Abrahams Priesterkönig von Salem (=Jerusalem). Er segnete den Abraham, als der von seinem Sieg über Kedor-Laomer zurückkehrte und brachte im anschließenden Dankopfer für den Sieg Brot und Wein als Opfergaben dar (Gen.14,18-20). Wegen der Übereinstimmung der Opfergaben wurde er im Christentum als Vorläufer von Christus angesehen. In der christlichen Kunst soll die Darstellung des Opfers des Melchisedek auf die lange Tradition des Messopfers mit Brot und Wein hinweisen. Melchisedek ist nach dem Hebräerbrief (7,3) der Typos Christi; dort heißt es: "Es gibt keinen Hinweis auf seinen Vater, seine Mutter oder einen seiner Vorfahren. Es wird uns weder der Anfang noch das Ende seines Lebens mitgeteilt. Darin gleicht er dem Sohn Gottes und bleibt sozusagen für immer Priester".

c) Passahfest in Ägypten (vorne, rechts)
  Israel macht sich zum Auszug aus Ägypten bereit; der Engel tötet die Söhne der Ägypter.
In der Typologie wird der Tod Jesu schon im Neuen Testament vor dem Hintergrund von Pessach als Sühnopfer verstanden: "Schafft den alten Sauerteig weg, damit ihr neuer Teig seid. Ihr seid ja schon ungesäuertes Brot; denn als unser Paschalamm ist Christus geopfert worden", schreibt Paulus im 1.Korintherbrief (5,7).

d) Rückkehr der Kundschafter
aus dem gelobten Land mit riesigen Weintrauben (vorne links).
  Hinweis: Nach der Bibel (Numeri 13, 21-24) kamen Kundschafter aus dem Gelobten Land (Palästina) mit einer riesigen Traube zurück. Damit sollte der Reichtum dieses Landstrichs symbolisiert und die Kampfkraft für die bevorstehende Eroberung gestärkt werden. In der Kunst werden als Kundschafter häufig der damalige Anführer (und Nachfolger Moses) Josua und sein Heerführer Kaleb dargestellt.

T
aufstein


Vor dem Chorbogen steht auf der rechten Seite der Taufstein. Seinen Deckel zieren 70 cm hohe Rokoko-Figuren von Jesus (im Wasser kniend), von Johannes dem Täufer sowie - im Hintergrund auf einer Palme - von Gottvater und dem Hl.Geist in Gestalt einer Taube. Der Taufstein zeigt somit neben der Taufe Jesu auch eine Darstellung der Heiligsten Dreifaltigkeit. Geschnitzt in der 2.Hälfte des 18.Jh.
  Hinweis: Die Darstellung der Taufe Jesu am Taufort in der Kirche als Vorbild für das Taufsakrament war vom Konzil von Trient (1545 bis 1563) vorgeschrieben. Johannes ist in

 

Pellheim mit Stab, Spruchband und Taufmuschel abgebildet. Der Stab, der hier nicht wie üblich,ein Kreuz als Spitze trägt, weist auf den Bußprediger Johannes hin. Das Spruchband erinnert an die Worte "Dieser ist das Lamm Gottes, das die Schuld der ganzen Welt wegnimmt", mit denen Johannes den Messias ankündigte (Joh 1,29). Auch die Muschel in der Hand des Täufers ist symbolisch zu verstehen; Johannes dürfte sie bei der Taufe nicht verwendet haben. Muscheln waren ein frühchristliches Symbol der Auferstehung von den Toten: so wie die Muschel, wird sich eines Tages auch das Grab öffnen, aus dem der Mensch auferstehen wird.
Wenn Sie noch weitere Taufsteinfiguren aus anderen Kirchen des Landkreises Dachau sehen möchten: klicken Sie hier...


Seitenaltäre
Die Seitenaltäre entstanden um 1770. Sie sind sehr hoch und schmal gebaut. Auf dem Altartisch sich die Predella mit einem säulengesäumten grazilen Pavillon. Darüber erhebt sich das Altargemälde. Den oberen Abschluss bildet der Altaraufsatz mit Engeln und Rundgemälde unter dem Segmentgiebel. Bekrönt werden die Altäre durch Strahlenmonstranzen mit den Monogrammen von Jesus und Maria.

Linker Seitenaltar

Der linke Altar ist ein Marienaltar. Auf dem Altarblatt sitzt die bekrönte Muttergottes, in ein rotes Kleid und in einen blauen Mantel mit Goldborte gehüllt, auf einem breiten Holzthron und hält das segnende Jesuskind auf ihrem Schoß (Ölbild auf Leinwand, Mitte 19.Jh).
Hinweis: Rot und Blau sind die traditionellen Marienfarben. Rot für den königlichen Anspruch, Blau für die hohe Wertschätzung (im Mittelalter brauchte man für die Herstellung der blauen Malfarbe Lapislazuli).
In dem mit einem Segmentgiebel versehenen Altaraufsatz ein ovales Bild mit der Darstellung eines barocken Kreuzreliquiars; eingerahmt wird das Bild von zwei Volutenengeln.


Unter dem Altarbild steht in der Predella in einer Ädikula eine Nachbildung des Gnadenbildes der schwarzen Muttergottes aus Altötting. Die Muttergottes ist mit einer Krone in Form einer flachen Mütze gekrönt; die Zacken der Krone sind reliefartig aufgetragen.Maria trägt das bekleidete Jesuskind auf dem rechten Arm. In der Linken Hand hält sie ein Zepter. Das Jesuskind umgreift mit seiner Hand einen Apfel, die Vorläuferform des Reichsapfels. Das kleine Bild oberhalb der Muttergottes zeigt die Heilige Dreifaltigkeit. Neben der Ädikula stehen zwei weibliche Heilige, wiederum ohne Attribute. Links eine Nonne, rechts möglicherweise die hl.Elisabeth, die ein armes Kind speist.
      
  Hinweis: Das aus Lindenholz geschnitze Gnadenbild von Altötting ist wohl um 1330 am Oberrhein entstanden und kam um 1360 als Geschenk des Zisterzienserkloster Raitenhaslach nach Altötting. Sie war wohl ursprünglich rosa bemalt. Wahrscheinlich ist die schwarze Farbe im Laufe der Jahrhunderte durch Nachdunklung des Holzes und durch den Kerzenrauch in der engen Kapelle entstanden. Manche Historiker glauben auch, dass sie bewußt gefärbt wurden und verweisen auf das Hohe Lied des Salomons aus dem Alten Testament: "Schwarz bin ich, doch schön". Schwarze Madonnen galten im späten Mittelalter als besonders wundertätig. Dies mag seinen Grund auch darin haben, dass die schwarzen Madonnen besonders alt sind und ihnen deshalb eine größere Anzahl von Erhörungen zugeschrieben werden kann.

Rechter Seitenaltar
Der rechte Seitenaltar ist dem hl.Leonhard geweiht.
Auf dem großen Altarbild, das den Altar prägt, steht er in  der Mitte mit Buch und Ketten in den Händen.
Assistiert wird er vom hl. Florian in römischer Soldatenrüstung mit Fahne; er löscht mit einem Wasserschaff ein vor ihm stehendes brennendes Haus. Rechts von St.Leonhard ein heiliger Bischof, wohl St.Korbinian, der seine Augen zum Himmel erhebt, wo zwei Putten auf Wolken Palmzweige bereit halten. Zu seinen Füßen ein Bild des Freisinger Doms. Das Altarbild ist jünger als der Altar und dürfte meiner Meinung nach vom Dachauer Maler Anton Huber stammen.
  Hinweise: Leonhard (in Bayern einer der 14 Nothelfer) lebte um das Jahr 500 als Einsiedler und später als Abt in Frankreich. Regelmäßig besuchte er die Gefangenen und erreichte für viele beim König Clodwig I. ihre Freilassung. Deshalb galt er ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen", also der Gefangenen - und der Geisteskranken, die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete; nach der Reformation wurde er Schutzpatron der Haustiere, weil man die Ketten, mit denen er abgebildet wurde, als Viehketten deutete. In Bayern erreichte die Leonhardsverehrung im 19.Jh ihren Höhepunkt. 
St.Florian war um das Jahr 304 Offizier der zweiten italienischen Legion des römischen Heeres. Wegen seines Glaubens wurde er verhaftet und nach vielen Martern mit einem Mühlstein um den Hals in die Enns geworfen.In seiner Jugend soll er ein brennendes Haus durch sein Gebet gerettet haben.   
Korbinian war um das Jahr 700 der erste Bischof in Freising. Nachdem Korbinian immer drängender auf eine Lösung der unrechtmäßigen Ehe des Herzogs Grimoalds mit Herzogin Piltrud drängte, musste er Freising verlassen und wurde erst später von Grimoalds Nachfolger, Herzog Hugibert von Regensburg, nach Freising zurückgeholt. Doch bald darauf, etwa um das Jahr 725 verstarb Korbinian in Freising. Seinem Wunsch entsprechend wurde er auf der Zenoburg bei Meran neben dem hl. Valentin bestattet. Bischof Arbeo von Freising holte jedoch 765 den Leichnam wieder nach Freising zurück, wo er in der Domkirche seine letzte Ruhestätte fand. 

Im Altarauszug des rechten Seitenaltars ein ovales Bild der hl. Apollonia mit Zahnarzt-Zange in der Hand.
 

Hinweis: Apollonia wurde der Legende nach während der Christenverfolgung um das Jahr 250 auf vielfache Weise gefoltert. Unter anderem schlug man ihr alle Zähne aus (deshalb ist sie Helferin gegen Zahnweh).

In der Predella des Altars steht in einem von vier Säulen getragenen Ädikula ein Geißelheiland ohne Säule und Ketten.
Die Kalotte unter dem Kuppeldach ist an der Innenseite mit einem kleinen Gemälde des Guten Hirten geschmückt. Neben den Säulen stehen zwei kleine Figürchen von heiligen Diakonen, ohne Attribute (18.Jh)
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W
eihnachtskrippe

In der Weihnachtszeit steht vor dem linken Seitenaltar eine schöne Krippe; die Figuren tragen Stoffgewänder. Vor dem Altar (in einer Krippe) und am rechten Seitenaltar ( in Windeln in einem Rokokoschrein) liegen Jesuskindl.
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KreuzwegbilderKIrchenbankwangenKirchenbank-WangenDeckengemäldeKreuzwegbilderSt.ElisabethSt. JosefSt. Theresia v.AvilaSt. Franziskus von AssisiSt. Katharina von SienaSt. OttiliaSt. KlaraSt. GertraudGemälde von Pius X.KanzelTaufsteinfigurenMoses und die SchlangenAbraham und MelchisedekKundschafter Israels mit großen TraubenSt. RochusMosesDeckenbild mit Arzbach
 Vergrößerung von 11 Details (Kirchenbänke, Kreuzweg Deckengemälde, Emporenbilder, Taufstein, Figuren) per Mouseklick
Kanzel
An der Nordseite ist die rot-weiß marmorierte Kanzel mit der Kanzeltreppe angebracht. Unter dem vierseitigen Kanzelkorb hängt eine versilberte Weintraube. Die neubarocke Kanzel wurde gegen 1900 eingebaut. An der Rückwand ist ein 129 x 129 cm großes Bild des Guten Hirten (Jesus mit Hirtenstab, hält ein Lamm in seinen Armen) zu sehen (1.Hälfte 19.Jh).
  Hinweis: Die Darstellung des Guten Hirten mit einem Schaf auf seinen Schultern ist schon seit der Frühzeit des Christentums bekannt. Sie bezieht sich nicht auf das Gleichnis vom Guten Hirten, der sich schützend vor die Herde stellt und sein Leben für die Tiere einsetzt, sondern auf die Erzählung "vom verlorenen Schaf" (Lk 15, 3). Darin heißt es, dass sich Jesus über einen Sünder, der zur christlichen Gemeinde zurückfindet, mehr freut, als über 99 Gerechte. In der Barockzeit trat die von Jesus auf die Priester übertragene Hirtenfunktion in den Vordergrund und damit dessen Hauptaufgabe, die Verkündigung des Evangeliums. Deshalb wurde der Gute Hirte ein bevorzugtes Bildnis an den Kanzeln.
Der mit Volutenbögen verzierte Schalldeckel der Kanzel ist oben mit einem Kreuz, auf der Unterseite mit einer Heilig-Geist-Taube auf blauem Hintergrund geschmückt.
  Hinweis: Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach kam "der Heilige Geist sichtbar auf ihn herab, wie eine Taube" (Lk, 3,22). Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 hat diese Darstellung empfohlen.


K
anzelkreuz

Gegenüber der Kanzel hängt -wie in fast allen Kirchen- das sog. Kanzelkreuz aus dem 18.Jh.
Darunter steht eine Figur der Mater dolorosa, der schmerzhaften Muttergottes.
Das Kreuz heißt Kanzelkreuz, weil es in der Regel der Kanzel gegenüber an der Wand angebracht ist. Es erinnert den Prediger an den 1.Korintherbrief (1,3), in dem der hl.Paulus schreibt: "Wir predigen Christus als den Gekreuzigten". Die Ansprache soll nicht weltliche Dinge, sondern den Tod und die Auferstehung Christi zum Inhalt haben.

Hinweis: Nach dem Evangelium des Johannes stand Maria zusammen mit anderen Frauen und dem Apostel Johannes unter dem Kreuz (Joh 19,25).


H
eiligenfiguren im Kirchenschiff

An den Langhauswänden stehen im hinteren Teil zwei Heiligenfiguren aus Gips, die vom selben Künstler stammen und im 19.Jh modelliert sein dürften:

Auf der Nordseite die hl. Elisabeth mit Rosen und Brot im Schurz ( Elisabeth von Thüringen speiste gegen den Willen ihres Mannes die Armen vor den Toren der Wartburg. Als er sie zur Rede stellte, verwandelten sich die Brote in ihrer Schürze zu Rosen). Dass in der Schürze ausgerechnet Rosen lagen, geht darauf zurück, dass im Mittelalter -schon lange vor Elisabeth- die Armenspeisen Rosen genannt wurden.
Auf der Südseite steht eine Figur des hl. Josef mit der Lilie in der Hand  (seit dem Mittelalter Symbol für Reinheit und Keuschheit) und dem Jesuskind auf dem Arm.

Unter der Empore steht auf einer Konsole eine Figur des hl.Rochus, der in seiner linken Hand einen Pilgerstab hält und mit seiner Rechten auf die Pestbeule an seinem Bein weist (18.Jh).
Der Heilige war auf seiner Pilgerschaft nach Rom bei der Pflege von Pestkranken selbst krank geworden. Ein Engel pflegte ihn in einer Höhle, ein Hund brachte ihm Nahrung.


K
reuzweg-Stationsbilder

An den Wänden des Langhauses hängen die 60 x 49 cm großen Kreuzwegbilder der 14 Stationen. Sie wurden 1874 von Ludwig Hack aus Dorfen gemalt. Die 9.Station ist signiert. Die Bilder wurden von Prälat Delagera zugebracht
Hinweis: Seinen Ursprung hat der Kreuzweg übrigens im Brauch der Pilger, bei Wallfahrten nach Jerusalem den Leidensweg Jesu nachzugehen. Wenn Sie mehr über die Geschichte des Kreuzwegs und seine Darstellungen in Kirchen des Landkreises erfahren wollen, klicken Sie hier...

 


K
irchenbänke
 
Die Kirchenbänke (10 Reihen links, 14 Reihen rechts) haben außergewöhnlich kunstvoll geschnitzte Wangen. Die Wangen wurden erst 1912 im Stil des Neurokoko geschnitzt. Dennoch erinnern sie an das Muster der Kirchenstühle von Bergkirchen und 14 anderer Kirchen im Landkreis Dachau, das 1695 entstand und im 18.Jh vielfach verwendet wurde.
Wenn Sie sich für die Wangenmuster in den übrigen Kirchen des Landkreises Dachau interessieren, klicken Sie hier...
  Hinweis: Schon vom Frühchristentum an bis in die neueste Zeit hinein knieten und saßen die Kirchenbesucher in den Kirchenbänken nach Geschlechtern getrennt. Damit sollte im Gotteshaus eine zu große "sündige" körperliche Nähe zwischen Männern und Frauen verhindert werden. Dies war in allen drei Hauptkonfessionen (Kath., Evang., Orthodox) so. In katholischen Kirchen sitzen gewöhnlich die Männer rechts und die Frauen links. Einen eindeutigen Grund für diese "Seitenwahl" gibt es nicht. Jedenfalls gilt im traditionellen Raumprogramm der Sakralarchitektur die Epistelseite als Männerseite und die Evangelienseite als Frauenseite. Seit dem letzten Konzil gibt es diese Trennung nicht mehr. Viele Pfarrer propagieren sogar das Gegenteil und bitten Familien, zusammenzubleiben. Dennoch sind auf der Frauenseite nur selten Männer zu finden. Weibliche Kirchenbesucher sind insoweit flexibler. Oft wurden auch die die Patrone der Seitenaltäre nach der Geschlechtszugehörigkeit ausgewählt: Seitenaltäre mit Christus oder einem männlichen Heiligen als Patron sind in der Regel rechts, Marienaltäre dagegen links zu finden. So auch hier in Pellheim.


O
pferstock
An einer der Stützpfeiler der Empore ist noch ein kleinerer, grau lackierter Opferstock aus dem 20.Jh angebracht. Wenn Sie auch andere Opferstöcke aus den Landkreiskirchen sehen möchten, klicken Sie hier...


P
apstbild

In der Nähe der Empore ist ein Bild des heilig gesprochenen Papstes Pius X. angebracht.
  Hinweis: Giuseppe Sarto kam als Sohn eines Bergbauern und Briefträgers zur Welt. 1858 wurde er zum Priester geweiht, 1884 zum Bischof ernannt und 1903 zum Papst gewählt. Pius gilt einerseits als Reformer: Besonderes Anliegen war ihm die Erneuerung des Gottesdienstes; er setzte die gregorianischen Gesänge in der Liturgie wieder ein und befürwortete eine frühe Erstkommunion. Politisch und philosophisch war er aber sehr konservativ. Er verantwortete den "Antimodernisten-
  Eid", eine jährlich zu wiederholende Eidesformel aller katholischer Geistlichen, in der sie den Irrtümern der Moderne abschwören sollten, darunter auch der historisch-kritischen Methode der Bibelauslegung. In Südamerika vermittelte er erfolgreich in Grenzstreitigkeiten; Konflikte gab es aber mit den katholischen Ländern Frankreich, Portugal und Spanien, das 1910 sogar die diplomatischen Beziehungen zum Vatikan abbrach.


Bilder an der Brüstung der Doppelempore

Die Bilder an der Brüstung der Doppelempore stellen Mystiker des Hochmittelalters (Öl auf Leinwand) dar. Sie sollen Anfang des 18.Jh gemalt worden sein. Möglicherweise wurden sie 1875 renoviert; diese Jahreszahl steht auf dem Franziskusgemälde.
oben links:
die hl. Theresia von Avila (1515-1582) erhält vom hl. Geist
die Visionen für ihre Bücher
Mitte - hl. Franziskus von Assisi mit einem geflügelten Kruzifix (1181-1226). Franz sah in einer Vision den Gekreuzigten in Gestalt eines Seraphs, von sechs Seraphenflügeln überhöht und bedeckt; seitdem trug Franziskus, vom Leidenserlebnis Christi durchdrungen, die Wundmale an Händen, Füßen und an der Seite. oben rechts:
hl. Katharina von Siena, die sog. kleine Katharina (1347-1380) mit Kreuz und Lilie in der Hand. Katharina gilt in Italien als "die größte Frau der Kirchengeschichte
unten: links - hl. Ottilie(660-720)
Auf dem Kissen liegen zwei Augen (Ottilie war blind und wurde bei der Taufe sehend).
Mitte - hl. Klara mit einer Monstranz (1193-1253).
Unten das Stifterwappen mit den Buchstaben F und H.
Klara gründete den Orden der Klarissinnen (Franziskaner-innen). Als 1240 die Assisi belagernden Sarazenen schon die Mauer ihres Klosters erstiegen hatten, ließ sich die schwer erkrankte Klara vor die Pforte tragen, hielt die Monstranz in ekstatischem Gebet empor und brachte die davon erschreckten Soldaten dazu, zu fliehen.
rechts - hl.Gertrudis aus Helfta (1256-1302) ist eine der großen Mystikerinnen Deutschlands und trägt den Ehrennamen "die Große".
Die Zisterzienserin übersetzte die hl.Schrift ins Deutsche.
Große Bedeutung hatten ihre Schriften "Legatus divinae pietatis", "Exercitia spiritualia" und "Summa".

Alle an der Emporenbrüstung in Pellheim dargestellten Mystiker waren Ordensleute.



O
rgel

Die Orgel wurde 1878 von Georg Beer aus Erling erbaut. Sie besitzt 14 Register auf zwei Manualen. Der Prospekt ist dreiteilig in den Formen der Neurenaissance gestaltet.

Disposition der Orgel von 1878 (nach Brenninger -Stand 1975-):
I. Manual
(C-g'''): Principal 8', Gamba 8', Großfl 8', Gemshorn 8', Octav 4', Bordunalflöte 4', Soloflöte 2',
                         Mixtur 4fach 1 1/2',                        
II. Manual (C-f'''): Dolciano 8', Viola 8', Lieblich Gedackt 8', Sp 4'
Pedal:      (C-a):  Subbaß 16',OctavBass 8'
Koppeln:
             II-I, I-P, II-P

1874 stand hier eine schon ältere Orgel mit 6 Registern.


W
eihwasserbecken
 
Am Eingang ist unter dem kleinen Vorhaus ein Weihwasserbecken mit Wappen angebracht. Das 17 cm große Wappenschild enthält Gravuren von zwei gekreuzten Beilen, einem Becher und den Zeichen "M", Omega, "5"(?), "H" und "M".

An der Westseite der Kirche, unter der Empore steht ein kleinerer zweiteiliger Beichtstuhl aus hellem Holz. Er stammt aus dem 20.Jh
  Hinweis: Über Jahrhunderte hinweg wurde das Bekenntnis der Sünden offen im Kirchenraum beim Sitz (Kathedra) des Bischofs, später bei dem des Priesters im Altarraum abgelegt. Dieser besonders hervorgehobene Sitz des Beichtvaters war die Ausgangsform des Beichtstuhls. Durch die irisch-schottischen Mönchen wurde die Beichte im 10.Jh privatisiert, d.h., nicht mehr öffentlich abgelegt. Dazu bedurfte es nicht nur einer größeren Zahl von Priestern, sondern auch neuer Einrichtungsgegenstände. Der heutige Beichtstuhl entwickelte sich allerdings erst ab dem 16.Jh. zu einem feststehenden, meist dreiteiligen, mehr oder weniger geschlossenen Beichtgehäuse mit dem Mittelteil für den Priester (in dem der Priester sitzt - deshalb Beichtstuhl) und mit der Trennung von Priester und Beichtenden durch eine Zwischenwand mit Sprechgitter. Die Beichtenden knien abwechselnd in den Seitenteilen. Damit wurden bessere Bedingungen für einen anonymen Vollzug der Beichte geschaffen. In neuerer Zeit bieten sogenannte Beichtzimmer mit ihrer persönlichen Atmosphäre eine räumliche Alternative für Beicht- und Glaubensgespräche. Die Beichte geht auf das Bibelwort "Er hauchte sie an und sprach zu ihnen: Wem Ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem Ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh 20,22) zurück.


Sakristei

Ein 14,5 cm großes bemaltes Glasfenster in der Sakristei enthält das Wappen der Freiherren von Barth, die besonders stark in Pasenbach vertreten waren. In einem Schriftband ist die Jahreszahl 1618 zu lesen.

In einem anderen Fenster wird das Lamm Gottes mit einer Siegesfahne auf dem Buch mit den sieben Siegeln dargestellt.
  Hinweis: Die Darstellung greift ein Thema aus den Geheimen Offenbarungen (Apokalypse, 5,1 ff) der Bibel auf. Darin beschreibt Johannes eine Vision, in der Gott eine Buchrolle mit sieben Siegeln in der Hand hält, die niemand öffnen konnte. Allein der "Löwe aus Judas Stamm und Nachkomme Davids" sei dazu berechtigt. Da kam ein Lamm, das aussah, als ob es geschlachtet worden war und öffnete die Siegel. Die Buchrolle ist das Buch des Lebens, in dem die Namen der Gerechten und der Sünder eingetragen sind und das die Ereignisse enthält, die am Weltende geschehen werden. Das Lamm stellt Jesus dar, der auch der Löwe von Juda und Lamm Gottes genannt wird.
Ein großes Ölgemälde zeigt den hl. Johannes Nepomuk. Der Heilige kniet vor einem Altar mit Kruzifix, beobachtet von Engeln, die auf Wolken lagern oder einen Vorhang zurückziehen. Nepomuk ist in sein typisches Gewand, bestehend aus einem Chorrock und dem Rochett darüber gekleidet. Sein Haupt wird von fünf Sternen umgeben.
Hinweis: Johannes aus Pomuk, "ne Pomuk", war Ende des 14.Jh Generalvikar des Erzbischofs in Prag und machte sich wegen seines energischen Auftretens für die Rechte der Kirche beim König Wenzel unbeliebt. Der ließ ihn am 20. März 1393 gefangen nehmen, foltern, brannte ihn selbst mit Pechfackeln, ließ ihn durch die Straßen schleifen und schließlich in der Moldau ertränken.
  Die Legende berichtet, der eigentliche Grund sei gewesen, dass Johannes, der Beichtvater der Königin war, dem König keine Auskunft über die Sünden seiner Frau gab. Der Fundort der Leiche wurde durch eine Erscheinung von 5 Sternen geoffenbart. Johannes wurde 1729 von Papst Benedikt XIII. heilig gesprochen und war deshalb während der Barock- und Rokokozeit als damals moderner Heiliger häufig abgebildet worden.


Pfarrhof
Pellheim hat einen der ältesten noch erhaltenen Pfarrhöfe des Landkreises. Der heutige Bau wurde in den Jahren 1714-19 von Maurermeister Carl Carlinger errichtet, der auch die Kirche in Oberweilbach gebaut hat. Zimmererarbeiten führten Melchior Purckhardt aus Günding und Andreas Fischer aus Dachau aus. Den Plan erstellte Gregor Glonner, der die Kirchen in Großberghofen, Bogenried und Rudelzhofen errichtet hat.
Schon in der Beschreibung von 1524 wird ein Pfarrhof erwähnt. Das Pfarrhaus und die Ökonomiegebäude bedürften einer Renovierung, heißt es darin. Dies scheint auch bald geschehen zu sein, denn 1560 heißt es: "bei pfarrhof nit mangel". 1738 wird berichtet, das Pfarrhaus und die Ökonomiegebäude seien in gutem baulichen Zustand. 1880 wird schon das heutige Pfarrhaus beschrieben. Es heißt dort, "das Pfarrhaus erbaut 1717 ist massiv und geräumig. Die Ökonomiegebäude wurden 1797 erbaut; sie sind nicht geräumig genug".
Eine Zusammenstellung von Pfarrhöfen im Landkreis finden Sie hier....

Hans Schertl


Lieber Besucher, Sie können sich Bilder aus der Pfarrkirche St.Ursula in Pellheim auch
als Diavortrag anschauen (nur bei eingeschalteter Script-Funktion). Klicken Sie hier....

Quellen:
Joseph von Obernberg, Reisen durch das Königreich Baiern, 1.Theil-Isarkreis, 1816
Jos. Anton Eisenmann, Karl Fried.Hohn, Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern, Band 2, 1832

Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874
Bezold/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, 1893
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.255, 598,791, 917, 1070)
Matthias Seeanner, Die Glocken der Erzdiözese München und Freising, 1913
Josef Scheidl, Die Bevölkerungsentwicklung des Landgerichts Dachau im Laufe früherer Jahrhunderte, 1925 (1632)

Jakob Mois,Geschichtliche Notizen über Kirchen im Landkreis Dachau, ca. 1950, unveröffentlicht (1825)
Max Gruber, Die Dachauer Schloßmaurerfamilie Glonner, Amperbote 1966 (Gregor Glonner)
Kirschbaum, Lexikon der Christlichen Ikonographie, 1968
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Alois Angerpointner, Zur Kirchengeschichte von Pellheim, Dachauer Nachr.v.9.9.1972

Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/3
Wilhelm Störmer, Adelige Eigenkirchen und Adelsgräber - Denkmalpflegerische Aufgaben,1975, ZBLG 38, S.1142-1158 (UrkNr)
Max Gruber, Im Dachauer Land wirkende Bildhauer, Amperland 1982/1
Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2
Anton Landersdorfer, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
Max Gruber, Im Amperland tätige Zimmermeister, Amperland 1986/4
Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, 1990
Robert Böck, Kirchenrechnungen Landgericht Dachau, 1996 (Pfarrhofbau 1716)
Unser Dachauer Land, Beilage zu den Dachauer Nachrichten vom Oktober 1998 (erste Erwähnung, Senfftl)

Pfarrbrief der Pfarrei Pellheim - Weihnachten 2000
Donath Hercsik, Die Grundlagen unseres Glaubens, 2005 (Typologie)
Vier Pfarreien verbünden sich, Dachauer Nachrichten vom 20.7.2011
Eckart Bieger, Das Bilderlexikon der christlichen Symbole, 2011 (Tabernakelengel, braun)

104 Bilder: Hans Schertl

31.12.2011


Die Pfarrer der Pfarrei Pellheim
von Alois Angerpointner

Die Reihe der Pfarrer (series parochorum) leitet 1430 "Her Perchtold" ein; 1463 wird hier "Hanns Fabri" als Pfarrer genannt. 1518/19 wird Pfarrer Jakob Rudolph aufgeführt, der sich einen Vikar in der Person des Josef Kaundl hält. Es folgt ihm Leonhard Engelhartzhover, der als Kirchenrektor bezeichnet wird (Kirchherr); dieser war vorher Pfarrer von Oberroth (seit 1518) gewesen. Ihm zur Seite stand Johannes Hörl als Vikar. Von 1555 bis 1600, also 45 Jahre lang, war Andreas Peischl Pfarrer und zuletzt auch Dekan des Kuralkapitels Dachau. Er starb am 13. 10. 1600. Sein sehr gut erhaltener Grabstein befindet sich an der Außenmauer der Pfarrkirche. - Ein Salbuch aus jener Zeit ist noch im Pfarramt vorhanden, das der Pfarrer A. Peischl begonnen hat. - Ihm folgt mit einer kurzen Amtsperiode von 1601-1606 Pfarrer Stephan Kalthmyller. Pfarrer Nikolaus Pabst bleibt von 1607 bis 1648 zu Pellheim, der die ganzen Schrecken des 30jährigen Krieges in Pellheim mitmachen und miterleben muss. 1621 wird er als Dekan des Dekanates Dachau eigens erwähnt. Hier wird er Nikolaus Fast genannt, sodass er dem bekannten Geschlecht Fast zugeordnet werden könnte. - Noch 1647 flieht er nach München und bleibt dort 20 Wochen. Er starb zu Pellheim am 21. Dezember 1648. Die beiden nächsten Pfarrherren sind nur kurz in Pellheim tätig gewesen: Pfarrer Georg Eberle von 1649-1653, Pfarrer Georg Faber von 1653-1656; dieser starb am 17. 11. 1656 zu Pellheim; sein schlichter Grabstein ist noch in der inneren Nordwand der Kirche erhalten. Der ehemalige Frühmeßbenefiziat zu Dachau von 1649-1656, der schon vorher in Pellheim manchmal ausgeholfen hatte, wurde nun Pfarrer von Pellheim und war hier von 1656-1668: Pfarrer Johannes Praidnaicher, der aus der Erzdiözese Salzburg stammte.

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