zur Landkreiskarte                        Kirchen i.d.Gem.Hilgertsh.-Tandern

Filialkirche St.Ursula in GUMPERSDORF

86567 Hilgertshausen-Tandern, St.-Ursula-Weg
Lage der Kirche auf der Karte ...


B
eschreibung der Kirche

Eine Kirche in Gumpersdorf (bis 1860 "Gumpertsdorf" genannt = Dorf des Kundpert 07)) wird schon vor über 1000 Jahren schriftlich erwähnt. In der Zeit um 926-37 tauschten die Edle Engilrata und ihr Sohn Graf Aribo von Freising Besitz mit dem Erzbischof Wolfram von Freising. Sie gaben ihren Besitz in Gumpersdorf

(Cundperhtesdorf) an den Bischof und erhielten dafür bischöflichen Besitz in Alberzell (Alprihchescella). 04)

Der Besitz in Gumpersdorf umfasste einen Edelsitz, ein Drittel des Kirchengutes, 4 Huben mit Wiesen und Wäl-dern und 11 Eigenleute. 02)


Dieser Tauschvertrag wurde von 36 Personen bezeugt.
(siehe Originaltext...)


Fenster auf der Westseite

Aus der Zeit des Bischofs Gottschalk (994-1005) ist ein Tausch zwischen dem Bischof und dem Edlen Altmann bekannt:
166 Morgen Land mit 1/4 Kirche zu Guntperhtesdorf an den Bischof gegen eine Kirche und das gleiche
Maß Fläche zu Michaheliscella = Michelskirchen an den Adeligen Altmann). 04)

Nach einer Ortssage, soll die Kirche "Sankt Ursula im Walde", wie sie auch genannt wurde, eine Pfarrkirche gewesen sein.
Auch heute noch wird dieses Gotteshaus "Untere Pfarrkirche" geheißen, jedoch nur deshalb, weil um die Kirche herum der Friedhof für den "Unteren Teil der Pfarrei" liegt (Gumpersdorf, Mannried, Thalmannsdorf, Pirket, Neuried, Ober- u. Unterstark sowie für Fremde und Herberglose).

Im letzten Jahr des Dreißigjährigen Krieges wurde die Hofmark "Hilkertshausen" zum großen Teil in Schutt und Asche gelegt, auch die Kirche in Gumpersdorf war "gänzlich ruiniert". Vom damaligen Hofmarksherren, dem Freiherrn Wolfgang Wilhelm Lösch wurde die Sankt-Ursula-Kirche um 1655 wieder hergestellt und dabei mit einem neuen Chor und einem "niedlichen Hochaltar, der noch seine Namenspatrone trägt" versehen. 02), 03) Dieser Kirchenbau ist im Wesentlichen bis heute erhalten.



Beschreibung 1864 02)
In der Bistumsbeschreibung von 1864 02) bezeichnet Anton von Steichele (der spätere Erzbischof von Freising) die Kirche als "uralter romanischer, jetzt ziemlich gebrechlicher Bau".
Damals wurde jeden dritten Sonntag der Pfarrgottesdienst und gewöhnlich 1 hl.Messe während der Woche in Gumpersdorf gefeiert. Dazu kamen acht gestiftete Jahrtage und Messen. Den Text der Beschreibung von Gumpersdorf können Sie hier lesen...


Beschreibung 1895 03)
Die Kirche St.Ursula in Gumpersdorf ist auch im Verzeichnis der Kunstdenkmale des Königreichs Bayern erwähnt, dessen Aichacher Teil 1888 von Prof. Gustav von Bezold und Dr. Georg Hager bearbeitet und 1895 von Betzold und Dr. Riehl im Auftrag des Königl.Bayer. Innenministeriums herausgegeben wurde. Der Text lautet:
"Kirche
Die innere Einrichtung der Kirche ist sehr beachtenswerth, da der Hochaltar, der Aufbau beider Seitenaltare, Decke des Schiffs, sowie die einfachen Kirchenstühle noch aus der Zeit stammen, als Wolfg Wilh. Lösch kurz nach dem dreissigjahrigen Krieg die Kirche wieder herstellte und das Innere somit den Charakter einer Dorfkirche aus der Mitte des 17. Jahrhunderts trägt.
Der Hochaltar laut Inschrift hinter dem Tabernakel von Wolfg.W. Lösch 1695 (?) gestiftet, hat als Hauptbild das Gemälde: Martyrium der S. Ursula. H. 128, br. 66 cm, zu beiden Seiten S. Wolfgang und S. Wilhelmus, je H. 118, Br. 37 cm, im oberen Aufsatz Maria, ca. 80 cm hoch, 40 cm breit.
Sämmtliche Gemälde sind gut erhalten und scheinen nie restaurirt worden zu sein.
Auf dem Altartisch stehen neben dem Tabernakel zwei bemalte, als Reliquienbehälter dienende Holzbüsten aus dem Anfang des 16. Jh.: 1. S. Benedict, h. 38 cm, 2. S. Scholastica, ebenfalls 38 cm hoch, beides gute Arbeiten.
Auf dem 1. Seitenaltar bemalte Holzfigur der S. Ursula, die R. wie belehrend oder segnend vor der Brust, die L. ausgestreckt, hält den Pfeil, hübsche Arbeit, erste Hälfte des 15. Jahrhunderts. H. 49 cm.
Außen an der Kirchenmauer Grabstein des Georg Schölhorn, Pfarrers +1612. Platte von Solenhofer. Stein mit Brustbild des Verewigten in Flachrelief H. 98, br. 59 cm.
Brünndl-Kapelle
Auf dem Hochaltar Crucifixus vom Anfang des 16. Jahrhunderts, das Haupt nach rechts gesenkt. Gute Arbeit.
Höhe: 132 cm. "


Vergrößerung der Kirche um 1900
Um 1900 wurde die Sankt-Ursula-Kirche auf dem Östlichen Hügel von Gumpersdorf im Zuge einer umfassenden Restauration vergrößert und am 25. Oktober 1904 vom Ortspfarrer feierlich benediziert (= eingesegnet) 07) .
Treibende Kraft war Pfarrer Eugen Hafner (geb.1868, Pfr. 1900-1908). 06)

Renovierungen
1862/65  - Erste Teilrenovierung des Kirchenbaus. Eine schon 1858 beantragte Restaurierung war mit von der Regierung
                 von Oberbayern am 5.10.1858 noch abgelehnt worden. 06)

1878       - Zweite Teilrenovierung 06)
1959       - Reparaturen waren nach dem furchtbaren Unwetter im Sommer 1958 erforderlich (unter Pfarrer Egger) 06)
1977/79 - Renovierung (insbe.Trockenlegung 06)). Am 23.9.1979 wurde der Abschluss dieser Renovierung mit einem feierlichen
                Pontifikalgottesdienst des Augsburger Weihbischofs Manfred Müller (später von 1982-2002 Bischof von Regensburg)
                gefeiert. 07)

2003      -  Innenrenovierung. Ausschließlich in Eigenleistung, darunter mit vielen Fachkräften, haben die Gumpersdorfer die
                Renovierung durchgeführt. Sie leisteten 459 freiwillige Arbeitsstunden. Prälat Alois Haas stiftete die
                Kreuzigungsgruppe. Die Anna-Figur wurde aus dem Dachboden geholt. 09)



Über einen bislang noch unbekannten Randalierer in der Kirche, der Kirchenbücher herumwarf, Bilder von den Wänden schlug und Fenster und eine Figur beschädigte, berichteten die Dachauer Nachrichten vom 21.2.2017 und die Augsburger Allgemeine vom 22.2.2107. 01)

Baubeschreibung


Sehr langes Kirchengebäude

Der Kirchenbau liegt auf einer Anhöhe am nördlichen Ufer der Paar, am östlichen Rand der Ortschaft. Durch seine geringe Höhe wirkt er noch länger als er tatsächlich ist.
An der Südwand ist ein großes Kruzifix angebracht, das von einer Kupferüberdachung in barocken Formen geschützt wird. Der hölzerne Corpus dürfte vor rd. 100 Jahren geschnitzt worden sein.

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Wandkruzifix

Ungewöhnlich ist der Chorraum. Er ist nicht nur sehr lang, sondern auch besonders breit und hoch. Die Kirche in Gumpersdorf ist einer der wenigen Fälle, in denen das Kirchenschiff gegenüber dem Chorraum eingezogen ist. Üblicherweise ist es umgekehrt.



Immaculata

An der Nordseite steht ein Sattelturm mit sechs Ecktürmchen. Er ist mit Mönch/Nonne-Ziegeln gedeckt. Unter der Traufe ist ein Fries zu sehen. Hinter den vier rundbogigen Schallfenstern hängen die Glocken.

Im Vorhaus, das den Eingang vor den Umbilden der Witterung schützt, steht eine Muttergottesfigur, eine Immaculata mit rotem Kleid und blau-weißem Mantel. Über den gefalteten Händen hat man Rosenkränze gehängt.


Fries am Turm


Innenausstattung

Der mit drei Achteckseiten schließende Chor ist breiter als das Kirchenschiff. In ihm finden neben dem Hochaltar noch eine Reihe von Kirchenbänken Platz.


Choraltar

Der Choraltar wurde 1695 03)) von Wolfg.W. Lösch gestiftet; das ist einer Inschrift hinter dem Tabernakel zu entnehmen. 03)

Der Altar ist ein Rokoko-Säulenretabel mit insgesamt vier Gemälden. Die beiden Säulen sind kanneliert; sie haben vergoldete Sockel. Die Assistenzbilder mit ihrer reichen Akanthus-Rahmung fügen sich gut in das Gesamtbild des Altars ein.


Muttergottes
Im Altaraufsatz ein Madon-nenbild (80 x 40 cm). Die mit einer Herzogshaube gekrönte und mit einem Zepter ausge-stattete sowie in einen Hermelinumhang gekleidete Maria hält ihren ungekrönten Sohn auf dem Arm. 

Das 128 hohe und 66 cm breite Altarblatt am Hochaltar zeigt das Martyrium der  Kirchenpatronin St.Ursula im Jahr 415.

  Ermordung von St.Ursula
Die Heilige wird, von einer Romreise kom-mend, in Köln noch auf dem Schiff von den Hunnen mit Pfeilen ermordet, weil sie sich gewei-gert hatte, die Ge-liebte des Hunnen-königs zu werden.

Auf dem Altartisch steht ein farbenprächtiger Tabernakel. Er ist blau marmoriert.

   Tabernakel
Zwei gedrehte blau-goldene Säulchen mit Kompositkapitellen stützen ein vergoldetes Gebälk. Auf der Taberna-keltüre ist als Relief ein Kelch mit strahlenum-kränzter Hostie zu sehen.

zur Vergrößerung  der Figur des hl. Nikolaus  bitte klickenzur Vergrößerung  des Altarbildes bitte klickenzur Vergrößerung  der Figur des hl. Michael  bitte klickenzur Vergrößerung  der Figur des hl. Stephanus  bitte klicken Tabernakel
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Früher standen auf dem Altartisch neben dem Tabernakel zwei bemalte, als Reliquienbehälter dienende Holzbüsten (jew.38 cm) aus dem Anfang des 16. Jh.: Sie stellten . S. Benedict, und St. Scholastica dar. "Beides gute Arbeiten", schrieben Bezold/Riel im Jahr 1895 03).

Assistenzbilder

Flankiert wird das Altarblatt von Bildern der Namenspatrone des Bauherrn, des Hofmarksherren Wolfgang Wilhelm Lösch (jeweils 118 x 37 cm).


St.Wolfgang

Links der Bischof Wolfgang von Regensburg (um 970) mit seinem Attribut, einem Kirchenmodell.
Hinweis: Wolfgang lebte im 10.Jh erst Mönch in Einsiedeln, dann ab 972 Bischof von Regensburg. Die Legende erzählt von zeitweiligem Einsiedlerleben am nach ihm benannten Wolfgangsee. Das Einsiedlerleben wurde durch den Teufel gestört, sodass Wolfgang beschloss, sich an einem freundlicheren Ort eine Klause zu erbauen. Er warf seine Axt ins Tal hinab und gelobte, an dem Ort, an dem er sie wieder finden werde, eine Kirche zu erbauen. Wolfgang lebte sieben Jahre in der Einöde, danach kehrte er nach Regensburg zurück. Die vielseitige und umsichtige Tätigkeit als Bischof begründete Wolfgangs Beliebtheit und seine Verehrung schon zu Lebzeiten.


Abt St.Wilhelm

Rechts ein Bild des hl. Wilhelm, des Abts des Reformklosters Hirsau (um 1070) und eines der Universalgenies des Mittelalters. Das Buch unter dem Arm weist darauf hin, dass Wilhelm die ersten naturwissenschaftlichen Schriften in Bayern verfasste.
Hinweis: Wilhelm wurde schon als Junge von seinen Eltern den Benediktinern von St. Emmeram in Regensburg zur Erziehung übergeben, in seiner Jugend trat er in den Orden ein und wurde zum Priester geweiht. Zunächst arbeitete er als Lehrer für Mathematik, Astronomie und Musik, wurde dann auch Prior seines Klosters. Um 1069 wurde Wilhelm Abt im Kloster Hirsau. Sein Eintreten für Reformen im Sinne von Cluny gab dem Kloster Hirsau einen herausragenden und zugleich eigenständigen Platz unter den Reformbewegungen des Mittelalters. Unter Wilhelms Führung wurde Hirsau mit der "Hirsauer Reform" zum Vorbild für viele andere Ordensniederlassungen. Im Investiturstreit stellte er sich eindeutig an die Seite des Papstes.


 
Fenster

In die Rundbogenfenster des Altarraums sind Glasgemälde eingesetzt, im Jahr 1904 gestiftet von den "Jünglingen" und den "Jungfrauen" des Orts. 
Eines zeigt den Evangelisten Johannes, mit Buch in der Hand und einem Adler zu seinen Füßen. Den Adler des Johannes versteht man als Symbol für den spirituellen Höhenflug des Johannes-Evangeliums, das mit dem Satz "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort" beginnt.

Das Fenster wurde im Februar 2017 von einem Vandalen (der auch Bilder von der Wand herunter warf und die Wände beschmierte) schwer beschädigt. Die anschließende Renovierung ist gut gelungen. 01)


Evang.Johannes

Das Kirchenschiff wurde im Rahmen der letzten Renovierung durch eine neue Bestuhlung, 
Holzdecke und Lampen modern gestaltet. Vorher besaß die Kirche eine Kassettendecke, wie alte Bilder zeigen.

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Seitenaltäre

Linker Seitenaltar

Der linke Seitenaltar ist der Heiligen Familie geweiht, deren Relief zwischen den massiv wirkenden Säulen angebracht ist. 
Im Altaraufsatz ist ein brennendes Herz im Strahlenkranz angebracht. Um das Herz windet sich ein Kranz aus roten Rosen. Dies weist darauf hin, dass der linke Altar früher der Marienaltar war, auf dem seit 1904 eine Immaculatafigur stand.
 


Hl.Familie

Rechter Seitenaltar
Der rechte Seitenaltar ist der Patronin der Kirche, der hl. Ursula geweiht. Sie ist figürlich als Königstochter mit Krone, einem Pfeil und der Märtyrerpalme in der Hand dargestellt. 
Das brennende Herz über dem Aufsatz ist von einer Dornenkrone umgeben; ein Hinweis auf die Passion Christi.

St.Ursula
Im Verzeichnis der Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern 03) ist dazu zu lesen:
 "Auf dem 1. Seitenaltar bemalte Holzfigur der S. Ursula, die R. wie belehrend oder segnend vor der Brust, die L. ausgestreckt, hält den Pfeil, hübsche Arbeit, erste Hälfte des 15. Jahrhunderts.


Kreuzigungsgruppe

An der Nordseite ist eine schöne Kreuzigungsgruppe mit Maria und dem Apostel Johannes angebracht, die Prälat Alois Haas 2003 gestiftet hat. 09) Die Gesichtszüge von Maria und Johannes haben große Ähnlichkeit. Jesus am Kreuz, hat sein Haupt im Tod zu Maria, seiner Mutter, geneigt. Maria steht, wie dies in allen Kunstwerken dieses Figurentypus' üblich ist, an der rechten Seite des Kreuzes -vom Kreuz aus gesehen. Auf der anderen Seite finden wir den Apostel Johannes. Die Darstellung erinnert an die Schilderung der Bibel im Johannesevangelium (19, 25-27): "Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich".


Kreuzigungsgruppe

Maria musste hilflos mit ansehen, wie das eigene Kind leidet und stirbt; das ist wohl das Schwerste, was einem Menschen auferlegt werden kann; dies ist der Haltung um der Mimik der Figur in Gumpersdorf deutlich zu sehen.
Johannes ist der einzige Mann, der sich im Zeitpunkt der Kreuzigung noch offen zu Jesus bekennt. Er hatte die Kraft und den Mut, sich zusammen mit den anderen Frauen unter das Kreuz zu stellen.



Kreuzwegstationen

Kreuzwegbilder
Die 14 Kreuzwegbilder hängen im hinteren Bereich des Langhauses und unter der Empore. In früheren Zeiten gab es statt der jetzigen vierzehn, nur sieben Kreuzwegstationen. Wenn Sie mehr über die Geschichte des Kreuzwegs und seine Darstellungen in Kirchen des Landkreises erfahren wollen, klicken Sie hier...

Orgel


Der Orgelprospekt  ist an der Emporenbrüstung angebracht.
Die mechanische Orgel hat 6 Register und wurde um 1990 vom Orgelbauer Maximilian Offner aus Kissing erbaut. 08)

Orgel 1990
Sie ersetzte eine Orgel von 1919 (Aloys Maier, Fulda). 05) Der Orgelbauer Offner hat auch die Orgel in den Kirchen von Egenburg, Hilgertshausen, Hohenzell und Unterumbach gebaut, sowie die Orgel in Arnzell restauriert.

Neu in die Kirche gekommen sind

- ein großes Bild der Hl.Dreifaltigkeit, das sich im alten Pfarrhof befunden hatte.
- eine Figur der hl.Anna, die früher in der Pfarrkirche Hilgertshausen (am Anna-Altar) stand
  Anna war nach apokryphen Evangelien des 2. bis 6. Jahrhunderts die Mutter von Maria und somit die Großmutter von Jesus. Ähnlich wie Hanna  (1. Samuel 1-2) soll sie erst nach zwanzigjähriger kinderloser Ehe ihr Kind Maria geboren haben. Deshalb wird sie in der Kunst als ältere, verheiratete Frau mit Kopftuch dargestellt.

Gründungstafel

Am Eingang hängt eine Steintafel, auf der die wichtigsten historischen Daten der Kirche eingraviert sind:


Gründungstafel

In romanischer Zeit erbaut
1648 gänzlich ruiniert
1655 wieder hergestellt
1903/04 Langhaus neu erbaut
1958 Sturmschaden
1975/78 Mauersanierung und gründliche Erneuerung
1979   23.Sept.Benedizierung durch Weihbischof Manfred Müller, Augsburg
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Hl. Ursula, bitte für uns


Die Pfarrei Hilgertshausen hat auch eine interessante Homepage (www.pfarrei-hilgertshausen.de). Wenn Sie mehr über die Gottesdienstzeiten, den letzten Pfarrbrief und die sonstigen Aktivitäten der Pfarrei erfahren wollen: klicken Sie hier...

Hans Schertl

Quellen:
01) Dachauer Nachrichten vom 21.2.2017
02) Anton v.Steichele, Das Bistum Augsburg, historisch und statistisch beschrieben, Zweiter Band Augsburg 1864, S.186
03) Bezold/Riel, Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern, 1895
04) Theodor Bitterauf, Die Traditionen des Hochstifts Freising, 1909 (Nr. 1336, 1086, 1198, 1336)
05) Georg Brenninger, Orgeln und Orgelbauer im Landkreis Dachau, Amperland 1975/4
06) Pfarrbrief Hilgertshausen, September 1976
07) Zeitungsartikel Sept.1979
08) Orgelbauer Maximilian Offner, 2003
09) Dachauer Nachrichten vom 15.10.2003
10) Gründungstafel am Eingang der Kirche

21 Bilder: Hans Schertl (2003)

Kirchen und Kapellen im Dachauer Land - ein virtuelles Guckloch durch die verschlossene Kirchentür

9.3.2018

Auszug aus den Freisinger Traditionen 04)
Nr. 1086 nach Bitterauf-Wallner



Aus dem kirchen- und lokalgeschichtliche Monumentalwerk "Das Bisthum Augsburg"
von Dr.Anton von Steichele  
02)

Filiale Gumpersdorf

1. Gumpertsdorf, Dorf, 19 Häuser (1/2 Bauernhof, 6 größere, 11 kleinere Gütler), 100 Seelen, östlich im Ilmthale, von Hilkershausen nur durch einen jetzt trocken gelegten Weiher getrennt.

Zur Zeit Bischof Wolfram's von Freising, 926-938, gab eine edle Frau Engilrat mit ihrem Sohne und Vogte Aripo ihr Eigen zu Cundperhtesdorf, nämlich einen Edelsitz, den dritten Theil des Kirchengutes, 4 Huben mit Wiesen und Wäldern und 11 Eigenleute tauschweise, indem sie dafür Güter und Eigenleute zu Alberzell (Alprihchescella) erhielt, an die Domkirche von Freising.
Ein zweiter Tausch, der unsern Ort betrifft, fand unter Bischof Godeskalk (= Gottschalk von Hagenau) von Freising, 994-1006 statt, indem dieser Bischof an einen adeligen Vasallen Altmann Güter zu Michaelskirchen und an andern Orten überließ, und dafür von diesem den vierten Theil der Kirche zu Guntperhtesdorf mit 166 Jauchert an Liegenschaften für sein Stift empfing. Später gehört der Ort zur Hofmarke Hilkershausen, wie er im Lehenbriefe von 1432 wirklich mit 3 Höfen, 9 Hofstätten und dem Gerichte als Zugehörde von Hilkershausen aufgeführt wird.

Außerhalb des Dorfes östlich auf der Anhöhe im freien Felde steht, von einer gewaltigen Linde beschattet, die Kirche St.Ursula "im Wald", ein uralter romanischer, jetzt ziemlich gebrechlicher Bau. Eine Kirche zu Gumpertsdorf erscheint schon in den eben angeführten Tauschhandlungen mit Freising von 926-1006; und die Ortssage, St.Ursula sei eine Pfarrkirche gewesen, mag nicht ganz grundlos sein. Das durch den Schweden gänzlich ruinirte Kirchlein stellte Wolfgang Wilhelm Lösch wieder her, gab ihm einen neuen Chor und den niedlichen Hochaltar, der noch seine Namenspatrone trägt. Um die Kirche liegt der Begräbnisplatz für Gumpertsdorf, Talmansdorf, Mannried und Birket, sowie für Fremde und Herberglose. Sie hat jeden dritten Sonntag den pfarrlichen Gottesdienst nebst den Copulationen und Leichengottesdiensten für die Filialisten und gewöhnlich 1 hl.Messe während der Woche. - Gestiftete Jahrtage und Messen 8. - Rentierliches Vermögen 1728 fl. 36 kr. Hypotheken-Kapital 87 fl. 36 kr. Bodenz-Kapitel.

Nahe Gumpertsdorf jenseits der Ilm liegt die s.g. Brünnl-Kapelle, als Wallfahrtsstätte besucht, mit einem hochgeehrten Crucifixbilde aus dem 15. Jahrh. Früher über dem noch mit Mauerwerk einfaßten und gedeckten Brunnen im Moose gebaut, wurde sie 1754 vom Frhrn. Sigmund Maria Lösch einige Schritte von der Quelle neu hergestellt. In ihr darf die hl.Messe gelesen werden. (Ord-Lic. ad septenn. v. 11.Mai 1861), und wird am 6.Sonntage nach Ostern Gottesdienst gehalten."