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Filialkirche St. Antonius in OBERHANDENZHOFEN

 
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Kurzbeschreibung

Oberhandenzhofen wurde 820 als Anthadeshusir mit einer Kirche genannt. Der Priester Nasolt schenkte damals die Kirche -als Vermächtnis seines Oheims, des Priesters Isaak- dem Bistum Freising.  In den frühen Matrikeln des Bistums Freising von 1315 und 1524 wird Oberhandenzhofen aber nicht erwähnt.

Die Filialkirche der Pfarrei Welshofen ist dem hl. Antonius geweiht. Sein Bild ist auch in einem großen Gemälde auf der Ostseite der Außenwand zu sehen. 

Die dreijochige Kirche wurde 1683 erbaut. Sie liegt leicht erhöht am Dorfrand. Der nicht eingezogene Chor schließt in drei Seiten. Vier ovale Barockfenster geben dem Raum Licht.
Der Turm kragt aus der Westmauer hervor. Er ist bis über den Dachfirst des Langhauses hinaus quadratisch,darüber achteckig

mit vier Schallfenstern und einer großen Zwiebel mit aufgesetzter Laterne

Im Turm hängen zwei Glocken. Eine kam 1803 aus dem aufgelösten Kloster Taxa nach Oberhandenzhofen. Sie wurde im Jahr 1704 von Johann Mathias Langenecker aus München gegossen.

   Inschrift über dem Altar: 
"Suchst du Wundertaten, gehe zu Antonius!"
1694

Die letzten Renovierungen wurden in den Jahren 1890, 1955 und 1977 durchgeführt.

Innenausstattung

Die Kirche besitzt ein flaches Tonnengewölbe mit Stichkappen; die Decke ist mit zartem Stuckwerk verziert.

Mehrere Fresken im Altarraum stellen Szenen aus dem Leben des Kirchenpatrons St.Antonius dar.

Mittelpunkt des barocken Choraltars ist ein Antoniusbild. Dem mit ausgebreiteten Händen betenden Antonius erscheint das Jesuskind.  
Neben den gedrehten Säulen stehen zwei Assistenzfiguren auf ausladenden Postamenten.
Die linke Figur stellt den an einen Baum gebundenen und von Pfeilen durchbohrten hl. Sebastian, die rechte den hl. Rochus im Pilgergewand mit Beinwunde dar.

An der nördlichen Seitenwand steht in einer Nische eine gotische Muttergottesfigur in neuer Fassung.

zur Vergrößerung  der Figur des hl. Nikolaus  bitte klickenzur Vergrößerung  des Altarbildes bitte klickenzur Vergrößerung  der Figur des hl. Michael  bitte klickenzur Vergrößerung  der Figur des hl. Stephanus  bitte klicken

MuttergottesfigurHochaltarbild

Die Apostelkreuze bestehen aus einfachen Schmiedeeisen-Ranken vor an die Wand gemalten Kreuzen. Auf den Leuchtern stecken Antoniuskerzen.

In einer Wandnische hängen noch einige Votivtafeln.

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Ausführliche Beschreibung
mit ikonographischen und kunsthistorischen
Hinweisen

Geschichte der Filialkirche

Oberhandenzhofen soll schon im Jahr 820 schriftlich als Anthadeshusir mit einer Kirche erwähnt worden sein. Der Priester Asolt schenkte damals -als Vermächtnis seines Oheims, des Priesters Isaak- die Kirche  dem Bistum Freising.  
Mit den mir vorliegenden Urkunden vom 20.Juli 820 und vom 30.Dezember 821 erneuerte Asolt seine Schenkung; darin ist jedoch eine Kirche als Gegenstand der Schenkung nicht aufgeführt.

In den frühen Matrikeln des Bistums Freising von 1315 und 1524 wird Oberhandenzhofen aber nicht erwähnt. Möglicherweise handelte es sich bei dem Gotteshaus des Jahres 820 nur um eine kleine Holzkapelle.

Neubau 1683
Nach einem Bericht des Pfarrvikars von Welshofen, Thomas Wöstermair an das Freisinger Ordinariat vom 4.Februar 1676 hatte der Austrägler Sebastian Golnhofer schon vor 1632 eine Kapelle erbaut und vor seinem Tod dieser Kapelle einen Acker von 1/3 Hektar gestiftet. Weiter schreibt Wöstermair, dass das Pflegamt Dachau nun (also um das Jahr 1676) mit zwei Kirchenpflegern die angefallenen Baumaßnahmen abgerechnet hat. Außerdem hatte man einen Tragaltar in die Kirche gebracht und das Ordinariat sollte die Erlaubnis erteilen, dass darauf Messen gefeiert werden dürfen.
  (Originaltext: "Sebastian Golnhofer, gewester Baur zu Oberhändenzhouen, Landgerichts Tachau... schon vor dem ersten Schwedischen Einfall und Krieg ein Capellen zu Ehren des H.H. Antonij de Padua und Sebastiani Martyris aufmauren und bauen lassen, auch zu ainer wenigen Dotation vor 11 Jahren ehe seines ableibens ein Juchart aigen ackhers, so in dem orthouver feldt ligt,... erwendter Capellen giltbar gemacht. Zemahlen sich nun das Churfürstliche Pflegambt Tachau dieser Capellen angenommen und nach beschechner abstattung der befundtnen Paufelligkeiten vor anheur die Erste rechnung verfaßt, zwen Zechbröbst hieryber bestellt und alles zur richtigkheit gebracht, auch ein neuer altar dahin verordnet ist worden").
Das Bistum begnügte sich mit den Erkenntnissen des Pflegamts nicht und beauftragte den Dekan Philipp Benno Amman von Aufkirchen, die Kapelle zu besichtigen und Bericht zu erstatten. Am 22.Februar 1676 stellte er ein positives Gutachten aus in dem er bemerkte, dass "das erwendte (erwähnte) Capellen gar wohl sauber, und genuegsam verwahrt, erpauet seye, auch sonsten ser bequemb gelegen denen Umbligendten ihr geschöpfete andacht zu verrichten". Daraufhin gestattete die kirchliche Behörde am 24.Februar 1676, dass einmal wöchentlich "am Erchtag" (= Dienstag), sowie an den Festen der heiligen Antonius und Sebastian, zunächst ein Jahr lang, in der Kirche zelebriert werden dürfe.
Ein Jahr später, am 18.Februar 1677, erneuerte Wöstermair sein Gesuch und bat, außer am Erchtag noch an einem weiteren Werktag zelebrieren zu dürfen, was auch gestattet wurde (für 3 Jahre auch Freitag).
1680 war der nächste Antrag fällig. Der Pfarrer begründete ihn damit, dass in diesen "gefehrlichen Contagionszeiten" nicht nur die Oberhandenzhofener, sondern auch die Bewohner umliegender Ortschaften ganz eifrig die Messen besuchten, insbesondere des hl.Antonius wegen. Offenbar bedrohten damals Seuchen und Krankheiten die Menschen unserer Gegend.

Noch war die Kapelle nicht konsekriert, denn das kostete Geld. Als die nötigen Mittel beschafft waren, konnte die Kapelle am 2.August 1683 durch Weihbischof Juda Thaddäus Schmid geweiht werden.
Die Finanzierung beschäftigte die Oberhandenzhofener noch ein paar Jahre, auf jeden Fall noch bis 1688. Dies entnehmen wir den Aufzeichnungen für das Kirchenbaudarlehen.
Wenn Kirchen nach dem 30jährigen Krieg neu gebaut oder aufwändig renoviert worden sind, war es üblich, dass das Pflegamt Dachau zinslose Darlehen vermittelte. Diese Darlehen mussten die übrigen Pfarreien aufbringen. So erfahren wir manchmal aus Kirchenrechnungen anderer Pfarreien, wann in einer Kirche eine Baumaßnahme durchgeführt wurde.
In der Kirchenrechnung von Bergkirchen ist ein Betrag der Pfarrei zum Neubau der "Antoniuskapelle Oberhandenzhofen" im Jahr 1688 enthalten. Dort sind auch die Gesamtkosten des Neubaus in Höhe von 300 Gulden genannt.
1730 hat Oberhandenzhofen übrigens selbst ein zinsloses Darlehen von 85 Gulden gegeben.
Die Ausstattung der Kirche nahm noch einige Zeit in Anspruch. Der Stuck und der Hochaltar stammen jedenfalls aus dem Jahr 1694; ein entsprechendes Datum im Altarauszug weist darauf hin.

Schmidt'sche Matrikel 1738/40
In den Jahren 1738/40, hatte der Freisinger Kanonikus (Domherr) Schmidt alle Pfarreien der Diözese Freising besucht und in der nach ihm benannten Matrikel (Schmidt'sche Matrikel) auch die Filialkirchen kurz beschrieben. Zur "Ecclesia filialis s.Antonii in Hanshoffen" der Pfarrei Welshofen bemerkte er, die Kirche sei ein reizender Bau mit einem Altar, der dem hl.Antonius von Padua geweiht sei. Gottesdienste fänden hier am Patrozinium (13.6.), am Stephanitag (26.12.) und am Kirchweihfest, das am Sonntag nach Jakobi (25.Juli) gefeiert werde. Ein Friedhof war auch 1738 nicht vorhanden. Im Turm hingen zwei geweihte Glocken. Die Einnahmen der Kirche verwalteten der Pfarrer von Welshofen und der Landpfleger von Dachau. Der Bericht endet mit dem einzigen Satz in deutscher Sprache: "Das Vermögen dises Gottshauses hat letzthin 243 fl. (=Gulden) 6 kr. (=Kreuzer) ausgemacht". Das war auch für eine kleine Kirche kein hoher Betrag.

Beschreibung 1884
In der Statistischen Beschreibung des Erzbistums München und Freising von Anton Mayer und Georg Westermayer aus den Jahren 1870 bis 1884 ist im Kapitel über die Pfarrei Welshofen als Nebenkirche auch St.Antonius in Oberhandenzhofen enthalten. Im Dorf selbst wohnten 39 Seelen (in 5 Häusern). Die Wege zur 2 km entfernten Pfarrkirche seien meist nicht gut, weil sie aus Lehmboden bestünden, schreibt Westermayer. Und weiter über die Kirche: "Erbauungjahr unbekannt. Ohne ausgeprägten Baustyl. Baupflicht hat die Kirche. Kuppelthurm mit Laterne. 2 Glocken. 1 Altar. Stiftungen: 1 Jahrtag, 1 Jahrmesse. Den Meßner- und Cantorendienst versieht der Pfarrmeßner. Kirchenvermögen: 750 Mark".

Baubeschreibung

Die dreijochige Kirche (Filialkirche der Pfarrei Welshofen) liegt leicht erhöht am Dorfrand. Der nicht eingezogene Chor schließt in drei Seiten eines Achtecks. Drei ovale Barockfenster auf der Südseite und ein weiteres auf der Nordseite geben dem Raum Licht (Antikglas mit Sechseckverbleiung). Über dem Eingangsportal auf der Südseite ist eine kleine Sonnenuhr aufgemalt.
Die Sakristei mit Schleppdach ist an die Nordseite des Chores angebaut. Sie wird von einem Kreuzgratgewölbe überdeckt und durch zwei ovale Fensterchen (Okuli) erhellt.

Der Turm kragt aus der Westmauer hervor. Er ist bis über den Dachfirst des Langhauses hinaus quadratisch, darüber achteckig. Im unteren Bereich hat er zwei kreuzförmige Luken, darüber vier Schallfenster und Blendfelder. Gekrönt ist er mit einer großen Zwiebel mit aufgesetzter Laterne aus Kupfer. Am Zugang zum Turmuntergeschoss befindet sich eine Türe mit Bemalungsresten eines großen, stehenden Antonius (auf der Turmseite).
Im Turm hängen zwei Glocken. Eine davon stammt aus dem 1803 im Zuge der Säkularisation aufgelösten und dann abgerissenen Kloster Taxa; sie wurde im Jahr 1704 von Johann Mathias Langenecker aus München gegossen.

Die Filialkirche der Pfarrei Welshofen ist dem hl. Antonius geweiht. Sein Bild ist auch in einem großen Gemälde auf der Ostseite der Außenwand zu sehen. Das Bild wurde im 20.Jh. gemalt.
Ein altes geschnitztes Bild des hl. Johannes des Täufers, das man zur Kirchweih zum Opferteller stellte, lässt vermuten, dass dieser Heilige früher Kirchenpatron war.
Die letzten Renovierungen wurden in den Jahren 1890, 1955 und 1977 durchgeführt.


Innenausstattung


Altarraum

Die Kirche besitzt ein flaches Tonnengewölbe mit Stichkappen und ist durch Pilaster sowie durch ein umlaufendes Gesims gegliedert. Die Decke ist mit einfachem, zartem Stuckwerk von 1689 verziert. die Stichkappen sind mit Blattstäben gerahmt, die Mittelfelder enthalten Blüten und Puttenköpfchen sowie Draperien mit Quasten.

Der Altarraum ist nicht eingezogen. Den Übergang zum Kirchenschiff markiert ein Wandpfeiler.

Wandgemälde

In den halbkreisförmigen Bogenfeldern links und rechts über dem Hochaltar und an der Westseite über dem Eingang sind fünf Fresken mit Legenden des hl.Antonius zu sehen. Sie dürften um 1689 geschaffen und später übermalt worden sein.

Das Gemälde im Westjoch gegenüber dem Eingang zeigt den Heiligen mit einem Franziskanerbruder vor einem Haus. Dort steht auch eine Frau mit Kind.
Ein weiteres Gemälde -über dem Portal- weist auf eine Wundertat des hl.Antonius hin: Um einen Ungläubigen zu bekehren, zeigte Antonius einem Esel, der drei Tage nichts zu fressen bekommen hatte, die Monstranz. Das Tier fällt vor der Hostie nieder, anstatt sie zu fressen.  

Über dem Zugang zur Sakristei kniet im Bild der hl.Antonius vor einem Tisch, während ihn ein Teufel von hinten umfassen will. Oben wird die Erscheinung von Maria mit Kind gezeigt, von der Gnadenstrahlen herabreichen.
 
Links über dem Choraltar wird die Auferstehung von den Toten dargestellt. Die Gräber öffnen sich, die Toten steigen heraus. In den Wolken erscheint der hl. Antonius mit Lilie und schickt Gnadenstrahlen zu den Auferstandenen.
Links über dem Choraltar sehen wir vor dem Hintergrund einer Stadt ein kniendes Paar mit Rosenkränzen. Daneben stehen eine Geldtruhe und zwei Rinder. Von links kommt ein Mann mit einer Kette herbei. Oben in den Wolken St.Antonius, der Gnadenstrahlen herabschickt.  

An der Wand hinter dem Altar enthält eine Kartusche die Jahreszahlen "MCLXXXIX" (1689) und "1977".

Choraltar

Der Altar wurde 1684 angeschafft, später aber wohl verändert. Das Retabel hat die Grundfarbe schwarz, ist mit roter und grauer Farbe marmoriert und golden verziert. Die Stipes, der Altartisch, ist gemauert; das Antependium mit marmoriertem Holz verkleidet. Nach oben ist der Altar durch Segmentgiebel mit seitlich sitzenden Engeln abgeschlossen.
Mittelpunkt des Altars ist ein rechteckiges, 115 x 80 cm großes Ölbild (auf Leinwand). Dem mit ausgebreiteten Händen betenden Antonius erscheint das Jesuskind und überreicht ihm eine Lilie. Seit dem Mittelalter gelten weiße Lilien als Symbol für Reinheit und Keuschheit. In der Hand Josefs soll diese Blume letztendlich besagen, dass Josef eine nach ihm benannte "Josefsehe" führte und er deshalb nicht der natürliche Vater Jesu gewesen sein kann.
Über dem Bild eine Kartusche mit dem vom Kirchenlehrer St.Bonaventura (1221-1274) überlieferten Satz "Si quaeris miracula St.Antonum in voca MDCXCIV (Suchst du Wundertaten, gehe zu Antonius 1694)"  
Die Predella enthält Säulensockel mit Felderungen und eine Leuchterbank.
  Hinweis: Antonius lebte im 13.Jh und war ein begnadeter Redner, der sich gegen die damaligen Häretiker (Katharer, Albigenser und Waldenser) wandte. Seine Fastenpredigten in Padua 1231 hatten einen sensationellen Erfolg, denn die ganze Region schien danach wie umgewandelt: Schulden wurden erlassen, zerstrittene Familien versöhnten sich, Diebe gaben das gestohlene Gut zurück, unrechtmäßige und überhöhte Zinsen wurden den Schuldnern zurückerstattet. Bis heute gilt in Italien ein damals erlassenes Gesetz, dass niemand mit seinem Leben und seiner Freiheit für eine Schuld haften solle, sondern nur mit seinem Eigentum. Antonius wird als Hilfe zum Wiederauffinden verlorener Gegenstände angerufen und gilt deshalb als "Patron der Schlamperer". Dies geht auf zwei Legenden zurück: Als ihm ein Manuskript gestohlen worden war, betete er so lange, bis der Dieb damit zurückkehrte. Schöner ist die zweite Legende, nach der er einem Geizhals half sein Herz zu suchen und es in einer Geldtruhe fand. Die Darstellung mit dem Jesuskind auf seinem Arm ist bei uns erst seit dem 17.Jh verbreitet; sie verweist auf eine seiner Visionen, die er beim Bibellesen hatte

Neben den gedrehten Säulen stehen zwei Assistenzfiguren auf ausladenden Konsolen mit Ohrmuschelornamentik und unter verschlungenen Pflanzenwedeln.

Die linke Figur stellt den an einen Baum gebundenen und von Pfeilen durchbohrten hl. Sebastian dar.
Hinweis:Sebastian soll nach der Legende im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde gewesen sein. Auf Befehl des Kaisers Diokletian wurde er wegen seines Glaubens mit Pfeilen durchschossen. Er erholte sich aber durch die Pflege von St.Irene, der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein. Der heilige Sebastian wird deshalb als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron der Schützenbruderschaften verehrt. Gedenktag: 20.Januar

Rechts ist der hl.Rochus im Pilgergewand zu sehen.
  Hinweis:Rochus (1295-1327) trat in den Dritten Orden der Franziskaner ein und begab sich auf Pilgerfahrt nach Rom; unterwegs half er bei der Pflege von Pestkranken. Er wurde selbst pestkrank (Pestbeule am Oberschenkel), zog sich in eine Hütte im Wald zurück. Dort pflegte ihn ein Engel und ein Hund brachte ihm Brot, bis er genesen war und heimkehren konnte. Daheim wurde er für einen Spion gehalten und bis zu seinem Tod eingekerkert. Rochus wird in einigen Gegenden zu den 14 Nothelfern (zuständig für Bein- und Knieleiden) gerechnet. Gedenktag: 16.August

Auf der Rückseite des Altars ist mit Bleistift vermerkt:
"Renoviert 1.Juli 1955, hermann Huber, Malermeister Richard Huber, Kunstmaler, Thomas Fischer, Vergolder, Dachau Freisingerstr. 46" und
"Arno Pflaster 1890, Lorenz Müller, Walter Widman, Ostermeir Reiner...."


Die Türe zur Sakristei besitzt ein schönes barockes Riegelschloss mit Beschlägen aus der Zeit um 1700.

 

Die Apostelkreuze bestehen aus einfachen Schmiedeeisen-Ranken vor an die Wand gemalten Kreuzen. Auf den Leuchtern stecken Antoniuskerzen.

Muttergottesfigur im Kirchenschiff
An der nördlichen Seitenwand steht in einer Nische eine gotische Muttergottesfigur in neuer Fassung. Maria trägt das Kind auf ihrem linken Arm. In der Rechten hält sie einen Apfel, nach dem das nackte Kind spielerisch greift.

Votivtafeln

In einer Wandnische war früher der Platz für viele Votivtafeln. Sie zeigten, dass in Oberhandenzhofen schon vor 300 Jahren eine kleine Antoniuswallfahrt bestand. Die Votivtafeln sind jetzt in den Heimatmuseen untergebracht. Hier drei Beispiele:

 
 

Ex Voto 1792
Dargestellt wird eine
Erscheinung
des hl. Antonius
zwischen Engeln

Ex Voto 1757
Links eine Frau im Bett,
rechts kniet ein Bittender
mit Kreuz und Rosenkranz.
Darüber St.Antonius auf
Gewölk.
Ex Voto 1718
Links knien Bittsteller, eine Mutter mit Kind, mit Rosenkränzen. Rechts ist eine Kirche abgebildet mit St.Antonius im Gewölk darüber.
Text: Allher hat sich verlobt mit ihrem Kindt die dugendsame Matalena Fränztin Wirtin von Arnpach - so ist durch Forpit des h.Antdoni erhert worten.


An der Westseite (Rückwand des Kirchenschiffs) hängt ein Kruzifix aus dem 18.Jh mit Engelsköpfchen an den oberen Kreuzbalkenenden.

Im Jahr 1884 besaß die Kirche ein "uraltes geschnitztes Bild des hl.Johannes des Täufers, das man in der Kirchweihe zum Opferteller zu stellen pflegte". Mayer/Westermayer vermuteten deshalb, daß dieser Heilige früher Patron der Kirche war.

Die Eingangstüre an der Südseite stammt aus dem 19.Jh.

Hans Schertl

Quellen:
Dr.Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50

Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1880
Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr.439,454, 486)
Heimatbuch des Landkreises und der Stadt Dachau, 1971
Max Gruber, Im Amperland tätige Glockengießer, Amperland 1984/2
Robert Böck, Kirchenrechnungen Landgericht Dachau, 1996 (1630, 1640)
Jakob Mois, unveröffentlichte Notizen (Neubau 1683)
14 Bilder: Alfred Bayer (5), Hans Schertl (9)

Kirchen und Kapellen im Landkreis Dachau - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

22.1.2010