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Kapelle St.Maria und Josef (Ludlkapelle) in KARLSFELD

Eingangstür
Adresse: 85757 Karlsfeld, Münchner Straße 156
Lage der Kirche auf der Landkarte ...


Beschreibung

Die Ludl-Kapelle wurde 1900 als Andachts- und Feldkapelle an der heute viel befahrenen Münchner Straße vom Ehepaar Ignaz und Anna Ludl erbaut. Zwischen Planung und Einweihung vergingen nur 6 Monate.
Patronin war zumindest damals die hl.Anna, die Namenspatronin der Ehefrau. Frau Ludl war auch die treibende Kraft für den Bau der Kapelle. Sie hatte sich schon immer eine Familienkapelle gewünscht, erlebte aber deren Einweihung am 29.Juli 1900 nicht mehr.
Aus den Unterlagen geht hervor, dass "die Kapelle dem allgemeinen Besuche, insbesondere aber für die Bewohner der Ortschaft Karlsfeld zugänglich sein soll, dass aber in dieser Kapelle keine Gottesdienste abgehalten werden".

Erst 1924 wurden regelmäßige Gottesdienste zugelassen und von dem in Augustenfeld lebenden Professor Göttler in 14tägigem Rhythmus gelesen. Diese Regelung hielt bis 1935.
Dann übernahmen Mönche des Franziskanerklosters in München den Gottesdienst alle zwei Wochen.
Als im Jahr 1939 der damals für Karlsfeld zuständigen Pfarrei Feldmoching ein zweiter Kaplan zugewiesen wurde, fand in der Ludlkapelle jeden Sonn- und Feiertag ein Gottesdienst statt.

Die Kapelle ist im neugotischen Baustil der damaligen Zeit erbaut. Sie ist 9 Meter lang, 5 Meter breit und über 8 Meter hoch. Sechs spitzbogige Fenster geben dem Raum Licht.

Auf dem Altar stand eine Madonnenfigur, die ein Vorfahre der Familie Ludl bei der Säkularisation 1803 um nur 14 Kreuzer aus dem Kirchenschatz des Thierhauptener Klosters ersteigert hatte. Damals wurden Kunstwerke geradezu verschleudert. Assistenzfiguren standen Statuen der Heiligen Anna, der Mutter Marias und des hl.Ignatius von Loyola (1491-1556), dem Gründer des Jesuitenordens, am Altar.

Im Inneren standen 7 Reihen von Kirchenbänken.
Der schmale Dachreiter mit dem offenen Glockengestühl wird durch eine verzierte Eisenstange von hinten gestützt.

Bemerkenswert ist die alte Kirchentüre mit den kunstvoll verzierten Beschlägen.

Die unter Denkmalschutz stehende Kapelle ist sanierungsbedürftig. Seit vielen Jahren kann sie nicht mehr benutzt werden.
Die beiden Eigentümer, Nachfahren der Kapellenerbauer, führen Stück für Stück die Renovierung durch.

weitere Einzelheiten siehe Website der Gemeinde Karlsfeld

Hans Schertl

Quellen:
Caroline Schrank, Karlsfeld, ehemalige Mooskolonie seit 1802, 1984
Liebhart/Pölsterl, Die Gemeinden des Landkreises Dachau, Bd. 2 der Kulturgeschichte des Dachauer Landes, 1991

www.karlsfeld.de/docs/kirchen/ludl.htm
Dachauer SZ vom 9.9.2002
Katrin Woitsch, Dachauer Nachrichten vom 29./30.Januar 2011
Die Kirche, in der die Zeit still steht, Beilage zu den Dachauer Nachrichten vom Juni 2011
Bilder: Hans Schertl (3)

Kirchen und Kapellen im Landkreis Dachau - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

28.6.2011