zur Landkreiskarte      ausführliche Beschreibg        Kirchen i.d.Marktgem. Altomünster


Klosterkirche St.Alto und St.Birgitta in ALTOMÜNSTER


...mehr über den  hl.Alto und die hl.Birgitta

Lage der Kirche auf der Landkarte


Kurzbeschreibung

(Wenn Sie auf die nachstehenden Begriffe in in blauer Textfarbe klicken,
kommen Sie punktgenau zur ausführlichen Beschreibung dieser Räume
oder Einrichtungsgegenstände)

Die Geschichte des Ortes Altomünster ist eng mit dem Kloster Altomünster verknüpft. Schon der Name leitet sich vom hl.Alto und der früh. Bezeichnung für Kloster (= Münster) ab. Um 740 -nach neueren Forschungen eher in der 2.Hälfte des 8.Jh - soll der hl. Alto hier ein Kloster errichtet haben. Nach der Zerstörung durch die Ungarn wurde es im 10.Jh als Benediktinerkloster wieder aufgebaut, zunächst als Mönchskloster, ab 1056 als Nonnenkloster. 1496 schenkte es Herzog Georg d.Reiche dem Birgittenorden, der es 1497 als Doppelkloster in Besitz nahm.

Doppelkloster
Der Frauenkonvent (Nordteil des Klosters) residierte in Gebäuden, die um 1490 und um 1590 errichtet wurden.
Der Bau des Männerkonvents (Süden) entstand erst in den Jahren 1723-1726.
Die Kirche nutzten die Mönche u. Nonnen miteinander, aber auf verschiedenen Ebenen. Die Mönche im ersten Stock, die Nonnen im zweiten Stock.
Bei der Säkularisation des Jahres 1803 wurde das Herrenkloster verkauft; das Frauenkloster wurde 1841 wieder eröffnet. Seither ist das einzige Birgittenkloster Deutschlands ein reines Nonnenkloster.

In spätromanischer Zeit war an der Stelle der heutigen Kirche eine dreischiffige Basilika ohne Querhaus von 48 Metern Länge und einer Gesamtbreite von 14 Metern errichtet worden. Der Altarraum lag wegen des ansteigenden Geländes um fast 3 Metern höher als das Kirchenschiff. Auf einem Bild aus dem Jahr 1653 macht es einen schmalen, hochschultrigen Eindruck.


Wappen am Chorbogen

Bau der heutige Kirche 1763-1766
Die heutige Kirche wurde von dem berühmten Baumeister Johann Michael Fischer errichtet,
der im Landkreis Dachau auch beim Bau der Kirchen in Sigmertshausen und Bergkirchen beteiligt war. Vom romanischen Vorgängerbau übernahm er die Fundamente des Turmes, Teile der Außenmauern und den Chor, der schon 1617 errichtet worden war.
Der fast 60 m lange Kirchenraum, einer der letzten Rokokobauten, beeindruckt wegen der interessante Raumperspektiven, die sich durch die Anordnung der vier kunstvoll hintereinander gelagerten Innenräume ergeben:

ausführliche Beschreibung per Mouseklick Beichtraum Hauptraum Altarraum Herrenchor
- Hauptraum
   Der große achteckige Laienraum (Hauptraum/Kirchenschiff) mit über 18 m hoher
   Flachkuppel und Emporen, ist praktisch die Pfarrkirche.
- Beichtraum
   Im Anschluss an den Hauptraum folgt ein kleinerer achteckiger Raum, der
   sog.Beichtraum,
- Nonnenchor
  der Nonnenchor liegt über dem Beichtraum. Er ist für die Nonnen reserviert.
- Altarraum
   Im Altarraum steht der Altar für die Gottesdienst, die für die Laien gehalten wurden
- Herrenchor
   Der Herrenchor war für die Mönche reserviert. Er liegt hinter dem Altarraum, aber ein
   Stockwerk höher. Drei seiner vier Altäre blicken nach Westen zu den Gläubigen
   herunter. Für Besucher scheint er den Abschluss des Kirchenraums zu bilden.   
   Der vierte Altar ist nach Osten gerichtet und weder von den Gläubigen, noch von
   den Nonnen einzusehen.
Vom Nonnen- wie vom Mönchschor gehen Umgänge um die ganze Kirche, auf denen die Ordensleute an Sonn- und Feiertagen Prozessionen hielten, ohne dass sich die Wege der Mönche und Nonnen je kreuzen konnten.

Kunsthistorische Bewertungen

a) Die komplizierte Doppelnutzung der Kirche bewog den bekannten Kunstschriftsteller Wilhelm Hausenstein (1882-1957) zu
    seiner Aussage: "Die Kirche ist das Merkwürdigste, was ich im Barock an Vielfältigkeit der Gliederung erlebt habe".
b) In seinem Aufsatz "Eine der seltsamsten Alterswerke der Weltgeschichte der Architektur" schrieb 1966 Architekt Lieb:    
  "Grabgesang des Barock und ingeniöse Vorschau, getan in einem Motivmusterhaus, mit einem Auswahlangebot von Stimmungen, bei Hintritt zu Nüchternheit und Volkstümlichkeit. Und man erfährt, daß Sacrales nunmehr in die Region der Romantik gerät,ein Traum wird, Hinwendung bedeutet zu einem fernen Licht"
c) Auch andere Kunsthistoriker zählen die Klosterkirche von Altomünster zu den schönsten Rokoko-
    Gotteshäusern in Bayern
und stellen sie gleichwertig neben die Kirchen in der Wies, in Rott am Inn und
    in Ottobeuren.


Stilistisch steht die Kirche von Altomünster am Übergang des Rokoko zum Klassizismus; wobei der Rokokostil zwar dominiert, aber mit vielen klassizistischen Motiven durchsetzt ist.

Kirchturm
Den schlanken, reich gegliederten Fassadenturm auf der Westseite über dem Eingang hat König Ludwig I. (1825-1848) als den schönsten Turm in seinem Königreich! bezeichnet. Er wurde auch als "Meisterwerk von Poesie und Kunst" beschrieben.

Über die Glocken und das Glockenspiel erfahren Sie hier mehr...
Sie können sich die Glocken und das Glockenspiel auch anhören: klicken Sie hier...

In der Kirche unter dem Seitenaltar entspringt die echte Alto-Quelle, die den Marktbrunnen speist.


Pfarrverband

Die Pfarr- und Klosterkirche St. Alto und St.Birgitta gehört seit jeher zur Diözese München-Freising, obwohl die umliegenden Orte bereits zur Diözese Augsburg zählen. Folgende Orte gehören zur Pfarrei Altomünster:
Breitenau, Erlach, Halmsried, Hohenried, Humersberg, Hutgraben, Obererlach, Oberndorf, Oberzeitlbach, Ottmarshausen, Plixenried, Radenzhofen, Röckersberg, Ruppertskirchen, Schauerschorn, Sengenried, Stumpfenbach, Übelmanna, Unterzeitlbach.
Die Pfarrei bildet seit 2007 mit den Pfarreien Wollomoos und Sielenbach einen Pfarrverband.



Was noch interessiert...

Die Gottesdienstordnung finden sie hier...
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Öffungszeiten
Die Kirche ist an Sonntagen ganz und sonst zu den Gottesdienstzeiten geöffnet. In der übrigen Zeit kann man das Innere durch ein Abschlussgitter bewundern. Kostenlose Führungen finden an jedem Sonntag um 14.00 Uhr statt. An Markttagen (Palmsonntag, Pfingstmontag, Magdalenenmarkt, Kirchweihmarkt) werden zwei Führungen, um 13 Uhr und 14 Uhr, gehalten.
Weitere Führungen nach Terminabsprache unter Telefon-Nr. 08254/8235.

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360-Grad-Foto

     - Der Künstler Max van Allen hat vom Hauptraum der Kirche ein schönes HDR/360-Grad-Foto gemacht und bei Google+
       im Internet veröffentlicht. Wenn Sie es sich anschauen möchten, klicken Sie hier...
     - Ein weiteres Foto zeigt die Treppen des "Finsteren Gangs", der Kirche,
Kloster und Pfarrhof verbindet. Klicken Sie hier...
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Glockengeläute
Von den Glocken in der Klosterkirche gibt es Audioaufnahmen auf Youtube.
- von der großen Altoglocke als Einzelaufnahme - hier klicken...
- von allen Glocken zusammen - hier klicken...
- vom Glockenspiel - hier klicken...
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Meditativer Wanderweg
Im Sommer 2012 wurde ein meditativer Wanderweg zwischen dem (früheren Kloster) Petersberg und dem Kloster Altomünster angelegt; der Weg führt 9 km etwa 2 km östlich der Bahnlinie durch das Dachauer - und das Altoland. 14 Stationen mit Kunstwerken, Hinweistafeln und Sinnsprüchen regen zur inneren Einkehr, zum Nachdenken und zum In-Sich-Gehen /Ins Ich Gehen an.
So ist z.B. an der Station "Gleichgewicht" eine Wippe installiert, an der der Wanderer versuchen kann, die Balance zu halten. Eine begehbare Sonnenuhr arbeitet mit dem Schatten der Wanderer als Uhrzeiger. An der Station "Vertrauen" wird auf einem Barfußpfad der Tastsinn erprobt. Eine in den Boden eingelas-sene Wind-rose und ein maßstabsgetreues Modell von Sonne und Erde ergänzen die Kunstwerke. Jede Station ist auch mit einer Sitzgelegenheit ausgestattet.

Infotafeln an den S-Bahnhöfen, am Petersberg und in Altomünster sowie eine durchgehende Beschilderung am 9 km langen Weg selbst leiten den Wanderer. Mehr dazu finden Sie auf der Internetseite der Gemeinde Erdweg; klicken Sie hier...
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7-Klöster-Weg
   
Kloster Indersdorf ist auch eine der Stationen des 7-Klöster-Wegs, eines Radwegs, der die Standorte von sieben bestehenden oder ehemaligen Klöstern im Dachauer- und Wittelsbacher Land miteinander verbin-det. Entlang der Radltour werden der historische Hintergrund, der Bezug zur Kunstgeschichte und zum Geistlichen Leben an jedem Klosterstandort ansprechend dargestellt. An vielen Klosterstandorten befinden sich heute noch neben geistlichen Einrichtungen Bildungshäuser, Orte sozialer Integration oder Museen.
Die Klöster sollen durch diesen Radweg wieder ins Bewusstsein gerufen und als Schatz des Dachauer Landes erfahrbar werden. Die Tour führt zu zahlreichen Wirtshäusern, Klostergaststätten, Cafes und Biergärten.
  Die sieben Klöster sind:
1. Schönbrunn (Gem.Röhrmoos). Bestehendes Kloster der Assoziation der Diener und Dienerinnen der Göttlichen Vorsehung"
    im ehem. Schloss Schönbrunn. Große Behindertenanstalt.   ... mehr über Kloster Schönbrunn...
2. Weichs. Bestehender Schulorden der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau im ehem. Schloss der
    Reichsfreiherren.
3. Indersdorf. Ehem. Augustinerkloster von 1126-1783. ... mehr über Kloster Indersdorf...
4. Petersberg (Gem.Erdweg). Ehem. Kloster von 1104-1123.   ... mehr über den Petersberg...
5. Altomünster. um 760 Eremitenzelle von St.Alto, Benediktinerinnenkloster, Birgittenkloster seit 1496 ..mehr darüber...
6. Maria Birnbaum (Gem.Sielenbach). Deutscher Orden. Wallfahrtskirche erbaut 1659. ... mehr über Maria Birnbaum...
7. Taxa (Gem.Odelzhausen). Ehem. Kloster der Augustiner-Barfüßer von 1654-1802. ... mehr über Kloster Taxa...
Der Radweg ist rd. 100 km lang. Er ist in beide Richtungen mit dem 7-Kloster-Logo beschildert und kann so von jedem Kloster aus begonnen werden.


Innenausstattung

Vorraum

Im dunklen,noch aus romanischer Zeit stammenden Vorraum unter dem Turm sind eine Lourdesgrotte, ein Beinhaus, verschiedene Epitaphe und eine hohe Ölberggrotte eingerichtet.


Hauptraum

Die graziöse, qualitätsvolle Stuckierung stammt von Jakob Rauch aus Augsburg, der einige Jahre zuvor die Kirche in Sittenbach ausgestaltet hatte. Der Künstler aus der Wessobrunner Schule hat den Stuck aus Blütengirlanden und rosa gefassten Putten sparsam aber gezielt eingesetzt. Die großen Deckenbilder wurden von Joseph Mages aus Augsburg gemalt.
Der achteckige Hauptraum/Kirchenschiff ist als Zentralraum gestaltet.
An der Decke ein großes Gemälde in vier Bildern zur Geschichte von Altomünster, u.a.
-Schenkung des Waldgebiets
- Gründung des Birgittenklosters und
- Bestätigung des Birgittenordens.

Seitenaltäre im Hauptraum
links:
mit Reliefs des St.Augustinus, einer Skelettreliquie, einer Holzfigur der hl.Birgitta, zwei Reliquienmonstranzen und zwei Aposteln als Assistenzfiguren
rechts: Relief des St.Alto, Skelettreliquie und Holz-figur des hl.Alto. Auch hier zwei Apostel als Assis-tenzfiguren. Unter dem Altar entspringt die Altoquelle, die auch den Marktbrunnen speist.

Rokokokanzel, am Kanzelkorb mit Symbolen der vier Evangelisten.

Kristallleuchter Skelettreliquie Apostel Simon mit der Säge Kanzelkreuz Kanzel Holzfigur des hl.Alto Kommunionbank Altoaltar Augustinusaltar Reliquienmonstranz Jesus am Teich in Bethesda Quellwunder des St.Alto Linker Seitenaltar des BeichtraumsFrauenchor - WestseiteApostel ThomasApostel Matthiasrechter Seitenaltar im BeichtraumHochaltar auf dem HerrenchorRechter Seitenaltar auf dem HerrenchorLinker Seitenaltar auf dem HerrenchorKristallleuchter
Blick vom Eingang durch den Hauptraum, Beichtraum (mit Deckengemälde), Altarraum zum Hochaltar im Herrenchor.

Kanzelkreuz mit Echthaar-Korpus aus dem 16.Jh. Darunter eine Mater dolorosa von Franz de Paula Arnoldt (Figuren und Altäre von F.d.P. Arnoldt stehen auch in den Kirchen von Pipinsried, Schwabhausen und Bergkirchen).

Interessant ist noch die Hirnschale des hl.Alto, die am Patrozinium den Gläubigen aufgelegt wird.

Viele Opferstöcke in unterschiedlicher Gestalt warten auf Spenden.

Der Taufstein aus dem 14.Jh ist eines der ältesten Ausstattungsstücke der Kirche. Auf dem Deckel eine schöne Figurengruppe.

Die wunderschöne Orgel stammt aus dem 1803 abgerissenen Kloster Taxa. Das Instrument kostete nur 600 Gulden.

Apostelzyklus
In allen Kirchen des Birgittenordens befinden sich auf Anordnung der hl.Birgitta Figuren aller zwölf Apostel. In Altomünster stehen sie vorwiegend als Assistenzfiguren an den Altären. Viele von ihnen sind an ihren Attributen zu erkennen. Sie tragen bis auf Johannes alle einen Bart. Der Bart war früher Symbol für Alter, Weisheit und Würde sowie für Männlichkeit und Stärke. Erfolgreiche Männer wurden früher immer mit starkem Bartwuchs dargestellt, auch wenn dies in Wirklichkeit nicht zutraf. Johannes, der Lieblingsjünger Jesu, wird zur Betonung seiner Jugend davon ausgenommen. Die Evangelien (z.B. Matt.10,2) nennen die Namen der Zwölf Apostel zu Lebzeiten Jesu: Petrus, Andreas, Jakobus d.Ä, Johannes, Jakobus d.J, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Thaddäus, Simon und Judas Ischarioth. Matthias kam nach dem Tod von Judas hinzu; Paulus erhielt die Apostelwürde im Jahr 258 zuerkannt.

Zur ausführlichen Beschreibung des Klosters, des Bauwerks und des Hauptraums:
hier klicken....

 


Beichtraum

Der schmale und sehr niedrige Beichtraum liegt zwischen dem breiten Hauptraum und dem Altarraum.
Darüber spannt sich wie eine Brücke der Nonnenchor


rot= Lage des Beichtraums und des Nonnenchores

Grün umrandet: Beichtraum
blau umrandet: unterer Altarraum
rot umramendet: oberer Altarraum/Herrenchor


An der Decke des Beichtraums befindet sich ein Deckengemälde von Joseph Mages mit dem Thema: "Jesus am Teich Bethesda und Vision des hl. Alto".

Auch im Beichtraum stehen zwei Seitenaltäre in den abgeschrägten Ecken (an der Ostseite = vorne).
- Links der Wendelinaltar. Im Altarblatt die Bauernheiligen Wendelin, Donatus, Leonhard und St.Florian.
- Rechts der Altar der Heiligen Sippe: Jesus inmitten seiner Eltern, Großeltern, Onkel, Tanten und Cousins.

Hinter den Altarblättern befinden sich Sklelettheilige in sitzender Stellung. Alljährlich an Allerheiligen werden die Altarblätter herausgenommen, damit die Sklettheiligen zu sehen sind.

Gegenüber den Seitenaltären (an der Westseite) Bilder von König David und Margareta von Cortona von Joseph Mages.

Davor die Kommunionbank aus der Erbauungszeit. Die Docken wurden vom Bildhauer Franz de Paula Arnoldt im Jahr 1770 geschnitzt.

Den Namen Beichtraum geht auf die in die Wand eingearbeiteten Beichtstühle aus der Erbauungszeit zurück. Der Zugang des Priesters liegt auf der anderen Seite der Kirchenwand.

Nonnenchor

Der Nonnenchor/Frauenchor liegt in Höhe der oberen Empore zwischen dem Hauptraum/Kirchenschiff und dem Altarraum. Er überspannt wie eine breite Brücke den Beichtraum und ist nur über den Frauenkonvent und die oberen Emporengänge zugänglich. Der nahezu quadratische Raum mit den Ausmaßen 9,60 x 9,65 m wird über Fenster auf der Nord- und Südseite sowie über die verglasten weiten bogenförmigen Emporenöffnungen zum Hauptraum und zum Altarraum erhellt. Der Frauenchor liegt in der Klausur und kann leider nicht besichtigt werden.

Zur ausführlichen Beschreibung des Beichtraums und des Nonnenchors hier klicken...


zum Beichtraum und Nonnenchor

 

 

Unterer Altarraum

Im Altarraum steht der Altar für die Gottesdienst, die für die Laien gehalten wurden.
Er war und ist praktisch der Altarraum für die Pfarrgemeinde. Der Altarraum ist durch eine weiße Holzwand nach vorne abgeschlossen


rot= Lage des unteren Altarraums

Grün umrandet: Beichtraum
blau umrandet: unterer Altarraum
rot umramendet: oberer Altarraum/Herrenchor


Hier steht der von Josef Anton Müller im Jahr 1893 gestaltete Tabernakelaltar im Halbrund einer weißen Holzwand mit vergoldeten Ornamenten. Der Altar besitzt kein Retabel, weil über ihm die Altäre des Herrenchors, des oberen Altarraums, aufragen.

Auf dem Tabernakel steht die Figur des hl. Alto, an beiden Seiten der Holzwand Figuren von den Aposteln Johannes und Jakobus.

An der Decke zwei Gemälde von Joseph Mages aus Augsburg: Vision des hl. Johannes und Vision des hl.Alto.

Unter dem Pflaster wurden bei der letzten Renovierung die Gräber von Äbtissinnen und eines Priors entdeckt.

Am unteren Altarraum liegt der Zugang zur Sakristei, die älter als das heutige Kirchengebäude ist. Die Schränke sind schon älter als 300 Jahre.

Zur ausführlichen Gesamtbeschreibung des unteren Altarraums hier klicken...

zum Altarraum

 



Oberer Altarraum
/ Herrenchor

Der Herrenchor war für die Mönche reserviert. Er liegt hinter dem Altarraum, aber ein Stockwerk höher. Drei seiner vier Altäre blicken nach Westen zu den Gläubigen herunter. Für Besucher scheint er den Abschluss des Kirchenraums zu bilden.  
Der vierte Altar ist nach Osten gerichtet und weder von den Gläubigen, noch von den Nonnen einzusehen.


rot= Lage des oberen Altarraums/Herrenchors

Grün umrandet: Beichtraum
blau umrandet: unterer Altarraum
rot umramendet: oberer Altarraum/Herrenchor

Im Herrenchor hinter und ein Stockwerk über dem Tabernakelaltar stehen frei im Raum vier Klosteraltäre, von denen drei vom Kirchenraum aus sichtbar sind und wie Hoch-und Seitenaltäre der Kirche wirken. Eine Besonderheit sind die Skelettreliquien, die hinter den absenkbaren Altarblättern in einer Nische stehen (!). Sie können nur um Allerheiligen besichtigt werden.

Choraltar: Das Altarblatt von Ignaz Baldauf zeigt Christus als Welterlöser. Assistenzfiguren sind die Apostel Petrus und Paulus. Neben dem Tabernakel stehen schöne Reliquiare.

Linker Seitenaltar: Das Altarblatt des linken Seitenaltars vom Maler Joseph Mages zeigt die Weihnachtsvision der hl.Birgitta.
Auch an beiden Seitenaltären stehen interessante Reliquiare.

Der rechte Seitenaltar im Herrenchor ist der hl. Katharina von Schweden gewidmet, der Tochter Birgittas, die bei ihr in Rom lebte.

Der vierte Altar ist an der Rückseite des Hochaltars ist angebracht. Er war nur für die Mönche zugänglich und wird deshalb auch als Mönchsaltar bezeichnet. Das Altarblatt des Münchner Malers Josef Zitter zeigt die Aufnahme Mariens in den Himmel.

Zwischen Hochaltar und dem dreiseitigen Chorschluss steht das reich mit Schnitzereien verzierte Chorgestühl der Mönche.

Vom Chorbogen hängen zwei wunderschön gestaltete Ewig-Licht-Ampeln.

Darüber das Deckengemälde von Joseph Mages aus Augsburg, auf dem die "Vision der hl.Birgitta" dargestellt ist.

Zur ausführlichen Beschreibung des oberen Altarraums / Herrenchors hier klicken...


zum Herrenchor

Hans Schertl



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zur ausführlichen Kirchenbeschreibung von Altomünster




Quellen:
01) Maurus Gandershofer, Kurzgefaßte Geschichte des Birgitten-Klosters Altom., 1830 (Wanderstab,Herzog Ferdinand, 1704)
02) Max Siebert, Das Königreich Bayern-topograph.statistisch in lexicographischer u. tabellarischer Form dargestellt, 1840 S.28
03) Georg Friedr.Kramer, Pfarreien-Statistik des Regierungsbezirks von Oberbayern, 1847, S. 372
04) Dr. Martin v.Deutinger, Die älteren Matrikeln des Bistums Freysing, 1849/50
05) Pleickhard/Stumpf, Bayern ein geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreiches 1852
06) Mayer-Westermayer, Statistische Beschreibung des Erzbisthums München-Freising, 1874/80

07) Amperbote vom 30.08.1921
08) Festschrift zum 1200jährigen St.Alto-Jubiläum, 1930
09) Dachauer Nachrichten vom 29.04.1958 ,
10) Dachauer Nachrichten 26.07.1962,
11) Bibel, Offenbarung 6,13: Und ich sah und hörte einen Engel fliegen mitten durch den Himmel und sagen mit großer
     Stimme: Weh, weh, weh denen, die auf Erden wohnen, vor den andern Stimmen der Posaune der drei Engel, die noch
     posaunen sollen!
12) Dachauer Nachrichten vom 27.06.1964
13) Max Gruber, Die Dachauer Bildhauerfamilie Arnoldt, Amperland 1965 (Bildhauer Franz Arnoldt)
14)
Max Gruber, Im Amperland tätige Zimmermeister, Amperland 1986/4 (Mahl)
15) Das Zweite Vatikanische Konzil. Konstitutionen, Dekrete und Erläuterungen. Teil I. 1966 (SC 124 Ambo)
16) Wilhelm Messerer, Altäre in der Ikonologie des süddeutschen Barock, 1972, ZBLG 35, S.135-163 (Decke Beichtraum)
17) Harro Ernst, Zur Himmelsvorstellung im späten Barock besonders bei Joh.Mich.Fischer, 1972, ZBLG 35,S.266-293 (Chorraum)
18) Bauer/Rupprecht, Kunstwanderungen in Bayern südlich der Donau, 1973
19) Josef Bogner, 1200 Jahre Fürholzen, Amperland 1974 (Namensschilder)
20) Georg Brenninger: Orgeln in Altbayern. Bruckmann, München 1982, ISBN 3-7654-1859-5.
21) Wilhelm Liebhart, Ein kurzer Begriff u.Anzaigung vom Anfang diß Closter Altom-AichacherHeimatbl.1978 Nr.5 (1730, Ohningen)
22) Gerhard Eckert, DuMont Kunst-Reiseführer Oberbayern, 1980
23) Prof.Dr.Wilhelm Liebhart, Altomünster-1250 Jahre, Gedanken zu einem außergewöhnl.Jubiläum,1980 (1260,Kosten 1773,Stat)
24) Dr.Gottfried Mayr, Zur Frühgeschichte des Klosters Altomünster, Amperland 1981
25) Dr. Wilhelm Liebhart, Ein Turiner Leichentuch in Altomünster, Amperland 1982
26) Jakob Mois, Konsekrationsbuch des Fürstbischofs Eckher, 1982 (Altarweihe 1707)
27) Dr. Wilhelm Liebhart, Der Dreißigjährige Krieg im Dachauer Land, Amperland
28) Max Gruber, Im Amperland tätige Schlosser und Spengler, Amperland 1985/2
29) Dr.Wilh.Liebhart, Birgittenkloster im Zeitalter d.Barock-ZLGB 1985 (Capito,Translation, HerzJesuBrudersch.,Ablass)
30) Schematismus der Erzdiözese München und Freising 1868
31) Dr.Dietmar Stutzer, Die letzten Jahrzehnte des Birgittinerklosters, Amperl 1979 (1783, Wahlrecht)
32) Landersdorfer, Anton, Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560, 1986
33) Josef Mass, Geschichte des Erzbistums München und Freising, 1986 (Othlo, Interdikt)
34) Max Gruber, Im Amperland tätige Architekten, Bau und Maurermeister, Amperland 1987/2
35) Prof.Dr.Wilhelm Liebhart, Das Frauenstift und Benediktinerinnenkloster Altomünster, Amperland
36) Dr.Alfred Kaiser, Maria Stern v.Taxa. Zur Ikonograph.einer verschwundenen Wallfahrts-und Klosterkirche, Amperl.89 (Orgel)
37) Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV, 1990
38) Robert Böck, Rosenkranzandacht und Rosenkranzbruderschaften der Barockzeit im Dachauer Land, Amperland 1991/2
39) Dr.Stefan Nadler, Kunsttopographie des Erzbistums München und Freising, 1992
40) Dr.Alfred Kaiser, Zur Ikonologie der Pfarr- und Klosterkirche von Altomünster, Amperland 1992/3,4
41) Bauer/Rupprecht, Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, 1996
42) Prof.Dr.Wilhelm Liebhart, 500 Jahre Birgittenkloster in Altomünster, Amperland 1997/1
43) Dr. Tilman Mittelstraß, Archäologische Ausgrabungen in St.Alto, Amperland 1997/3 (1060, rom.Kirche)
44) Wolf Bachbauer, Kirchenführer Altomünster, 1998
45) Anton Mayr, Altoland, 1998 (30jährigerKrieg)
46) Prof.Dr.Wilhelm Liebhart, Altomünster,Kloster, Markt und Gemeinde, 1999 (Pfarrei seit 1805)
47) Dachauer Nachrichten vom 4.7.2002,
48) J.Focht u. Ursula Nauderer, Musik in Dachau, 2002 (Orgel)
49) Dachauer Nachrichten vom 29.8.2002,
50) Dachauer SZ v. 8.11.2002,
51) Dachauer Nachrichten vom 17.4.2003 (Esel),
52) Dachauer SZ vom 19.11.2003
53) Dachauer SZ vom 1.4.2003,
54) Prof.Liebhart, Zur Säkularisation des Birgittenklosters Altomünster, Amperland 2003/3
55) Klaus Witschel, Kleinberghofen - Dorf- und Namensgeschichte, 2005 (1704, 1742)

56) Homepage der Gemeinde Altomünster (www.st-alto-st-birgitta.de/pfarrkirche.html)
57) Dachauer Nachrichten vom 14.11.2003,
58) Dachauer Nachrichten vom 22/23.11.2003,
59) Süddeutsche Zeitung vom 26.10.2004, Die Seite drei
60) Dachauer Nachrichten vom 14.1.2004
61) Dachauer Nachrichten vom 16.9.2004,
62) Dr.Tilman Mittelstraß, Neue archäologische Befunde zur Baugeschichte der Kirche St.Alto, Amperland 2004/3 (rom.Basilika)
63) Kiening, Genealogie (Franz Paul Arnoldt)
64) Karl Grüner, "Unten bauchig, oben spitz", Münchner Kirchenzeitung, v. 25.9.2005 und vom 2.10.2005
65) Dachauer SZ vom 10.2.2005,
66) Dachauer SZ vom 17.12.2005,
67) Dachauer Nachrichten vom 23./24.7.2005,
68) Pressemitteilung der Erzdiözese München und Freising vom 16. Dezember 2005 (Glockenspiel)
69) Dachauer Nachrichten vom 9.2.2006,
70) Gästeführer Siegfried Sureck, bei der Kirchenführung am 9.9.2007 (Dreißigjähriger Krieg)
71) Heinrich und Margarethe Schmidt, die vergessene Bildersprache christlicher Kunst, 2007 (OchsEsel)
72) Dachauer Nachrichten vom 28./29.7.2007 (Pfarrverband)
73) Prof. Dr. Wilhelm Liebhart, Stätten des Glaubens, Kleinodien der Kunst, 2009
74) Prof. Dr. Wilhelm Liebhart, Das Frauenstift und Benediktinerinnenkloster Altomünster, Amperland 2009/1 (Ablass 1286)
75) Kreisheimatpfleger Prof.Dr.Norbert Göttler in der Dachauer SZ vom 14.9.2009 (Ambo u.Ministrantensitze)
76) Dachauer SZ vom 1.10.2010 (1488, finst.Gang),
77) Andreas Estner/Matth. Morgenroth, Heilige Gebeine, BR-2, 1.11.2011, 18:05 Uhr
78) Dachauer Nachrichten vom 25./26.6.2011 (finst.Gang),
79) Dachauer SZ vom 24.7.2012 (Med.Wanderweg),
80) Prof.Dr.Klaus Peter Zeyer, Die Glocken der Pfarr- und Klosterkirche St. Alto, Kulturspiegel Altoland, Nr. 41, September 2013
81) Dachauer Nachrichten vom 14.5.2013 (Kirche 1244 Höhenunterschied 5m; Glocken),
82) Konrad Cremer, Der romanische Vorgängerbau der Kirche Altomünster, Amperland 2013/4 (auch Frauen-u.Herrenchor)
83) Dachauer Nachrichten vom 28.6.2013 (Pfarrhausverkauf)
84) Dachauer SZ vom 14./15.9.2013 (Hausenstein)
85) Dachauer Nachrichten, Beilage v. 25.9.2014 (Pfarrhaus)
86) www.youtube.com/watch?v=-op0BRIlEio; www.youtube.com/watch?v=ED_xMzXEaO8; 2014-10 (Audioaufnahme Glocken)
87) Roland Götz in "Heilige Leiber in Bayerischen Kirchen", BR 2, 23.11.2014, 13-14 Uhr (Translationsspiel 1694)
88) Münchner Kirchenzeitung vom 25.3.2015 (Historik Hl.Grab)
89) Dachauer Nachrichten, Beilage Alto vom Sept. 2015 (Arbeitsschwestern, gotischer Flügelaltar 1470)
90) Sabine Schäfer, Schuckstück für Pfarrei und Gemeinde, Dachauer Nachrichten vom 30.11.2015 (Pfarrhofumbau)
91) Thomas Führer, P.Matthäus Ludwig, letzter Prior des Klosters der Birgittiner in Altomünster, Amperl.1969/5
92) Walter Pötzl, Bruderschaften, in: Historisches Lexikon Bayerns, Zugriff: 15.04.2013
93) Dr.Walter Kick, Übersetzung der Glockeninschrift und Erforschung der Provenienz (Josefsglocke)
  Dr.Kick: "Sidera scandere" und "perpetim gratum promere canticum" kommen mir vor, wie eine Vorwegnahme von Goethes Sphärenmusik im I. Prolog/Faust: "Die Sonne tönt nach alter Weise in Brudersphären Wettgesang". Primär könnte der Vers hinweisen auf den harmonisch schwingenden Dialog zwischen Gott und der Seele, auf tieferer Ebene ganz irdisch auf den herrlichen Glockenklang, der sich ausbreiten soll bis zu den Sternen.

94) Prola Giuseppe, Tribut Unterschidlicher Andachts-Ubungen, Zu Ehren Des H. Josephs Dessen andächtigen Liebhaberen
         vorgestellet, Augspurg, Endele, 1725, Bl., S. 254
95) Dr.Thomas Horst, Gericht und Herrschaft in Bayern, aus dem Buch Fürstliche Koordinaten, 2014 (Apian)

96)
Max Gruber, Im Amperland tätige Bildhauer, Amperland 1987/1 (Veigele)
      Bildhauergeselle Veigele, war in der Klosterkirche Altomünster tätig und erhielt für die Lieferung von Chorgestühl und Türen
      155 Gulden.
  
97) Max Gruber, Im Amperland tätige Kistler, Schreiner, Tischler und Schneidkistler, Amperland 1986/3 (Mentele, Pyr)
98) Unter unserm Himmel, Bayerisches Fernsehen, Dokumentation 2006
99) Bezold/Berthol/Riel, Kunstdenkmale des Königreichs Bayern vom 11.bis zum Ende des 18.Jh., 1895
ISBN 3-486- 50421-5
100) Prof.Dr.Wilhelm Liebhart, Das Passionsspiel von Altomünster (1753), Amperland 2000
101) Mitteilungen au dem Markt Altomünster, Beilage zu den Dachauer Nachrichten vom 28.9.2017
102) Dr.Cordula Böhm, Der Barockmaler Franz Joseph Zitter, Amperland 2000

103) Prof.Dr.Wilhelm Liebhart, Die Birgittenkonvente von Altomünster 1649, Amperland 1994
104) Bernhard Schütz, Bergkirchen und die kirchlichen Zentralbauten des Joh. Michael Fischer, Ortschronik 2014, S.41

105) Dorothea Friedrich, Volles Rohr und halbe Pfeife, Dachauer SZ vom 23.12.2017
106) Schematismus der Erzdiözese München und Freising von 1843 S.82 (Pfr.Nerb)
107) Internetseite des Altochors, Chronik, Zugriff 28.12.2017

108) Regierungsblatt für das Königreich Bayern: 1837, Sp. 583
109) Prof.Dr.Klaus Peter Zeyer, Glocken von Altomünster (Amperland 2015, 51. Jahrgang, Heft 4, S. 455-461)
110) Stadt Bad Reichenhall, Wir in Bad Reichenhall, 2008/Nr.3
111) Emil Zimmer, Iffeldorf, Werkverzeichnis, Zugriff 2018


127 Bilder: Hans Schertl

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

18.4.2018

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