Landkreiskarte                Kirchen i.d.Marktgem. Altomünster

Kapelle an der Altoquelle bei ALTOMÜNSTER

Beschreibung

Nördlich von Altomünster entspringt in einem größeren Waldstück eine Quelle. Sie ist gefasst; über ihr wurde eine kleine dreieckige Kapelle bzw. ein großer Bildstock errichtet, in dem eine große Figur des hl. Alto, eines der Patrone der Klosterkirche in Altomünster, steht. Über zwei kleinere Holzbrücken gelangt man über den kleinen Bach, in dessen Bett bei starkem Regen noch das Wasser aus den umliegenden Erhebungen fließt, zu dem Bildstock.

Die Kapelle erinnert an die Einsiedelei des hl.Alto in der Waldeinsamkeit, bevor er das Kloster gründete.

Bei dieser Quelle handelt es sich entgegen der landläufigen Bezeichnung nicht um die echte Altoquelle. Diese entspringt hinter dem Altoaltar in der Klosterkirche und ist in einem Brunnen im Innenhof des Klosters gefasst.

Die überlebensgroße Figur des hl. Alto wurde im Jahr 2004 neu renoviert. Sie zeigt den Heiligen in Abtsornat mit Mitra und Abtstab sowie einem Kelch, aus dem sich die Figur des segnenden Christuskindes erhebt. Dieser Kelch mit dem Christuskind erinnert an die sog. Alto-Vision: Als der Heilige während der hl.Messe bei der Wandlung den Kelch hochhielt, erschien ihm über dem Kelch das Jesuskind mit ausgebreiteten Armen. Diese Vision ist auch in einem Deckengemälde in der Klosterkirche (über Altarraum) dargestellt.

Der Legende nach soll hl. Alto ein schottisch-irischer Wandermönch gewesen sein. Neuere Forschungen lassen aber den Schluss zu, dass Alto ein Bajuware war und der Sippe der im westoberbayerischen Raum sitzenden Huosi angehörte. Nach einer Altobiographie des Benediktinermönchs Otloh im Regensburger Kloster St.Emmeram aus dem Jahr 1060,soll Alto umdas Jahr 740 hier ein kleines Kloster errichtet haben und erst in hohem Alter Priester geworden sein. Sicher ist jedenfalls, dass ein Mann namens Alto im Jahr 760 eine Schenkungsurkunde signiert hat.

Hans Schertl



Quellen:
Festschrift zum 1200jährigen St.Alto-Jubiläum, 1930
2 Bilder: Hans Schertl (2005)

Kirchen und Kapellen im Landkreis Dachau - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

9.1.2005