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Landkreiskarte
Kirchen
i.d.Gem.Bergkirchen
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Hofkapelle St.Maria und St.Johannes in GÜNDING
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Umgeben
von hohen Bäumen und Büschen scheint die der Muttergottes und
dem hl.Johannes v.Gott geweihte Kapelle auf einer Waldlichtung zu stehen.
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Die von Architekt Max Peter geplante Kapelle ist ein schlichter rechteckiger Bau mit Satteldach ohne Dachvorsprung und ohne Turm. Gekrönt wird sie durch ein Kreuz in der Farbe der Dachziegel (roter Biber).
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Eine schmale
gerundete Kupferbedachung hält den Regen von der Eingangstüre
fern. Die Steine hatte unentgeltlich die Fa.Hörl und Hartmann geliefert;
die Dacharbeiten wurden von Zimmermeister Weißenbeck und Dachdeckermeister
Tiefenbach gratis erledigt.
Fenster Der Raum wird von allen Seiten erhellt: Die Oberlichte über der Türe, zwei größere Fenster mit Rauten-Verglasung auf den Längsseiten und ein kleines Fenster über dem Altar geben dem Inneren ausreichend Licht. |
![]() 5 Details (Altar, Kruzifix, Bild, Kreuzweg) per Mouseklick vergrößern |
| In die Oberlichte sind zwei Glasgemälde eingearbeitet, die Symbole für das Herz Jesu und das Herz Mariae zeigen. In den roten Herzen sind die Buchstaben des Namens Maria und -zwischen dem Kreuz und drei Nägeln- die Anfangsbuchstaben des Namens Jesu in griechischer Schrift zu sehen. |
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Hausaltar Blickfang in der Kapelle ist der kleine schwarz und golden gefasste Hausaltar, der im neugotischen Stil errichtet wurde und früher in einem Haus im unterfränkischen Marktbreit am Main stand. Er wurde in der Zeit des Historismus (1850-1900) erstellt, als die Menschen wieder Freude an den alten Baustilen bekamen und sie in idealisierter Form nachahmten. Über dem Altarblatt ist die typische neugotische Altarzier, das durchbrochene Maßwerk und die aufgesetzten Fialen (=gotische Spitztürmchen) zu sehen. Neben und über dem Altarblatt sind drei Figuren angebracht. |
Die Figur inmitten der Fialen könnte den hl. Bischof und Kirchenlehrer Augustinus oder Ignatius von Lojola darstellen, die beide (auch) mit den Attributen flammendes Herz und Buch dargestellt werden. Die Priesterkleidung spricht mehr für den hl.Ignatius, den Begründer des Jesuitenordens. In diesem Fall würde das Buch in der linken Hand die Ordensregeln enthalten. |
| Die beiden Figuren im Mittelteil des Altars stellen links wohl St.Johannes Nepomuk dar. Jedenfalls wird dieser Heilige in der Kunst meist mit Birett, Mozetta (Schultertuch für Domherren), Stola, Rochett abgebildet. Dies ist auch bei dieser Figur der Fall. Das sonst übliche Kruzifix in der Hand fehlt. Doch die Form der Finger lässt vermuten, dass es früher vorhanden war. |
Rechts steht eine Herz-Jesu-Figur, die an die Liebe des Gottessohns zu den Menschen bis hin zu seinem Tod erinnern soll. Das Herz-Jesu-Fest wird am Freitag der dritten Woche nach Pfingsten gefeiert Herz-Jesu-Darstellungen sind in den letzten 100 Jahren selten geworden. Mehr zu Herz-Jesu... |
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| Über dem Altar schweben zwei kleine Anbetungsengel im barocken Stil. Sie dürften Begleitfiguren einer Kreuzigungsgruppe gewesen sein. Der Engel rechts wischt sich mit seinem Lendentuch die Tränen von den Augen. Der linke Engel hält einen Kelch in Händen. Die Art der Darstellung deutet darauf hin, dass er mit dem Kelch die Blutstropfen Christi am Kreuz auffangen möchte. |
Kreuzweg-Stationsbilder
| Über den Fenstern lenken die kleinen Kreuzweg-Stationsbilder die Blicke auf sich. Es handelt sich um Drucke des Kupferstechers Alois Petrak (1811-1888). Nach dem Biografischen Künstlerlexikon wurde Petrak 1811 zu Königseck in Böhmen geboren und studierte in Wien. Er stach neben dem heil. Kreuzweg (14 Blätter) berühmte Werke wie den verlornen Sohn (8 Blätter), die Pietà und den Triumph Christi (11 Blätter). |
Weitere Kunstwerke
An den Wänden
der Kapelle stehen bzw. hängen weitere Bilder und Plastiken, die großenteils
aus dem persönlichen Fundus des Kapellenerbauers stammen:
- ein schönes Kruzifix aus der
Zeit um 1830/40, behängt mit einem Rosenkranz aus Wassernüssen. Die
Wassernuss aus Italien mit ihrer fledermausartigen Form diente schon
in vorchristlicher Zeit der Geisterabwehr.
- ein weiteres Kruzifix, Kreuzesstamm
und Corpus aus Metall ( wohl Messing) gefertigt
- an der Decke ist ein Metallkreuz befestigt. Die Kreuzbalken sind durch ein Sonnensymbol (Kreis mit Flammenstrahlen) verbunden. In der Mitte des Kreises vier weitere Symbole: Das IHS-Zeichen, darunter ein Herz (Herzjesu) mit drei (Kreuz-)Nägeln und darüber ein Kreuz. IHS das ist das Namenssymbol Jesu. Es kann auf zwei Arten gedeutet werden: Es sind einerseits die Anfangsbuchstaben des in griechischen Großbuchstaben geschriebenen Namens Jesu (JHSOUS); andererseits werden diese Buchstaben auch als Anfangsbuchstaben von "Jesus, hominum salvator" das bedeutet: "Jesus, Erlöser der Menschen" verstanden.
- über der Eingangstüre hängt eine Heilig-Geist-Taube vor einem Strahlenkranz. Sie versinnbildlicht die 3.Person Gottes. Die Gestalt der Taube für die künstlerische Darstellung des Heiligen Geistes gründet sich auf den Bericht der Taufe Jesu im Neuen Testament. Danach fuhr der heilige Geist in leiblicher Gestalt auf ihn hernieder wie eine Taube (Lk, 3,22). Obwohl dies nur bedeutet, dass sich der Geist bewegte sich wie eine Taube, nicht aber aussah wie ein Vogel, hat man die Taube als Symbol für die sonst nur schwer greifbare dritte Person Gottes gewählt.
- über der Eingangstüre ist eine etwas grob gearbeitete Figur des hl.Sebastian angebracht. Der Heilige ist an den Marterbaum gebunden; sein Körper wird von Pfeilen durchbohrt. Sebastian war im 3.Jh.ein Offizier der kaiserlichen Garde, der auf Befehl des Kaisers Diokletian mit Pfeilen durchschossen wurde. Er erholte sich aber durch die Pflege der Witwe des Märtyrers Kastulus, bekannte sich erneut zu seinem Glauben und wurde daraufhin mit Keulen erschlagen. Auf seine Anrufung hin, soll eine Pestepidemie abgewendet worden sein. Der heilige Sebastian wird deshalb als Pestpatron und -der Pfeile wegen- als Patron der Schützenbruderschaften verehrt.
- zwei Tonfiguren, die in der Art ihrer Gestaltung Heilige (Apostel ?) darstellen könnten (beide halten ein Buch in Händen). Sie wurden um 1920 von einem Kunstprofessor aus München gestaltet und dürften Modelle für lebensgroße Figuren sein, die sich in einer Kirche im Starnberger Raum aufgestellt sind.
- auf dem Altar steht eine kleines, exakt gearbeitetes Modell einer gotischen Monstranz.
- die Muttergottesfigur mit Kind auf dem linken Arm verweist auf Maria als Königin. Sie soll aus der Zeit um 1840 stammen.Auf dem Haupt trägt sie eine Krone in der Form, in der sich der Kaiser 1608 eine neue Krone machen ließ und die typisch ist für die Kronen der barocken Zeit. Das Zepter in der rechten Hand sowie der Reichsapfel in der Hand des Jesuskindes vervollständigen die wichtigsten Reichsinsignien für die Königsherrschaft.
- das Gemälde auf der rechten Seite neben dem Altar zeigt ebenfalls Maria, hier aber die trauernde Mutter beim Tod ihres Sohnes.
Hans Schertl
Quellen:
Ingrid Koch, Dachauer Nachrichten v. 11.10.2010
Robert Gasteiger, Dachau/Günding, 2010
25 Bilder: Hans Schertl
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14.9.2011